BOFFFFs BIG OLD FAT FECUND FEMALE FISH

In unserer Fischergewässerbewirtschaftung der letzten Jahre zeigt, dass die Ergebnisse das bringen was die Theorie sagt. BOFFFF nennt man in der Wissenschaft das Phänomen und die Abkürzung steht für “Big Old Fat Fecund Female Fish” d.h. große, alte, fette, fruchtbare, weibliche Fische müssen geschützt werden.  

Die BOFFFF-Hypothese wurde ursprünglich entwickelt, um die Erholung von pazifischen Steinfischen zu unterstützen. Dieses Denken ist eine Abkehr von traditionelleren Formen von tratitionellen Fischereigesetzen, bei denen sich die Schutzmaßnahmen auf die kleineren, jüngeren Fische mit Mindestfangmassen konzentriert, damit sie bis zum reproduktiven Alter wachsen können.

Nachhaltiges Fischereimanagement ist jedoch nuancierter als nur der Schutz junger oder alter Fische. Beides zu schützen ist oft notwendig. Bewirtschaftungsstrategien wie Zeitlimits (Schonzeiten), bei denen Fischer Fische nur innerhalb eines bestimmten Größenbereichs entnommen werden können, können dazu beitragen, die Populationen an beiden Enden der Altersstruktur zu unterstützen, sodass die jungen Fische die Fortpflanzungsreife erreichen und die BOFFFFs eine Fülle größerer, stärkere Eier.

BOFFFF nennt man das Phänomen und die Abkürzung steht für “Big Old Fat Fecund Female Fish” d.h. große, alte, fette, fruchtbare, weibliche Fische müssen geschützt werden. 

Abstrakt

Der Wert von großen, alten, fetten, fruchtbaren weiblichen Fischen (BOFFFFs) hat sich in unserer Bewirtschaftungsstrategie der letzten Jahre, seit wir den Schutz großen Fische fördern, mehr als bestätigt.

Wir haben einen selbst reproduzierende Regenbogenforellen Bestand aufgebaut und schützen seit einigen Jahren die 50+ cm Fische. (Foto: © by Claus W.)

Im Vergleich zu kleineren reifen Weibchen produzieren BOFFFFs in einer Vielzahl weitaus mehr und häufig größere Eier, die sich zu Larven entwickeln können, die schneller wachsen. Noch wichtiger von BOFFFFs ist, dass diese tendenziell frühere und längere Laichzeiten haben und können auch an anderen Stellen als kleinere Weibchen laichen. 

Die Eier von großen Regenbogenforellen Rognern, haben bis zu 6 mm Durchmesser.

Biomasse bleibt im Ökosystem

Und dann ist da noch ein weiterer Aspekt der schieren Menge: Mehr Fischeier und Fischlarven bedeuten schlicht auch mehr Nahrung für alle andere Fische und sonstige Räuber im und ums Gewässer. „Studien haben gezeigt, dass diese Massen junger Fische hocheffizient darin sind, Nahrung in Biomasse umzuwandeln“. Dadurch bleibe „mehr Energie in der Nahrungskette eines Ökosystems erhalten.“

Das sind die wertvollen BOFFFFS im Revier…. (Foto: © by Claus W.)

Diese Merkmale von “BOFFFFs” haben bei uns in den letzten Jahren dazu beigetragen die Absicherungsstrategien vom Nachwuchs und einen selbst reproduzierenden Fortpflanzungserfolg sicher zustellen. Wie sich bestätigt, hat sich die Produktivität der Muttertiere und auch Stabilität des Fischbestandes inkl. einer ausgewogenen Alterspyramide verbessert.

Von machen Fischerkollegen wird mir berichtet, dass man vor den vielen Teenager und Halbstarken, kaum ein großer an die Fliege geht. Das ist eben auch die hohe Kunst des gezielten Services, oder auch das “abscannen” von potentiellen Stellen. Auf alle Fälle haben wir über das gesamte Revier, eine sehr guten Bestand an Nachwuchs. Gut genährt und wie auch die Notabfischungen im Engleithen Altarm gezeigt haben auch mit einen recht stattlichen Bestand an 0+ Fischen.

