AESCHE

AM BESTAND VON GROSSEN FISCHEN ERKENNT MAN DIE QUALITAET EINES GEWAESSER

Foto: © by Harald Eidinger

„An großen (alten) Fisch erkennt man den schlechten Fischer“! Mit dieser griffigen Aussage soll früher zum Ausdruck gebracht werden, dass die großen Fische im Sinne der abschöpfbaren Biomasseproduktion weniger ertragreich sind als kleinere Fische. Daher sind Bestände mit vielen großen Fischen als „unterfischt“ bzw. „schlecht befischt“ zu charakterisieren.

All das trifft jedoch nur begrenzt oder gar nicht zu! Entsprechend wird an dieser Stelle eine Modifikation des altersbasierten, fischereilichen Lehrsatzes für die Angelfischerei vorgeschlagen:

„Unter natuerlich reproduzierenden Bedingungen erkennt man an grossen Fischen die gute Bewirtschaftung eines Gewaesser!“

Diese doch starke Abkehr von der alten traditionellen Lehrbuchmeinung verlangt einige Erläuterungen.

  • Große Fische investieren ihre Überschussenergie, nicht in Wachstum, sondern in die Produktion von Eiern.
  • Sie sind keinesfalls unproduktiver, sie investieren nur anders in künftige Generationen.
  • Für die Erneuerung der Bestände ist diese Eiinvestition sehr wichtig und ein Puffer gegen Bestandsschwankungen.
  • Bei Salmoniden gibt es einen linear positiven Zusammenhang zwischen der Masse und der Eizahl.
  • Dementsprechend überproportional (genauer exponentiell!) steigt die Eizahl mit der Fischlänge an!
  • Die Körpermasse steigt Exponenten von etwa 3 mit der Fischlänge an.
  • Die Laichqualität großer Fische steigt mit der Länge an.
  • Große Fische haben also nicht nur überpropotional mehr Eier …..
  • sondern produzieren auch höhere Laichqualitäten.
  • Überdies gibt es eine Reihe weiterer positiver ökologischer Effekte der Grossfische
    z. B. ihre Bedeutung als Leittiere mit hoher Erfahrung

Foto: © by Harald Eidinger

Situation 2017 

Wir haben vor Jahren in den Fischereibestimmungen begonnen, die „Großen Fische“ entsprechend zu schonen. Zeitversetzt nach 5-7 Jahren können wird diese Hegeempfehlungen in der guten Entwicklung der Fischbestände und in der Reproduktion, zumindest bei der Regenbogenforelle bestätigt… 

Hier eine meiner Kapitalen Kamloops...

Hier eine meiner Kapitalen Kamloops… Fische in dieser Größenordnung sollten nach neuen Erkenntnissen nicht auf das „Brett“ sondern als Top-Performer, für den Nachwuchs sorgen. 

 

Heute setzen wir die „Top Performer“ wieder zurück ins Wasser. Mit diesen Fisch – Beständen konnten wir in den letzten Jahren das Eigenaufkommen so stark fördern, dass wir gerade unser Bewirtschaftungs – Management bei Regenbogenforellen überdenken und an diese Situation anpassen werden. In den nächten Jahren soll ein zusätzlicher Besatz mit Regenbogenforellen reduzieren werden bzw. von Besatzfischen in der Größe 2+ auf Setzlinge umgestellt werden. Auch die Ergebnisse diese Änderungen in der Bewirtschaftung werden wir dukumentieren und kontrollieren. Foto: © by Harald Eidinger

Regenbogenforellen +70 Club

Wobei in unseren Fischereibedingungen und in der Bewirtschaftung, es nicht ausgeschlossen ist „Trophäen- Fische“ zu entnehmen. Seit vielen Jahren, werden „Kamloops Forellen“ von uns eingesetzt. Dieser Stamm reproduziert sich in der Zwischenzeit auch selbst. Die ersten Kamloops haben wir beim Gustav Öhlinger, 8984 Kainisch bezogen. Er hatte sich auf diesen Regenbogenforellen Stamm spezialisiert und wir hatten damit auch in der Goiserer Traun sehr gute Erfahrungen gesammelt. Die Fischzucht vom Gustl Öhlinger wurde ja nach seinem Tod von den Bundesforsten übernommen und diese bildet heute das ÖBf-Fischereizentrum in Kainisch. Einer der Züchter die heute mit der „Kamloops Forellen“ arbeiten, ist  Igler Hannes in 8775 Kalwang und auch beim   Fischzucht von Unger Fred– Bad Wimsbach.

