In 2013 hat auch die Rückkehr des Biber an die Ager stattgefunden. Ob und bis wann der Biber in früherer Zeit, an der Ager und Vöckla vorgekommen sein mag, darüber konnte ich noch keine Aufzeichnungen und Belege finden. Aus meiner Sicht, muss ein Vorkommen von Biber in das 19. Jahrhundert zurück gehen. Denn auch in verfügbaren Aufzeichnungen von Hanns Köttl, der die Fischerei in unserer Region im 19. Jahrhundert sehr geprägt hat und auch weit darüber hinaus, hat über Biber keinen Vermerk gemacht. In diesen Aufzeichnungen, die Großteils auch noch einen Zeitraum vor einer Industrialisierung, am Ende des 19. Jahrhunderts beschreiben, wurde über das Vorkommen von Wassertieren, neben den Fischen berichtet, Biber waren jedoch nicht angeführt.
BIBER IN PICHLWANG
Der gute Beobachter wird neuerdings an der Ager in Pichlwang, gleich unterhalb vom Gasthaus Englmayr – Pichlwang, Gemeindegebiet von Timelkam, O.Ö., eines neuen Bewohner des Flussrebensraumes finden. Man kann die typischen Fraßspuren an Bäumen des Ufergehölzes, sogar von der ober der Ager liegenden Strasse, zwischen Lenzing und Vöcklabruck, ca. 2km unterhalb von Lenzing sehr gut beobachten.
Der seit langer Zeit verschwundene Biber ist eventuell auch hier in seinen Lebensraum zurückgekehrt. Es zeigt auch, dass hier direkt unterhalb von der Lenzing AG gelegen Agerabschnitt, sich auch ein Lebensraum erhalten hat, der seit der Bemühungen der Lenzing AG, die Wasserqualität so zu verbessert, dass sich auch heute der Biber seinen Lebensraum wieder sucht.
BIBER SCHAFFT TOTHOLZSTRUKTUREN
Seine Anwesenheit ist aus gewäseerökologischer Sicht eine willkommene Bereicherung . Als natürlicher Flussbaumeiser verbessern und schafft durch seine Aktivitäten allerlei Totholzstrukturen und Unterstände, die als Refugien und Schutzzonen für die Fischbestände dienen können. Nebenbei verjüngt er damit die Ufervegetation und hilft in dieser Kombination so unsere gefährdeten Fischbestände zu erhalten.
BIBER FOTOS
Mir ist es leider noch nicht geglückt, einen Biber zu beobachten. Daher habe ich auch noch keine Biber Fotos bei mir abgebildet. Mit etwas Glück bekomme ich jedoch noch einen zu Gesicht. Da ich keine Fotos verwende, die nicht von mir oder zumindest aus meinen direkten Umfeld meiner Fischereifreunde stammen, bin ich hier noch „biberlos“ im Archiv.
BIBER (Castor fiber)
Biber (Castoridae) sind höhere Säugetiere (Eutheria) und gehören zur Ordnung der Nagetiere (Rodentia). Sie sind die zweitgrößten lebenden Nagetiere der Erde, nach den Capybaras. Die Familie besteht heute aus einer einzigen Gattung, Castor, die sich in zwei Arten aufteilt. Bei uns handelt es sich um den Europäischen Biber (Castor fiber). Das meist braune Fell des Bibers ist mit 23.000 Haaren pro Quadratzentimeter (Mensch: bis zu 600 Haare pro cm2) sehr dicht und schützt vor Nässe und Auskühlung. Der Pelz wird regelmäßig gereinigt und mit einem fetthaltigen Sekret, dem Bibergeil (Castoreum), gepflegt.
Mit seinem spindelförmigen Körper, einem breiten, abgeplatteten, mit lederartiger Haut bedeckten und unbehaarten Schwanz, Kelle genannt, und den Schwimmhäuten ist das Tier perfekt an das Leben im Wasser angepasst. Die Kelle dient als Steuer beim Abtauchen sowie zur Temperaturregulation und als Fettdepot. Beim Tauchen werden Nase und Ohren verschlossen; so können Biber bis zu 20 Minuten tauchen.
