Nahezu alle unsere rheophilen Fische laichen auf Kiessubstrat. Die große Mehrheit dieser Kieslaicher gilt als gefährdet, einige Arten sind bereits vom Aussterben bedroht oder so wie die Bachforelle, an der Oberen Traun verschwunden. In vielen Bereichen gehen die Bestände weiter zurück. Zu den wichtigsten Ursachen dieser Entwicklung zählt eine verminderte Reproduktion aufgrund degradierter Kieslaichplätze. Die Degradierung zeigt sich vor allem durch Verschlammung und Verfestigung der Kiesbänke sowie durch Auswaschung von Kies. Besonders betroffen sind die Laichplätze der Äschen. Sie stellt hohe Anforderungen an ihren Laichplatz und kann als Indikator für die Funktionsfähigkeit von Kieslaichplätzen auch für andere Arten herangezogen werden.
Äschen sind Kieslaicher
Seeausrinn Goiserer Traun
Die Goiserer Traun ist als Seeausrinn natürlicherweise arm an Schwebstoffen. Geschiebe wird ebenfalls nur geringfügig eingebracht. Im oberen Bereich gibt es rechtsufrig ein paar schotterbringende Zubringerbäche die bei starken Niederschlag Schotter in die Traun transportieren. Auffällig durch etwas stärkere Trübung nach Starkregen und erhöhten Schwebstoffeintrag kann nur über die Gosaubach Einleitung oder den Zlambach erfolgen.
Munitionsbergung & Laichplatz Restrukturierung
Wir hatten die Möglichkeit, dass wir eine Laichplatz Restrukturierung im Zuge einer Monitionsbergung als eine Begleitmaßnahme, die vom Gewässerbezirk durchgeführt wurde, dazu realisiert bekommen haben. Nach dem 2. Weltkrieg wurden bei der Seeklause in Bad Goisern einige Kriegsrelikte von der Brücke aus, in der Traun entsorgt. Mit digitalen Magnetometer und elektromagnetischen Aufzeichnungsgeräten wurden bei der Seeklause in Bad Goisern Wassersondierungen durchgeführt und es wurde auch einiges an Kriegsmaterial geortet. Nachdem in den folgenden Jahren eine Restaurierung der Seeklause ansteht, bei denen mit Spundwänden im Trockenbau die Klauswehrfelder erneuert werden, ist eine vorherige Bergung der Kriegsrelikte sinnvoll.
Wenn man bedenkt, auf welchen „Mienenfeldern“ ich hier die letzten Jahrzehnte herumgewatet bin. Wie ernst ist die Gefahr durch Kriegsrelikte in unseren Gewässern? Die Untersuchung durch eine Spezialfirma haben einiges an Waffen und Munition geortet. Am gefährlichsten könnte sich phosphorhaltige Munition erweisen, die schon bei Luftkontakt explodiert. Wobei die Experten von einen geringen Risiko für das Umfeld ausgehen.
Wasserrechtsverhandlung
Geschäftszeichen: BHGMWA-2020-241633/16-AE
Wasserrechtliche Bewilligung lt. Verhandlung vom 14. Oktober 2020 in Bad Goisern. Der Gewässerbezirk Gmunden plant in Zukunft eine größere Instandhaltungsmaßnahme an der Seeklause in Steeg. Bei diesen Maßnahmen wird es notwendig sein, Spundwände zu schlagen. Im Zuge der Planungen wurde durch eine Spezialfirma eine Kampfmittelsondierung durchgeführt.
Um eine solche Freigabe zu erlangen, ist es nötig, im gesamten zu untersuchenden Gebiet auf einer Fläche von 6.920 m² mittels GPS Bagger und Sieblöffel bis in eine Tiefe von 1,5 m das Substrat der Traun auf Munition und andere explosive Kriegsmaterialien zu durchsuchen. Die ausgesiebten Metallteile werden anschließend fachgerecht entsorgt.
