KALTENBACH

ABFISCHUNG UNTERER KALTENBACH

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Bei der Abfischung im Kaltenbach, war sogar ein Hecht’erl dabei!

Das Salzkammergut ist ein sehr wasserreiches Land mit zahlreichen unterschiedlichen Gewässertypen: von den idyllischen Gebirgsbächen und -seen bis zu teilweise starkverbauten Flüssen und Gräben in den Talniederungen. Mit der Oberen Traun als Hasuptgewässer. Diese Gewässer mit ihrer umliegenden Vegetation zählen zu den artenreichsten Lebensräumen des nördlichen Voralpenlandes. Daher sind wir hier dabei, eine systematische Erfassung des Vorkommens der verschiedenen Fischarten in unseren Gewässern zu dokumentieren.

Start der Bauarbeiten „Sisi Park“

Im Zuge des Projektes „Neugestaltung Unterlauf Kaltenbach“ im Zuge der Renaturierunsgarbeiten, anläßlich der Landesgartenschau 2015 in Bad Ischl, mussten wir in Abstimmung mit der WLV (Die Wildbach und Lawinenverbauung), am 18. Jänner 2014 eine ersten Abfischung im Unterlauf des Kaltenbaches vornehmen, um den Anstich des Umleitungsgerinne, der am 20. Jänner geplant ist nicht zu verzögern und welcher kurzfristig zu einer stärkeren Wassertrübung führen kann und auch die nachfolgenden Bauarbeiten in diesen Bereich zu starke Unruhe in diesen Bereich mit sich bringen werden. So haben wir in diesen stark verbauten unteren Bereich eine erste E-Abfischung gemacht.

Ergebnisse der Elektrobefischung Unterlauf Kaltenbach

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Eine wichtige Aufgaben für uns als Bewirtschafter sind zweifellos die Erhaltung der Fischgewässer als Lebensraum und der Schutz der autochthonen Fischarten. Daher sind die Informationen, die aus den Elektrobefischungen hervorgehen, ein wichtiger Aufschluss über den Zusammenhang zwischen dem Natürlichkeitsgrad des Gewässers und der vorhandenen Fischpopulation. Außerdem widerspiegeln sie die aktuelle Verteilung autochthoner und standortsspezifischer Fischarten bzw. die anthropogen bedingte Artenentfremdung in bestimmten Zonen und Lebensraumtypen.

Artenzusammensetzung

Sehr erfreulich ist die festegstellten Artenzusammensetzung im unteren Kaltenbach, mit:

  • Der Bachforelle als Leitfisch
  • im Unterlauf haben sich auch schon Regenbogenforellen angesiedelt
  • Bei Barsch und Hecht ist die Verbindung zum „Kaltenbach Teich“ festzustellen
  • Erfreulich, dass wir im Unterlauf auch Aitl dabei haben
  • und ein sehr guten Aufkommen von „Koppen“ konnten wir auch hier feststellten

Erwartet hätten wir auch ev. ein Vorkommen von Elritzen und Schneider! Diese beiden Arten wurden nach früheren Aufzeichnungen, in der Oberen Traun und ihren Unterläufen der Nebenbäche auch festgestellt. Das wir Äsche im „Kaltenbach Oberlauf“ haben, wurde schon nachgewiesen. Daher wird es interessant zu beobachten sein, ob die barrierefreie Anbindung an die Traun hier ev. auch eine Veränderung bewirken wird.

