FLIEGENFISCHEN

DAS ISCHL REVIER

Die Ischl, auch Ischler Ache oder am Oberlauf nur Ache genannt, heute auch noch vereinzelt Ischlfluss, ist ein Fluss im Salzkammergut. Das Tal des Ischlflusses erstreckt sich vom Ausfluss aus dem Wolfgangsee in Strobl bis zur Mündung in die Traun in Bad Ischl und liegt in den Gemeinden Strobl/Salzburg, St. Wolfgang/OÖ und Bad Ischl/OÖ.

  • Die Länge des Ischl-Tales beträgt 11,40 km
  • die Flusslänge der Ischl 12,362 m.

Im untersten Bereich wird das Tal durch den Jainzen im Norden und den Kalvarienberg im Süden jedoch auf lediglich 300 m eingeengt.

Die Ischl weist einen zum Teil auf Regulierungen zurückzuführenden gestreckten Verlauf auf, was allein aus diesen Zahlen ersichtlich ist. Ein Blick in die „Urmappe“ zeigt, dass die Ischl bereits in den 1820er Jahren im großen und ganzen in dieser Lage reguliert war.

Die Ischl eine gute Alternative

Die Möglichkeit nutzend, im schönsten “Ischl-Revier” eine Jahreskarte zu bekommen, habe ich hier speziell für den Frühsommer, wo die Traun noch mit der Schneeschmelze einen sehr hohen Wasserstand führt, eine perfekte Alternative gefunden, in einem sehr schönen naturbelassenen Reviere im Salzkammergut zu fischen. Auch interessiert mich als Revierobmann, die fischereiliche Situation in der Ischl und wie kann man sich am besten ein Bild machen…

Der lauf der Ischl …

Die Ischl ist die kleine Schwester der Traun. Ebenfalls als ein “Seeausrinn” verlässt sie den Wolfgangsee an seinem östlichen Ende bei Strobl und fließt relativ geradlinig von West nach Ost. Auf den ersten 5 Kilometern bildet die Ischl die Gemeindegrenze zwischen St. Wolfgang im Norden und Strobl im Süden und ist hier auch in der “Flussmitte” die Landesgrenze zwischen Oberösterreich und Salzburg. Anschließend fließt sie beim Gasthaus “Wacht”, hier kommt rechtsuferig der “Schöffaubach” herein auf dem Gemeindegebiet von Bad Ischl und zur Gänze in Oberösterreich. Ihr mittleres Gefälle beträgt 5,4 ‰. 

Revier: Buerglstein

Von der Seeklause bis zur Brücke nach St. Wolfgang
Die 5 feldrige Schützenwehr in Bürglstein, regelt den Pegel im Wolfgangsee.

Vom Wolfgangsee-Ausfluß ist die Dotation der Ischl bzw. der Seewasserspiegel des Wolfgansee durch ein 5 feldriges Schützenwehr in Bürglstein unmittelbar am Seeausfluss geregelt. Bis zur Querung der St. Wolfganger Landesstraße weist die Ischl einen gestreckten Verlauf auf.

Im “Bürglstein-Revier” – Unterhalb der Seeklause in Strobl.
Hier bei der Querung der St. Wolfganger Landesstraße.

Revier: Charlies Huette

Hier im Revierabschnitt von der Wolfgangsee-Brücke bis zur Römerweg-Brücke. Bei der Russbachmündung befindet sich “Charlies Hütte”.
Charlies Hütte ist der Treffpunkt…..
Bei der Russbachmündung befindet sich “Charlies Hütte”.

Ab der Ischl-Brücke der St. Wolfganger Landesstraße folgt eine naturbelassene, schön strukturierte Strecke durch einen kaum besiedelten Talabschnitt bis zur Römerweg-Brücke. Die Ischl ist ja bei einem normalen Wasserstand, Pegel 175 cm lt. Giselabrücke gut zu bewaten und auch an vielen Stellen gut querbar.

Revier: Roemerweg

Von der “Römer-Brücke” bis zur Weinbacher Strassenbrücke. Mit einer Parkmöglichkeit beim Karpfenteich von Marian-Elektroboote, hat man Zugang zu einer der schönsten Revierabschnitte an der Ischl.
Bei der “Röhmerweg”-Brücke flußabwärts kommt ein sehr schöner und naturbelassener Isch-Abschnitt.

Hier im Bereich, wo rechtsufrig der Ischl der nur der “Römerweg”- Wanderweg führt und sich als Rückweg eignet, wenn man von “Marian-Elektroboote” flussaufwärts gefischt hat. Hier in einer stark gewundenen, natürlich verlaufenden Strecke, die durch einen kaum besiedelten Ta- labschnitt führt und für mich bei der Brücke in Weinbach endet.

