TURMÖLGRADE – STRUKTUR-VERBESSERUNGEN

Traurig macht es, wenn man extrem regulierte Flüsse anschaut. Kaum Unterstände, wenig Lebensraum, keine Kehrwasser, kaum Standplätze für Fische aller Größenordnung. Umso größeres Lob gebührt jenen Verantwortlichen vom Gewässerbezirk Gmunden, die im Zuge von notwenigen Maßnahmen, zusätzlich auch Strukturen in unsere Gewässer bringen.

Gebt Steine zu den Fischen

Wenn Baumaßnahmen erforderlich werden und der Bagger in der Traun steht, macht es auch Sinn ein paar Tonnen mehr an Flussbausteinen zu versenken. Wenn der Bagger schon da ist lässt sich da einiges machen, wie wir nachfolgend an einen recht strukturlosen Teilstück an der Ischler Traun zeigen.

Ökologische Trittbrettfahrer

Im Projekt SÄEEP – „Salzkammergut Äschen Erhaltung- und Entwicklungs Projekt“ sind auch im Arbeitspaket IV – Lebensraum Verbesserungsmaßnahmen enthalten. Da kommen uns solche Maßnahmen, wie die Ufersicherung im Revierabschnitt Roith sehr entgegen, da diese unmittelbar zu Verbesserung der fischökologischen Gesamtsituation dienen und zu erwarten ist, dass mit den gesetzten Maßnahmen für die Äsche und auch andere Fischarten und Wassertiere, wie Eintagsfliegen, Köcherfliegen und andere Insekten, und Krebse profitieren werden.

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Aktuell ein recht strukturloser Gewässerabschnitt. Blick flussabwärts wird der linksufrige Bereich mit Lenkbuhnen besser strukturiert werden. Im rechtsufrigen Bereich gibt es Platz für eine Aufweitung. Diese ist laut Auskunft vom Gewässerbezirk in Planung und soll in den nächsten Jahren als ein größeres NGP3 – Projekt folgen.

Unsere Fließgewässer im Salzkammergut sind über Jahrhunderte massiv durch variierende anthropogene Beeinträchtigungen beeinträchtigt worden. Während die Gewässergüte nicht mehr zu den Probleme zählt, weisen unsere Gewässer hydromorphologische Defizite auf. Zur Wiederherstellung eines „guten“ ökologischen Zustandes“ bzw. der Nutzung der guten ökologischen Potenziale im Sinne der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) werden daher für diese gewässergeeignete Sanierungsmaßnahmen festgelegt und wie wir hoffen auch umgesetzt werden. 

Defizit Analyse

Aus unserer in den letzten Jahren gemachten „Defizit Analyse“ durch fallspezifischer Einzeluntersuchungen, wie Bestandsaufnahmen, DNA-Analysen, Kiesbänke- und Laichplatzkartierungen, sowie das Auffinden von Jungfischhabitaten, ist uns bekannt, dass wir hier Nachholbedarfe haben. Daher ist uns jede Begleitmaßnahme, die wir im Zuge von Ufersicherungsmaßnahmen ergänzend dazu bekommen herzlich willkommen. Bevor die „Großen“ Maßnahmen kommen, auf die wir sehnsüchtig warten, in Angriff genommen werden.

Auf der „Turmölgraden“ mit Blick flussaufwärts, Richtung Bad Ischl ist Straßenseite eine starke Eintiefung und dadurch rutscht die Uferbefestigung nach. Durch inklinante Buhnen soll die Hauptströmung in die Mitte gelenkt werden und hinter den Buhnen werden sich Anlandung bilden und den Lebensraum für Fischbrut und Jungfische verbessern.

Bei Bewilligungspflichtige Maßnahmen gleich mitplanen

Da es sich hier um bewilligungspflichtige Maßnahmen handelt, ist es für uns als Bewirtschafter und auch für das FROSKG nicht so einfach hier als Interessenwerber, solcher Baumaßnahmen zu realisieren. Daher nutzen wir hier gerne die Möglichkeit als „Trittbrettfahrer“ solche Maßnahmen in einer Kommunikation mit dem Fischereirechtsbesitzer, den ÖBF und der zuständigen Behörde zu beeinflussen und zu unterstützen.

Ein Start für „SÄEEP“ – Arbeitspaket IV wird hier schon realisiert werden. Anhand der in den letzten Jahren recherchierter Daten wurden im Arbeitspaket 1 bereits die Wirkungsbeziehungen zwischen den Belastungen, fehlenden Laichhabitaten und Strukturen für Jungfische und der Bestand an Fische analysiert und damit als Hauptdefizit identifiziert. Daher helfen uns prioritäre Restaurationsmaßnahmen in stark regulierten und beeinträchtigten Fließgewässer Abschnitten.
SAEEP – „Salzkammergut Aeschen Erhaltung- und Entwicklungs Projekt“ sind auch im Arbeitspaket IV – Lebensraum Verbesserungsmaßnahmen

SÄEEP – Arbeitspakt IV – Start Projekt

Hier wird das Gewässerbetreuungskonzept „Obere Traun, Maßnahmenplan Arbeitspaket 16, aus 2003“ eine nicht unwesentliche Rolle spielen, ein Teil der darin vorgeschlagenen Maßnahmen die hier enthalten sind und bis dato noch nicht umgesetzt wurden, sollen in den nächsten Jahren, je nach Möglichkeit der Grundstücksbesitzverhältnisse in Angriff genommen werden.

TURMÖLGRADE bekommt eine „Struktur Auffrischung“

Die „Turmölgrade“ kommt nicht aus dem Motorsport und ist keine Rennstrecke, sondern ist ein Bestandteil vom Fischereirevier. Im unterhalb von Bad Ischl liegenden Ortsteil „Roith“ schmiegt sich entlang des Jainzen die Salzkammergut Bundesstraße B145 in Richtung Ebensee. Die Ischler Traun hat hier, durch den Zufluss der Ischl und des Rettenbach schon eine beachtliche Größe erreicht. In diesen Bereich gibt es auch ziemlich „Mittig“ gelegen eine „Turmöl Tankstelle„. Daher war es naheliegend, diesen Revierabschnitt auch als „Turmölgrade“ zu benennen.

(Quelle: Doris)
Hier eine Übersicht über diesen Revier Abschnitt. (Quelle: Doris)

Strukturloser Bereich wird (wieder) belebt ….

Gerade hier konnten wir durch den Zulauf der Ischl und des Rettenbach ein strakes Jungfischaufkommen beobachten. Die Brütlinge suchen sich hier in den aufgerissen Uferzonen, zwischen den Steinen ihren Unterstand. Laichplätze konnten sich in diesen strukturlosen Bereich keine bilden. Der Untergrund besteht im Strömungsbereich aus großen Steinen, die hier liegenbleiben und die Uferzonen sind zumeist stark durch Feinsedimente belastet. Dadurch ist (war) in diesen Bereich auch die Fischbiomaße gering und unter 50 Kg/ha. Wie die neuen Strukturen angenommen werden und sich der Fischbestand in diesen Revierabschnitt entwickelt werden wir die nächsten Jahre beobachten.

In einen recht strukturlosen Gewässerabschnitt im Revierabschnitt „Roith“ der Ischler Traun, werden durch 11 linksufrig gesetzte inklinanten Kurzbuhnen und ergänzende Strukturelemente ein Jungfischhabitat geschaffen werden, welches massiv zur Verbesserung des ökologischen Zustandes in diesen Gewässerabschnitt beitragen wird. Im Zuge der Wasserrechtsverhandlung konnten wir mit Unterstützung des Fischereiberechtigten, denn ÖBF in Zusammenarbeit mit dem Sachverständigen für Biologie und Fischereiwesen von der O.Ö. Landesregierung und den für die Obere Traun zuständigen Gewässerbezirk Gmunden eine recht fischfreundliche Lösung gefunden werden, die von der Bezirkshauptmannschaft Gmunden auch so genehmigt wurde.

