In Österreich werden nach wie vor guten Gewissens tonnenweise meist fangfähige Speisefische in unsere Gewässer eingebracht. Dies geschieht, obwohl mittlerweile hunderte wissenschaftliche Untersuchungen zur Problematik des Fischbesatzes und die damit verbundenen negativen Auswirkungen auf Wildfischpopulationen existieren (Holzer et al., 2003; Pinter, 2008). Die in diesem Artikel beschriebene Bewirtschaftungsmethode, das Cocooning und als alternative Ausbringungsmethode „Artificial Nests“, orientiert sich an der natürlichen Reproduktion von Wildfischen und versucht, sämtliche negativen Effekte, die durch einen Fischbesatz hervorgerufen werden, bestmöglich zu vermeiden.
Wir hatten die Möglichkeit bei einem Projekte in der Zusammenarbeit mit DI Georg Holzer, einem Pionier moderner Besatzmethoden dabei sein zu dürfen. Am Strobler Weißenbach wurde aktiv der Wiederaufbau der Bachforellenpopulation durch ein naturnahes Inkubationsverfahren durchgeführt. Im Zeitraum 2024/2025 sind hierzu 50.000 Augenpunkteier sowie 5.000 grüne Eier aus unserer reviereigenen Zucht eingebracht worden. Die Methodik setzt primär auf das Vergraben in „Artificial Nests“ direkt im Bachsubstrat. Zur präzisen Erfolgskontrolle und Ermittlung der Schlupfraten kommen ergänzend 18 Brutboxen zum Einsatz. Aus diesem Referenz-Projekts können wir auch einen großen Nutzen ziehen und aus den gewonnenen Daten über Schlupferfolg und Habitat-Eignung wertvolles Wissen aufbauen und für künftige Besatzstrategien erhalten.
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Logistische Meisterleistung -Versuch mit „grünen Eiern“
Ein fachlicher Höhepunkt des Besatz-Projekts am Strobler Weißenbach war das Einbringen von frisch befruchteten, „grünen“ Eiern. Im Gegensatz zu den robusteren Augenpunkteiern erfordert der Einsatz grüner Eier eine präzise terminliche Abstimmung, die schwierig planbar ist: Die Anwesenheit des Expertenteams aus Wien musste exakt mit der natürlichen Laichreife unserer Elterntiere korrespondieren. Besonders bei den Rognern ist der optimale Abstreifzeitpunkt ein enges Zeit Fenster. Dank der langjährigen Erfahrung und dem Gespür unseres Karl Fehrer gelang es am 12.12.2024, eine Chance zu nutzen und reife Bachforellen-Rogner abzustreifen. So konnten wir das Projekt nicht nur mit Augenpunkteiern, sondern auch mit frisch befruchtetem „grünen„-Laich aus dem reviereigenen Fischlabor (FischLab) unterstützen.

Warum dieser Versuch so wertvoll ist
- Maximale Naturnähe: Grüne Eier verbringen ihre gesamte Entwicklungszeit direkt im Gewässer-Substrat des Strobler Weißenbachs.
- Härtetest für das Habitat: Ein erfolgreiches Schlüpfen aus dem grünen Stadium beweist die exzellente Wasser- und Substratqualität vor Ort.
- Wissenstransfer: Die Dokumentation dieses kritischen Timings und der anschließenden Schlupfraten in den Brutboxen liefert essenzielle Erkenntnisse für zukünftige Revierprojekte.
Workflow: Synchronisierte Injektions-Methode
Das ist genau der Punkt, warum die Methode so effizient ist: Arbeitsteilung. Wenn das Gelände – wie am Strobler Weißenbach – mit lockerem Kies ideale Bedingungen bietet, entwickelt man im Team einen extrem schnellen Rhythmus. Dieses „Zwei-Team-System“ ist der Goldstandard für eine professionelle Ausbringung von Eimaterial in unsere Gewässer.
Nachfolgend eine Prozess-Beschreibung für die Dokumentation:
Ruck zuck – und es sind 50.000 Eier gelegt
Um die 50.000 Eier stressfrei und in optimaler Zeit in das Substrat einzubringen, wird in zwei spezialisierten Gruppen gearbeitet:
- Team 1: Die „Nest-Architekten“ – bereiten die Laichgruben vor. Dabei wird das Substrat leicht aufgelockert oder eine kleine Vertiefung geschaffen, die der natürlichen Laichkuhle einer Forelle nachempfunden ist. Hierbei wird darauf geachtet, dass Feinanteile (Sand/Schlamm) ausgespült werden, um die Durchströmung zu maximieren.
- Team 2: Die „Injektions-Spezialisten“ – folgen unmittelbar mit dem Injektionsrohr. Die Eier werden direkt in die vorbereitete Stelle im Schotterbett appliziert. Das Timing ist hier kritisch: Das Nest muss sofort wieder locker mit Kies bedeckt werden, um die Eier vor Licht (UV-Strahlung ist schädlich) und Fressfeinden zu schützen.
- Zur Vollständigkeit sei ergänzt – es ist wie beim Fensterputzen – man fängt ja auch nicht unten an, während oben das Dreckwasser runterläuft. Um das so akribisch einzuhalten, zeigt, dass man das Ökosystem Bach wirklich versteht – es geht um das „A und O“ der Sauberkeit am eingebrachten Nester und fängt oben an und arbeitet sich Bach-Abwärts.
Umgebung beeinflusst spätere Leistung bei Fischen
Bedingungen, denen Fische während der Embryogenese und in der frühen Lebensgeschichte ausgesetzt sind, können nicht nur dauerhafte Auswirkungen auf die Morphologie, sondern auch auf Wachstumsrate, Lebensgeschichte und Verhaltensmerkmale haben.

Homing-Effekt
Die Ökologie der Nachkommen kann durch Bedingungen beeinflusst werden, denen insbesondere ihre Eltern und ihre Mutter ausgesetzt sind. Daher ist ja prinzipiell anzustreben, den Besatz schon per Cocooning oder „Artificial Nests“ und im Augenpunktstadium auszubringen um den „Homing-Effekt“ und die Prägung für den Jungfisch bestmöglich zu beeinflussen und diese, soweit möglich erst gar nicht in der Brutrinne schlüpfen zu lassen.


Warum das im Strobler Weißenbach so gut funktioniert:
Die „Weißenbäche“ im Salzkammergut sind quasi die natürlichen Förderbänder der Kalkalpen. Der Name ist hier Programm: Das helle Kalkgestein und der Dolomit aus den steilen Flanken des Toten Gebirges oder des Höllengebirges sorgen für das charakteristische weiße Bett und die enorme Geschiebefracht.
- Lockerer Kies: In verfestigten (versinterten) Gewässern müsste man den Boden mühsam aufhacken. Im Weißenbach erlaubt das lockere Substrat ein zügiges Arbeiten, was die Verweildauer der Eier außerhalb des Wassers bzw. in den Transportgefäßen minimiert.
- Sauerstoffversorgung: Durch das Aufbereiten und anschließende Injizieren wird das Porenwasser im Nest optimal mit Sauerstoff angereichert – ein „Kickstart“ für die Entwicklung der Embryonen.
- Geringes Risiko: Da ihr als eingespielte Mannschaft agiert, bleibt die Zeit, in der das Nest „offen“ ist, minimal. Das verhindert, dass Drift oder Räuber die wertvolle Fracht erreichen.
Besatzgebiet
Der Strobler Weißenbach mündet in der Nähe vom Wolfgangsee rechtsufrig in die Ischl. Es handelt sich um einen stark geschiebeführenden Gebirgsbach mit zwei großen Geschiebesperren im Oberlauf. Das Institut für Wasserwirtschaft, Hydrologie und konstruktiven Wasserbau wurde beauftragt ein Geschiebemanagement für diesen Bach zu erstellen. Um die Bachforellenpopulation zu stärken wurde in diesem Managementkonzeptes auch beschlossen, eine zweijährige Eibewirtschaftung
durchzuführen. Der Strobler Weißenbach wurde vor Projektbeginn vor Ort besichtigt und die Strecke für das Einbringen der Bachforelleneier festgelegt und vorbereitet. Das Arbeitsgebiet beginnt an der Rußbach Mündung und endet ca. 2,3 km flussab dieser Stelle.

