GEWAESSERBUCH

ISCHLER RETTENBACH

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Meine erste Bachforelle aus dem Rettenbach

Der Ischler Rettenbach mit seinen kleinen Seitenbächen ist einer der schönsten Gebirgsbäche im Salzkammergut, der unterhalb von Bad Ischl in die Traun mündet. Der Rettenbach ist sicherlich für Freunde der „Gebirgsbachfischerei“ das Highlight im Salzkammergut. Jahrelang war die Fischerei im Rettenbach nicht öffentlich zugänglich. Seit 2013 ist dieser, auch in „Nass & Trocken“ schon als Lieblingsgewässer von Hubert Kerschbaum beschriebene Gewässer, wieder öffentlich für die Fischerei zugänglich. Der Rettenbach ist sehr abwechslungsreich, landschaftlich schön gelegen und sowohl von seiner Länge als auch von seiner Wasserführung sehr anspruchsvoll zu befischen. Er besticht durch eine gute Strukturierung, grössere Steine unterbrechen den Flusslauf und immer wieder bilden sich schöne Gumpen, in denen sich viele Fische tummeln. Das Wasser verfügt über einen ausgezeichneten Fischbestand an Bachforellen, im unteren Teil findet man auch Regenbogenforellen und Äschen, die aus der Traun aufsteigen.

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Die ersten Frühlingsboten begleiten einen bei der Pirsch auf die „Rotgetupfte“

Unterer Rettenbach

Der Bach liegt fernab von bewohntem Gebiet und bietet ein unvergleichbares Naturerlebnis. Gerade Trocken-Puristen und Liebhaber von leichtem Gerät kommen hier voll auf ihre Kosten.

Reviergrenze: von der Einmündung Grabenbach-Brücke bis zur Einmündung in die Traun 3,4 km (Eisenbahnbrücke)

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Im Unterlauf ist der Rettbach gut zugänglich und am breiten Bachbett sieht man auch, dass er bei Hochwasser seinen Platz brauchtHAH_Expor-44-6

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In den „Ausspühlungen“ sieht man die Kraft des Wassers

Rettenbach Klamm

Oft ist die Klamm sehr stark verklaust und führt zu einem aufstauen. Aktuell schaut es gut aus, durch die wunderschönen Katarakte ist nur wenig Holz in der Klamm verkeilt. Mal die Schneeschmelze und das nächste Hochwasser abwarten … Früher wurde hier das Holz von der Rettenbachalm „getriftet“. Auch unter Kajak-Fahrer ranken sich über diese Klamm viele Geschichten. Erzählen die einen von schweren Verletzungen und geknickten Booten wollen andere eine Umtragemöglichkeit auf der linken Uferseite kennen. Auch für uns Fischer hat diese Klamm ihren Reiz. Auf alle Fälle ist sie ein Naturdenkmal, dass auch über einen Wanderweg und eine Brücke besichtigt werden kann.

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Hier im „Endgumpen“ der Rettenbach Klamm steht immer eine „Große“

Nach dem „Kanonenrohr“ als Höhepunkt der Klamm, schaltet der Rettenbach im „Endgumpen“ auf den letzten Kilometern einen Gang zurück und fließt gemächlicher an der Rettenbachmühle vorbei und bin zur Traunmündung dahin. Das „Kanonenrohr“ selbst ist nicht befischbar! Von unten über den „Endgupmen“ ist kein Einstieg möglich. Besser wäre es auch von oben herunter zu fischen. Mal bei Niederwasser versuchen, wie weit man in die Klamm herein kommt.

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Im glasklaren Wasser des Rettenbach, lauert so manche Bachforelle

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Mit leichten Gerät und Trockenfliege kann man auch so manche überlisten

Rettenbachwildnis

Nördlich einer großen Wiese, vor der Rettenbachmühle, leitet der Weg in den Wald. Nach etwa 200 m führt ein Steig hinab zur Rettenbach – Klamm. Längst schon hört man das Rauschen und Tosen des Rettenbaches, besonders wild bei Hochwasser. Hier bieten sich prächtige Fotomotive. Durch diese enge Felsschlucht wurde früher Holz getriftet. Oft stauten sich die Bloche, zahlreiche Holzknechte verloren hier ihr Leben. Das Wasser zum Triften wurde oberhalb der Rettenbachalm gestaut. Ein schmaler Steig führt hinauf zur Forststraße. Talaus erreicht man in einer Viertelsunde die Rettenbachmühle.

