LANGWIESER-TRAUN – OBERE EBENSEER TRAUN

Die Entwicklung von Ebensee und seinen Ortsteilen wie Langwies ist untrennbar mit dem „Weißen Gold“ und den technischen Meisterleistungen verbunden, die nötig waren, um es zu verarbeiten. Der Name setzt sich schlicht aus den mittelhochdeutschen Wörtern für lange Wiese zusammen. Bevor der Ortsteil dicht besiedelt war, erstreckten sich in diesem Bereich entlang der Traun ausgedehnte, flache Wiesenflächen. Diese „langen Wiesen“ hoben sich deutlich von den steilen Bergflanken des Toten Gebirges und des Höllengebirges ab, die das Ebenseer Becken umschließen.

Nachfolgend eine Beschreibung eines Traun-Abschnittes zwischen der Kesselbachbrücke und dem Schulersteg, der sogenannten „Langwieser-Traun„. Fischerei ist weit mehr als nur das Auswerfen einer Schnur; sie ist angewandte Heimatkunde. Wer die Namen der Gumpen, Felsen und Strömungskanten kennt, liest den Fluss wie ein Geschichtsbuch.

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Mythos Langwieser Traun: Wo Wasser auf Geschichte trifft

Das Fischwasser zwischen der Kesselbachbrücke und dem Schulersteg ist mehr als nur ein Fließgewässer – es ist das schlagende Herz der „Langwieser Traun“. Wer hier die Rute schwingt, bewegt sich in einem Grenzraum, der über Jahrhunderte Schauplatz herrschaftlicher Interessen und leidenschaftlicher Fischerfehden war.

Dort, wo das enge Tal der Traun sich weitet und den weiten Wiesenflächen der Langwies Platz macht, verändert der Fluss seinen Charakter grundlegend. Kurz bevor die Traun den geschichtsträchtigen Schulersteg unterspült, gewinnt sie an Breite und Dynamik. Diese geografische Gunstlage ist ein Segen für die fischereiliche Bewirtschaftung. Wo der Fluss Platz hat, entstehen natürliche Schotterbänke, Flachwasserzonen und abwechslungsreiche Strömungskanten. Für die Äsche und die Bachforelle bietet dieser Abschnitt ideale Standplätze, da sich die Wucht des Wassers auf eine größere Fläche verteilt.

Doch ein Revier erwacht erst durch seine Namen zum Leben. Es sind die lokal eingewurzelten Bezeichnungen für verborgene Hotspots, markante Felsnasen und tückische Kurven, die das Wissen ganzer Fischergenerationen konservieren. Erst in der Verknüpfung von historischer Tiefe – von der alten Gemeindegrenze am Kößlbach bis hin zur industriellen Prägung durch die Saline – und der pointierten Benennung jedes einzelnen Gumpens entfaltet die Langwieser Traun ihre wahre Seele. Begleite mich auf eine Spurensuche entlang der Ufer, wo jeder Stein einen Namen trägt und jede Strömung eine Geschichte erzählt.

Topografisches Glossar“ der Langwieser Traun

unter Berücksichtigung seiner Brücker:

  • der oberen Reviergrenze mit der Kesselbachbrücke
  • im ersten drittel überbrückt die Langwieserbrücke die Traun
  • und die untere Reviergrenze ist der Schulersteg.

Historisch gesehen waren die Flächen zwischen diesen Brücken für die Ebenseer von großer Bedeutung.

Historische Revier- und Gemeindegrenze

Die historischen Prozesse um Fischereirechte im Salzkammergut füllen tatsächlich ganze Bände in den Archiven, da Fisch (neben dem Salz) das wertvollste Gut der Region war. Diese historischen Streitigkeiten sind ein faszinierendes Beispiel dafür, wie ernst das Thema Ressourcenverwaltung im Salzkammergut genommen wurde. Es ging dabei nicht nur um ein Hobby, sondern um das „Fischwasser-Regal“ (das herrschaftliche Recht zur Fischerei), das streng bewacht wurde.

Hier sind genauere Informationen zu den Hintergründen dieser Konflikte an der Grenze beim Kößlbach:

Die „Fischweid“ als Existenzgrundlage

Früher war die Traun zwischen Ischl und Ebensee einer der fischreichsten Flüsse Europas, berühmt für die Äsche und die Bachforelle.

  • Für die Salinenarbeiter: Die Versorgung der tausenden Arbeiter in den Sudpfannen von Ebensee und Ischl war eine logistische Herausforderung. Fisch war neben Schmalz und Getreide eine der wichtigsten Eiweißquellen.
  • Die Berufsfischer: Es gab damals echte Berufsfischer (oft im Dienst der Herrschaft), deren Einkommen direkt davon abhing, dass niemand „ihren“ Bestand wegfischte.

Der „Grenzkrieg“ am Kößlbach

Da die Traun ein Fließgewässer ist, wandern Fische natürlich hin und her. Das führte zu speziellen Konfliktpunkten:

  • Das „Ankirnen“ (Anfüttern): Ein beliebter Streitpunkt war, wenn Fischer knapp unterhalb der Grenze (auf Ebenseer Seite) Köder ausbrachten, um die Fische aus dem Ischler Revier über die unsichtbare Linie beim Kößlbach zu locken. Das wurde als Diebstahl betrachtet.
  • Das Wehr und die Fallen: An der Mündung von Nebenbächen wie dem Kößlbach wurden oft Reusen aufgestellt. Wenn diese zu nah an der Reviergrenze standen, warfen die Nachbarn den Fischern vor, sie würden den „Zuzug“ der Fische blockieren.
  • Hoheitsrechte: Da oberhalb des Kößlbachs das kaiserliche Salzamt Ischl zuständig war und unterhalb (historisch) das Kloster Traunkirchen bzw. später das Herrschaftsamt Ebensee, wurden solche Streits oft bis vor den Salzamtmann in Gmunden oder Ischl getragen. Es gibt Akten aus dem 17. und 18. Jahrhundert, in denen sich die Fischer gegenseitig des „Raubfischens“ bezichtigten.

