ISCHL – MONITORING DER FISCHAUFSTIEGSHILFEN

Seit über 100 Jahren wird die Wasserkraft an der Ischl zur Energiegewinnung genutzt. Beide Kraftwerksanlagen die für Fische unüberwindbare Querbauwerke darstellen stehen in Weinbach. Dank dem damit gewonnen Strom konnte sich im Salzkammergut die Industrie und Wirtschaft entwickeln. Weniger gut waren diese Wehrbauten für die Ökologie – besonders für den Fischbestand in der Ischl leiden wir heute noch aus verschieden Umständen darunter. Lange Zeit gab es wegen der Nutzung der Wasserkraft zu wenig Wasser in der Restwasserstrecke in Weinbach und die Wehrbauten verhinderten, dass die Fische ihrem natürlichen Drang nach Bewegung und Wanderung nachkommen konnten.

Die Ischler Ache

Die Ischl verlässt den Wolfgangsee an seinem östlichen Ende bei Strobl und fließt relativ geradlinig von West nach Ost. Auf den ersten 5 Kilometern bildet sie die Gemeindegrenze zwischen St. Wolfgang im Norden und Strobl im Süden und damit die Landesgrenze zwischen Oberösterreich und Salzburg. Anschließend fließt sie auf dem Gemeindegebiet von Bad Ischl zur Gänze in Oberösterreich und mündet nördlich des Stadtzentrums von Bad Ischl in die Traun. Die Ischl fließt in einem relativ breiten Tal, das durch Gletscher in der letzten Eiszeit geformt wurde. Ihr mittleres Gefälle beträgt 5,4 ‰. Vom Wolfgangsee bis zur Mündung in die Traun hat die Ischl ein Gefälle von 76 Metern. Zwei Laufkraftwerke nutzen dieses Energiepotential.

ISCHL ZUFSSE

Größere Zuflüsse mit Einzugsgebieten von mehr als 10 km² sind der Strobler Weißenbach (Einzugsgebiet: 45,6 km²) und der Schöffaubach (11,7 km²) von rechts, sowie der Schwarzenbach (12 km²) und der Rußbach (21 km²) von links.

NAME ISCHL

Der Name des Flusses taucht erstmals im Jahr 829 als Iscula auf. Ein römischer Inschriftstein aus Bad Ischl erwähnt eine römische Zollstation „Esc“, was als Abkürzung von statio Escensis und latinisierte Form eines vorrömischen Namens gedeutet und ebenfalls mit dem Namen Ischl in Verbindung gebracht wird. Für den Namen gibt es zahlreiche Deutungen, so wird er auf das keltische Wort esk (Wasser) oder isk(Fisch) zurückgeführt, oder als Ableitung der indogermanischen Wurzel ei (gehen, laufen, rennen) angesehen. Andere Interpretationen leiten den Namen vom lateinischen esca (Speise, Lockspeise, Köder, Aas) oder dem romanischen iscla (Au) ab.

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ÖKOLOGISCHE MASSNAHMEN AN FLÜSSEN UND BÄCHE

In den letzten Jahren wurden in Österreich viele Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Situation in und entlang von österreichischen Gewässern durchgeführt. Nachdem viele Gewässer zwar eine sehr gute bis gute Wasserqualität aufweisen, aber Ufer und Flusssohle oft einen weniger guten ökologischen Zustand haben, ist Handlungsbedarf gegeben. Gleichbedeutend gilt es auch in den Hochwasserschutz zu investieren, um Siedlungen und Gewerbegebiete zu schützen.

Bereits vor der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EU WRRL) und noch mehr seit ihrem Inkrafttreten wurden in Österreich viele Gewässer saniert. Kraftwerke wurden für Fische passierbar gemacht, damit diese zu ihren Laichgebieten wandern können. Geradlinige Uferlinien wurden aufgeweitet, sodass der Fluss wieder dynamischer fließen kann. Im Zuge von Hochwasserschutzmaßnahmen werden immer auch ökologische Verbesserungen umgesetzt.

