BACHFORELLE

SCHWARZE BACHFORELLE 2015

Das finden von „Schwarzen Bachforellen“ ist nicht einfach. Auf der einen Seite haben wir nur noch sehr wenige Exemplare im Revier. Der Besatz mit Bachforellen im größeren Umfang wurde ja 2010 eingestellt. Auf der anderen Seite, muß die Wasserstandssituation passen, um hier Fische zu finden. Dh. man muss hier viel am Wasser sein und auch ein „Auge“ dafür entwickel, wo die typischen Standplätze der „Schwarzen Bachforelle“ sind, bevor diese absterben. Massenfischsterben, wie ich dies im Jahr 2008 selbst beobachten konnte, wo hunderte toter Fische die Traun hinab trieben, habem wir ja heute nicht mehr, auf Grund des geringen Vorkommen.

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Es hat jedoch unser Hund am Aufspüren der „Schwarzen Bachforellen“ eine „Nase“ entwickelt und half beim Suchen.

Sichtung von Schwarzen Bachforellen 2014

12. August 2015, zwischen 19:30 – 21:00 Uhr
Wo: Engleithen Altarm
Wir sind den Engleithen Altarm im Bachbett abgegangen um den Wasserstand zu kontrolieren, als wir ca. 150 Meter unterhalb der Brückre ein tote Bachforelle fanden. Eine zweite war im Bereich der „Einfahrt“ in den Altarm, eine dritte war unmittelbar unter der Brücke. Diese konnte mit der Hand nicht gefangen werden. Weitere fanden bzw. sahen wir zwischen der Brücke und den Einlaufbereich. Im unteren Bereich des Engleithen Altarmes werden wir noch eine Sichtung machen.
Vermerk: 4 tote Fische eingesamelt und 4 Schwarze Bachforellen im Bereich der Brücke im Engleithen Altarm bis zum Einlaufbereich gesichtet.

15. August 2015, zwischen 19:00 – 21:00 Uhr
Wo: Engleithen Altarm
Wir sind den Engleithen Altarm wieder im Bachbett abgegangen.
Vermerk: 13 tote Fische eingesamelt und noch 1 (eine) lebende Schwarze Bachforellen im Bereich der Brücke im Engleithen Altarm bis zum Einlaufbereich gesichtet.

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Auch unser Hund ist in der Zwischenzeit auf das aufspüren von „Schwarzen Bachforellen“ trainiert.

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Interessant war, dass auch ein toter Saibling (oder Tigerforelle) dabei war!

These zur Seeforelle
Der Fund des Saibling und aus der Situation heraus, dass wir in der Oberen Traun in den letzten Jahren keine Seeforellen mehr haben, bestätigt meine Vermutung, dass diese auf die selbe Art und Weise ausgestorben sind, wie die in den letzten 20 Jahren bei der Bachforelle statt findet. Wenn es wissenschaftliche Untersuchungen zur „Schwarzen Bachforelle“ geben sollte, so muß auch auch Situation mit der Seeforelle an der Oberen Traun mit untersucht werden!

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Hier eine noch lebende „Schwarze Bachforelle“. Ein Individum im letzten Stadium vor dem Tot. Diese konnte ich auch mit der Hand fangen. An den weißen Augen sieht man, dass sie erblindet ist. Orientierung hat sie in diesen Stadium nur mehr über die Seitenline um sich in der Strömung zu halten. Fundstelle war ein merklich kalter Einstömungsbereich von Grundwasser. Ich habe ihren Leidensweg beendet und die diese mit den anderen Funden aus dem Gewässer entfernd und entsorgt.

Wasserstand – Temperatur Situation

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Der Wasserstand liegt heute laut Messstelle Maxquell bei 183 cm, was auf einen sommerlichen Tiefststand zugeht!

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Die Wassertemperatur im Altarm liegt am späten Abend knapp über 20 Grad. In Verschiedenen Bereich im Altarm merkt man die Grundwassereinströmung, die kühleres Wasser einspeist.

Wie findet man „Schwarzen Bachforellen“

Die Ischler Traun birgt ein Rätsel: Im Sommer findet man tote schwarze Bachforellen im Fluss. Der schwarze Tod kommt wahrscheinlich von einem unbekannten Virus, der bei den Fischen das Immunsystem lahmlegt und sie innerlich verbluten lässt.

Jedoch wie findet man die „Schwarzen Bachforellen“?

Die „Suche“ auf Schwarze Bachforellen ist gar nicht so einfach! Im Hauptfluss, der Ischler Traun, mit teilweise schwarzen Untergrund, ist das auffinden von Schwarzen Bachforellen gar nicht so einfach. Da wir seit 2010 auch keine Bachforellen mehr einsetzen, kommen nur mehr sehr wenige Exemplare in der Ischler Traun vor. Die Individuen die man findet, kommen aus der Goiserer Traun herunter, oder aus den Nebenbächen, wie Goiserer Weissenbach, Kaltenbach, Rettenbach oder Sulzbach.