Strukturvielfalt = Artenvielfalt

Bei der Wiederherstellung von Naturnähe sind andere Dinge wichtig als bei normalen Baustellen. Ein oft unterschätzter oder im Planungs- und Bauprozess untergehender wichtiger Aspekt ist die Strukturvielfalt. Mit diesen Bauvorhaben soll ein Referenzprojekt umgesetzt werden….

Dank der guten Zusammenarbeiten mit den zuständigen Behörden und der Bezirkshauptmannschaft Gmunden, als Organ der mittelbaren Bundesverwaltung und zuständig für die wasserrechtliche Bewilligung, konnte eine fischfreundliche Lösung gefunden werden.

Wasserrechtliche Bewilligung lt. Verhandlung vom 14. Oktober 2020 in Bad Ischl. Eingereicht wurde das Projekt durch das Land Oberösterreich, vertreten durch das Amt der OÖ. Landesregierung, Direktion Straßenbau und Verkehr, Abteilung Straßenbau und -erhaltung, Straßenmeisterei Bad Ischl. Projektumfang ist:

  • die Herstellung einer Ufersicherung durch eine Steinschlichtung aus Kalksteinen mit einer Länge von 670 lfm zur Sanierung der Ufermauer entlang der B145 Salzkammergutstraße,
  • mit 11 inklinanten Kurzbuhnen im Abstand von ca. 50 m entlang der geplanten Ufersicherung
  • dazu wird eine temporären Baustraße mit einer Breite von ca. 3,5 m und einer Länge von ca. 760 m, in der Traun zwischen Fluss-km 101,65 und 102,40 errichtet.

Mit der Planung, Ausführung und der Projektleitung ist der Gewässerbezirk Gmunden betraut. Dieser hat auch einen Schwerpunkt auf die Verbesserungen der ökologischen Gegebenheiten und des Gewässerzustandes. Der Lebensraum in den Gewässern steht unter Druck, wie Defizit Analysen zeigen. Während in den vergangenen Jahrzehnte viele Regulierungen und Begradigungen der Wasserläufe dazu geführt haben, dass die Existenz von Wasserlebewesen und Mikroorganismen immer weniger Lebensraum erhalten haben, wird heute vom Gewässerbezirk auf die Herstellung eins „guten ökologischen Zustandes“ geachtet. Die Obere Traun ist dazu im NGP 3 (Nationalen Gewässer Plan) als Schwerpunktgewässer definiert. Dies bietet, so wie hier auf der „Turmölgraden“ die Chancen, neben einer Sanierung der Uferbefestigung gleichzeitig strukturelle, fischfreundliche Renaturierungsmaßnahmen mit zu machen, die auch im Zuge dieser Uferbefestigungen zur Bundesstraße gemacht wurden. Vom Fischereirevier Oberes Salzkammergut (FROSKG) möchten wir uns recht herzlich für die gute Zusammenarbeit bedanken.

Prio. 2 = Erreichung eines „guten ökologischen Zustandes“

Natürlich hat der „Hochwasserschutz“ Priorität. Hier geht es um Menschenleben und wer die Auswirkungen von einem Hochwasser, wie wir dies 2013 hatten miterlebt hat, der weiß welche katastrophalen Auswirkungen sich hier entwickeln können. Danach sollte und ist ja auch so in Planung, mit den NGP3 auch die Erreichung eines „guten ökologischen Zustand“ Priorität 2 haben. Noch besser und da haben wir zu den Verantwortlichen vom Gewässerbezirk Gmunden vollstes Vertrauen, ist natürlich, wenn sich eine Synergie für beides ergibt. Sowohl Hochwasserschutz, wie auch Verbesserungen, hin zum „guten ökologischen Zustand“. So wie wir es durchaus in diesen Projekt schon umgesetzt bekommen.

Danke für die gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Gewässerbezirk Gmunden. Es freut mich sehr, dass hier in einen recht strukturlosen Gewässerabschnitt ein linksufriges Referenzprojekt entstanden ist. Die Auswirkungen als Laichplätze und als Jungfisch Habitat werden wir in den nächsten Monaten beobachten, diese dokumentieren und darüber berichten.

Von der Planung in die Ausführung ….

Bauvollendungsfrist: 30.06.2022
Auf die Rechtsfolgen des § 27 Abs. 1 lit. f) WRG 1959 (das ist das Erlöschen der wasserrecht-
lichen Bewilligung bei Nichteinhalten dieser Frist) wird hingewiesen.

Unser Wunschzettel wird erfüllt ….

Unsere Wünsche wurden erhört und werden gerade umgesetzt. Ein Referenzprojekt wie ich meine. Wenn der Bagger schon im Wasser steht, können auch durch den verbleib des Schotter für die Baustraße Laichplätze geschaffen werden, die Buhnen und Strukturelemente werden den Jungfischen einen Unterstand bieten. Wo kleine Fische sind kommen auch große Fische und umgekehrt – wo große Fische sind und ein Habitat haben zum Ablaichen, wird es bald ein Eigenaufkommen von sich selbstreproduzierenden Fischen geben.

Hier noch ein Ausflug in die „Buhnen-Bau Lehre“

Was mich betrifft, wusste ich bis vor kurzen nicht was deklinante oder inklinante Buhnen sind und schon gar nicht, welche Auswirkungen sich bei diesen unterschiedlichen Einbauformen ergeben. Wir haben, was Buhnenbau betrifft, mit den Gebietsleiter vom Gewässerbezirk Gmunden, DI Rudolf Hackl einen Spezialisten „Vor Ort“, dessen Diplomarbeit im Jahr 2008, das Thema „Buhnenbau“ hatte. So sollten zumindest jeder Fischereibewirtschafter und Gewässerwart, dass mal gehört haben. Dann blickt man mit ganz anderen Augen auf ein so ein Bauwerk.

Die Anordnung von Buhnen quer zur Fließrichtung vom Ufer aus errichtete, dammartige Regulierungsbauwerke – stellt eine effektive, kostengünstige und ökologisch sinnvolle Maßnahme in einen Flusslauf einzugreifen dar. Im Rahmen dieser Diplomarbeit von DI Rudolf Hackl wird primär die Wirkung unterschiedlicher Buhnenformen auf eine bewegliche Sohle untersucht. Dies erfolgte anhand eines Modellversuchs in einem Glasgerinne am Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft der TU Graz. Es wurden zehn unterschiedliche Buhnenformen untersucht. Bei jeder Variante wurden in vorher festgelegten Querschnitten Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt und zusätzlich wurden am Ende jedes Versuches die Veränderungen der Sohlmorphologie aufgenommen. Betrachtet man die Ergebnisse so sind die größten Unterschiede beim Vergleich der inklinanten mit den deklinanten Buhnen erkennbar. Obwohl bei den inklinanten Buhnen unabhängig von ihrer Form der Sedimenttransport stärker ist als bei den deklinanten Buhnen, wird das Ufer im Gegensatz zu den deklinanten Varianten kaum angegriffen. Dies könnte in natürlichen Fließgewässern zu Ufereinrissen oder Uferbrüchen führen. Bei allen nicht abgeschrägten Varianten (Buhnenwurzel und Kopf liegen 2cm über der Sohle) bildet sich ein tiefer Kolk entlang der Streichseite der Buhne und am Buhnenkopf, während bei den abgeschrägten Buhnen (Buhnenkopf liegt auf Sohlniveau) in diesem Bereich kaum Kolke entstehen.

