FLIEGENFISCHEN

STROMFISCHEN – BEDIENUNGSANLEITUNG STATIONARY GRASSL EL 65 II 12,0 KW

Gleich vorab die wichtigsten Eckdaten des GRASSL EL 65 II

Motor…
Hersteller: Briggs & Stratton
Bauart: 2-Zylinder, 4 Takt
Hubraum: 570 ccm
Leistung: 14,9 KW/3600 U/min
Kuehlsystem: Geblaese-Luftkuehlung
Kraftstoff: Bleifrei – Normalbenzin min. ROZ 85

Generator…
Hersteller: Hans Grassl Apparatebau – Type: G11,0D
Stromart: Drehstrom (3 Phasen)
Spannung: 300/600 Volt
Gleichstrom…Strom: 59/30 Ampere
Ausgangsleistung: 12000 Watt (12,0 KW)

Spannung: 220/440 V
Strom: 44/22 A
Frequenz: 360 Hz
Schutzart: IP 44

Masse und Gewichte
Masse (BHL): 60x54x75 cm
Gewicht: 84 Kg


Stromfischen mit Grassl EL 65 II 

Sicherheitshinweise

Als Betreiber eines Elektrofischereigerätes sind Sie für die Einhaltung der hierfür gültigen Rechtsvorschriften verantwortlich

Unabhängig davon sollten Sie noch folgende Hinweise beachten:
Arbeiten Sie mit dem Gerät nur mit vorschriftsmäßiger Bekleidung. Dazu gehören in jedem Falle für die Elektrofischerei zugelassene Gummistiefel,
bzw. Wathosen und Gummihandschuhe. Berühren Sie niemals die blanken Teile von Anode und Kathode, auch nicht, wenn der Totmanntaster ausgeschalten ist. Es besteht hierbei Lebensgefahr! Sichern Sie das zu befischende Gelände immer mit genormten Hinweistafeln
„Vorsicht Elektrofischerei“.

Hinweistafel: Achtung Elektrofischen aufstellen um Passanten zu Informieren und zu schützen.

Der Poolfuehrer hat die Verantwortung

Derjenige, der den Totmanntaster bedient muß immer den größtmöglichen Überblick auf das Geschehen haben und muß jederzeit bereit sein abzuschalten. Eine ortsveränderliche Elektrofischereianlage muß aus
Sicherheitsgründen von mindestens zwei Personen betrieben werden.
Elektro-Fischfanggeräte dürfen in Oberösterreich nur von
Personen betrieben oder bedient werden, die eine Ausbildung für die
Elektrofischerei gemacht haben und eine Genehmigung von der OÖ Landesregierung für die Elektrofischerei genehmigt haben.. 

Wichtige Hinweise

  • Das Berühren der unter Spannung stehenden Elektroden ist lebensgefährlich!
  • Stellen Sie den Betrieb ein, wenn die Isolation der Kabel, die Gehäuse der Steckverbinder oder der Schaltkasten beschädigt ist. Ebenso wenn die Totmannschaltung nicht korrekt arbeitet!
  • Benutzen Sie keine Geräte oder Geräteteile anderer Hersteller in Verbindung mit dem Elektrofischfanggerät, auch wenn die
    Steckverbinder passen sollten!
  • Herzkranke, Träger von Herzschrittmachern, Personen mit Anfallsleiden oder Gleichgewichtsstörungen, stärkeren Seh -oder Gehörschäden sowie Personen, die durch Alkohol, Drogen oder Psychopharmaka beeinträchtigt werden, sind beim Elektrofischen erhöhten Risiken ausgesetzt. Sie sollten nicht am Elektrofischen teilnehmen.