Die „Wasserschütt“ und die Flößerei

Ein weiterer Grund für Streitigkeiten war die Holztrift. Um das Holz für die Salinen zu transportieren, wurde die Traun aufgestaut und dann schlagartig abgelassen (die Klause wurde geschlagen).

  • Die Ebenseer brauchten das Holz, aber die Ischler Fischer klagten oft, dass die gewaltige Flutwelle und die Baumstämme ihre mühsam errichteten Fischgehege und Laichplätze im Bereich der Kößlbach-Mündung zerstörten.
  • Hier prallten zwei Industrien aufeinander: Die Salzproduktion (die Holz brauchte) und die Nahrungsmittelversorgung (die Fische brauchte).

Die „Fischereipolizei“

Man muss dazu wissen, dass es damals sogenannte „Fischhüter“ gab? Das waren bewaffnete Aufseher, die patrouillierten. Besonders an markanten Punkten wie der Kesselbachbrücke legten sie sich auf die Lauer. Wer beim „Wildfischen“ oder beim Überschreiten der Grenze erwischt wurde, dem drohten drakonische Strafen – von hohen Geldstrafen bis hin zum Verlust des Arbeitsplatzes in der Saline, was damals den sozialen Abstieg bedeutete.

Ein Überbleibsel bis heute: Die Reviertreue

Auch wenn heute nicht mehr mit der Waffe am Gürtel gestritten wird, ist die Trennung an der Kößlbachbrücke in der Fischer-Community immer noch heilig. Ein Ebenseer Fischer würde auch heute kaum „aus Versehen“ die Rute auf der Ischler Seite auswerfen – der Respekt vor dieser uralten Grenze ist geblieben.

Wo die Aufzeichnungen liegen

Die spezifischen „Fischerei-Streitigkeiten“ sind in drei Hauptarchiven dokumentiert:

  • Salinenarchiv (Lehár-Stöckl, Bad Ischl): Dies ist die wichtigste Quelle. Da die Fischerei dem Salzamt unterstand, finden sich hier die sogenannten „Fischereiordnungen“ (von 1585, 1707 und 1708) und Protokolle über Grenzstreitigkeiten.
  • Gemeindearchiv Bad Ischl: Es enthält Urkunden ab 1392. Besonders interessant ist die Bestätigung der Rechte „auf Wasser und Land“ durch Herzog Albrecht (1392).
  • OÖ Landesarchiv (Linz): Hier liegen die Akten der Herrschaft Wildenstein (Ischl) und des Klosters Traunkirchen. Die Fischereiprozesse wurden oft als „Jurisdiktionsstreitigkeiten“ (Zuständigkeitsstreit) geführt.

Berühmte Konflikte & Prozesse

In den Archiven finden sich Hinweise auf folgende „Klassiker“ des fischereilichen Streits:

  • Der Prozess um das „Ankirnen“ (Lockfütterung): Es gibt Akten über Ebenseer Fischer, die beschuldigt wurden, durch gezieltes Auswerfen von Futter die Äschen aus dem Ischler Revier über die Kesselbach-Grenze gelockt zu haben. Dies galt als „Diebstahl am kaiserlichen Gut“.
  • Der Streit um die „Fischweiden“ (16. Jhdt.): Da das Fleisch im inneren Salzkammergut knapp war, war die Bevölkerung extrem auf Fisch angewiesen. Das führte zu Prozessen zwischen dem Kloster Traunkirchen (das unterhalb des Kößlbachs die Rechte hielt) und dem Salzamt Ischl. Das Kloster beschwerte sich mehrfach, dass die Ischler durch zu engmaschige Netze den „Aufzug“ der Fische verhinderten.
  • Kaiserliche Dekrete (ab 1494): Kaiser Maximilian I. regelte die Fischerei erstmals streng, weil Fisch als „Herrenspeise“ dem gemeinen Volk nicht ohne Weiteres zugedacht war. Jeder Prozess, bei dem ein Ebenseer Arbeiter beim Wildfischen (Poitieren) oberhalb des Kößlbachs erwischt wurde, endete oft mit drakonischen Strafen oder dem Verlust der „Salinen-Arbeit“.

Die Rolle der „Fischhüter“

Interessant ist, dass in den Akten des Bezirksgerichts Bad Ischl (Bestände ab 1810) oft Anzeigen von Fischhütern auftauchen. Diese waren beeidete Wachen, die an der Kesselbachbrücke postiert waren. Ein historisches Detail: Ein häufiger Streitpunkt war die Mündung des Kößlbachs selbst. Da der Bach bei Hochwasser viel Geschiebe brachte, veränderte sich die Mündungsstelle leicht. Die Fischer stritten oft jahrelang darüber, ob die Grenze nun die alte oder die neue Bachmündung sei.

Wo recherchiert man weiter?

Wenn man noch tiefer graben möchten, empfiehlt sich ein Besuch im Salinenarchiv in Bad Ischl. Es gibt dort Experten wie Thomas Nussbaumer, die den Bestand erst kürzlich (2021) neu geordnet haben. Viele dieser „Fischerei-Krimis“ sind dort in den handschriftlichen Protokollen des 17. und 18. Jahrhunderts vergraben.

Hier sind die genauen Orte und Unterlagen, in denen diese Protokolle zu finden sind:

Das Salinenarchiv im „Lehár-Stöckl“ (Bad Ischl)

Dies ist die wichtigste Fundstelle für Streitigkeiten im Salzkammergut. Da die Fischerei dem Salzamt unterstellt war, wurden Konflikte oft direkt dort protokolliert.