SALZKAMMERGUT TALUNGEN

Ein durchgehendes Gewässerkontinuum ist Voraussetzung für die arttypischen Wanderungen von Fischen z. B. zu ihren Laichplätzen und zum Austausch zwischen den Populationen. Naturnahe Uferstukturen bieten wichtige Nahrungs- und Laichbiotope. Viele Bäche der Raumeinheit weisen Verbauungen auf. An den größeren Fließgewässern gibt es Wehranlagen zur Wasserstandsregulation und Energiegewinnung, welche das aktive aufwärts Wandern von Fischen und anderen Organismen erschweren bzw. verhindern. Ausleitungen an Kraftwerken verursachen zusätzlich Probleme durch zu geringe Restwassermengen. Längsverbauungen verdrängen Flachwasserzonen und Schotterbänke. Die Erhöhung der Durchgängigkeit des Fließgewässernetzes ist ein wesentliches Standortpotenzial und führt zur Verbesserung des Austausches entgegen der Fließrichtung.

ISCHL MÜNDUNG

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Hier mündet linksufrige die Ischl in die Traun.
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ISCHLFLUSS WIRD DURCHGÄNGIG

Die Ischl, auch Ischler Ache oder am Oberlauf nur Ache, heute auch noch vereinzelt Ischl Fluss, ist ein Fluss im Salzkammergut. Sie entwässert den Wolfgangsee bei Strobl und mündet nach rund 12 km bei Bad Ischl in die Traun.

Bereits abgeschlossen ist die Instandhaltung der Ischl Dämme mit Kosten von 1,3 Millionen Euro, von denen der Bund die Hälfte, das Land OÖ 40 Prozent und der Wasserverband Ischl zehn Prozent übernommen haben. Der beidseitige Uferbegleitweg zwischen dem Trenklbachpolster und der Bundesstraßenbrücke wurde vor rund drei Wochen wieder freigegeben. Die Damminstandhaltung am Ischl Fluss erfolgte links und rechts des Flusses auf einer Länge von 1,2 Kilometern. Der Damm zum Schutz von 70 Gebäuden und Liegenschaften vor 30-jährlichen Hochwässern wurde über eine Gesamtstrecke von 2,4 Kilometern instandgehalten. Derzeit noch im Gange sind die Arbeiten zur Verbesserung der Organismendurchgängigkeit an den 16 Querbauwerken im Verlauf des Ischl Flusses.

Fischleitbild Ischl und Traun

Überblick über die in der Ischl bisher bei GZÜV-Befischungen (7 Stellen zwischen Fluss-km 0,11 bis 11,4; Befischung durch PETZ-GLECHNER im Jahr 2008) in der Ischl nachgewiesenen Fischarten, Status nach verwendeten Leitbildern für Ischl und Traun sowie Fangzahlen bei den aktuellen Erhebungen.

Für jede Bioregion und biozönotische Region wurde aus historischen Quellen, aktuellen Daten (Referenzstrecken) und Expertenmeinung ein Artenleitbild definiert (Haunschmid et al., 2006). Dem Leitbild wurde zudem eine Klassifikation nach Leitarten, typischen Begleitarten und seltenen Begleitarten hinzugefügt (Gaumert, 2001).

Fischleitbilder geben den gewässertypspezifischen Referenzzustand für die Fischfauna vor. Der Datenstand entspricht dem Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP) 2015 und wird nach Veröffentlichung des NGP 2021 gegebenenfalls aktualisiert.

Mit dem Inkrafttreten der EU-Wasserrahmenrichtlinie ist in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union die Zuordnung des Gewässernetzes zu „Typen“ ein fixer Bestandteil der methodischen Vorgaben: die Beurteilung der Gewässerqualität ist an einem möglichst naturnahen Referenzzustand, dem sehr guten ökologischen Zustand ausgerichtet, die biologischen Leitbilder werden typbezogen formuliert (nach Moog et al., 2001).

