STROBLER WEISSENBACH UND SEINE AUSWIRKUNGEN – ZOOM MEETING 2

FROSKG FISCHEREILICHE GEWÄSSERÜBERWACHUNG

Nach O.Ö. Landesfischereigesetz obliegt es lt. § 33 (1) dem Oö. Landesfischereiverband neben den ihm nach diesem Landesgesetz sonst zugewiesenen Aufgaben die nachhaltige Förderung der Fischerei in allen ihren Zweigen. Im Rahmen dieser Aufgaben obliegen uns ihm besonderen folgende Schwerpunkte:

  1. Maßnahmen zu treffen und Einrichtungen zu schaffen, die der Förderung der Fischerei und der Fischhege dienen.
  2. die Erhaltung, Verbesserung und Wiederherstellung der Lebensgrundlagen und Lebensräume der Wassertiere zu fördern;
  3. der Landesregierung Vorschläge über die Verwendung allfälliger für die Fischerei vorgesehener Förderungsmittel zu erstatten;
  4. den Behörden Anregungen zu geben und über behördliche Aufforderung Gutachten zu erstatten;
  5. die Antragstellung zur Erklärung von Laichschonstätten gemäß § 15 Abs. 2 Wasserrechtsgesetz 1959, BGBl. Nr. 215/1959, in der Fassung des Bundesgesetzes BGBl. I Nr. 73/2018.

Den Fischereirevier Oberes Salzkammergut (FROSKG) obliegt es, neben den ihnen nach diesem Landesgesetz zugewiesenen Aufgaben jene Aufgaben des Oö. Landesfischereiverbands zu besorgen, die sich lediglich auf ihren örtlichen Wirkungsbereich beziehen.

Daraus sieht man, dass wir von der fischereilichen Bewirtschaftung in einen rechtlich engen Korsett versuchen, unseren Fischen ihren Lebensraum zu erhalten. Die eine „Behörde“ investiert Millionen in Verbesserungen, die andere, nur getrennt durch eine Landesgrenze, jedoch in einen zusammenhängenden Gewässer-Netzwerk, vernichtet Fische und deren Lebensräume. Ein Wiederaufbau wird viele Jahre dauern.

Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie

Viele Millionen wurden in den Jahren 2013 bis 2016 in die Durchgängigkeit der Ischl investiert. Auch das sollte eine Referenzprojekt sein…. Mit der Revitalisierung der Gewässer soll ein Beitrag zur Erreichung eines guten ökologischen Zustands bzw. Potenzials gemäß WRRL geleistet werden. Bekannte Zusammenhänge zwischen der strukturellen Ausstattung und Ausgestaltung der Fließgewässer und der Ansiedlung von Makrozoobenthos und Fischen wurden berücksichtigt. Auch wenn es von den sttukturellen Maßnahmen, wie Fischunterstände und Uferbeflanzung, wie immer recht „dünn“ ausgefallen ist, wurde zumindenest eine Durchgängigkeit erreicht. Mit den Auswirkungen durch die Entleerungen der Geschiebsperren hat man es geschafft, die Ischl von einem guten Zustand (2) in einen unbefridingenden Zustand (5) herab zu stufen.

Auswirkungen durch Enleerung der Geschiebsperre

Durch den Strobler Weißenbach, einem typischen Kalkschuttwildbach und Zubringer zur Ischler Ache und zur Traun, wurden nach Hochwasser und Geschiebetransportereignissen in den 1970er-Jahren geschiebebindende Schutzbauwerke, seinerzeit illegal und ohne wasserrechtliche Genemigung, in Form von Schlitzsperren errichtet. Die Schlitze hatten das Ziel, die Feststoffe wie Geschiebe und Wildholz im Ereignisfall zurückzuhalten und bei kleineren Ereignissen wieder an den Unterlauf abzugeben. Verklausungen der Schlitze mit Wildholz führten zu einem fast gänzlichen Rückhalt, wodurch sich die Verlandungsräume der Sperren immer mehr füllten.

