ENGLEITHEN ALTARM

GEWAESSEROEKOLOGISCHER BERICHT ENGLEITHEN ALTARM 2015-2016

Strukturarmer Bereich, oberhalb der Engleithen Altarm Brücke, bei einem MaxQuell Pegel von 200 cm . In der Zwischenzeit breitet sich schon die Ufervegetation immer stärker aus und es kommt dadurch, in Teilen zu einer Beschattung. 

Nun ist er da …. Freigegeben und auch auf der WEB Seite des Auftraggebers, der OÖ. Landesregierung geschaltet. Der Bericht über die „Gewässerökologische Beweissicherung des Traun-Nebenarms in Engleithen in den Jahren 2015 und 2016“ von Christian Pichler-Scheder, Andreas Fischer, Daniela Csar & Clemens Gumpinger alle vom Büro blattfisch aus Wels. Mit Spannung haben wir den Geamtbereicht erwartet! Teilergebnisse hatten wir ja schon zur Kenntnis bekommen.

Hier der Brückenbau über den Engleithen Altarm. Da hier Rohrleitungen der Saline verlegt sind, mussten diese auch in die Brücke integriert werden.

Große Erdbewegungen waren erforderlich. Speziell im obere Berech musste für den Altarm ein neues Flussbett geschaffen werden.

Im unteren Bereich waren ja noch „Altarm“ – Restbestände vorhanden, die bei Hochwasser geflutet wurden und sogar teilweise bei längerer Hochwasserführung Fische in den Altaram, der nach unten offen war, hereinziehen ließ.

Das Büro blattfisch e.U. wurde vom Amt der Oö. Landesregierung, Abteilung Oberflächengewässerwirtschaft, mit der ökologischen Evaluierung des wiederangebundenen Nebenarms der Traun in Engleithen beauftragt. Ziel war es, den ökologischen Mehrwert zu ermitteln, der durch die Wiederanbindung für die Fisch und Wirbellosenfauna entstanden ist, sowie allfällige Defizite aufzuzeigen und Vorschläge für deren Verbesserung zu formulieren.

Im Jahr 2011 wurde der Nebenarm Engleithen vom Gewässerbezirk Gmunden an die Traun angebunden. Ziel des Projekts war es, einerseits den Hochwasserschutz für Bad Ischl, andererseits den ökologischen Zustand der Traun zu verbessern.

Drei E-Befischungen

Um saisonale Aspekte der Fischfauna bestmöglich zu berücksichtigen, wurden an drei Terminen Elektrobefischungen durchgeführt. Gemäß Auftrag hätten jeweils ein Sommer-, ein Winter- und ein Frühjahrsaspekt betrachtet werden sollen.

In diesen beiden Bereichen wurden die Elektrobefischungen durchgeführt.

Aufgrund der anhaltenden Regenfälle und des permanent zu hohen Wasserstandes im Frühjahr 2016 war die Erhebung eines Frühlingsaspekts aber methodisch nicht möglich, weshalb in Rücksprache mit dem Auftraggeber stattdessen ein zweiter Sommeraspekt untersucht wurde. Die Befischungstermine waren dann:

30.07.2015 – 04.03.2016 – 22.7.2016

Zur Erhebung der fischökologischen Verhältnisse wurden Elektrobefischungen watend gegen die Fließrichtung mit zwei benzinbetriebenen Gleichstromaggregaten der Firma Grassl vom Typ ELT62II mit 2,2 kW Leistung durchgeführt

E-Befischung und Bestandsaufnahme vom Büro blattfisch. (Foto: Harald Eidinger)

Hier im etwas strukturierteren Bereich. (Foto: Harald Eidinger)

Siehe 4.1.3 Kartierung des Aeschenlaichgeschehen

Neben der E-Befischungen wurden auch Erhebeungen gemacht, wie der Engleithen Altarm als Laichgewässer von den Äschen angenommen wird.   