Hier in einer stark gewundenen, natürlich verlaufenden Strecke der Ischl.

Revier: Strobler Weissenbach – Weinbach

In diesen Revierbereich ist die Mündung des Strobler Weißenbach. Damit kommt hier auch in den Sommermonaten kühles Wasser in die Ischl und bieten den Salmoniden einen sauerstoffreichen Bereich.

Revier: Restwasser Weinbach – KW Jank

In der Ortschaft Weinbach zweigt links bei Fluss km 8,96 ein Mühlbach links ab, die dazu- gehörige Wasserkraftanlage Weinbach, von der Energie AG befindet sich etwa auf Höhe km 8,06, die Mündung des Unterwasserkanals in die Ischl bei km 7,6. Gleich unterhalb befindet sich rechtsufrig das 2017-2018, neu errichtete Kraftwerk Jank.

Die “Fischtreppe” oder auch Fischpass genannt, beim KW Jank in Strobl

In diesen Bereich, zwischen der Ausleitung für das KW Weinbach und dem KW Jank ist die Ischl nur mit Restwasser dotiert und führ eher wenig Wasser. Fischereilich, kann ich für diesen Bereich aktuell keine Stellungnahme abgeben. Die Länge der Restwasserstrecke beträgt insgesamt rund 2,3 km.

Im Winter, beim Fussgängersteg oberhalb des KW Jank.

Revier: KW Jank bis Landesgrenze

Bis zu diesem Punkt bildet die Ischl die Landesgrenze Oberösterreich-Salzburg mit der Gemeinde St. Wolfgang/OÖ linksufrig und der Gemeinde Strobl/Sbg. rechtsufrig.

Revier: Ischlfluss Teil 1 (23/23/1)

Ab km 6,2 liegt die Ischl bis zur Traunmündung in der Gemeinde Bad Ischl. Dieser Bereich ist auf zwei Pachtreviere aufgeteilt und sind im Besitz der ÖBF. In diesen Revierabschnitten sind auch Fischerkarten und Gastkarten erhältlich.

Von km 6,16 bis km 3,3 verläuft die Ischl orografisch rechts der B 158 in einem unbesiedelten Gebiet und in eher naturnahem Zustand mit nur einer einzigen Sohlrampe.

Revier: Ischlfluss Teil 2 (23/25)

In Pfand ab der Brücke die B 158 zu queren mit stark aufgedämmten Ufern und über eine Reihe von Rampenbauwerken durch dicht besiedeltes Gebiet fließend. Der nun folgende Unterlauf durch das Stadtgebiet von Bad Ischl ist durch ein tief eingeschnittenes Tal mit einer Abfolge von Absturzbauwerken geprägt.

Die Zubringer der Ischl

Die größeren Zuflüsse mit Einzugsgebieten von mehr als 10 km² sind:

Der Strobler Weissenbach 

Von der Postalmregion kommend entwässert der “Strobler Weissenbach” ein Einzugsgebiet von 45,6 km² . Der Strobler Weißenbach befindet sich in den Salzburger Kalkvoralpen und mündet bei Strobl in die Ischler Ache. Im Oberlauf des Strobler Weißenbaches befinden sich zwei große Schlitzsperren, welche mit Kalkschotter verlandet sind. Im Zuge eines Forschungsprojekts wird ein Konzept zur Sedimentbewirtschaftung erarbeitet, welches eine hohe ökologische Verträglichkeit aufweisen soll. Im Rahmen eines Monitorings wird zuerst der Ist-Zustand hinsichtlich Bachmorphologie, Habitatverfügbarkeit und Feststofftransport erhoben und analysiert. Darauf aufbauend werden geeignete Maßnahmen zur Stauraumbewirtschaftung getestet und deren Auswirkungen auf den Lebensraum „Strobler Weißenbach“ ganzheitlich erfasst.

Bei Hochwasserführung stellt der Strobler Weißenbach eine hohe Gefahr für den Siedlungsraum dar. Die besondere Gefahrenquelle ist der intensive Geschiebetransport. Es ist die Natur von „Wildbachkatastrophen“
im Mittel- und Oberlauf große Mengen an Bachmaterial zu erodierten und diese am Schwemmkegel „auszuschütten“. Aufgrund des starken Geschiebeaufkommens im hinteren Einzugsgebiet des Strobler Weißenbachs und der unzureichenden Geschiebebewirtschaftung, sind die Rückhalteräume der beiden Sperren derzeit teilverlandet.

