WEINBACH RESTWASSERSTRECKE

Die Dotation der Ischl sowie der Seewasserspiegel am Wolfgangsee wird durch eine Wehranlage (Klause) in Bürglstein, im Gemeindegebiet von St. Wolfgang, unmittelbar am Seeausfluss in Strobl geregelt. Bis zur Querung der St. Wolfganger Landesstraße bei Fluss-km 11,56 weist die Ischl einen gestreckten, durch Uferbewuchs gut beschatteten Verlauf auf, danach folgt eine etwas stärker gewundene, noch recht natürliche Strecke, durch einen engen, wenig besiedelten Talabschnitt, bis zur Mündung des Weißenbaches, bei Flusskilometer 9,34 der rechtsufrig in die Ischl dazu kommt und ein recht kaltes Wasser in die Ischl einspeist.

Gleich etwas unterhalb der Strobler Weissenbach Mündung, zweigt beim Schlauchwehr von der Energie AG, linksufrig bei Fluss-km 8,96 ein Mühlbach, der Kraftwerkskanal ab, die dazugehörige Wasserkraftanlage Weinbach befindet sich etwa auf Höhe Fluss-km 8,06. Die Mündung des Unterwasserkanals (Werkskanal) in die Ischl erfolgt dann wieder in den unteren Teil der Restwasserstrecke, bei Fluss-km 7,6. Unmittelbar nach der Mündung vom „OKA-Werkskanal“ in die Restwasserstrecke, befindet sich der „Schenner Polster“ und das Jank Kraftwerk.

Genau hier, zwischen dem Schlauchwehr von der Energie AG und Jank Kraftwerk ist auch die Restwasserstrecke und deren Länge beträgt rund 1.350 Meter.

Restwasser-Strecke

Bei sogenannten Ausleitungskraftwerken wie wir das hier in Weinbach haben, ist die Situation so, dass über einen Werkskanal ein Großteil der Wassermenge zum Ausleitungskraftwerk (Turbinenhaus) führt und eine „Restwasserstrecke“ verbleibt. Diese wird vom Dotationswasser (auch Pflichtwasser genannt) durchronnen. In nachfolgenden Bericht geht es um die „Restwasserstrecke-Weinbach“ und der fischereilichen Situation.

Aus ökologischen Gründen ist es erforderlich, dass immer eine gewisse Mindest-Restwassermenge im Gewässer verbleibt. Diese Wassermenge wird benötigt, damit das Gewässer auch im Restwasserlauf unterhalb der Entnahmestelle seine vielfältigen ökologischen Aufgaben erfüllen kann. Diese Aufgabe besteht zum einen in der Funktion des Gewässers – einschließlich der Uferzone- und Auenbereiche – als Biotop für im und am Wasser lebende Tiere und Flora und deren im und am Wasser wachsende Pflanzen, Bäume, Sträucher und Algen und somit zur Erhaltung der biologischen Artenvielfalt.

Bei den Tieren sind insbesondere die Fischpopulationen von Bedeutung, denn für die Fortpflanzung vieler wandernder Fischarten ist die Mindestwassermenge in Verbindung mit funktionierenden Aufstiegs- und Abstiegshilfen an Staustufen zwingend erforderlich.

Die Restwassermenge trägt unter anderem zur Erhaltung der Temperaturpufferkapazität gegen übermäßige Erwärmung im Sommer und Zufrieren im Winter sowie zur Vermeidung übermäßiger Eutrophierung (Algen- und Bakterienwuchs) bei. Hierüber hat das Restwasser einen erheblichen Einfluss auf die Wasserqualität (Gewässergüte), die einerseits für die oben genannte Funktion als Biotop und andererseits für die Funktion der natürlichen Klärung (Abbau von Schadstoffen) wichtig ist. Eine ausreichende Menge und Qualität des Restwassers sind wiederum wichtig für die Funktion der Speisung des Grundwassers.

Eine weitere Funktion nimmt das Gewässer im Landschaftsschutz zur Erhaltung der landschaftlichen Vielfalt als Landschaftselement ein. Das Restwasser trägt hier zur Erhaltung der Morphologie des Gewässers und insbesondere zur Vermeidung einer Verlandung durch Ablagerung von Schwemmsedimenten (vor allem Sand und Schlick) im Flussbett bei.