Seit einigen Jahren brauchen wir daher auch keinen Fischbesatz bei der Regenbogenforelle mehr durchführen. Durch die Begrenzung der Entnahmeraten und durch die Einführung von “Slot-Limits” ist auch eine Ausstrahlung auch umliegende Fischereirevier zu beobachten und eine generelle Verbreitung von Fischbrut und Larven. Die revierübergreifende Bewirtschaftung ist wahrscheinlich das wirksamste Mittel, um sicherzustellen, dass Altersstruktur im gesamten Einzugsgebiet der Oberen Traun sich ausbreiten und überleben.

(Foto: © by Claus W.)

Regenbogen Fangberichte 2020

Es sei darauf hingewiesen, dass beim Fotografieren von Fischen möglichst schonend vorzugehen ist. Speziell wenn man alleine am Wasser ist und niemand dabei hat, ist beim Fang eines BOFFFFs – Kapitalen das schonende zurücksetzen ins Wasser, oder besser, denn Fisch gar nicht aus den Wasser zu nehmen der Vorzug zu geben ist.

Regenbogenforellen Nachwuchs aus Eigenaufkommen
Regenbogenforellen Nachwuchs aus Eigenaufkommen.

Folgende 50+ wurden heuer schon gefangen

und als “Laichfische” wieder schonend in ihr Element zurück gesetzt:

WerFischartLängeWo Datum
Günter PlatzerRBF75 cmIschler Traun29.7.2020
Gerald SchimettaRBF68 cmIschler TraunAugust 2020
Andreas SchindlauerRBF65 cmIschler TraunAugust 2020
Peter OberwimmerRBF60 cmEbenseer TraunSep. 2020
Claus WilleRBF60 cmIschler TraunSep. 2020
Harald EidingerRBF60 cmIschler Traun Sep. 2020
Heimo HuberRBF55 cmIschler TraunSep. 2020
etc.
Eine Information über den Fang von großen Fischen ist uns ein wichtiges Anliegen um ein Inventur unserer Bewirtschaftungs – Strategie zu haben. Weitere Meldungen, über die Entnahme von größeren RBF an der Ebenseer Traun mit 2,4 Kg und 2,6 Kg etc. liegen vor. Ich freue mich über jede Meldung und es muss nicht unbedingt mit Fotos sein. Wir wissen, dass wir gute Bestände haben und weitere Erkenntnisse wird eine gerade durchgeführte Bestandsaufnahme bringen.

Ein langwieriger Prozess – Aufbau von Fischbeständen

Mit diesen Beitrag möchte ich zusammenfassen, wie große, alte, fette, fruchtbare weibliche Fische – sogenannte „BOFFFFs“ wesentlich zur Produktivität und Stabilität der Bestände beitragen, und zwar auf eine Weise, die sich erheblich von kleineren weiblichen Tieren unterscheidet – dh. der gesamten Biomasse von Laichbeständen ist doch nicht dasselbe. Die Aufmerksamkeit auf den Wert von BOFFFFs zu lenken ist wichtig, da oft die Fischerei “BOFFFFs”, also große Fische überproportional entfernt und damit die Alters- und Größenverteilungen abschneidet, so dass nur jüngere, kleinere “Laicher” im Gewässer übrig bleiben.  

Petrie Heil & schonender Umgang…. (Foto: © by Claus W.)

Resumee

Eine starke Altersverkürzung kann daher zu einer „Überfischung der Bestände“ führen. Daher hat die Schonung der “Großen” und die Fischerei bei uns stark verbessert, indem es gelang, die Altersstruktur und das Wachstums von “Alten” Fischen zu erhalten und das Überleben eines breiten Spektrums von Laichfischen und der Fischgrößen sicherstellt. Obwohl ein solcher Schutz im Fischereimanagement nur selten umgesetzt wird, hat sich diese Methode an der Oberen Traun bestätigt.

Quellen und weitere Informationen:

Weitere Informationen zur BOFFFF-Hypothese:

BOFFFF und der Big-Mama-Effekt

Nachhaltiges Management von Angelgewässern: Ein Praxisleitfaden

Hixon, MA, Johnson, DW, Sogard, SM BOFFFFs: über die Bedeutung der Erhaltung der Altersstruktur in der Fischereipopulation . ICES Journal of Marine Science, 2014; 71 (8): 2171 & ndash; 2185.

Das Gesetz von Longhurst A. Murphy wurde überarbeitet: Langlebigkeit als Faktor bei der Rekrutierung von Fischpopulationen , Fisheries Research, 2002; 56: 125-131.

The Fisheries Blog

 

„Fischereimanagement ist wie das Leben – eine Kunst, keine Wissenschaft“

Zitat von Robert Arlinghaus

 
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