GEWAESSERBUCH

SCHULERSTEG – SAEBEL

Dieses fischereiliche Kleinod liegt in der Ortschaft Lahnstein. Nahe dem Schulersteg, rechtsufrig traunabwärts, Richtung Frauenweißenbach rinnt der SÄBEL-Bach auf Höhe Bahnhof Lahnstein, in einer Betonröhre unter dem Gleiskörper durch und fließt dann durch den Auwald, etwas oberhalb der Frauenweißenbach-Mündung entwässert er in die Traun. Als Gewässer zur Ausübung der Fischerei hat er keine Bedeutung, jedoch als Aufzuchtgewässer ist der „SÄBEL“ jedoch ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems zur Ebenseer Traun und sehr gut als Aufzuchtgewässer geeignet. 

Hier der Lageplan aus Google Maps.

Die Namensgebung „SÄBEL“ wurde uns von Einheimischen so mitgeteilt, die in diesen Bereich wohnen. Die Schreibweise „SÄBEL“ ist auch so im Fischbuch erwähnt. Gespeist wird der „SÄBEL“ aus den angrenzenden Karstquellenaustritt. In diesen Gebiet existieren ausgedehnte Karsthohlräume und mehrere größerer oberirdische und auch unterirdische Karstquellen.  

Fisch Kindergarten

Kleine Gewässer sind die Kinderstube vieler Fische, prägen unsere Landschaft, vernetzen Lebensräume, sind Schlüssel für Artenreichtum und bieten uns Erholungsmöglichkeiten. Kleine Gewässer sind aber auch Kinderstube der Großen. Deshalb können die großen Gewässer immer nur so gut sein, wie es die vielen kleinen im Einzugsgebiet zulassen. Naturnahe Gewässer stehen zudem für Umwelt- und Lebensqualität und für Hochwasserrückhalt in der Fläche.

Die Nutzung des SÄBEL-Bach wäre ideal, für den Besatz mit Brutfischen. Hier können die gut anwachsen und sukzessive in die Traun migrieren. Grafik aus „Besatzplanung“: Lebendige Bäche unf Flüsse von Bent Lauge Madsen & Ludwig Tent.

Anbindung der Zubringerbaeche

Die Anbindung von Zubringerbächen hat eine herausragende Bedeutung für die Erhaltung und Wiederherstellung von naturnahen Verhältnissen mit artenreichen und gewässertypischen Lebensgemeinschaften. Hier gibt es eine Vielzahl an kleineren Bächen, die leider durch die Eintiefungen der Traun, denn Anschluss komplett verloren haben. Ohne der barrierefreie Anbindung dieser Zubringerbäche ist jedoch die ökologische Bewirtschaftung von Fischereirevieren sehr schwierig. Es fehlt die Möglichkeit für Laichfische in diese Bäche aufzusteigen und für Jungfische ist die Abwanderung erschwert oder nur bei Hochwasser möglich. Die Thematik muß daher an die richtigen Stellen adressiert werden um hier lt. WRRL geforderte ökologische Verbesserungen zu erreichen. Dabei müssen alle Aspekte von der Aufstiegshilfe bis zum Abstieg, der Durchgängigkeit in Längsrichtung der Gewässer (longitudinal), zu den Auen und Zuflüssen (lateral) und zwischen Sohle und fließender Welle (vertikal) betrachtet werden. Diese im Zuge eines Reparaturprojektes des Schulersteg in den Fokus gerückten Diskussion soll als Arbeitshilfe zur Frage der Durchgängigkeit für Tiere in Fließgewässern bei Durchlässen, Verdolungen, zu Seitengewässern und zu der rechtsufrig befindlichen Aue betrachtet werden.

Neben der Darstellung und als Grundlagen für weitere Abstimmungen soll diesen mögliche Revier-Abschnitt stärkere Bedeutung zugemessen werden. Hier gibt es mit geringen Aufwänden die Möglichkeit eine Durchgängigkeit für Tiere in Fließgewässern zu schaffen und damit den gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen. Die Schaffung dieser Anbindung des SÄBEL-Bach ist ein wichtiges Kriterium in den europäischen Wasserrahmenrichtlinie und der umzusetzenden Vorgaben. Neben den Fischen und den Benthosorganismen als Indikatororganismen für die Bewertung eines guten ökologischen Zustandes von Wasserkörpern nach den EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) würde hier einiges bringen und mit einem überschaubaren Kostenrahmen zu realisieren sein. Dieser Artikel soll als Anforderung an die Behörde dienen und zeigt die Verbesserungsmöglichkeiten bei bestehenden Bauwerken auf. Diese Nachbesserungen können im Zuge der Unterhaltung durchgeführt werden.  

DAS GRUNDWASSER IM TALBECKEN VON EBENSEE

In der holozänen Deltaschüttung des zentralen Ortsgebietes von Ebensee wird ein Grundwasserkörper mit einer Mächtigkeit von bis zu 180 Meter tiefe gespeichert. Eines der größten Grundwasservorkommen in Europa. Es ist ein Phänomen, dass im Flussbett der Traun auf Höhe der Haltestelle Lahnstein zu beobachten ist. Hier ist ein Übergang von einem felsigen Flußbett ohne Begleitgrundwasserstrom, zu einem Sand-Kieserfüllten mit seinem Hauptgrundwasserdurchfluss, dieser findet in den oberen 30 m statt. Nach dem Schulersteg weitet sich das Tal und führt dazu, dass das reiche Grundwasservorkommen von Ebensee unmittelbar aus der Infiltration aus den beiden Flüssen Traun und Frauenweissenbach bezogen wird. Dieser Übergang ist auch schön vom Schulersteg aus zu beobachten, wenn man sich die Felsen, auf die auch der die Fundamente der Brücke stehen ansieht. Danach geht das Flussbett der Traun, in ein Kiesbett und in das goßes Grundwasser Reservoir von Ebensee über. 

Weitere Informationen:

Land OÖ: Sicherung und Entwicklung des Fließgewässerkontinuums

Land OÖ: Sanierungsprogramm für Fließgewässer, Fassung vom 11.02.2018

„Inmitten der Schwierigkeiten liegt die Möglichkeit.“

Zitat von: Albert Einstein

 

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