Lebensraum
Der Biber ist ein semiaquatisches Säugetier, das heißt sein Lebensraum sind fließende und stehende Gewässer und deren Uferbereiche. An Land bewegt er sich aufgrund seines plumpen Körperbaus nur langsam. Sein Körperbau ist dem Leben im und am Wasser ausgezeichnet angepasst (Kelle als Steuer und Antriebsruder, Schwimmhäute an den Hinterfüßen, bis zu 23.000 Haare pro Quadratzentimeter Körperoberfläche und 12.000 Haare pro Quadratzentimeter am Rücken, Möglichkeit das Fell einzufetten, Geschlechtsorgane im Körperinneren, effiziente Ausnutzung des Sauerstoffs, wodurch er bis zu 20 Minuten lang tauchen kann). Der Biber besiedelt Fließgewässer in allen Größenkategorien, vom Fluss 1. Ordnung bis hin zum Entwässerungsgraben. Ebenso kann er alle Formen von Stillgewässern annehmen, vom Weiher oder Altwasser bis hin zum See. Stehen ihm nur mangelhafte Lebensräume zur Verfügung, zeigt sich der Biber mitunter sehr anpassungsfähig und siedelt sich auch an außergewöhnlichen Plätzen an, beispielsweise inmitten von Ortschaften oder direkt an Autobahnen, wo dann Gehölzpflanzungen nicht selten die wichtigste Nahrungsquelle darstellen.
Kraftwerksneubau zerstoert Lebensaum
Der Lebensraum für den Bieber wurde hier durch einen Kraftwerksbau zerstört. Still und heimlich kam der Biber. Still und heimlich kommen auch nach wie vor KLeinwasserkarftwerk und zerstören unter den Deckmantel: „Begleitmaßnahmen für die Natur“ – Die Sanierung ist aber nicht nur für die Nutzer von Vorteil, sondern dank der Begleitmaßnahmen auch für die Natur. Die Ager entspricht etwa bereits jetzt dem Zustand, den die WRRL vorsieht? Der Biber ist auch wieder verschwunden! Soviel Konkurenz im Dammbau war sogar dem Bieber zuviel.
Natuerliche Feinde
Luchs, Wolf, Bär und Puma zählten früher zu den wichtigsten natürlichen Feinden des Bibers. Gefahr geht heute am ehesten von wildernden Hunden aus.
Biber als Indikator
Betrachtet man Lebensraum und -weise des Bibers genauer, so wird deutlich, dass Probleme im Wesentlichen dort auftreten, wo der Mensch – aus gesamtökologischer Sicht – durch die Landnutzung zu stark in die Natur eingegriffen hat und dies immer noch tut. Diese Eingriffe des Menschen treffen nicht nur den Biber. Sie beeinträchtigen die Lebensgemeinschaften in und an den Gewässern und ihren Auen mit allen dazugehörigen, häufig bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Durch das Fehlen ausreichend breiter, gut bestockter Uferstreifen ist die biologische Wirksamkeit und damit die Selbstreinigungskraft der Gewässer gemindert und die Gewässergefährdung durch den ermöglichten Dünger- und Pestizideinsatz erhöht. Jede Schädigung der Gewässer ist eine Schädigung unserer Lebensgrundlage. Dort, wo Biber ausreichenden Lebensraum finden, bestehen auch günstige Voraussetzungen für die Vielfalt des Lebens im und am Wasser. Dies ist wiederum die Voraussetzung dafür, dass das Gewässer ausreichend Selbstreinigungskraft erlangt, um die vielfältigen Verunreinigungen zu bewältigen (biologischer Abbau).
Konflikte mit Menschen
Auf Grund ihres Bäumefällens sind Biber insbesondere in der Forstwirtschaft unbeliebt. Obwohl sie meist jüngere Bäume nutzen, werden teilweise auch ausgewachsene Bäume angenagt oder gefällt. Handelt es sich um forstwirtschaftlich bedeutende Baumarten, kann der Schaden beträchtlich sein. Durch das Aufstauen von Gewässern kommt es zu Überschwemmungen an Gewässerrandbereichen. Vor allem Fichtenmonokulturen reagieren empfindlich auf Staunässe und können absterben. Dammbauten von Bibern in Straßennähe oder an Unterführungen können zu Unterspülungen führen. Manchmal werden Wohnhöhlen in Hochwasserschutzdeichen angelegt. Diese führen dann im Hochwasserfall zu instabilen Deichen und im schlimmsten Fall zum Deichbruch. Durch geeignete Maßnahmen an den gefährdeten Stellen kann das Problem allerdings umgangen werden. Im Sommerhalbjahr nutzt der Biber auch Feldfrüchte in Gewässernähe. Fraßschäden auf Feldern wurden mehrfach berichtet. Um den Konflikt zwischen Artenschutz einerseits und menschlichen Interessen andererseits zu entschärfen, setzen einige Länder auf ein gezieltes Bibermanagement, zu dem auch sog. Biberberater bzw. -betreuer gehören.