  • Resolutionsbücher (17. Jh. bis 1797): Diese Bücher enthalten die Entscheidungen (Resolutionen) der kaiserlichen Verwaltung auf eingereichte Beschwerden oder Streitfälle. Hier finden sich oft die Urteile zu Grenzstreitigkeiten an der Traun.
  • Fischereiordnungen (1585, 1707, 1708): In diesen Dokumenten wurden nicht nur Regeln festgelegt, sondern oft auch Bezug auf vorangegangene Streitfälle genommen, um neue Verbote zu begründen.
  • Salinen-Hauptbibliothek: Enthält Werke wie das von Carl Schraml („Das oberösterreichische Salinenwesen“), in denen Auszüge aus historischen Fischereiprozessen und die Entwicklung der Rechte im 16. bis 18. Jahrhundert beschrieben werden.

Oberösterreichisches Landesarchiv (Linz)

Seit 1927 lagern hier die zusammengeführten Bestände der ehemaligen Salinenarchive von Gmunden, Hallstatt, Ischl und Ebensee.

  • Bestand Herrschaft Wildenstein (Ischl): Da der Kößlbach die Grenze zur Herrschaft Wildenstein markierte, liegen hier die Akten über Jurisdiktionsstreitigkeiten (Zuständigkeitsstreitigkeiten) zwischen Ischl und den angrenzenden Gebieten.
  • Klosterschularchiv Traunkirchen: Da das Kloster Traunkirchen unterhalb des Kößlbachs die Fischrechte besaß, finden sich in den dortigen Akten (oft unter „Fischereigerechtigkeiten“ geführt) die Gegenargumente und Beschwerden gegen die Ischler Fischer.

Archiv Albert Pesendorfer

Viele der spezifischen Auszüge über die „Fischerei im 16. bis 18. Jahrhundert“ und die damit verbundenen rechtlichen Grundlagen basieren auf Dokumentationen aus dem Archiv Albert Pesendorfer. Diese Unterlagen bieten einen detaillierten Einblick in die Entstehung der Fischereigesetze und die damit verbundenen Konflikte im Kammergut.

Kößlbachbrücke (oder Kesselbachbrücke)

Die Kößlbachbrücke (oder Kesselbachbrücke) ist in der Tat ein ganz entscheidender Punkt für die administrative Geografie der Region. Die Kösslbachbrücke (oft auch Kesselbachbrücke geschrieben) ist eine weitere wichtige Brücke im Verlauf der Traun, allerdings liegt sie ein Stück weiter flussaufwärts, fast schon an der Grenze zwischen den Gemeinden Ebensee und Bad Ischl.

Die Kesselbachbrücke bildet die obere Reviergrenze der Langwieser Traun. Hier endet das Ischler Wasser und es beginnt jener Abschnitt, der durch die Weitung des Tales bei Langwies seinen ganz eigenen fischereilichen Charme entfaltet. Auch für die moderne Verwaltung der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) ist dieser Punkt heilig. Hier stoßen die Zuständigkeiten der Forstbetriebe Ebensee und Bad Goisern, letztere historisch für den Bereich Ischl verantwortlich sind, aneinander. Wer an der Kesselbachbrücke seine Rute montiert, steht also an einer Nahtstelle der Geschichte und der Verwaltung.
Die Kößlbachbrücke ist die Grenze des Ebenseer Gemeindegebiets bzw. als Übergang in den Bereich Mitterweißenbach und Gemeinde Bad Ischl.

Lage und Geografie

Die Brücke überquert die Traun an der Stelle, wo der Kößlbach (oder Kesselbach) von Osten kommend in die Traun mündet. Wer die obere Reviergrenze ansteuern möchte, muss die Eigenheiten der Infrastruktur kennen. Die Kösslbachbrücke ist – getreu ihrem historischen Charakter – eine schmale Brücke geblieben. Was für den Fischer einen idyllischen Einstieg bedeutet, ist für den schweren Verkehr ein Hindernis:

Das logistische Nadelöhr: Die Brücke ist für größere Fahrzeuge kaum passierbar. Wer mit schwerem Gerät oder breiten Fahrzeugen das Ufer wechseln möchte, ist gut beraten, auf die strategischen Alternativen auszuweichen:

  • Flussaufwärts: Die Weißenbachbrücke, die modern und breit den Weg Richtung Bad Ischl ebnet.
  • Flussabwärts: Die Langwieserbrücke, die den Hauptverkehr zum Bahnhof und in den Ortskern von Langwies leitet.

Vorteil für die Fischwaid: Diese bauliche Einschränkung der Kösslbachbrücke ist ein heimlicher Segen für die Fischerei. Da sie nicht als Hauptverkehrsroute für LKWs oder breite Landwirtschaftsmaschinen dient, bleibt der Lärmpegel und die Unruhe direkt an der Einmündung des Kösslbachs minimal. Es bleibt ein Ort, den man sich mit Bedacht „erfahren“ muss.

Die Kößlbachbrücke das „Tor zum Langwieser Traun-Revier“. Über Jahrhunderte markierte dieses Bauwerk eine der bedeutendsten Demarkationslinien des inneren Salzkammerguts. Hier trafen nicht nur das kaiserliche Ischl und das klösterliche Traunkirchen aufeinander, sondern hier endet auch heute noch die Zuständigkeit des Forstbetriebs Bad Goisern und es beginnt das Reich des Forstbetriebs Ebensee.
Unmittelbar oberhalb der Brücke mündet rechtsufrig der Kößlbachs in die Traun – ein Zufluss, der den Charakter des Reviers bei Wetterumschwüngen schlagartig verändert. Der Kößlbachs ist weit mehr als nur ein Namensgeber für die Brücke; er ist die „Nahrungs- und Geschiebepumpe“ der oberen Langwieser Traun.

