SCHAU MIR IN DIE AUGEN KLEINES

Abschied vom Wellness-Becken in unseren Bruthaus werden in den nächsten Tagen ein Großteil der Bachforellen-Eier nehmen und in die Wildnis ausgesetzt werden. Es ist so weit: Die dunklen Punkte starren uns erwartungsvoll entgegen. Was ein bisschen so aussieht, als hätten die Bachforelleneier zu viel Espresso getrunken, ist in Wahrheit das Startsignal für ein großes Abenteuer. Das Augenpunktstadium ist erreicht!

Wir sagen heute: „Schau mir in die Augen, kleines – deine Zeit im geschützten Bruthaus ist abgelaufen.“

Während die Eier bisher bei konstanter Temperatur und Vollpension (Marke: Sauerstoffbad Deluxe) entspannen konnten, wartet nun das echte Leben da draußen. Keine Sorge, es gibt kein böses Erwachen, sondern einen Umzug der Extraklasse.

Karl Fehrer beim Ausbringen von Vibert-Boxen mit Bachforellen-Eier im Augenpunktstadium, ist eine Methode um diese in unsere Gewässer auszusetzen.

Cocooning oder Artificial Nest

Per „Einzel-Appartement“ (Cocooning) oder direktem Einzug in die „Kies-Suite“ (Artificial Nest) entlassen wir unsere Schützlinge in die Wildnis. Sie sind jetzt robust genug, um den Umzugsstress wegzustecken und sich auf das vorzubereiten, was eine echte Bachforelle ausmacht: Gegen den Strom schwimmen, Insekten jagen und später einmal die Angler zur Verzweiflung bringen.

Wir packen also die Wathosen ein – und die Forellen-Vorschule zieht um ins echte Revier!

Eine effiziente Methode um größere Ansiedelungsprojekte zu machen ist Artificial Nest. Mit dieser Methode kann man in fischleeren Bächen einen Bestandaufbau durchführen.

Augenpunktstadium

Das Augenpunktstadium ist in der Tat ein faszinierender und kritischer Moment in der Entwicklung der Bachforelle. Ab diesem Zeitpunkt sind die Embryonen deutlich robuster, da sich die Organe gefestigt haben und die Pigmentierung der Augen – die namensgebenden dunklen Punkte – durch die Eihülle sichtbar wird.

Vertikal-Brutschrank Typ VS-8 mit vollen Laden an Bachforellen-Eier im Augenpunktstadium, haben wir im November und Dezember Bachforellen abgestreift und im Bruthaus aufgelegt.

Die Berechnung des Zeitpunkts

Die Entwicklung der Eier wird maßgeblich durch die Tagesgrade (Wärmesumme) bestimmt.

  • Augenpunktstadium: Wird bei der Bachforelle meist nach 240-250 Tagesgraden erreicht.
  • Beispiel: Bei einer konstanten Wassertemperatur von 6°C dauert es etwa 42 bis 52 Tage (250 / 6 = 42 Tage) bis das Augenpunktstadium erreicht wird.
  • Unseren Hauptabstreif-Termin hatten wir am 1. Dezember 2025, mit der durchschnittlichen Wassertemperatur von knapp 6 Grad Celsius liegen wir auch in der Praxis im theoretischen errechnet Termin.

Ausbringungsmethoden im Vergleich

Die Wahl zwischen Cocooning und künstlichen Nestern hängt stark von der Beschaffenheit des Gewässer, des Wasserstand und den Umweltbedingungen ab:

MethodeFunktionsweiseVorteil
CocooningEier werden in speziellen Boxen (Cocoons) direkt im Bach platziert.Hoher Schutz vor Fressfeinden und Verdrift während der sensiblen Phase.
Artificial Nests(Künstliche Nesthilfen) Die Eier werden direkt in das Kieslückensystem eingebracht.Sehr naturnahe Entwicklung; die Larven suchen sich selbst ihren Weg aus dem Kies.
Harald Eidinger bei der Künstliche Nesthilfen. Die Eier werden mit einem Rohr direkt in das Kieslückensystem eingebracht und schlüpfen in der wilden Natur.
Sehr gute Erfahrungen haben wir auch mit den m+s Brutboxen-System gemacht, bei dem in jeder Box bis zu 5.000 Eier in einem Einsatz in der Röhre aufgelegt werden.
Dieses System hat den großen Vorteil, da es bis über den Schlupf hinaus, nicht gewartet werden muss und sich die Fisch-Larven nach der Dottersack-Phase selbständig im Bach verteilen.

