2020er JAHRESBERICHT MIT PEGEL UND TEMPERATUR DATEN

Das abgelaufene Jahr war für die ganze Welt eine Herausforderung, und für uns im FROSKG war es keine Ausnahme. Trotz der Schwierigkeiten der Coronavirus-Pandemie hatten wir das Glück, einen Großteil unserer Arbeit in die freien Slots der Corona Pausen zu bekommen.

Unsere Reviervollversammlung hatten wir am 23. Jänner 2020 und den jährlichen Fischerkurs mit Prüfung hatten wir noch mit 50 Teilnehmer im Februar 2020 in Hallstatt abgehalten und unser SAEEP Projekt konnten wir noch um 5 vor 12, in einen Termin am 7. März 2020, anlässlich des ÖKF Forum in Linz mit Andreas Haas und Harald Ficker von den ÖBF besprechen und abstimmen. Unsere Aktivitäten im Bruthaus in der Misenbachmühle, bis hin zu einer Äschen Befischung, sowie die Besatzmaßnahmen mit beinahe 200.000 Bachforellen (Eier und Brütlinge) und über 20.000 Äschen Brütlinge wurden in freier Natur, mit minimaler personeller Besetzung unter Einhaltung der Corona Bestimmungen durchgeführt. Weiters konnten wir unsere Testst mit m+s Brutboxen und „artificials nest“, sowie unsere Untersuchung von Fischen und unserer Gewässer fortzusetzen. Unser Team, mit vielen Helfern hat sich als erfolgreich erwiesen, um unsere langfristige Überwachung und Bewirtschaftung sicher fortzusetzen und gleichzeitig sicher durch COVID-19 zu navigieren.

Wir haben unser Equipment zum Elektrobefischen erweitert, unser Bruthaus ausgebaut und wir haben einige Wildkameras angeschafft und installiert, um unsere Gewässer auch aus der Ferne zu überwachen. Auch hatten wir mehrere Fischrettungs – Aktionen, wie im Werkskanal vom KW Weinbach und auch Notabfischungen im Engleithen Altarm, bei denen allein über 5.000 Fische gerettet und umgesiedelt wurden.

Die meisten unserer Abstimmungen haben wir per Telefonkonferenzen durchgeführt und viele haben sich daran gewöhnt unserer Termine von zu Hause, vom Computer aus zu machen.

Wir haben virtuelle Schulungen, Workshops und Konferenzen abgehalten und daran teilgenommen. Bei all den Änderungen und Anpassungen sind wir zutiefst dankbar für das Engagement unserer Bewirtschafter und Fischereischutzorgane (FSO) und der Unterstützung von den involvierten Behörden, den Mitarbeitern der ÖBF und des O.Ö. Landesfischereiverband, unserer Partner, die es uns ermöglicht haben, in einem äußerst herausfordernden Jahr so ​​viel zu erreichen. Wir wünschen allen einen sicheren und erholsamen Abschluss und freuen uns auf eine weitere gute Zusammenarbeit im Jahr 2021!

Unsere Abstimmungen verlagerten sich 2020 zu Telefonkonferenzen ….

Nachfolgend die Pegel und Temperatur Daten vom Dezember 2020, sowie der komplette Jahresverlauf 2020 über unsere Meßstellen im Fischereirevier (FROSKG):

Pegel Dezember 2020

Hier die Pegelwerte der Messstellen im FROSKG im Dezember:

Wassertemperatur Dezember 2020

Hier die Temperaturwerte der Messstellen im FROSKG im Dezember:

Foto: © by Harald Eidinger

Pegel Jahresrückblick 2020

Das FROSKG ist das einzige von 39 Fischereirevieren in Oberösterreich, in dem die Gewässer unmittelbar vom Dachstein- und Gosau-Gletscher beeinflusst werden. Speziell die Auswirkungen der Wassertemperatur werden durch den Gletscher positiv geregelt und bringen uns für Äschen eine wichtige Wohlfühl- und Lebensgrundlage, die es zu schützen, zu erhalten und zu entwickeln gilt. Daher wurde 2020 für die Äsche, gemeinsam mit den Österreichischen Bundesforsten (ÖBF), Gewässerbezirk Gmunden und mit Unterstützung des O.Ö. Landesfischereiverband (OÖLFV) und der O.Ö. Landesregierung, SAEEP – Salzkammergut Äschen Entwicklungs -und Erhaltungs Projekt aufgesetzt und mit mehreren Arbeitspakten auch bereits gestartet. Für dieses Projekt ist es auch wichtig die hysterischen Daten zur Wasserführung und über die Wassertemperatur zu kennen.

Nachtrag Klauswehrordnung

Am Pegel, bei der Seeklause ist auch der Betrieb des Hallstättersee Klauswehres mit der winterlichen Absenkung recht schön zu erkennen.

a) Normalbetrieb vom 01.-02. Jänner und vom 24. März bis zum 02.01 des Folgejahres
In diesem Zeitraum wird das Klauswehr entsprechend der Klauswehrordnung abhängig vom Seepegel
reguliert.

b) Winterbetrieb vom 03. Jänner bis zum 23. März jeden Jahres
In diesem Zeitraum sind alle Wehrtore geöffnet und die Klappe in der ehemaligen Floßgasse ist vollständig gelegt. Der Seespiegel wird damit abgesenkt und erleichtert den Seeanrainern Instandsetzungsarbeiten an den Seeufern. In diesem Zeitraum werden weder Seespiegel noch Abfluss in der Traun durch den Klauswehrbetrieb beeinflusst.