GRASSL Stationary EL 65 II 12,0 KW 

Technische Daten – Aufbau

Die Geräte sind in einem Nirosta-Rohrschutzrahmen aufgebaut. Die Anordnung besteht aus Motor-Generator-Einheit und Schaltkasten. Sie sind in Schutzklasse II aufgebaut, was bedeutet, daß die stromführenden Teile wie Generator und Schaltkasten nicht berührt werden können und
außerdem diese Teile vollständig gegenüber Rahmen und Motor doppelt isoliert sind. Durch diesen Aufbau entfällt der sonst übliche Erdspieß und dem Bediener wird die höchstmögliche Betriebssicherheit gewährleistet. Weiters sind die Stromerzeugungseinheit, sowie der Schaltkasten auf Schwingelementen gelagert um störenden Vibrationen entgegenzuwirken.

Bedienung

Legen Sie das Gerät niemals um, da sonst Benzin auslaufen kann! Gerät nur vertikal (Schaltkasten nach oben) tragen und lagern. Bei Nichtbeachtung kann Motoröl auslaufen oder in den Brennraum eindringen. Ein kapitaler Motordefekt kann daraus entstehen. 

Schaltkasten

Wir haben das GRASSL EL 65 II im Dezember 2018 mit 86,51 Betriebsstunden übernommen. Betriebsstundenzähler: Der Betriebsstundenzähler ist optional eingebaut und zeigt die Betriebsstunden an sobald der Genertor genügend Spannung erzeugt und die “Betriebsbereit” bzw. Übertemperaturlampe leuchtet.

Schaltkasten aus Isolierstoff in geschlossener Ausführung. Schutzart IP44.

Schaltkasten – Anzeige und Bedienelemente
  1. Kontrollampe “Gerät Ein” (grün):
    Diese leuchtet wenn das Gerät betriebsbereit ist. (Generator erzeugt Spannung, Steuerspannung vorhanden). Sie blinkt für ca. 1 Sekunde, wenn Überlast oder Unterspannung in Folge zu großer Belastung aufgetreten ist.
  2. Kontrollampe “Übertemperatur” (rot):
    Diese leuchtet wenn der Überhitzungsschutz im Generator oder
    im Schaltkasten anspricht. Das Gerät schaltet die Ausgänge selbstständig ab. Motor sofort abschalten und Gerät abkühlen lassen. Nach einer angemessenen Abkühlphase ist es wieder betriebsbereit.
  3. Voltmeter:
    Es zeigt die Gleichspannung am Ausgang (an der Steckdose) bei gedrücktem Totmanntaster an. Hauptschalter in „1“-Position.
  4. Amperemeter:
    Dieses zeigt den Gleichstrom am Ausgang (an der Steckdose) bei gedrücktem Totmanntaster an.

Hauptschalter:
Stellungen „0“ und „1“ (entsprechend „EIN“ und „AUS“). Dieser Schalter
unterbricht die Stromzufuhr vom Generator zum Schaltkasten und macht
damit auch die Ausgänge des Gerätes spannungslos.

Spannungsumschalter:
Stellungen „1“ und „2“. Mit diesem Schalter läßt sich die Ausgangsspannung
in zwei Stufen schalten. 
Stellung „1“: 300 Volt und
Stellung „2“: 600 Volt.

Die Spannungsstufe richtet sich nach der Wasserleitfähigkeit.
Grundsätzlich gilt:
Hohe, gute Wasserleitfähigkeit (bedeutet kleiner Wasserwiderstand)
= niedrige Spannung.
Niedrige, schlechte Wasserleitfähigkeit bedeutet hoher Wasserwiderstand) = hohe Spannung.

Anschluesse

Totmanntastersteckdose
An diese wird der Totmanntaster angeschlossen.

Kathodensteckdose
Eine Dose. Kennfarbe blau. An diese wird die Kathode (Kupferband)
angeschlossen.

