REGENBOGENFORELLEN LAICHPLATZ KARTIERUNG

Nach dem Vorbild und abgeleitet aus der Landwirtschaft und weitergedacht, ein logischer Entwicklungsschritt auch in der fischereilichen Gewässerbewirtschaftung ist Permakultur von dem englischen Begriff „permanent ichthyology culture“; deutsch: „dauerhafte Kultur“ ist ursprünglich ein nachaltiges Konzept für Landwirtschaft und Gartenbau, das darauf basiert, natürliche Ökosysteme und Kreisläufe in der Natur genau zu beobachten und nachzuahmen.

Eine in gewissem Sinn standorttreuer Stamm, wird es allerdings immer nur solange geben, wie diesen die Lebensbedingungen Zusagen.

Beim kaufen von Regenbogenforellen oder Regenbogenforellen Eiern gibt es zumeist manipuliertes Material am Markt. Wenn möglich ist auch hier, denn Fischen die sich schon im Gewässer etabliert haben, der Vorzug zu geben.

Eines der Hauptkennzeichen der Regenbogenforelle ist, daß sie zum Unterschied zur Bachforelle als ein Allesfresser bezeichnet werden können, der nur selten zum reinen Raubfisch wird.

Des weiteren ist ihr ein gewisser Geselligkeitstrieb eigen, der sie in Gemeinschaft mit Artgenossen leben läßt. Jedenfalls bevorzugt die Regenbogenforelle Lebensräume, die ihr mannigfaltige Nahrung bieten.

Gute Temperaturvertraeglichkeit

Auch ihre höhere Temperaturverträglichkeit lässt Schlüsse auf ihren natürlichen Lebensraum zu und so ist sie, in Zeiten der Verschiebung der Fischregionen, eine wichtige Alternative in der Bewirtschaftung geworden.

An der Oberen Traun, pflanzen sich die Regenbogenforellen selbst fort. Hier sieht man einen großen, hellen Laichplatz von Regenbogenforellen an der Oberen Traun.

Fruehjahrsleicher bevorzugt

Von den Regenbogenforellen sollten für den Besatz der Fließgewässer aus mehrfachen Gründen nur Stämme verwendet werden, die die ursprüngliche Laichzeit zum Ausgang des Winters beibehalten haben.

Teilweise konnten wir im April noch Regenbogenforellen in den Laichgruben beobachten.

Gute Gründe, für „Frühjahrslaicher“, wie:

  • Es sind zum einen die Schonzeitbestimmungen auf diesen Laichtermin ausgerichtet und zum anderen kann die
  • Laichablage der Bachforellen und auch der Äsche kaum durch laichfähige Regenbogenmilchner gestört werden.
  • Es ist auch das Nahrungsaufkommen für die Frühjahrsleicher besser und auch für die Brütlinge ist eine Entwicklung im Frühling besser.
Hier ein grosser RBF Laichplatz unterhalb vom Trampolin.
Am 29. März 2020 konnten noch Regenbogenforellen beim Laichen beobachtet werden.

LAICHPLATZKATIERUNG

Das Zählen von Bäumen ist bekannterweise einfacher als das Zählen von Fischen. Fische sind zumeist unsichtbar und zumeist in Bewegung. Diese Aussage fasst einen der schwierigsten Aspekte der Fischereibewirtschaftung treffend zusammen: zu wissen, wie viele Fische es gibt und wann und wo sie sich bewegen. Die Beantwortung dieser Fragen ist besonders wichtig für unsere Hauptfischarten, wie von Forellen und Äschen, die im Laufe ihres Lebens einige Entfernungen in unseren Flüssen zurücklegen. Fischereiwissenschaftler haben zahlreiche Technologien zur Verfolgung von Fischbewegungen entwickelt und suchen ständig nach neuen, innovativen Wegen, um diese Bewegungen zu überwachen.

Die Regenbogenforelle ist aus der Gewässerbewirtschaftung in, vielen unserer Gewässer nicht mehr wegzudenken. Hätte sie nicht den Platz, denn früher die Bachforelle hatte eingenommen, hätte die Attraktivität unserer Fliegenfischergewässer stark abgenommen.

Wenn immer wieder Regenbogenrogner gefangen werden, die außerhalb der Laichzeit, also nicht im und um den März, reife Eier tragen, so muss das nicht immer darauf zurückgeführt werden, daß sie einem Stamm mit einem genetisch bedingten, anderen Laichtermin angehören. Laichreife Regenbogenrogner, die keinen geeigneten Laichplatz finden, behalten ihre Eier oft lange bei sich. Diese sind dann aber, wie die Erfahrung lehrt, nicht mehr befruchtungsfähig und sterben, allerdings oft erst nach längerer Zeit, ab.

Regenbogenforelle im Drill
Regenbogenforelle im Drill

Regenbogenforellen aus „Speisefischzuchten“

Für den Regenbogen Fischbesatz benötigen wir heute Fische, die eine gute Durchmischung an männlichen (Milchner) und weiblichen (Rogner) Individuen haben. Anders ist das bei den Forellenproduzenten, die Speiseforellen aufziehen oder die Setzlinge an Interessenten abgeben, die beabsichtigen Portionsfische zu erzeugen. Von diesen Produzenten wird ein ständiges Angebot an Speisefischen in einer bestimmter Größe das ganze Jahr über vom Markt verlangt. Diesem Käuferwunsch kann nicht einmal beim Vorhandensein von zwei zu verschiedenen Zeiten laichenden Regenbogenstämmen ganz entsprochen werden. Dazu braucht es mindestes drei, am besten 4 Stämme mit verschiedenen Laichterminen. Dies würde so viel Platz in einer Fischzucht beanspruchen, dass ihn kein Betrieb, sei er auch einer der größten, in Österreich zur Verfügung halten kann. Daher werden von diesen Zuchtanstalten zu verschiedenen Terminen Eier importiert. Denn nicht nur für die Mutterfische selbst muss Raum zur Verfügung gestellt werden, es muss ja außerdem für ihre ständige Ergänzung und Erneuerung gesorgt werden, um alle Jahre ausreichend mindestens 4-jährige Rogner ablaichen zu können. Eine gewisse Schwierigkeit ist auch darin zu sehen, dass mit der Verbringung von Mutterfischstämmen in ein anderes Milieu und andere Umweltverhältnisse der Laichtermin nicht unbedingt beibehalten wird, sondern sich auch um Monate verschieben kann. Platzbedarf und Umweltverhältnisse beschränken somit die Eierzeugung in hohem Maße.