Methodik
| Merkmal | Cocooning (Brutboxen) | Artificial Nests (Künstliche Nester) |
| Technik | Eier werden in Boxen (z.B. Holzer-Boxen, Whitlock-Vibert oder M+S) im Kies vergraben. | Eier werden mittels eines Rohrs direkt in das gelockerte Kiesbett „geimpft“. |
| Schutz | Box bietet Schutz vor Fressfeinden und mechanischem Druck. | Kein Schutz; die Eier liegen frei im Lückensystem des Kieses. |
| Vorteil | Man kann den Schlupferfolg kontrollieren (Boxen werden wieder gehoben). | Maximal naturnah; die Larven suchen sich ihren Weg von Beginn an selbst. |
| Gefahr | Versandung: Die feinen Schlitze der Boxen können bei Geschiebemengen (wie im Weißenbach) verstopfen (Kolmation). | Verdriftung: Bei starkem Geschiebetrieb können die Eier zerquetscht oder ausgespült werden. |
Brutboxen (Kokons)
Die „Sanduhr“ der Natur – es haben sich die Bedingungen durch vor allem menschliche Eingriffe extrem verschärft. Die Boxen von Georg Holzer helfen zu verstehen, dass es in den „Weißenbächen“ oft genug Laichplätze gäbe, diese aber durch die hohe Dynamik, mit zu viel Feinsedimente, Schotterumlagerungen und dies zur falschen Zeit „zugeschüttet“ werden. Zum Einsatz kommen bei dieser Untersuchung die im Eigenbau entwickelte Brutboxen (Kokons) des Ingenieurbüro DI Georg Holzer, die mittlerweile seit gut 25 Jahren bei unterschiedlichsten Projekten und Fragestellungen im Einsatz sind und sich für wissenschaftliche Projekte bewährt haben.

Aufbau der Brutboxen
Bei dem hier verwendeten Brutboxentyp handelt es sich um ein geschlossenes System (Holzer 1999). Das heißt, dass die geschlüpften Larven die Brut Box nicht verlassen und somit anhand der eingebrachten Eier exakte Schlupfraten bestimmt werden können. Der Kokon besteht im Wesentlichen aus einem strömungswiderstandsarmen, zylinderförmigen Gehäuse, das von einem austauschbaren Maschengitter umhüllt ist, einem Deckel, einer Bodenplatte sowie einer perforierten Trennwand, die den Kokon in Brutkammer und Aufzuchtkammer teilt. Deckel und Bodenplatte bestehen aus je zwei mit Ausnehmungen versehenen und gegeneinander verschiebbaren Scheiben. Zwischen den Scheiben wird ebenfalls Maschengitter eingespannt. Durch die Ausführung von Deckel und Bodenplatte kann, falls erforderlich, einer Kolmatierung des in den Kokon eingeschwemmten Substrats entgegengewirkt werden. Um die Durchströmung von Deckel und/oder Bodenplatte zu regulieren, werden die zwei mit Ausnehmungen versehenen Scheiben gegeneinander verschoben. Die Fixierungsstange verbindet Gehäuse, Deckel und Bodenplatte und dient weiters als Schiene für die Trennwand, die den Kokon in die zwei, höhenverstellbare Kammern teilt. Durch die variablen Einstellhöhen der Kammern können unterschiedliche Mächtigkeiten an Substrat in die Brutkammer eingebracht werden. Je nach Fischart, werden die Eier oberflächennah oder aber in tiefere Schichten aufgelegt. So kann, in Abhängigkeit der jeweiligen Fischart, der Kokon mit bis zu 2.500 befruchteten Fischeiern befüllt werden.

Quelle: BOKU Bericht, Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Dr. nat. techn. Christoph Hauer
Ein wesentliches Merkmal dieses Projektes ist die Abkehr von unkontrolliertem Besatz hin zu einer messbaren Erfolgskontrolle. Während am Markt verschiedene Brutboxen-Systeme existieren, kamen am Strobler Weißenbach die speziell entwickelten Brutboxen von Georg Holzer zum Einsatz.

Die Brutboxen werden mit gezählten Eiern befüllt um den Erfolg dieser Methode zu überprüfen.
Quelle: BOKU Bericht, Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Dr. nat. techn. Christoph Hauer
Der entscheidende Vorteil dieses Systems: Im Gegensatz zu Standardmodellen ermöglichen diese Boxen eine präzise Zählung der geschlüpften Larven. Dies ist für die Erfolgskontrolle dieser Methode von unschätzbarem Wert, da man so nicht auf Schätzungen angewiesen ist, sondern exakte Schlupfraten ermittelt werden können.
- Vergleichbarkeit: Wir können die Überlebensraten der robusten Augenpunkteier direkt mit denen der sensiblen „grünen Eier“ vergleichen, die von Karl Fehrer termingenau abgestreift wurden.
- Datensicherung: Diese Ergebnisse werden systematisch erfasst und in unsere Projektdokumentation übernommen und dienen als objektiver Nachweis für die Eignung des Gewässers und die Qualität unseres Besatzmaterials.

Biomonitoring mit dem „Holzer-System“
Dieser Brutboxentyp wurde ursprünglich entwickelt, um an ein zufriedenstellendes Werkzeug für das Einbringen von befruchteten Fischeiern zur fischereilichen Bewirtschaftung von Salmoniden Gewässern zu gelangen. In den letzten 20 Jahren wurde die notwendige Feinabstimmung des Boxeneinsatzes für unterschiedliche Fischarten ausgearbeitet und somit können konstant hohe Schlupfraten bei Bachforellen-, Äschen-, Huchen-, Seeforellen- und Regenbogenforelleneiern erzielt werden. Die langjährige Arbeit mit diesen Brutboxen zeigte, dass neben einer nachhaltigen fischereilichen Bewirtschaftung, weitere interessante Fragestellungen mit dieser Methode beantwortet werden können.

