BEWIRTSCHAFTUNG

REVIERKARTE KAISER – TRAUN

Hier habe ich eine Gewässerkarte der „Kaiser Traun“, als Orthofoto gepeichert, mit ca. 5 MB Größe und 1.736 x 2.400 Pixel, dh. man sollte eine schnelle Internetverbindung haben, wenn man sich diese Revierkarte im Detail ansehen will. Zur Vergrößerung kann man auch ins Bild klicken. Die „Kaiser – Traun“ ist im gegenständlichen Abschnitt zwischen Hallstättersee und Traunsee ein Seeausrinn, der in Bezug auf die Fischartengemeinschaft oberhalb der Ischlmündung der Forellenregion und ab der Ischlmündung der Äschenregion zuzuordnen ist (lt. Kainz). Das Revier „Kaiser – Traun“ erstreckt sich von Lauffen, mit der Straßenbrücke als obere Reviergrenze, bis unterhalb von Bad Ischl, mit der „Baumit – Brücke“ als untere Reviergrenze. Der Bereich zur Ischl bildet die Schwelle, direkt an der Brücke über die Ischl, als Reviergrenze. Der Sulzbach, der Kaltenbach und der Sägemühlbach gehören zum Revier der „Kaiser – Traun„, ebenso der 2011 renaturierte Teil der Alten Traun (Engleithen Altarm), der mit 1,2 km eine interessante Erweiterung bildet. Leider ist der Engleithen Altarm ohne eine stabile Wasserführung und läuft je nach Wasserstand und Schottereinbringung leider auch trocken. Der Engleithen Altarm ist am Orthofoto noch nicht enthalten, man kann nur den „Großen Tumpf“ sehen, der als alter Bestand in den Altarm integriert wurde.  Die Revierlänge der „Kaiser – Traun“ beträgt 8,25 km.

HAH_Ischler_Traun_Orthofoto_30. Oktober 2012-1

Kaiser Traun Orthofoto Revierkarte. Quelle: Doris

Revier „Kaiser – Traun“

Bad Ischl liegt auf einer Höhe von 468 m

Obergrenze bei Flußkilometer 109,25
Straßenbrücke in Lauffen – oberhalb von Bad Ischl

Untergrenze bei Flußkilomter 101,00
Straßenbrücke bei der Kläranlage – flussab unterhalb von Bad Ischl

Kaiser Traun Impressionen

Kaiser Traun Impressionen

Oberer Revierteil der Kaiser Traun:

Hier ist das Ufer fast durchgehend von einem Gehölzgürtel bzw. einer Gehölzgalerie gesäumt. Zumeist liegen dahinter Verkehrsflächen bzw. der Bahnkörper. Dieser Teil ist vom Flusslauf der Gewässerstruktur und landschaftlich der schönste Teil der Strecke. Im Bereich von Engleithen über die Kaltenbachau, orographisch linksseitig der Traun, bis zur „Lokalbahnbrücke“ die oberhalb von Bad Ischl liegt, existiert noch ein breiter Gewässerrandstreifen mit Gehölz. Hier wurde auch 2011 die ehemalige Talaue – der Engleithen Altarm (Alte Traun) an die Traun angebunden.

Die Katrin – das „Wasserschloss“ von Bad Ischl

Das ist auch der Bereich, wo sich die Traun um den Fuße der Katrin schmiegt. Die Katrin ist ein typisches Kalkkarstgebiet. Der ausgedehnte Plateaubereich der Katrin und auch die höher gelegenen Bergflanken bestehen überwiegend aus stark verkarsteten Dachsteinkalk mit nach unten offenen Karren und Dolinen. Als Konsequenz der starken Verkarstung finden sich im Plateaubereich trotz des hohen Niederschlags keine permanenten Oberflächengewässer. Der oberirdische Abfluss versickert rasch in den offenen Spalten und Hohlräumen des Untergrundes und tritt nach nur kurzer Verweilzeit im Berg wieder in mehreren bedeutenden Karstquellen im Tal zutage. Dies ist auch für die Trinkwasser-Versorgung der Stadt Bad Ischl relevant, da der Wasserbedarf der Kurstadt zu etwa 70% von der 1895 eröffneten Hochquellenleitung der Anlage Wildenstein am Nordfuß der Katrin gedeckt wird. Die Katrin stellt somit das „Wasserschloss“ für die Trink- und Nutzwasserversorgung von Bad Ischl dar und bedarf eines besonderen Natur- und Landschaftsschutzes. Auch die Traun wird hier von einigen sehr kalten Quellen gespeist, wie mit dem Sägemühlbach und auch in der „Alten Traun“ entwässern einige Quellen.

