NOTABFISCHPLAN

Elektrofischer -und Notabfischungsplan mit E-Fischanhänger und Equipment Nutzung für zertifizierte Personen in den Fischereigewässer im Fischereirevier Oberes Salzkammergut (FROSKG)

Version 1.4 Jänner 2021

Handlungsbedarf

Die Auswirkungen des Klimawandels in Bezug auf Notabfischungen sind insbesondere durch längere Trockenperioden spürbar. Zukünftig ist daher vermehrt mit der Abtrocknung von Fischgewässern zu rechnen. Gleichzeitig werden auch die Anzahl und die Intensität von Hochwasserereignissen zunehmen. Deshalb ist von einem erhöhten Arbeitsaufwand bei Notabfischungen auszugehen.

Prognosen für zukünftige Ereignisse

Als Folge des weltweiten Klimawandels ist auch im Salzkammergut mit einer weiteren Zunahme folgender Extremereignisse zu rechnen:

  • Trockenheit: Durch die Abnahme der mittleren Niederschläge und der Anzahl
  • Niederschlagstage wird es im Sommer längere und häufigere Trocken- und Hitzeperioden geben.

Ob durch den tieferen Abfluss mehr Gewässer trockenfallen, hängt stark von den lokalen morphologischen Ausprägungen des Flussbetts ab und den Eintiefung, die durch Hochwässer entsteht. Durch die Abnahme der Schneereserven in den Dachstein Gletschern können vermehrt auch Fließgewässer austrocknen, die heute durch Schmelzwasser gespiesen werden. Insgesamt muss somit insbesondere in den Sommermonaten mit einer Zunahme von Notabfischungen gerechnet werden.

Hochwasser: Infolge höherer Niederschlagsintensitäten ist in tiefen Lagen im Winter mit höheren Hochwasserspitzen zu rechnen. Es ist von einer Verschiebung der Hochwasser vom Frühling in den Winter auszugehen (weniger Schneeschmelze im Frühjahr, vermehrter Regenniederschlag statt Schnee im Winter). Vermutlich sind infolge häufigerer und größerer Hochwasser vermehrt Notabfischungen durchzuführen.

Gesetzliche Bedingungen; Begriffsdefinition und Themenabgrenzung

Die gesetzlichen Bedingungen lt. OÖ. Fischereigesetz und der OÖ. Landesregierung sind einzuhalten:

Fachliche Eignung zur Ausübung der Elektrofischerei

Die Elektrofischerei darf nur von Personen ausgeübt werden, die einen Fischerausweis besitzen und einen einschlägigen Kurs über die Elektrofischerei besucht haben.

Zertifizierung auf die Geräte im FROSKG

Weiters ist eine Schulung und Einweisung auf die Geräte und das Fisch Transport Equipment, welches im E-Fischanhänger zur Verfügung steht, zu absolvieren.

Weiters ist eine Genehmigung für die ELEKTROFISCHEREI laut Oö. Fischereigesetz und mit nachfolgenden Formular vom Bewirtschafter von der OÖ. Landesregierung einzuholen:

https://www.land-oberoesterreich.gv.at/Mediendateien/Formulare/form_landundforstwirtschaft/LWLD-LFW_E65.pdf#search=%22elektrofischen%22

Jeder Bewirtschafter ist für die Genemigung in seinen Revier(en) verantwortlich.

Einsatzmöglichkeiten der Elektrofischerei mit Elektrofisch-Aggregat

Abfischungen mit dem Elektrofisch-Aggregat werden zu speziellen Zwecken und

mehrheitlich durch Bewirtschafter und Fischereischutzorgane durchgeführt. Das Elektrofisch-Aggregat wird bei technischen Eingriffen, (Baustellenabfischungen), in der Fischereiwirtschaft (z.B. Abfischung eines Aufzuchtgewässers), für wissenschaftliche Zwecke (z.B. Bestandes Erhebung, Prädatoren Monitoring) oder bei Notabfischungen eingesetzt.

Notabfischungen: Notabfischungen werden zum Schutz der Fische bei extremen Witterungsverhältnissen wie insbesondere Trockenheit (Abtrocknung von Gewässern), langandauernder Kälte (Grundeisbildung) oder Starkregen (Ausuferungen infolge Hochwasser) durchgeführt. Dabei werden die Fische mit dem Elektrofisch-Aggregat(en) gefangen und in ein „sicheres“ Gewässer mit permanente Wasserführung in demselben lokalen/regionalen Einzugsgebiet ausgesetzt.

Baustellenabfischungen: Bei der Baustellenabfischung handelt es sich um zumeist eine vorbeugende Abfischung, um bei Baumaßnahmen den Fischbestand in den Bereich einer geplanten Baustelle zu reduzieren.

 

Ursachen von Notabfischungen

Die Durchführung von Notabfischungen kann verschiedene Ursachen haben. Das vorliegende Konzept fokussiert hauptsächlich auf Notabfischungen infolge Trockenheit, da dies die häufigste Ursache mit dem größten Arbeitsaufwand ist.