Weitere Informationen über die Wirkung von Buhnen:

Grundlagenversuche über die Funktionsweise von Buhnen  

Flussbauliche Maßnahmen zur Erreichung des gewässerökologischen Zielzustandes

Haupt Ziel des Bauvorhabens ist eine Ufersicherung der Salzkammergut Bundesstraße B145. Als Gegengeschäft für fischereiliche Schäden konnten wir im Zuge der Wasserrechtsverhandlung begleitende Verbesserungsmaßnahmen vereinbaren, die uns als Pächter und im Fischereirevier Oberes Salzkammergut mit einer breiten Ausstrahlung im gesamten Gewässersystem der Oberen Traun, wesentlich mehr bringen als eine monetäre Entschädigung. Weiters werden ökologische Begleitmaßnahmen einen Beitrag für die Ziele NGP3 (Nationalen Gewässerschutz Plan) bringen.

Ein monotoner Gewässerabschnitt wird belebt

Aktuell konnte rechtsufrig unterhalb der Rettenbach Mündung, bei Niederwasser durchaus gefischt werden. Die Fischdichte ist jedoch in diesen Bereich eher dünn besiedelt. Linksufrig war eine Befischung, wegen einer starken Eintiefung sehr schwer möglich. Ich hatte diesen Teil der Strecke zuletzt 2012 versucht zu befischen, wie meine Aufzeichnungen zeigen.

Wie das Bild zeigt, ein nicht sehr attraktiver Gewässerabschnitt soll hier aufgepäppelt werden ….

Wasserrechtsbescheid: BHGMWA-2020-60593/16-AE

Es wurde bei der Wasserrechtsverhandlung am Mittwoch, 14. Oktober 2020 die wasserrechtliche Bewilligung für die Herstellung:

  1. einer Ufersicherung (Steinschlichtung aus Kalksteinen) mit einer Länge von 670 lfm zur Sanierung der Ufermauer entlang der B145 Salzkammergutstraße,
  2. von 11 inklinanten Kurzbuhnen im Abstand von ca. 50 m entlang der geplanten Ufersicherung
  3. einer temporären Baustraße mit einer Breite von ca. 3,5 m und einer Länge von ca. 760 m, in der Traun zwischen Fluss-km 101,65 und 102,40 sowie zur Errichtung und zum Betrieb aller hierzu dienenden Anlagen erteilt.

Start der Bauarbeiten am 15. September 2021

Schotterentnahme für die Baustraße – aus der Kurve beim „Blauen Silo“

Die unterhalb der „Buhnen-Baustelle“ liegende Schotterbank wurde bei Niederwasser, ohne zusätzliche Trübung zu verursachen, für die Baustraße verwendet und wird sich mit den nächsten Hochwasser und mit den großen Geschiebemengen aus dem Strobler Weissenbach kommend, bis ins Frühjahr wieder neu bilden…. Hier beim „Blauen Silo“ ist eine der wenigen Stellen an der Oberen Traun, wo wir noch Platz für die Ablagerung von solche Schotterbänken haben.
Hier wird der Schotter, der für die Baustraße gebraucht wird entnommen. Die Entnahmestelle liegt ein paar hundert Meter unterhalb der Baustelle und damit kann recht umweltschonend das benötigte Material, welches in der Traun bei der oberhalb liegenden Baustelle verbleibt, herbeigeschafft werden.
Die Baggerfahrer wurden von den Mitarbeitern des Gewässerbezirk Gmunden eingewiesen und damit kam es im Zuge der Schotterentnahme zu minimalen Wassertrübungen und Beeinträchtigungen der unterliegenden Fischereireviere.
Die Schotterbank die hier ausgehoben wurde, wird sich mit dem nächsten Hochwasser wieder neu bilden. Eine Umlagerung und „Dekolmatierung“ wird sogar die Bildung von neuen Laichplätzen fördern.

Der Buhnenbau auf der „Turmölgraden“

Die Firma Mittendorfer Bau GmbH & Co KG mit Sitz in Altmünster und einen Steinbruch, gleich unmittelbar neben der Baustelle ist mit den Baggerarbeiten beauftragt. Im nahen Kalksteinbruch bei Bad Ischl steht die Gewinnung von Wasserbausteinen im Mittelpunkt und damit können die benötigten Stein recht Umweltschonend an die Baustelle geliefert werden. Für die schonende Verladung der großen Brocken werden 50 t Bagger mit einem vollhydraulischen Schnellwechselsystem eingesetzt. Wie sich zeigt, sind die Baggerfahre Ware Spezialisten im Wasserbau, wie nachfolgend berichtet und ausgeführt wird.

5.000 Tonnen Wasserbausteinen (Kalksteine) werden verbaut

Beim Erstellen der Baustraße und der Anlieferung der Wasserbausteine sieht es noch recht „Rauh“ aus.

Die Baustraße wird bis kurz unterhalb der Rettenbach Mündung errichtet, damit das Material herangebracht werden kann und der Bagger nicht zu tief im Wasser steht. Im oberen Bereich wurde auch zeitweise mit zwei Bagger gearbeitet. Der eine hat die Wasserbausteine verlegt und mit den anderen wurde das Material nachgereicht.

Blick auf die provisorische Baustraße

Die Verwendung von „flussbündigen“ Material zur Schüttung der Baustraße, welches nach Abschluss der Ufersanierungsmaßnahmen im Gewässer verbleibt. Das Material wird über den natürlichen Abtransport im Zuge von kommenden Abflussereignissen hinter den Buhnen belassen und soll Strukturen und Laichplätze bilden.

Die Baustraße wird knapp bis unterhalb der Rettenbach Mündung aufgeschüttet und durch die 3-6 Tonnen schweren Wasserbausteinen gehalten, die in weiterer Folge für die Buhnen, die Uferbefestigung und die fischereilichen Struktur Elemente verwendet werden.
Hier ein Foto Richtung Turm Öl Tankstelle noch vor der Errichtung der Baustraße. (Die Wild Kamera wurden in Abstimmung mit der Projektleitung vom Gewässerbezirk Gmunden entfernt.)

Mitte Oktober 2021 – die ersten Buhnen werden fertig

Die Baustelle startet gleich unterhalb der Großen Rausche und es wir von hier weg, linksufrig nach unten gearbeitet. Im oberen Bereich wurde die Uferbefestigung zur darüber liegenden Salzkammergutstraße B145 neu gesichert. Gerade dieser Bereich war beim letzten Jahrhunderthochwasser 2013, wo die Traun verstärkt durch die oberhalb zufließende Ischl und den rechtsufrigen dazu kommenden Rettenbach einen regelrechten „Hexenkessel“ gebildet hat, der jetzt noch zusätzlich gesichert wurde und auch hilft die Hauptströmung von der linken Seite mehr in die Mitte der Traun zu lenken und sich damit auch die Eintiefungen mittig verlagern sollen.

Nach der 1 Buhne, der „Martins Buhne“, wird nach einer Erneuerung der linksufrigen Uferbefestigung, gleich unterhalb der Rettenbach Mündung und unterhalb der „Großen Rausche“ mit einen „Flotten Dreier“ – einer Kombination aus 3 (drei) etwas größeren Wasserbausteinen in der Gewichtsklasse von jeweils 3-6 Tonnen gestartet.

Tabellarische Aufstellung der Buhnen und Struktur Elemente

Die Bezeichnung der Buhnen und Strukturelemente – Namen sind zum auswendig lernen!
Diese werden beim nächsten „Fischereistammtisch“ geprüft werden. 🙂

Die einzelnen Buhnen und Strukturelemente im Detail

Aus dieser Darstellung ist schon recht schön die Wirkung der Struktursteine zu erkennen. Durch die neue Uferbefestigung, gleich unterhalb der „Großen Rausche“ bekommt diese eine stärkere Lenkung auf die rechte Uferseite. Die darauffolgende „Martins Buhne“ verstärkt diese Wirkung, je höher der Wasserstand wird um danach auf den „Strömung Brecher“, denn „Flotter Dreier“ zu stoßen, der die Hauptströmung Richtung Mitte-Rechts lenkt und etwas geringer ausfallend, hinter der ersten Buhne, eine linksufrig wirkende Strömungskante auf die 2. Buhne (Scheichl Buhne) richtet. Es bleiben die ersten Hochwasser abzuwarten, bis sich das die Natur das noch richtet und aus nivelliert. Es lässt sich jedoch jetzt schon eine starke Verbesserung erkennen und ich bin mit den ersten Ergebnissen sehr zufrieden.