Warum das Augenpunktstadium ideal ist

  1. Transportfähigkeit: Die Eier vertragen nun Erschütterungen, die in früheren Stadien (während der Zellteilung) zum Totalverlust führen würden.
  2. Keine Kunstfutter: Die Larven müssen nicht nach der Dottersack-Phase an Kunstfutter gewöhnt werden und müssen sich gleich auf Nahrungssuche begeben.
  3. Anpassung: Die Larven schlüpfen direkt im Zielgewässer und prägen sich das spezifische Wasserprofil (Homing-Instinkt) von Anfang an ein.
  4. Selektion: Im Gegensatz zur Bruthaus-Aufzucht findet hier von Sekunde eins an eine natürliche Selektion statt, was zu fitteren Wildfischen führt.

Ein wichtiger Hinweis für die Praxis: Man muß beim Einbringen darauf, dass es keine Sedimentation im Gewässer gibt die zu hoch ist. (Baustellen) Zu viel Feinsediment kann die Sauerstoffversorgung in den Cocoons oder künstlichen Nestern blockieren („Verstumpfung, Erstickung“).

Ein Blick zurück ins Bruthaus

Wir haben in der aktuellen Periode 2025-2026 eine neue technische Aufrüstung im Bruthaus getestet. Einen Vertikal-Brutschrank mit 8-Laden – quasi einen „Wolkenkratzer“ unter den Brutreaktoren – mit einer maximale Ausnutzung der Grundfläche bei optimierter Durchströmung.

Aufbauend auf die guten Erfahrungen mit einem Vertikal-Brutschrank mit 5-Laden, haben wir uns einen zweiten, mit 8-Laden angeschafft und diesen die erste Saison mit den Bachforellen im Bruthaus in Ebensee getestet.

Praxistest: Hochleistungs-Brut auf engstem Raum

Um für die Zukunft der Bachforellen-Hege optimal aufgestellt zu sein, haben wir in dieser Saison einen strategischen Neuzugang im Bruthaus getestet: den Vertikal-Brutschrank Typ VS-8.

Vertikal-Brutschrank Typ VS-8 mit 8 Einschüben. Aufgestellt Wasserzulauf mit einem Schlauch angeschlossen und den Wasserablauf in den Ablauf verlegt und los geht es. Damit lassen sich in der kleinsten Hütte Fisch-Eier ausbrüten. Man braucht dazu nur eine gute Wasserversorgung.

Mit seinen 8 Laden und einer Gesamtkapazität von bis zu 100.000 Eiern bietet dieses System eine beeindruckende Effizienz auf minimaler Standfläche. Unser Fokus lag in dieser Saison vor allem auf der Belastungsprobe bei einer mehrlagigen Belegung je Lade:

  • Platzoptimierung: Wir haben, wie auch in der amerikanischen Literatur für die Lachsaufzucht gesehen, gezielt das mehrlagige Auflegen der Eier pro Einsatz getestet. Ziel war es herauszufinden, wie weit wir die Kapazität ausreizen können, ohne die Sauerstoffversorgung der unteren Schichten zu gefährden und auch das aussortieren von „Blindgängern“ zu gewährleisten.
  • Durchfluss-Monitoring: Das vertikale System nutzt das Prinzip der Aufwärtsströmung. Dabei wurde genau beobachtet, ob alle 8 Etagen gleichmäßig mit Frischwasser versorgt werden, um eine synchrone Entwicklung bis zum Augenpunktstadium zu gewährleisten.
  • Entwicklung „Vertical Incubator“: Dieser Vertikalbrutapparat wurde in der USA für die Lachszucht konzipiert und wir in großen Fischzuchtbetrieben, die auf die Produktion von Augenpunkteier spezialisiert sind verwendet.
  • Kleine Anpassungen erforderlich: Beim Vertikal-Brutschrank wird im hinteren Bereich, oben, mittig das Wasser zugeführt und verteilt sich rechts und links verlaufend in den „Schubladen“. Hier verläuft die Wasserverteilung nicht gleichmäßig und es gehört im rechten Ablaufteil, von einer Schublade in die nächste nachgebessert um eine bessere Wasserversorgung zu gewährleisten.
  • Optimieren muss man immer: Ob bei Zu- oder Ablauf oder bei der Aufstellung und Bedienung, kleiner Anpassungen die sich aus der Praxis ergeben sind immer zu machen.
Ein kritischer Erfolgsfaktor zwischen dem Abstreifen und dem Augenpunktstadium ist die penible Sauberkeit im Brutschrank. Unbefruchtete oder abgestorbene Eier müssen regelmäßig per „Pickpicken“ aussortiert werden. Trotz moderner Technik bleibt das Pickpicken das „Nadelöhr“ der Forellenzucht – eine Arbeit, die viel Fingerspitzengefühl und ein scharfes Auge erfordert, bevor wir die Eier guten Gewissens in die Freiheit entlassen können. Danke an Harald Eidinger und Rudi Gams für die vielen Stunden, die sie hier bei Minusgraden im Bruthaus verbringen.

