DER STROBLER WEISSENBACH GESCHIEBESPERREN ENTLEERUNGen UND SEINE AUSWIRKUNGEN BIS IN DEN TRAUNSEE

Die menschliche Wassernutzung und auch schutzwasserbauliche Maßnahmen wie Geschieberückhalte führen zu einer Unterbrechung des Sedimentflusses. Für eine ausgeglichene und ökologisch notwendige Gewässer bzw. für eine Verbesserung des aktuellen Zustands ist eine ausreichende Sedimentverfügbarkeit aber Voraussetzung. 

Am Strobler Weißenbach wurden zur Verringerung von Geschiebeanlandungen im Zuge von Hochwasserereignissen in den 1970er-Jahren, illegal ohne wasserrechtliche Genehmigungen zwei große Schlitzsperren (Kammersbachsperre und Werkstattgrabensperre) errichtet. Durch die Sperrenkonstruktion mittels Schlitz soll im Ereignisfall ein hydraulischer Rückstaueffekt erzeugt werden und somit die Geschiebe-/Sedimenttransportkapazität stark verringert werden. Das mitgeführte Geschiebe soll im Stauraum abgelagert und bei kleineren und mittleren Hochwässern wieder in den Unterlauf abtransportiert. 

Solche Geschiebesperren gehören jedoch gewartet und das wurde über Jahrzehnte verabsäumt!

Verklausungen des mitgeführten Totholzes bewirkten jedoch einen ständigen Verschluss für Sediment und Geschiebe. So war eine kontinuierliche Selbstentleerung nicht mehr möglich und die Stauräume sind sukzessive verlandeten. Laut der Auskunft von Bachanrainern sorgte für längere Zeit ein Sperren Wart für die regelmäßige Freilegung der Schlitze, was eine teilweise Selbstentleerung ermöglichte und die Funktion beider Schutzbauwerke sicherstellte. Mit Wegfall dieser Tätigkeit verlandeten die Rückhaltebecken zusehends. Durch die großen Sedimentmengen stellt die Beckenentleerung eine große Herausforderung mit hohem finanziellen Aufwand und ökologischer Beeinflussung für den Unterlauf dar. Da für Bemessungsereignisse Eine ausreichende Stauraumkapazität ist, muss der Schlitz entweder maschinell freigelegt oder der Stauraum geräumt werden. 

2020 und 2021 kommt es zu einer konzentrierten Entleerung…

Was Jahre verabsäumt wurde und sich über Jahrzehnte angesammelt hatte wurde in kurzer Zeit über die „WELLE“ entsorgt ….

Ein Referenzprojekt für „gemanagtes“ Geschiebemanagement hätte es werden sollen ….

Eine „billige“ Entleerung über die WELLE ist es geworden und damit wurde viel Lebensraum vernichtet ….

So schaut es in der Thorie aus …. bzw. hätte es ausschauen sollen ….

Ups, da ist jeder leider etwas schief gegangen …. War ja auch nicht vorhersehbar, dass Wasser nach unten fließt und wenn genügend daher kommt, auch einiges mit sich reißt ….

Es kommt so viel nach, dass es gar nicht mehr „managebar“ ist ….

Wie die Studien zeigen, sind 60% des Geschiebes „Feinsedimente“ … Da haben Insekten, Fischeier und Jungfische keine Lebensbedingungen und die paar größeren Fische, die die laufenden Geschiebesperren Entleerungen überleben, haben keine Nahrungsgrundlage mehr. Der Aufbau eines Fischbestandes wird viele Jahre dauern und eine Beruhigung der Situation ist noch gar nicht absehbar.

Hätte man nichts entleert hätten wir keinen Schaden?

Fotos wurden von Dipl.-Geol. Dr. rer.nat. Gerald Anthes zur Verfügung gestellt, einen Geologen den die Natur im Salzkammergut auch am Herzen liegt und der die Vorgehensweise der Behörden nicht versteht bzw. diese keine Reaktionen auf seine Anfragen geben.
Fotos von Dipl.-Geol. Dr. rer.nat. Gerald Anthes der am Tag vor dem Sommerhochwasser 2021 per Rad zu den Sperren unterwegs war und der auch keine Mühe scheute, gleich am Morgen nach dem sommerlichen Hochwasser in der Nacht vom 17. Juli auf den 18. Juli 2021 ein paar Aufnahmen „danach“ zu machen. Seit dem Sommerhochwasser 2019 hat sich leider nichts geändert.

Fischereirevier von Fliegenfischer Weidgerecht

Die Pachtstrecken wurden durch die Geschiebesperren Entleerungen, vom Strobler Weissenbach über die Ischl bis in den Traunsee massiv geschädigt. Die Pachtstrecke von Fliegenfischer Weidgerecht im Bereich von der Ischl Mündung bis zur Baumit Brücke.

Weitere Informationen:

Innovatives Feststoffmanagement für Wildbacheinzugsgebiete am Beispiel des Strobler Weißenbaches

Gott schütze diesen Erdball, die Elefanten, die Wale, die gemeine Fledermaus… Gott schütze sie alle – vor uns! . . .und bitte auch die Eintagsfliegen, Steinfliegen, Köcherfliegen, die Koppe, Äsche, Bachforelle . . .

 

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