Die Fragestellung der Studie fokussiert generell auf die Habitatqualität des wiederangebundenen Nebenarms. Um im Speziellen die Eignung als Äschenlaichhabitat zu untersuchen, wurde das Laichgeschehen erhoben. Die Kartierung erfolgte von der Einmündung in die Traun in flussaufwärtiger Richtung. Für die Verortung der Ergebnisse wurde ein GPS-Gerät sowie entsprechendes Kartenmaterial verwendet. Die erste Kartierung wurde am 06.04.2016 durchgeführt, unmittelbar nachdem der Fischereiberechtigte, Herr Harald Eidinger, von einer beginnenden Laichaktivität der Äsche im Projektgebiet berichtete. Nach einer mehrtägigen Schlechtwetterphase erfolgte am 12.04.2016 nach einer erneuten Verständigung seitens des Fischereiberechtigten eine zweite Kartierung des Äschenlaichgeschehens.

Äschen sammeln sich im Engleithen Altarm, in den Bereich, in den das Habitat zum Ablaichen passt.

Es wurde der Altarm in fünf Teile aufgeteil und in diesen das Laichverhalten der Äschen ermittelt.

Erster Abschnitt – Unterlauf

Hier im Engleithen Unterlauf „Erster Abschnitt“ Richtung Mündung in die Traun, ist der Altarm recht strukturiert mit Steilufern. Ist jedoch auch der Bereich, der als ersten trocken fällt, wenn sich der Pegel unter 170 cm bewegt. Die Ablagerungen sind im unteren Bereich sehr feiner Kies und daher nicht als Äschen Laichhabitate geeignet.  

Besonders auffällig war die Tatsache, dass sich die Bereiche, in denen tatsächlich Äschen kartiert wurden, nicht immer mit jenen Abschnitten deckten, in denen potentielle Laichhabitate zu liegen kamen. So wurden zwar in Abschnitt 1 einige Tiere gesichtet, jedoch keine geeigneten Laichhabitate festgestellt. 

Zweiter Abschnitt – Kaiserstandbild

Individuenärmster Streckenabschnitt – hier fande sich im Mittellauf in Abschnitt 2 lediglich ein (1) einziges Individuum.

Dritter Abschnitt – ex Altarm

Auch hier ein individuenarme Strecke im Mittellauf: In Abschnitt 3 wurde lediglich drei (3) Individuum gesichtet – obwohl es der längste Abschnitt ist.

In weiten Teilen von Abschnitt 3 obwohl hier zahlreicher potentieller Laichhabitate vorhanden sind, wurden hier keine laichbereiten Äschen gesichtet und dokumentiert?

Vierter Abschnitt – der Aeschenlaichplatz

Die meisten Äschen wurden mit 16 gesichteten und dokumentierten Fischen in Abschnitt 4 gezählt der zugleich die geringste Länge aller Teilabschnitte aufweist. Dies deckt sich auch mit unseren mehrjährigen Beobachtungen! Hier befindet sich auch das typische Äschen Laichhabitate mit starken 16/32 mm Schotter Anteil! Damit nicht zu großen Steinen und auch nicht zu feinkiesig.

Fuenfter Abschnitt – Bruecke bis Einrinn

Mit 12 dokumentierten Äschen in Abschnitt 5, gleich hinter Abschnitt 4 die meisten Äschensichtungen. Auch hier dürfte das Laichhabitate für die Äschen passen.

Der fünfte Abschnitt beginnt etwa 60 m flussab der Straßenbrücke und erstreckt sich bis zur Anbindung an die Traun über das neu errichtete Einlaufbauwerk. Der Verlauf des Nebenarms ist hier durchgehend gestreckt. Aufgrund der steilen Uferböschungen ist der Querschnitt des Gerinnes trapezförmig. Totholzablagerungen sowie strukturbildende Ufergehölze fehlen größtenteils, das Bachbett ist monoton und wird überwiegend aus Feinmaterial wie Akal und Psammal aufgebaut.