Das Fazit des ersten Praxistests: Die Handhabung beim Reinigen und Kontrollieren und das – „Pickpicken“ abgestorbener Eier – gestaltet sich durch die ausziehbaren Laden äußerst komfortabel. Der Vertikal-Brutschrank Typ VS-8 hat bewiesen, dass „High-Density“-Brut und hohe Überlebensraten kein Widerspruch sein müssen, sofern die Wasserparameter stimmen. Dank dieser Kapazität konnten wir auf der einen Seite in diesem Jahr unsere geplante Anzahl an Augenpunkteiern für das Cocooning und die künstlichen Nester halten und auflegen. Auf der anderen Seite, haben wir unsere Brutrinnen für kleinere, gewässerspezifische Chargen von speziellen Bachforellen- und Seeforellen-Stämmen freihalten können.

Technische Innovation und Kapazität

Der Vertikal-Brutschrank Typ VS-8 ermöglicht mit seinen 8 Laden die Erbrütung von bis zu 100.000 Eiern auf einer minimalen Grundfläche. In der aktuellen Saison haben wir insbesondere das mehrlagige Auflegen der Eier getestet, um eine möglichst hohe Nutzung auf engem Raum zu erreichen.

Vergleich der Systeme

MerkmalVertikal-Brutschrank (VS-8)Klassische Brutrinne (Trogbrütung)
PlatzbedarfMinimal: Nutzt die Höhe des Raumes (Stapelsystem).Hoch: Benötigt viel horizontale Stellfläche.
WasserführungVertikal: Gleichmäßige Durchströmung von unten nach oben durch alle Eischichten.Horizontal: Strömung über die Eier hinweg; Gefahr von „Schattenzonen“.
KapazitätSehr hoch: Bis zu 100.000 Eier auf weniger als 1 m².Begrenzt: Abhängig von der Länge und Breite der Tröge.
Wartung & KontrolleEinfach: Einzelne Laden können zur Kontrolle (Pickpicken) herausgezogen werden.Aufwendig: Bücken über die Rinnen; oft schlechtere Ergonomie.
SicherheitGeschlossenes System bietet Schutz vor Licht und Verschmutzung.Oft offenliegend und anfälliger für äußere Einflüsse.

Fazit Vertikal-Brutschrank Typ VS-8

Der Einsatz des Vertikal-Brutschrank Typ VS-8 hat gezeigt, dass modernes Flächenmanagement und hohe Aufzuchtraten Hand in Hand gehen können. Durch die optimierte Wasserführung konnten wir die Eier sicher bis zum Augenpunktstadium führen und haben nun eine hervorragende Basis für die Ausbringung in unsere Gewässer.

Vertikal-Brutschrank Typ VS-8 im Einsatz im Revier-Bruthaus in Ebensee, gespeist von 6 Grad kalten „Feuerkogel-Quell-Wasser“, als Basis für unsere erfolgreiche Bachforellen-Besatzfisch-Hilfsaktion.

Strategische Trennung und Erhalt der Genetik

Der Einsatz des Vertikal-Brutschrank Typ VS-8 hat nicht nur unsere Kapazität gesteigert, sondern uns auch einen entscheidenden strategischen Vorteil verschafft: Flexibilität durch Flächengewinn im Bruthaus.

