FLIEGENFISCHEN

TRUNA ANNO

 Ischl um 1855 - mit der Traun und man sieht den "Saline Polster"

Ischl um 1855 – mit der Traun und man sieht den „Saline Polster“

Hier begebe ich mich auf die Suche der Geschichte der Ischler Traun vulgo „Truna“, von Ischl, über den Wasserbau, der Flösserei und der Fischerei von anno dazumal. Beim Fliegenfischen muss für mich auch das Ambiente, das Umfeld und das Klima stimmen. Gerade in Bad Ischl, mit wenig Nebel und vielen Sonnentage, geben der Fliegenfischerei einen besonderes Flair. Wenn man im „Stadtrevier“ fischt – mit wahrlich historischen Hintergrund, zwischen Konditorei Zauner und der Lehár Villa. Die Lehár Villa die im Jahre 1912 von der Herzogin von Sabran, direkt an der Traun erworben wurde – und Lehár verbrachte bis zu seinem Tod 1948 – hier fast alle Sommer. Berühmt wurde Ischl jedoch durch die Sommerfrische von Kaiser Franz Josef, der seit 1854 alle Sommer in Ischl verbrachte.

Kaiserstandbild in Engleithen, oberhalb von Bad Ischl

Kaiserstandbild in Engleithen, oberhalb von Bad Ischl

Man nimmt an, dass der Raum Bad Ischl schon in der Hallstatt- und La-Tène-Zeit besiedelt war. 15 v. Chr. wurde das Gebiet Teil des Imperium Romanum. Die Anwesenheit der Römer ist durch zwei Inschriftensteine und Streufunde belegt, wovon der eine Stein im 18. Jh., vermutlich im Zuge des Kirchenumbaues verloren ging. Dieser, ein Weihestein an Mithras aus der Zeit nach 170, enthielt den Hinweis auf eine statio Esc (ensis) (Zollstation). Erhalten blieb ein römischer Grabstein aus dem 3./4. Jh. Ein weiterer Weihestein wurde in der nahegelegenen Kienbachklamm für den keltisch/römischen Gott Mars Latobius gefunden. Noricum blieb ein halbes Jahrtausend lang eine römische Provinz. Im Zuge der Völkerwanderung erfuhr das innere Salzkammergut vermutlich einen spürbaren Bevölkerungsrückgang, der jedoch in der Folgezeit durch Zuwanderung von Baiern und Slawen ausgeglichen wurde. Unter Karl dem Großen hatten sich diese Landstriche bereits erholt, wurden aber durch die Streifzüge der Ungarn wieder zurückgeworfen.

Um das Jahr 1000 hatte sich das Land, das damals zur bairischen Mark ob der Enns gehörte, endlich von den Vernichtungsschlägen erholt. Die Bevölkerung vermehrte sich zusehends, und auch die Salzgewinnung wurde wieder aufgenommen. Über ihre Gefolgsleute, die Herren von Ort, breiteten die steirischen Markgrafen (ab 1180 Herzöge) aus der Familie der Otakare in der 1. Hälfte des 12. Jh. ihr Herrschaftsgebiet auf das innere Salzkammergut aus. Ihnen folgten im Erbwege die Babenberger 1192.

Seit dieser Zeit wurde das Salz wieder zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor des mittlerweile Ischlland genannten Gebietes.

  • 829 – Der frühere Name für die Traun war TRUNA! „TRUNA“ tauchte erstmalig urkundlich 826 auf, was „reißenender Fluß“ bedeutet!
  • 1262 – Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1262 als Iselen, später als Yschl.
  • 1418 – Die erste bekannte Traunflschordnung von 1418 traf bereits detaillierte Regelungen über das »Fcrtfischcn« und die »Stcckwciden« sowie die Fangzeiten und Fischgeräte. In den fol­genden Jahrhunderten (1459, 1499) wurden immer wieder Regelungen für die Seen und die Traun getroffen.
  • 1524 – 1610 Da das innere Salzkammergur keine bedeutsame Landwirtschaft hatte und demnach alles Fleisch eingeführt werden musste, war die Bevölkerung um so mehr auf den Fischfang angewiesen. Dazu kamen die vie­len Fasttage an denen Fleischkonsum verboten war, was auch für das Kloster Traunkirchcn und die ansässige Geistlichkeit zusätzlichen Bedarf an Fischen erforderte. Die landesfürstliche Regierung hat daher der Zucht, dem Fang und der Verwertung sowie dem Verkauf der Fische große Bedeutung zugemessen. So wurde u.a. im ersten Reformatiomlibell von 1524 ausgeführt.
  • „Unnd nachdem die Nahrung zu Halhtatt hart ankhombt und theur ist / dehshalb die Arbeiter viel Hunger leiden zu der großen strenngen Arbeit die Tag und Nacht werd damit sich dieselben aber dest pas vnderhalten möchten hat weyiand unser lieber Herr und Ahnherr Kaiser Maximilian den See zu Halhtatt ze fischen erhmbt“

