SÄEEP LAICHPLATZ REPARATUR

Viele Hebel, an denen wir ansetzen müssen um unsere selbstreproduzierenden Fischbestände zu entwickeln.

Nahezu alle mitteleuropäischen rheophilen Fische laichen auf Kiessubstrat. Die große
Mehrheit dieser Kieslaicher gilt als gefährdet, einige Arten sind bereits aus Mitteleuropa
verschwunden (STEIN 1999, BOHL ET AL. 2003, JUNGWIRTH ET AL. 2003). Vielerorts gehen
die Bestände weiter zurück.

Ursache – degradierter Kieslaichplätze

Zu den wichtigsten Ursachen dieser Entwicklung zählt eine verminderte Reproduktion aufgrund degradierter Kieslaichplätze (STEIN 1987, BEARD & CARLILE 1991, INGENDAHL 1999, KONDOLF 2000A, NIEPAGENKEMPER ET AL. 2003 B, GREIG ET AL. 2005A). Die Degradierung zeigt sich vor allem durch Verschlammung und Verfestigung der Kiesbänke sowie durch Auswaschung von Kies. Besonders betroffen ist die Forellen- und Äschen Region. Sie stellt hohe Anforderungen an ihren Laichplatz und können als Indikator für die Funktionsfähigkeit von Kieslaichplätzen auch für viele andere Arten herangezogen werden. Ziel unserer „Kieslaichplatz Verbesserungs Aktionen“ ist es die Laichplätze durch eine Laichplatzdegradierung neu zu schaffen oder restaurieren zu lassen.

SÄEEP – Salzkammergut Äschen Erhaltung- und Entwicklungs Projekt

Naturnahe Fließgewässer sind dynamische Systeme: Gewässersohle und Uferwerden regelmäßig durch
Hochwasser umgestaltet, wodurch neue Lebensräume entstehen. In den letzten Jahrzehnten wurde diese
Dynamik vielerorts eingeschränkt, weil zahlreiche Fließgewässer verbaut wurden. Ein wichtiges Ziel von SÄEEP – Salzkammergut Äschen Erhaltung- und Entwicklungs Projekt ist, diese Defizite zur erkennen und dort wo möglich, bestmöglich wiederherzustellen.

Historischer Laichplatz

Laut historischen Aufzeichnungen ist diese Stelle „beim Laimer“, gegenüber vom Einlauf des Sagmühlbachl immer schon ein sehr beliebter Laichplatz gewesen, sowohl die Bachforellen, wie auch die Seeforellen und auch Aalruten sammelten sich hier zum Laichen. Erfreulicherweise sind auch heute noch Laichgruben von Äschen und Regenbogenforellen unterhalb von Lauffen, in diesen Bereich feststellen. Aufgrund der Strukturvielfalt und ihres artenreichen Fischbestandes stellt die Traun ein höchstwertiges Fließgewässer dar, in der der Äschen einen wichtigen Baustein für den Lebensraum darstellt und somit eine wertvolle Population für den Traunstamm ist. Daher wurde die Traun als Vorranggewässer für die Wiederansiedlung der Äsche ausgewiesen und auch auf nationaler Ebene zum Schutz im Rahmen des Masterplan Wanderfische für das Traun Einzugsgebiet gemeldet. Was ist ein „Vorranggewässer“? Vorranggewässer bedeutet, dass hier aufgrund der Eignung des Gewässers ein Schwerpunkt für die Wiederansiedlung der Äsche gesetzt wird.

Fortpflanzungsbiologie kieslaichender Fische

Unser Schwerpunkt an der „Oberen Traun“ liegt hierbei bei Interstitiallaicher vergraben ihre Eier im Kiessediment. Manche Arten schlagen dazu relativ tiefe Laichgruben (bis 30 cm), wie z. B. Bachforelle (Salmo trutta) oder der Huchen (Hucho hucho). Weitere Arten legen ihre Eier oberflächennah in 5-10 cm
Sedimenttiefe ab, so wie die Äsche (Thymallus thymallus).

