BACHFORELLE

BETTELBACH REVITALISIERUNG

Der Bettlbach mit Blick Richtung Kremstal Bundesstrasse.

Im Zuge von Hochwasserschutzbaumaßnahmen wurde in dem von uns bewirtschaften Krems-Revier, dem Pfarrerwasser die Anbindung eines davor sehr unscheinbaren, kanalisierten Gerinnes, des sogenannten Bettelbaches, neu gestaltet. Die Krems wies aufgrund des streng trapezförmigen Regulierungsprofils im Mündungsbereich des Bettelbaches gravierende morphologische Defizite auf, gerade bei Hochwasser finden sich keine für Fische geeignete Rückzugsgebiete und Einstandsmöglichkeiten. Ziel dieses Projektes war es neben Hochwasserschutzmaßnahmen auch gleich eine fischpassierbare Anbindung des Bettelbaches an die Krems zu schaffen.

Gute Erfahrungen haben wir mit unseren langfristigen Besatzplänen. Einbringen von Setzlingen (3-6 cm) in die Nebenbäche. Hier können sich die in der Fischzucht geschlüpften Jungfische an die Natur gewöhnen und je nach Bedarf in das Hauptgewässer der Krems abwandern.

Der Bettelbach wurde renaturiert und die Sohle wurde so an die Krems eingebunden, dass auch bei Niederwasser die Durchgängigkeit für Gewässerorganismen passierbar ist und eine Rückzugsmöglichkeit für Fische im speziellen für Jungfische auch bei Hochwasser zu schaffen. Wie erste Begehungen gezeigt haben, ist ein Eigenaufkommen bis zur Kremstal – Bundesstraße zu beobachten.

Bis zur Kremstal Bundesstrasse sind Junge Fische (Aitel, Schneider, Forellen) im Bettelbach vorhanden.

Daher war es naheliegend die eingebrachten 20.000 Bachforellen Setzlingen, traunstämmiger Herkunft in dieses neugeschaffene Habidat einzusetzen und nicht in die Krems, in der die Setzlinge zu einem Großteil als Fischfutter für adulte Fische zu dienen.

Auch die Böschungsbepflanzung wurde durchgeführt und wird künftig noch besseren Unterstand für die Fische bieten.

Ersthabitat

Wir suchen grundsätzlich für den Fischbesatz mit „Setzlingen“ möglichst ein Ersthabitat um den kleinen Fischen einen Kompromiss zu geben um sich möglichst an den neuen Lebensraum „Natur“ zu gewöhnen und mit minimalen Risiko gleich gefressen zu werden. Mit den Bettelbach haben wir für unsere Besatzmassnahmen ein optimales Territorium bekommen, an denen die junge Forelle einerseits wenig Energie aufwenden müssen, um der Strömung zu widerstehen, bei denen andererseits gleich daneben strömende Bereiche liegen, aus denen genügend Driftnahrung aufgenommen werden kann. Zudem stehen passende Strukturen als Einstand zur Verfügung. Auch Sträucher wurden in die Böschungskante gesetzt und werden künftig helfen noch bessere Unterstände und für eine Beschattung zu sorgen. Beide Faktoren werden durch den neuen Lebensraum „Bettelbach“ erfüllt und werden uns künftig in unserer Besatzstrategie, denn Besatz mit mit juvenilen Bachforellen sehr helfen.

Hier sind die Bachforellen Setzlinge noch unmittelbar nach den enbringen in den Bettelbach. Kurze Zeit später haben sich die kleinen Forellen schon in den Unterständen versteckt und innerhalb ein paar Tagen sind sie an das Leben in der Natur gewöhnt. Dazu kommt, dass ein Wiesenbächlein wie der Bettelbach auch sehr viel Nahrung daher bringen und damit ein gutes Wachstum gewährleisten.

Erstterritorien

Neben potentiell hohen Mortalitätsraten in der Interstitialphase, ist die Sterblichkeit in dieser „early critical period“ sehr hoch. Es wird sich zeigen wie dieses neu geschaffen Jungfisch Habidat und auch ganz wesentlich mit der optisch sehr schönen Habitatqualität angenommen wird. Wir werden die Situation im Brettelbach genau beobachten und weiter berichten.

Hier der Abtransport der Setzlinge aus der Brutrinne in die Freiheit.

Projektdaten

Gemeinsam mit den Grundbesitzern und Grundanrainern, dem Gewässerbezirk Linz, dem Wasserverband Kremstal, dem Projektant und den Gemeindevertretern der Gemeinde Kematen/Krems wurde das Projekt „Renaturierung Bettlbach“ entwickelt und in der Zwischenzeit realisiert. Mit dieser Maßnahme wurde die bestehende Verrohrungen entfernt und die Einmündung in die Krems wesentlich verbessert.

Bauherr: Wasserverband Unteres Kremstal
Planung: Gunz ZT GmbH
Bauausführung: Gewässerbezirk Linz und Vertragsbaufirmen
Bauzeit: bis Mitte 2016
Gesamtkosten: 550.000 Euro
Förderung: 60 % Bund, 30 % Land Oberösterreich
und 10 % vom Wasserverband Unteres Kremstal.

 

„Inmitten der Schwierigkeiten liegt die Möglichkeit.“

Zitat von: Albert Einstein

 

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