1 Buhne = Die „Martins Buhne“

En Hochwasser muss noch den letzten Schliff geben. Wenn die Wasserbausteine etwas Patina angestzt haben, schauen die Einbauten auch alle etwas in die Natur „integrierter“ aus. Man kann jedoch jetzt schon bei den ersten Bauwerken erkennen, dass die einbauten gut passen und ihre Wirkung zeigen.

Die Martinsbuhne, als Leitbuhne nach der Rettenbach Mündung un der „Großen Rausche“ ist sehr stabil ausgeführt um im Hochwasserfall ein Widerstand gegen den Wasserdruck zu leisten. Bei einen Maxquell Pegel von 170 cm zeigt sie kaum eine Wirkung. Fischereilich wird die Martins Buhne bei einen Pegel von 200 bis 250 cm einen interessanten Fisch-Unterstand bieten.
Die erste Buhne, gleich unterhalb der Rettenbach Mündung ist die „Martins Buhne“, benannt nach dem Polier vom Gewässerbezirk Gmunden, der vor Ort, direkt an der Baustelle in einer engen Zusammenarbeit mit den Baggerfahrer, die Pläne in die Tat umgesetzt hat. Hinter der Martins Buhne noch die verbliebenen Schotteranlandungen der Baustraße. Hier wird „Mutter Natur“ und die nächsten Hochwasser noch ihre Hand anlegen. Auch müssen die weißen Wasserbausteine noch etwas Patina anlegen und die Uferböschung nachwachsen.

Leiter für Ein -und Ausstieg – oberhalb der Martins Buhne

Unmittelbar bei der „Großen Rausche“ ist eine Alu Leiter montiert, um in diesen Bereich zum Fischen an die Traun abzusteigen, oder wenn man die Turmölgrade herauf gefischt hat, hier auf die Bundesstraße „auszusteigen“.
(Benützung der Leiter auf eigene Gefahr!)

Nach der Martins Buhne (1st) kommt der „Flotte Dreier“

Von den Struktur Elementen her, wird gestartet mit einen „Flotten Dreier“ als Strömungslenker. Nach der „Martins Buhne“ unterhalb der Rettenbach Mündung wurde aus drei, recht mächtigen Wasserbausteinen eine „Dreier Kombination“ als Strukturbereicherung, zwischen der 1 und 2 Buhnen gesetzt. In den „Futtergassen“ die sich links und rechts der Wasserbausteine als Strömung bildet, wird einen guter Standplatz für große Forellen werden.

2 Buhne = „Scheichl Buhne“ (2nd)

Die 2. Buhne befindet sich auf Höhe vom Autohaus Scheichl. Wobei die Buhne zum Andenken an unser Fischereischutzorgan Erich Scheichl (Oberförster i. R.) gewidmet ist. Erich Scheichl hat viele Jahre als Fischereischutzorgan und guter Freund von Hubert Aitenbichler die Ischler Traun betreut.

Hier noch einmal, weil ich so eine Freude habe damit, ein Gesamtbild auf die Martins Buhne und auf die Scheichl Buhne, mit den dazwischen liegenden „Flottenden Dreier“ macht diese erste neu Komposition in herbstlicher Stimmung eine schöne Bild.
Hier noch ein Blick auf die ersten beiden Buhnen, von den 11 Buhnen die hier alle 50 Meter eingebaut werden. Die Fotos wurden bei einen Niederwasserstand von 170 cm lt. Pegel Max Quell gemacht. Die nächsten Hochwasser und Pegelstände mit 2,5 bis 3 Meter werden die verbleibende Schotteranlandungen der Baustraße noch Formen und auch hinter den Buhnen wird „Mutter Natur“ noch ihre Hand anlegen.

Dahinter noch Schüttmaterial von der Baustraße, welches sich erst durch die nächsten Hochwasser verteilen wird und die Basis sein soll für Laichplätze.

Scheichl Buhne bei Maxquell Pegel 200 cm

Die Scheichl Buhne mit der 4er Gruppe bei einen Maxquell Pegel von 200 cm. Man sieht recht schön, dass die Scheichl Buhne noch Potential für höhere Wasserstände hat um ihre Wirkung zu zeigen. Die 4er Gruppe lenkt einen Strömungsteil ans die linke Uferseite, bevor die mit der nächsten Buhne, die Strömung mittig führt. Man sieht auch schon recht schön, dass die 4er Gruppe mit einen Pegel von 200 cm schon „absäuft“. Wobei die Lenkwirkung erhalten bleibt und auch bei etwas höheren Pegel zu einer schönen Strömungsteilung beiträgt.

Schüttmaterial der Baustraße wird Laichplatz

Das Material, welches für die Baustraße aufgeschüttet wurde, verbleibt nach Abschluss der Ufersanierungsmaßnahmen im Gewässer. Die Verteilung soll den natürlichen Abtransport im Zuge von größeren Abflussereignissen überlassen werden.

Das Schüttmaterial von der Schotterstraße wird im kommenden Winter und im Frühjahr, zur Laichzeit der Forellen und Äschen schon ein perfektes Laichhabitat bilden. Die Körnung mit 16-60 mm, schön gemischt wird sicherlich gleich als Laichplatz angenommen werden. Im Zuge unserer Laichplatzkartierungen werden wir die neuen Laichplätze genau beobachten und dokumentieren.
Hinter den Buhnen, in den beruhigten Zonen hat sich schon Laub angesammelt und bilden die Nahrung für Fischnährtiere wie Gammarus und Köcherfliegenlarven und Unterstand und Winterlager für Elritzen.

Nach der „Scheichl Buhne“ (2nd) folgt eine „4er Gruppe“

Eine 4er Gruppe „Störsteine“ ist recht breit aufgestellt und teilt die Fließrichtung und bildet davor eine Druckwelle und dahinter eine Ruhezone. Wobei es mir widerstrebt, das Wort „Störsteine“ zu verwenden. Weil mit diesen Strömungs-Strukturelementen Gruppen, wollen wir ja keine Störung verursachen, sondern „Wasserberuhigung“ vor und nach der Steine Gruppe und eine „Wasserlenkung“ nach rechts -und links daran vorbei. Genau diese Strömungen sind sogenannte „Futtergassen“, in den sich gerne Fische anstellen. Durch die Drift kommt es hier zu einer Konzentration an Futter, welches hier transportiert wird.

Die 4er Gruppe, ein paar Meter nach der linksufrig angesetzten „Scheichl Buhne“ mit einer leichter Lenkung der Strömung an beiden Seiten vorbei.

4er Gruppe mit 2 dahinterliegenden Stützsteinen

Auf Höhe Schauraum Autohaus Scheichl

Die 4er Gruppe ist recht breit aufgestellt und bildet bis zu eine Pegel von 200 cm einen Front, mit dahinterliegenden „Ruhezone“. Wie sich diese mit den nächsten Hochwasser auskolken wird bleibt abzuwarten.

Wobei sich nach der zweiten Buhne schon die Hauptströmung mittig verlagert und was ja durch die Baumaßnahmen auch beabsichtigt ist, der Strömungsdruck von der „Straßenseite“ genommen wird.