     

  • Den Beamten des Hofschreiberamtes war dem­nach der Fischfang in Obertraun erlaubt. Die Gosauseen waren aber der kaiserlichen Familie vorbehalten. Nur wenn die Gmundner Amtleute nach Gosau kamen, durfte für sie an Festtagen »ein „sytnlifh nottdurfi visch draus“ gefangen werden. Diese Be­stimmung wurde auch in das 2. Ref.-Libell übernommen.
  • 1585 – bestand für alle Kammergutsgewässer eine Fischordnung. Die Aufsicht über die Fischerei im Kammergut übten der »Oberfischmeister« und die ihm unterstellten „Fischämter“ aus. Sie waren als »kaiserliche Diener“ den übrigen Beamten des Salzarmes gleichgestellt, hatten auf die Einhaltung der Fischschereiordnung und der Pachtverträge zu achten und die Sicherheit der Fischwässer zu überwachen sowie die Fischanstalten zu leiten.
  • 1595–1607 baute man über Goisern die Soleleitung zum neuen Pfannhaus in Ebensee (Saline Ebensee).
  • 1770 wurde die Wildensteiner Pflegschaftskanzlei von der abgebrannten Burg Wildenstein nach Goisern ins Schloss Neuwildenstein (heute Forstamt der ÖBF) verlegt, das bis 1850 als Pflegschaftskanzlei (Pflegeamt und das Pflegegericht) des Kammerhofes Gmunden (Obersalzamt in Gmunden) diente, dann übernahm die neue k.k. Salinen- und Forstdirektion in Gmunden die Verwaltung des Salzkammerguts.
Pfarrkirche von Bad Ischl mit Traun und Elisabethbrücke

Pfarrkirche von Bad Ischl mit Traun, Promenade und Elisabethbrücke

Die Pfarrkirche Bad Ischl

In den Kirchenarchiven findet man zumeist viele Informationen über die Geschichte. Bei meinen Recherchen bin ich auf eine kirchengeschichtliche Dokumentation gestoßen, in der die Prister und der Pristernachwuchs, der Pfarre, Diözese und Orden seit dem 15. Jahrhundert beschrieben ist. So ist hier beschrieben, dass unter Pfarrer Weillnpöck in Ischl der Kirchenneubau durchgeführt wurde. Die Mutterkirche von Ischl ist wohl die Martinskirche  von Goisern (ab dem 9. Jhdt.?). Goisern lag ja im Mittelpunkt des Ischllandes und betreute von da aus die Filialkirchen von Ischl, Lauffen, Hallstatt und auch Aussee.

  • 1554 – Im Laufe des Spätmittelalters wurden Aussee, Hallstatt und Lauffen aus der Mutterpfarre Goisern entlassen und so selbständige Pfarren. Ischl aber erst 1554. Bis dahin betreute ein Priester von Goisern (der „Ischler“ genannt wurde) die Nikolauskirche von Ischl. 1622 übernahmen die Jesuiten von Passau das ehemalige Benediktierinnenstift Traunkirchen und übten in deren Nachfolge das Präsentationsrecht über die Salzkammergutpfarren bis zu ihrer Aufhebung im Jahre 1773 aus.
  • 1771 – Die damals gotische Kirche von Ischl war schon zu klein und außerdem baufällig geworden, sodass an einen Neubau zu denken war. Über mehrere Jahrzehnte im 18. Jahrhundert zog sich jedoch der Streit zwischen den Jesuiten von Traunkirchen (als Patronatsherr) und dem Salzamt Gmunden (als Vogt) über die Frage hin, wer für den
  • 1780 – Neubau zuständig wäre. 1769 – es ist jene Zeit – in welcher der aus Peuerbach gebürtige Priester Franz Weillnpöck Pfarrer in Ischl war, wurde dann die 1396 geweihte gotische Kirche bis auf den Turm niedergerissen – dieser steht heute noch – und es begann der Neubau der heutigen Pfarrkirche von Bad Ischl. Grundsteinlegung war am 1. Mai 1771 durch den Lambacher Abt Amandus Schickmayr. Kirchweihe war im Jahre 1780. Pfarrer Weillnpöck, der als Bauherr der Ischler Pfarrkirche bezeichnet werden kann, resignierte jedoch schon zuvor auf die Pfarre im Jahre 1772. Er starb 1787. Die Kirche als Bauwerk zeigt heute noch die einfachen Formen ihrer Erbauungszeit, des Klassizismus.
  • 1804 -Erzherzog Ludwig, ein Bruder von Kaiser Franz I., verbrachte bereits seit 1804 jeden Sommer in Ischl. Der Begriff einer regelrechten „Kur“ war da allerdings erst in den Anfängen. Seit etwa 1820 waren Solekuren auch für rheumatische Erkrankungen bekannt und sehr begehrt.
  • 1823 – Der Ruf Ischls verbreitete sich rasch in Europa. Bereits 1823 sollen bereits 10.000 Kurgäste nach Ischl gekommen sein. Bald mussten deshalb die Solebäder ausgebaut werden.
  • 1828 wurde das „Wirerspital“ durch Aufstockung des Pfründnerhauses erbaut. Ab 1830 werden eine Vielzahl weiterer medizinischer und auch anderer Einrichtungen gebaut, die für den Ausbau Ischls zu dem Kurort der Wiener Gesellschaft notwendig oder förderlich waren.