Der Strobler Weissenbach, oberhalb der oberen Geschiebesperre. Aus den Schotterhalden, lässt sich erahnen um welche Schottermaßen es hier geht, die über den Strobler Weissenbach in die Ischl transportiert werden.

Die Rückhaltekapazität ist daher eingeschränkt und die Schutzfunktion verringert. Im Zuge eines dreijährigen Forschungsprojekts werden zwischen 2017 uns 2019 Versuchsmaßnahmen zur Geschiebebewirtschaftung gemacht. Es soll dabei das zurückgehaltene Sediment auf ökologisch verträgliche Art und Weise dem Strobler Weißenbach zugeführt werden. Somit soll die Schutzfunktion der Schutzbauwerke langfristig erhalten und gleichzeitig die ökologisch wichtige Geschiebedurchgängigkeit im Fließgewässer gewährleistet werden. Die genauen Maßnahmen werden am Ende der Projektphase konkretisiert werden.

Ich werde das Thema “Strobler Weissenbach” in einen eigenen Blog bearbeiten.

Schoeffaubach mit Tobiasbachl

Entwässer 11,7 km² und kommt von rechts, gleich unterhalb des Gasthaus Zur Wacht. Im traditionellen Gasthof Zur Wacht in Strobl liegt auf der Salzburger Seite, der gleich angrenzende Schöffaubach bildet die Landesgrenze. Fischreilich gehört der Schöffaubach in die OÖ. Fischereirechte.

Schwarzenbach 

Vom Schwarzensee kommend, wir eine Fläche von 12 km² entwässert. Durch den Schwarzensee, der durch ein Wehranlage der Energie AG geregelt wird wird das Abflussgeschehen geregelt.

Russbach – Kienbach

Mit 21 km² von links in die Ischl kommenden. Ein Zubringer zum Russbach ist der Kienbach. Hier gibt es von Nikolaus Höplinger eine Fischzuch in der “Rösslinge” gezüchtet werden. Der “Rössling” ist ein Saibling, der hier im Tal des Rußbachs groß gezogen wird. Es braucht über 2 Jahre der fachkundigen Betreuung und der behutsamen biologischen Fütterung – ohne Zugabe chemischer Stoffe, bis er als “Rössling” geselcht oder gebraten werden kann. Rössling entstand aus dem Co-Projekt zwischen dem Weissen Rössl und dem Fischmeister Nikolaus Höplinger aus St. Wolfgang. Die Fischzucht wird als attraktive Jausenstation geführt und hier kann man sich einen “Rösslinge” servieren lassen.

Die Felsbilder in der Kienbachklamm wurden 1938 entdeckt. Es handelt sich hierbei um die grössten Felsritzbildstationen der Nördlichen Kalkalpen: In der Kienbachklamm sind es rund 950 Einzeldarstellungen. (Leider zu 80% zerstört)

Der Kienbach hat im Oberlauf eine Klamm, diese befindet sich im Südwesten des Zimnitz-Massivs auf 750 m Seehöhe. Die Klamm ist bekannt für ihre Petroglyphen. Mit rund 950 Einzeldarstellungen beherbergt die Kienbachklamm eines der größten Felsritzbilder der Nordalpen.

In der Kienbachklamm sind unter einer größeren Zahl diverser “geometrischer” Petroglyphen (“Leitern, Bäume, Armbrust usw.”), zwei Mammuten, Hirschen und und eine liegenden Frau. Diese Felsbilder sind ins Jungpaläolithikum, “unmittelbar vor oder nach der maximalen Vergletscherung der letzten Eiszeit” einzuordnen. Wobei die zeitliche Einordnung nicht wissenschaftlich belegt ist. Wenn jemand dazu mehr wissen sill, sei auf Fachpublikationen zur Felswandforschung verwiesen.

Radaubach

Der Radaubach entspringt in einer Quellhöhle im Gemeindegebiet bei St. Wolfgang und entwässert ein Gebiet von 9,6 km² . Der Siphon (Quelle) des Radaubach ist unterirdisch, auf eine Länge von 100 m bei einer Tiefe von knapp 6 m, mit einer Schüttung von ca. 30 l/s kommt das Wasser aus dem Berg und ist wie gewohnt Glasklar und eiskalt.

Nussenbach

Das Einzugsgebiet des Nussenbach wird durch den Nussensee geregelt.

