KREMS

KREMS PFARRERWASSER

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Die Krems in Oberoesterreich

Kematen an der Krems liegt auf 327 m Höhe im Zentralraum im Städtedreieck Linz-Wels-Steyr, geschichtlich gesehen ist der Ort Teil des Traunviertels. Landschaftlich zeigen sich hier die Ausläufer des Alpenvorlandes mit ihren sanften Hügeln aus Wald, Wiese und Ackerland. Die Krems ist ein rund 60 Kilometer langer Nebenfluß der „Traun“. Sie entspringt am Fuße der Kremsmauer in „Micheldorf in Oberösterreich“, fließt im Traunviertel nordwärts durch das oberösterreichische Alpenvorland und mündet auf Linzer Stadtgebiet im Ortsteil Ebelsberg in die Traun.

Die größeren Orte im Kremstal sind Kirchdorf an der Krems, Schlierbach, Wartberg an der Krems, Kremsmünster Rohr im Kremstal, Kematen an der Krems, Neuhofen an der Krems und Ansfelden, welches aber schon zum „Oberösterreichischer Zentralraum“ gerechnet wird. Nicht zu verwechseln ist dieser Fluss mit dem niederösterreichischen Fluss „Krems“.

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Fischen im Pfarrerwasser 2001

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Vor dem Hochwasser 2002, war eine schöne Ufervegedation

Revier Krems – Pfarrenwasser Kematen

In der Zwischenzeit bewirtschaften wir seit über 10 Jahren das Pfarrerwasser in Kematen an der Krems. Es wird unberechtigter Weise etwas unter seinen Wert gemessen. Speziell in Vergleich mit der Attraktivität mit anderen Fliegenfischer – Strecken. Jedoch in der Zwischenzeit muss man sagen, durchaus zu unrecht. Auf der einen Seite sehr Zentral gelegen und gut aus dem Zentralraum Linz-Wels zu erreichen. Auf der anderen Seite, hat sich das Revier nach den Hochwasserschäden von 2002 auch wieder sehr gut erholt. Es ist daher Wert, gerade wenn in der Traun die Schneeschmelze einsetzt, hier seine ersten Frühlingshaften Ausgäge zu machen. Der Fischbestand ist gut. Der Hauptfisch ist die Bachforelle. Ob es in Höhe Kematen an der Krems auch noch ein Huchen – Aufkommen gibt, bin ich gerade dabei zu klären. Hierzu werde ich bei unserer nächsten Fischerei – Sitzung berichten.

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Unser Revier erstreckt sich mit der oberen Grenze ca. 200 m oberhalb vom Haus „Winden 23“! Dies ist oberhalb vom Sportplatz von Kematen/Krems. Es ist eine Grenztafel angebracht. Die untere Grenze befindet sich ca. 150 m oberhalb der Brücke beim Gasthof Leutgöb. (Grenztafel – siehe Revierplan)

Die Krems im August 2002

Nach dem Jahrhunderthochwasser, im August 2002 wurde wie in alten Zeiten „renaturiert“! Sprich alles „geschliffen“! Dadurch wurde die Krems leider wieder durch sehr unfreundliche Regulierungsmaßnahmen noch stärker begradigt. Die Uferböschungen wurden „abgeholzt“ und alles was größer wie ein Grashalm war, wurde abgeschnitten! Dadurch hat die Strecke, die vorher schon sehr kanalisiert war, noch mehr gelitten und ist für Fischer, die mit dem Auge fischen, ist dieses Revier eher unattraktiver geworden! Bei allen Problemen, die das Hochwasser 2002 gebracht hat, sollte man meinen, dass die Gewässerbauer hier gelernt haben sollte. Wie auch andere Beipiele, an anderen Gewässern zeigen. Jedoch hier an der Krems hat man leider nichts davon gemerkt?

Ich gehöre zu den Menschen, die mit dem Auge essen und auch mit dem Auge fischen. Leider nimmt die Attraktivität und Wertigkeit eines Gewässers durch solche Maßnahmen drastisch ab! Wenn man diese beiden Aufnahmen vergleicht, sieht man, was ich hier meine! oder? Es ist schade, dass hier die Flussverbauung und die zuständigen Behörden so reagieren. Es würde auch anders gehen und vielleicht auch bei künftigen Hochwasser mehr bringen und besser schützen?