Baustelle im Jänner 2021
Zur Äschen Laichzeit im Mai 2021
Die von den Vertretern der Fischerei vorgeschlagene Maßnahme zur Restrukturierung von Laichplätzen für Äschen und andere kieslaichende Fischarten abwärts des Projektbereiches stellt zwar ebenfalls einen lokales Eingriff in das ökologische Wirkungsgefüge dar, kann aus fachlicher Sicht aber jedenfalls begrüßt werden. Durch diese Maßnahme ist zu erwarten, dass es zu einer deutlichen Verbesserung der Laichsubstratverhältnisse und damit zu einem besseren Aufkommen von Jungfischen kommen wird.
Danke an den Gewässerbezirk, an die verantwortlichen Sachverständigen der O.Ö. Landesregierung und an die Behörde, für die Übernahme dieser Maßnahme in das Wasserrechtsverfahren und in die positive Genehmigung dieser, für die Fischerei so wichtigen Maßnahme.
Bagger mit Sieblöffel
Mittels GPS Bagger mit einen“Sieblöffel“ wird im Bereich der Seeklause in Steeg, direkt beim Seeausrinn auf einer Fläche von ca. 7.000 m² und bis zu einer Tiefe von 1,5 der Untergrund in der Traun untersucht.
SÄEEP – Arbeitspakt IV
In unsereren Projekt SAEEP – „Salzkammergut Aeschen Erhaltung- und Entwicklungs Projekt“ sind auch im Arbeitspaket IV – Lebensraum Verbesserungsmaßnahmen enthalten. Da kommen uns solche Maßnahmen, wie die Kriegsreliktbergung im Revierabschnitt Goiserer Traun sehr entgegen, da diese unmittelbar zu Verbesserung der fischökologischen Gesamtsituation dienen und zu erwarten ist, dass mit den gesetzten Maßnahmen für die Äsche und auch andere Fischarten und Wassertiere, wie Eintagsfliegen, Köcherfliegen und andere Insekten, und Krebse profitieren werden. Da es sich hier um bewilligungspflichtige Maßnahmen handelt, ist es für uns als Bewirtschafter und auch für das FROSKG nicht so einfach hier als Interessenwerber, solcher Baumaßnahmen zu realisieren. Daher nutzen wir hier gerne die Möglichkeit als „Trittbrettfahrer“ solche Maßnahmen in einer Kommunikation mit dem Fischereirechtsbesitzer, den ÖBF und der zuständigen Behörde zu beeinflussen und zu unterstützen.
Arbeitspakte IV: Morphologische Maßnahmen
In der Goiserer Traun als Seeausrinn haben wir naturgemäß wenig bis gar keinen Geschiebeeintrag. Erst unterhalb der oberen Insel bei der Seeklaus, kommt ein geschiebeführender Bach dazu. Durch diesen Geschiebedefizite haben wir hier in diesen Haupt Äschen Laichgebiet eine Kolmatierung. Daher hatten wir die Baustelle für eine Monutionsbergung beim Schopf gebackt, denn wenn schon ein Bagger mit Sieblöffel zum Einsatz kommt, kann er uns die Laichplätze auch gleich herrichten und auflockern.