Untersucht wurden beispielsweise die Auswirkungen eines starken Schwallbetriebes auf das Aufkommen von Bachforelleneiern (Holzer & Hinterhofer 2007), die Schlupfraten von Eimaterialien unterschiedlicher Fischzüchter im direkten Vergleich (Holzer & Hinterhofer 2007; Holzer 2009), die Funktionsüberprüfung von künstlich geschaffenen Laichplätzen (Holzer et al. 2010), der Einfluss einer Kraftwerkspülung auf die im Substrat abgelegten Eier (Holzer et al. 2010) oder der Einfluss von Schwallstrecken auf inkubierte Hucheneier (Holzer 2015 & 2016) . All diese Untersuchungen brachten eindeutige Ergebnisse, die es ermöglichen derartige Fragestellungen zu bearbeiten bzw. zu evaluieren.
Ein weiteres interessantes Untersuchungsfeld geht in Richtung eines Biomonitoring. Hier könnten Brutboxen zur Überprüfung der Auswirkungen von Kläranlagen, Einleitungen oder Schwebstoffbelastungen bei Wasserbauarbeiten herangezogen werden.
Einbringen der Brutboxen
An der ausgewählten Stelle wird zuerst mit einer Spitzhacke ein Loch in die Gewässersohle gegraben. Anschließend wird die Brut Box zu zwei Drittel mit Flussschotter aufgefüllt. Dann werden die, mit einer Eizählplatte ausgezählten Bachforelleneier in die Box gefüllt und mit Substrat abgedeckt.

Abschließend wird die Brut Box verschlossen. Die Brutbox wird nun in das vorbereitete Loch in der Gewässersohle gehoben und an einem in die Sohle geschlagenen Torstahl fixiert. Zuletzt wird noch die Brutbox komplett mit Flussschotter abgedeckt.

Quelle: BOKU Bericht, Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Dr. nat. techn. Christoph Hauer
Untersuchungsdesign
Die nachhaltige fischereiliche Bewirtschaftung am Strobler Weißenbach wurde mit Bachforelleneiern durchgeführt. Das Einbringen der Bachforelleneier erfolgte an zwei Terminen.

- Am 12.12.2024 wurden 5.000 grüne Bachforelleneier inkubiert.
An 6 unterschiedlichen Stellen wurde jeweils eine Brutbox mit 300 grünen Eiern eingebracht. Die restlichen 3200 grünen Eier wurden in „Artificial Nests“ vergraben. - Am 2. bis 4.01.2025 wurden 50.000 Augenpunkteier in das Gewässer eingebracht. An den oben ausgewählten Stellen mit grünen Eiern wurden zusätzlich 2 Boxen mit jeweils 200 Augenpunkteiern inkubiert.
Die restlichen 47.600 Augenpunkteier wurden in „Artificial Nests“ eingebracht.

Lokale Fischzucht
Bei einer 150-jährigen Geschichte der Fischzucht im Salzkammergut – die ja eng mit der Kaiserlichen Fischerei und der Bewirtschaftung der großen Seen verknüpft ist – wäre es in der Tat vermessen, von genetisch völlig isolierten „Ur-Populationen“ auszugehen. Gerade im Salzkammergut wurden über Generationen Fische zwischen den Einzugsgebieten getauscht, eingesetzt und durchmischt. Auch wenn es die genetisch reine „Ur-Forelle“ nicht mehr gibt, verfolgt wir den Ansatz mit dem FischLab und den durch die Ergebnissen der „Holzer-Boxen-Ergebnis-Auswertung“ ein viel realistischeres und wichtigeres Ziel:
Die Erhaltung der Standort-Anpassung.
Das ist die perfekte Zusammenfassung der ökologischen Strategie, die hinter diesem Projekt und unseren Bemühungen um die Erhaltung unserer lokalen Fischbestände steckt. Wir nutzt das Bruthaus quasi als „Zeitmaschine“, um den Fischen einen entscheidenden Startvorteil zu verschaffen und dies mit lokalstämmigen Elterntieren.

Der „Match“ zwischen Schlupf und Biologie
In der freien Natur ist das Timing oft ein riskantes Spiel. Wenn die Larven zu früh schlüpfen (weil der Winter vielleicht kurzzeitig zu mild war), finden sie nach dem Aufzehren ihres Dottersacks noch keine Nahrung im Bach, da die Insektenlarven und das Plankton ebenfalls noch in der Winterruhe sind.
Durch unsere Strategie im Bruthaus Ebensee erzielt wir zwei wesentliche Vorteile:
- Planbarkeit: Durch die kontrollierten 6,2 °C Eientwicklung, lässt sich die Ausbringung der Eier sehr gut planen und auf winterliche Wetterbedingungen kann reagiert werden. Wir wissen auf den Tag genau, wann das Augenpunktstadium erreicht ist.
- Wetter-Management: Wenn für den geplanten Ausbringungstag ein massives Hochwasser oder ein extremer Kälteeinbruch vorhergesagt wird, kann man das Timing planen.
- Schutz vor Winterhochwässern: Je länger die Eier in der sicheren Brutapparaten liegen, desto weniger sind sie den gefährlichen Winter-Hochwässern oder erneuten Sedimenttransporten im Bach ausgesetzt. Damit überspringen wir soweit vorhersehbar und möglich, die gefährlichste Zeit im instabilen Bachbett.

Das gewonnene Eimaterial wurde im Revier Bruthaus des Fischereirevier Oberes Salzkammergut in Ebensee abgestreift und befruchtet. Bei der Arbeit mit grünen Eiern ist eine enge Zusammenarbeit mit der Fischzucht notwendig. Die Bachforellen wurden am 12.12.2024 zeitig in der Früh abgestreift und befruchtet. Nach der Befruchtung müssen die Bachforelleneier noch ca. 1 Stunde ruhen und können anschließend 24 Stunden lang transportiert bzw. in das Gewässer eingebracht werden. Nach dieser Zeitspanne dürfen die frisch befruchteten Bachforelleneier nicht mehr bewegt werden, da sonst hohe Mortalitäten auftreten.

In der Fachsprache fungiert das Labor hier als Hälterung Anlage, die weit über ein simples Becken hinausgeht, da wir damit Fische unterbringen können, die noch nicht „reif“ sind. Foto: FMSKG
Professionalisierung der Fischzucht für Wildgewässer
Oft wird unterschätzen, wie schwierig das Timing bei Wildfischen ist – im Gegensatz zu Zuchtfischen folgen sie keinem exakten Terminkalender, sondern reagieren auf Wasserstand, Temperatur und Mondphasen. Das FischLab-Mühlbach fungiert hier als Puffer und Qualitätswächter.
Warum die Hälterung im FischLab den Erfolg verdoppelt
- Der „Stress-Faktor“: Wenn ein Rogner (Weibchen) am Bach gefangen und sofort abgestreift wird, obwohl er eigentlich noch 3–4 Tage bräuchte, ist die Eiqualität oft minderwertig. Die Eier sind „hart“ oder die Befruchtungsrate sinkt drastisch. Im FischLab darf der Fisch in Ruhe „fertig reifen“.
- Vermeidung von Mehrfachfängen: Ohne Hälterung müsste man den Bach immer wieder mit dem Elektrofischgerät begehen, um genau die reifen Fische zu erwischen. Das FischLab schont somit nicht nur die Fische, sondern auch das Bachbett und das gesamte Ökosystem der Weißenbäche.
- Kontrollierte Befruchtung: Im Labor können Sie den Rogen eines Weibchens gezielt mit dem Milchner (Männchen) befruchten, der die besten genetischen Voraussetzungen bietet. Das erhöht die Vitalität der späteren Brut in den Holzer-Kokons enorm.
Kompetenzzentrum „FischLab“
Der Name „Labor“ impliziert auch, dass dort mehr passiert als nur Warten. Es geht um die Beobachtung:
- Vitalitätscheck: Kranke oder verletzte Tiere werden erkannt.
- Optimale Hygiene: Das Quell-Wasser im Mühlbach-System ist oft stabiler und sauberer als in einem Weißenbach, der gerade Hochwasser führt. Das ist die Grundvoraussetzung, um später im Bruthaus die Verluste durch Verpilzung gering zu halten.
Ein starkes Signal für das Salzkammergut
Dass das Fischereimanagement Salzkammergut hier investiert hat, zeigt, dass man weg vom „Eimer-Besatz“ (Fische reinwerfen und hoffen) hin zu einer ökologischen Bestandsstützung geht. Man gibt der Natur quasi eine Starthilfe, damit die Bachforelle trotz der extremen Geschiebebelastung der Weißenbäche eine Chance hat, sich selbst zu reproduzieren.
Die Bachforellenaugenpunkteier wurden am 02.01.2025 in der Fischzucht abgeholt und bis zum 4.01.2025 in das Gewässer „Strobler Weißenbach“ eingebracht.