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Gedenktafel, welche an einen Vorfahren des russischen Astronauten Gagarin erinnert: an Fürst Leon Gagarin und seinen Sohn Wladimir, welche am 3.8.1868 an dieser Stelle ertranken.

Etwa 100 m unterhalb der Brücke über den Rettenbach ist an einem Fels am rechten Bachufer eine Gedenktafel angebracht, welche an einen Vorfahren des russischen Astronauten Gagarin erinnert: an Fürst Leon Gagarin und seinen Sohn Wladimir, welche am 3.8.1868 an dieser Stelle ertranken. Man nimmt an, dass die beiden badeten, als in der Rettenbachalm die Schleusen zum Holztriften geöffnet wurden.

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Rettenbachmündung, bevor die Fischtreppe errichtet wurde

Fischtreppe Rettenbach

Seit 2008 können Bachforelle, Äsche oder Koppe wieder ungehindert zum Laichen in den Rettenbach aufsteigen. Der Mündungsbereich des Rettenbaches, wird durch einen so genannten Beckentümpelpass wieder fischpassierbar gemacht. Dies bedeutet, dass durch mehrere abgestufte Becken eine „Fischtreppe“ angelegt wird, mit deren Hilfe die Barriere überwunden werden kann. „Diese Aufstiegshilfe ermöglicht regionstypischen Fischarten die natürliche Fortpflanzung, was auch die Fischerei positiv aufwertet“.

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Rettenbachmündung mit der 2008 errichteten Fischtreppe

Damit Fische ihre ehemaligen Wanderrouten wieder aufnehmen und zum Ablaichen stromaufwärts in die Mündungen ziehen können, waren im Rahmen des Gewässerbetreuungskonzepts (GBK) für die Obere Traun im Jahr 2008 Bagger am Werk: Mit der Errichtung einer Fischwanderhilfe am Rettenbach wurde Abhilfe geschaffen. Von den verbesserten Lebensraumstrukturen profitieren sowohl Fische als auch wandernde Kleinlebewesen und „Fischnährtiere“ wie Eintags- oder Steinfliegenlarven. Auch bedrohte Arten wie der Eisvogel sind Nutznießer des verbesserten Ökosystems.

Fakten Rettenbach:
Bauzeit 13.10. bis 17.12.2008
Kosten 76.000 €
Beckenanzahl 12 Stück
Beckentiefe 0,5-0,7 Meter
Wasserspiegelhöhenunterschied 0,15 Meter

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Leider sind ein paar hunder Meter weiter noch unüberwindbare Hindernisse – die auch noch „entschärft“ gehören, damit Fische in den Rettenbach aufsteigen können

Baumaßnahmen im Einklang mit EU-Wasserrahmenrichtlinie
Wo viel Sonne ist ist auch Schatten! Die Baumaßnahmen an der Traun und den Nebenbächen stehen im Einklang mit den Zielen der EU-Wasserrahmenrichtlinie, die vorschreibt, die heimischen Fließgewässer bis 2015 wieder in einen „guten ökologischen Zustand“ zu führen. Aufgrund der zahlreichen harten Flussverbauungen, so wie auch hier am Rettenbach, jedoch auch am Sulzbach und Kaltenbach, etwa durch Begradigungen aus den 50-iger und 60-er Jahren, gelten jedoch nur noch sechs Prozent der heimischen Flüsse als ökologisch intakt. Im Rahmen des Gewässerbetreuungskonzeptes (GBK) Obere Traun soll deshalb, für mehr Lebendigkeit, Durchgängigkeit und somit Natürlichkeit an der Traun und den Nebenbächen gesorgt werden. Eine anspruchvolle Aufgabe – mit vielen Teilerfolgen! Es bleibt jedoch noch viel zu tun ….

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Oberhalb der Rettenbachalm

Oberes Rettenbachtal

Oberhalb der Grabenbach-Brücke sind die Fischereirechte bis zur steirischen Landesgrenze verpachtet und nicht öffentlcih zu Fischerei zugänglich! Auf Höhe der Rettenbachalm,
verschwindet auch das Bachbett, bei Niederwasser im Schotterboden und damit ist hier die Bewirtschaftung und Fischerei schwierig.