Die aus ökologischen Gründen notwendige Mindestrestwassermenge ist sehr vom Gewässertyp, dem Abflussregime, dem Charakter des Gewässers sowie der individuellen Situation an der Entnahmestelle und entlang der Restwasserstrecke abhängig. Wichtigste Kenngröße ist die Wassermenge; je weniger Wasser der Fluss im Jahresmittel führt, umso größer ist tendenziell die relative Mindestrestwassermenge. Daneben sind aber auch das Gefälle, die mittlere Fließgeschwindigkeit, Breite und Tiefe des Gewässers und die Geologie des Flussbettes und viele andere Einflussfaktoren für die Ermittlung einer Restwassermenge von Bedeutung.

Restwassermenge lt. WR-Bescheid

Lt. WR-Bescheid mit dem Geschäftszeichen: Wa-2013-101342/56-Pan/Ne vom 19. Dezember 2013 wurde die für die „Restwasserstrecke“ der Ischl abzugebende Pflichtwassermenge provisorisch festgesetzt mit:

  • mind. 800 l/s in der Zeit vom 16. Juni – 30. März
  • und mind.
  • 1200 l/s in der Zeit vom 1. April – 15. Juni.

Dabei sind ganzjährig 460 l/s über die Fischwanderhilfe und der restliche Pflichtwasserabfluss von 340 l/s bzw. 740 l/s über eine Klappe bei der Schottergasse beim Schlauchwehr abzugeben.

Pflichtwassermenge von 1,33 m³/s

Die provisorische Pflichtwasserabgabe in die Restwasserstrecke war lt. oben genannten Bescheid zeitlich bis 30. Juni 2017 befristet. Bis dahin wäre eine fachlich fundierte, auf aktuellem Wissensstand beruhende Restwasserstudie mit nachvollziehbarem Vorschlag für den ökologisch erforderlichen Restwasserabfluss zur Gewährleistung des guten ökologischen Zustandes der Ischl im Bereich der gegenständlichen Entnahmestrecke der Wasserrechtsbehörde zur Beurteilung und endgültigen Restwasserfestsetzung vorzulegen, gewesen.

Da es zu keiner Erstellung einer Restwasserstudie bis zum 30. Juni 2017 gekommen ist ganzjährig eine Pflichtwassermenge von 1,33 m³/s (= NQT) in die Restwasserstrecke abzugeben, bis auf Basis einer nach wie vor offenen Restwasserstudie eine endgültige Restwasserfestsetzung festgelegt wird.

Soweit zu den Wasserrechtlichen Eckdaten für die Restwasserstrecke in Weinbach. In weiterer Folge möchte ich mit dieser Dokumentation die fischereiliche Situation und deren Entwicklung betrachten.

Pegel- und Temperatur Situation

Restwasserstrecken sind Abschnitte in Fließgewässern, bei denen wegen menschlicher Nutzungen, vor allem Wasserkraftnutzung, die Wasserführung gegenüber dem natürlichen Zustand verringert ist, weil eine Ausleitung, meist an einem Querbauwerk erfolgt. Dies hat, in Abhängigkeit von der Intensität der Nutzung, mehr oder weniger negative Auswirkungen auf den ökologischen Zustand des Fließgewässers.

In der Restwasserstrecke in Weinbach haben wir seit Neubau der Schlauchwehranlage hinsichtlich Hydrologie durch Schwall und Restwasser und durch den hohen Geschiebeeintrag durch den 300 Meter oberhalb vom Schlauchwehr einmündenden Strobler Weissenbach fischereilich gesehen zwar einen „Kaltwasser“-bringer, jedoch auf der anderen Seite, zumindest durch die menschlichen Eingriffe der letzten Jahre ein überproportionale Geschiebe und Feinedimente Fracht, mit zig -tausend Tonnen, je Hochwasser Ereignis.

Durch den 300 Meter oberhalb vom Schlauchwehr einmündenden Strobler Weissenbach haben wir hier fischereilich gesehen einen „Kaltwasser“-bringer. Damit wird über den gleich darunter liegenden Fischaufstieg, mit einer Dotierung von 470 Liter/Sekunde recht kaltes Wasser in die Restwasserstrecke abgeleitet und das wird auch eine Erklärung sein, dass sich dadurch Salmoniden und allen Voran die Äsche recht wohl fühlt in diesen Gewässerabschnitt.

