TEICHMUSCHEL IM MÖNICHSEE (MINICHSEE)

Der kleine Bergsee liegt unterhalb der Wände des Schafberggebietes in einer eindrucksvollen Umgebung. In dem Felsen, der sich westlich des Sees erhebt. In der Nähe heißt eine Flur „Heimliches Gericht“, weiter oben liegt das Törl, die Grenze zwischen Oberösterreich und Salzburg, da der Mönichsee ganz nahe, im Grenzgebiet zu Salzburg liegt. Manchmal ist der Mönichsee auch unter der Bezeichnung Minichsee in der Literatur zu finden.

Mönichsee (Minichsee) kleiner Bergsee am Schafberg (O.Ö.)

Der Mönichsee liegt in 1300 Meter Höhe zwischen Schafbergthörl mit seinen Steilwänden und rechts davon, Richtung Norden blickend zieht sich ein Weg auf die „Vormauer“. Halblinks führt oberhalb vom Mönichsee, über das Thörlgatterl ein Wanderweg zum Mittersee und von dort zur Suissenalpe und auf den Unterrachweg hinauf zur Himmelspforte und direkt auf den Schafberg oder hinabsteigend beim Sussensee vorbei in die Eisenau.

Der 34 Meter tiefe und 3 Hektar große Mönichsee liegt auf 1300m Höhe zwischen Vormauer und Schafberg und ist der größte der 3 Schafbergseen:

  • Mönichsee (OÖ.)
  • Mittersee (Salzburg)
  • Suissensee (Salzburg)

Wobei nur der Mönichsee im Bundesland Oberösterreich liegt und Fische und Muschel beherbergt. Der Mittersee und Suissensee liegen schon in Salzburg Land und lt. Hörensagen sind diese beiden fischlose Biotope.

Der Mönichsee füllt eine Karstdoline, einen Felsentrichter, hat keinen sichtbaren Abfluss und ist wegen seiner schattigen Lage oft bis Juni zugefroren. An Fischen gab es ursprünglich nur Pfrillen und Koppen, doch wurden mehrere Forellenarten eingesetzt, die sich jedoch nur mäßig entwickeln. Es haben sich jedoch Teichmuschel Bestände in Symbiose mit Bitterlingen erhalten, die sich hier recht produktiv fortpflanzen. Ein Bestand der sehr Schützenswert ist und nicht durch falschen Besatzmaßnahmen vernichtet werden darf.

Wie kommt man zum Mönichsee:

Der Mönichsee hat sich ev. deshalb einen so guten Bestand an Muscheln erhalten, weil er recht schwer zu erreichen ist.

  • Über Dittlbach: Der Weg zu ihm führt in etwa 2 Stunden über die Auerriesen, das tief eingeschnittene Tal des Dittlbaches.
  • Über den Schafberg: Geht es über den Purtschellersteig oder über die Himmelspforte vorbei an den anderen Schafbergseen.
  • Von Norden über die Eisenau: Wobei der Weg hier ebenfalls an den Schafbergseen vorbeiführt.
  • Über die Vormauer: Entlang eines wunderschönen Kammweges mit herrlichen Ausblicken auf die Osterhorngruppe und den Schafberg.
  • Von St. Wolfgang: Über die Auerriesen
  • Vom Schwarzensee: Über die Untere und Obere Hofalm.
  • (Für Ortskundige) Über die Burggrabenklamm über den Valerieweg, oben angekommen auf dem Gretlsteig Richtung Schwarzensee, Abbiegen auf die MB1, nach ca. 1 Km links abbiegend in die Geigenleitenstraße. Diese bis ziemlich ans Ende gehend. Danach „wild“ ohne markierten Weg über die Leiten aufsteigend zum Mönichsee.  

Süßwassermuschel Vorkommen im Mönichsee

Die Bestände der heimischen Süßwassermuscheln unterliegen seit Jahrzehnten einem dramatischen Rückgang. Auf europäischer Ebene wird die Gemeine Flussmuschel (Unio crassus) und auch die Gemeine Teichmuschel als „Art des gemeinschaftlichen Interesses“ in den Anhängen II und IV der FFH – Flora-Fauna-Habitat Richtlinie angeführt. Neben der Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera), die in den Roten Listen für Österreich und Deutschland als „vom Aussterben bedroht“ geführt wird (KÜHNELT 1983,
BLAB et al. 1984), ist die Gemeine Flussmuschel die am stärksten gefährdete Muschelart in
Oberösterreich. In der Roten Liste der Weichtiere Österreichs ist sie ebenfalls als „vom Aussterben
bedroht“ gelistet. Der hier vorliegende Bericht dokumentiert ein aktuelles Vorkommen im Mönichsee.