Trockenheit: Bei anhaltender Trockenheit wird die Abflussmenge von Fliessgewässern reduziert. Die darin lebenden Fische ziehen sich in Gewässerbereiche mit grosser Wassertiefe (Kolke) zurück. Bleiben Niederschläge weiterhin aus, sterben die Fische an Erstickungstod infolge fehlenden Wassers oder infolge stark erhöhter Wassertemperaturen (Zelldegeneration oder Erstickung infolge Sauerstoffmangels). Trockenheit ist die häufigste und verbreitetste Ursache für Notabfischungen im Salzkammergut.

Hochwasser: Notabfischungen infolge Hochwasser werden bei großflächigen Überschwemmungen mit Ausuferungen des Gewässers durchgeführt. Bei Hochwasserabfluss steigen Fische in oberflächennahe Gewässerbereiche auf, damit sie durch den sohlennahen Geschiebetrieb nicht verletzt werden. Sie suchen strömungsarme Zonen auf und migrieren in Zonen außerhalb des Abflussprofils. Bei abklingendem Wasserstand sind die Fische in Geländevertiefungen des Gewässerumlandes eingeschlossen.

Weitere Ursachen: Notabfischungen infolge Gewässerverschmutzungen, Jauche, Chemikalien etc., oder infolge Sauerstoffknappheit.

Regionale Übersicht
https://www.lfvooe.at/reviere-und-gewaesser/oberes-salzkammergut/

Gewässerliste – Reviere

Gewässerstrecken mit Notabfischungen:

Aufgrund der Ereignishäufigkeit habe wir Gewässerstrecken mit unterschiedlicher Häufigkeit:

Gewässerstrecken mit häufigen Notabfischungen

  • Engleithen Altarm (Bad Ischl)
  • Nebenarm Lahnstein (Rechtsufrig oberhalb Rudolfsbrücke)
  • Langbathbach („In der Kreh“)
  • Altarm Lahnstein (Ebensee) 
  • Umgehungsgerinne Rudolphsbrücke und Miesenbachmühle (Ebensee)

Gewässerstrecken mit seltenen Notabfischungen

  • Sulzbach
  • Nebenarm Kernbrunn (Bad Goisern)
  • Nebenarm Riedler Traun (Bad Goisern)
  • Nebenarm Bären Traun (Bad Goisern)
  • Nussensee

Handlungsgrundsätze bei Notabfischungen

Die Grundhaltung des „Fischereirevier Oberes Salzkammergut“ im Umgang mit Notabfischungen wird durch folgende Handlungsgrundsätze präzisiert:

1. Gewässerüberwachung: Es werden vom Fischereirevier keine aktiven Kontrollgänge zur Einschätzung der Abflussverhältnisse durchgeführt, um die Notwendigkeit einer Notabfischung zu beurteilen.

2. Ermessensspielraum: Die Durchführung von Notabfischungen liegt im Ermessen des Gewässerbewirtschafter.

3. Präventive Massnahmen: Präventive Notabfischungen sind der Vorzug zu geben, soweit die Situation, wie Trockenperioden, Baustellen oder ähnliche vorhersehbare Ereignisse es erfordern, sollten frühzeitig Abfischungen durchgeführt werden. 

4. Delegation an Dritte: Notabfischungen sind vom Bewirtschafter zu organisieren und sollte dieser keine Mannschaft für eine Elektrobefischung haben, sollte diese an Dritte delegiert werden. Anfallenden Kosten sind vom Bewirtschafter oder bei Bausstellen vom Verursacher zu tragen.

5. Unterstützung durch Dritte: Der Bewirtschafter kann/soll bei Notabfischungen durch Dritte Unterstützt werden. Eine Unterstützung sollte rechtzeitig über das FROSKG abgestimmt werden. Wenn die Ressourcen für eine Abfischung zur Verfügung stehen, wird hier gerne ausgeholfen. In weiterer Folge sollten wir hier eine „Einsatztruppe“ aufstellen, damit wir im Bedarfsfall 4-5 Personen zusammen bekommen, die helfen und mitwirken können.

6. Finanzielle Entschädigung Dritter: Bei der Durchführung oder Mithilfe von Notabfischungen werden Dritte durch das FROSKG finanziell nicht entschädigt. Ggf. sind Entschädigungen mit dem Bewirtschafter oder dem Verursacher zu vereinbaren.

7. Abfischungen durch das FROSKG: Notabfischungen werden nur in seltenen Ausnahmefällen vom FROSKG durchgeführt.

8. Aussatzort: Bei Notabfischungen werden die Fische in wassersichere Gewässerstrecken umgesiedelt. Der Bewirtschafter bestimmt die Aussatzgewässer.