Kaiser Franz Josef ab 1854 auf Sommerfrische in Ischl

  • 1848 – Da Kaiser Franz Joseph (1848 – 1916) ab 1854 alle Sommer in Ischl verbrachte, bekam die Nikolauskirche eine umfangreiche Ausgestaltung und zum 8o. Geburtstag des Kaisers im Jahre 1910 wurde dann die größte und damals orgelbautechnisch aktuellste Orgel der Monarchie hier in der Ischler Kirche, die zur „Hofpfarrkirche“ gemacht wurde, aufgestellt. Am Beginn dieser traditionsreichen Pfarrkirche von Ischl (der Name „Bad Ischl“ besteht erst seit 7.9.1906) steht also der Peuerbacher Franz Weillnpöck.
Auszug von der Doris Urmappe Bad Ischl in den Jahren 1824 bis 1830

Auszug von der Doris Urmappe Bad Ischl in den Jahren 1824 bis 1830

Museum der Stadt Bad Ischl

Sollte man sich ansehen. Im ehemaligen Salzfertigerhaus an der Esplanade ist seit 1989 das Museum der Stadt untergebracht. Gezeigt wird die Entwicklung der Stadt Bad Ischl, besonders die Bedeutung der Salzgewinnung und der Aufstieg des Ortes zum Kurbad und zur kaiserlichen Sommerresidenz. Objekte der Volkskultur, Modelle der einstigen Traunschifffahrt, Schöpfungen der auf Sommerfrische weilenden Künstler sowie die Asien-Sammlung von Franz Sarsteiner vervollständigen das Gebotene und vermitteln Wissenswertes über Land und Leute.

Fischerei im Salzkammergut

Die See- und Flussfischerei hat im Salzkammergut eine jahrhundertelange Tradition und wurde bereits 1494 erstmals von Kaiser Maximilian per Dekret geregelt, denn der Fisch als “Herrenspeise” war dem “gemeinen Volke” ursprünglich nicht zugedacht.

Betrachten wir einmal die geschichtlichen Hintergründe der Fischereiwirtschaft in Bad Ischl:

  • Die Fischereiberechtigungen in den nutzbaren Gewässern in Bad Ischl hatten seit Jahrhunderten die landesfürstlichen Herrschaften/inne.
  • “Fischereiordnungen” sind schon aus den Jahren 1585, 1707 und 1708 bekannt.
  • Die Fischereiausübung in unseren Fischgewässern war dem “Pflegamt Wildenstein” übertragen, ausgenommen die Strecke Ischl-Mitterweißenbach, die dem Stift Traunkirchen lange Zeit vorbehalten blieb.
  • Seit der Zeit nach den Franzosenkriegen sind fast alle Fischwässer im Besitze der Staats- bzw. Bundesforste und verpachtet.
  • Der Angelsport wurde bereits um 1830, vornehmlich durch Engländer, an der in internationalen Sportfischerkreisen weltbekannten Traun ausgeübt.

Quellen:

 

„Was der Mensch sei, sagt ihm nur die Geschichte.“

Zitat von: Wilhelm Dilthey

 

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