Altarm bring viel fuer Aeschennachwuchs

Der Nebenarm weist aber jedenfalls eine gute Eignung als Laich- und Jungfischhabitat auf. In Bezug auf die Leitfischart Äsche wurde dies anhand der hohen Anzahl an Jungfischen sowie durch die Laichhabitatkartierung belegt, im Zuge derer mindestens 40 adulte Äschen im Nebenarm gesichtet wurden. Neben den zahlreichen potentiellen Laichplätzen wurden auch vier tatsächliche Laichgruben dokumentiert.

Die Äschenlaichzeit fällt mit Anfang April an und dauert bis zum Schlupf bis Mitte-Ende Mai und fällt in den Zeitraum der Schneeschmelze! Damit sind die Überlebenschance des Äschennachwuchs wesentlich höher als wie bei der Regenbogenforelle. Da in diesen Zeitraum kein austrocknen des Engleithen Altarm zu befürchten ist! 

Der überaus hohe ökologische Wert von funktionsfähigen Äschenlaichplätzen und geeigneten Habitaten für juvenile Äschen wird deutlich, wenn man die gegenwärtige Situation dieser Leitfischart in der Traun zwischen Traun- und Hallstätter See betrachtet. In der GZÜV-Strecke „Plankau“ (FW41000067) wurden im Jahr 2009 etwa lediglich 18,6 Individuen pro Hektar nachgewiesen, der Schwerpunkt lag auf den Adulten, Juvenile traten nur in Form von Einzelexemplaren auf, der Mittelbau fehlte vollständig (RATSCHAN 2009). Als wirkungsvolle Maßnahme zur Stützung des Fischbestands nennt RATSCHAN (2009) die „Verbesserung des defizitären hydromorphologischen Zustands.

Hier eine der so wichtigen Jungäschen, die sich im Engleithen Altarm brächtig entwickeln würden , wenn dieser nicht periodisch austrocknet!

Damit können beispielsweise Habitate für juvenile Äschen wiederhergestellt werden, die Regulierungsbedingt bzw. durch die sukzessive Eintiefung immer weniger verfügbar sind. Die Wiederanbindung des Nebenarms Engleithen leistet somit einen wichtigen Beitrag für den Erhalt und die Verbesserung der Altersstruktur dieser Fischart.

Siehe 5.1.6.1 Ergebnisse der ersten Kartierung vom 06.04.2016

Die Wassertemperatur betrug zum Zeitpunkt der Kartierung 8,5°C. Im gesamten Nebenarm wurden etwa 40 Äschen gesichtet. Dabei handelte es sich überwiegend um Milchner, die ein territoriales Verhalten zeigten.

Die meisten Äschen wurden mit 16 dokumentierten Fischen in Abschnitt 4 gezählt (der zugleich die geringste Länge aller Teilabschnitte aufweist), gefolgt von Abschnitt 5 mit zwölf und Abschnitt 1 mit acht kartierten Äschen. Die individuenärmsten Strecken fanden sich im Mittellauf: In Abschnitt 2 wurde lediglich ein einziges Individuum gesichtet, im langen Abschnitt 3 waren es nur drei Tiere. Besonders auffällig war die Tatsache, dass sich die Bereiche, in denen tatsächlich Äschen kartiert wurden, nicht immer mit jenen Abschnitten deckten, in denen potentielle Laichhabitate zu liegen kamen. So wurden zwar in Abschnitt 1 einige Tiere gesichtet, jedoch keine geeigneten Laichhabitate festgestellt. In weiten Teilen von Abschnitt 3 war das Gegenteil der Fall – trotz zahlreicher potentieller Laichhabitate wurden hier keine laichbereiten Äschen dokumentiert.