Im Engleithen Altarm, der von allen Fischarten nach Fertigstellung und durch eine stabile Wasserführung, sofort angenommen wurde und auch durch eine kürzlich erfolgte „Bestandsaufnahme“, das vorkommen von Bachforellen bestätigt. In diesen Altarm ist auch die Sichtung von Schwarzen Bachforellen, durch den hellen „Weissenbach Schotter“, der bei Hochwasser aus den dem Goiserer Weissenbach transportiert wird, auch wesentlich einfacher. Interessant war hier jedoch auch, dass über den 1.200 m langen Engleithen Altarm, die Fische im oberen Drittel gefunden wurden, was den Schluss zulässt, dass infizierte Fische versuchen in den ev. sauerstoffreicheren Oberlauf zu flüchten.

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Im Engleithen Altarm, der sich als „Kinderstube“ für Jungfische prächtig entwickelt, wurden im Sommer 2015 auch 18 Stück Schwarze Bachforellen gefunden. Das auffinden von diesen, am weißen Kiesbett ist hier relativ einfach. Wobei man auch hier ein Auge dafür haben muß um die wenigen Exemplare zu finden. Wenn in diesen Zeitraum zu einem Hochwasser kommt, bekommt man von dieser Situation gar nichts mit. Auch bei uns gab es schon wieder Überlegung, durch die erfreuliche Entwicklung der Bestandsaufnahme, im Herbst laichreife Bachforellen in den Nebenbächen, wo wir ja noch Bachforellenbestände haben, diese abzufischen und in der Fischzuchtanstalt in Scharfling abstreifen zu lassen und als Setzling wieder in die Ischle Traun einzusetzen. Durch die neuerlichen Sichtungen werden wir von diesen Maßnahmen wieder Abstand nehmen!

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Die Ergebnisse der Elektrobefischung im Traun-Nebenarm Engleithen vom 30. Juli 2015 – Durchgeführt im Auftrag der OÖ. Landesregierung vom Büro Blattfisch, Wels. Hier wurde auch ein kleiner Bestand an Bachforellen bestätigt. Die Bestandsaufnahme wurde als „Watbefischung“, an zwei Stellen im Engleithen Altarm durchgeführt. Über die Details der Bestandsaufnahme werde ich gesondert berichten.

Lageplan des Engleithen Altarm
Der Engleithen Altarm, der sich linksufrig, oberhalb von Bad Ischl befindet wurden die Sichtungen der Schwarzen Bachforellen gemacht. Der Einlaufbereich des Altarm befindet sich bei Flusskilometer 107,3. Vermerkt sei, dass sich die Kläranlage Bad Goiser unmittelbar oberhalb, bei Flusskilometer 110,5 befindet. Es ist jedoch bis jetzt kein direkter Zusammenhang zwischen der „Schwarzen Bachforelle“ und mit Kläranlagen nachgewiesen!

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Hier Foto’s zu den Bachforellenfunden aus dem Jahr 2015

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Hier die Fundestellen!

Die bereits tot gefundenen Exemplare

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Aktuelle Fotos der Sichtungen im Engleithen Altarm

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Weitere Informationen zur „Schwarzen Bachforelle“ unter:

DIE SCHWARZE BACHFORELLE LEBT – STATUS 2014
Sichtung von Schwarzen Bachforellen 2014

ARGE BACHFORELLE LINK ARCHIV
Untersuchungen mit markierte Bachforellen mit „Blauen Punkt“ – haben wir 2008 schon durchgeführt! Die Fische sind in großer Anzahl im August, tot die ….

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Zum Thema „Schwarze Bachforelle“ werden viele Begriffe verwendet. Alle haben leider das selbe Ergebnis: Die Bachforllen werden SCHWARZ und sterben! Um das ….

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Zurzeit befinden wir uns in der Phase der Projektplanung, um unsere Herzensangelegenheiten die „Wiederansiedelung der Bachforelle an der Oberen Traun“ ….

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Es freut uns von der „ARGE BACHFORLLE“, dass so hochrangige Wissenschafter/innen sich ein eigenes Bild zur Situation über die „Schwarzen Bachforellen“ ….
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Solche Bachforellen soll es wieder geben … Naturbestand aus einen der Nebenbäche, in denen es noch (Ur-Ischler) Bachforellen gibt ….
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Bachforellen Sichtungen und Fangmeldungen 2013 – an der Ischler Traun – und wenn wir Fangmeldungen aus den anderen Revieren bekommen, werden alle Beobachtungen ….

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Ziel ist, die Wiederansiedelung der Bachforellen in der Ischler Traun, wie hier, eine der wenigen Exemplare, unterhalb der Kaltenbachmündung ….