Anodensteckdosen

Anodensteckdosen
Kennfarbe rot. An diese wird die Kescherstange angeschlossen. Es kann
auch noch eine zweite Kescherstange angeschlossen werden. Falls dann
jedoch das Gerät überlastet sein sollte (zeigt sich durch automatisches
Abschalten) muß eventuell die Spannungsstufe „1“ gewählt werden
oder auch noch die Kathode gekürzt (Kupferband zusammengelegt) werden.

Bedienung – Anlassen des Motors

Motor Aus-Ein Schalter !!!! Wird leicht übersehen!!!!
  1. Kontrollieren Sie vor jeder Inbetriebnahme den Ölstand.
  2. Schalten Sie die Zündung ein.
  3. Vor dem Starten müssen Sie die Benzinleitung an den dafür vorgesehenen Adapter am Motor anschliessen. Pressen Sie
    die Benzinhandpumpe 1 – 2 mal, bis Sie einen leichten Widerstand bemerken.
Benzin Leitung mit dem Tank verbinden. Mit der Benzinpumpe (Pfeil), beim Starten den Benzin in den Vergaser pumpen.
Bei kaltem Motor sollten Sie zum Anlassen den Choke betätigen.
Gasregler auf Position „FAST“ stellen. Nach dem Anlassen Choke, falls zuvor
betätigt, nach kurzer Zeit (5 – 20 Sekunden) wieder langsam zurückstellen.

Sie müssen nicht immer mit Vollgas arbeiten. Die Ausgangsspannung des Gerätes lässt sich am Gashebel soweit verringern, solange die grüne Betriebsbereitschaftsanzeige im Schaltkasten noch leuchtet und nicht zu blinken beginnt.

Vorsicht:
Die Auspuffseite des Gerätes kann sehr heiß werden und bei Berührung schwere Verbrennungen verursachen. Das Gerät darf nur im Freien verwendet werden.

Gerät in Betriebsbereitschaft versetzen

  1. Starten Sie den Motor, und lassen Sie ihn kurz warmlaufen.
  2. Stellen Sie alle notwendigen Verbindungen, wie Totmanntaster, Kathode, Anode(n) zum Gerät her.
  3. Achten Sie hierbei auf die Beschriftungen der Steckdosen und auf gleiche Farbkennzeichnungen (Kescherstange an Anode = rot, Masse = Kupferband = blau an die Kathode).
  4. Schalten Sie den Hauptschalter in Stellung „1“.
    Wenn Sie den Totmanntaster drücken, so ist das Gerät jetzt betriebsbereit. Falls es sich durch Überlastung selbst abschalten
    sollte, so beachten Sie Punkt „5″
  5. Belastungseinstellung“.
    Achten Sie bitte darauf, daß die Stecker gut in den Steckdosen sitzen (einschrauben!). Zum Schutz gegen ein versehentliches Herausreißen der Stecker und Steckdosen sollten die Kabel am Besten ein paarmal
    um ein Rahmenrohr gewickelt werden.! 
  6. Belastungseinstellung
    Die Leitfähigkeit der Gewässer ist sehr verschieden, deshalb müssen die Geräte auf ihre Höchstbelastbarkeit abgestimmt werden. Dies geschieht in erster Linie durch Umschalten des Spannungswählers. Die Stromstärken des Ausgangsstromes der auf dem Typenschild angegebenen Werte sollen je nach gewählter Stufe nicht überschritten werden, da dies zum automatischen Abschalten des Gerätes führt. Sollte der Strom dennoch höher werden, so kann eine Regulierung des
    Stromes durch Verkürzen der Kathode erfolgen. Dies geschieht am einfachsten, wenn ein Teil doppelt zusammengelegt wird. Zurücknehmen des Gashebels am Motor ist ebenfalls möglich, dadurch reduziert sich aber auch die abgegebene Leistung.
    Sollte in keiner der beiden Schaltstufen der Maximalstrom erreicht werden, so ist durchaus eine Verlängerung der Kathode durch ein genügend starkes Kupferband (16 qmm) oder Blechstreifen (aus V2A)
    möglich.