Regenbogenforellen würde ich nach meiner „Kapitalen-Scala > 70 cm als Kapitale einstufen. Regenbogenforellen zwischen 60 cm und 70 cm sind zwar selten, in dieser Liga werden jedoch jährlich einige Exemplare gefangen. Zwischen 70 cm und 80 cm wird es schon sehr dünn und mit einer + 70 cm fängt in meiner „Kapitalen-Wertung“ eine kapitale Regenbogenforelle an eine Kapitale zu sein. Die wirklich „Kapitalen“ Regenbogenforellen sind jedoch über 80 cm lang und kommen in der „Oberen Traun“ sehr selten vor. Vorhandene Exemplare in dieser Größe sind   „Jahrzehnt-Erscheinungen“ und um so einen Fisch auch waidgerecht zu fangen, müssen auch viele Umstände passen.

Bachforelle - aus der Zeit als es noch welche gab in der Oberen Traun...

Bachforelle – aus der Zeit als die Bachforelle noch der Leitfisch an der Oberen Traun war…

Bachforelle +60 Club

Bachforellen in dieser Größenordnung, würde ich heute und speziell in der Oberen Traun, zwischen Hallstättersee und Traunsee als nicht mehr vorhanden einstufen. Von der Goiserer Traun, in der es noch ein Bachforellenaufkommen geben könnte liegen mir keine aktuellen Informationen vor. In der Koppentraun dürfte das Bachforellen – Aufkommen noch als gut bezeichnet werden. Zur Situation der Bachforelle in der Oberen Traun, siehe unter:

Auch die Seeforellen sind sehr selten geworden. Punktuell hört man, dass welche gefangen werden. Vermutlich handelt es sich um vom Traunsee heraufziehende Exemplare. Jedoch von grösseren Seeforellen Fängen ist in den letzten Jahren nichts bekannt geworden.

Regenbogenforelle aus der Ebenseer Traun (2004)

Regenbogenforelle aus der Ebenseer Traun (2004)

 

Die jahrelangen Bemühungen "Rettet die Äsche" wirkt nachhaltig ...

Die jahrelangen Bemühungen „Rettet die Äsche“ wirkt nachhaltig … Die Äschen werden wieder in ihr Element zurück gesetzt.

 

 

 

Aeschen +50 Club

Bei Äschen beginnt die „Kapitalen-Scala“  bei > 50 cm, dass diese als Kapitale eingestuft wird. Maximallänge knapp über 50 cm, im Seeausrinn des Hallstättersee, gibt es die Seeäschen, die zumeist im Herbst in die Klause der Gosierer Traun herein ziehen. Hier gibt es Exemplare bis 55 cm. Von älteren Fischern wird auch von über 60 cm Äschen berichtet. So große Äschen sind jedoch sehr selten in der Oberen Traun. Gewicht ist maximal bis zu 2 – 3 kg. Einer 50er Asch ist jeden Fliegenfischers Ziel. Besonders kapitale Exemplare von > 50 cm Länge sind rar in den meisten Flüssen, und selbst wenn sie in einem Gewässer vorkommen, sind sie oft nur schwer zu überlisten. Für viele Fliegenfischer bleibt der Fang einer Äsche von über 50 cm ein Traum.

 

Quelle:

Arlinghaus, Robert Neuer Praxisleitfaden: Nachhaltiges Management von Angelgewässern

Angelvereine können durch die Wahl von Fang- und Entnahmebestimmungen, durch das Aussetzen von Fischen sowie durch Lebensraum verbessernde Maßnahmen die Gewässer, die Fischgemeinschaften und die fischereilichen Bedingungen steuern und gestalten. Dieses Buch erläutert die Bedingungen, die für oder gegen den Einsatz bestimmter Hegevorgehen sprechen. Eine neue Hegeplanungssoftware unterstützt die Entscheidung. Das Buch richtet sich an alle, die sich für das Management der Angelgewässer interessieren. Es ist eine Pflichtlektüre für jeden Gewässerwart und Bewirtschafter!

Am liebsten ist uns, wenn sich die Fische von selbst fortpflanzen …. Foto: © by Harald Eidinger

 

„Schützt die großen Fische“

Große Fische haben eine große ökologische und soziale Bedeutung: Sie verfügen über eine hohe Fruchtbarkeit und wirken bestandsstabilisierend. Zudem sind sie Zielobjekte vieler Angler. Besonders die großen Laichfische sind durch geeignete Maßnahmen (z. B. durch Entnahmefenster oder eine insgesamt moderate Fischentnahme) in befischten, natürlich reproduzierenden Beständen so gut wie möglich zu erhalten.

Zitat aus dem Buch Nachhaltiges Management von Angelgewässern von Robert Arlinghaus

 

www.pdf24.org    Send article as PDF