9. Fischbesatz: In Gewässer mit „häufigen“ Notabfischungen soll je nach Anzahl der abgefischten Fische, auf Fischbesatz (Stützbesatz und / oder Wiederansiedlungsbesatz) verzichtet werden, die jährliche Besatzplanung ist entsprechend anzupassen.

10. Systematische Erfassung: Alle im „FROSKG“  durchgeführten Notabfischungen, sind zu dokumentieren und an das FROSKG zu melden.

Kommunikation im Ereignisfall

Medienanlaufstelle: Bitte mit der Geschäftsführung des FROSKG abstimmen.

Interne Zuständigkeit: Im Ereignisfall kann es bzw. sollte es zu einer Medien-Information kommen. Die Kommunikation gegenüber Medien sollte einheitlich mit einer Stimme erfolgen. Der Revierobmann erteilt Medienauskünfte oder delegiert diese bei Bedarf weiter.

Kommunikation des Notabfischungskonzepts

Publikation: Das Konzept wird in der aktuellen Version, auf der Homepage des OÖ Landesfischereiverband, unter Fischereirevier Oberes Salzkammergut aufgeschaltet.

https://www.lfvooe.at/reviere-und-gewaesser/oberes-salzkammergut/

Die aktuelle Version, wird an die Bewirtschafter im Zuge der Fischereirevierausschußsitzung in Papierform abgegeben.

Kommunikation: Das FROSKG kommuniziert das Konzept auf übergeordneter Ebene. Folgende Organisationseinheiten werden durch das Fischereirevier mit einer Infoschreiben kontaktiert:

  • OÖ. Landesfischereiverband
  • Land OÖ, Abteilung Land- und Forstwirtschaft, Referent für Jagd und Fischerei
  • BH Gmunden; Wasserrechtsabteilung
  • Gewässerbezirk Gmunden
  • Die Wildbach
  • Bundesforste Fischerei
  • Bundesforste Bad Goisern
  • Bundesforste Ebensee
  • Je nach Bedarf an Gemeinden und Feuerwehren

Kommunikation FROSKG:

Wir kommunizieren das Konzept bei der nächsten Fischereivollversammlung an die Fischereirechtsinhaber, Pächter, Bewirtschafter und Angelfischervereine im Revier. Die Art und Weise der Information des Konzepts liegt im Ermessen des FROSKG.

Zertifizierte Fangpolführer Übersicht

Die Elektro Aggregate, das Fisch-Transport Equipment und die Sauerstoffarmaturen steht nur zertifizierten Personen im FROSKG zur Verfügung, die den Elektrofischerkurs im Bundesamt für Wasserwirtschaft (BAW) in Scharfling am Mondsee absolviet haben und vom FROSKG auf die Verwendung und den Einsatz der Geräte geschult und zertifziert wurden.

Zertifizierte Fangpolführer Übersicht. (Status Jänner 2021)

Tarife für Elektrobefischung (2018-2020)

Basiswert für die Abrechnung bei der Durchführung von Elektrobefischungen lt. Honorarordnung für Fischereisachverständige.

Beispiel Baustellenabfischung durch Elektrobefischung (Herbest 2018)

Für eine einheitliche Abrechnung bei Baustellenabfischungen mit dem Verursacher sind diese Tarfive für Elektrobefischung (2018-2019) anzuwenden.   

E-Fischeranhänger – Kennzeich GM 335HB

Standplatz für den Anhänger: ÖBF Ebensee, Steinkogelstraße 25, 4802 Ebensee

Elektrofischerei – Aggregate

Die im FROSKG eingesetzten Elektrofischereigeräte entsprechen den CENELEC- und IEC-Normen und werden einer regelmäßigen Überprüfung unterzogen.

Stationäres Aggregat Grassl Elektrofischfanggerät EL65 II
Standort: Heimo Huber

Verwendung des Stationäres Aggregat
Grassl Elektrofischfanggerät EL65 II – mit 4-Takt Motor

Vom Boot aus …..

Hier beim Hechtabfischen im Stau vom Kraftwerk Bad Goisern

Vom Anhänger aus ….

Seit 2020 haben wir für das Grassl Elektrofischfanggerät EL65 II – mit 4-Takt Motor einen eigenen Anhänger und eine 100 Meter Verlängerung. Damit kann auch bei Situationen, wie bei der Notabfischung beim Werkskanal beim Kraftwerk Weinbach auch direkt vom Anhänger aus, mit dem großen Aggregat arbeiten.
2. Kofferanhänger für Grassl Elektrofischfanggerät EL65 II – mit 4-Takt Motor

Tragbares Elektrofischer Aggregat

Das tragbare ELT 62 II befindet sich im Elektrofischer-Anhänger mit Standplatz:
Heimo Huber im Kofferanhänger GM 725 HR

Rückentragegerät ELT 62 II – ist ein Aggregat mit Takt Motor – Achtung beim Tanken!

Rückentragegerät GRASS ELT 62 II
Rückentragegerät GRASS ELT 62 II
Heimo bei der Arbeit
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