BACHFORELLE

BACHFORELLEN STERBEN VERURSACHT EIN VIRUS

Unterwasserfoto einer Schwarzen Bachforelle
Unterwasserfoto einer Schwarzen Bachforelle

Von Forschern der TU München wurde das Rätsel um die Schwarze Bachforelle gefunden. Seit Jahrzehnten kommt es in den Gewässern der Nordalpen zu massenhaften Bachforellen sterben. Die Wissenschaftler entdeckten ein bisher unbekanntes Virus, wie mir durch eine Pressemitteilung der Technische Universität München (TUM) am Mittwoch, 28. November 2018 mitgeteilt wurde. 

Die Studie im Deatail, war auch bereits im Fachblatt „Plos One“ veröffentlicht worden. Bei der Krankheit um die „Schwarze Bachforelle“ verfärben sich im Sommer, zumeist ab Mitte August eines Jahres die Haut der Tiere schwarz, sie werden blind und sie gehenqualvoll an einem Multiorganversagen zugrunde. Betroffen waren seit über zwanzig Jahren, stets dieselben Abschnitte unserer Flüssen – und immer nur die Bachforellen.

Schwarze Bachforelle
Schwarze Bachforelle

„Zehn Jahre Detektivarbeit“

Die Forschung in Bayern zur Ursachenforschung um die „Schwarzen Bachforelle“ beschäftigt sich jahrelang damit. Um so erfreulichere ist es, dass diese über zehn Jahre erfolgte Detektivarbeit“, vom Leiter des Forscherteams mit Herrn Prof. Dr. Ralph Kühn nun Erfolgreich war. Am Anfang war nicht klar, ob es sich um ein Bakterium, ein Virus, einen Parasiten oder ein Umweltgift handelt. Es war eine Suche der Nadel im Heuhaufen.“

Zunächst vermuteten Wissenschaftler, dass die höheren Wassertemperaturen im Spätsommer und der niedrigere Sauerstoffgehalt in den Flüssen in Kombination mit Umweltgiften die tödliche Krankheit auslösen könnten, die ausschließlich Bachforellen trifft. An zwei Versuchsstationen an der Iller – eine im Oberlauf des Flusses nahe Oberstdorf und eine flussabwärts bei Kempten – untersuchten die Forscher, wie die Krankheit verläuft. Nahe dem Iller-Ursprung waren die Fische nicht erkrankt, doch bei Kempten verenden jeden Sommer Bachforellen. Von Mai bis September beobachteten die Wissenschaftler die Bachforellen in mit Flusswasser gespeisten Aquarien und entnahmen täglich Gewebeproben, die in einem Labor der TU in München analysiert wurden.

Schwarze Bachforelle in der Ischler Traun
Schwarze Bachforelle in der Ischler Traun

Die Krankheit verläuft immer in drei Phasen: Zunächst wirken die Fische noch gesund, dann sind Veränderungen von Leber und Nieren zu erkennen, in der Endphase der Krankheit färbt sich die Haut der sonst goldgelben Bachforellen dunkel und die Tiere sterben kurz darauf. „Proliverative Darkening Syndrom“ (PDS) nennen die Forscher das Krankheitsbild der dunkler werdenden Fische. Kühn und sein Team vermuteten bei dem Krankheitsverlauf schon bald, „dass es sich bei PDS um eine Viruserkrankung handelt“, sagt Kühn

Bachforelle aus dem Sulzbach - Kaskaden
Bachforelle aus dem Sulzbach – Kaskaden

Computer analysieren Erreger

Mit Hilfe moderner molekulargenetischer Verfahren und bei der Suche in einem riesigen genetischen Datenberg entdeckten die Forscher schließlich, dass es sich bei dem Erreger um ein sogenanntes Piscine Reo-Virus handelt – ein ähnlicher Erreger wurden erst vor Kurzem bei Lachsen im Nordatlantik vor Norwegen sowie im Pazifik vor Kanada und Südamerika entdeckt, die zur gleichen Familie wie die Forellen gehören. Warum bei den Lachsen ein neuartiges Virus auftritt, wird derzeit erforscht, die Haltungsbedingungen der Salmoniden in Aquakulturen „können einen Einfluss haben“, sagt Kühn.

Aus ethischen und tierschuetzerischen Gruenden, werden wir auf weiteren Bachforellenbesatz und Versuche mit Bachforellen in der Ischler Traun verzichten
Aus ethischen und tierschuetzerischen Gruenden, werden wir auf weiteren Bachforellenbesatz und Versuche mit Bachforellen in der Ischler Traun verzichten

Stress und schlechte Umweltbedingungen haben seiner Ansicht nach bei Fischen durchaus Einfluss auf das Immunsystem. Speziell bei den Bachforellen müsse der Zusammenhang von PDS und Umweltbedingungen noch erforscht werden. Völlig offen ist derzeit auch noch, weshalb das Forellen-Virus nicht flächendeckend, sondern nur in bestimmten Abschnitten einiger Flüsse wie der Isar auftritt.

In einem nächsten Schritt will das Forscherteam untersuchen, weshalb das Forellen-Virus nur in bestimmten Abschnitten einiger Flüsse auftritt. 
Jahrelang standen wir vor einem Rätsel. Jedes Jahr im Spätsommer sterben massenhaft Bachforellen, auch bei uns an der Ischler Traun, unterhalb von Lauffen, aber auch an bestimmten Abschnitten anderer Voralpenflüsse wie der Ybbs, Isar, Iller, der Mangfall und der Ammer und auch an einigen Voralpenflüssen in der Schweiz.

„Alles Gute auf der Welt entsteht nur, wenn einer mehr tut, als er muss.“

Zitat von: Helmut Sihler (*1930), östr. Topmanager

 
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