Kostengünstigeste Entsorgung über die Welle

Neben der maschinellen und kostenintensiven Räumung zur Wiederherstellung der Schutzfunktion hat man sich für eine Entleeung der Geschiebsperren über die Welle entschieden. Bei genannten 20.– bis 25.– Euro/Tonne die für den Abtranport erwähnt wurden und ohne eines Konzeptes der Deponierunge, wurden hier zwar viele Millionen Euro gesparrt, jedoch auch viele Fische, Wassertiere und Insekten vernichtet. Auch ist derzeit noch kein Ende in Sicht.

Nun geht es darum den Schaden zu begrenzen und eine Optimierung der Gesamtsituation zwischen Wildbachprozesse, Extremereignissen und die Feststoffentsorgung und damit einerseits die schutztechnischen Grundbedingungen zu erfüllt und andererseits auch die ökologischen – fischereilichen und sedimentologischen Anforderungen der unterhalb liegenden Gewässer unter einen Hut zu bekommen.

Der gute Gedanke der verfolgt wird …

Ein umfassendes Monitoringprogramm soll Erkenntnisse über die verschiedenen Prozesse am Strobler Weißenbach liefern und verschiedene biotische (Habitate, Laichplätze, Fischbestand) und abiotische Faktoren (Durchfluss, Schwebstoffkonzentration,
Geschiebetransport) erfassen. Die Erkenntnisse, die in der Praxis bis jetzt (Ende 2020) am Strobler Weißenbach gewonnen wurden, ist ein geplantes Referenzprojekt in „die Hose“ gegangen. Entweder gab es zwar von der Wissenschaft einen positiven Ansatz, der jedoch von verschiedenen Praktikern (WLV, Strobler Wasserleitung, Postalm Strasse etc.) scheinbar anders beeinflusst wurde und wir „fischereiliche Bewirtschafter“ und „Unterlieger“ mit zig tausen Tonnen Schotter und Feinsedimente beglück und damit unsere Fischbestände vernichtet wurden.

Zoom Meeting #2 – wie wird der Schaden behoben

Am 12. Februar 2021 waren wir zu einer weiteren Telefonkonferenz eingeladen, um eine Abstimmung zu machen, wie wir den fischereilichen Schaden, in Verbindung mit den noch tonnenweise im Strobler Weissenbach liegenden Schotter, in ein:

„Feststoffmanagementkonzemt und gleichzeitig in ein nachhaltiges fischereiliches Bewirtschaftungskonzept“

bekommen können. Eine recht sportlich Heraussforderungen. Teilnehmer des ZOOM Meetings waren einige Herren von der BOKU, WLV Salzburg, wir vom FROSKG und die involvierten Bewirtschaftern -und Fischereirechtsbesitzern der Ischl und der Traun.

„Geschiebesperren Entleerung Strobler Weissenbach in die Ischl und in die Traun“.

Diese Telefonkonferenz wurde aufgezeichnet und die Aufzeichnung wird den Teilnehmern zur internen Verwendung zur Verfügung gestellt werden. Daher wurde vereinbart, dass es zur Telko vom 12.2.2021 kein gesondertes Besprechung Protokoll geben wird. 

Projekt Koordinatoren:

Für die Abstimmung und Koordination zwischen den Interessengruppen und der weiteren Schritte und Termine, haben sich christoph.hauer@boku.ac.at und heimo.huber@froskg.com bereit erklärt dies zu übernehmen.