Siehe 5.1.6.2 Ergebnisse der zweiten Kartierung vom 12.04.2016

Insgesamt wurden an diesem Tag 44 Äschen gesichtet, wobei im dritten und vierten Abschnitt mit 15 bzw. 14 Individuen die meisten Äschen zu verorten waren. Im Unterschied zur ersten Kartierung konnte ein deutlich höherer Anteil an Rognern festgestellt werden. Zudem wurden auch vier tatsächliche Laichgruben dokumentiert. Der Laichakt konnte aber auch bei dieser Begehung nicht mitverfolgt werden. Die Wassertemperatur betrug zum Zeitpunkt der Kartierung 8,8°C.

Im Gegensatz zur vorangegangenen Kartierung waren diesmal sämtliche potentielle Laichhabitate von Fischen besetzt – bzw. in Form von Laichgruben als bereits genutzt zu erkennen.

Siehe Siehe 5.1.1 Fischbestand – Gesamtfangstatistik

Vom Sommer 2015 bis zum Sommer 2016 wurden im Zuge von drei Befischungen insgesamt sieben Fischarten aus drei Familien nachgewiesen (Tab. 7). Die häufigste Art war die Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss), gefolgt von der Elritze (Phoxinus phoxinus). Die Koppe und die Äsche stellten die dritt- und vierthäufigste Art dar.

Siehe 5.1.2 Saisonale Aspekte im strukturierten Abschnitt

Sommeraspekt 2015 – Insgesamt wurde mit 15,2 kg/ha nur eine sehr geringe Biomasse nachgewiesen!!!

Mit rund 71 % aller Individuen war die Äsche in der strukturarmen Probestrecke zwar die dominante Art, da aber ausschließlich juvenile Tiere mit Körperlängen zwischen 45 mm und 89 mm gefangen wurden, blieb ihr Anteil an der Gesamtbiomasse vergleichsweise gering.

Winteraspekt 2016 – mit gut 30 kg/ha war die Biomasse im Winteraspekt doppelt so hoch wie im vorangegangenen Sommer!

Im Winter stellte die Koppe mit rund 66 % Anteil die häufigste Fischart in dieser Probestrecke dar. Die Gesamtbiomasse war mit 16,5 kg pro Hektar im Vergleich zum vorangegangenen Sommer zwar deutlich höher, aber immer noch als sehr gering zu bewerten. Den größten Anteil an der Biomasse hatte die Regenbogenforelle mit 76,44 %, von der neben Juvenilen auch einige Adulttiere gefangen wurden.

 

Sommeraspekt 2016  – den groeßten Anteil an der Biomasse hatte die Aesche mit etwa 43 %. Mit knapp 27 kg/ha war die Gesamtbiomasse aehnlich hoch wie im Winteraspekt.

Wie im Sommer zuvor hatte die Regenbogenforelle den größten Anteil am Gesamtbestand, diesmal mit knapp 40 %. Mit Ausnahme von drei Individuen handelte es sich bei den 116 gefangen Regenbogenforellen um juvenile Fische mit Körperlängen zwischen 40 mm und 110 mm. Auch bei der Äsche dominierten Jungtiere den Bestand, es wurden aber auch vereinzelt Subadulte und Adulte gefangen.

Auch Regenbogenforellen nutzen den Altarm 

Kaum hatte der letzte Bagger den Altarm verlassen, kamen auch schon die ersten Regenbogenforelle in den Altarm um diesen als Laichplatz zu nützen.

Regenbogenforellen nutzen ein durchaus grobkörnigeres Habidat von 32/64 mm Kiesgröße, als welchen von den Äschen bevorzugt wird.

Die Laichzeit der Regenbogenforelle fällt jedoch in die Niederwasserperiod der Oberen Traun und die Laichplätze fallen, so auch wie im Winter 2015-2016 im Engleithen Altarm trocken. Hier habe ich mir einen trockengefallen Laichplatz angesehen um den Forellenlaich zu prüfen.

Resumee zur Salmoniden Situation im Altarm

5.1.5.2 Regenbogenforelle: Die allochthone Regenbogenforelle war mit insgesamt 403 gefangenen Individuen die häufigste Fischart im Nebenarm. Sie wurde in beiden Probestrecken und an sämtlichen Befischungsterminen dokumentiert.