Wasserrechtliche Genehmigung zur Revitalisierung
Allerdings bedarf die Umsetzung solcher effektiver, den Lebensraum verbessernder Maßnahmen, meist das Engagement einer ganzen Reihe von Akteuren, eine abgestimmte Vorgehensweise und eine umfangreiche Planungsarbeit. An diesen Projekt für die „Dekolmatierung“ der Laichplätze bei der Seekaluse in Steeg bei Bad Goisern, waren maßgeblich beteiligt:
- Gewässerbezirk Gmunden als Projektleiter und Initiator
- BH-Gmunden Wasserrechtsabteilung als zuständige Behörde
- Gemeinde Bad Goisern als lokale Kommune
- Anreiner im Umfeld der Baustelle
- OÖ. Landesregierung, Direktion Umwelt und Wasserwirtschaft
- Fischereisachverständiger von der OÖ. Landesregierung
- Naturschutzabteilung der OÖ. Landesregierung
- ÖBF als Fischereirechtsbesitzer
- Pächter des Fischereirevieres
- Fischereirevierausschuss Oberes Salzkammergut
WIN-WIN-WIN Situation
Bei diesen Projekte konnten alle Ziele der involvierten Personen und Institutionen effektiv verhandelt werden. Das wesentliche und was vielleicht den einen oder anderen Beteiligten gar nicht bewusst wurde, ist das hier so nebenbei, ein großer Beitrag zur Erreichung der Europäische Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt wurde. Eigentlich sollten solche Maßnahmen des Lebensraummanagements, wann immer möglich, eine hohe Priorität erfahren und nicht nur als unbewusster, angenehmer Nebeneffekt und als Nebenerscheinung auftreten. Diese Maßnahme der Laichplatzverbesserung wird langfristig die Reproduktionskapazität von Äschen in diesen Bereich und der ganzen Oberen Traun erhöhen und damit einen Beitrag in der Erreichung der ökologische Zustandsklasse mit beeinflussen.
Lebensraumverbesserungen für unserer Fische
Wer Fischereirechte besitzt oder der Pächter eines Fischeirevier, hat nicht nur das Recht die Fischbestände des Gewässers zu nutzen, sondern auch eine große Verpflichtung, wenn es um das Management der Bestände geht. Glücklicherweise gibt es eine Vielzahl von Werkzeugen und somit viele Wege, um auf die Bestände und Artenzusammensetzung einzuwirken und die Bestände effektiv zu hegen. Einige dieser Wege werden zumeist traditionell eingesetzt, wie:
- Laichschongebiete
- Mindestmaße
- Regulierung der Befischungsintensität
- zusätzlich zum Mindestmaß auch die Schonung der besonders großen Laichfisch
- sowie neuer und moderner, wie Lebensraummanagement
- oder Entnahmefenster, ect.
Laichplatz Revitalisierung
Wie auch in der Medizin, kann man über die Hege die Symptome sowie die Ursachen von Fischrückgängen bekämpfen, wobei die Symptombekämpfung meist schnell und kurzzeitig wirkt, die Ursachenbekämpfung aber längere Zeit benötigt und nachhaltiger ist.
Mit SAEEP – unseren „Salzkammergut Äschen Erhaltungs- und Entwicklungs Projekt“ wollen wir Ursachenbekämpfung angehen und wir wissen, dass ist ein Projekt, dass sich über viele Jahre ziehen wird und auch der Erfolg wird sich erst über die Jahre zeigen.
Wie sich zeigt, ist der oft von Anglern geforderte Fischbesatz als einziges Mittel meist nicht geeignet, um nachhaltig die Fischbestände eines Gewässers zu verändern. Statt dessen sollte man für eine verbesserte Langzeitwirkung eher eine Verbesserung der Lebensräume anstreben. Begleitende regulierende Bestimmungen können den Umfang von Besatzmaßnahmen reduzieren oder gar überflüssig machen, wenn sich die Fische durch die Lebensraumveränderungen wieder selbstständig in ausreichender Anzahl vermehren können.
Genau das ist das Ziel, wo wir mit unserer Gewässerbewirtschaftung hinmüssen und hinwollen!
Kolmatierung in Salmodien Gewässern
Die Bedeutung der Kolmation für die Reproduktion kieslaichender Fischarten wie der Äsche ist uns seit vielen Jahren bekannt und im Zuge des SAEEP Projektes haben wir auch Laichplatz Analysen dabei um ggf. Schwachstellen und Defizite in einer Untersuchung zu erheben. Allgemein ist die Kolmation eine „Selbstabdichtung“, eine „Versiegelung“ der Gewässersohle, die eine starke Beeinträchtigung im vertikalen Austauschprozesse zwischen Oberflächen-, Interstitial,- und Grundwasser resultiert.