Als weitere To-Do’s & Termine wurden besprochen:

  • Bis Ende Februar wird für den Fall einer Fortführung der Geschiebe Entleerungen von der „Fischerei“ ein Konzept mit den aus Sicht der Fischerei neuralgischen Abschnitten und Stellen in der Ischl ausgearbeitet, die einer genaueren Untersuchung und Behandlung beim Geschiebemanagement bedürfen. Dazu soll es in einer kleineren Runde Anfang März eine Telko geben. 
  • @ Hr. Habersack hat sich bereit erklärt, sich mit den „Stakeholder“ vom Gewässerbezirk (Hr. Laimer ), der Energie AG (Hr. Lemmerer) und den Privaten Kraftwerk Jank (Hr. Jank) abzustimmen.
  • Es gibt an der Ischl, den Wasserverband Ischl, den die drei Gemeinden Bad Ischl, St. Wolfgang und Strobl angehören, sowie die Energie AG, ÖBF, Strassenmeisterei und er Gewässerbezirk Gmunden …   
  • @ Hr. Habersack bitte bei der Abstimmung mit Hr. Laimer zu prüfen, ob eine Einbindung vom Wasserverband Ischl erforderlich und sinnvoll wäre. Obfrau vom Wasserverband Bad Ischl ist die Fr. Bgm. Schiller von der Stadtgemeinde Bad Ischl.    
  • Es gehören beide Kraftwerke an der Ischl in die Betrachtung mit einbezogen.
  • Erschwehrend kommt hinzu, dass KW Weinbach (Energie AG) behördlich in die Zuständigkeit vom Land O.Ö. sind und das Jank-Kraftwerk in die Zuständigkeit vom Land Salzburg. Beide KW inkl. der Fischaufstiegshilfen sind bis jetzt nicht Kollaudiert.
  • Daher wäre es vom „Geschiebemanagement“ wichtig, hier vor den geplanten Kollaudierungen noch Gespräche
    über Restwasser Wassermengen, Stauraumspülungen etc. zu führen und ggf. Einfluss zu nehmen.
  • Unbeantwortet ist immer noch die Frage, mit wieviel „Entleerung“ müssen wir noch rechnen?
  • Können wir die weitere Entleerung stoppen und in eine dosierten und kontrollierten Entleerung überleiten? 
  • Es wird nur von der Kammerbachsperre gesprochen. Was ist mit den Ablagerungen bei der Werkstattgrabensperre? 
  • @ Hr. Moser: Für weitere Wasserrechtsverhandlungen im Strobler Weissenbach, wie Sanierung der Russbach Sperre
    oder Baumaßnahmen an der Kammerbach Sperre oder Werkstattgrabensperre, ersuchen wir den Verteiler auch auf die O.Ö. Behörden und bei fischereilichen Beeinträchtigungen auch das Fischereirevier Oberes Salzkammergut in den Verteiler mit aufzunehmen. Sollte dies den Salzburger Behörden nicht möglich sein, wäre es nett, in Sinne einer guten Zusammenarbeit, wenn wir von Seiten der WLV Salzburg eine informelle Verständigen im FROSKG darüber erhalten.
    Wir /FROSKG) informieren in Folge die Fischerei Bewirtschafter.  

Fischereiliche Inventur 2020 – Ischl und Traun

Wie man aus der Präsentationen der BOKU und WLV bemerkt, wird ja recht gerne das Hochwasserereignis, welches in der Nacht vom 28. Juli auf den 29. Juli 2019 statt gefunden hat hergenommen um auch fischereiliche Schäden auf dieses Ereignis zu argumentieren. Auf der einen Seite ist fest zu halten, dass unsere Wildfischbestände mit Hochwässern umgehen können, wie dies bei den Hochwasser 2002 und auch 2013 sich gezeigt hat, konnten in der Ischl und in der Traun, keine wesentlichen fischereilichen Schäden, weder an den Fischbrut noch an adulten Fischen festgetsllt werden. In den Oberläufen der „Wildbäche“, wie Frauenweissenbach oder die Zubringer im Mitterweissenbach, die durch abrutschende Hänge und viel Geschiebe beeinflusst wurden, jedoch sehr wohl. Auch der Strobler Weissebach, hat durch die rakentenartige Hochwasserwelle vom 28. Juli auf den 29. Juli 2019 sicherlich einiges abbekommen. An der Ischl konnte man, wie die danach durchgeführen Bestandsaufnahmen zeigen, keine Auswirkungen im Jahresvergleich mehr festgestellt werden.