Ökologische Bedeutung der Durchgängigkeit

Unter Durchgängigkeit wird im Sinne der Wasserrahmenrichtlinie die freie Durchwanderbarkeit des Gewässers für Fische und andere wandernde Gewässerorganismen flussauf und flussab verstanden. Ist die biologische Durchgängigkeit des Gewässers für Fische und andere aquatische Organismen nicht gegeben, fehlt ein wesentlicher Parameter zur Erhaltung und Wiederentwicklung von artenreichen und gewässertypischen Lebensgemeinschaften. Der zu erreichende Zielzustand gemäß EU-WRRL wird damit gefährdet. In besonderem Maße wirkt sich eine Einschränkung der Durchgängigkeit auf die Fischfauna aus, da diese an ein freies Gewässerkontinuum zum dauerhaften Erhalt der Populationen angewiesen ist. Für jede Fischart sollen die im Jahresverlauf unterschiedlichen Lebensräume erreichbar und entsprechend vernetzt sein. So müssen fortpflanzungsfähige Fische in ausreichender Zahl geeignete Laichplätze erreichen und Fischlarven nach dem Schlüpfen/Freischwimmen zu geeigneten Juvenilhabitaten gelangen können. In einem intakten Kontinuum können vorhandene und neu geschaffene Lebensräume ihre ökologische Wirkung vervielfachen.

Durch die Vernetzung der Lebensräume innerhalb eines Wasserkörpers und über Wasserkörpergrenzen hinweg profitieren daher die Fischbestände längerer Gewässerabschnitte. Werden isolierte Populationen vernetzt, kann zudem die Stabilität der Teilpopulationen bei kritischen Ereignissen erhöht werden.

5 RAMPEN

Mit den letzten fünf Rampen wird im Juni begonnen, Ende des Jahres soll der Ischl Fluss im gesamten Verlauf für Organismen durchgängig sein. Die Kosten für diese Umbauarbeiten – insgesamt rund 5 Millionen Euro – tragen zu 60 Prozent der Bund, zu 30 Prozent das Land OÖ und zu zehn Prozent der Wasserverband Ischl.

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Hier ein Blick auf die Fischreuse mit Seilwinde, die in den Vertical Slot (Fischaufstiegshilfe) zur Fischzählung eingebaut wurde.

FUNKTIONSFAEHIGKEIT FISCHWANDERHILFE

Zur Bewertung der Funktionsfähigkeit der eingebauten Fischwanderhilfe an der Ischl wird gerade im Zeitraum April-Mai 2016 ein Monitoring durch das Technische Büro Zauner durchgeführt. Diese Kontrolle in Form einer Reusen Befischung findet gerade zur Hauptwanderzeit der Hauptfischarten statt.

Zur Beurteilung der Funktionsfähigkeit der Fischaufstieges wurde eine Fangreuse im direkten Bereich des oberwasserseitigen Ausstieges der Fischwanderhilfe eingebracht und diese wird täglich kontrolliert. Die Reuse im Ausmaß von 2x1x1m wurde aus Eisenprofilen gefertigt und seitlich mit einem Eisengitter mit einer Maschenweite von 12mm bespannt. Das Heben der Reuse erfolgte mittels Seilwinde, wobei die Reuse einachsig aufgehängt war und im Fischaufstieg mittels Schienen geführt wurde. Bei der täglichen Überprüfung der Reuse werden die Fischart bestimmt und die Länge der Fische gemessen.

Lage der Fischaufstiegshilfen (FAHs) im Ischl Unterlauf und Lage der Befischungsstrecken in Kaiser Traun und Ischl. Die Linienfarben entsprechen den für die Markierung der Fische verwendeten Farben, die Wiederfänge beim zweiten Befischungstermin sind ebenfalls angegeben.

Zur Beurteilung der Funktionsfähigkeit eines Fischaufstieges ist neben der Anzahl und des Artenspektrums auch die Größenzusammensetzung der erfolgreich aufgestiegenen Fische entscheidend. Für die volle Funktionsfähigkeit ist es wichtig, dass alle Stadien potentiell vorkommender Fischarten aufsteigen können. Die Auswertung der gezählten Fische und Fischarten wird gerade ausgewertet und wenn wir die Informationen nach Abschluss des Monitorings herhalten, werden ich diese ergänzen.