Bedeutung für Fischer und Wanderer

Die Kesselbachbrücke ist besonders in zwei Kreisen sehr bekannt:

  • Soleleitungsweg: Wenn man den historischen Soleleitungsweg von Bad Ischl nach Ebensee wandert, ist die Kesselbachbrücke ein wichtiger Orientierungspunkt am Wegesrand.
  • Fischereigrenze: Für Angler ist sie ein ganz markanter Punkt. Das Fischereirevier „Untere Ischler Traun“ endet genau an der Kößlbachbrücke, wo der Fluss dann in das Revier der „Ebenseer Traun“ übergeht.
Es ist ein Phänomen, das man an fast jeder Traunbrücke beobachten kann, doch an der Kößlbachbrücke erreicht es eine besondere Qualität: Die Rede ist von der legendären Brückenforelle. Meist handelt es sich um eine stattliche Regenbogenforelle, die den geschützten, schattigen Bereich hinter den Pfeilern oder dem Fundament zu ihrem Jagdrevier erkoren hat.

Die Gemeindegrenze

Genau an dieser Stelle verläuft die Grenze zwischen der Marktgemeinde Ebensee und der Stadtgemeinde Bad Ischl.

  • In Richtung Süden (flussaufwärts): Sobald man die Brücke überquert hat und weiter Richtung Bad Ischl fahren oder wandern, befinden man sich auf Ischler Boden (Ortsteil Mitterweißenbach).
  • In Richtung Norden (flussabwärts): Alles unterhalb der Brücke gehört bereits zum weitläufigen Gemeindegebiet von Ebensee (Katastralgemeinde Langwies).

Die Kesselbachbrücke (Kößlbachbrücke) markierte über Jahrhunderte eine bedeutende Grenze zwischen zwei großen geistlichen und landesfürstlichen Machtbereichen:

Das Kloster Traunkirchen (Unterhalb)

Das Benediktinerinnenkloster Traunkirchen (später von den Jesuiten übernommen) besaß seit dem Mittelalter weitreichende Fischereirechte, die sich vom Traunsee den Fluss hinauf erstreckten.

  • Die Zuständigkeit von Traunkirchen reichte historisch tatsächlich bis genau an den Kößlbach.
  • Alles, was flussabwärts lag (also die gesamte Ebenseer Traun inklusive Langwies), unterstand fischereilich und oft auch grundherrschaftlich dem Einflussbereich von Traunkirchen bzw. der dem Kloster unterstellten Ämter.
Nachdem die Traun die Kösslbachbrücke passiert hat, zeigt sie sich von ihrer ursprünglichsten Seite. Dieser Abschnitt ist das fischereiliche Kontrastprogramm zur späteren Weitung in der Langwies – hier an der oberen Reviergrenze regiert noch das Urgestein.

Die Kesselbachbrücke ist besonders in zwei Kreisen sehr bekannt:
Soleleitungsweg: Wenn man den historischen Soleleitungsweg von Bad Ischl nach Ebensee wandert, ist die Kesselbachbrücke ein wichtiger Orientierungspunkt am Wegesrand.
Fischereigrenze: Für Angler ist sie ein ganz markanter Punkt. Das Fischereirevier „Untere Ischler Traun“ endet genau an der Kößlbachbrücke, wo der Fluss dann in das Revier der „Ebenseer Traun“ übergeht.

Doch so verlockend ihr Anblick von oben auch sein mag, so schwierig ist ihre Überlistung:

  • Stark befischt und hochgebildet: Da fast jeder Fischer, der das Revier betritt, seinen ersten Wurf unter die Brücke setzt, hat diese Forelle bereits alles gesehen. Sie kennt jedes gängige Fliegenmuster beim Namen und reagiert auf das leiseste Aufklatschen einer Schnur mit vornehmer Ignoranz.
  • Der strategische Vorteil: Der Standplatz hinter der Brücke bietet ihr perfekten Schutz vor Greifvögeln und gleichzeitig eine „Sperre“ für die Strömung. Hier kann sie mit minimalem Energieaufwand alles abfangen, was der Kößlbach und die Traun an Nahrung heranschwemmen.
  • Die Herausforderung: Eine Brückenforelle an der Kößlbach-Grenze zu fangen, gilt als die Reifeprüfung des Reviers. Es erfordert oft unkonventionelle Taktiken, extrem lange Vorfächer und eine Engelsgeduld. Sie ist die heimliche Wächterin über die Grenze zwischen Ebensee und Ischl.
Unmittelbar unterhalb der Kösslbachbrücke tritt die Traun in einen Abschnitt ein, der wie eine natürliche Skulptur wirkt. Hier hat sich der Fluss über Jahrtausende tief in den gewachsenen Felsen gegraben und eine Struktur hinterlassen, die für den Fischer sowohl Herausforderung als auch Verheißung ist.
Das ist der Moment, in dem die Traun ihre „Zwangsjacke“ ablegt. Geologisch gesehen markiert dieser Übergang von der engen Felsstrecke unterhalb der Kösslbachbrücke hin zur Weitung von Langwies den Eintritt in das Ebenseer Becken. Hinter dem felsigen Abschnitt, der die Traun unmittelbar nach der Kösslbachbrücke noch fest im Griff hatte, geschieht etwas Magisches: Das Tal öffnet sich allmählich. Die steilen Flanken weichen zurück und geben der Langwies jenen Raum, der ihr einst den Namen gab. Mit der Weitung des Tales gewinnt auch die Traun an Freiheit und Breite.