5.1.5.5 Äsche: Die Altersstrukturen der Äsche in den beiden Untersuchungsstrecken unterscheiden sich auf den ersten Blick kaum voneinander. Im Sommeraspekt 2015 waren in beiden Abschnitten ausschließlich juvenile Fische mit Körperlängen zwischen 60 und 100 mm zu dokumentieren, und zwar jeweils in vergleichbarer Anzahl.

5.1.5.6 Bachforelle: Die Bachforelle war im Nebenarm Engleithen – besonders in Anbetracht dessen, dass sie eine der Leitfischarten darstellt – nur in extrem geringen Dichten anzutreffen. Insgesamt konnten in der gesamten Untersuchungsperiode lediglich 34 Individuen gefangen werden. – Siehe Situation zur Schwarzen Bachforelle in meinen Blog.

Der Engleithen Altarm ist trocken ….. Damit haben wir immer große Ausfälle.

6.1.2 Problemkreis Trockenfallen

Eine wesentliche Beeinträchtigung des Fischbestands erfolgt durch das temporäre Trockenfallen des Nebenarms. Sinkt der Wasserstand der Traun unter 180 cm, gemessen am Pegel Maxquelle (Bad Ischl), beginnt der Nebenarm von der Mündung in die Traun flussaufwärts trockenzufallen. Grund hierfür ist die starke Eintiefung des Hauptflusses im Vergleich zum Nebenarm. Diese Eintiefungtentenz nimmt mit jeden Hochwasser zu und verschlechtert damit die Situation im Altarm.

Trockenfallereignis 20.November 2015

Das erste Trockenfallereignis erreichte seinen Höhepunkt am 20.11.2015. Trotz sofort eingeleiteter Notfallmaßnahmen seitens der Fischereiberechtigten, bei denen an die 700 Fische, insbesondere juvenile Äschen und Regenbogenforellen sowie Koppen, Elritzen und einige Bachforellen geretet und zu einem anderen Gewässer transportiert wurden, verendeten zahlreiche Fische im Nebenarm.

Trockenfallereignis 25. Maerz 2016

Das zweite Trockenfallen ereignete sich am 25. März 2016, nur wenige Wochen nach dem zweiten Befischungstermin. Erneut wurden von den Fischereiberechtigten umgehend Rettungsmaßnahmen eingeleitet, jedoch konnte ein maßgeblicher Ausfall der Fischfauna nicht verhindert werden.

Trockenfallereignis 6. Dezember 2016

Das dritte Trockenfallen ereignete sich am 6. Dezember 2016, und war auch schon vorhergesehend. Auf der eine Seite Niederwasserperiode und auf der anderen Seite wurde das Kraftwerk in Bad Goisern geflutet. Erneut wurden von den Fischereiberechtigten umgehend Rettungsmaßnahmen am 5. Dezember 2016 durchgeführt und über 750 Fische abgefischt, jedoch konnte ein maßgeblicher Ausfall der Fischfauna nicht verhindert werden. Auch war die Temperatur bereits unter Gefrierpunkt und daher sehr schwierige Bedingungen.

Am 6. Dezember 2016 ein weiterer Totalausfall des Engleithen Altarmes. Am Vortag konnte noch durch eine E-Befischung einige hundert Fische gerettet werden. Alle erwischt man jedoch nie ….

 

Biomasse Defizit durch trockenfallen

Aufgrund des dokumentierten Fischsterbens im Untersuchungszeitraum ist davon auszugehen, dass der Fischbestand im Nebenarm bei weitem besser sei könnte, als die Ergebnisse der Befischungen es zeigen. Im Nebenarm Lahnstein (Ebenseer Traun Reveier) stellten sich etwa nach mehreren Jahren durchgehender Wasserführung Biomassen von bis zu 344 kg/ha ein (BERG et al. 2013), während in Engleithen im trockenfallenden Abschnitt maximal 30,11 kg/ha festgestellt wurden.