Die Traun, im Hintergrund die Katrin

Die Traun, im Hintergrund die Katrin

Sulzbach

Rechtsufrig kommt oberhalb von der Lolkalbahnbrücke der Sulzbach in die Traun. Dieser ist seit 2008 mit einer Fischaufstiegshilfe erweitert worden. Der Sulzbach entwässert ein weites Gebiet, bis zum Hoisnradl und nach Perneck hinauf. Die Böden des Salzkammerguts sind aufgrund der geologischen Verhältnisse meist schwer und bindig und allgemein sehr seichtkrumig aber stark humos. Auch die Schwemmfächer des Sulzbach südlich des Siriuskogels oberhalb von Bad Ischl gehört hier dazu. Der Sulzbach ist ein stark begradigter Bach mit einer Breite von ca. 3-5 m. Sohlsubstrat ist Kies bis Schotter. Senkrecht befestigte Uferböschungen und Uferbegleitgehölz im unteren Abschnitt nicht vorhanden – kleine Kaskaden; senkrechte Uferböschungen mit Blocksteinen gesichert bzw. betoniert. Der Sulzbach gewinnt erst etwas an natürlicher Struktur, oberhalb von Reiterdorf, bis er in eine tiefe Klamm verschwindet, die von Perneck herunter geht.

Impressionen vom oberer Revierteil:

Beim "Trampolin"

Beim „Trampolin“

Die Kaiser Traun - der schönste Revierabschnitt

Die Kaiser Traun – der schönste Revierabschnitt

Im oberen Teil - Höhe Fahrzeugmuseum

Im oberen Teil – Höhe Fahrzeugmuseum – Blick flussaufwärts

Im oberen Teil - Höhe Fahrzeugmuseum - Blick flussabwärts

Im oberen Teil – Höhe Fahrzeugmuseum – Blick flussabwärts

 

Rechtsufrig steht der Äschennachwuchs! Die großen stehen Mittig bis Linksufrig ...

Rechtsufrig steht der Äschennachwuchs! Die großen stehen Mittig bis Linksufrig …

Bei der Engleithen Altarm Mündung in die Traun

Bei der Engleithen Altarm Mündung in die Traun

Oberhalb der Sulzbachmündung

Oberhalb der Sulzbachmündung

 

Mittlerer Revierteil der Kaiser Traun – „Stadtrevier“:

Im Ortsgebiet von Bad Ischl sind die Ufer beidseitig durch Steinschlichtungen gesichert, wobei Ufersporne bzw. Kurzbuhnen die Strukturvielfalt entlang der Prallufer erhöhen. Stellenweise sind, vor allem oberhalb und direkt im Ortsgebiet von Ischl, noch einzelne Schotterbänke vorhanden. Direkt oberhalb der Ischler Promenade, kommt linksseitig der Kaltenbach in dei Traun. Dieser ist noch nicht barrierefrei an die Traun angebunden. Erst mit einem Wasserstand von > 300 cm (mittleres Hochwasser) ist die Fisch – Basierbarkeit gegeben. Am Ende des Stadtrevieres kommt linkseitig die Ischl in die Traun. Die Reviergrenze hier, ist die Solschwelle, direkt bei der Staßenbrücke über die Ischl, ein paar Meter oberhalb der Mündung in die Traun.

Impressionen vom mittleren Revierteil:

Herbst Äsche aus der Oberen Traun!

Herbst Äsche aus der Oberen Traun! – Im Stadtrevier gibt es viele Äschen ….

Im Stadtrevier mit Blick auf die Katrin

Im Stadtrevier mit Blick auf die Katrin

Stadtrevier

Stadtrevier

Hier ist auch ein guter Platz für Herbst Äschen! Wenn der Pegel unter 185 cm ist, kann man hier sehr gut "linksufrig" fischen!

Hier ist auch ein guter Platz für Herbst Äschen! Wenn der Pegel unter 185 cm ist, kann man hier sehr gut „linksufrig“ fischen!

Ischlmündung

Ischlmündung

 

 Unterer Revierteil der Kaiser Traun – „Kreuzsteinrevier“:

Ab der Ischl Mündung,  wird lt. Kainz die Fischartengemeinschaft der Äschenregion zugeordnet. Die Ischl bringt als Seeausrinn des Wolfgangsee etwas wärmeres Wasser in die Traun. In der Ischl gibt es auch Barben, Perlfische, Aitel und Schneider, die auch über die Ischlmündung in Traunbereich kommen. Hier geht es dann auch in das „Kreuzsteinrevier“ über, dass hier eng eingepresst zwischen Straße und Bahn verläuft. Vom Fischen her, ist man zwar im tieferliegenden Flußbett ziemlich ungestört. Seit einiger Zeit haben wir um die Zugänglichkeit zu erleichtern auch eine „Fischerleiter“ bei der Ischlbrücke montiert um in diesen Bereich leichter vordringen zu können. Danach folgt die Rettenbachmündung mit dem „Generals – Pool“ und unterhalb findet man auch regelmäßig Reihen von Holzpiloten als Reste historischer Uferschutzbauten und Wehranlagen.

