BEWIRTSCHAFTUNG

ISCHL FLUSS DURCHGAENGIGKEIT – MONITORING DER FISCHAUFSTIEGSHILFEN

huberpower-20

Die Ischl verlässt den Wolfgangsee an seinem östlichen Ende bei Strobl und fließt relativ geradlinig von West nach Ost. Auf den ersten 5 Kilometern bildet sie die Gemeindegrenze zwischen St. Wolfgang im Norden und Strobl im Süden und damit die Landesgrenze zwischen Oberösterreich und Salzburg. Anschließend fließt sie auf dem Gemeindegebiet von Bad Ischl zur Gänze in Oberösterreich und mündet nördlich des Stadtzentrums von Bad Ischl in die Traun. Die Ischl fließt in einem relativ breiten Tal, das durch Gletscher in der letzten Eiszeit geformt wurde. Ihr mittleres Gefälle beträgt 5,4 ‰.

ZUFLUESSE

Größere Zuflüsse mit Einzugsgebieten von mehr als 10 km² sind der Strobler Weißenbach (Einzugsgebiet: 45,6 km²) und der Schöffaubach (11,7 km²) von rechts, sowie der Schwarzenbach (12 km²) und der Rußbach (21 km²) von links.

NAME ISCHL

Der Name des Flusses taucht erstmals im Jahr 829 als Iscula auf. Ein römischer Inschriftstein aus Bad Ischl erwähnt eine römische Zollstation „Esc“, was als Abkürzung von statio Escensis und latinisierte Form eines vorrömischen Namens gedeutet und ebenfalls mit dem Namen Ischl in Verbindung gebracht wird. Für den Namen gibt es zahlreiche Deutungen, so wird er auf das keltische Wort esk (Wasser) oder isk(Fisch) zurückgeführt, oder als Ableitung der indogermanischen Wurzel ei (gehen, laufen, rennen) angesehen. Andere Interpretationen leiten den Namen vom lateinischen esca (Speise, Lockspeise, Köder, Aas) oder dem romanischen iscla (Au) ab.

huberpower-19

OEKOLOGISCHE MASSNAHMEN AN FLUESSEN UND BAECHE

In den letzten Jahren wurden in Österreich viele Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Situation in und entlang von österreichischen Gewässern durchgeführt. Nachdem viele Gewässer zwar eine sehr gute bis gute Wasserqualität aufweisen, aber Ufer und Flusssohle oft einen weniger guten ökologischen Zustand haben, ist Handlungsbedarf gegeben. Gleichbedeutend gilt es auch in den Hochwasserschutz zu investieren, um Siedlungen und Gewerbegebiete zu schützen.

Bereits vor der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EU WRRL) und noch mehr seit ihrem Inkrafttreten wurden in Österreich viele Gewässer saniert. Kraftwerke wurden für Fische passierbar gemacht, damit diese zu ihren Laichgebieten wandern können. Geradlinige Uferlinien wurden aufgeweitet, sodass der Fluss wieder dynamischer fließen kann. Im Zuge von Hochwasserschutzmaßnahmen werden immer auch ökologische Verbesserungen umgesetzt.

SALZKAMMERGUT TALUNGEN

Ein durchgehendes Gewässerkontinuum ist Voraussetzung für die arttypischen Wanderungen von Fischen z. B. zu ihren Laichplätzen und zum Austausch zwischen den Populationen. Naturnahe Uferstukturen bieten wichtige Nahrungs- und Laichbiotope. Viele Bäche der Raumeinheit weisen Verbauungen auf. An den größeren Fließgewässern gibt es Wehranlagen zur Wasserstandsregulation und Energiegewinnung, welche das aktive aufwärts Wandern von Fischen und anderen Organismen erschweren bzw. verhindern. Ausleitungen an Kraftwerken verursachen zusätzlich Probleme durch zu geringe Restwassermengen. Längsverbauungen verdrängen Flachwasserzonen und Schotterbänke. Die Erhöhung der Durchgängigkeit des Fließgewässernetzes ist ein wesentliches Standortpotenzial und führt zur Verbesserung des Austausches entgegen der Fließrichtung.

ISCHL MUENDUNG

huberpower-14

Hier mündet linksufrieg die Ischl in die Traun.

huberpower-18

ISCHLFLUSS WIRD DURCHGAENGIG

Die Ischl, auch Ischler Ache oder am Oberlauf nur Ache, heute auch noch vereinzelt Ischlfluss, ist ein Fluss im Salzkammergut. Sie entwässert den Wolfgangsee bei Strobl und mündet nach rund 12 km bei Bad Ischl in die Traun.

Bereits abgeschlossen ist die Instandhaltung der Ischldämme mit Kosten von 1,3 Millionen Euro, von denen der Bund die Hälfte, das Land OÖ 40 Prozent und der Wasserverband Ischl zehn Prozent übernommen haben. Der beidseitige Uferbegleitweg zwischen dem Trenklbachpolster und der Bundesstraßenbrücke wurde vor rund drei Wochen wieder freigegeben. Die Damminstandhaltung am Ischlfluss erfolgte links und rechts des Flusses auf einer Länge von 1,2 Kilometern. Der Damm zum Schutz von 70 Gebäuden und Liegenschaften vor 30-jährlichen Hochwässern wurde über eine Gesamtstrecke von 2,4 Kilometern instandgehalten. Derzeit noch im Gange sind die Arbeiten zur Verbesserung der Organismendurchgängigkeit an den 16 Querbauwerken im Verlauf des Ischlflusses. Mit den letzten fünf Rampen wird im Juni begonnen, Ende des Jahres soll der Ischlfluss im gesamten Verlauf für Organismen durchgängig sein. Die Kosten für diese Umbauarbeiten – insgesamt rund 5 Millionen Euro – tragen zu 60 Prozent der Bund, zu 30 Prozent das Land OÖ und zu zehn Prozent der Wasserverband Ischl.

huberpower

Hier ein Blick auf die Fischreuse mit Seilwinde, die in den Vertical Slot (Fischaufstiegshilfe) zur Fischzählung eingebaut wurde.