Situation Anfang Jänner 2021

Die Seeabsenkung am 4. Jänner 2021 – 6. Jänner 2021 war dramatisch…..
Innerhalb von kurzer Zeit, stieg der Pegel Goiserer Traun von 90 cm um 30 cm auf 120 cm

Wassertemperatur Jahresüberblick 2020

Wesentlich interessant ist die Betrachtung der Wassertemperaturwerte der Meßstellen im FROSKG. Den in den Gewässern im Salzkammergut ist ein Überlebenskampf im Gang. Zu warm werde die Bäche und Flüsse. Dadurch sinkt der Sauerstoffgehalt – mit fatalen Folgen für einige Fischarten. Die größten Sorgen bereiten uns die Äschen und die Forellen.

Die Wassertemperatur ist für unser Äschenprojekt SAEEP ein wichtiger Faktor, denn wir genau beobachten.

Die Bachforelle hat den Kampf um ihren Lebensraum in der Oberen Traun, zwischen Hallstättersee und Traunsee schon seit Jahren verloren. Salmoniden halten die warmen Temperaturen nicht aus. An unseren Bächen und Flüssen fehlt der für sie lebenswichtige Schatten. Dieser Schatten entscheide mitunter über zwei, drei Grade der Wassertemperatur. Bei einer längeren Hitzeperiode wie dieser kann dies für sensible Arten wie die Äsche über Leben oder Tod entscheiden. Denn auch die Äschen ist schon gefährdet.

Wir im Salzkammergut sind über die Koppentraun, Goiserer Traun, Ischler Traun bin zur Ebenseer Traun, noch in der glücklichen Situation, dass wir kaum über 20 Grad Wassertemperatur haben. Nur an der oberen Ischl als Seeausrinn vom Wolfgangsee erreicht die Wassertemperaturen bis zu kritischen 25 Grad. Erst nach der Einmündung von kalten Nebenbächen, wird die Temperatur bis zur Mündung in die Traun etwas kälter.

Interessant, dass auch die Wassertemperatur am Pegel in Ebensee, obwohl durch den Zulauf der Ischl beeinflusst, unter 20 Grad bleibt. Hier merkt man den Zulauf der „kalten“ Zubringer Rettenbach, Mitterweißenbach und Frauenweißenbach.
Der Seeausrinn der „Warmen Ischl“ oder auch Seeache, wie diese in historischen Aufzeichnungen bezeichnet wird, ist bis zum Zulauf von Nebenbächen stark von der Temperatur des Wolfgangsee beeinflusst.
Erst durch den Zulauf von Schwarzenbach, Russbach, Srobler Weissenbach, Radaubach und weiterer kleinerer Zubringer, wird die Temperatur der „unteren“ Ischl nach unten gedrückt.

Alle Jahre wieder, taucht an der Ischl – vor allem in den Monaten Juli und August – das Problem der hohen Wassertemperaturen auf. Wobei das Jahr 2020 ja recht kühl und durch kurze Intervalle an Niederschlagsperioden recht ausgeglichen verlief haben wir die Situation, dass wir vor 30 Jahren im Hochsommer an zwei bis drei Tagen Lufttemperaturen mit 30°C erreicht wurden, so sind es jetzt bereits über 20 Tage. Dabei wird dieser Wert oftmals überschritten und extreme 35°C sind auch keine Seltenheit mehr. Natürlich wirkt sich dies, zwar mit Verzögerung, gravierend auf die Wassertemperatur des Flusses aus. Noch dazu entspringt die Ischl aus dem Wolfgangsee, der es auch sehr schnell auf über 20°C schafft.

Hätten wir da nicht den Zustrom kalter Grundquellen oder den Eintrag der sommerkalten Zubringerbäche, wäre die Ischl als Salmonidengewässer nicht mehr tragbar. Doch auch jetzt schon strecken wir uns fallweise nach der Decke. Es beginnt für Salmoniden der Hitzestress ab 16°C aufwärts. Zwar haben wir mit der Sauerstoffversorgung im Fluss absolut kein Problem, da ja aufgrund der in den letzten Jahren eingebauten Pendelrampen für reichlich Strömungsbrecher gesorgt wurde. Dennoch, jene Forellenart, die diese hohen Temperaturen noch am besten verkraften kann, ist die Regenbogenforelle. Allerdings reagiert auch sie äußerst empfindlich auf Drillstress bei Wassertemperaturen über 21°C. Durch die Geschiebesperren Entleerungen im Strobler Weißenbach ergaben sich 2020 eine neue Situation die es in einen Bewirtschaftungsplan für die Ischl zu regeln gilt. Dazu sind auch die Auswertungen und Besatndsaufnahmen der letzten Jahre eine wichtige Grundlage.

 

„Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen.

Wer die Gegenwart nicht versteht, kann die Zukunft nicht gestalten..“

 

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