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Herbst 2002 – nach dem Hochwasser

Ergebnisse der Krems-Bestandsaufnahme – Befischungen vom September 2005

3 Jahre nach dem Hochwasser, wollten wir einen Überblick haben, wie sich unser Krems – Revier entwickelt hat.

Diese Befischungen in unserem Revier, dass die Ermittlung der Fischpopulationen in der Krems zum Ziel hatte, wurde im September 2005 erfolgreich abgeschlossen. Durchgeführt wurde die Befischung vom Technische Büro für Gewässerökologie und dem Amt der Oberösterreichischen Landesregierung, Aufgabengruppe Gewässerschutz.

Anbei eine Übersichtstabelle mit der Anzahl an Individuen der nachgewiesenen Fischarten und den Körperlängen der gefangenen Fische für die Probestrecken in Kematen.

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Ergebnisse der Bestandsaufnahme 2005

Mit der Bezeichnung „Brut“ sind nicht nur Brütlinge (Fischlarven), sondern auch Jungfische diesen Jahres (0+-Fische, Sömmerlinge) gemeint, die auf die erfolgreiche Reproduktion der Fischart in dieser Gewässerstrecke hinweisen. Für Fischarten von fischereilichem Interesse und für Großfischarten wurden zudem die Bestandsgewichte pro Hektar berechnet. Beim Vergleich dieser Werte für verschiedene Gewässerstrecken ist jedenfalls zu bedenken, dass kleine Gewässer oder Oberläufe natürlicher Weise geringere Werte aufweisen, deshalb aber keinesfalls als unproduktiv oder „schlecht“ zu bezeichnen sind.

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Fischbesatz Krems Pfarrerwasser

Fischereiordnung fuer das Revier – Krems Pfarrerwasser

  1. Der Fischereierlaubnisschein ist nur in Verbindung mit der gültigen Fischereikarte für das Bundesland Oberösterreich gültig, beide Ausweise sind beim Fischfang mitzuführen. Es ist gestattet, eine andere Person Mitangeln zu lassen. Die Lizenz ist nicht übertragbar. Bei Nichtbeachtung der Bestimmungen verfällt die Lizenz entschädigungslos. Für nicht genutzte Lizenzen kann keine Rückvergütung geleistet werden.
  2. Die Lizenznehmer sind berechtigt im Revier Krems Kematen Pfarrerwasser zwischen den nachstehenden Grenzen das Angeln auszuüben.
    Untere Grenze: Diese befindet sich ca. 150 m oberhalb der Brücke beim Gasthof Leutgöb. (Grenztafel)
    Obere Grenze: ca. 200 Meter oberhalb Haus Winden 23 (Grenztafel)
    Alle Nebengerinne und Zuflüsse sind für die Fischerei gesperrt.Jeder Angelberechtigte ist verpflichtet, sich mit den Reviergrenzen vertraut zu machen.
  3. Es darf nur mit einer Flugangel und mit der künstlichen Fliege gefischt werden. Es sind nur „widerhakenlose“ (barbless oder zusammengedrückt) Trockenfliege, Nymphen oder Streamer erlaubt. Zusätzliche Beschwerungen wie Tiroler Hölzl oder Wasserkugel sind verboten.
    Über die gesamte Revierstrecke ist das Waten mit der Wathose erlaubt. Es wird ersucht, in der Aschen-, Bachforeller und Huchen-Laichzeit diese Fische nicht zu beangeln und die Laichplätze nicht zu bewaten bzw. während diesen Zeiten auf das Waten so weit als möglich zu verzichten. Das Angeln von der Brücke aus ist nicht gestattet.
  4. Mindestmaße (für Entnahme) und Schonzeiten: Grundsätzlich gelten die gesetzlichen Bestimmungen.
    Bach und Regenbogenforellen 30 cm
    Äschen 35 cmEntnahmelimit:
    Salmoniden: maximal 2 Stück Cypriniden: keine Beschränkung
    Es wird gebeten, Salmoniden so weit wie möglich zu schonen.
  5. Weidgerechter Umgang
    Gefangene Fische sind schonend vom Haken zu lösen und sofort wieder zurückzusetzen, ausgenommen jene Fische, die entnommen werden und sofort getötet werden müssen. Das Hältern von gefangenen Fischen ist ausdrücklich verboten. Unter Berücksichtigung aller Schonzeiten, ist das Fischen vom 16. März bis 31. Dezember erlaubt.
    Gefischt werden darf von Sonnenaufgang bis eine Stunde nach Sonnenuntergang.
    Jeder Angler ist verpflichtet, an der Überwachung des Fischwassers mitzuwirken. Bei jeder Wasserverunreinigung oder Verletzung der gesetzlichen Vorschriften ist sofort bei der beeidete Fischereiaufseher oder der nächsten Gendarmerieposten zu verständigen.Jeder Linzenznehmer nimmt zur Kenntnis, dass bei etwaigen durch Seuchen oder Verunreinigungen des Gewässers und dergleichen hervorgerufenen Fischsterben keine Ersatzansprüche an den Verein gestellt werden können. Die Hege und Pflege dieses Reviers ist Pflicht jedes Lizenznehmers. In diesem Sinne sind Ausfischaktionen, Gewässerreinigung und Besatzmaßnahmen durch aktive Teilnahme bestmöglich zu unterstützen.Die mit Kontrollausweisen ausgestatteten Vereinsmitglieder und die beeideten Fischereischutzorgane sind berechtigt und verpflichtet, die Einhaltung der genannten Bestimmungen zu prüfen und bei Nichteinhaltung, die Lizenz ersatzlos zu entziehen. Sollten sich Missverständnisse oder Unstimmigkeiten ergeben, wird gebeten, sich zur Klärung an den Bewirtschafter zu wenden.