Die Äschen Laichhabitate setzen sich nach Gönczi (1989) in Jungwirth et. al (2003) aus zehn bis 20 Prozent Sand, 50 bis
70 Prozent Kies, 20 bis 30 Prozent Steinen und geringen Anteilen größeren Substrates (größer als zehn Zentimeter Durchmesser) zusammen. Die Wassertiefe liegt bei 36 Zentimeter im Durchschnitt und die Fließgeschwindigkeit bei etwa 54 Zentimeter pro Sekunde.

Viele parallele Maßnahmen führen zum Erfolg

Es ist für die Artenvielfalt im Gewässersystem der Oberen Traun von höchster Priorität, dass diese vom Hallstätter See bis zum Traunsee durchgängig uns strukturreich gestaltet wird. Für die Äsche liegen die geeignetsten Laichhabitate oberhalb von Bad Ischl. Die Herstellung von Laichplätzen und Jungfischhabitaten ist in unserem Fließgewässer daher ein wichtiger Baustein für den Erhalt und die Förderung der einheimischen Fischfauna. 

Auflockerungen der Traun Sohle mit einem Bagger mit einer „Rechen Schaufel“.

Strahlwirkung

Als Strahlwirkung bezeichnet man das Phänomen, denn Zustands in einem Fließgewässerabschnitt durch einzelne oder mehrere Maßnahmen einen deutlich verbesserten ökologischen Zustand zu erreichen.

16/32 Injektionen in den Laichzonen

Situation an der Oberen Traun und Ischl

Vor allen leiden unsere Fischbestände im Salzkammergut an naturnahe Gewässerabschnitte mit einer positiven Wirkung auf benachbarte, strukturell überprägte Gewässerabschnitte und damit eine Zustandsverbesserung bewirken. Diese Strahlwirkung beruht auf der aktiven oder passiven Migration von Tieren und Pflanzen im Gewässer oder Gewässerumfeld. Sie indiziert den guten ökologischen Zustand oder das gute ökologische Potenzial im Sinne der EG-Wasserrahmenrichtlinie in einem Fließgewässerabschnitt durch die biologischen Qualitätskomponenten, obwohl die Gewässerstruktur (noch) nicht optimal ist.

Die Riedler Traun ist ein Gewässerabschnitte mit einer hohen Strahlwirkung.

Gewässerabschnitte mit Strahlwirkung

Ausgangsbereich der Strahlwirkung ist ein naturnaher Gewässerabschnitt, der sich durch eine dem Gewässertyp entsprechende stabile, arten- und Individuen reiche Biozönose auszeichnet. Es handelt sich also grundsätzlich um Fließgewässerstrecken, die sich in sehr gutem oder gutem Zustand befinden. Oft wirken einmündende Nebengewässer, Altwässer oder andere Gewässerbereiche, wie z.B. Buhnenfelder als Abschnitte mit Strahlwirkung.

Trittsteinkonzept

Sogenannte Trittsteine sind, auf Fließgewässer bezogen, kleinräumige, typgerechte Strukturen, wie zum
Beispiel Totholzstrukturen, getauchte Vegetation oder standortgerechte Makrophyten Bestände, die
den organismenspezifischen Habitat Ansprüchen kurzfristig genügen. Trittsteine können aber auch kurze
Gewässerabschnitte mit morphologisch intakten Bedingungen sein, die aber zu kleinflächig sind, um eine
Strahlwirkung zu haben, in denen sich also keine stabile Population etablieren kann, da sie keine
ausreichende Habitat Verfügbarkeit aufweisen. Dazu zählen beispielsweise kleinräumige
Gewässer Aufweitungen, Einbau von Strukturelementen oder Lenkbuhnen. Trittsteine ermöglichen es Organismen kleinräumig und kurzfristig Nahrung und Habitate zur Verfügung stellen. So wie wir es bei verschiedener Maßnahme schon beobachte konnten.

 

„Kleine Taten, die man ausführt, sind besser als große, die man plant..“

Zitat von: George C. Marshall

 
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