  • Massenmanagement im Vertikal-Brutschrank Typ VS-8: Dank der Kapazität von 100.000 Eiern konnten wir den Hauptbedarf für das großflächige Cocooning und die künstlichen Nester mühelos abdecken. Dieses Bachforellen-Material ist sehr verbreitet und passt für viele unserer Gewässer Ischl, Strobler-Weißenbach, Frauenweißenbach, Offenseebach, Gosaubach und Kaltenbach und wird schon seit vielen Jahren in diesen, je nach Bedarf ausgesetzt.
  • Exklusivität in den Brutrinnen: Durch die Entlastung des Hauptsystems wurden unsere klassischen Brutrinnen frei für ein wichtiges Herzensprojekt: den Erhalt unserer bachspezifischen Stämme.
Es geht nicht um eine nostalgische Suche nach einer „Ur-Forelle“ aus dem Bilderbuch, sondern um Funktionalität und Überlebensfähigkeit in der heutigen Zeit. Das ist unserer Ziel im pragmatischen Fischereimanagement: Die Erhaltung von Fischen, die „wissen“, wie man in ihrem spezifischen Bach überlebt.

Da wir über sehr standorttreue und genetisch einzigartige Bachforellen-Populationen verfügen, ist eine Vermischung der Chargen unbedingt zu vermeiden. Die Brutrinnen dienen uns nun als „Spezialitäten-Abteilung“. Hier können wir kleinere, gewässerspezifische Chargen separat erbrüten. Dies garantiert, dass genau die Fische in ihre angestammten Bäche zurückkehren, die perfekt an die dortigen Strömungsverhältnisse, Temperaturen und das Nahrungsangebot angepasst sind.

Prämien-Selektion

In der Fachwelt wird oft leidenschaftlich über die „Ur-Bachforelle“ diskutiert. Wir sind hier realistisch: Nach über 150 Jahren intensiver Fischzucht und Bewirtschaftung im Salzkammergut ist die Suche nach dem einen, unberührten Ur-Genom hinfällig. Unser Herzensprojekt verfolgt ein viel praktischeres und über lebenswichtiges Ziel:
Die Erhaltung lokalstämmiger, standorttreuer Forellen.

  • Autochthone Anpassung: Diese Fische kennen „ihren“ Wasserchemismus, die lokalen Insektenschlüpfe und die extremen Pegelschwankungen ihrer Gewässer.
  • Prämien-Selektion: Wir streifen gezielt die standorttreuen Rückkehrer ab. Indem wir diese im Augenpunktstadium sortenrein zurückbringen, stärken wir genau die Gene, die bewiesen haben, dass sie in der freien Wildbahn des Salzkammerguts bestehen können.
  • Selbstreproduktion als Ziel: Das Ziel ist kein Fisch, der nur durch Besatz existiert, sondern ein Bestand, der in der Lage ist, sich eigenständig und natürlich zu reproduzieren.

Fazit: Wir züchten keine Museumsstücke, sondern die „Arbeitstiere“ unserer Gewässer. Durch die Trennung im Bruthaus stellen wir sicher, dass diese wertvolle lokale Anpassung nicht in einem genetischen Einheitsbrei untergeht. Wir sichern damit die Funktionsfähigkeit unserer Ökosysteme für die nächsten Generationen.

Das Salzkammergut beherbergt Bachforellen-Stämme, die sich über Jahrthunderte perfekt an ihre speziellen Bergbäche angepasst haben. Unser Ziel ist es ausdrücklich nicht, ein genetisches „Cuvée“ zu erzeugen. Wir wollen, woe es sie noch gibt die „Reine Sorte“ erhalten und mit unser Besatzfisch-Programm soweit wie möglich, diese gewässerspezifische Identität erhalten und fördern.

Der Einsatz des Vertikal-Brutschrank Typ VS-8 hat uns nicht nur Kapazität, sondern vor allem strategische Freiheit verschafft. Durch die Konzentration des Hauptbesatzes im Vertikalschrank konnten wir unsere Brutrinnen gezielt für die Erhaltung unserer kostbarsten Bestände freispielen.

  • Schutz lokaler Ur-Stämme: Wir verfügen über bachspezifische Bachforellen-Stämme und wollen unseren einzigartigen lokalen Seeforellen-Stamm erhalten. Diese Populationen sind über Generationen perfekt an unsere Gewässer angepasst.
  • Autochthone Anpassung: Diese Fische kennen „ihren“ Wasserchemismus, die lokalen Insektenschlüpfe und die extremen Pegelschwankungen ihrer Gewässer.
  • Keine genetische Vermischung: Da wir diese Stämme gewässerspezifisch abstreifen, ist eine strikte räumliche Trennung während der Erbrütung unerlässlich. Die Brutrinnen dienen uns nun als exklusive Station für diese meist kleineren Portionen unserer „Prämien-Selektion“.
  • Prämien-Selektion: Wir streifen gezielt die standorttreuen Rückkehrer ab. Indem wir diese im Augenpunktstadium sortenrein zurückbringen, stärken wir genau die Gene, die bewiesen haben, dass sie in der freien Wildbahn des Salzkammerguts bestehen können.
  • Gezielte Förderung: Durch den gewonnenen Platz können wir diesen speziellen Chargen die nötige Aufmerksamkeit widmen, um die genetische Vielfalt und die Robustheit unserer heimischen Fische langfristig zu sichern.
  • Selbstreproduktion als Ziel: Das Ziel ist kein Fisch, der nur durch Besatz existiert, sondern ein Bestand, der in der Lage ist, sich eigenständig und natürlich zu reproduzieren.