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Hier die Fischreuse die im Vertikal Slot eingebaut wurde. Seit einigen Jahren können Fische bei den Wehranlage in Bad Ischl über spezielle Fischtreppe, diese überwinden – flussauf- und flussabwärts. Ob sie diesen speziellen Weg finden und nutzen wird laufend kontrolliert. Wir waren bei einer Fischzählung dabei.

REUSE AM VERTICAL SLOT

Um die stromauf gerichtete Wanderung von Fischen aus dem Traunsee, der Traun und der Ischl zu untersuchen, wurde auch am Ausstieg des Vertical Slot Fischpasses eine Reuse installiert. Weil hier wenig Hochwasserbelastung auftritt, und im Schlitzpass ein rechteckiges Kastenprofil vorliegt, konnte hier eine Kastenreuse eingesetzt werden, die rechteckig dimensioniert ist. Für die Entleerung befindet sich an der stromab gelegenen Wand eine verriegelbare Klappenöffnung. Die Reuse kann mittels einer Seilwinde gehoben werden, die auf einem Querbalken über dem Becken montiert ist. Sie gleitet dabei in U-förmigen Metallprofilen, die zur Abdichtung an den Betonwänden angebracht sind. Die Reusen Kehle besteht aus Netzmaterial, das mit Schnüren in Form einer Vulva förmigen Öffnung gespannt wurde. Die Wände des Reusen Gitters bestehen aus Drahtgeflecht mit einer Maschenweite von 12 mm.

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Hier eine schöne Barbe, die in die Fischreuse aufgestiegen ist.

FISCHOEKOLOGISCHE LEITBILD

Zur Bewertung der ökologischen Zustands gemäß Wasserrechtsgesetz („Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie“) erfolgte anhand biologischer Qualitätselemente, wobei Fische die geeigneten biologischen Indikatoren für hydromorphologische und hydrologische Belastungen darstellen. Die gültige Bewertungsmethode nach HAUNSCHMID ET AL. (2006) vergleicht den aktuellen Fischbestand mit einem fischökologischen Leitbild, das versucht, den Fischbestand vor Beginn menschlicher Eingriffe im Gewässer abzubilden. Dazu werden historisch vorkommende Fischarten aufgelistet und anhand derer rekonstruierten, ursprünglichen relativen Häufigkeit in Leitarten sowie typische und seltene Begleitarten eingeteilt. Dabei wird grundsätzlich ein gewässertypspezifischer Ansatz gewählt, das heißt, dass nicht für jedes individuelle Gewässer ein eigenes Leitbild herangezogen wird, sondern Flussabschnitte in Kategorien zusammengefasst werden, wobei zur Abgrenzung Fischbioregion, Fischregion und Gewässergröße (Abfluss und Flussbreite) verwendet werden. Für große Flüsse sind hingegen adaptierte, individuelle Leitbilder vorgesehen, die laufend aktualisiert und veröffentlicht werden.

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Perlfisch mit Laichausschlag
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Revier-Fischereischutzorgan Herbert Bramberger bei der Vermessung und Zählung der Fisch die in die Reuse aufgestiegen sind.

ERGEBNISSE MONITORING

FISCHARTEN

  • Perlfisch
  • Aitel
  • Barbe
  • Barsch
  • Regenbogenforelle

Bis jetzt noch keine Äschen!

Wird nach Abschluss der Fischzählungen noch ergänzt.

2016 – Befischung Ischl Frühjahrsbefischung

Im Rahmen der Frühjahrsbefischung in der Ischl konnte nur ein sehr arten- und individuenarmer Fischbestand, welcher sich fast ausschließlich aus Arten des Rhithrals zusammensetzte, festgestellt werden. Insgesamt wurden 196 Individuen aus acht Arten (sechs einheimische) nachgewiesen. Wie in der Traun war die Regenbogenforelle die mit Abstand häufigste Art, gefolgt von Bachforelle, Koppe und Äsche. Die potamalen Arten Aitel, Barbe und Flussbarsch sowie der Bachsaibling konnten nur mit Einzelindividuen nachgewiesen werden. Mit 249 Ind./ha bzw. 23 kg/ha ist der Fischbestand insgesamt als sehr gering zu bezeichnen.

