PEGEL

2020 APRIL – PEGEL UND TEMPERATUR IM FROSKG

Parameter Wasserstand

Messprinzip Wasserstandsmessung

Für die Wasserstandserfassung werden Messstellen mit einer geodätisch vermessenen Pegellatte ausgestattet. Diese ist in eine Skala unterteilt, mit der eine zentimetergenaue Ablesung erfolgen kann. Im Allgemeinen bezieht sich die Skalierung auf einen Pegelnullpunkt, der sich im Normalfall unterhalb der Gewässersohle befindet und einen Bezug zum absoluten Höhensystem (m.ü.A. = Meter über Adria) darstellt. Die tatsächliche Wassertiefe (Gewässersohle bis Wasserspiegel) ist nicht mit dem Pegelstand gleich zu setzen und kann bei gleichem Pegelstand aufgrund der unregelmäßigen und sich ständig verändernden Gewässersohle unterschiedlich sein.

Jetzt im April setzt auf der einen Seite die Schneeschmelze ein. Auf der anderen Seite sind die Äschen beim Laichgeschäft.

Pegel April 2020


Der Pegel an der Ischl in Strobl.

Messstelle Giselabrücke Ischl

Die Ischl

Im April ist Aeschenlaichzeit

Bei der Äsche, Thymalus thymallus, werden die Reifungsprozesse der Eier stärker von der Temperatur beeinflusst als die der Spermien. Während der Vorlaichzeit im April mit einer erhöhte Wassertemperaturen von “nur” 6 – 7 Grad, reduzieren massiv die Qualität der Spermien und den Prozentsatz der ablaichenden Weibchen und deren Eiqualität. In der Oberen Traun laichen Äschen bei einer Wassertemperatur von 8° – 10° C. Eine Zunahme
der mittleren Wassertemperatur um 1°C während der letzten 10 – 15 Tage vor dem Ablaichen beschleunigt das Ablaichen um 3,5 Tage, eine Zunahme um 1°C vom 21. Daher ist für uns die Beobachtung der Wassertemperatur im April ein ganz wichtiger Berichtsmonmonat.

Laichäsche

Erste Versuch mit Aeschen Eier in der Brutrinne

Wie wir auch heuer selbst gemerkt haben, ist die Embryonalentwicklung der Fische stark von der Wassertemperatur abhängig und die Toleranz gegenüber erhöhten Temperaturen gering. Auch kurzfristige Überschreitung der Grenzwerte hat negative Effekte. Bei der Äsche sind wir im Bruthaus in der Miesenbach Mühle (MBM) mit einer Temperaturen > knapp über 6°C gestartet und hatten dadurch eine grösseren Ausfall zu verzeichnen. Dier Eier sind nicht “angesprungen”. Auch nach oben tolerieren die Embryonen von Äschen <13°C, in diese Bereich kommen wir jedoch im Bruthaus in der MBM nicht.

Die Temperaturregime, die bei Äschen untersucht wurden, zeigt die Wassertemperatur bei den Männchen folgenden Einfluss auf die Gametenreifung:

  • Der Prozentsatz der reifen Männchen betrug zu Beginn der Laichzeit (T1) am 14.4. bei allen untersuchten Wassertemperaturen 60-70%.
Bei der Äsche, Thymalus thymallus, werden die Reifungsprozesse der Eier stärker von
der Temperatur beeinflusst als die der Spermien. Eine Studie dazu: “Effect of temperature on the reproductive potential of teleost fish” von Univ. Prof. Dr. Franz Lahnsteiner
  • In dem optimalen Temperaturregime, stieg der Prozentsatz der reifen Männchen bis auf 80% an, ebenso wie die Motilitätsrate der Spermien. Bei allen anderen Wassertemperaturen sank der Prozentsatz der reifen Männchen im Verlauf der Laichzeit auf unter <30% und die Beweglichkeit der Spermien nahm ab.

Wasser Temperatur April 2020

Einfluss der Temperatur auf die Physiologie der Spermien und Eier

Für Äschenembryonen liegt das Temperaturoptimum bei 6 – 13°C, da in diesem Temperaturbereich der Prozentsatz der Eier, die sich zu Augenpunkteiern entwickelten, der Prozentsatz der geschlüpften Larven und der Prozentsatz der normal entwickelten Larven am höchsten waren.
Bei suboptimale Temperaturen kann es zu Missbildungen der Larven kommen. Wir haben bei unseren Brutversuchen 2020 gesehen, dass die Wassertemperatur bei Äschen ein wichtiges Faktum im Laichgeschäft in der Natur und auch bei der Aufzucht ist.

Weitere Informationen:

Hydrografischer Dienst des Landes Oberösterreich

Dr. Franz Lahnsteiner;
Effect of temperature on the reproductive potential of teleost fish

 

„Inmitten der Schwierigkeiten liegt die Möglichkeit.“

Zitat von: Albert Einstein

 
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