Ökologische Denkmalpflege

Wir müssen der Realität ins Auge blicken: Für einige unserer wertvollsten Fischarten ist die Bewirtschaftung längst zu einer Form der ökologischen Denkmalpflege geworden. Während der Schutz streng prioritärer Prädatoren (wie Fischotter oder Kormoran) oberste Priorität genießt, wurden unsere ebenso schützenswerten Fischbestände oft bis auf das absolute Minimum dezimiert.

In diesem ungleichen Kampf ist unser Bruthaus die letzte Bastion:

  • Schutzraum Bruthaus: Da die natürliche Reproduktion im Gewässer aufgrund des massiven Prädationsdrucks oft keine Chance mehr hat, müssen wir den lebensnotwendigen Vorsprung im Bruthaus schaffen.
  • Effizienz als Überlebensfaktor: Jedes Ei, das wir im Bruthaus sicher und bis zum Augenpunktstadium bringen, ist ein potenzieller Überlebender, der den Prädationsdruck der frühen Phase umgangen hat.
  • Resilienz durch Lokalanpassung: Nur wenn wir die wenigen verbliebenen, lokal angepassten Fische („Prämien-Selektion“) sortenrein vermehren, haben diese eine reale Chance, im harten Umfeld der heutigen Gewässer zu bestehen.
Für die heimische Seeforelle ist es bereits „5 nach 1“ und da ist kein normales Management mehr möglich – das ist ökologische Denkmalpflege und eine Rettungsmission in letzter Sekunde. Die Seeforelle im Traunsee-Hallstättersee-System ist ein biologisches Juwel, dessen Verlust endgültig wäre.

Die neue Infrastruktur ermöglicht uns somit eine zweigleisige Strategie – effiziente Bestandsstützung auf der einen Seite und hochpräziser Genetik-Schutz auf der anderen. Ein weiterer Meilenstein für unsere nachhaltige „Wildkultur-Fisch Bewirtschaftung„.

Intelligentes Raummanagement

Da unser Platzangebot im Bruthaus stark begrenzt ist, erweist sich der Vertikal-Brutschrank Typ VS-8 als wahres Raumwunder. Die Möglichkeit, 100.000 Eier auf engstem Raum bis zum Augenpunktstadium zu führen, löst unser bisheriges Platzproblem elegant.

In unseren Bruthaus haben wir nur einen begrenzten Platz zur Verfügung und auch von der Quellwasser-Einspeisung haben wir Grenzen. Wobei mit einer Bruthaus-Gesamtkapazität von theoretisch 200.000 Eier, haben wir genügend Kapazität und mit unserer „gewachsenen“ Einrichtung auch an Flexibilität um unsere Bedarfe für eine lokale Besatzfisch-Entwicklung zu decken.

Der entscheidende Vorteil unserer Ausstattung liegt im Timing:

  1. Phase 1 (Hocheffizienz): Während der empfindlichen Entwicklungszeit bis zum Augenpunkt nutzen wir die vertikale Kapazität des Vertikal-Brutschrank Typ VS-8 voll aus. Die Brutrinnen bleiben währenddessen für unsere exklusive „Prämien-Selektion“ an spezifische Bach- und Seeforellenstämme reserviert. Hier haben wir zumeist nur eine geringe Anzahl an Elterntieren, die hier in der Natur abgestreift werden und deren Eier im geschützter Umgebung in der Brutrinne gezogen werden.
  2. Phase 2 (Platzgewinn): Sobald der Großteil der Eier das Augenpunktstadium erreicht hat, werden sie für das Cocooning und die künstlichen Nester in die Wildnis entlassen.
  3. Phase 3 (Larvenaufzucht): Genau zu dem Zeitpunkt, an dem die verbleibenden Eier schlüpfen und als Larven mehr Platz und Sauerstoff benötigen, sind unsere Brutrinnen leer und frisch vorbereitet um diese aufzunehmen.