2016 – Befischung Ischl Sommerbefischung

Bei der Sommerbefischung bot sich ein gänzlich anderes Bild. Zwar dominierte nach wie vor die Regenbogenforelle den Bestand, die nächsthäufigeren Arten waren allerdings die im Frühjahr praktisch fehlenden Arten Aitel und Barbe, wobei bei beiden Arten alle Altersklassen vertreten waren. Die Fangzahlen der rhithralen Arten bewegten sich hingegen in einer sehr ähnlichen Dimension wie im Frühjahr. Zusätzlich konnten mit Schneider, Elritze und Aal drei Arten nachgewiesen werden, die beim ersten Termin vollständig fehlten. Interessanterweise konnten weder adulte noch juvenile Perlfische
festgestellt werden, obwohl diese Art den Gesamtfang in der Reuse deutlich dominierte. Auffällig war weiters, dass es sich bei den gefangenen Salmoniden, einschließlich der allochthonen Regenbogenforelle, fast ausschließlich um natürlich aufgekommene Fische ohne zuchtbedingte Degenerationserscheinungen (verkrüppelte Flossen, sonstige Deformationen) handelte, obwohl die Gewässerstrecke intensiv fischereilich bewirtschaftet bzw. besetzt wird und daher eigentlich eine hohe Besatzfischdichte zu erwarten gewesen wäre. Der Fischbestand war mit 879 Ind./ha bzw. 154 kg/ha um ein Vielfaches höher als im Frühjahr.

Im Gegensatz zur Traun setzte sich die Äschen Population in der Ischl vorwiegend aus juvenilen Individuen zusammen. Auch bei den beiden Forellenarten dominierten juvenile Individuen deutlich, Forellen über 350 mm wurden insbesondere bei der Sommerbefischung kaum nachgewiesen.

Links=Sommerbefischung, Rechts=Frühjahrsbefischung. Abundanz und Biomasse der einzelnen Befischungsstreifen bei der Sommerbefischung in der Ischl. Reihung in Richtung stromauf, vertikale Striche: Lage der vertical slot FAHs.

Die höchsten Fischdichten konnten im untersten Abschnitt (unter der ersten FAH) festgestellt
werden, wobei dieses Ergebnis primär auf die dort häufigen Cypriniden zurückzuführen ist. Salmoniden sowie Koppen waren relativ gleichmäßig in den drei Abschnitten verteilt, wohingegen Barben und Aitel primär im untersten Abschnitt zu finden waren. Schneider und Elritze konnten überhaupt ausschließlich im untersten Abschnitt nachgewiesen werden.

Die höchsten Fischdichten konnten im untersten Abschnitt (unter der ersten FAH) festgestellt werden, wobei dieses Ergebnis primär auf die dort häufigen Cypriniden zurückzuführen ist. Salmoniden sowie Koppen waren relativ gleichmäßig in den drei Abschnitten verteilt, wohingegen Barben und Aitel primär im untersten Abschnitt zu finden waren. Schneider und Elritze konnten überhaupt ausschließlich im untersten Abschnitt nachgewiesen werden.
Abschnitte: GELB=OBEN, BLAU=MITTE, GRÜN=UNTEN

Die Linienfarben entsprechen den für die Markierung der Fische verwendeten Farben, die Wiederfänge beim zweiten Befischungstermin sind ebenfalls angegeben.