Regenbogenforellen Eier kann man heute in guter Qualität am Markt kaufen. Sie kommen zumeist aus dem Ausland.

Natürlich spielt auch die Frage nach der Rentabilität einer eigenen Eierzeugung eine große Rolle. Wenn man sich der Mühe unterzieht, den Ertrag einer mittelgroßen Forellenzucht einerseits aus der Produktion von Brut und Setzlingen, andererseits von Eiern zu ermitteln und gegenüberzustellen, so geht aus dieser Berechnung sehr schnell hervor, dass die Eierproduktion sich kaum rentiert und die Existenz des Betriebes sogar gefährdet. Abgesehen davon, dass die Eier zu einem kurzen, von der Eientwicklung bestimmten Zeitpunkt verkauft werden müssen, was oft schwerwiegende Absatzprobleme schafft, so ist es gar nicht leicht, einen entsprechend großen und ständigen Kundenstock zu finden und zu erhalten.

Bei uns die bevorzugte Variante: Große RBF zu Schützen und damit das Eigenaufkommen zu fördern und zu unterstützen. Harald Edinger bei der Laichplatzkartierung zur RBF Laichzeit.
Auch hier eine große Laichgrube. Daher ist es speziell im März-Mai wichtig, dass hier nicht unachtsam gewatet wird und die Laichgruben beschädigt werden.

Aktuell wissen wir noch nicht, wie weit die Laichzeitverschiebungen durch die Umweltfaktoren und wie weit sie durch Erbeigenschaften fixiert sind. Es wäre interessant, zu erfahren, ob schon Beobachtungen gemacht wurden, die die Vererbbarkeit differenzierter Laichtermine beweisen, so wie wir den Einfluß der Umweltfaktoren auf diese feststellen konnten. Oder: ist die Variabilität der Laichzeit gar eine durch künstliche Zucht und Vermehrung neu erworbene Eigenschaft, die die überaus hohe Anpassungsfähigkeit der Regenbogenforelle unter Beweis stellt? Ist es dann nicht wahrscheinlich, daß nach dem Aussetzen von Nachkommen früh- oder spätlaichender Stämme ins Wildwasser die jeweilige Eigenschaft nicht beibehalten wird? Die Forelle als noch recht urwüchsiges Tier ordnet sich wohl sicher nach den bisherigen Beobachtungen in den Jahresrhythmus des betreffenden Standortes ein. Diese Fragen harren noch der Beantwortung. An dieser Stelle soll an die Gewässerbewirtschafter die Frage gerichtet werden, welche Beobachtungen eventuell über ursprünglich verschiedene Laichzeiten von Bach- und Regenbogenforellen im selben Gewässer vorliegen, über eine eventuelle Verschiebung bei den letztgenannten, so daß es sekundär zu einer Überlappung der Laichzeit der beiden Arten gekommen ist. Was in der Brutanstalt absolut erwünscht und günstig sein kann, ist in freier Wildbahn oft als nachteilig zu betrachten. Auch für die Festlegung örtlicher Schonzeiten sind solche Beobachtungen unbedingt wichtig.

Bedeutung bei der Erhaltung

Die Ethnoichthyologie kann für die Untersuchung und Untersuchung von durch anthropogene Faktoren verursachten Umweltveränderungen wie dem Rückgang der Fischbestände, dem Verschwinden von Fischarten und der Einführung nicht heimischer Fischarten in bestimmten Umgebungen von großem Nutzen sein. Ethnoichthyologisches Wissen kann zur Entwicklung von Umweltschutzstrategien verwendet werden. Mit fundierten Kenntnissen der Fischökologie können fundierte Entscheidungen in Bezug auf Fischereipraktiken getroffen und schädliche Umweltpraktiken vermieden werden. 

Bei der oberen Soleleitung ist eine der größten Laichgruben von Regenbogenforellen.

Laichplaetze und Jungfischbaitate

Die Wiederherstellung von Laichgebieten erfordert die Kenntnis der Merkmale, die eine geeignete Umgebung für die Fortpflanzung von Fischen darstellen. Im FROSKG (Fischerei Reirevier Oberes SalzKammerGut) sind wir dabei, eine Erhebungen der Laichplätze, in denen Lachsfische ihre Eier legen, in unseren Bächen des Salzkammergut durch, um die Laichpräferenzen für Salmoniden zu bewerten. Wir dokumentieren die zeitliche und geografische Verteilung der RBF Laichzeit mit der Beobachtung der in Frage kommenden Standplätze und dokumentieren die Strömungsverhältnisse (Pegel), Wassertemperatur, Tiefe und Substrattyp. Die Ergebnisse dieser Erhebungen wird uns bei unseren Wiederherstellungsbemühungen hilfreich sein und zur Maximierung des Laichlebensraums beitragen.

„ Wenn du wissen willst, wer du warst, dann schau, wer du bist. Wenn du wissen willst, wer du sein wirst, dann schau, was du tust.“.

Zitat: Buddhistische Weisheit

 
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