ÄSCHEN IM RADAUBACH

Die Böden des Salzkammerguts sind aufgrund der geologischen Verhältnisse meist schwer und
bindig und allgemein sehr seichtkrumig aber stark humos. Trotz der Lage im kalkalpinen Bereich, sind sie verhältnismäßig häufig entkalkt oder sogar kalkfrei.

Der Radaubach, als Ischl Zubringer ist im unteren Bereich eine perfekte Äschen-Kinderstube. Im Hoch- und Mittelgebirge ist die Äsche der Leitfisch der nach ihr benannten Flussregion und besiedelt den Bereich von der unteren Bachforellen- bis zur oberen Barbenregion. Sie verlangt demnach klare, sauerstoffreiche, sommerkühle, schnell fließende Gewässer mit sandigkiesigem bis steinigem Grund, wie wir dies im Radaubach ideal vorfinden. (Foto: © by Fritz)

Als Nebenbach und Zubringer zur Ischl fließt hier auch der Radaubach mit einer Breite zwischen 2 Meter durch das mittlere Ischl Tal. Der Radaubach ist wenig Geschieb bringend und sein Sohlsubstrat besteht aus Sand bis Blöcke und seine Wassergüte ist aufgrund eines Fischaufkommen als gut einzustufen. Seine Ufer sind naturnahes lückig ausgebildetes und mit Uferbegleitgehölz bewachsen, je weiter bachaufwärts um so natürlicher und beidseitig gut strukturierter wird das Ufer, ausgeprägt mit Uferbegleitgehölz.

Die Gemeindegrenze zwischen St. Wolfgang und Bad Ischl, sind auch die Grenze der Fischereirechte.

Die Ischl fließt in einem relativ breiten Tal, das Wolfgang-/Ischltal genannt wird. Ihr mittleres Gefälle beträgt 5,4 ‰. Dieses Tal wurde durch den Wolfgangseegletscher des Traungletschers in den letzten Eiszeiten geformt. Dabei trennt sie die Osterhorngruppe, die Postalm und den Bärenkogel und deren Zubringer südlich und mit viel Geschiebe in die Ischl münden. Hingegen kommen von der nörlich liegenden Schafberggruppe und den Leonsberg-Zug Zubringer wie der Schwarzenbach oder der Radaubach als wenig Geschiebe führende Bäche in die Ischl.

Die Radaubach Zubringer im Überblick. Der Radaubach wird mit den nördlichen Zubringern gespeist. Der Radaubach selbst entspringt aus einer Karstquelle und der erste Siphon beginnt an dessen Ende mit einer 8 m langen lufterfüllten Höhle. Wie Höhlenforscher berichten ist die die Quelle mit einer Tauchstrecke von beinahe 100 Meter und und einer Tiefe von 6 m durchtauchen. Die Schüttung bei dber Radaubachquelle wird mit ca. 30 l/s angegeben und das Wasser ist kalt und glasklar.
Die Quelle des Radaubaches (Quelle: Robert Seebacher)
http://vho-caving-news.blogspot.com/search/label/Radaubach-Ursprung
Die dominierenden Gesteine im Wolfgangtal bestehen aus jurassischen Plassenkalken. Im Wolfgangtal und seinen Nebentäler – wie der Kienbachklamm – finden sich zahlreiche Fundstellen von gut erhaltenen Felsritzungen. Die Petroglyphen sind größtenteils als archäologische Denkmäler geschützt.
Bis in den Bereich zum Golfplatz gibt es eine perfekte Struktur mit sehr abwechslungsreichen und Äschen freundlichen Abschnitten.
In der Äschenzucht, mit lokalen Stämmen, haben wir auch die ersten Erfolge. (Foto: © by Fritz)
Das Wolfgangtal wurde nicht durch die Ischl geformt, sondern durch eine Gletscherzunge des Dachsteingletschers, die lokal auch Wolfgangseegletscher bezeichnet wird. Damit haben wir hier auch eine “lieblichere” Formgebung der Landschaft, die sich auch in den Bachläufe widerspiegelt.
Der Radaubach wurde nicht zu “Tode” reguliert, sowie manch ein anderer Ischl Zubringer und ist noch als ein Natur Juwel und Jungfisch Habitat ein wichtiger Bestandteil zur Regelung der Fischbestände in der Ischl.
Das Radaubach kommt westlich im Gemeindegebiet von St. Wolfgang liegend und bildet sich aus kleinen Zubringerbächen die aus dem Zimnitz-Gebirgszug entwässern und endet östlich bei Bad Ischl im Ortsteil Pfandl.
Der Radaubach als optische Attraktion innerhalb des Salzkammergut Golfclub’s.
Hier im Bereich der Gemeindegrenze zwischen St. Wolfgang und Bad Ischl, wo auch die Fischereigrenze liegt.

Fischereiliche Nutzung

Der Radaubach ist in erster Linie ein Aufzuchtgewässer und wird fischereilich kaum genützt. Es werden für den Radaubach keine Fischerkarten ausgegeben.