Beruhigte Zonen = Bildung von „Taschen“

Auf den Fotos recht schön zu sehen und bitte darauf zu achten. Als Fliegenfischer entwickelt man ein Auge dafür. Solche beruhigten Zonen – sogenannte Taschen sind perfekt, um ruhende Forellen und Äschen zu halten. Wenn Insekten und andere Nahrungsreste über die Drift heran gespült werden, können Forellen sie an der Strömungskante (Futtergasse) zum langsamen Wasser hin leichter schnappen, ohne viel Energie zu verschwenden. In den Taschen werden sich Forellen ständig aufhalten, weil sie die effizientesten Standplätze bilden.

Bei Niederwasser kommt die 4er Gruppe so richtig zu Geltung. Die Gruppe bestehenden aus „Wasserbausteinen“, wie diese von der bauausführenden Firma Mittendorfer bezeichnet werden. Eine Bezeichnung die mir auch sehr gut gefällt. Vier davon quer eingebaut zur Strömung mit einer guten Lenkwirkung, zwei dahinter eingebaut als „Stützsteine“ der Strömungsbrecher und dahinter eine beruhigte Zone, die Jungfischen einen guten Spielplatz bieten wird und entlang der Strömungskante und damit der „Futtergasse“ wird sich so mancher größere Fische einstellen.
Wichtig sind die Kombinationen, die auch bei unterschiedlichen Wasserständen eine „fischfreundliche“ Wirkung erzielen. Daher auch hier immer die Betrachtung von Strömungsbildern, mit unterschiedlichen Wassertiefen und Geschwindigkeiten. Linksufrig bildet sich durch die 4er Gruppe ein etwas stärker Druck, der von der Jainzen Buhne zum Nächsten Strukturelement geführt wird.

3 Buhne = Jainzen Buhne

Benannt nach den dahinterliegenden Jainzen (814m) der Hausberg von Kaiserin Elisabeth. Auch leicht zu erkennen, da die Buhnen eine Form eines „J“ hat, so wie „Jainzen“. Standort der „Jainzen Buhne“ ist im unteren Bereich vom Schauraum vom Autohaus Scheichl, an der Grundgrenze zu den Autobus Garagen.  

Hinter der Jainzen Buhne ist noch eine Schotterbank von der Baustraße und auch eine beruhigte Zone, die sich erst bei etwas höheren Wasserstand entfalten wird. Hier muss man noch die Formung durch ein Hochwasser abwarten. Auch die Wirkung der Schotterverteilung ist zu beobachten. Hat jedoch viel Potential für die Bildung von Laichplätzen.

Dreierlei – als Übergang in eine „Rausche“

Das Wort Rausche bezeichnet in der Hydrologie der Gewässer einen flach abfallenden Gewässerabschnitt mit höherer Fließgeschwindigkeit und Wasserturbulenz als im umgebenden Gewässerverlauf. Im Gegensatz zum Kolk haben Rauschen bei wechselnden Wasserführungen relativ gleichbleibend hohe Turbulenz bei ansteigendem Abfluss. In einem natürlichen Gewässer wechseln sich Rauschen und Kolke regelhaft ab.

Nach der 3. Buhne = Jainzen Buhne, ändert sich auch die Fließgeschwindigkeit der Ischler Traun und geht in eine schnellfließender Rausche über. Durch den Einbau der Jainzen Buhne auch hier eine Lenkung der Hauptströmung, stärker in die Flussmitte. Was sich nach einer Modellierung des nächsten höheren Wasserstandes recht schön entwickeln wird ist der Teil hinter der der 3. Buhne, mit der verbliebenen Schüttung der Baustraße und den drei Strömungslenksteinen. Auch hier ist eine Bildung eines Laichplatzes denkbar. Mal scheuen wie es die Fische sehen. 🙂

„Dreierlei“ – unterhalb der Jainzen Buhne

In der Renaturierung werden in vielen Fällen künstliche Feldsteinrauschen eingesetzt, um eine Strukturierung zu bekommen und eine Besiedlung des Gewässergrundes zu verbessern. Sandfreie, kiesige Rauschen sind wichtige Laichplätze für alle Salmoniden, da hier eine ausreichende Sauerstoffversorgung des Laichs gewährleistet ist. Rauschen werden daher gelegentlich auch als Laichbänke bezeichnet.

4 Buhne = Bogen Buhne mit „Zweierlei“

Diese Errichtungsform als eine parabolisch gebogene, deklinante Buhne mit einer Neigung zur Hauptströmung soll dabei eine Konzentration der Strömung auf die Flussmitte und dort auf diese Art einen tieferen Kanal bedingen. Zusätzlich sollen große Auswirkungen auf die gegenüberliegende Uferseite verhindert sowie die Tendenz zur Kolkbildung am Buhnenkopf bei Hochwasser minimiert werden. Auch hier sind weitere Untersuchungen und Beobachtungen zu unterschiedlichen Pegelständen abzuwarten.

Die 4er Buhne ist eine leicht deklinate Bogen Buhne, die auch mithilft, die Strömung in die Flussmitte zu lenken um danach vom „Zweierlei“ gebrochen zu werden. Das „Zweierlei“ bestehend aus zwei Wasserbausteinen wirkt hier auch noch recht verträumt bei einen Pegel von 170 cm. Auch hier wird sich das zur linken Uferböschung liegende Schotterbett erst auswaschen, um die Wirkung zu zeigen.

5er Buhne = „Deklinante Buhne“

Für alle, die auch den obigen Theorie Teil gelesen haben, werden die 5er Buhne mit anderen Augen betrachten. (auch das wird beim nächsten Stammtisch geprüft werden! 🙂 Denn deklinante Buhnen haben eine ganz andere Wirkung, wie inklinate Buhnen und sind sind flussabwärts gerichtet und lenken die Strömung in die Flussmitte. Bei Hochwasser und Überströmung des Bauwerks wird die Strömung jedoch verstärkt auf das flussabwärts liegende Ufer gelenkt, welches ja gut gesichert ist. Die deklinante Bauform findet im naturnahen Wasserbau Verwendung, da sie gerade in dieser Position, am Übergang zu einer Rausche eine eigendynamische Entwicklungen des Flussbettes begünstigt.

Bei der „Deklinanten Buhne“ muss das nächste Hochwasser noch etwas an der Strukturierung nacharbeiten. Diese lieget derzeit noch recht bedeckt im Schotter, der verbliebenen Baus Trassen Schüttung und wir ihre Qualitäten erst nach den nächsten Hochwasser Spülungen so richtig entfalten.
Ein Gesamtbild auf einen Gewässerabschnitt sagt mehr als tausend Worte. Man kann ja zumindest bei einen Pegel von 170 cm von einen „mäandern“ Sprechen, so wie sich die Strömung durch die Strukturelemente und durch die Buhnen schlängelt.

Die „offene“ Handschelle

Hinter welcher sich die Bildung einer „Tasche“ und eines Pools bilden könnte.

Die nach unten offene „Handschelle“ lässt auf Höhe der Polizei einiges erwarten. Wir ich hoffe in Richtung fischereilicher Verbesserungen und das kann man am nächsten Bild, in der Gesamtkomposition erahnen, dass es hier einiges Potential ergibt …

Leiter für Ein -und Ausstieg – bei Polizei

Unmittelbar bei der „Polizei Station“ ist eine Leiter in die Ufermauer montiert, um in diesen Bereich zum Fischen an die Traun abzusteigen, oder wenn man die Turmölgrade herauf gefischt hat, hier auf die Bundesstraße „auszusteigen“.
(Benützung der Leiter auf eigene Gefahr!)