Da es keine einheitliche, wissenschaftliche Definition der Kolmation gibt ist diese in ihrer Komplexität schwierig zu erfassen und zu messen. In der fachspezifischen Literatur wird zwischen äußerer und innerer Kolmation aber auch zwischen mechanischer, physikalischer oder chemischer Kolmation unterschieden.
Aus morphologischer Sicht wird häufig nur die sedimentologische Kolmation im Sinne einer
„Verstopfung des Kieslückensystem“ berücksichtigt. Bei hydrogeologischen und mikrobiologischen
Betrachtungen werden vorwiegend mikrobielle Prozesse (z.B. Aufwuchs von Biofilmen), die zusätzlich den Porenraum verschließen, unter dem Begriff der Kolmation aufgeführt. Zusammenführend kann die Kolmation als sedimentologischer und biogeochemikalischer Prozess verstanden werden, der sich durch eine Vielzahl von interaktiven Teilprozessen kennzeichnet.
Auswirkungen der Kolmation auf Äschen
Die Auswirkungen der Kolmation auf die einzelnen Entwicklungsstadien während der Reproduktion kieslaichender Fischarten können folgendermaßen zusammengefasst werden:
Laichhabitat
Kolmationsprozesse führen neben einer Feinsedimentanreicherung der Gewässersohle auch zu einer
erhöhten Stabilität der Gewässersohle. Die Verfestigung erschwert bzw. verhindert das Schlagen
von Laichgruben und reduziert somit die zur Verfügung stehenden Laichhabitate.
Inkubationshabitat
Die Infiltration von Feinsedimenten in das Korngerüst der Gewässersohle reduziert die Porosität und somit die Permeabilität der Gewässersohle. In Folge vermindert sich der Transport von sauerstoffreichem Oberflächenwasser im Interstitial und gefährdet die Sauerstoffversorgung während der embryonalen und larvalen Entwicklungsphase von Kieslaichern. Weiterhin wird durch die Anreicherung von Feinsedimenten im Kieslückensystem die mikrobielle Aufwuchs Fläche vergrößert, wodurch verstärkt biogeochemikalische Prozesse auftreten, die zusätzlich Sauerstoff zehren. Dieser Sauerstoffbedarf konkurriert direkt mit dem Sauerstoffbedarf der Eier und Larven kieslaichender Fischarten während der Inkubationsphase.
Emergenz Habitat
Die Entwicklung einer Kolmationsschicht während der Reproduktionsperiode kann eine erfolgreiche Emergenz verhindern. Dies ist der Fall, wenn die Porenräume derart reduziert werden, dass die geschlüpften Larven nicht mehr aus dem Interstitial in die Freiwasserzone aufsteigen können. Im Rahmen dieses Beitrages wird ein multivariater fuzzy-logischer Modellansatz vorgestellt, der die Auswirkungen der Kolmation in Form einer räumlich und zeitlich variierenden Interstitialhabitat Qualität ausdrückt. Der Ansatz berücksichtigt vorwiegend das Inkubationshabitat und beinhaltet die Verknüpfung von Schlüsselfaktoren zur Beschreibung der Auswirkungen von Kolmationsprozessen auf die Qualität des Inkubationshabitats kieslaichender Fischarten.
Nebeneffekt einer Dekolmatierung
Im Seeausrinn des Hallstätter See als Übergang in die Goiserer Traun, gibt es ein Defizite in der Nachlieferung von Geschiebe. Durch den Hallstätter See wird der Geschiebetransport aufgrund der Absenkung der Schleppkraft unterbrochen.
Nahezu alle Fließgewässerfische im Salzkammergut laichen auf Kiessubstrat. Die große Mehrheit dieser Kieslaicher gilt als gefährdet. Vielerorts gehen die Bestände weiter zurück. Zu den vielfältigen Gründen für diese Entwicklung zählt eine verminderte Reproduktion aufgrund degradierter Kieslaichplätze. Die Degradierung äußert sich vor allem durch Verschlammungs- und Verfestigungserscheinungen der Kiesbänke.