Die inhomogene Verteilung im Gewässer spiegelt sich auch im Fischökologischen Zustand (Fisch Index Austria) wider. Die Bewertung der Frühjahrsbefischung ergibt sowohl aufgrund des Biomasse-k.o.-Kriteriums als auch des Fischregionsindexes einen Wert von 5,0 (schlechter Zustand). Dieses Ergebnis ist allerdings saisonal bedingt (Fische befanden sich in Wintereinständen) und sagt nur wenig über den gewässerökologischen Zustand der Ischl aus, weshalb hier nicht mehr näher darauf eingegangen wird. Außerdem lag die Wassertemperatur zum Befischungszeitpunkt mit 7°C unter der von HAUNSCHMID et al. (2010) vorgegebenen Mindesttemperatur, weshalb eine Bewertung mittels FIA gar nicht zulässig ist. Bei der Befischung im Sommer errechnet sich im unteren Abschnitt ein FIA-Wert von 2,34 (guter Zustand) und im mittleren/oberen Abschnitt (Daten gepoolt) 4,00 (unbefriedigender Zustand), wobei letzteres primär auf die hohe Dominanz rhithraler Arten (Fischregionsindex) zurückzuführen ist.

FWH Kontrolle Fischereiaufsicht

Vom Fischereirevier Oberes Salzkammergut (FROSKG) mit seinen beeideten Fischereischutzorganen (FSO) werden die Fischwanderhilfen (FWH) laufend auf ihr Funktion überprüft. Es sind die zuständigen Bewirtschafter mit ihren FSO beauftragt eine laufende überblicksartige Überprüfungen an ausgewählten Fischwanderhilfen (FWH) durchzuführen und deren Funktion zu kontrollieren. Im Zuge der Überprüfung werden die Anlagen zusätzlich genau dokumentiert. Die angewendete Überprüfung ist, als überblicksmäßige Beurteilung der Funktionalität von Fischwanderhilfen, einfach und rasch handhabbar und führt zu nachvollziehbaren Bewertungen über die Fischpassierbarkeit innerhalb der Fischwanderhilfe.

Gesetzliche Situation bei der Wartung von FWH

In Oberösterreich ist dies durch das OÖ. Fischereigesetz wie folgt geregelt:

§ 28 Wasserkraft- und Stauanlagen

(1) Die bzw. der Verfügungsberechtigte hat den Bewirtschafter der betroffenen Fischwässer von Maßnahmen an Wasserkraft- und Stauanlagen, die – abgesehen von den dem laufenden Betrieb eigentümlichen Schwankungen – Änderungen der Wasserführung von Fischwässern bewirken können und von der Reinigung der Triebwerke von Wasserkraftanlagen sowie der Wartung und Sanierung von Fischwanderhilfen wenigstens zwei Wochen vorher, bei Gefahr im Verzug ohne unnötigen Aufschub, nachweislich unter Bekanntgabe des voraussichtlichen Beginns und der voraussichtlichen Dauer, der Art und des Umfangs der Maßnahme zu verständigen. Die Bewirtschafter sind überdies in geeigneter Weise vom tatsächlichen Beginn und von der tatsächlichen Beendigung der Maßnahme zu benachrichtigen.
(2) Die Bewirtschafter sind nach Maßgabe rechtskräftiger behördlicher Vorschreibungen über den Betrieb der Anlage oder behördlich anerkannter Betriebsordnungen berechtigt, die Durchführung der Maßnahmen nach Abs. 1 zu beobachten und die erforderlichen Auskünfte über diese zu verlangen. Die Verfügungsberechtigten haben das Betreten der Anlagen zum Zweck der Beobachtung zu dulden und die verlangten Auskünfte zu erteilen. Die von dem Bewirtschafter zum Schutz des Fischbestands durchzuführenden Vorkehrungen dürfen nicht behindert werden. Auf Antrag der Beteiligten hat die Behörde Art und Umfang dieser Verpflichtungen festzulegen.
(3) Verletzen die Verfügungsberechtigten die ihnen in den Abs. 1 und 2 auferlegten Verpflichtungen, so haften sie dem Bewirtschafter für den dadurch entstandenen Schaden.

WEITERE INFORMATIONEN

Quelle: Untersuchung der Funktionsfähigkeit der Fischaufstiegshilfen im Unterlauf der Ischl (Bad Ischl) durch ezb / TB Zauner GmbH, Technisches Büro für Angewandte Gewässerökologie und Fischereiwirtschaft.

QUELLEN

WIKIPDIA Ischl, Bad Ischl (Traun)

STACHLER – PERLFISCH

„Meine Herausforderung ist, denn Fischen ihren Lebensraum zu retten!“