Der Felsenschlag: Wo die Traun den Berg liest

  • In Stein gemeißelt: Anders als in den geschütteten Schotterstrecken ist der Boden hier massiv. Aus dem Fels gespülte Rinnen, tiefe Spalten und glatt polierte Kanten bilden ein Labyrinth unter Wasser. Diese Strukturen sind unzerstörbar – kein Hochwasser der Welt kann diese Unterstände „wegspülen“.
  • Versteckspiel im Dunkeln: Die tiefen, dunklen Gumpen, die direkt in den Fels gespült wurden, sind die Tresore des Reviers. Hier stehen die Fische sicher vor der starken Oberflächenströmung und sind für den menschlichen Blick fast unsichtbar. Es ist ein Revier für „schwere Nymphen“ und präzises Fischen in den tiefen Rinnen.
  • Die visuelle Dramatik: Dieser Abschnitt verleiht der Langwieser Traun ihre archaische Note. Das türkisblaue Wasser im Kontrast zum grauen Kalkfels des Höllengebirges schafft eine Kulisse, die den Fischer vergessen lässt, dass die Bundesstraße nur wenige Meter entfernt ist.

Das kaiserliche Ischl (Oberhalb)

Oberhalb des Kößlbachs begann das „Ischler Landl“.

  • Dieses Gebiet unterstand direkt der kaiserlichen Verwaltung in Bad Ischl (dem Salzamt bzw. der kaiserlichen Forstverwaltung).
  • Die Fischrechte waren hier „kaiserlich“ und dienten oft der Versorgung des Hofes oder wurden als besondere Gnade an hohe Beamte und Salinenverwalter verliehen.

Warum gerade der Kößlbach?

In der Geschichte wurden Grenzen bevorzugt an unverwechselbaren natürlichen Merkmalen festgemacht. Ein markanter Wildbach, der in einen großen Fluss mündet, war ideal:

  • Er veränderte seine Position kaum (im Gegensatz zu den Kurven der Traun).
  • Jeder Fischer wusste genau: „Bis zum Bach und nicht weiter.“

Der Übergang zu Ebensee

Dass Ebensee heute dazwischen liegt, ist historisch gesehen eine „jüngere“ Entwicklung. Ebensee wurde erst 1607 mit dem Bau der Saline gegründet und war davor eigentlich nur das Hinterland von Traunkirchen. Die Kesselbachbrücke blieb jedoch als die alte, ehrwürdige Grenze zwischen dem „Ischler Bereich“ und dem „Traunkirchner/Ebenseer Bereich“ im kollektiven Gedächtnis der Fischer erhalten.

Die konzentrierte Energie der Felsrinnen verteilt sich nun auf eine größere Fläche. Das Wasser wird flacher, die Strömungsmuster werden komplexer und für den Fischer besser lesbar. Es entstehen jene klassischen „Ries-Strecken“, die das Herz jedes Fliegenfischers höherschlagen lassen.

Heute wird diese Tradition durch die moderne Reviertrennung der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) fortgeführt, die diese historische Grenze fast identisch übernommen haben.

Bedeutung der Grenze

Diese Grenze ist nicht nur auf der Landkarte wichtig, sondern hat auch praktische Auswirkungen:

  1. Straßendienst: Die Zuständigkeit für die Räumung und Instandhaltung der B145 wechselt hier zwischen den jeweiligen Straßenmeistereien.
  2. Fischerei: Wie bereits kurz erwähnt, markiert die Kößlbachbrücke das Ende des Reviers „Untere Ischler Traun“. Wer flussabwärts weiterfischen will, benötigt die Lizenz für die „Ebenseer Traun“.
  3. Wanderwege: Für Wanderer auf dem Soleleitungsweg ist dies der Punkt, an dem man das Ischler Tal verlässt und in den engeren Talabschnitt eintritt, der schließlich zur Langwies und nach Ebensee führt.

Hochwasser an der Traun

Das Hochwasser von 2013 ist im Gedächtnis tief verankert. Es war ein Moment, in dem die Kößlbachbrücke fast ihren Meister gefunden hätte und die Naturgewalten des Wildbachs die historischen Grenzen beinahe weggespült hätten. Das Hochwasser von 2013 hinterließ an der Kösslbachbrücke Spuren, die weit über das sichtbare Treibgut hinausgingen. Die enorme Fließgeschwindigkeit und die massiven Turbulenzen an der Mündung des Kößlbachs führten zu gefährlichen Auskolkungen. Das Wasser begann, das Erdreich und den Fels rund um die Brückenpfeiler wegzuspülen – die Brücke wurde regelrecht „gerüttelt“.

Für uns Fischer hat diese bauliche Notwendigkeit eine interessante Folge: Diese massiven Steine im Bereich der Fundamente bilden nun künstliche Unterstände und Kehrwasser. Sie verstärken den Charakter der Brücke als „Standplatz-Garant“ und machen das Fundament zu einem noch attraktiveren Jagdrevier für die bereits erwähnte „Brückenforelle“.

Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass ein Hochwasser wie das von 2013 den Fischbestand vernichtet. Die Traun ist der natürliche Lebensraum unserer Forellen und Äschen, und sie haben über Jahrtausende Strategien entwickelt, um mit „großem Wasser“ umzugehen. Sie suchen Unterstände im Strömungsschatten der großen Felsen oder in den neu gesicherten Fundamenten der Kösslbachbrücke. Der fischereiliche Schaden durch die reine Kraft des Wassers hält sich oft überraschend in Grenzen.

Um die unterspülten Fundamente zu stabilisieren und vor künftigen Unterwaschungen zu schützen, wurden tonnenschwere Wasserbausteine (Bruchsteine) präzise um die Pfeiler und Widerlager platziert.

Die wahre Gefahr für die Langwieser Traun ist weit weniger spektakulär, aber weitaus tödlicher: Die Sedimentfracht durch menschliche Eingriffe.