Daher haben wir in diesen Bereich des Seeausrinn, eine starke Verkrustung des Flussbettes, eine so genannte Kolmation. Schwebstoffe lagern sich im Kieslückensystem und auf den Kiesbänken ab und verstopfen so den Wasserdurchfluss im Interstitial (Kolmation). Die Kiesbänke werden als Laichplatz für Salmoniden untauglich, weil sie Fischeiern keine ausreichenden Umweltbedingungen mehr haben. Ohne Frischwasserzufuhr ist die Sauerstoffversorgung für inkubierte Fischeier und der Abtransport von Stoffwechselprodukten nicht ausreichend. Auch andere Tierarten sind von übermäßigen Schwebstoffeinträgen betroffen, wie viele Insektenarten, Köcherfliegen und Eintagsfliegen.
Laichplatz Revitalisierung bei der Seeklause
- Mechanische Laichplatz Reparatur anlässlich der Munitionsbergung
- Laichplatz lt. Laichplatzanalyse von Samuel Auer – Tümpflbach, Fluss Kilometer 118,11
- Laichplatz lt. Laichplatzanalyse von Samuel Auer – 2. Zusammenfluss
- Laichplatz lt. Laichplatzanalyse von Samuel Auer – Nag Erbach, Fluss Kilometer 117,66
- Laichplatz lt. Laichplatzanalyse von Samuel Auer – Gimpsenbach, Fluss Kilometer 116, 80
- Laichplatz lt. Laichplatzanalyse von Samuel Auer – Riedler Traun Einlauf
Mechanische Laichplatz Reparatur
In diesen Bereich wird die Maßnahme zwischen Nadelwehr und Fluss-km 118,14 durchgeführt. Diese Maßnahme soll als Bestandteil eines fischereiwissenschaftlichen Projektes zur Verbesserung der Laichsituation für Äschen und andere kieslaichende Fischarten umgesetzt werden.
Im Zuge der Munitionsbergung, bekommen wir, wenn schon ein Bagger mit Sieblöffel in der Traun steht ein Laichplatzverbesserung im Bereich des rechten Traun Armes unterhalb des Nadelwehr entlang beim Steeg Wirt.
Durch Umlagerung von vorhandenem Sediment welches in diesen Bereich lediglich verfestigt oder kolmatiert sind, wird das Substrat mit einem Bagger mit einen Sieblöffel bis zu einer Tiefe von 40-50 cm aufgelockert. Dazu wird das Sediment im Wasser umgegraben. Der Bagger hebt dazu das Sediment aus dem Wasser und lässt es wieder hineinfallen. Feinpartikel werden durch die Strömung fortgeschwemmt, der gesäuberte, lockere Kies bleibt aufgelockert und wellig zurück. Die Strömung wird sich das Kiesbett wieder herrichten.
In der Schweiz wurden mehrere Versuche unternommen, Äschen Laichplätze künstlich zu schaffen und es konnte das Laichen von Äschen und eine Erhöhung der Jungäschen Anzahl nach Kieszugaben und Kiesumlagerungen am Auslauf des Thuner Sees festgestellt werden. Jedoch ist die Messung solcher Maßnahmen sicherlich schwierig. Wir werden hier Beobachtungen machen und versuchen mit Kameras ev. sogar mit Unterwasseraufnahmen die Wirkung der Maßnahmen beobachten.
Eine Messung des Erfolges ist auf Grund, dass in freien Gewässern zu viele andere Einflüsse neben der Laichplatzqualität auch der Nahrungszugang, Krankheiten, Prädation, der Fischfang u. a. auf die Fischpopulationen auswirken, wird eine Aussage über die Verbesserung der Funktionsfähigkeit der Laichplätze schwierig. Bin gespannt, ob man mit visuellen Beobachten zur Laichzeit etwas feststellen kann.