 

Impressionen vom unteren Revierteil:

 

Beim Kreuzstein

Beim Kreuzstein

Kreuzsteinin der Traun - unterhalb von Bad Ischl

Kreuzsteinin der Traun – unterhalb von Bad Ischl

Traun, unterhalb der Rettenbachmündung

Traun, unterhalb der Rettenbachmündung – im Hintergrund die Katrin

Die Brücke ist die untere Reviergrenze

Die Brücke ist die untere Reviergrenze

Als traunquerende Bauwerke, haben wir in diesen Bereich:

  • Die Lauffener Straßenbrücke als Reviergrenze
  • Obere Soleleitung – unterhalb von Lauffen
  • Oberste Eisenbahnbrücke – beim Einlaufbereich des Engleithen Altarm
  • Untere Soleleitung – etwas unterhalb der Brücke Engleithen Altarm
  • Brücke Engleithen Altarm (im mittleren Bereich des Altarmes)
  • Lokalbahnbrücke
  • Taubersteg
  • Hauptbrücke (Elisabethbrücke)
  • Kreuzersteg (Leharsteg)
  • Obere Eisenbahnbrücke
  • Max Quell Eisenbahbrücke
  • Steinfeldbrücke (Eselbrücke)
  • Baumit Brücke (untere Reviergrenze)

Situation der Kaiser – Traun und Oberen Traun

Der Basiswasserkörper der Oberen Traun wurden als erheblich verändert in der Ist-Bestandsanalyse im Rahmen der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie eingestuft. Er ist sowohl in Bezug auf die Hydrologie als auch auf die Morphologie im sicheren Risiko. An der Traun sind vor allem strukturelle Defizite in der Projektstrecke sowie die
Unterbrechung des Kontinuums durch die Ausleitungskraftwerke oberhalb als wesentliche Beeinträchtigungen zu nennen. Zweifellos ist für den Fischbestand die fehlende
Quervernetzung von besonderer Bedeutung – die Kaltenbachau ist nicht mehr angebunden, einige Seitenbäche sind für die Fische der Traun nicht mehr erreichbar.

Da die Traun schon seit sehr langer Zeit für Schifffahrt, Flößerei und Drift im Zusammenhang mit dem Salzbergbau intensiv genutzt wurde, haben hier strukturelle  anthropogene Eingriffe eine lange Tradition (Federspiel 1992). Die Uferschutzbauten, Klausen und Wehre, und schließlich die modernen Kraftwerke haben zu einer verminderten Anzahl an Habitattypen geführt und verursachen Kontinuumsunterbrechungen. Damit verbunden sind die Reduktion der Laich- und Jungfischhabitate wie Schotterbänke und der Fischeinstände, sowie eine Beeinträchtigung der Vielfalt der Gewässerbettstrukturen bzw. die Verhinderung von Laichwanderungen durch keine durchgängige Längsvernetzung. Die Abtrennung der Seitengewässer und der Auevom Hauptfluss (Quervernetzung) vermindert sowohl die Habitatheterogenität, als auch die
produktiven Flächen bzw. den Nährstoffeintrag. So existiert beispielsweise eine klare Korrelation zwischen der Häufigkeit von Totholz im Fließgewässer und der Nährtierdichte.

Projekt Strukturverbesserung und Darstellung im WEB

Für die Bewirtschaftung von Gewässern kann heutzutage aufgrund der Habitatdefizite vielfach auf Fischbesatz kaum noch verzichtet werden. Verbesserung der Habitatstrukturen und der Längs- und Quervernetzung der Kaiser – Traun ist natürlich ein Unterfangen über mehrere Jahre, hat jedoch gerade jetzt im Zusammenhang mit der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie der EU große Chancen auf Realisierung. Speziell im Bereich Totholz Einbringung und Strukturverbesserung durch Quereinbauten, wollen wir jetzt ein Projekt aufsetzen. Die Erstellung einer Revierkarte zur Dokumentation der Ist-Situation und der Entwicklung einer Wunschliste, soll die Basis dafür bilden. Ziel ist auch eine Laichplatzkartierung für Äsche, Aalruten und Regenbogenforellen über den gesamten Revierabschnitt zu machen. Auf der Basis der derzeit technisch verfügbaren geografischen Informationssysteme und deren Darstellung im Internet, möchte ich auch mit diesen Projekt umsetzen.

Quelle: www.doris.at
Die verwendeten elektronischen Informationen sind von „Doris“ – www.doris.at und zu deren Nutzungsbedingungen und auf meiner WEB Site – ebenfalls ausschließlich für die nichtkommerzielle Nutzung eingestzt! Die nicht autorisierte Benützung der Daten durch Dritte ist nicht gestattet. Auf auf die Herkunft der Daten möchte ich hiermit nachweislich und für Dritte erkennbar hinweisen!

Wenn wir die Natur auf das reduzieren, was wir verstanden haben,
sind wir nicht überlebensfähig.
Zitat: Hans-Peter Dürr

 


www.pdf24.org    Send article as PDF