Koppe aus dem Sulzbach

Auch ein guter Koppen Bestand konnte festgestellt werden

6 Fischarten im Klastenbach nachgewiesen

Auf der Basis vorliegender Abfischungsergebnisses, welches wir hier im „Kaltenbach Sektion 1 „Unterlauf“„, bis etwas über die Engleithen Brücke,  mit weiteren Bestandsaufnahmen und im Unterlauf mit einer weiteren Abfischung, je nach Baufortschritt machen werden, konnten wir hiermit 6 verschiedene Fischarten nachweisen.
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Von den 6 Fischarten, sind 5 als heimisch einzustufen und gehören zur typischen Fischfauna im Salzkammergut und in den Bereich der Nordalpen. Die Anwesenheit der Regenbogenforelle ist auf Besatzmaßnahmen der letzten Jahre und auf die Situation mit der „Schwarzen Bachforelle“ in der Oberen Traun, zurückzuführen. In der Zwieschenzeit pflanzen sich die Regenbogenforellen in der Oberen Traun sehr produktiv fort und Besatzmassnahmen sind keine erforderlich. Unsere Bewirtschaftungsschwerpunkte in der Ischler Traun, hat sich auf die Äsche verlagert. Die stark geährdet ist. In den Nebenarmen fördern und schützen wir die Eigenproduktion der heimischen Bachforellenstämme.huberpower-100-5

Der Barsch könnte aus dem Kaltenbach heraus gewandert sein. Wobei auch bei Ischlmündung und beim Kreuzstein schon ein Barschvorkommen beobachtet wurden. Unterhalb der Ischlmündung dürften Barsche stärker auftreten.
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Es ist erfreulich und für uns ein wichtiger Punkt in der Bewirtschaftung, die autochtonen Bachforellenstämme in den Nebenbächen, dort wo wir diese noch haben, zu schützen und zu erhalten und um gegebenfalls damit auch die Ischler Traun wieder zu besiedeln.

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Erfreulich ist, dass auch „Aitl“ den Zugang in den Kaltenbach gefunden haben. Diese könnten eventuell beim Hochwasser im Juni 2013, hier einen Schutz gefunden haben?

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Unter der „Engleithen Brücke“ konnten wir auch die „Brückenforelle“ fangen. Durch die Anbindung an die Traun und die Renaturierungsmaßnahmen um Unterlauf, werden wir künftig auch mit einem stärkeren Regenbogenforellen-Laichgeschäft rechnen müssen.

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Erfreulich, das wir auch jede Menge an Insekten und Kleinlebenwesen im Kaltenbach haben, so wie hier eine kleine Kollonie von „Steinhäusl“ (Köcherfliegenlarven).

Fische wieder eingesetzt

Die abgefischten Fische, haben wir an zwei Stellen wieder zurückgesetzt:

  • Die Bachforellen, bis > 10 cm und die Koppen haben wir oberhalb der „Kaltenbach Schlucht“ (Sektion 5 – Quelle) wieder eingebracht. Da durch die starken Baumaßnahmen in der Kaltenbach Schlucht war es uns wichtig, dass sich diese wieder mit Bachforellen Besatz aus dem Quellbereich besiedelt.
  • Die größeren Bach- und Regenforellen und den Beifang haben wir in die Uschler Traun eingesetzt.

Struktur Armut = Wenig Fische

Im stark regulierten und betonierten Unterlauf des Kaltenbach sieht man auch gleich auf Basis einer Elektrobefischung, ein spärliches Vorhandensein von Fischen. Wenn man dies mit Bestandsaufnamen aus den Oberlauf des Kaltenbach vergleicht, wie „Kaltenbach Sektion 3- Katrin“ wo wir einen zigfachen Bestand haben, kann man durch die gerade begonnenen Restrukturierungen in diesen Bereich, auf rasche Verbesserungen hoffen und mit dieser Lebensraumentwicklung zur Erreichung eines besseren ökologischen Zustands bessere Bedingungen für die vorkommenden Fische und Wassertier bekommen. Vor allen durch die geplante Anbindung und  der damit geschaffenen barrierefreien Duchgängigkeit, erwarten wir uns in den nächsten Jahre sehr starke Verbesserungen als natürlicher Gen-Pool und als natürliches Aufzuchtgewässer. Wir werden die Auswirkungen beobachten und weiterhin dokumentieren!

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Im hart regulierten und stark betonierten unteren Bereich des Kaltenbach sind auch wenige Fische vorzufinden – wobei die Artenvielfalt eine erfreuliche Erkenntnis gebracht hat.

 

 

Wenn wir die Natur auf das reduzieren, was wir verstanden haben,
sind wir nicht überlebensfähig.
Zitat: Hans-Peter Dürr

 


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