Fazit

Der Nebenarm Engleithen stellt einen wichtigen Beitrag zur morphologischen Aufwertung der Oberen Traun dar. Hinsichtlich der Fischfauna konnten im Vergleich zum Hauptfluss deutlich positive Effekte festgestellt werden: Die Äsche nutzt den Nebenarm als Laich- und Jungfisch-Habitat, die Koppe bildet individuenreiche Bestände aus, und die Elritze findet geeignete Wintereinstände. Generell erfüllt der Nebenarm in erster Linie die Funktion eines Reproduktionshabitats, wie der sehr hohe Anteil an Jungfischen zu allen Befischungsterminen klar belegt.

Allerdings sind auch zwei wesentliche Mängel aufzuzeigen:

  • Zum einen ist es bis dato nicht gelungen, eine permanente Wasserführung sicherzustellen, weshalb es immer wieder zum Trockenfallen maßgeblicher Abschnitte kommt.
  • Zum anderen ist die Strukturgüte im Nebenarm noch nicht ausreichend hoch, um standorttypische Fischbestände zu ermöglichen.
  • Ein Vergleich zwischen dem strukturarmen Oberlauf und dem strukturierten Mittellauf hat gezeigt, dass der Gutteil der Fischarten in der strukturierten Untersuchungsstrecke höhere Biomassen und höhere Individuendichten erreicht, und zudem Arten exklusiv dort auftreten.
  • Nun sind es aber gerade die strukturreicheren Teilstrecken des Nebenarms, die bei Niederwasser trockenfallen, weshalb im schlechtesten Fall nur noch der strukturarme Oberlauf einen Rückzugsraum darstellt.
  • Dementsprechend würde der Nebenarm bei permanenter Dotation sicherlich ein wesentlich höheres fischökologisches Potential bergen, als es derzeit den Anschein hat.
  • Auch die Makrozoobenthosgemeinschaften haben klar gezeigt, dass die strukturierte Strecke im Mittellauf deutlich bessere Lebensbedingungen bietet als die strukturarme im Oberlauf.
  • Das belegen die deutlich höheren Individuendichten und Biomassen ebenso wie günstigere Verhältnisse zwischen den strukturgütezeigenden EPT-Taxa und Dipteren.

Somit würde eine stärkere Strukturierung des Nebenarms jedenfalls zu einer Verbesserung der Habitatqualität für die Wirbellosenfauna führen. Zugleich ist aber – im direkten Vergleich mit dem Nebenarm Lahnstein und anderen vergleichbaren Gewässern – festzustellen, dass im Nebenarm Engleithen generell eine sehr dünne Besiedelung vorliegt. Dies hängt zum einen mit der monotonen, vor allem aus feineren Sedimentgrößenklassen bestehenden Gewässersohle zusammen, zum anderen aber auch mit der Tatsache, dass der Nebenarm bei niedrigen Wasserständen trockenfällt. Aus den vorliegenden Daten ist eindeutig abzuleiten, dass durch eine Erhöhung der Strukturvielfalt – vor allem im strukturarmen Oberlauf, aber auch im strukturierteren Mittellauf – sowie durch die Gewährleistung eines permanenten Durchflusses deutliche Verbesserungen für die aquatischen Lebensgemeinschaften möglich wären.

Massnahmenkatalog

Am 21. Dezember 2016 hatten wir dazu eine Abstimmung mit den verantwortlichen. Was zu tun wäre, um den Engleithen Altarm eine stabile(re) Wasserführung zu gewährleisten, ist bekannt. Die Situation ist, dass durch die Hochwässer der letzten 20 Jahre, sich das Flussbett um 70-80 cm eingegraben hat. Dadurch verliert der Altarm seinen Anschluss in Niederwasserperioden. Diese Eintiefungen bilden in verschiedenen Bereich auch schon eine Gefährdung von Strassen, Wegen und Brücken (inkl. Eisenbahn).