Muschelfunde aus dem Mönichsee

Leere Muschelschalen aus den Mönichsee. Es dürfte sich hierbei um die „Gemeine Teichmuschel“ handeln. Sie werden aber, wie bei ihrer nahe Verwandten auch, durch ein zahnloses, glattes Schloss zusammengehalten. Die „Gemeine Teichmuschel“ ist vorwiegend getrenntgeschlechtlich. Ihre Larven entwickeln sich ebenfalls im Winter. Vor der Umwandlung zur Jungmuschel leben sie für einige Wochen gerne an den Flossen von Barschen, Rotaugen oder Stichlingen. Die Gemeine Teichmuschel war in weiten Teilen Europas früher sehr häufig. Stellenweise wurde sie sogar als Viehfutter für Schweine oder Enten genutzt und somit als Entenmuschel bezeichnet. In Österreich ist sie heute potenziell gefährdet. Sie wie alle heimischen Muscheln unter Naturschutz gestellt.
Leere Muschelschalen aus den Mönichsee. Nach optischen Vergleich dürfte es sich dabei um die „Gemeine Teichmuschel“ handeln.
Für die Bestimmung ist bei der Teichmuschel vs. der Flussmuschel angeben: „Schloss hat keine Zähne“, dh. daher dürfte es sich bei den Muschelfunden am Mönischsee um die Gemeine Teichmuschel handeln.

Gemeine Teichmuschel (Anodonta anatina)

Da ich mit Muscheln recht wenig Erfahrung habe, beruht meine Bestimmung auf Literaturangaben. Wie die Darstellung in obigen Foto zeigt, dürfte es sich beim Muschel Vorkommen im Mönichsee um die „Gemeine Teichmuschel“ (Anodonta anatina) handeln. Da im Vergleich zur „Gemeinen Flussmuschel“ in der Literatur z.B.: „Beim Fund von Muschelschalen auf Zähne achten. Der Zahn ist eine Schließvorrichtung nahe dem Wirbel. Die Bachmuschel ist deutlich gezahnt, die Teichmuschel dagegen hat keine Zähne auf der Schlossseite.“ angeben, so sind meine Funde der „Gemeine Teichmuschel“ zuzuordnen.

Im Salzkammergut gibt es zwar schon sehr selten, jedoch einzelne Sichtungen zeigen es, verschiedene Großmuschelarten. In Fließgewässern sind dies meist die „Gemeine Flussmuschel“ und die „Gemeine Teichmuschel“, welche sich nebenstehenden Gewässern auch in Fließgewässern niederlässt. Quelle: Landschaftspflegeverband Unterallgäu e. V.

Teichmuschel und Bitterling

Im Mönichsee ist im Frühsommer, am besten Ende Juni eines Jahres, ein recht interessantes Naturschauspiel zu beobachten. Die Laichzeit der Bitterlinge.

Wenn sich ein Bitterlings Männchen mit einem Weibchen paaren möchte, dann sucht es sich zuerst eine Muschel aus. Mit dem unscheinbaren Schuppenkleid ist jetzt Schluss: Prächtig gefärbt mit rötlichem Bauch und roter Afterflosse wirbt das Männchen um die Weibchen. Sein Ziel: Es will ein Weibchen zu seiner Muschel locken.

Und warum?

Oben: Bitterlings Männchen im Mönichsee, Mitte Juni in seinem bunten Balzkleid.

Weil Bitterlinge ihre Eier in Bach- und Teichmuscheln ablegen. Mit einer langen Legeröhre platziert das Weibchen einige Eier genau zwischen den Kiemen der Muschel. Dort werden sie auch vom Männchen befruchtet. Der Platz ist gut gewählt: Zwischen den harten Muschelschalen sind die kleinen Bitterlings Larven vor Feinden gut geschützt. Rund zwei bis vier Wochen bleiben sie erstmal, wo sie sind.


Ein Schwarm Bitterlinge sind auf der Suche nach Teichmuscheln.

Nach dem Motto „Wie du mir, so ich dir“ nutzt die Muschel die kleinen Larven als Taxi für ihren eigenen Nachwuchs. Kaum sind die Bitterlings Larven geschlüpft, heften sich winzige Muschellarven an die Mini-Fische. Wenn die kleinen Bitterlinge ausschwimmen, nehmen sie die Muschellarven mit und verteilen sie im See. So kann der Muschelnachwuchs Orte im Gewässer besiedeln, an die er ohne die Hilfe der Fisch-Taxis nicht gelangt wäre.

Was Bitterling und Teichmuschel hier machen, nennt man „Symbiose“. Das bedeutet, dass zwei Lebewesen voneinander abhängig sind – und zwar so, dass beide Nutzen davon haben. Die Bitterlinge haben sich im Laufe der Evolution sogar so stark an die Muschel angepasst, dass sie sich ohne sie nicht mehr vermehren können.

Fischereiberechtigter im Mönichsee: Gutsverwaltung der Herrschaft St. Wolfgang
Fichbuch Ordnungs Nummer: 23/10/A (BH Gmunden)

Angeln heißt nicht Fische fangen, sondern Angeln heißt Erleben!

Zitat von Norbert Eipeltauer

 
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