BEWIRTSCHAFTUNG

SCHUTZ GROSSER REGENBOGENFORELLEN

Große Fische haben eine große ökologische und
soziale Bedeutung: Sie verfügen über eine hohe
Fruchtbarkeit und wirken bestandsstabilisierend. Zudem
sind sie Zielobjekte vieler Angler. Besonders die großen
Laichfische sind durch geeignete Maßnahmen
(z. B. durch Entnahmefenster oder eine insgesamt
moderate Fischereisterblichkeit) in befischten, natürlich
reproduzierenden Beständen so gut wie möglich zu
erhalten.

Der Einsatz für unsere Gewässer lohnt sich – einfache, kreative Ideen und Durchhaltevermögen in der Umsetzung von sinnvollen Regeln sind aber gefragt!

FUER NATUR, GEWAESSER, FISCHE UND FISCHER

Den “Fischereirevier Oberes Salzkammergut” (FROSKG) obliegt es, neben den ihnen nach diesem Gesetz sonst zugewiesenen Aufgaben jene Aufgaben des Oberösterreichischen  Landesfischereiverbandes umzusetzen, die sich auf den örtlichen Wirkungsbereich “Oberes Salzkammergut” beziehen und auch Empfehlungen für die Bewirtschaftung zu teilen.

Vom FROSKG setzen wir uns für das Angeln ein, denn die Angler leisten in vielerlei Hinsicht einen wichtigen Beitrag zur guten Bewirtschaftung und Erhaltung der Gewässer. Sie beteiligen sich mit zahlreichen Arbeitsstunden und auch finanziell an der Revitalisierung –und auch ein Teil der Lizenzeinnahmen wird für Verbesserungen im Gewässer genutzt und umgesetzt. Desweiteren beobachten die Angler wachsam ihre Gewässer und nehmen dadurch Veränderungen wahr, die normale, nicht «aquatisch» geschulte Naturliebhaber nicht bemerken würden. Und nicht zuletzt leisten wir für Bewirtschafter einen wertvollen und wichtigen Beitrag zum Monitoring der Fischpopulationen. Daher hier ein paar Gedanken und Empfehlungen bei der Entnahme von “Grossen”, die man bedenken sollte ….  

Speziell bei den Regenbogenforellen, hat sich bewährt, dass wir die großen, produktiven “Laichfische” schützen. Durch diese Maßnahme konnte sich das Eigenaufkommen bei den Regenbogenforellen sehr gut entwickeln und es kann von zusätzlichen Fischbesatz Abstand genommen werden.

Angelfischerei und Umwelt

Die Angelfischerei muss immer wieder auf die aktuelle Situation reagieren. So muss sich jeder Angler und jede Anglerin immer wieder bewusstmachen, welche ihrer Handlungen negative Effekte auf die Bestände haben können und ihr Verhalten dementsprechend ändern. Es ist unabdingbar, die Bewirtschaftung und die Gesetzgebung an die neuen ökologischen Gegebenheiten anzupassen. Dabei ist die Mitarbeit der Angler essenziell, denn es ist unsere gemeinsame Aufgabe, den Zustand der Gewässer zu verbessern. Ein Ziel im FROSKG ist es, die Auswirkungen der Angelfischerei auf die Fischbestände zu analysieren, und damit zu erkennen, wie die negativen Effekte minimiert und die positiven Effekte gefördert werden.

Bei Regenbogenforellen haben wir vom FROSKG folgende Empfehlung

„Unter natürlich reproduzierenden Bedingungen erkennt
man am großen Fisch die gute angelfischereiliche Hege“.
Entnommen sollen die Fische werden, die mit “GRÜN” markiert sind.

Trophäenfische > 70 cm kommen punktuell vor.
Sollte jemand das Petri Heil haben, einen solchen zu landen, freuen wir uns über ein Foto!

Grosse Fischen stabilsieren den Gesamtbestand

Prinzipiell verstehe ich es, dass man sich freut, wenn eine Regenbogenforelle mit zB. 58 cm gefangen wird. Eine wichtige Massnahme, die nicht von jeden Angler und auch nicht von jeden Bewirtschafter verstanden wird und jedoch empfohlen wird, ist das «ökologisch begründete» Zurücksetzen von grossen Fischen. 