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Meine Heimat ist die Traun zwischen Bad Goisern und dem Traunsee im wunderschönen Salzkammergut. Am liebsten schwimme ich hinter dem großen Stein im ….

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FISCHBESTAND ISCHLER TRAUN 1994 bis 2008
Kaiser Traun im Winter – oberhalb von Bad Ischl 2012 ist viel geschehen und viel für die Zukunft in die Wege geleitet worden. Daher ein guter Zeitpunk , um….

FISCHBESTAND OBERE TRAUN 1987 bis 1990
Habe jetzt noch Bestandsaufnahmen der Oberen Traun in meinen Unterlagen gefunden, die im Zeitraum 1987 bis 1990 an der „Oberen Traun“, von Hr. Dr. Erich….

SCHWARZE BACHFORELLE
Es gab sehr schöne Bachforellen in der Ischler Traun. Wer noch weis, wieviel Bachforellen es früher an der Ischler Traun gab, für den trifft hier der….

SYMPOSIUM BACHFORELLENSTERBEN IN BAYERN
Gerne folgten wir der Einladung des Landesfischereiverband Bayern (LFVB) und dem Bayrischen Landesamt für Umwelt (LfU), Fr. Dr. Julia Schwaiger mit der ….

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Sind wir nur Träumer, wenn wir in der Bachforellenregion Bachforellen fangen wollen?

Unser Ziel ist, der Bachforelle ihren Lebensraum wieder zu geben

Die Bachforelle ist ein hervorragender Indikator für sauberes Wasser und eine gesunde Umwelt. Leider hat sich an der Situation, als vor rund 20 Jahren ein konstanter Rückgang der Bachforelle an der Oberen Traun festgestellt wurde, nichts geändert. Seit Mitte der 1980er-Jahre weisen die Bestandsaufnahmen der Fischerei in der Oberen Traun nach unten. In der Ischler Traun war die Bachforelle bis 1995, mit einem Anteil am Gesamtbestand von über > 80% der Leitfisch für diese Region. Heute ist die Bachforelle in diesen Traunabschnitt vermutlich ausgestorben und wäre auch in diesen Teilen nicht mehr Fortpflanzungsfähig. „Durch den Klimawandel, wirkt sich die Erwärmung des Wassers wahrscheinlich stärker aus als man angenommen hat“, „dazu kommt ein Chemiecocktail aus der Landwirtschaft und den Kläranlagen. Den riecht man nicht. Jetzt kommt auch noch ein Kraftwerk in Bad Goisern dazu!

Vermutlich ist es ein Ursachenbündel. „Kombinierte Effekte, zum Beispiel eine Verkettung von Klärwasser-Verunreinigungen, ein bisschen Pestizideintrag von der Landwirtschaft, erhöhte Temperatur und schon haben wir eine Beeinträchtigung der Fischgesundheit.“ Während man Probleme wie Temperaturanstieg, Verbauungen oder fischfressende Vögel relativ einfach messen und beobachten kann – warten bei den hormonellen Stoffen, die durch die Kläranlagen schlüpfen und ins Gewässer gelangen, noch viele offene Fragen auf Antworten. Die Stoffe lassen sich nicht genau benennen, die Ursächlichkeit zwischen Missbildungen an den Fischen und hormonellen Stoffen nicht einfach belegen. Diese hormonelle Stoffe werden auch nur unzureichend abgebaut, „und im Wasser wirken bereits sehr geringe Konzentrationen“. Es gehe dabei ja nicht nur allein um die Fische, sondern um die ganze Nahrungskette – bis hin zum Menschen.

Ein hoch gestecktes Ziel, was wir hier verfolgen! In Österreich wird zum Thema „Schwarze Bachforelle“ leider sehr wenig und in der Zwischzeit gar nicht mehr geforscht. In Bayern und auch in der Schweiz hat man viel in die Forschung zur „Schwarzen Bachforelle“ investiert, jedoch ist man auch in der Zwischenzeit auch hier auf „Beobachtung“ gegangen. Vielleicht regelt sich die Natur das ja von selbst? Die „ARGE Bachforelle“ ist wie Don Quijote unterwegs gegen die großen Windmühlen und die unbekannten Ursachen. Wir werden in kleinen Rahmen und und mit unseren Möglichkeiten, zumindest unsere Beobachtungen zum Thema „Schwarze Bachforelle“ fortführen und einen Feldversuch im Auge behalten, mit dem wir zunmindest unser Gewissen beruhigen können, auch etwas Versucht zu haben …..

PS: Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es auch in der Zwischenzeit keine Seeforellen mehr gibt an der „Oberen Traun“ – IN MEMORIAM DER SEEFORELLE

Wenn wir die Natur auf das reduzieren, was wir verstanden haben,
sind wir nicht überlebensfähig.
Zitat: Hans-Peter Dürr

 


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