Bestandsaufnahme(n) in der Restwasserstrecke

Der Bereich der Restwasserstrecke ist seit Einführung der GZÜV-Befischungen unter Beobachtung und daher liegen Bestandsdaten aus dem Jahr 2008 vor. Weiters wurden durch die als Referenzprojekt geplanten Geschiebesperren Entleerungen im Strobler Weissenbach, seit 2017 bis 2022 jährliche Bestandsaufnahmen gemacht. Leider wurde diese Entleerung durch menschliches Zutun so stark beeinflusst und es wurde eine „Negativ“-Referenz daraus, wie es nicht gemacht werden soll. Ich hoffe, die Verantwortlichen lernen daraus. Es wurde jedoch damit ein „halbwegs“ funktionierender, technischer Lebensraum über Jahre hin zerstört. Die ökologischen Auswirkungen in diesen von der O.Ö. Landesregierung ausgewiesenen Laichschongebiet sind jedoch Katastrophal gewesen und es wird Jahre dauern, hier wieder auf einen Stand von 2008 zu kommen und eigentlich sollten sich ja eine Verbesserung lt. Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und den vielen Millionen an Steuergelder die in die Durchgängigkeit der Ischl investiert wurden, ergeben.

Die Bestandsaufnahmen in der Restwasserstrecke Weinbach werden soweit bei den nachfolgenden Befischungs-Ergebnissen nicht anders angegebene, immer im Bereich der Brücke Weinbach, über eine Länge von 200 Meter durchgeführt.

GZÜV-Befischungsdaten aus dem Jahr 2008

Im Jahr 2008 hatten wir an dieser Befischungsstelle einen ökologischen Zustand Klasse 2. D.h. mit einer Note von 2,47 ganz knapp einen „Guten“ Zustand!

Heimische Arten, Leitbild und Gefährdungsstatus

Heimische Arten, Leitbild und Gefährdungsstatus

Fischökologisches Leitbild (Haunschmid et al., 2006)


l = Leitart
b = typische Begleitart
s = seltene Begleitart
a! = allochthon
N! = Neozoa

FFH…Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU (RICHTLINIE 92/43/EWG DES RATES vom 21.Mai 1992)

II = Art gelistet in Anhang II der FFH-RL (Arten, für die Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen)
IV = Art gelistet in Anhang IV der FFH-RL (Streng zu schützende Tier- und Pflanzenarten)
V = Art gelistet in Anhang V der FFH-RL (Arten, deren Entnahme und Nutzung Gegenstand von Verwaltungsmaßnahmen sein können)


Gefährdungsstatus nach Wolfram & Mikschi (2006), Rote Liste der Fische (Pisces) Österreichs und \nIUCN (International Union for Conservation of Nature)

RE = regional ausgestorben oder verschollen (regionally extinct)
CR = vom Aussterben bedroht (critically endangered)
EN = stark gefährdet (endangered)
VU = gefährdet (vulnerable)
NT = Gefährdung droht (near threatened)
LR = geringes Risiko (lower risk)
LC = nicht gefährdet (least concern)
DD = Datenlage für eine Einstufung nicht ausreichend (data deficient)
NE = nicht eingestuft, es handelt sich meist um verbreitete und reproduzierende Neobiota (not evaluated)

Abundanz und Biomasse

Befischungstermin in der Ischler Ache Ende August bis Mitte September

Im Jahr 2008 wurde die GZÜV-Bestanderhebung am 20. August 2008 durchgeführt.

Wichtig bei Bestandsaufnahmen in der Ischl ist immer der Befischungszeitpunkt. Als Seeausrinn und Laichhabitat für viele Wolfgangsee Fischarten, wie den Perlfisch, die Laube oder die Seeforelle, wird die Ischl zu deren Laichzeit als Laichplatz genutzt. Bestandsaufnahmen sollten in der Ischler Ache möglichst von Ende August bis Mitte September durchgeführt werden. Befischungen im Frühjahr, sind wegen der Laichzeit vom Perlfisch und der Äsche zu vermeiden und Befischungen ab 16. September sind wegen der Laichzeit der Bach- und Seeforelle nicht möglich, bzw. findet ab Oktober die Fischwanderung in den Wolfgangsee statt und die Ischl wird über die Wintermonate, zumindest was die Weißfischarten betrifft, ziemlich fischleer und Bestandsaufnahmen wären nicht repräsentativ.