Wassertemperaturen
Das ist ein unschätzbarer Vorteil für Cocooning-Projekt. In der Fischzucht gilt die Faustregel: „Zeit ist Qualität.“ Diesen Aspekt der „langsamen Reifung“ ist wichtig um die Qualität des Besatzmaterials zu gewährleisten. Ein Quellwasser-System wie das in Ebensee, das vom Feuerkogel gespeist wird, ist für die Forellenzucht quasi ein „Fünf-Sterne-Hotel“. Die konstante Temperatur von 6,2 °C spielt eine entscheidende Rolle für die Physiologie der Fische.
Warum 6,2 °C ideal sind (Die Tagesgrad-Rechnung)
Die Entwicklung von Fischeiern wird in Tagesgraden (D°) gemessen. Man berechnet sie einfach: Wassertemperatur x Tage. Eine Bachforelle benötigt bis zum Augenpunktstadium etwa 220 bis 250 D° und bis zum Schlupf etwa 410 bis 450 D°.

- Bei 6,2 °C: Die Eier brauchen ca. 35 bis 40 Tage bis zum Augenpunktstadium und ca. 70 Tage bis zum Schlupf.
- Der Vorteil: Bei dieser moderaten Kälte entwickeln sich die Embryonen langsam und stabil. Bei zu warmem Wasser „schießen“ die Fische förmlich aus dem Ei. Das führt oft zu schwächerem Bindegewebe, geringerer Dottersack-Effizienz und anfälligeren Larven.
Die besonderen Vorzüge der Feuerkogel-Quelle
- Thermische Stabilität: Quellwasser aus einem so massiven Karstsystem wie dem Feuerkogel schwankt kaum. Das verhindert „Temperaturschocks“, die bei Oberflächenwasser (Bachwasser) durch Frostperioden oder plötzliche Schmelzwasser-Eintritte oder Trübstoffbelastungen entstehen können.
- Keimfreiheit: Da das Wasser durch das Gestein gefiltert wird, ist der Druck durch Bakterien und Parasiten (wie z.B. Saprolegnia/Fischschimmel) deutlich geringer als in einer Anlage, die Flusswasser nutzt.
- Sauerstoffsättigung: Diese Quellen ist hervorragend mit Sauerstoff gesättigt, was für die Zellteilung im Ei essenziell ist.
Wassertemperatur-Messung Strobler Weissenbach

Ergebnisse
Gerade in der Ökologie und Fischerei wird oft aus einem „Bauchgefühl“ heraus gehandelt, was bei den enormen personellen Aufwand von Besatz-Projekten riskant ist. Die Zusammenarbeit mit Experten wie DI Georg Holzer mit seinem BOKU-Team hebt das Ganze von unserer ehrenamtlichen Tätigkeit und den Bemühungen unsere lokalen Fischbestände zu erhalten, was immer mehr einer ökologischen Denkmalpflege gleicht, auf ein wissenschaftliches Niveau.
Stille Sterblichkeit
Die „stille Sterblichkeit“ im frühen Stadium. In der klassischen Fischereistatistik wird meist erst ab dem Augenpunktstadium oder gar erst beim Besatz gezählt – die Verluste davor werden oft als „natürlich gegeben“ ignoriert. Indem wir im FischLab bereits die „grünen Eier“ (frisch befruchtete Eier vor der Augenpunkt-Entwicklung) kontrollieren, erfassen wir auch die gesamte biologische Realität.

Die Bedeutung des Ausspülens bei grünen Eiern
Das Aussortieren in dieser extrem frühen Phase ist eine Gratwanderung, da die Eier hier hochsensibel auf Erschütterungen reagieren. Dennoch ist es aus zwei Gründen für die „qualifizierte Erfahrung“, die Sie ansammeln wollen, essenziell:
- Ehrliche Erfolgsrechnung: Nur wenn man weiß, wie viele Eier tatsächlich abgestreift wurden und wie viele davon unbefruchtet waren, kennt man die wahre Fertilität der Elterntiere aus dem Weißenbach.
- Hygiene im System: Ein unbefruchtetes Ei, das nicht ausgespült wird, ist der perfekte Nährboden für Pilze. Da grüne Eier noch eine lange Zeit bis zum Schlupf vor sich haben, würde ein einziges totes Ei im Bruthaus bei 6,2 °C über die Wochen hinweg ganze Gelege gefährden.

„unsichtbare“ Ausfallrate dokumentieren
Wir beziehen diese Phase in unsere Untersuchung auf „Brut-Rahmen“ mit ein, denn diese Ausfallrate gibt nämlich Aufschluss über Faktoren, die außerhalb der Brutbox liegen:
- Qualität der unterschiedlichen Gewässer-Systeme und Forellen-Stämme.
- Kondition der Elterntiere: Waren die Fische durch die Dynamik im Weißenbach oder durch Umweltfaktoren gestresst?
- Befruchtungserfolg: Wie effektiv war das Zusammenspiel im FischLab?
- Die Vorgehensweise macht den Unterschied: Wir versuchen den gesamten Prozess zu monitoren. Damit kommen wir zu Erfahrungswerten und zu Daten, die wir brauchen, um Folgeprojekte präzise zu planen und zu kalkulieren.
- So konnten wir im FischLab auch schon festgestellt, dass die Ausfallrate bei den grünen Eiern zwischen den verschiedenen Bächen variiert? Das lässt interessante Rückschlüsse auf den Zustand der lokalen Populationen zulassen und hilft uns künftig bei der Erhaltung von widerstandsfähigen Bachforellen-Stämmen für den Besatz in unser Gewässersystem.
150 Jahre Erfahrung vs. moderner Dogmatismus
Wir wollen nicht den Trend nachjagen, krampfhaft nach einer „Urforelle“ zu suchen, die es wissenschaftlich oft gar nicht mehr gibt. Stattdessen wollen wir die kontrollierte Kontrolle, um sicherzustellen, dass das, was im Bach funktioniert, auch dort bleibt.
- Die „Nieten“ im Eistrang gehören dazu.
- Das Aussortieren im FischLab ist das Handwerk.
- Die Holzer-Box ist die Endabnahme.