Das Ersticken der Laichplätze: Wenn bei Niederwasser durch Entleerungen, Spülungen oder Baggerungen massiv Feinsedimente freigesetzt werden, geschieht eine Katastrophe im Kleinen. Der feine Schlamm setzt sich in die Lücken des Schotterbetts (das Interstitial). Dort, wo eigentlich Sauerstoff für die Eier der Bachforelle zirkulieren sollte, herrscht plötzlich Atemnot. Die Laichplätze werden buchstäblich versiegelt.

Was wir heute an den Ufern der Langwieser Traun beobachten, ist oft das Resultat von Fehlern, die kilometerweit flussaufwärts begangen wurden. Ein trauriges Paradebeispiel für die verheerenden Folgen menschlicher Eingriffe sind die Entleerungen der Geschiebesperren am Strobler Weißenbach im Zeitraum 2019 bis 2022.

Vernichtung des Zoobenthos: Das „Brot des Flusses“, die Kleinstlebewesen am Gewässergrund (Eintagsfliegen Larven, Köcherfliegen, Flohkrebse), verliert seinen Lebensraum. Wenn die Zwischenräume der Steine mit Feinsediment verkleben, bricht die Nahrungskette von unten her zusammen. Ein Fluss kann optisch klar aussehen, aber ökologisch durch diese „Verstopfung“ verödet sein.

Es unterstreicht die Notwendigkeit, das Revier übergreifend zu betrachten: Die Langwieser Traun ist keine Insel. Sie ist abhängig von einem verantwortungsvollen Umgang mit den Zubringern und Sperren im gesamten Oberlauf.

Der Faktor Niederwasser: Das tückische an Spülungen bei Niederwasser ist die fehlende Verdünnung und die geringe Transportkraft des Flusses. Der Dreck bleibt liegen, anstatt weggeschwemmt zu werden – besonders in den breiten, ruhigeren Abschnitten der Langwies oberhalb des Schulerstegs.

Das Bild zeigt einen gesunden Fluss Grund, der nach dem Hochwasser gereinigt und voll von Köcherfliegenlarven den Lückenrau besiedelt. Ein dem Fuß Grund rüttelndes Hochwasser wie im Jahr 2013 überseht ein Fluss wie die Traun ohne größere Schäden. Jedoch ist die Biologie des Flusses gegen eine menschliche verursachte „Schlammflut“ aus Geschiebesperren wehrlos. Anders als bei einem natürliches Hochwasser, welches Schotter bewegt und das Flussbett „durchspült“, setzten diese gezielten Entleerungen bei Niederwasser unvorstellbare Mengen an Feinsedimenten frei. Dieser feine Schlamm legte sich wie ein Erstickungstuch über die empfindlichen Kiesbänke und töten den gesamten Lebensraum über Jahre.

Fazit für die Revierbetrachtung

Während die Kösslbachbrücke nach 2013 mit Wasserbausteinen stabilisiert wurde, braucht die Biologie des Flusses Schutz vor technokratischen Eingriffen. Ein gesundes Revier wie die Langwieser Traun verkraftet ein rüttelndes Hochwasser, aber es leidet unter der unsichtbaren Last des Feinsediments.

Langwieserbrücke

Die Langwieserbrücke ist die Brücke, die im Ortsteil Langwies und die mittlere Brücke im Fischereirevier „Langwieser-Traun“ und die Verbindung zwischen der Salzkammergutstraße (B145) zum Bahnhof Langwies und dem rechtsufrigen Siedlungsbereich von Langwies herstellt. Historisch gesehen war diese Stelle besonders deshalb kritisch, weil das Tal hier eine natürliche Weitung erfährt, bevor es Richtung Süden wieder enger wird. Wie erwähnt, ist die heutige Brücke ein moderner Nachfolger der alten Holz- und späteren Eisenkonstruktionen, die über Jahrhunderte dem Transport von Salz und Holz dienten.

  • Futterwiesen: Da Ebensee aufgrund der Saline (Salzproduktion) stark industriell geprägt war, mussten die Arbeiter und Fuhrleute ihre Tiere (Pferde für den Holztransport, Kühe zur Selbstversorgung) versorgen. Die ebenen Flächen in Langwies boten dafür den nötigen Platz.
  • Lage an der Traun: Langwies liegt an einer Stelle, an der das Tal der Traun etwas breiter wird, bevor es sich in Richtung Bad Ischl wieder verengt. Diese natürliche Weitung begünstigte die Bildung dieser namensgebenden Grünflächen.
Die mittlere Brücke im Fischereirevier „Langwieser-Traun“ und die Verbindung zwischen der Salzkammergutstraße (B145) zum Bahnhof Langwies und dem rechtsufrigen Siedlungsbereich von Langwies.
Winterliche Aufnahme im Jänner 2026 bei einem extremen Niederwasser. Der Pegel Ebensee gibt 82 cm an.
Eine Drohnen-Aufnahme im Zuge der Laichplatzverbesserungsmaßnahmen an 5 Laichplätzen am 20. und 21. Jänner 2026. Die oberste der 5 Maßnahme war unmittelbar oberhalb der Langwieserbrücke.

Der Ortsteil Langwies liegt beidseitig der Traun.

Rechte Traun Seite: Hier liegt der Bahnhof, und die Wohnhäuser sind weit verteilt, Richtung Schulersteg und es ist auch die wesentlich ruhiger und naturbelassener Seite der Traun.