6er Buhne = Sendemast Buhne

Genau auf Höhe des Sendemasten, der neben der Polizei steht ist die „Sendemast Buhne“. Die „Sendemast Buhne“ und die Schotterbänke oberhalb und unterhalb von dieser müssen erst von der Welle geformt werden. Schön, dass wir hier einige Geschiebereserven haben die sich erst um die Buhnen und Strukturelemente entwickeln müssen.
Die „Sendemast Buhne“ ist zurzeit noch stark im Schotterkörper eingebettet. Ausgeführt als inklinante „Knick Buhne“ sollte sich von der Theorie her die dahinterliegende Schotterbank bzw. Anlandungen bilden. In diesen Bereich wird eine Wirkung erst bei einen Mittelwasser Maxquell Pegel von 200-220 cm erreicht werden um ein Bild zu bekommen.
Hier ein Blick Traun aufwärts, von der „Sendemast Buhne“ aus. Durch oberhalb angeordneten Lenkbuhnen, um die Hauptströmung in die Mitte zu bekommen, sieht man hier recht schön, dass dieses Ziel erreicht wurde. Dieser linksufrige Bereich bekommt erst bei höheren Pegel eine Benetzung. Damit haben wir über die „Turmölgrade“ hinweg auch sehr unterschiedliche Fisch Unterstände und Strömungsgeschwindigkeiten, je nach Wasserstand zu erwarten. Damit bleibt es spannend, wie sich diese Strecke künftig entwickeln wird und welche Auswirkungen es bei den unterschiedlichen Pegelständen geben wird.

Gstöttenbach Vierer

Der Gstöttenbach in Bad Ischl ist ein kleiner Bach, der unterhalb von Bad Ischl im Ortsteil Roith in die Traun entwässert. Er fließt am Fuße des östlichen Jainzen und mündet beim Gasthaus „Zum Bären“ sehr stark begradigt in die Ischler Traun. Fälschlicherweise wird der Gstöttenbach auch in verschiedenen Landkarten als „Jainzenbach“ bezeichnet. Dies ist jedoch eine falsche Bezeichnung. Der Jainzenbach entspringt zwar, wenn man den Wanderweg um den Jainzen geht, gleich anschließenden nach dem Gstöttenbach, der Jainzenbach entwässert jedoch in die westliche Richtung des Jainzen und fließt in die Ischl. Was ist als naheliegender als diese Breite „Lenkbuhne“ als „Gstöttenbach Vierer“ zu benamsen.

Weitere Informationen zum Gstöttenbach:

Bärenwirt Buhne (7th)

In diesen Revier Abschnitt werden die Gewässerstrukturen von größeren Wasserbausteinen dominiert, die entlang vom linken Ufer eine einzelne oder kurze Reihe rippenartiger Strukturen bilden. Das Wasser bewegt sich hinter den Buhnen mit geringer Strömung und wird schneller über die Rinne, entfernt feine Sedimente und versorgt das Wasser mit Sauerstoff. Rinnen und Furten steuern die Neigung und Höhe des Bachbetts und dienen als Tor und Ausgang zu Taschen und Pools (Kolk) in einen „mäandernden“ System. 

Auch die Bärenwirt Buhne ist ein recht mächtiges Bauwerk. In diesen Bereich wird sich auch bei höheren Wasserstand ein recht brauchbarer Unterstand für die Fische bilden.
Am Buhnenkopf wir sich noch eine stärkere Eintiefung bilden und damit eine tiefere Futtergasse bilden, die einen guten Einstand für große Fische bietet.

Der „Große Bär“

Ein wahrlich großes Strukturelement bildet auf Höhe zum Gasthof Zum Bären der „Große Bär“.

Leiter für Ein -und Ausstieg – bei der Turmöl Tankstelle

Unmittelbar bei der „Turmöl Tankstelle“ gibt es eine dritte Leiter in die Ufermauer montiert, um in diesen Bereich zum Fischen an die Traun abzusteigen, oder wenn man die Turmölgrade herauf gefischt hat, hier auf die Bundesstraße „auszusteigen“.
(Benützung der Leiter auf eigene Gefahr!)

Der in die Tankstelle integrierte Sparmarkt ist eine perfekte „Pausenstation“ die ca. mittig vom Revierabschnitt „Turmölgrade“ liegt und zu einem kurzen Boxenstopp einlädt. Durch den Sparmarkt gibt es herrliche Leberkässemmeln und Apfeltaschen.

Turmöl Buhne (8er)

Auf Höhe Turmöl Tankstelle mit Spar Markt liegt, wie der Name schon sagt, die Turmöl Buhne. Der in die Tankstelle integrierte Sparmarkt ist eine perfekte „Pausenstation“ die ca. mittig vom Revierabschnitt „Turmölgrade“ liegt. Auch die bei der Tankstelle befindliche Leiter unterstützt hier, kurz eine Stärkung in Form von einen 1er Menü bestehend aus einer Leberkässemmel und einen Cola einzunehmen. Je nach Witterung als Nachspeise einen Apfeltasche oder einem „Magnum“. Gestärkt kann es dann weiter gehen.

Beim Rechen

Beim Rechen einem rechen förmig angeordnetes Strukturelement aus schweren Wasserbaustein. Durch die offene Form wird viel Strömung erzeugt und damit viel Sauerstoff ins Wasser eingebracht. Der „Rechen“ ist bei einen Pegel Maxquell von 170 cm schon gut benetzt und es wird sich dahinter ein tiefer Pool bilden. Weiters bringt er noch einige Turbulenzen auf die linke Uferseite und wird damit eine gute Auswirkung auf die darunter liegenden Laichplätze entlang des „Wirbel“ erzeugen.

Die oberhalb vom „Rechen“ liegende Kerb Buhne (9er) und er „Große Bär“ lenken eine „Futtergasse“ genau auf dieses rechenförmige Strukturelement zu. Beim deutlich überströmten „Rechen“ zu und wird dahinter eine Auskolkung und eine Poolbildung erfolgen. Durch die Starke Quer-Ausrichtung dieser Wasserbausteine Gruppe wird die Strömung in zwei unterschiedliche Richtungen gelenkt. Etwas stärker in Richtung Flussmitte, damit bleibt linksufrig ein guter Uferschutz gegeben, mit darunter liegender Verlandungs-Tendenz und der Bildung von Laichplätze entlang der linken Uferzone.
Ab dem „Rechen“ ist bis zu einem Pegel von 200-220 viel Potenzial und gute Fischunterstände. Perfekt, um von unten diesen neu gestalteten Revierabschnitt mit der Trockenfliege zu befischen.

9 Buhne = Kerb Buhne

Durch die Kerbe, zwischen der Buhne und die Uferbefestigung, kommt auch der Name „Kerb Buhne“. Die Kerbe ermöglicht eine „Futtergasse“ in den Uferbereich hinter der Buhne zu bringen, was wiederum einen guten Fisch Unterstand ermöglicht.

Neben der regelnden Funktion von Buhnen wird seit geraumer Zeit auch deren Potential zur Verbesserung der ökologischen Strukturen mitbetrachtet. Insbesondere den Buhnenfeldern kommt als Flachwasserbereiche ein hoher naturschutzfachlicher Wert zu. Durch Anwendung alternativer Buhnenformen lässt sich dieser gezielt erhöhen. Untersuchungen haben gezeigt: Alternative Buhnenformen wie Kerb- und Knickbuhnen können die Strömungsvielfalt und die strukturelle Heterogenität im Buhnenfeld erhöhen und somit die Lebensraumbedingungen für terrestrische und aquatische Organismen verbessern.

„Beim Wirbel“

Der „Wirbel“ ist eine ringförmige Fomation aus Wasserbausteinen.