 

 10 Jahre danach!

Nun sind über 10 Jahre vergangen! Die Natur hat sich wieder ihren Platz zurück erobert. Die Böschungen sind wieder angewachsen und es ist wieder eine schöne Fischerei möglich. Der Fischbestand ist gut und es bietet als Niederungsgewässer, bei dem wir nur eine sehr geringe Schneeschmelze haben, bzw. klingt diese sehr rasch ab, eine hervorragende Fischerei, am Anfang der Saison.

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Die Natur hat sich wieder angepasst! Krems – Oberer Revier Abschnitt

Huchen an der Krems?

In früheren Zeiten war insbesondere die Krems auch ein gutes Huchenwasser. Laut der Liste historischer und aktueller „Huchen – Vorkommen“ in Oberösterreich war der Huchen bis unterhalb von Wartberg an der Krems vorkommend. (Tomaschko, 1962). Leider gehören diese Zeiten trotz vieler Bemühungen durch Besatzmaßnahmen einen bescheidenen Bestand aufrecht zu erhalten der Vergangenheit an. Damals, noch vor der Regulierung der Krems, wurden Huchen mit einem Gewicht bis zu 15 kg gefangen.

Nach der Regulierung wurde 1975 in einem einst noch tiefen Gumpen nach einer Sohlrampe ein rund 11 kg schwerer Huchen erbeutet.

Die über weite Strecken erfolgte Regulierung der Krems hat wesentlich dazu beigetragen, dass es diesen großwüchsigen Salmoniden nunmehr kaum noch gibt. Von Wartberg bis Nettingsdorf wurde die Krems fast durchgehend reguliert, naturbelassene Abschnitte sind nur mehr wenige geblieben. Auch sind viele dieser Teilstücke Teilstücke durch Ausleitungen stark entwertet und in einem traurigen Zustand.

In der Krems bestehen jedoch durchaus umfangreiches Potential, durch Lebensraum verbessernde Maßnahmen und Wiederansiedelungsprojekte intakte Huchenbestände herzustellen. Neben dem Hauptdefizit fehlender Laichplätze und Jungfischhabitate belegen in der Zwischenzeit mehrere Bewirtschaftunskonzepte, eine erfolgreiche Ansiedelung. Es bleibt zu beobachten und zu klären, wie weit heute die Krems als Huchengewässer wieder geeignet ist.

 

Quelle: Österreichische Fischerei, Verbreitung und Bestände des Huchen in Oberösterreich von Clemns Ratschan & Gerald Zauner

 

Angeln heißt nicht Fische fangen, sondern Angeln heißt Erleben!
Zitat von: Norbert Eipeltauer

 

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