Linke Traun Seite: Dieser Teil mit dem Gasthof Hecka ist der Bereich, der direkt an die Verkehrswege angebunden ist, hier befindet sich auch die Feuerwehr Langwies. Das Feuerwehrhaus befindet sich am Grasbergweg. Es ist ein zentraler Treffpunkt im Ortsteil. Direkt an der Langwieser Straße – nahe dem Gasthof Heckawirt, aber eben der Bereich, der zur linken Seite der Traun, entlang der Salzkammergut-Bundestraße orientiert ist – liegt das Naturmuseum Salzkammergut (Naturwelten). Es widmet sich der heimischen Flora und Fauna und ist für Fischer besonders interessant, da es die Naturzusammenhänge der Region (Wälder, Berge und eben auch Flüsse) eindrucksvoll darstellt. Hier verläuft der geschichtsträchtige Soleweg (der ehemalige Leitungsweg der Saline). In diesem Bereich liegen auch die Siedlungsteile Richtung Roith.

Der Bahnhof Langwies ist der lokale Verkehrsknotenpunkt des Langwieser-Traun-Reviers. Am Bahnhof Langwies bleiben nach wie vor Personenzüge stehen. Er ist ein aktiver Haltpunkt an der geschichtsträchtigen Salzkammergutbahn (Strecke Attnang-Puchheim – Stainach-Irdning).

Am Bahnhof Langwies bleiben nach wie vor Personenzüge stehen. Er ist ein aktiver Haltpunkt an der geschichtsträchtigen Salzkammergutbahn (Strecke Attnang-Puchheim – Stainach-Irdning).

Taktung und Verbindungen

  • Regionalzüge (R) und Regionalexpress-Züge (REX): Langwies wird regelmäßig bedient. In der Regel halten die Züge dort im Stundentakt (mit leichten Abweichungen in den Randzeiten).
  • Richtung Norden: Man kommt ohne Umsteigen nach Ebensee Landungsplatz, Gmunden und weiter zum Knotenpunkt Attnang-Puchheim.
  • Richtung Süden: Die Züge fahren über Mitterweißenbach nach Bad Ischl, Bad Goisern und Hallstatt bis nach Stainach-Irdning.
„Train & Fish“: Man kann direkt aus dem Zug aussteigen, die wenigen Meter zum rechten Ufer hinuntergehen oder über die Langwieserbrücke zum Soleweg auf der linken Seite wechseln. Bedarfshalt: Wichtig zu wissen ist, dass Langwies oft ein Bedarfshalt ist. Das bedeutet, man muss im Zug rechtzeitig die Haltewunsch-Taste drücken oder am Bahnsteig deutlich sichtbar stehen, damit der Zug hält.
Dieser Blick aus der Vogelperspektive zeigt unser aktuelles Herzschlag-Projekt im Revier der Langwieser Traun. Mit der markanten Langwieserbrücke im Hintergrund dokumentiert die Aufnahme eine entscheidende Investition in die ökologische Zukunft unseres Gewässers. Während die Traun hier etwas breiter wird, arbeiten wir aktiv gegen die negativen Folgen von Feinsedimenten und historischen Verbauungen an. Durch gezielte Laichplatzverbesserungen schaffen wir wieder jene lockeren Kiesstrukturen, die unsere Bachforellen und Äschen für eine erfolgreiche natürliche Reproduktion so dringend benötigen. Siehe dazu einen eigenen Block-Beitrag über diese Maßnahme.

Die Brücken-Logik

Die Langwieserbrücke ist genau die Verbindung, die von der Bundesstraße (B145) auf der einen Seite über den Fluss direkt in den Ortsteil auf der anderen Seite führt. Wenn man also „in die Langwies“ fährt, überquert man die Traun meist von links nach rechts. Ein kleiner Orientierungstipp: Die Eisenbahnstrecke verläuft in diesem Bereich auf der rechten Seite der Traun auf der auch der Bahnhof Langwies liegt.

Die Brücke in Langwies ist mehr als nur eine Überquerung; sie ist eine lebenswichtiger Traun Übergang. Links im Bild ist der Bahnhof Langwies zu sehen.

Die Langwieserbrücke: Ein Nadelöhr der Geschichte

Die Brücke in Langwies war weit mehr als nur eine Überquerung; sie war eine lebenswichtige Verkehrsader in einem engen Tal.

  • Holzbau und Naturgewalten: Ursprünglich wurde die Brücke von der kaiserlichen Forstverwaltung errichtet. Da sie aus Holz bestand, war sie extrem anfällig für die berüchtigten Hochwasser der Traun. Besonders dramatisch war das Hochwasser von 1897, bei dem fast alle Brücken zwischen Bad Ischl und Ebensee weggerissen wurden – nur die alte Forstbrücke in Langwies hielt damals stand.
  • Die Eisenbahn-Revolution: Mit dem Bau der Salzkammergutbahn (eröffnet 1877) veränderte sich alles. Es entstanden zwei parallele Welten: Die normale Straßenbrücke für Fuhrwerke und die Eisenbahnbrücke. Letztere war so stabil gebaut, dass sie bei späteren Fluten oft die einzige Verbindung zwischen den Ufern darstellte.
  • Industrielle Nutzung: In Langwies gab es zudem eine wichtige Verzweigung für die Schleppbahn der Saline. Über diese Gleise wurden Brennholz und Kohle zu den Sudpfannen transportiert. Die Brücke war also ein direkter Zubringer für die Energieversorgung der Salzproduktion.

Schulersteg

Was an der Kösslbachbrücke als wilder, tief in den Fels gespülter Gebirgsfluss begann, findet am Schulersteg seinen Abschluss. Als untere Reviergrenze markiert dieser schmale Übergang den Punkt, an dem die Traun die Freiheit der Langwieser Weitung wieder verlässt, um dem Ebenseer Ortszentrum entgegenzufließen.

Der Name ist hier Programm: Der Schulersteg dient seit Generationen als sicherer Schulweg für die Kinder, die auf der rechten Seite der Traun wohnen, aber auf der linken Seite zur Schule, Bushaltestelle oder zum Kindergarten gehen.