Wir wollen keine Museumsstücke züchten, sondern „Überlebenskünstler“ für unsere Habitat fördern.
Ergebnis der „Grünen Eier“ – in der Box
Die Holzer-Boxen lügen nicht – sie liefern am Ende des Winters die nackte Wahrheit über den Schlupferfolg unter den spezifischen Bedingungen des Weißenbachs. Diese Daten sind für uns weit mehr sein als nur eine Erfolgsquote. Sie sind die Basis für das Fischereimanagement der Zukunft im Salzkammergut. Die Entnahme der sechs Brutboxen mit grünen Eiern im Augenpunktstadium erfolgte am 24. März 2025. Die Brutboxen wurden geöffnet und die Augenpunkteier in jeder Box ausgezählt.

Für die Zählung wurden die Cocooning-Boxen entleert und die Eier bzw. die BF-Larven ausgezählt. Die Entleerung der Boxen im März markiert den Abschluss der kritischen Inkubationsphase. Dabei wurde nicht nur der reine Schlupf dokumentiert, sondern auch der vitale Zustand der BF-Eier bzw. wenn schon geschlüpft auch der Larven (Bachforellenlarven) begutachtet.
In nachfolgender Tabelle sind die Ergebnisse der Brutboxen im tabellarisch bzw. graphisch dargestellt.
Die Überlebensraten des Augenpunktstadiums der Bachforelle lagen in den sechs Boxen zwischen 27% und 45%.

Nach dem Schlupf befinden sich die Forellen im Dottersackstadium. In dieser Phase sind sie noch nicht auf äußere Nahrung angewiesen, sondern zehren von ihrem hocheffizienten Energiereservoir.
- Vorteil der Boxen: Die Larven sind in diesem Stadium im Kies (oder in der Box) vor Fressfeinden wie Koppen oder räuberischen Insektenlarven geschützt.
- Vitalitätscheck: Ein gesundes Ergebnis zeigt sich durch kräftig pigmentierte Augen und keine Verpilzung.

Das ist ein hochinteressantes Ergebnis mit folgender Hintergrundbetrachtung: In der Fischereibiologie ist die Phase vom „grünen Ei“ bis zum Augenpunktstadium die kritischste Zeit überhaupt. Dass ihr Raten zwischen 27 % und 45 % erreicht habt, mag für Laien vielleicht wenig klingen, ist aber unter den extremen Bedingungen einer Freiland-Inkubation (direkt im Bach, über den harten Winter hinweg) ein beachtlicher Erfolg.
Analyse der Überlebensraten (Grüne Eier)
Der Zeitraum vom 12.12.2024 bis zum 24.03.2025 ist mit über 100 Tagen sehr lang. Dass die Eier diese Zeit im „wilden“ Gewässer überstanden haben, liefert wichtige Erkenntnisse:
- Der Härtetest bestanden: Grüne Eier sind extrem erschütterungs- und lichtempfindlich. Die Tatsache, dass in jeder Box ein signifikanter Teil überlebt hat, beweist, dass die Platzierung im Riffle und die Qualität des Substrats im Strobler Weißenbach grundsätzlich funktionieren.
- Natürliche Selektion: In der Natur (beim natürlichen Laichgeschäft) liegen die Überlebensraten vom Ei bis zum schlüpfenden Fisch oft sogar im einstelligen Prozentbereich. Mit bis zu 45 % liegt man also weit über dem, was die Natur ohne Hilfe erreichen würde.
- Faktor Winter: In diesen drei Monaten wirken Frost, Sedimenttransport bei Hochwasser und Sauerstoffschwankungen auf die Boxen ein. 45 % Überlebensrate in der besten Box deutet darauf hin, dass dieser Standort nahezu perfekt war.
Vergleich & Dokumentation
Die Erfolgskontrolle vom 24. März 2025 bestätigte die Machbarkeit der Inkubation grüner Eier im Freiland. Trotz der langen Standzeit von über 100 Tagen und der hohen Sensibilität des ungeaugten Laichs konnten Überlebensraten von bis zu 45 % bis zum Augenpunktstadium dokumentiert werden. Diese Daten dienen als wertvolle Referenz für die Standortgüte des Strobler Weißenbachs und belegen eine hohe Befruchtungsqualität der BF-Eier.
Ergebnis der „Augenpunkt-Eier“
Das ist ein phänomenales Ergebnis! Eine Überlebensrate von bis zu 95 % im Larvenstadium ist ein Ritterschlag für unsere Ei-Qualität aus dem Bruthaus in Ebensee.

Die Entnahme der 12 Brutboxen im Larvenstadium erfolgte ebenfalls am 24. März 2024. Die Brutboxen wurden geöffnet und die Bachforellenlarven in jeder Box ausgezählt. In der nachfolgenden Tabelle sind die Ergebnisse der Brutboxen im Larvenstadium tabellarisch bzw. graphisch dargestellt.
Entnahme der Brutboxen mit Bachforellenlarven

Die Überlebensraten des Larvenstadiums der Bachforelle lagen in den 12 Brutboxen zwischen 72% und 95%.

Beweis der Vitalität: Solch hohe Raten belegen, dass die Embryonen im Bruthaus perfekt entwickelt wurden. Ein „Schuss“ (zu schnelles Wachstum) fand nicht statt; die Larven sind robust und lebensfähig.
Standortbestätigung: Dass selbst die „schlechteste“ Box bei 72 % liegt, beweist, dass die gewählten Plätze im Strobler Weißenbach (die Riffles) trotz der vorangegangenen Sedimentkatastrophe wieder hervorragend funktionieren. Die Sauerstoffversorgung im Kies muss exzellent gewesen sein.
Effizienz der Methode: Diese Zahlen sind das beste Argument für eine Besatzstrategie per Cocooning und „Artificial Nests“. Sie zeigen schwarz auf weiß, dass der Aufwand einen messbaren, massiven Output an Jungfischen liefert.

Die Auswertung der 12 Larven-Brutboxen am 24. März 2024 markiert den vollen Erfolg der kombinierten Strategie aus kontrollierter Vorzucht im Bruthaus, bis zum Augenpunktstadium und eine naturnaher Inkubation. Mit Überlebensraten zwischen
72 % und 95 % wurde ein Spitzenwert erreicht, der weit über den natürlichen Reproduktionsraten liegt. Diese Larven weisen eine hervorragende Vitalität auf und bilden das Rückgrat für den Wiederaufbau des Bachforellenbestandes.
Das ist der entscheidende Punkt: Mit der Freilassung endet eure direkte Kontrolle und das „Abenteuer Leben“ beginnt für die kleinen Bachforellen. Die Zahlen von 72 % bis 95 % sind ein überwältigender Beweis dafür, dass ihr die riskanteste Phase im Leben eines Fisches – die Embryonalentwicklung im Ei – erfolgreich überbrückt habt.
Jetzt, da die Larven ihren Dottersack aufgezehrt haben und aus dem Kies aufsteigen (das sogenannte „Emerging“), ändert sich alles.
Die nächste Phase: Das Gesetz der Natur
Nachdem den Fischen diesen massiven Startvorteil verschafft wurde, stehen sie nun vor drei großen Herausforderungen:
- Hydraulischer Stress (Die Strömung): Die kleinen Fische müssen nun aktiv Standplätze mit geringer Strömungsgeschwindigkeit finden (oft hinter größeren Steinen oder in Ufernähe), um nicht unnötig Energie zu verbrauchen. Ihr Körperbau ist jetzt darauf ausgelegt, gegen die Strömung anzukämpfen.
- Feinddruck (Prädatoren): Ab jetzt gilt das Gesetz des Fressens und Gefressenwerdens. Koppen, größere Forellen oder auch Vögel sind die natürlichen Gegenspieler. Doch hier zahlt sich eure „langsame Aufzucht“ in Ebensee aus: Robuste, vitale Larven haben deutlich bessere Fluchtreflexe als verweichlichte „Mastfische“ aus der Schnellzucht.
- Die erste Nahrung (Exogene Ernährung): Das Timing (Phänologie) ist jetzt der Schlüssel. Wenn der Schlupf in das Frühjahr verzögert wird, findet die Brut nun ein reiches Buffet an Kleinstlebewesen, wie Eintagsfliegen Larven, kleine Krebstierchen etc. vor.