Hier als Beispiel, so ein „loser“ Sohlgurt, wie dieser auch oberhalb der Sulzbachmündung in Bad Ischl schon eingebaut wurde. Solche SOHLGURTE würde auch beim Einlaufbereich des Engleithen Altarmes und paralell dazu, zur Erreichung einer stabilen Wasserführung beitragen.

Abhilfe schaffen hier eine Anreihung von Sollgurten. Mit solchen Sohlgurten könnte im Einlaufbereich des Engleithen Altarmes der Wasserspiegel um 20-40 cm gehoben werden und dadurch genügend Wasser, auch bei Niederwasserperioden in den Engleiten Altarm transportiert werden. Eine Aneinanderreihung von mehrerer solchen Sohlgurte würde eine weitere Eintiefung des Flussbettes in diesen Bereich verhindern und gleichzeitig den Grundwasserspiegel anheben und somit die Wasserführung im Altarm gewährleisten.

Mit solchen Maßnahmen würde sich der Wasserstand im Einlaufbereich um die erforderlichen 20-30 cm erhöhen lassen, wie dieses Beispiel zeigt. Durch die Aneinanderreihung von mehrer solcher Sohlgurte, würde die Eintiefung des Flussbettes gestoppt und der Grundwasserspiegel angehoben. Dadurch sollten sich auch ein trockenfallen des Engleithen Altarm reduzieren.

Dh. die Lösung ist bekannt! Jedoch ist die Finanzierung zu lösen! Lassen wir uns überraschen, ob sich hier eine Finanzierung aufstellen lässt?       

Was können wir selbst beitragen?

Strukturverbesserungen mit Treibeselsammer

Solange die obige Maßnahme nicht gesetzt ist, machen auch weitere Investitionen in eine Strukturverbesserung nicht sehr viel Sinn. Diese wären zwar in der Planung des Engleithen Altarm enthalten und vorgesehen, ist jedoch aktuell nicht Sinnvoll. Daher haben wir bei unseren Besprechungstermin mit dem Gewässerbezirk vereinbart, dass wir mit „Manneskraft“, hier selbst Hand anlegen dürfen. Da ich mich schon seit längeren mit den Strukturverbesserungs – Maßnahmen nach Ludwig Tent beschäftige, haben wir dazu das ok. bekommen.

Dh. wir werden in den nächsten Monaten einige „Treibselsammler“ in den Engleithen Altarm einbauen und über die Auswirkungen und Erfahrungen berichten …. 

Strukturgüte im Engleithen Altarm Nebenarm noch nicht ausreichend – Strukturverbesserung mit „Treibselsammler“ lt. Ludwig Tent könnte Abhilfe schaffen. (Foto: Ludwig Tent)

Quellen und Literatur:

Christian Pichler-Scheder, Andreas Fischer, Daniela Csar & Clemens Gumpinger, alle Büro blattfisch, 4600 Wels

Gewässerökologische Beweissicherung des Traun-Nebenarms in Engleithen in den Jahren 2015 und 2016

Osmerus‘ Blog – Treibselsammler lt. Ludwig Tent

 

Soweit der „Inventurbericht 2015-2016“ zum Engleithen Altarm! 

Wir möchten den Altarm nicht missen, auch wenn wir ihn noch nicht lieben! Speziell wenn wir im ausgetrockneten Bachbett unter hunderter toter Fische stehen, verfluchen wir ihn bekommen haben. Wir sind jedoch guter Dinge, das sich in Andenken an Frau Juliana Schmid, die durch Ihren finanziellen Beitrag die Entstehung des Engleithen Altarm maßgeblich finanziert hat, auch für die weiteren Maßnahmen noch Mittel finden….   

Das Legat der Julina Schmid. Einweihung der Gedenktafel am 7. Juli 2012.

  

„Inmitten der Schwierigkeiten liegt die Möglichkeit.“

Zitat von: Albert Einstein