Laichplatz Tümpfelbach lt. Laichplatzanalyse von Samuel Auer
Tümpfelbach, Flusskilometer 118,11
Der Tümpfelbach hat keine stabil Wasserführung und führt nur Wasser bei starken Regenfällen. Er ist der erste, linksufrige, stark schotterbringende Zubringer in die Goiserer Traun, der gleich unmittelbar nach dem ersten Zusammenfluss unterhalb der Seeklause in die Traun mündet.
Laichplatz Zusammenfluss – lt. Laichplatzanalyse von Samuel Auer
Nach der Insel beim zweiter Zusammenfluss
Laichplatz Nagerbach lt. Laichplatzanalyse von Samuel Auer
Nagerbach, Fluss Kilometer 117,66
Hier konnte ich am 12. Dezember 2020 winterleichende Regenbogenforellen in der Laichgrube, bei der stark schotterführenden Einmündung des Nager Bach beobachten. Der Nager Bach ist ein nicht wasserführender, linksufriger Traun Zubringer, der nur bei starken Regen wasserführend ist. Die Schottereinbringung durch den Nager Bach in die Traun ist, wie man an der Schotterbank erkennen kann recht stark. Wobei es sich um größeres Steinmaterial im Durchmesser von 60 – 300 mm handelt.
Laichplatz Gimpsenbach lt. Laichplatzanalyse von Samuel Auer
Gimpsenbach, Fluss Kilometer 116, 80
Laichplatz Riedler Traun lt. Laichplatzanalyse von Samuel Auer
Riedler Traun Einlauf
Fließgewässer-Renaturierungsmaßnahmen & Erfolgskontrolle
Im Salzkammergut ist es ein erster Versuche um Äschen Laichplätze künstlich aufzuwerten. Wie die Wirkung der hydromorphologischen Renaturierungsmaßnahmen auf den ökologischen Zustand für anspruchsvolle Arten, wie der Äsche Wirkung zeigen wird, werden wir beobachten. Ob diese Habitate in der Folge tatsächlich von den angestrebten Lebensgemeinschaften angenommen werden, ist auch von anderen Faktoren abhängig. Beim Laichgeschäft der Äschen ist nicht jedes Jahr gleich.
Auch gut geplante und durchgeführte Maßnahmen wirken sich oftmals nicht unmittelbar auf den ökologischen Zustand bzw. das ökologische Potenzial aus. Idealerweise schaffen Renaturierungsmaßnahmen die Umweltbedingungen für eine anspruchsvolle und sensitive Lebensgemeinschaft (z. B. die entsprechenden Habitate); gerade in ausgeräumten Landschaften kann die Besiedlung dieser Habitate jedoch einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen.
Mit SÄEEP – „Salzkammergut Äschen Erhaltung- und Entwicklungsprojekt“ hatte zum Ziel, die Konzeption und Umsetzung von Fließgewässer-Renaturierungsmaßnahmen und ihre Erfolgskontrolle beim Makrozoobenthos, Makrophyten und bei den Fischen zu überprüfen. Durch eine Erfolgskontrolle und einem Monitoring werden wir versuchen die Renaturierungsmaßnahmen auch in weiterer Folge zu dokumentieren.
Weitere Informationen:
LEITFADEN ZUR HYDROMORPHOLOGISCHEN ZUSTANDSERHEBUNG VON FLIESSGEWÄSSERN
FLIESSGEWÄSSER LEITFADEN FÜR DIE HYDROMORPHOLOGISCHE ZUSTANDSERHEBUNG
„Lebensraumverbesserungen und Regulierung der Befischung vor Fischbesatz“
Die Aufwertungen der Lebensräume sind zur Erhöhung der Fischbestände langfristig erfolgversprechender als Fischbesatz. Denn Fischbesatz bekämpft in der Regel nur die Symptome der Fischbestandsrückgänge, nicht die Ursachen.
Zitat von Robert Arlinghaus