Argumentation für die Besatzstrategie
Die Besatzstrategie per Cocooning (Brutboxen-System) und „Artificial Nests“ ist die „Königsdisziplin“ der modernen Fischerei, da sie die Sicherheit einer Zuchtanlage mit der Härte der Natur perfekt kombiniert, denn:
- Natürlicher Laich: Hat im belasteten Bachbett (Sediment!) kaum eine Chance, da die Eier im verstopften Kies ersticken.
- Speisefisch-Besatz (fangfertig): Fische, die im Betonbecken aufgewachsen sind, verlieren oft nach wenigen Tagen im Wildbach den Kampf gegen die Strömung oder Räuber und sind nicht konditioniert selbst Futter zu suchen..
- Die beschriebene Methode: Verbindet das Beste aus beiden Welten. Sicherheit im Bruthaus und Anpassung an das Wildwasser vom ersten Tag an.
Statistische Überprüfung der Daten
Statistische Analyse des Augenpunktstadiums
Zur Evaluierung der Variabilität der 6 Untersuchungsstellen wird ein Verfahren zur Überprüfung der einheitlichen Verteilung
(z-Test: z=beobachtet – erwartet/√ erwartet) eingesetzt. Die verwendeten Formeln des statistischen z-Tests sind in der nachfolgenden Abbildung dargestellt.

In einem ersten Schritt wird über die tatsächlich beobachteten Ergebnisse, der Erwartungswert
- [exp. (GV)] der lebenden und toten Eier berechnet
- Berechnung: [exp.(GV)] lebend = 300 x 696/1800
- [exp.(GV)] tot = 300 x 1104/1800

Berechnung: ui = (oi-ei)/Wurzel (ei) = (119-116)/Wurzel (116) = 0,28

Grüne Felder = signifikant typisch (besonders „viel“); rote Felder = signifikant atypisch (besonders „wenig“);
weiße Felder = nicht signifikant.
Die Analyse zeigt, dass von den 6 Untersuchungsstellen bei einer hoch gesetzten Signifikanzschranke P<0,01 die:
- Untersuchungsstellen 1 bis 4 und 6 bei den lebenden Eiern der Bachforelle keine signifikant typisch (besonders „viel“) bzw. signifikant atypisch (besonders „wenig“) Augenpunkteier vorkommen.
- Nur die Stelle 5 zeigt bei den lebenden Larven eine schwache signifikante typisch (besonders „wenig“) Tendenz.
- Bei den toten Eiern der Bachforelle zeigt nur die Stelle 5 eine schwache signifikante typisch (besonders „viel“) Tendenz.
Somit zeigt dieser statistische Test, dass die Ergebnisse durchgehend sehr einheitlich sind und es nur an einer Stelle bei den lebenden bzw. toten Eiern zu einer statistisch signifikanten Abweichung kommt. Gut ist auch zu sehen, dass die beobachteten Ergebnisse alle nahe an dem errechneten erwarteten Mittelwert [exp. (GV)] liegen.
Statistische Analyse des Larvenstadiums
In einem ersten Schritt wird wieder über die tatsächlich beobachteten Ergebnisse (obs.oi), der Erwartungswert [exp. (GV)] der lebenden und toten Larven berechnet. Berechnung: [exp. (GV)] lebend = 200 x 2096/2400 [exp.(GV)] tot = 200 x 304/2400

Anschließend erfolgt die Durchführung des statistischen z-Testes und des Chi2 [i] – Tests.
Berechnung: ui = (oi-ei)/Wurzel (ei) = (144-175)/Wurzel (175) = -2,34
Test der einheitlichen Verteilung der lebenden und toten Larven an den 6 Untersuchungsstellen
(z-Test, P = 0,01). Grüne Felder = signifikant typisch (besonders „viel“); rote Felder = signifikant atypisch (besonders „wenig“); weiße Felder = nicht signifikant.

Die Analyse zeigt, dass von den 6 Untersuchungsstellen bei einer hoch gesetzten Signifikanzschranke P<0,01 die
- Untersuchungsstellen 1 bis 6 bei den lebenden Larven der Bachforelle keine signifikant typisch (besonders „viel“) bzw. signifikant atypisch (besonders „wenig“) Larven vorkommen.
- Bei den toten Larven der Bachforelle zeigen nur die Stelle 1/Box 1 und die Stelle 2/Box 2 eine schwache signifikante typisch (besonders „viel“) Tendenz und die Stelle 3/Box 1 und 2 eine schwach signifikante atypisch (besonders „wenig“) Tendenz.
Somit zeigt dieser statistische Test, dass die Ergebnisse bei den lebenden Larven durchgehend sehr einheitlich sind und es nur an vier Stellen bei den toten Larven zu einer statistisch signifikanten Abweichung kommt. Gut ist auch wieder zu sehen, dass die beobachteten Ergebnisse (obs.oi) alle nahe an dem errechneten erwarteten Mittelwert [exp. (GV)] liegen.
Zusammenfassung des Berichtes
Das erste Jahr der nachhaltigen fischereilichen Bewirtschaftung kann als Erfolg angesehen werden. Die durchgehend hohen Schlupfraten der Augenpunkteier zwischen72% und 95% belegen, dass sich dieses Gewässer sehr gut für eine Eibewirtschaftung eignet. Ebenso konnte festgestellt werden, dass nur sehr geringe Mengen an Ton- und Schluff Teilchen in den Boxen abgelagert wurden. Auch die eingeschwemmten Sandfraktionen lagen optisch im zulässigen Bereich (< 20%) für Bachforellenlaichplätze.
Bei den grünen Eiern lagen die Überlebensraten bis ins Augenpunktstadium bei 27% bis 45%. Dieses Ergebnis liegt deutlich unter dem Ergebnis der Augenpunkteier und zeigt, dass dieses Eientwicklungsstadium viel sensibler ist und auch in der Natur bei Wildfischen die Überlebensraten in diesem Eistadium geringer sind. Ebenso muss man davon ausgehen, dass die Befruchtungsrate der grünen Eier nicht bei 100% lag. Auch in der Fischzucht werden nach der Befruchtung immer wieder nicht befruchtete Eier (weiße Eier) entfernt.
Auffallend waren auch die sehr geringen Wassertemperaturen während der Eientwicklungsphase. Die grünen Eier waren erst nach 103 Tagen Inkubation bei 317 TG und somit im Augenpunktstadium. Dies zeigt, dass die Eientwicklung im Strobler Weißenbach und Rußbach sehr langsam voranschreitet und die Wassertemperaturen über lange Zeiträume nicht im optimalen Bereich für eine Eientwicklung liegen. Somit könnten diese niedrigen Wassertemperaturen teilweise erklären, warum vor allem das sensible Stadium der „grünen Eier“ hier deutlich schlechter abschneidet.
In der Studie von Küttel et al. 2002 sind alle Temperaturpräferenzen und -limiten heimischer Fischarten zusammengefasst. Über die Entwicklung von Bachforelleneier steht hier folgendes:

Hydrologische Daten standen für den Untersuchungszeitraum nicht zur Verfügung. Jedoch kann gesagt werden, dass die Bachforellenlaichzeit in der Saison 2024/2025 von gröberen Abflussereignissen verschont blieb und somit die hydrologischen Bedingungen für die Ei- und Larvenentwicklung gut waren. Die Eiqualität der verwendeten Bachforelleneier kann ebenfalls als gut eingestuft werden. Dies belegen die hohen Schlupfraten der Augenpunkteier und ebenso die makellose Entwicklung der
geschlüpften Larven. Es konnten in der gesamten Untersuchung nur drei Zwillingsbildungen von Larven festgestellt werden. Weitere Abnormalitäten oder Verkrüppelungen konnten nicht aufgefunden werden. Angemerkt sei, dass während der Arbeiten am Gewässer auch Wildfische beim Ablaichen beobachtet wurden. Diese Bereiche wurden um die Fische nicht zu stören und das abgelegte Eimaterial nicht zu gefährden für das Einbringen der Eier umgangen und ausgelassen.
Schlupf im Bruthaus

Für einen Brütling-Besatz haben wir auch immer einen Anteil an Eimaterial, welches wir schlüpfen lassen und hier beginnt die Prägung der Fische nach dem Schlupf ins Larvenstadium. Deswegen versuchen wir die frühen Einflüsse speziell für Salmoniden ganz besonders zu berücksichtigen. Wachstum und Körpergröße im ausgewachsenen Zustand, Geschlechterverhältnis, Eiergröße, Lebensdauer und Migrationstendenz werden alle durch frühe Einflüsse beeinflusst. Das thermische Regime während der Entwicklung und Inkubation ist besonders wichtig, aber auch die frühe Nahrungsaufnahme und die Dichte, in der sie gehalten werden sind für ihren späteren Lebensweg verantwortlich.

Referenzprojekte mit Cocooning und „Artificial Nests“
Das ist das ultimative Ziel jeder Fischerei- und Gewässerbewirtschaftung: die Hilfe zur Selbsthilfe für das Ökosystem. Wenn man den Punkt erreicht, an dem die Fische keine „fremde Hilfe“ mehr brauchen, um ihre Population stabil zu halten, hat man als Bewirtschafter alles richtig gemacht.

Es ist die Krönung der Arbeit, wenn man nach Jahren harter körperlicher Arbeit (wie dem Setzen der Nester im Winter) im Herbst plötzlich wieder natürliche Laichkuhlen von Fischen sieht, die dort ohne menschliches Zutun für Nachkommen sorgen.
Warum „Restaurierung“ so wertvoll ist
- Genetische Fitness: Ein Bestand, der sich in unseren Bächen selbst vermehrt, ist perfekt an die spezifischen Bedingungen (Temperatur, Strömung, Nahrungsangebot) dieses Gewässers angepasst. Diese „Lokalmatadoren“ sind deutlich robuster als jeder Besatzfisch.
- Nachhaltigkeit der Arbeit: Diese Projekte sind keine Einmal-Aktionen, sondern Investitionen in ein funktionierendes System. Wenn die Bachforelle den Riffle wieder als ihren natürlichen Kreißsaal annimmt, habt ihr ein Stück Natur dauerhaft geheilt.
- Wissenstransfer: Dass diese Erfahrungen dokumentiert werden, sorgt dafür, dass Fehler der Vergangenheit (z. B. falscher Besatz mit artfremden Stämmen) nicht wiederholt werden. Wir wollen eine Blaupause schaffen für andere Reviere.
Abschluss-Statement
Für den finalen Teil eurer Dokumentation zu den Sonderprojekten würde sich ein Satz wie dieser gut machen:
„Der Erfolg unserer Bemühungen misst sich nicht an der Zahl der eingesetzten Eier, sondern an der Rückkehr der natürlichen Reproduktion. Die Transformation des Strobler Weißenbachs hin zu einem sich selbst erhaltenden Bachforellenbestand ist das Leitbild unserer Arbeit und sichert die fischereiliche Zukunft unseres Reviers für kommende Generationen.“

Foto: FMSKG
Während ihr bei den Larven-Boxen „Ritterschläge“ mit bis zu 95 % verteilt, ist die Natur leider ein extrem strenger Richter. In der Fachliteratur (z. B. nach Schiemer oder Jungwirth) geht man bei der natürlichen Verlaichung von Bachforellen in einem durchschnittlichen Gewässer von weitaus geringeren Zahlen aus.
Der Vergleich: Natur vs. Cocooning-Methode
Hier ist die ungefähre „Überlebens-Pyramide“ in der freien Natur (unter guten Bedingungen):
| Stadion | Überlebensrate Natur | Eure Methode (Projekt) |
| Vom Ei zum Augenpunkt | ca. 10 % – 30 % | 27 % – 45 % (Grüne Eier im Bach) |
| Vom Ei zur fressfähigen Larve | ca. 2 % – 5 % | 72 % – 95 % (Ebensee/Boxen) |
| Vom Ei zum einsömmrigen Fisch (0+) | unter 1 % | 10% |
Warum ist die Natur so „grausam“?
Dass die Naturverlaichung oft so geringe Quoten hat, liegt an Faktoren, die im Projekt ausgeschaltet sind:
- Versandung (Siltation): Das ist euer Hauptproblem am Strobler Weißenbach. Bei der Naturverlaichung schlägt das Sediment gnadenlos zu. Wenn die Porenräume verstopfen, ersticken die Eier. Durch die „Artificial Nests“ und die Riffle-Wahl aktiv für Sauerstoff gesorgt.
- Licht und Pilz: In der Natur liegen Eier oft nicht tief genug oder werden durch Strömung freigelegt. UV-Licht tötet sie ab. Verpilzte Eier stecken in der natürlichen Laichgrube sofort die Nachbarn an. In der Boxen ist der Raum optimiert und geschützt.
- Prädatoren: Im Kies warten hungrige Koppen, Libellenlarven oder Egel auf die nahrhaften Eier. Die Cocooning-Boxen sind wie ein „Safe“, in den diese Räuber nicht hineinkommen.
- Hochwasser-Drift: Ein Winterhochwasser kann eine natürliche Laichgrube komplett aufreißen und die Eier wegspülen. Die Boxen sind fest verankert.
Argumentarium
Wenn man die Zahlen vergleicht, sieht man das massive Potenzial:
- Natur: Von 1.000 abgelegten Eiern erreichen vielleicht 20 bis 50 das Larvenstadium.
- Cocooning Methode: Von 1.000 Eiern im Bruthaus/Box-System erreichen bis zu 950 das Larvenstadium.
Ihr erhöht die Effizienz also um den Faktor 20 bis 40! Das ist genau der „Turbo“, den der Strobler Weißenbach nach der 60.000-Tonnen-Sedimentkatastrophe braucht, um den Bestand in kurzer Zeit wieder aufzubauen. Wie vom Pächter des Strobler Weissenbach berichtet wird, sieht man in den Gumpen jede Menge an 0+ Bachforellen.
Gewässersystem Strobler Weißenbach – Ischler Ache
Das ist ein entscheidender Punkt für die biologische Integrität des gesamten Flusssystems. Dass ihr für den Strobler Weißenbach und die Ischler Ache denselben genetischen Stamm verwendet, hebt euer Projekt von herkömmlichem „Besatz“ ab und macht es zu echtem Artenschutz.