Oberhalb vom „Wirbel“ ist die Kerb Buhne (9er). Leicht an der „Kerbe“ zwischen Buhne und Uferbefestigung zu erkennen.
Linksufrig vom „Wirbel“ mit den Kies von der Baustraße mit viel Potential als Laichplätze.
Die Buhnen mit den unterschiedlichen Strukturelementen bilden vertikale, stromab wandernde Wirbel. Hierbei kommt es zu einem Energieeintrag von der Hauptströmung in die Buhnenfelder, wodurch ein sich um die vertikale Achse drehender Buhnenfeldwirbel erzeugt werden, die durch die Strukturelemente gebrochen wird. Infolge der deutlich reduzierten Fließgeschwindigkeit kommt es hinter den Buhnenfeldern und in den Taschen zu Feststoffablagerungen. Im Nahbereich der Buhnenköpfe entstehen turbulente dreidimensionale Strömungen, die zu lokalen Vertiefungen in der Flusssohle (Buhnenkopfkolke) führen. Diese sich noch formenden Pools und Taschen werden perfekte Standplätze für Fische werden. Wieweit sich die Schotterbänke halten oder sich hinter den Buhnen welche bilden bleibt abzuwarten.

10 Buhne = Hackl Buhne

Die „Hackl Buhne“ befindet sich auf Höhe des rechtsufrigen „Hunde-Badeplatz“, beim „bauen P“ wo man auch noch recht gut Parken kann, nachdem uns in Ischl die meisten Parkmöglichkeiten mit Halte- und Parkverboten genommen werden. Daher werde ich auch die Parkmöglichkeiten mitdokumentieren um hier eine Hilfestellung zu geben. Zurück zur Hackl Buhne … wie man unschwer erkennen kann ein H-Form, nach den Gebietsverantwortlichen DI Rudolf Hackl benannt. Diese spezielle H-Buhnenform fand in seiner Diplomarbeit 2008 noch keine Berücksichtigung.

Zur Orientierung der Positionierung der Hackl Buhne (10er) ….
Eine spezielle Form, an dieser exponierten Lage. Wir sind gespannte, wie die kommenden Hochwässer diese Buhne verändern werden. Wird der Zwischenraum bleiben? Oder wird er verlanden? Es wird sich zeigen ….

Strukturelemente – zwischen „Hackl Buhne“ und „Ernst Buhne“

„Doppel“ und „Pfeil“

Der Abschnitt unterhalb der Turmöl Buhne gefällt mir sehr gut. Ich möchte nicht übertreiben, jedoch ist es in der Kombination an Buhnen und Strukturelementen recht gut gelungenes mäananderartiges Strömungsbild zu entwickeln. Der vor der Hackl Buhne gelegene „Wirbel“ bricht die Strömung, diese lenkt weiter auf den „Doppel“ und in weiterer Folge kommt der der „Pfeil“, der sich bei Flusskilometer 101,4 befindet, wie eine Markierung auf der Ufermauer anzeigt.

Zwischen der „Hackl Buhne“ und der „11er Buhne“ sind zwei Strukturelemente eingebaut worden, die eine recht schöne Lenkströmung und beruhigte Zonen (Taschen) bilden. Hier werden sich kleine Wirbellose, Makro benthische Organismen an die Steine klammern, in den groben Substrate in Riffelbereichen, filtern Nahrung aus dem sauerstoffreichen Wasser und gedeihen darin. Fische sind auf Taschen und Pools angewiesen, in denen sie über die vorbeiführende Futtergasse genug zum Fressen in der Drift finden, eine gute Deckung und Platz zum Ausruhen finden.
Hier noch ein Blick auf den „Pfeil“ und dessen Wirkung in diesen Flussabschnitt. Es lässt sich mit den großen Kopfstein ein Strukturelement in diesen Regelungssystem zwischen den Buhnen erwarten, dessen Auswirkung sich erst nach einem formenden Hochwasser besser zeigen wird. Schön zu sehen, der Schotter aus der verbliebenen Baustraße, der hier auch in weiterer Folge eine wichtige Rolle als Leich Habitat haben wird. Ich bin schon gespannt, wie dies in der nächsten Laichzeit von den Forellen und Äschen angenommen wird.

11er Buhne = „Ernst Buhne“

Last but not least die letzte Buhne der 11er Serie. Die „Ernst Buhne“ bildet den Abschluss der Buhnen und der Ufersicherungen auf der „Turmölgraden“ und ist ein, oberhalb des „Fritz Spiessberger Loop“ gelegte, stabile Buhne und massiv ausgeführt worden. Wie sich diese entwickeln wird, wird man erst bei einen etwas höheren Pegel bemerken. Jetzt bei einen Maxquell Pegel von 165 cm muss sich eine Riffle-Pool- Struktur entwickeln. Was sich erwarten lässt, bilden sich am äußeren Bogen der Buhnen Eintiefungen und von der Theorie her sollte sich hinter einer „Inklinanten Buhne“ Kies und Geschiebe ansammeln und sich ablagern. Auch wird sie die Strömung bei höheren Pegel Richtung Fluss Mitte lenken und dadurch beruhigte Zonen im Kehrwasser bilden.  

Detailaufnahme der „Ernst Buhne“ mit Geschiebeablagerungen am buhnenseitigen Ufer und eine Eintiefungen entlang der Buhnenköpfe ist nach den nächsten Hochwässern zu erwarten.

„Fritz Spiessberger Loop“

Zum Andenken an unseren Fischzucht Experten Fritz Spiessberger. Fritz war spezialisiert auf die Zucht von „Wildfisch Brütlingen“. Fische die schon in der Brutrinne auf Fluch verhalten und auf eine unterschiedliche Nahrungsaufnahme, wie vom Boden, in der Drift oder von der Wasseroberfläche konditioniert wurden. Zum Anfüttern, nach dem Schlupf und nachdem der Dottersack aufgebraucht war, gab es auch nur „Naturfutter“, welches arbeitsintensiv als Lebendfutter in Form von Salinenkrebse gezüchtet wurde, mit Plankton oder wenn sie etwas grösser waren, mit geriebenen Insekten gefüttert wurden. Für das Eimaterial hatte er (geheime) Quellen und Kontakte und seine Brütlinge stammten von Wildfischen aus der Region. Ohne seine Hilfe bei der Äschen Aufzucht, hätten wir dieses schwierige Unterfangen schon aufgegeben. Er konnte uns für unser Revier Brut Haus in der Miesen Bach Mühle noch einiges an Wissen übermittle.

Danke an den Bauleiter Ernst Kranawetter, der Fritz Spiessberger auch gut kannte und diese Idee hatte, nach dem Vorbild der vermutlich auch seit 100 Jahren bestehenden und auch bei Niederwasser wasserführenden „Jungfisch Pools“, eine solche Wasserbausteine Gruppe einzubauen. Damit haben wir neben den Kehrwassern hinter den „Ernst Buhne“, eine beruhigte Zone, die speziell bei höherem Wasserstand auch Brütlinge, Jungfischen und Elritzen einen Rückzugsort bietet. Das sind genau die Bereich, wo wir auch mit Fritz Spiessberger die Brütlinge eingebracht und in die freie Natur ausgesetzt hätten. Fritz wird die Funktionalität ganz sicher „von oben“ beobachten.
Natürlich war ich begeistert, als Ernst Kranawetter mit dem Vorschlag einen „Jungfisch-Pool“ einzubauen ankam und um diesen unseren gemeinsamen Freund Fritz Spießberger zu widmen. Solche kreativen Ideen umzusetzen, die auch als fischereiliche Begleitmaßnahmen im Zuge der Wasserrechtsverhandlung vereinbart sind, werden ein wenig dazu beitragen, die natürlichen Reproduktionen unserer Fischbestände an der Oberen Traun zu fördern.