COMEBACK DER BIBER
Wir wollen ihn willkommen heißen! Endlich, aus fischereilicher Sicht, ein Zuwanderer, der als Vegetarier keine Gefahr für die Fische und andere Wasserbewohner mit sich bringt.
BIBER LITERATUR IN HUELLE UND FUELLE
Meine Herausforderung ist ja, denn Fischen ihren Lebensraum zu retten. Speziell in den Gewässern im Salzkammergut. Daher auch meine Sapziergänge an den Gewässern unserer Heimat, mit Camera & Hund. Da muss ich jedoch bei meinen recherchen um den Biber mit einen weinenden Auge feststellen, dass es hier über das OÖ Landesmuseum, Biologiezentrum Linz/Austria eine Menge an Literatur und Publikationen gibt, die den Biber, der ja immerhin seit über 150 Jahren in Österreich als ausgestorben galt, mehr Literatur und Forschung gewidmet wird, wie unseren vom aussterben bedrohten Fischen an der Traun, wie zB. der Bachforelle, der Seeforelle und der Äsche …..
DER VOECKLABRUCKER „VERENA BIBER“
Direkt an der VARENA dem EInkaufszentrum an der B1 in Vöcklabruck gelegen und daher aus allen Richtungen perfekt erreichbar, hat sich auch der Biber einen Baum ausgesucht. Perfekt, um hier die Vöckla etwas aufzustauen. Nachdem er jedoch keinen Strom erzeugt, wird man mit seinen nichtgenehmigten Bauvorhaben nicht viel Freude haben. Mal sehen, wie lange er hier werken darf!
Sehr interessante Artikel findet man über den Biber, wie:
- Holozäne Biberfunde (Castor fiber L.) aus Österreich
- Die Bejagung des Bibers (Castor fiber L.) von der Steinzeit bis zur Gegenwart
- Der Biber (Castor fiber Linnaeus 1758) in Oberösterreich – historisch und aktuell
- Die Rückkehr des Bibers (Castor fiber L.) an den Oberlauf der Großen Mühl, Mühlviertel/Böhmerwald
- Der Biber (Castor fiber L.) im Bundesland Salzburg: Situation und Verbreitung nach der Wiedereinbürgerung vor 20 Jahren
- Ergebnisse pathologischer Untersuchungen bei Bibern
- Unterwasserspuren des Bibers
- Ein Jahr im Leben einer Biberdame
- Biber Tourismus“ – Ein Beitrag zum Artenschutz?
BIBER vs. BACHFORELLE
Mit diesen Dokumenten gibt es sehr interessante Berichte über den Biber. Wenn man weiter googelt, kommt man noch zu viel mehr Büchern und Berichten. Wenn ich mir hier etwas mitleidig, gerade meine Situation um unsere „schwarze Bachforelle“ an der Oberen Traun ansehe und was es dazu an Literatur dazu gibt, so scheint auch der Wissenschaft ein schnuckeliges, pelziges, treuherzig blickendes Tier, wie es der Biber ist, eben auch besser zu gefallen, wie so kalte, schlizige Fische! Oder woran mag es sonst liegen, dass unseren Fischen nicht mehr Beachtung geschenkt wird.
Resümee
Mich bitte hier mit meinem etwas „eifersüchtige“ Blick und Schlusswort, auf den Biber nicht falsch zu verstehen! Es freut mich, dass es ihn wieder gibt an der Ager. Dieser Situation sollte noch mehr Augenmerk geschenk werden, damit er auch hier den erforderlichen Schutz vor seinen „Feinden“ bekommt. Natürliche hat er ja keine mehr, aber konflikte sind vermutlich durch seine Aktivitäten vorprogrammiert. Jedoch wie ich diesen Artikel geschrieben und recheriert habe, neben der Bearbeitung der bis jetzt gemachten Fotos und mich damit, mit dem faszinierenden Thema „Biber“ gewidmet habe, einem für mich bisher unbekanntes Wesen an unseren Bächen und Flüssen und gesehen habe – die Unzahl an Literatur die es über Biber gibt, hat es sich schon traurig gemacht, dass es nicht nur in der Natur ein Ungleichgewicht gibt mit dem Interesse von „Tiere Ober-Wasser“ vs. den „Tieren Unter-Wasser“! Googeln sie mal nach „schwarzer Bachforelle in Österreich“ vs. „Biber in Österreich“ ……
Quelle:
- Wikipedia – Biber
Weitere Informationen:
„Inmitten der Schwierigkeiten liegt die Möglichkeit.“
Zitat von: Albert Einstein