STEEGWIRT FLUDER

Der Steeg Wirt Fluder ist zur Äschen Laichzeit ein beliebtes Laichhabitat, welches in Abstimmung mit den Grundstückseigentümer Fritz Grampelhuber und dem Bewirtschafter Peter Oberwimmer verschönert und als Laichplatz und als Jungfisch Kinderstube für Äschen laufend überwacht wird. Auch für Äschen, als „Kieslaicher“ gilt: „Wie man sich bettet, so liegt man„, sagt der Volksmund. Doch wie soll man sich betten, um richtig zu liegen? Diese Frage hat schon viele Experten beschäftigt. Es kann aber kein ideales Bett für alle Schläfer geben, denn jeder Mensch braucht abhängig von seinem Körpergewicht und seinen Schlafgewohnheiten sein „eigenes“ Bett. Auf die Äsche umgelegt, heißt es: „Je besser der Laichplatz, umso mehr Eigenreproduktion wird es geben„.

Äschen „Laichkanal“

Hier haben wir die einmalige Chance, den Fluder, der in seiner Form als „Mühlbach“ erhalten werden sollt, möglichst attraktiv mit einigen Strukturelementen, 16/32 Kies und „Bodenwellen“ bis hin zu einer optimalen Strömungsgeschwindigkeit zu gestalten, um diesen im Sinne der Äschen herzurichten und zu optimieren. Die Goiserer Traun ist ja einer der wenigen Gewässerabschnitt, wo sich noch ein halbwegs brauchbarer Äschen Bestand erhalten hat und damit auch „der wichtigste GEN-Pool“ für den Äschen Nachwuchs an der Oberen Traun darstellt. Daher wurde auch dieser Gewässerabschnitt der Goiserer Traun, bereits 2019 als Laich Schongebiet ausgewiesen und unter einen besonderen gesetzlichen Schutz gestellt. In diesen Bericht verweise ich auf diese Gewässer die lt. Verordnung Nr. 66, von August 2019, von der O.Ö. Landesregierung verabschiedet wurde und uns in der fischereilichen Bewirtschaftung nicht unwesentlich ist.

Hier entlang vom Steeg Wirt, wurde dieser schon optisch und durchgängig bis in den Hallstätter See hergereicht und dient im oberen Bereich für die See-Äschen als Laichplatz. Teilweise gehört hier noch 16/32 Schotter eingebracht um das Laichhabitat zu optimieren.
Im Zeitraum der Seeabsenkung von Anfang Jänner bis 23. März eines Jahres, liegt der Fluder bei Niederwasser trocken.
Mit der Schließung der Seeklause wird rechtzeitig zum Beginn der Äschen Laichzeit, der Fluder geflutet und hat bis Ende eines Jahres eine stabile, optimale Wasserführung.

Äschen Laichplätze

Die Fortpflanzung findet vor allem in den Monaten April bis Mai statt. Während dieser Jahreszeit wandern die Äschen zumeist kurze Strecken zu ihren Laichplätzen. Diese befinden sich im schnell strömenden seichten Wasser über Kiesbetten. Am Ausrinn des Hallstätter See kommen die See-Äschen in die Goiserer Traun hereingezogen, vorzugsweise in den Steeg Wirt-Fluder, um dort abzulaichen.

Im oberen Bereich ist der „Mühlbach“ hart verbaut. Hier gehört noch passender 16/32 Laichschotter nachgeschüttet um das Laichhabitat für Äschen zu optimieren. Ev. gehört hier eine wasserrechtliche Regelung getroffen, dass sollte der Schotter zu stark Abtriften, dieser durch die Fischereiberichtigten periodisch eingebracht wird.
Vom Einlauf aus dem Hallstätter See herein, wurde der „Steeg Wirt-Fluder“ im Zuge der Renovierungsarbeiten schon hergerichtet.

Äschen sind typische Kieslaicher

Äschen sind typische Kieslaicher und es werden für die Laichablage Kiesbänke und kiesbankähnliche Strukturen gewählt. So wird neben den angeströmten Bereichen genannter Gewässerstrukturen vor allem deren „Plateaufläche“, sowie deren unterströmige Peripherie mit sanft abfallender Sohle für die Laichablage genutzt. Über die Substratzusammensetzung an den Laichplätzen existieren bislang nur vergleichsweise geringe Kenntnisse (Ebel, 2000). Grundsätzlich wird für die Hauptfraktion eine Korngröße von 1 cm angegeben. Die Wassertiefen an den Laichplätzen variieren zwischen 0,1 und 0,67 m (Ebel, 2000). Ergebnisse verschiedenster Datenaufnahmen zeigten, dass Gewässerbereiche mit Fließgeschwindigkeiten von 0,4 – 0,6 m/s am häufigsten für die Laichablage genutzt werden. Die Geschiebeführung am Seeauslauf vom Hallstätter See, im Bereich der Seeklause ist defacto nicht vorhanden. Durch eine Schottereinbringung im Zuge der Bauarbeiten mit passender Korngröße und den Einbau von Schotterrückhalteelementen, die auch beitragen die Fließgeschwindigkeiten von 0,4 – 0,6 m/s anzupassen, mit uferseitigen Fischeinständen (Ruhezonen) haben wir die historische Chance einen „Laichkanal“ als Laichhabitate mit zu gestalten, um das Naturaufkommen unserer selbst reproduzierenden Äschen Bestände zu nutzen.