Dieser fliegende Wechsel ermöglicht es uns, ohne teure Gebäudeerweiterung die maximale Menge an gesunden Brütlingen aufzuziehen. Der Vertikal-Brutschrank Typ VS-8 ist somit das Herzstück einer Logistikkette, die Effizienz größere Stückzahlen mit höchster Sorgfalt in unserer „Wildkultur-Fisch-Spezialzucht“ verbindet.

Schlusswort

Wir verwalten keine Bestände mehr, wir retten sie. Die technische Aufrüstung durch den Vertikalschrank VS-8 und die spezialisierte Erbrütung in den Rinnen sind keine Spielereien, sondern die notwendige Antwort auf eine ökologische Schieflage. Wir kämpfen darum, dass die „letzten ihrer Art“ im Salzkammergut nicht nur als Denkmal in den Geschichtsbüchern stehen, sondern auch in Zukunft durch unsere Traun und ihre Nebenbäche ziehen.

Weitere Informationen

Nachfolgend eine vollständige, praxisorientierte Entwicklungs-Timeline für Bachforelle von der Befruchtung bis zum Fütterungsbeginn, gerechnet für eine konstante Wassertemperatur von 6,2 °C. Die Angaben basieren auf Erfahrungswerte unserer mehrjährigen Bachforellen-Zucht.
Diese Geräte sind die platzsparendere Lösung, aber auch die technisch anspruchsvollere und durch die hohe Fischdichte in einem solchen „Brutschrank“, auch eine riskantere Lösung. Obwohl die meisten vertikal gestapelten Brutkästen nach dem Auftriebsprinzip arbeiten, wird die Wasserdurchflusskapazität normalerweise durch Rohre und Schläuche begrenzt, und damit die Geräte den Wasseraustausch in der Mikroumgebung der Eier sicherstellen können, müssen sie 100 % waagerecht stehen. Außerdem können schiefe oder schiefe Tabletts, eine nicht waagerechte Installation oder ein suboptimaler Sauerstoffgehalt nicht durch einen erhöhten Wasserdurchfluss ausgeglichen werden, wie dies beispielsweise bei Langstromrinnen der Fall ist. Wobei wir haben damit recht gute Erfahrungen damit gesammelt.
Einer der wichtigsten Aufgaben in der Bewirtschaftung unserer Gewässer ist, dass wir lokal angepasste oder noch besser möglichst lokale Fischbestände für die Aufzucht und den Besatz nutzen. Lokale Anpassung bedeutet, dass zwischen einzelnen Populationen, aber auch innerhalb dieser Populationen genetisch bedingte Unterschiede in Körperstruktur, Verhalten oder Stoffwechsel auftreten, die mit spezifischen Umweltbedingungen in einzelnen Gewässerbereichen zusammenhängen. Dabei handelt es sich um über sehr lange Zeiträume gebildete, erblich festgelegte Unterschiede. Neben lokalen Anpassungen, die eine genetische Vielfalt widerspiegeln, zeigen viele Fischarten auch die Fähigkeit, sich bis zu einem gewissen Grad sehr rasch und ohne notwendige genetische Veränderungen auf neue Umweltbedingungen einzustellen. Wobei sich dies durchaus je nach Fischart stark unterscheiden kann, soweit dies unsere Erfahrungen auch bestätigen.
Willkommen in der Welt von Leopold, der kleinen Bachforelle aus dem Salzkammergut. Mit dem Buch „Fliegenfischen Tagebuch einer Bachforelle“ – ein Kinderbuch für Erwachsene ist „Leopold“ als Hauptdarsteller entstanden und was liegt näher, als das wir „Leopold“ als Namenspaten für unsere Aktivitäten- und Bemühungen um die Bachforelle verwenden. Danke an Thommy Mardo, mit dem in einem Brainstorming per Mail und WhatsApp die Idee geboren wurde, unseren Bemühungen um die Bachforelle, einen würdigen Projekt Namen zu geben.
Heimo bei der Arbeit
Artikel ist in Arbeit
 

„Wildkultur Fisch Entwicklung“ hat eine Dringlichkeit und eine klare Zielsetzung

um unsere bedrohten Gewässer und ihre Lebewesen zu schützen

und um die Artenvielfalt auch für künftige Generationen zu erhalten.

Leitsatz: Fischereimanagement Salzkammergut