POINT ABUNDANCE SAMPLING – PUNKT ABUNDANZ BEPROBUNG

Für die Bewertung der Fischdichte mittels punktueller Probenahme durch Elektrofischerei sind Angaben über die Größe der Probefläche erforderlich. Beim Elektrofischen hängt die effektive Fangreichweite von biologischen Effekten wie Art und Länge der Fische sowie physikalischen Effekten wie Leitfähigkeit des Wassers oder Substrattyp ab. 

Diese Dokumentation soll ein Werkzeug, um ein flächenbezogenes Dichte von Larven und Jungfischen in verschiedenen Lebensraumtypen der Oberen Traun unter Verwendung von Punktabundanzproben durch Elektrofischerei zu berechnen. 

Auf der Suche nach einer effizienten Methode um die Reproduktion von unseren Fisch Populationen zu erheben, wurde ich von Clemens Ratschan vom Technisches Büro für Angewandte Gewässerökologie und Fischereiwirtschaft, ezb – TB Zauner GmbH auf seine Erfahrungen mit der „Point abundance sampling“ – Methode (Punkt Abundanz Beprobung) aufmerksam gemacht.

Equipment für die Punkt Abundanz Beprobung

Dabei handelt es sich um eine Standardmethode zur Erhebung von Jungfischen. Man verwendet dazu einen unbespannten Anodenring, oft mit geringerem Durchmesser (z.B. 10 oder 20 cm statt der üblichen 30cm). Dadurch erreicht man einen sehr hohen Spannungsgradienten der auch sehr kleinen Fische bzw. Fischlarven betäubt. Günstig wäre auch ein Aggregat mit höherer Spannung, muss aber nicht sein.

Bei der Point abundance sampling Methode wird ein kleiner Anodenring, mit geringerem Durchmesser von 10 bis 20 cm Verwendet.

Methode – Punkt Abundanz Beprobung

Man hält die Anode auf einen Punkt und keschert alle lokal im Feld befindlichen Fische, überführt sie in einen Kübel und zählt sie anschließend. Man sollte je Befischungsbereich 5-10 Punkte machen und danach wird die Fischart bestimmen, vermessen und dokumentiert. Auch Nullfänge sind mit zu dokumentieren. Die Abundanz wird dann als Mittelwert der Individuenzahl pro Punkt angegeben. Typischerweise schafft man pro Tag einige hundert Punkte, sodass auch bei der hohen Streuung sehr gut abgesicherte Abundanzen ermittelt werden können. Meist wendet man die Methode an, u einen lokalen Mikrohabitatbezug zu erheben und damit verschiedene Verbesserungsmaßnahmen zu benchmarken oder Schäden am Gewässer zu ermitteln.

Man hält die Anode auf einen Punkt und keschert alle lokal im Feld befindlichen Fische, überführt sie in einen Kübel und zählt sie anschließend.

Man könnte aber, wenn es um kleine Larven wie frisch geschlüpfte Äschen geht, natürlich auch genauso normale Uferstrecken (mit kleinerem Anodenring) befischen, z.B. 10 x 50 m oder 20 x 30 m. Auch so lassen sich die Dichten von Fischjahrgängen nach der Emergenz sehr gut ermitteln. Das geht bei Salmoniden besonders gut, weil sie recht groß sind und sich gleichmäßiger verteilen als etwa Cypriniden.

Zusammenfassung

Aufgrund seiner Effizienz dieser Probenahme-Methode wird die Elektrofischerei von Fischen im Alter von 0+ Jahren verwendet, um die natürliche Fortpflanzung in unseren Gewässern zu erfassen. Für die Erhebung der Reproduktion und zu Überwachungszwecke war es uns wichtig, eine Methode zu finden, die Fischansammlungen im Alter von 0+ Jahren relativ schnell und kostengünstig ermittelt. Diese Stich Probennahme erforderte eine kürzere Erhebungszeit als andere, aufwendigere Methoden.
Daher ist diese „Point Abundance Sampling“ – Methode die geeignete Probenahme Methode für die routinemäßige Probenahme von Fischansammlungen des Alters 0+ in der Oberen Traun. Wieweit diese Methode in der Ischl oder in den anderen Nebenbächen, wie Rettenbach, Frauenweissenbach etc., anwendbar ist, müssen wir noch testen. Der Schwerpunkt für uns liegt jedoch in einen ersten „Start-Erfassung Projekt „um Referenzdaten zu bekommen, in der Oberen Traun, zwischen der steirischen Grenze und der Koppen Traun, über die Goiserer Traun, Ischler Traun vis zur Ebenseer Traun.

Projekt 2023 Monitoring & Evaluierung von Lebensraumverbesserung

Durch die Umsetzung von zahlreichen Arten- und Gewässerschutzprojekten, sind wir vom Fischereirevier Oberes Salzkammergut interessiert, diese Maßnahmen auch zu monitoren und zu benchmarken. Maßgebend ist hierfür die Förderung spezifischer gewässertypischer Fischzoonosen. Endemische Arten wie beispielsweise die Äsche, sind vor allem im juvenilen Stadium auf spezielle Schlüsselhabitate angewiesen. Diese können aufgrund der unterschiedlichen lokalen und hydromorphologischen Fließgewässertypen sehr divers ausgestattet sein.