Aus der aktuellen Situation, die wir mit der Ischl haben, sind Aufbauarbeiten von qualitativen Fischbesatz abzustimmen. Im Radaubach kann jetzt schon der Aufbau gestartet werden, der zeitversetzt in der Ischl wirksam wird. Als Referenzprojekt kann hier auf die guten Erfahrungen die im Kaltenbach gemacht wurden zurückgegriffen werden.

Freitag, 20. November 2020 – 100 Äschen ausgesetzt

Es wurden ca. 100 Äschen Brütlinge in der Brutrinne noch mit Lebendfutter aufgezogen. Interessant bei diesen Versuch ist auch die Tatsache, wie schnell sich die Fische “domestizieren” und im Veränderungsprozess von Wildfischen auf einen Fütterungs Rhythmus konditioniert lassen. (Foto: © by Fritz)
Genau diesen “Konditionierungs – Effekt” wollen wir ja bei unseren Besatzfischen möglichst vermeiden und daher auch noch der Versuch, diese wieder “auszuwildern”, an Lebendfutter und deren Jagd zu gewöhnen und ein natürliches Fluchtverhalten bei Ereignissen anzutrainieren. Nachdem die Äschenbabys an ein Aussetzen in die Wildnis “trainiert” waren, konnten diese in die intakte Umgebung des Radaubaches ausgesetzt werden. Die Entwicklung werden wir beobachten. Äschen sind in der freien Wildbahn leichter zu beobachten, da diese im Freiwasser ihren Standplätze haben und nicht wie Bachforellen, zumeist sehr versteckt in Unterständen aufhalten. (Foto: © by Fritz)

Aus unseren Versuchen mit der Äschen-Aufzucht, wollte es unser Fischzuchspezialist Fritz genau wissen und hat ca. 100 Äschenbrütlinge in ein Nahrungsaufzucht Programm aufgenommen. Es wurde diese mit “Lebendfutter” in der Brutrinne angepasst und dazu wurden Saline Krebse und Wasserflöhe und andere Mikroorganismen gezüchtet.

Der Gemeine Wasserfloh (Daphnia pulex) ist eine Art aus der Gattung der Daphnien (Daphnia). (Foto: © by Fritz)
Diese Kleinlebewesen, werden als Futter für die Äschenbrütlinge gezüchtet um diese mit Naturfutter aufzuziehen und nicht an Kunstfutter zu gewöhnen. Sowie als Alternative zu Plankton, welches wir nicht in ausreichender Menge zur Verfügung haben.
(Foto: © by Fritz)

Der Radaubach als “Wiesenbach” eignet sich ganz speziell für die Entwicklung des Äschen Nachwuchses. Leider liegen uns aktuell keine Temperaturdaten über die Jahreszeiten vor. Daher werden wir im Frühjahr 2021 zwei Datenlogger in den Radaubach installieren um einen Überblick über die Wassertemperatur zu bekommen.

Äschenbesatz in der Aschau

Dieser Ortsteil in Bad Ischl heißt “Aschau”. Der Ursprung des Namens Aschau, kann verschiedene Herkünfte haben. So etwa waren hier früher für Köhler für die Saline Pfannen tätig und es könnte der Name von “ASCHE” abgeleitet sein. Sehr wahrscheinlich weist der Name Aschau (Eschenau) auch hier, wie in an anderen Gegenden wie am Chiemsee oder im Zillertal auf ausgedehnten Auwälder hin, die den Talboden des Ischl Tales bedeckten. Aber auch die Ableitung, dass es hier schon immer ein starkes Aufkommen von “Aschen” gab, ist nicht von der Hand zu weisen. 🙂

Jedenfalls habe ich am 20.11.2020 im Ortsteil Aschau, in den Radaubach 100 Stück “Aschen” – Brütlinge ausgesetzt. (Foto: © by Fritz)

Die Äsche erhielt ihren Namen aufgrund ihrer aschgrauen Farbe, denn die alte Bezeichnung ist »Asch«, und auch ihre englische Bezeichnung »grayling« weist darauf hin (Dujmic, 1997; Petz-Glechner, 2004). Der wissenschaftliche Name Thymallus thymallus wird auf den Geruch der Äsche bzw. ihres Fleisches zurückgeführt, der an Thymian erinnert (Brämick et al., 1999; Petz-Glechner, 2004).

Weitere Informationen:

Höhlenforschung am Radaubach Ursprung

„Hege nach dem Prinzip: Versuch macht klug“

Für das Fischbesatzmanagement empfiehlt sich das Grundprinzip der lernfähigen Hege. Dabei wird der Erfolg jeder Maßnahme in verschiedenen Schritten überprüft. Dazu gehört, das natürliche Aufkommen der Zielfischarten regelmäßig zu erfassen und daraus auf die Besatznotwendigkeit zu schließen.

Zitat: von Robert Arlinghaus

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