Das Prinzip der „Autochthonie“ (Bodenständigkeit)
Bachforellen sind extrem standorttreu und entwickeln über Jahrtausende spezifische Anpassungen an „ihr“ Wasser (Temperaturverlauf, Insektenvorkommen, Hochwasserdynamik).
- Da der Weißenbach ein direkter Zubringer ist, findet ein natürlicher Austausch statt.
- Würde man in der Ischler Ache einen anderen Stamm (z.B. eine dänische Zuchtform) einsetzen, käme es zur genetischen Introgression (Vermischung). Das Ergebnis wären oft Nachkommen, die schlechter mit der Strömung oder den Parasiten vor Ort klarkommen.
Sicherung der Metapopulation
Indem ihr im gesamten System denselben Stamm nutzt, stärkt ihr die sogenannte Metapopulation.
- Wenn im Weißenbach durch ein lokales Ereignis (wie die Sedimentwelle) Fische verloren gehen, können Abwanderer aus der Ischler Ache die Lücke füllen – und zwar mit genau den richtigen Genen.
- Damit baut man keine zwei isolierte Bestände auf, sondern ein zusammenhängendes, stabiles ökologisches Netzwerk.

Der „Genetische Fingerabdruck“
Diesen Punkt kann man mit der Überschrift „Genetisches Management und Gebietsschutz“ beschreiben, denn ein zentraler Pfeiler unserer Besatz-Strategie ist die genetische Homogenität. Da der Strobler Weißenbach ein wesentliches Reproduktionsgewässer für die Ischler Ache darstellt, wird systemübergreifend ausschließlich mit dem identen Bachforellen-Stamm aus der reviereigenen Zucht gearbeitet. Dies verhindert eine genetische Verfälschung und stellt sicher, dass die Fische optimal an die spezifischen Bedingungen des Ischler-Ache-Systems angepasst sind. Wir schützen damit nicht nur den Fischbestand, sondern das biologische Erbe unserer Region.
Danke an Georg Holzer und dem Team der BOKU
Ein herzlicher Dank gilt Georg Holzer und dem Team der BOKU, mit Dr. DI Patrick Holzapfel, Martin Hinterleitner und Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Dr. nat. techn. Christoph Hauer für die wertvolle Zusammenarbeit. Die akribische Arbeit mit den Cocooning-Boxen und die präzise Zählung von Eiern und Larven haben uns eindrucksvoll vor Augen geführt, welcher Aufwand hinter wissenschaftlicher Exzellenz steckt. Auch wenn dieser Detailgrad im herkömmlichen Besatzalltag für uns kaum umsetzbar ist, liefern uns genau diese Daten die notwendige Gewissheit: Sie bestätigen schwarz auf weiß, dass wir mit unserer Bewirtschaftungsstrategie auf dem richtigen Weg sind.“
Literatur
HOLZER G. & M. Hinterhofer (2007): Einsatz von Erbrütungsboxen (Kokons) zur Überprüfung des Bachforellenaufkommens im Nationalpark Thayatal. Im Auftrag der Nationalpark Thayatal GmbH, pp. 35.
HOLZER G. (2009): Angewandte Forschung zur Verbesserung der fischereilichen Bewirtschaftung an der Gmundner Traun. Traun Journal: Zeitschrift der Freunde der Gmundner Traun. pp. 54-61.
HOLZER G., G. Unfer, M. Hinterhofer (2010): Projekt Möll Endbericht: Fischereiliche Bewirtschaftung der Äsche mit Brutboxen und „artificial nests“ (2005-2009) und die Auswirkungen der Spülung Rottau auf den Fischbestand in der Restwasserstrecke 2009. Im Auftrag des Fischereirevierverband Spittal/Drau mit Unterstützung des Landes Kärnten und der AHP, pp. 44.
HOLZER G. (2015) Projekt Ilz: Teilprojekt Brutboxen (Cocooning) 2015. Im Auftrag des TB Zauner, pp. 16.
HOLZER G. (2016) Projekt Ilz: Teilprojekt Brutboxen (Cocooning) 2016. Im Auftrag des TB Zauner, pp. 18.
HUMPESCH, U. H. (1985): Inter- and intra-specific variation in hatching success and embryonic development of five species of salmonids and Thymallus thymallus. Archiv für Hydrobiologie 104, 129-144.
JUNGWIRTH, M. & WINKLER, H. (1984): The temperature dependence of embryonic development of grayling (Thymallus thymallus), Danube salmon (Hucho hucho), arctic charr (Salvelinus alpinus) and brown trout (Salmo trutta fario). Aquaculture 38, 315-327.
KÜTTEL S., PETER.A. WÜEST A. (2002): Temperaturpräferenzen und -limiten von Fischarten Schweizerischer Fliessgewässer. Bericht pp.34.
ELLIOTT, J. M. (1981): Some aspects of thermal stress on freshwater teleosts. In Stress and Fish (A. D. Pickering, ed), pp. 209-245. London: Academic Press.
MÜLLER, R. (1997): Vorlesungsskript Fischkunde der Schweiz 1997/8. 19
VARLEY, M. E. (1967): British Freshwater Fishes – Factors Affecting their Distribution. London: Fishing News (Books) Limited.
HOLZER G. (2024-2025) Projekt – Nachhaltige fischereiliche Bewirtschaftung am Strobler Weißenbach mit Brutboxen und „Artificial Nests“
Weitere Informationen
Die Frage, ob die wilden, selbst reproduzierenden Bachforellen-Stämme in den Zubringerbächen der Oberen Traun erhalten bleiben, ist angesichts des Klimawandels und anderer anthropogener Einflüsse tatsächlich kritisch.
Die Zukunft der wilden Bachforellen in den Zubringerbächen der Oberen Traun ist ungewiss und steht unter erheblichem Druck durch Umweltveränderungen und historische Eingriffe. Ihr Erhalt hängt maßgeblich von den kontinuierlichen und intensiven Schutz-, Entwicklungs- und Renaturierungsmaßnahmen der Fischereibewirtschafter und Unterstützer ab. Die Zubringerbäche gelten als Biotope der Zukunft für die Bachforelle (Salmo trutta), aber ihr Schutz vor Austrocknung, Erwärmung und Verbauung ist essenziell. Um ihren Bestand bestmöglich zu erhalten, haben wir das „Projekt Leopold“ aufgesetzt.
Besatzmaterial soll nur aus unserem Gewässersystem abstammen.
Die praktische Durchführung unser Wildkultur-Fisch-Entwicklung erfordert eine klare Definition der Begriffe: “autochthon, heimisch und bodenständig”.
„Je länger Fische in Fischzuchten gehalten werden, desto geringer ist die Überlebenswahrscheinlichkeit in der Natur. Darum: Besetze so groß wie nötig und so klein wie möglich.
Zitat von Robert Arlinghaus