FUNKTIONSFAEHIGKEIT FISCHWANDERHILFE

Zur Bewertung der Funktionsfähigkeit der eingebauten Fischwanderhilfe an der Ischl w ird gerade im Zeitraum April-Mai 2016 ein Monitoring durch das Technische Büro Zauner durchgeführt. Diese Kontrolle in Form einer Reusenbefischung findet gerade zur Hauptwanderzeit der Hauptfischarten statt.

Zur Beurteilung der Funktionsfähigkeit der Fischaufstieges wurde eine Fangreuse im direkten Bereich des oberwasserseitigen Ausstieges der Fischwanderhilfe eingebracht und diese wird täglich kontrolliert. Die Reuse im Ausmaß von 2x1x1m wurde aus Eisenprofilen gefertigt und seitlich mit einem Eisengitter mit einer Maschenweite von 12mm bespannt. Das Heben der Reuse erfolgte mittels Seilwinde, wobei die Reuse einachsig aufgehängt war und im Fischaufstieg mittels Schienen geführt wurde. Bei der täglichen Überprüfung der Reuse werden die Fischart bestimmt und die Länge der Fische gemessen.

Zur Beurteilung der Funktionsfähigkeit eines Fischaufstieges ist neben der Anzahl und des Artenspektrums auch die Größenzusammensetzung der erfolgreich aufgestiegenen Fische entscheidend. Für die volle Funktionsfähigkeit ist es wichtig, dass alle Stadien potentiell vorkommender Fischarten aufsteigen können. Die Auswertung der gezählten Fische und Fischarten wird gerade ausgewertet und wenn wir die Informationen nach Abschluss des Monitorings herhalten, werden ich diese ergänzen.

IMG_5662 (1024x683)

Hier die Fischreuse die im Vertikal Slot eingebaut wurde.

REUSE AM VERTICAL SLOT

Um die stromauf gerichtete Wanderung von Fischen aus dem Traunsee, der Traun und der Ischl zu untersuchen, wurde auch am Ausstieg des Vertical Slot Fischpasses eine Reuse installiert. Weil hier wenig Hochwasserbelastung auftritt, und im Schlitzpass ein rechteckiges Kastenprofil vorliegt, konnte hier eine Kastenreuse eingesetzt werden, die rechteckig dimensioniert ist. Für die Entleerung befindet sich an der stromab gelegenen Wand eine verriegelbare Klappenöffnung. Die Reuse kann mittels einer Seilwinde gehoben werden, die auf einem Querbalken über dem Becken montiert ist. Sie gleitet dabei in U-förmigen Metallprofilen, die zur Abdichtung an den Betonwänden angebracht sind. Die Reusenkehle besteht aus Netzmaterial, das mit Schnüren in Form einer vulvaförmigen Öffnung gespannt wurde. Die Wände des Reusengitters bestehen aus Drahtgeflecht mit einer Maschenweite von 12 mm.

IMG_5672 (1024x683)

Hier eine schöne Barbe, die in die Fischreuse aufgestiegen ist.

FISCHOEKOLOGISCHE LEITBILD

Zur Bewertung der ökologischen Zustands gemäß Wasserrechtsgesetz („Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie“) erfolgte anhand biologischer Qualitätselemente, wobei Fische die geeigneten biologischen Indikatoren für hydromorphologische und hydrologische Belastungen darstellen. Die gültige Bewertungsmethode nach HAUNSCHMID ET AL. (2006) vergleicht den aktuellen Fischbestand mit einem fischökologischen Leitbild, das versucht, den Fischbestand vor Beginn menschlicher Eingriffe im Gewässer abzubilden. Dazu werden historisch vorkommende Fischarten aufgelistet und anhand derer rekonstruierten, ursprünglichen relativen Häufigkeit in Leitarten sowie typische und seltene Begleitarten eingeteilt. Dabei wird grundsätzlich ein gewässertypspezifischer Ansatz gewählt, das heißt, dass nicht für jedes individuelle Gewässer ein eigenes Leitbild herangezogen wird, sondern Flussabschnitte in Kategorien zusammengefasst werden, wobei zur Abgrenzung Fischbioregion, Fischregion und Gewässergröße (Abfluss und Flussbreite) verwendet werden. Für große Flüsse sind hingegen adaptierte, individuelle Leitbilder vorgesehen, die laufend aktualisiert und veröffentlicht werden.

IMG_5665 (1024x683)

Perlfisch mit Laichausschlag

IMG_5660 (1024x683)

Revier-Fischereischutzorgan Herbert Bramberger bei der Vermessung und Zählung der Fisch die in die Reuse aufgestiegen sind.

ERGEBNISSE MONITORING

Fischarten
  • Perlfisch
  • Aitel
  • Barbe
  • Barsch
  • Regenbogenforelle

Bis jetzt noch keine Äschen!

Wird nach Abschluss der Fischzählungen noch ergänzt.

huberpower-13

Quellen:

WIKIPDIA Ischl, Bad Ischl (Traun)

STACHLER – PERLFISCH

Präambel WRRL:

Wasser ist keine übliche Handelsware, sondern ein ererbtes Gut,
das geschützt, verteidigt und entsprechend behandelt werden muss.

 


www.pdf24.org    Send article as PDF