Wichtiges Laichhabitat Ischler Ache für viele Seefische

Am besten ist das im April zu beobachten, wenn ab Mitte April eines Jahres der Laich Zug der Perlfische beginnt, kommen viele Begleitfischarten, wie auch diese im Leitbild angeführt mit in die Ischl. Genauso kann man im Herbst den Aufstieg von vielen Weißfischarten in das „Winterlager Wolfgangsee“ beobachten. Dann stehen viele Fische am Einstieg, sofern sie diesen finden, bei den Fischaufstiegshilfen an, um flussaufwärts in den Wolfgangsee zu ziehen. Interessant war die auch bei der „Winter-Notabfischung“ am 11. Jänner 2023 zu beobachten, wo wir ursprünglich mit einer größeren Anzahl von Weißfischen, speziell von Aitel gerechnet hätten. Diese sind jedoch über die Wintermonate in diesen oberen Abschnitt der Ischler Ache bereits in den Wolfgangsee aufgestiegen. Daher ist auch die Durchgängigkeit für diese Fischwanderungen über Fischauf- und Abstiegshilfen, speziell bei Seeausrinne so wichtig.

Abundanz und Biomasse (E-Befischungen), Ischl, Weinbach, 20. August 2008

Dominanz

Biomasseverteilung

Biometrie der einzelnen Fischarten und fangspezifische Kenngrößen

Altersaufbau der Leitarten und typischen Begleitarten

Längenfrequenzdiagramm der Leitarten (n>3) im August 2008
Längenfrequenzdiagramm der typischen Begleitarten, der Äsche (n>3) im August 2008

Fischökologische Bewertung der Bestandsaufnahme im Jahr 2008

Im Bereich der Ausleitungsstrecke des KW Weinbach wurde im Jahr 2008 gerade noch ein guter Zustand (2,47) erreicht, mit deutlicher Tendenz zum mäßigen Zustand. Beide Leitarten Aitel und Barbe sind vorhanden und zeigen einen annähernd natürlichen Populationsaufbau. Es sind aber leichte Unterrepräsentanzen bei den Jungfischen und geringe Individuenzahlen bei den größeren Adulten festzustellen. Von den fünf typischen Begleitarten wurden Äsche und Rotauge nachgewiesen. Als seltene Begleitarten treten Bachforelle und Koppe auf. Die Biomasse liegt mit 105,3 kg/ha deutlich über dem Grenzwert.

Der stark gefährdete Perlfisch zieht zum Laichen aus dem Wolfgangsee in die Ischl. Jungfische mit einer mittleren Länge von 4,9 cm wurden in der Ausleitungsstrecke des KW Weinbach häufig angetroffen. Die Art, die in dieser Befischungsstrecke immerhin etwa 1/3 der Ichthyozönose stellt (Abundanz Verteilung), ist nicht im Leitbild enthalten und demzufolge auch in der FIA-Bewertung nicht berücksichtigt. Dies sollte korrigiert werden, wobei aber bei jeder Bewertung der Befischungstermin zu berücksichtigen ist.

Die hauptursächlichen Belastungen sind die durch Mauern über weite Strecken hart verbauten Ufer, die geringe Abflussmenge (Restwasser), sowie mehrere, nur eingeschränkt passierbare Querbauwerke (Rampen). Oberhalb war 2008 noch eine unpassierbare Wehr des KW Weinbach. Innerhalb eines Linksbogens sind im Bereich einer Tiefenrinne alte Sohlsicherungen aus Holz, die größeren Fischen als Unterstände dienen. Ansonsten sind kaum fischrelevante Unterstände vorhanden. Die geringen Jungfischdichten der Leitarten dürften auf den Mangel an Rückzugsräumen zurückzuführen sein. Während bei geringen Abflüssen noch Flachwasserbereiche vorhanden sind, liegen bei Hochwasserereignissen aufgrund der verbauten Ufer nur mehr wenige strömungsgeschützte Bereiche vor. Zudem kommt es oberhalb der Rampen (Rückstau) abschnittsweise zur Ablagerung von Feinmaterial, wodurch das Laichsubstrat unmittelbar oberhalb der Rampen für lithophile Arten ungünstig ist.