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Rettenbachalm im Hintergrund der Loser

Rettenbachalm

Die Straße von Bad Ischl kommend, steigt nur leicht an, ist gebührenfrei und auch im Winter geräumt. Den Wanderer begleitet der wildromantische Rettenbach, er passiert den Klettergarten und die Hubertuskapelle bis er den Parkplatz bei der Rettenbachalm erreicht. Ab dort ist Fahrverbot und dem Wanderer eröffnet sich die 636 m hoch gelegenen Niederalm. Die urige Jausenstationen sowie gemütliche Almhütten laden zur Rast ein. Von der Alm marschiert man, entlang der Markierung, Richtung Blaa Alm und Altaussee.

Die Rettenbachalm ist zudem Ausgangspunkt für Wanderungen auf die Hinteralm, den Gamskogl und den Wildenkogel.

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Einkehren in defr Rettenbachalm

 

Wandertour: Rettenbachalm-Blaa Alm

Kleine Wanderung, große Wirkung: Der Ausseer Soleleitungsweg, unter dem salzgesättigtes Wasser vom Altausseer Bergwerk zur Ebenseer Saline fließt, führt durch eine wildromantische Schlucht: Wasserrauschen und Waldschatten begleiten Sie von Alm zu Alm. Gewiss, ein „mordssteiler“ Anstieg aus dem eindrucksvollen Kessel unterhalb der Loserwände ist schon zu bewerkstelligen, doch das Ziel belohnt alle Mühen – landschaftlich genauso wie kulinarisch.

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Man muss ja nicht immer fischen – eine Wanderung auf die Blaa-Alm ist auch sehr lohnend – 1 Stunde von der Rettenbachalm und zur Belohnung eine Cremeschnittte

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Wir wandern von der Rettenbachalm auf der Forststraße taleinwärts. Bei der Solestube über dem östlichen Rand der Almwiesen erreicht man eine Abzweigung: Nach rechts und auf dem schmaleren Weg hoch über dem Rettenbach zum Tunnel bei einer verfallenen Triftanlage. Dahinter auf einer Brücke über den Bach und durch den schluchtartigen Graben aufwärts. Bald weitet sich der Graben zum Becken der Ausseer Rettenbachalm, die unter den Wänden des Losermassivs liegt. Hier beginnt wieder eine Forststraße, auf der wir rechts sehr steil zu einer Abzweigung im weiten Wiesensattel zwischen dem Sandling und dem Loser ansteigen: Geradeaus und kurz darauf links zur nahen Gasthof auf der Blaa Alm.

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Oberer Rettenbach, Entspring auf der steirischen Seite – Richtung Loser und Bad Aussee

 

Steirischer Rettenbach

Der Rettenbach (Länge 3,6 km) liegt in einer eindrucksvollen Schluchtlandschaft eingebettet, im Ausseer Rettenbachtal – das Revier reicht vom Nagelsteg bis kurz unterhalb der Ahornbrücke. Erreichbar ist er über die Blaa-Alm. Ein Naturbach – wild mit wunderbaren Kolken und einem guten* (?) Forellenbestand – für erfahrene Gebirgsfischer!

* Quelle: ÖBF, Fischerei –  Fische sind jedoch leider im steirischen Rettenbach keine zu sehen!

Nächstgelegener Ort: Altaussee (Steiermark)

Erreichbarkeit

Das Gewässer ist nur über die Blaa-Alm erreichbar. Gehstrecke etwa 20 min. Forststraße führt über das Rettenbachtal (Soleleitung nach Ebensee) nach Bad Ischl.

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Am steirischen Rettenbach – mit wenig bis gar keinen Forellen! Schade!

Kraftplatz Rettenbach

Das Rettenbachtal ist (m)ein Kraftplatz. Lassen Sie sich auch von einer tiefen Ruhe und Zufriedenheit einnehmen, von der man auch noch Wochen danach gut zehren kann. Genießen Sie deshalb die natürliche Stille der Alm, das Rauschen in der Klamm und tanken Sie Kraft und nehmen Sie einzigartige Erinnerung aus diesen herrlichen Tal mit nach Hause!

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Kraftplatz Rettenbach

„Z’erst geh ma fisch’n, fisch’n, fisch’n, dann lass ma’s zisch’n, zisch’n, zisch’n, ja, am Rettenbach, da is was los.“

Refrain aus Lied von Helmut Ebner

 

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