Grosse Fische bringen bessere Gene beim Nachwuchs

Grosse Individuen sind häufig auch älter als andere Fische, haben also länger überlebt, was darauf hindeutet, dass sie über bessere Gene verfügen, deren Verbreitung von Vorteil wäre. Ausserdem konnte bereits bei einigen Fischarten nachgewiesen werden, dass die Nachkommen grosser Laichtieren zahlreicher und fitter sind, als die ihrer kleineren und jüngeren Artgenossen. Faktoren wie mehr Nahrung in den Eiern, bessere Überlebenschancen für die Brütlinge und ein besseres Wachstum bei den Jung fischen sind wichtig für den Erfolg der natürlichen Reproduktion und damit Grundpfeiler jeder Fischpopulation. 

Eine gesunde, kräftige, natürlich aufgewachsene Regenbogenforelle erkennt man am Körperbau, an den Flossen und an ihren Proportionen. Das sind die Fische, deren Gene wir bei ihren Nachkommen in unseren Gewässern haben wollen. Solche Fische gehören schonend zurückgesetzt, damit sie die Möglichkeit haben sich fort zu pflanzen.

Zudem haben manche dieser grossen Fische eine stabilisierende Wirkung auf die Population, indem sie potenziell gefährliche, immer wieder auftretende Bestands und  Umweltschwankungen puffern.

Regenbogenforelle im Drill
Regenbogenforelle im Drill
Regenbogenlaichgrube im Engleithen Altarm - 8.11.2012 - direkt bei der Aussichtsplattform
Regenbogenlaichgrube im Engleithen Altarm – 8.11.2012 – direkt bei der Aussichtsplattform

Grosse Fische investieren in ihren Nachwuchs

Große Fische investieren ihre Überschussenergie, nicht in Wachstum, sondern in die Produktion von Eiern. Sie sind daher keinesfalls unproduktiv, sie investieren nur anders in künftige Generationen. Für die Erneuerung der Bestände kann diese Eiinvestition sehr wichtig sein und als Puffer gegen Bestandsschwankungen wirken. Bei den meisten Fischen gibt es einen linear positiven Zusammenhang zwischen der Masse und der
Eizahl. Dementsprechend überproportional (genauer exponentiell!) steigt die Eizahl mit der Fischlänge an, weil die Körpermasse mit dem Exponenten von etwa 3 mit der Fischlänge ansteigt. Auch die Laichqualität großer Fische geht unter natürlichen Bedingungen nicht wie häufig behauptet zurück, sondern bleibt auch bei Fischen im letzten Drittel ihres
Lebens unverändert hoch oder steigt sogar mit der Länge an. Große Fische haben also nicht nur überpropotional mehr Eier, sondern produzieren auch in vielen Fällen höhere Laichqualitäten.

Regenbogenforelle
Zwischen Dezember und März kann man die grossen Laichgruben der Regenbogenforellen beobachten. Mit etwas Glück kann man auch den Laichakt mit verfolgen. Alleine an der Grösse der Laichkruben lässt sich auch die Grösse der Fische erkennen.
jede Menge 2-sömmerige Regenbogenforelle - gut genährt - über die gesamte Strecke!
jede Menge 2-sömmerige Regenbogenforelle – gut genährt – über die gesamte Strecke! Naturaufkommen und die kapitalen Fische von morgen…. Dieser Form der Bewirtschaftung, mit dem Schutz der “Laichfische” und der Förderung von Naturaufkommen ist der Vorzug zu geben.

Resuemee

An der Ischler Traun und auch an der Goiserer Traun, wird diese Methode mit Schutz der grossen Fische seit einigen Jahren erfolgreich angewendet! Der Erfolg hat sich eingestellt. Wir haben eine gesunde Alterspyramide, auch wenn es ab und zu, zu einer Reklamation von Fischern kommt, dass wir so viele Jungfische haben. Gerade dies, ist eine Bestätigung, dass unsere Bewirtschaftungsstrategie den gewünschten Erfolg bringt.

Weitere Informationen:

Nachhaltiges Management von Angelgewässern von Robert Arlinghaus

Nr. 1/2018 Über Fische und Fischer – Welchen Einfluss haben wir beim Angeln auf unsere Fischbestände, Aquaviva

Am Bestand von großen Fischen erkennt man die Qualität eines Gewässer

EPIGENETIK IM FISCHBESATZMANAGEMENT

„Schützt die großen Fische”
Große Fische haben eine große ökologische und soziale Bedeutung: Sie verfügen über eine hohe Fruchtbarkeit und wirken bestandsstabilisierend. Zudem sind sie Zielobjekte vieler Angler. Besonders die großen Laichfische sind durch geeignete Maßnahmen (z. B. durch Entnahmefenster oder eine insgesamt moderate Fischentnahme) in befischten, natürlich reproduzierenden Beständen so gut wie möglich zu erhalten.

Zitat von Robert Arlinghaus

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