Pflege und Wartung

Kontrollieren Sie in jedem Fall den Ölstand vor jeder Inbetriebnahme.

Wartung

Gerätepflege
Schützen Sie das Gerät vor Stößen und Schlägen! Achten Sie darauf, daß kein Schmutz und Wasser in die Steckverbinder gelangen! Achten Sie darauf, daß beim Lösen nasser Steckverbinder kein Wasser ins Innere der
Steckverbinder gelangt, da es von dort in den Schaltkasten eindringen kann. Lagern Sie das Gerät in einem trockenen und nach Möglichkeit temperierten Raum.

Fehlersuche
Nach längerem Gebrauch des Gerätes treten an den stark strapazierten Kabeln meist im Bereich der Knickstellen in der Nähe der Anschlüsse Kabelbrüche auf. Typisch für diese Fehler ist, daß sie anfangs selten auftreten und dann immer häufiger werden. Prüfen Sie verdächtige
Kabel auf Durchgang bei gleichzeitigem Ziehen/Drehen/Drücken des Kabels im Bereich der Knickstellen. Die Kathode (Schleppelektrode) und die Fangelektrode sind am zugehörigen Stecker an beiden Kontaktstiften
angeschlossen. Ein Kabelbruch ist sehr wahrscheinlich, wenn die grüne Lampe leuchtet, das Voltmeter Spannung zeigt, aber das Gerät nicht fischt (Strom am Amperemeter bei 0 Ampere).  Das Auswechseln von defekten Kabel immer vom Hersteller ausführen lassen. 
Setzen Sie sich bei Fehlern zuerst mit dem Hersteller in Verbindung, unterlassen Sie auf jeden Fall Eingriffe im Innerem des Schaltkastens!

Auswechseln der Sicherungen:
Wenn gar keine Meldelampen aufleuchten müssen die Sicherung im Schaltkasten geprüft werden. Arbeiten am Gerät dürfen nur von speziell
dafür ausgebildeten Fachleuten durchgeführt werden. Das Gerät muß in jedem Falle ausgeschalten werden. Der Motor darf nicht laufen. Es besteht sonst Lebensgefahr.

Anwendungsbreiche fuer das EL65II

Vom Boot aus, ist das Grassl EL 65 II besonders gut geeignet. Speziell für den Laichfischfang in größeren Gewässern, Bestandsaufnahmen, Abfischung von vorm trockenfallen betroffene, größere Gewässer, wie z.B.: dem Nussensee etc. haben wir die Richtige Ausrüstung. Beim Boot müssen wir auf Leihstellungen verweisen. 

Elektrofischen vom Boot aus, mit dem EL65 II
Hier beim „Hechtfische“ im Kraftwerksstau in Bad Goisern 

Von Land aus, mit dem Gerät am Anhänger. Das Grassl EL 65 II mit seinen über 80 Kg ist ja nicht sehr handlich. Jedoch entlang der Wege, entlang unserer Gewässer, wo man mit dem Fahrzeug zufahren kann und mit einer entsprechenden Verlängerung, ist das Grassl EL 65 II, mit seiner hohen Leistung von 12 KW, speziell zum Laichfischfang, Abfischung von Teichen, grösseren Gumpen etc. sehr gut geeignet. Es muss jedoch mit einer entsprechenden Verlängerung vom Gerät zum Poolführer und auch für die Kathode (Kupferband) gesorgt werden.

„Stromfischen“, mit dem Gerät vom Anhänger aus.

Wir werden über künftige Einsätze mit dem Grassl EK 65 II berichten und Erfahrungen sammeln und diese auch gerne dokumentieren . 

„Der Wasserbauingenieur ist zuständig für den „Rohbau“, der erfahrene Gewässer-Bewirtschafter für die „Innenausstattung“.

Zitat von Roland Herrigel aus dem Buch „Tatort Bach“

 
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