Jörg Pool

Eine solche Revitalisierung steht und fällt mit dem Baggerführer. Auf den Baggerführer (Jörg) der in einer engen Abstimmung mit dem Polier (Martin) arbeitet, lastet eine große Verantwortung. Beide haben die Vorgaben der Planung und der Bauleitung zu folgen und diese umzusetzen. Spezielle Kenntnisse über Fischarten, Laichplätze und Fischeinstände usw. sind für ihre Arbeit nicht von primärer Bedeutung. Danke für die Geduld, wenn ich damit meiner fischereilichen Sprache und meinen Ideen gekommen bin. Die Fäden laufen letzten Endes beim Baggerführer zusammen. Er ist der Frontmann, der es allen Parteien recht machen muss.

Man muss hier die gesamt Komposition sehen, die sich zwar mit dem nächsten Hochwasser noch etwas Formen muss. Ich hatte jedoch gleich nach Fertigstellung meine „fischereiliche Abnahme“ gemacht in diesen Bereich und konnte mit der Trockenfliege schon einige Fische fangen, wo gestern noch der Bagger gearbeitet hat. Neuer Lebensraum wird rasch angenommen und besiedelt.
4er Reihe als Strömungslenker in den „Jörg Pool“, mit einer davor liegenden „Tasche“, in der sich schon die ersten Fische eingestellt haben ….
Der „Jörg Pool“ ist eine mit Wassersteinen schön gelegte J-Förmige Sichel Buhne, die durch eine vorgelagerten 4er Gruppe von schweren Wasserbausteinen bei einen Mittelwasser Pegel 200-220 cm ihre volle Wirkung entfalten wird. Wie sich hier die Auskolkungen durch Hochwässer entwickeln werden, werden wir sehen. Ich freue mich darauf, wenn wir einen Pegel von 250 cm bis 300 cm bekommen, der hier noch etwas „ausputzt“.

Danke für die Geduld und danke für die umgesetzten Strukturelemente. Es ist eine super Arbeit gemacht worden für die ich mich von Seiten der Fischerei und auch der Fische recht herzlich bedanken möchte.

24. November 2021 – die Baustelle ist beendet – Probefischen

Der Oktober 2021 brachte im Salzkammergut weniger Niederschlag als im Durchschnitt der letzten 30 Jahre (ZAMAG). Sonnenscheindauer gab es im Oktober bis Mitte November 2021 viele. Der Traun Pegel „Maxquell“ in Bad Ischl erreichte nur einmal kurz die 200 cm Marke. Damit konnte die Bauastelle an der „Turmölgraden“ recht zügig durchgezogen werden.

© Hydrographischer Dienst Oberösterreich

Auswirkungen von wasserbaulichen Veränderungen

Gegenwärtig gewinnen neben schutzwasserbaulichen Zielsetzungen auch gesetzlich verankerte ökologische Zielsetzungen immer mehr an Bedeutung. Diese Rahmenbedingungen bewirken eine Änderung des Anforderungsprofils von Bauwerken, die einerseits Schutz vor Hochwasser bieten und andererseits ökologische Vielfalt gewährleisten sollen. Buhnenfelder als Uferschutzbauwerke sind aufgrund ihrer strukturgebenden Elemente in vielerlei Hinsicht für die naturnahe Verbauung von Fließgewässern geeignet.

Lichtblicke

Habe in der Turmölgraden auch gleich die ersten Versuche gemacht und siehe da, der Bagger gerade aus dem Wasser, stellen sich schon die ersten Fische ein und so konnte ich schon einige Regenbogenforellen zwischen 10 cm und 45 cm mit der Trockenfliege fangen. Äschen konnte ich noch keine erblicken. Die sind auch etwas seltener und brauchen etwas länger sich nach der doch einige Woche dauernden Baustelle und Baggerarbeiten an die neuen Standplätze zu gewöhnen.

Wieweit sich durch die Buhnen eine bessere Besiedlung der Uferzonen ergeben wird und der Anteil an wirbellose Tiere durch die Umgestaltung des Uferverbaus hinsichtlich der Diversität, Biomasse und die strukturellen Veränderungen und Neozoen-Anteils sich verbessert, bleibt abzuwarten und werden wir in weiterer Folge untersuchen. Ebenso die Veränderung der fischereilichen Situation.

Erfreulich, dass sich auch gleich kleiner Gruppen an Elritzen in den neuen Lebensraum einstellen und das neu geschaffene Lückensystem als „Winterlager“ zwischen den Wasserbausteinen nutzen.

Form + Funktion = Fisch

Als ich an einem der letzten sonnigen Novembertage nachdem der Bagger die Traun verlassen hatte und bevor die Sonne hinter der Katrin verschwindet, auf der neu errichteten Gewässerstruktur in der Turmölgerade blicke, beobachtete ich, wie sich das Wasser durch den restaurierten Gewässerabschnitt bewegte. Inmitten der ineinander verschlungenen Strukturelemente und neu gelegten Buhnen versammelten sich schon kleinen Fischen, um den Glücksfall eines neuen Lebensraums zu erkunden. Eine paare Wildente sondieren eine Biegung stromaufwärts, und eine Wasseramsel bearbeitete das gegenüberliegende Ufer und stieß dabei seine hohen Pfiffe aus. Nahe der Mitte hinter der Hackl Buhne erhob sich kurz eine Forelle. Die Wiederherstellung von Gleichgewicht und Widerstandsfähigkeit ist eine kluge Investition. Wieweit sich durch die Buhnen eine bessere Besiedlung der Uferzonen ergeben wird und der Anteil an wirbellose Tiere durch die Umgestaltung des Uferverbaus hinsichtlich der Diversität, Biomasse und die strukturellen Veränderungen und Neozoen-Anteils sich verbessert, bleibt abzuwarten. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir hier eine Verbesserung des Lebensraumes für Fische bekommen haben.

Strahlwirkung

Als Strahlwirkung bezeichnet man das Phänomen, denn Zustands in einem Fließgewässerabschnitt durch einzelne oder mehrere Maßnahmen eine deutlich verbesserter ökologischen Zustand zu erreichen.

Die 11 Buhnen mit den ergänzenden Strukturverbesserungen über eine Länge von 800 Meter werden auch im Umfeld, Oberhalb und unterhalb der Revitalisierung eine Strahlwirkung haben. Grundgedanke der Strahlwirkung ist die positive Wirkung naturnaher Gewässerabschnitte (Strahlursprung) auf benachbarte, strukturell überprägte Gewässerabschnitte (Strahlweg). Die Strahlwirkung beruht auf der aktiven oder passiven Migration von Tieren und Pflanzen im Gewässer oder in Gewässernähe.

Trittsteine

Sogenannte Trittsteine sind, auf Fließgewässer bezogen, kleinräumige, typgerechte Strukturen, wie zum
Beispiel Totholzstrukturen, getauchte Vegetation oder standortgerechte Makrophyten Bestände, die
den organismenspezifischen Habitat Ansprüchen kurzfristig genügen. Trittsteine können aber auch kurze
Gewässerabschnitte mit morphologisch intakten Bedingungen sein, die aber zu kleinflächig sind, um eine
Strahlwirkung zu haben, in denen sich also keine stabile Population etablieren kann, da sie keine
ausreichende Habitat Verfügbarkeit aufweisen. Dazu zählen beispielsweise kleinräumige
Gewässer Aufweitungen, Einbau von Strukturelementen oder Lenkbuhnen. Trittsteine ermöglichen es Organismen kleinräumig und kurzfristig Nahrung und Habitate zur Verfügung stellen. So wie wir es auch bei dieser Maßnahme schon beobachte konnten.

Weitere Informationen

https://www.worldfishmigrationday.com/
 
Happy Fish© ist ein Symbol für Menschen, Organisationen und Projekte, die darauf abzielen, wieder frei fließende Flüsse für Fischpopulationen zu schaffen. 

„In die Zukunft blicken, in der Gegenwart leben und aus der Vergangenheit lernen“

 

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