Auch der Strobler Weissebach, hat durch die rakentenartige Hochwasserwelle vom 28. Juli auf den 29. Juli 2019 sicherlich einiges abbekommen. An der Ischl konnte man, wie die danach durchgeführen Bestandsaufnahmen zeigen, keine Auswirkungen im Jahresvergleich mehr festgestellt werden..

Bestandsaufnahmen zeigen es …

Zeitpunkte und Örtlichkeiten der Elektro-Befischungen

Das fischökologische Premonitoring mittels Elektrobefischung der Ist-Zustände fand statt:

Strobler Weißenbach: 12.9.2017;
Ischl: 13.9.2017

Damit wurden die Referenz Daten erhoben. Weiters haben wir zum Vergleich die GZÜV Befischungs Daten aus dem Jahr 2008.

Befischung 2018

Am 18.9,2018 im Weißenbach und am 19. September 2018 in der Ischl.

Befischung 2019

Die dritte Befischung wurde am 17. (Weißenbach) und 18.9.2019 (Ischl) abgehalten.

Befischung 2020

Die letzten Befischungen fanden im September 2020 statt. Am 16. September 2020 wurden die Untersuchungsstellen der Ischl (BS4 und BS5) und zusätzlich an der am weitesten flussab gelegenen Untersuchungsstelle am Strobler Weißenbach (BS_3) befischt. Die restlichen Strecken am Strobler Weißenbach (BS_1, BS_Z1, BS_2) wurden wegen erhöhter Wasserführung am Folgetag erst am 23. September 2020 befischt. Bei der ersten und zweiten Befischung wurde der Fischbestand in 5 verschiedenen Teilstrecken (Befischungsstellen) erhoben. Davon befinden sich drei am Strobler Weißenbach und die restlichen zwei an der Ischl. Ab der dritten Befischung wurde zusätzlich zu den bisherigen drei Strecken eine vierte Untersuchungsstelle (BS_Z1) am Strobler Weißenbach hinzugefügt.

Wie geht es weiter?

Termin: 24. März 2020 – Telko Sachverständiger Fischerei   

Als „Sachverständiger Fischerei“ wurde Hr. Mag. Vinzenz Bammer von der WLV beauftragt, denn fischereilichen Schaden fest zu stellen. Eine Präsentation (ZOOM Meeting) dazu, wird es am 24. März 2021 geben. Der Teilnehmerkreis (EMail Verteiler) von Seiten „Fischerei Bewirtschafter Ischl und Traun“ ist abgestimmt und wurde eingeladen.

Die Auswirkungen der Geschiebesperren Entleerung reichen bis zum Traunsee. Durch die starke feinsedimente Belasung werden Laich- und Laichplätze vernichtet und unser SAEEP Projekt zur Rettung der heimischen Äschenbestände massiv beeintächtigt.
Heimo bei der Arbeit
Der Artikel und auch die fischereiliche Bewirtschaftung an der Ischl und an der Traun sind im in Arbeit ….

Prinzipiell stehen wir vom Fischereirevier Oberes Salzkammergut (FROSKG) den vorgeschlagenen Weg von der Boku, positiv gegenüber und sind auch sehr interessiert daran, zwischen Geschiebemanagement und der fischereilichen Bewirtschaftung eine optimale Lösung zu finden. Eine Basis dafür wird sich aus den nächsten Gesprächen ergeben und ob auch für die Fischerei vernünftigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Wobei hier lt. WRRL ein guter Zustand wieder herzustellen ist. Dafür wurden ja auch schon viele Millionen in Fischaufstiege und die Durchgängigkeit investiert….. 

Weitere Informationen:

Weitere Informationen:

„An allem Unfug der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun,

sondern auch die, die ihn nicht verhindern.“

Zitat von: Erich Kästner

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