Zimnitzbach

Pegel und Temperatur der Ischl

Für die fischereiliche Bewirtschaftung dürfte es in der Ischl zu einschneidenden Veränderungen kommen. Die kälteliebenden Fischarten werden sich aufgrund Klimaerwärmung und der damit zusammenhängenden Fischregionsverschiebung verändert. Aus ehemals angelfischereilich genutzten Äschengewässern wie der Ischl, entstehen Gewässer mit epipotamalem Charakter.

Seeausrinn – Barbenregion

Seeausrinne stellen aufgrund der höheren Wassertemperaturen im Sommer und den über den Jahresverlauf stark wechselnden Temperaturverhältnissen einen eigenständoigen Gewässercharakter mit besonderen Lebensgemeinschaften von Fischarten dar. Während Barbe, Aitel, Hecht und Flussbarsch an den mittleren Temperaturbereich angepasst sind, beschränkt sich der gesamte Lebenszyklus der Bachforelle und der Koppe auf einen relativ niederigen Temperaturbereich.

Durchgaengigkeit

Da aber auch Fischarten der Traun wie z.B. die Äsche sowie Fischarten des Wolfgangsees wie z.B. der Perfisch und die Seeforelle die Ischl als Lebensraum und auch als Laichgewässer nutzen, ist die Durchgängigkeit der Ischl von großer ökologischer Wichtigkeit. Daher wurden sämtliche für Fische und sonstige im Wasser lebende Organismen unpassierbaren Gefällestufen vom Ausfluss aus dem Wolfgangsee bis in die Traunmündung in aufgelöste Sohlrampen mit beckenartigen Strukturen umgebaut.

Hier eine Sohlrampen mit beckenartigen Strukture. Diese Pendelrampe ist durch wechselseitig geneigte bzw. vertiefte Riegel gekennzeichnet, wodurch bei niedrigen und mittleren Abflüssen ein «pendelnder» Stromstrich und damit ein verlängerter Fliessweg entstehen. Mit der daraus resultierenden Verringerung des effektiven Gefälles wird die biologische Durchgängigkeit der Rampe optimiert.

Pegel Ischl – Giselabruecke

10-jähriges bis 300-jährige Hochwasser an der Ischl in Bad Ischl

Der Pegel Ischl – Gisalabrücke befindet sich etwas oberhalb von Bad Ischl bei Flusskilometer 1,25. Durch kalte Zubringerbäche wie den Strobler Weissenbach, Schöffaubach, Radaubach etc., wird, wie man an den Temperaturdifferenzen der beiden Pegel “Strobl vs. Giselabrücke” sieht auch die Temperatur beeinflusst. Die Einzugsgebietsfläche beträgt 250,90 km².

Pegel 10. Mai bis 8. Juni 2019

Anfang Juni 2019 werden bereits Spitzenwerte von 19 Grad erreicht….

Pegel Buergelstein

Hochwasser Ereignisse Bürgelstein! Interessant der Vergleich mit den 10-jähriges bis 300-jährige Hochwasser an der Ischl in Bad Ischl, mit der zig fachen Wassermenge!

Der Pegel Strobl (Bürgelstein) liegt unmittelbar am Ausfluss der Ischl aus dem Wolfgangsee bei Flusskilometer 12,35, was zu relativ geringen Schwankungen der jährlichen Höchsthochwässern führt. Von den 102 zur Verfügung stehenden Beobachtungsjahren liegen 90% der Scheitelwerte zwischen 20 und 35 m³/s. Die Einzugsgebietsfläche am Pegel beträgt 124,90 km². †

Hier der obere Pegel in der Ischl, der gleich kurz nach dem Ausfluss aus dem Wolfgangsee, denn Pegel und die Temperatur misst.

Gleich unterhalb der Seeklause ist linksufrig auf der OÖ. Seite der Pegel der gleich nach dem Auslauf des Wolfgangsees den Pegel und die Wassertemperatur misst.

Anfang Juni 2019 kommt das Oberflächenwasser des Wolfgangsee bereits mit über 20 Grad heraus. Die Perlfische haben bereits im Mai abgelaicht, jetzt kommen noch die Aitel, Schneider und Barben ….

Temperatur Unterschied

8. Juni 2019
Pegel Bürglstein mit 21 Grad und Giselabrücke mit 19 Grad = 3 Grad

„Angeln und Naturschutz sind vereinbar”

Organisierte Angler und Bewirschafter sind Österreichs wichtigste Heger und Pfleger (Manager) der Gewässer. Eine fachgerechte Hege und eine nachhaltige fischereiliche Gewässernutzung sind im Einklang mit dem Natur- und Fischartenschutz.

Zitat von Robert Arlinghaus

 

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