Schon leichte Veränderungen in der Fischbiozönose hätten eine Verschlechterung des Zustandes zur Folge, weshalb trotz der derzeitigen Bewertung Maßnahmen erforderlich sind. Natürliche Substrat- und Strömungsverhältnisse könnten durch ein Auflösen der künstlichen Rampen erzielt werden. Erhöhungen der Restwasserabgabe haben in Kombination mit einer ausreichenden Strukturierung des Gewässerbettes einen positiven Effekt auf die Fischfauna. Einen limitierenden Faktor, nicht nur für potamodrome Wanderer wie die Nase, sondern auch für den aus dem Wolfgangsee einwandernden und in der Ischl laichenden Perlfisch, stellen die zahlreichen nicht- bzw. nur schwerpassierbaren Querbauwerke dar. Langfristig ist daher eine Durchgängigkeit der gesamten Ischl anzustreben.

Bestandsaufnahme 6. September 2022

Lt. wasserrechtlichen Bewilligungsverfahren für diese Befischung, dokumentiert im Wasserrechtsbescheid 30303-202/2373/17-2016 bzw. 30303-202/2373/23-2019 ist ein fischökologisches Monitoring (Befischungen) gefordert. Die Ergebnisse dieser
Befischungen habe ich hier bezogen auf die Befischungsstelle 4 – der Restwasserstrecke Weinbach Auszugsweise herausgenommen. Die Befischungen wurden gemäß der GZÜV-Richtlinie = Gewässerzustandsüberwachungsverordnung, BGBI. II Nr. 479 / 2006 vom Büro Blattfisch aus Wels durchgeführt. Zusätzliche personelle Ressourcen wurden vom Institut für Wasserbau, Hydraulik und Fließgewässerforschung der Universität für Bodenkultur Wien gestellt.

Die Bestandsaufnahme erfolgte vom Büro Blattfisch aus Wels mit personelle Ressourcen vom Institut für Wasserbau, Hydraulik und Fließgewässerforschung der Universität für Bodenkultur Wien.

Innerhalb der Befischungsstelle 4, der Restwasserstrecke wurden 5 verschiedene Fischarten nachgewiesen. Auffallend ist, dass diese Strecke stark von rheophilen Cypriniden dominiert wird. Die am häufigsten vorkommende Art ist die Barbe. In Summe wurden 60 Fische innerhalb dieser Befischungsstelle gefangen.

Bestand der Befischungsstelle 4 = 26,2 kg/ha

Die aus den realen Fangzahlen von n=60 abgeleitete Bestandsberechnung der Befischungsstelle 4 bezogen auf einen Hektar benetzte Fläche ergibt 236 Individuen. Die errechnete Biomasse der Restwasserstrecke beläuft sich damit auf 26,2 kg/ha.

Längenfrequenzdiagramm der Äsche (Thymallus thymallus) in der Befischungsstelle 4

Längenfrequenzdiagramm der Äsche (Thymallus thymallus) in der Befischungsstelle 4

Notabfischung am 11. Jänner 2023

Durch bevorstehenden Baumaßnahmen und durch mechanischen Geschiebeabtransport in der Restwasserstrecke, haben wir in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern vom Gewässer Bezirk Gmunden eine „Notabfischung“ durchgeführt. Die Befischung fand, im Gegensatz zu den oben angeführten GZÜV-Befischungen, über die komplette Restwasserstrecke statt. Gefischt wurde mit einem Grassl 2,2 KW Aggregat und einen Grassl 1,3 KW Aggregat. Polführer war Martin Pomberger vom Gewässerbezirk und Heimo Huber vom FROSKG.

Wasserstands Daten zum Befischungstermin

Vergleich der Biomasse der Jahre 2008 und 2017 bis 2023

Betrachtet man die statistische Anzahl der gefangenen Fische (ohne Koppen) über den gesamten Beobachtungszeitraum, so zeigen sich durchgehend Rückgänge in der Anzahl der gefangenen Fische. Innerhalb der untersuchten Restwasserstrecke an der Ischler Ache (BS_4) wurden im Jahr 2022 mit 58 Individuen die bisher niedrigste Zahl an Fischen gefangen.

Weitere Informationen

„In die Zukunft blicken, in der Gegenwart leben und aus der Vergangenheit lernen“