Fließgeschwindigkeiten von 0,4 – 0,6 m/s am häufigsten für die Laichablage herzurichten.
Der Auslauf vom Steeg Wirt Fluder mit einer entsprechenden Lockströmung in die Traun, motiviert die Äschen zum hereinziehen. Die rechtsufrige Uferböschung ist nach Schlupf der Äschen Larven auch gleich der Schutz für die Jungfische.
Hier sollte im Zuge der Neugestaltung des unteren Steeg Wirt Fluder auch noch ein „Totholzbaum“, entlang der Uferkante eingeplant werden um der Fischbrut mehr Schutz zu bieten.

Laichzeit der Äschen

Die Mündung des Hallstätter See in Bad Goisern in die Goiserer Traun ist jedes Jahr Schauplatz eines sehr selten gewordenen fischereilichen Schauspiels, nämlich des Laichzuges der Äschen. Vor allem für Fischer, ist diese einer Fischregion namensgebenden Fischarten einen Besuch dieser Exkursionen sehr empfehlenswert.

Die Äschen an der Goiserer Traun laichen hier in den beiden Traun Armen, unterhalb der Nadelwehr. Jedoch auch direkt oberhalb an der Kante der Nadelwehr sind laichende Äschen zu beobachten und natürlich auch flussabwärts bis zur Görbbrücke. In diesen Bereichen sind sie jedoch schwer zu beobachten. Auch haben wir im Zeitbereich der Laichzeit auch zumeist die einsetzende Schneeschmelze und damit einen höheren Wasserstand, was die Sichtung der Laichaktivitäten nicht erleichtert. Mit dem „Steeg Wirt Fluder“ haben wir jedoch eine Art „Natur Aquarium“, wo man das Laichen der Äschen besonders gut beobachten kann und dieses schon sehr seltene Schauspiel sollte man sich entgehen lassen.

Das Fischereirevier Oberes Salzkammergut (FROSKG) steht gerne eine fachkundige Führung und Betreuung der Besucher zur Verfügung. Da es sich um den Zugang auf Private Grundstücke handelt, ist eine Terminabstimmung erforderlich. Anschließen sollte man unbedingt einen Einkehrschwung beim Steeg Wirt machen.

SÄEEP-Salzkammergut ÄscheEntwicklungs & Erhaltungs Programm

Wie in den letzten Monaten aus den Medien zu entnehmen war (Quelle: ORF Radio am 28.07.2020), ist in Mitteleuropa ein dramatischer Rückgang der Süßwasserfische zu verzeichnen. Das wird nicht nur dem Klimawandel, sondern u.a. auch auf die zunehmende Verbauung der Flüsse, die Begradigungen und auf die Nutzung durch Wasserkraftanlagen zurückgeführt. Auch im Fischereirevier Oberes Salzkammergut, kurz FROSKG, ist dies zu bemerken und in den letzten Jahren ist es zu dramatischen Rückgängen und Einbrüchen bei unterschiedlichen Fischarten bzw. Populationen gekommen wobei folgende Beobachtungen gemacht wurden:

  • Die Bachforelle ist de Facto über den Hauptfluss Traun zur Gänze verschollen das zeigen auch
  • katastrophale sowie unbefriedigende Befischungsergebnisse im Zuge durchgeführter Elektrobefischungen zu Monoitoringzwecken.
  • Selbiges gilt für die Seeforelle.
  • Die Populationsstruktur der Äsche ist in vielen Bereichen unbefriedigend, die Reproduktion stark abnehmend, die Altersklassen entsprechen keinen natürlichen Alterspyramiden.
  • Die Aalrutte ist kaum noch vorhanden, ein Laichgeschäft konnte seit längerem nicht mehr beobachtet werden.
  • Die Dichte von Hechten ist zunehmend.
  • Über weitere Arten, die wir fischereilich nicht nutzen, liegen uns zu wenige bzw. keine Angaben vor.

Auf alle angeführten Arten soll in dem Projekt Rücksicht genommen werden doch erscheint uns sinnvoll, die für die Fischregion namensgebende Fischart im vorliegenden Projekt zu forcieren. Wir befinden uns in der „Oberen Traun“, in der Äschen Region. Durch die klimatischen Veränderungen der letzten Jahrzehnte, hat sich diese, 1985 noch bis zur Ischl-Mündung reichend, jetzt bis zum Hallstätter See hinauf entwickelt. Daraus ergibt sich auch der Projekts Name den wir mit SAEPP als sinnvoll erachten.

Dieser steht für Salzkammergut ÄscheEntwicklungs-und Erhaltungs Programm.

Heimo bei der Arbeit
Es handelt sich um ein Projekt und der Artikel wird je nach Projektfortschritt noch angepasst und aktualisiert.

„Alles Gute auf der Welt entsteht nur, wenn einer mehr tut, als er muss.“

Zitat von: Helmut Sihler (*1930), östr. Topmanager

 
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