Optimierung von Schlüsselhabitaten

Deshalb sind wir im FROSKG auf der Suche nach Monitoring & Evaluierungs-Methoden um den Erfolg von Maßnahmen zu benchmarken. Wir haben einige Projekte, wie Lebensraumverbesserung durch Kiesauflockerungen oder Laichplatz Schaffung durch Schottereinbringung etc. und um diese Investitionen und Aufwände zu „messen“ werden wird 2023 eine Inventaraufnahme per „Point abundance sampling“ Methode durchführen um damit Basisdaten zu bekommen.


Im Rahmen des Projektes SÄEEP „Salzkammergut Äschen Erhaltung- und Entwicklungs-Projekt“ indem wir auch eine Optimierung von Schlüsselhabitaten, wie Laichplätze und Jungfisch Habitate dabeihaben, ist die Zielsetzung von SÄEEP selbst reproduzierende Äschern Bestände aufzubauen und dazu soll jetzt schon die Population bei juvenilen Äschen ermittelt werden. Anhand der Ergebnisse, sollen weiterführenden Maßnahmen für eine art(en)priorisierte Optimierung bei Strukturmaßnahmen, WRRL-Projekten und der Gewässerunterhaltung zu Wiederansiedelung/Erhaltung/Förderung der Bestände angestrebt werden.

Maßnahmengebiet

Der Fokus der Gewässerauswahl liegt im Bereich der Oberen Traun. Hierbei sollen über repräsentative Streckenabschnitte der Laicherfolg über Jungfischstandorte in enger Absprache mit dem jeweiligen Bewirtschafter und dem FROSKG untersucht
werden. Die Bereiche, in den eine „Point abundance sampling“ erfolgen wird, werden wir bis Ende 2022 noch ausgearbeitet.

Benchmarking mit der „Point abundance sampling“ Methode von Laichplatz Verbesserungs Maßnahmen.

Durchführung

Der beschriebene Auftrag mit enthaltenen Leistungen ist durch ein Technisches Büro für Angewandte Gewässerökologie mit fundierten fischökologischen Kenntnissen und Erfahrung in gewässermorphologischen Kartierungsverfahren an Fließgewässern auszuführen. Zudem ist ein hohes Maß an Erfahrungen bei der Durchführung von Elektrobefischungen sowie der Bewertung ökomorphologischer Prozesse vorrausetzend.

Bei der Durchführung der Elektrobefischung wir das TB durch das „Fischerei Management Salzkammergut“ (FMSKG) organisatorisch und bei der Durchführung der Elektro Befischung unterstützt, sofern dies erforderlich und zielführend ist.

Arbeitsgeräte

Die Arbeitsgeräte werden vom FMSKG zur Verfügung gestellt. Eine Auflistung der seitens FMSKG verfügbaren Geräte befindet sich im Anhang.

Ziel des Projektes

Primäre Zielsetzung des Projektes ist, dass wir quantitative Referenzdaten von „Jungfischstandorten“ ermitteln, um Rückschlüsse auf die Rekrutierung und die Populationsgröße der Salmoniden Bestände an der Oberen Traun zu erheben. Mit weiteren Folgeuntersuchungen in den darauffolgenden Jahren, soll eine Grundlage für eine Erfolgskontrolle von Maßnahmen geschaffen werden.

Projekt Abwicklung

Die Feldarbeit mit Elektrobefischung soll nach der Schneeschmelze, voraussichtlich ab Mitte Juni 2023 erfolgen und spätestens mit Mitte Juli 2023 abgeschlossen sein. Die Auswertung und Abgabe der Daten wird danach erfolgen und bis 31. Dezember 2023 abgeschlossen sein. Eine Abfrage bzw. Bereitstellung der aufbereiteten Rohdaten ist im Rahmen der Projekt Laufzeit jederzeit möglich sein.

Datenaufbereitung

Nach Auswertung der Daten sollen die Ergebnisse in Form eines Endberichtes zusammengefasst werden. Der Bericht sollen die o.g. Ergebnisse und Graphiken aus der Datenaufbereitung enthalten, sofern diese repräsentativ und entsprechend aussagekräftig sind. Der Bericht muss digital in Form von MS-WORD und im PDF-Format abgegeben werden. Zudem ist er dem Auftraggeber in zweifacher Form als Ausdruck vorzulegen. Die Daten müssen als Originaldaten (in EXCEL-Form, Bilder in JPEG-Format, Shape-files) zur Verfügung gestellt werden.

Die Daten sollen in MS-EXCEL eingepflegt und graphisch dargestellt werden. Räumliche Erfassungen sollen auch durch GIS basierende Programme in Form eines Shape-files aufbereitet werden.

Weitere Informationen

Quellen

Charakterisierung von Habitaten juveniler Huchen in Gewässern mit silikatischem Einzugsgebiet
von Mag. Clemens Ratschan vom Technisches Büro für Angewandte Gewässerökologie und Fischereiwirtschaft, ezb – TB Zauner GmbH.

Heimo bei der Arbeit
Artikel ist in Arbeit.
 

„Wenn ich drei Zauberwünsche frei hätte, so würde ich mir als Drittes jedenfalls wünschen, in jedem Gewässer alle Fische sehen zu können.“

Zitat von: Dr. Günter Jens

 
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