Der Name hat einen ganz praktischen Hintergrund aus der Ortsgeschichte:

  • Der Schulweg: Früher mussten die Kinder aus den Siedlungen in Langwies und Roith zu Fuß in die Schulen im Ebenseer Zentrum (Kohlstatt oder Hauptort) gehen. Der Steg war die entscheidende Abkürzung, damit die Kinder nicht den weiten Umweg über die großen Fahrbrücken nehmen mussten.
  • Sicherheit: Er diente dazu, die Fußgänger (insbesondere eben die Schüler) vom schweren Fuhrwerksverkehr und später vom Lkw-Verkehr der Saline und der B145 fernzuhalten.
Der Schulersteg, ist die untere Reviergrenze vom Langwieser-Traun-Revier.

Seine Funktion heute

Heute ist der Schulersteg vor allem bei Spaziergängern und Wanderern beliebt:

  1. Verbindung zum Soleleitungsweg: Er verbindet das Siedlungsgebiet am rechten Traunufer mit dem Wanderweg auf der linken Flussseite.
  2. Hochwasserschutz: Der Steg wurde im Laufe der Jahrzehnte mehrfach renoviert oder nach Hochwasserschäden neu aufgebaut. Die heutige Konstruktion ist eine moderne Stahlbrücke, die deutlich höher liegt als ihre hölzernen Vorgänger, um bei Fluten nicht mitgerissen zu werden.

Geografische Einordnung – ergänzende Reihenfolge flussabwärts

  1. Langwieserbrücke (Fahrbrücke)
  2. Schulersteg (Fußgängersteg)
  3. Obere Bundesstraßen-Brücke bei der Saline
  4. Rudolfsbrücke
  5. Traunbrücke (Ortszentrum)
  6. Fußgängerbrücke (Pensionisten-Steg)
  7. ÖBB-Eisenbahn Brücke
  8. Untere Bundesstraßenbrücke

Der Schulersteg ist für die Ebenseer ein Stück Identität – fast jeder Einheimische ist dort als Kind schon einmal über die Traun gelaufen.

Das Gebiet auf der linken Seite der Traun (gegenüber von Langwies) gehört offiziell zum Ortsteil Roith.

Wenn man es ganz genau nimmt, gibt es für dieses gegenüberliegende Ufer zwei Bezeichnungen, je nachdem, ob man die besiedelten Flächen oder die Landschaft meint:

Ortsteil Roith

Der bewohnte Teil auf der linken Flussseite, der sich flussabwärts Richtung Ebensee-Zentrum erstreckt, heißt Roith.

  • Der Schulersteg verbindet genau diese beiden Seiten: Er führt von Langwies (rechts) direkt hinüber nach Roith (links).
  • Früher war dieser Bereich stark landwirtschaftlich geprägt („Roith“ kommt von Rodung), heute befinden sich dort viele Wohnhäuser und Siedlungen.

2. Der „Steinfeld“-Bereich

Direkt gegenüber der Langwieserbrücke (beim Ausstieg aus dem Bahnhof und Überqueren der Brücke) nennt man das flache Gebiet links der Traun oft auch Steinfeld.

  • Die Brücke, die dort über die Traun führt, wird in Wanderbeschreibungen manchmal als Steinfeldbrücke bezeichnet (obwohl sie lokal meist einfach als die Langwieserbrücke bekannt ist).
  • Von hier aus beginnt der Anstieg in das Höllengebirge. Die steilen Felswände, die man von Langwies aus links der Traun sieht, gehören zum Massiv des Höllengebirges (mit dem markanten Bromberg und dem Feuerkogel weiter nördlich).

Zusammengefasst:

  • Rechts der Traun: Eisenbahn, Teil von Langwies, Bahnhof.
  • Links der Traun: Roith (Siedlungsgebiet) bzw. Steinfeld (direkt am Brückenkopf/Soleweg), Salzkammergut Bundesstraße, Heckawirt, Museum, Feuerwehr.
Während die Langwieserbrücke flussaufwärts den schweren Verkehr der modernen Zeit trägt, wirkt der Schulersteg wie ein Entschleunigung Filter. Mit seiner strengen Gewichtsbeschränkung von 1,5 Tonnen verwehrt er schweren Fahrzeugen den Durchgang und bewahrt so die Ruhe am Wasser. Für den Fischer bedeutet das: Man ist hier noch „unter sich“. Wer am Schulersteg steht und flussaufwärts in die breite Langwieser Traun blickt, sieht eine Flusslandschaft, die durch dieses Nadelöhr vor der totalen Erschließung geschützt wird. Es ist ein Ort, an dem die Zeit – genau wie die Breite der Fahrbahn – ein wenig stehen geblieben ist.

Fischbuch – Langwieser-Traun Revier

Das Fischereirevier der Langwieser Traun ist weit mehr als nur ein Gewässerabschnitt – es ist ein lebendiges Geschichtsbuch der Salzkammergut-Fischerei. Administrativ in zwei Fischbucheinträge unterteilt, erstreckt sich dieses Juwel von der geschichtsträchtigen Kösslbachbrücke bis hinunter zum markanten Schulersteg.

Weitere Information sind im Fischbuch bei der Bezirkshauptmannschaft in Gmunden einzusehen.

Langwieser-Traun – Oberer Teil – Von der Kößlbachbrücke bis zur Aritzbach-Mündung

Der obere Abschnitt: Von der Kösslbachbrücke zur Aritzbach-Mündung
Dieser Teil des Reviers ist geprägt von historischer Schwere und ökologischer Dynamik. Die Kösslbachbrücke (Kesselbachbrücke) fungiert hier als „Dreifaches Tor“: Sie markiert die administrative Grenze zwischen den Bundesforste-Betrieben Ebensee und Bad Goisern, ist die obere Reviergrenze und erinnert an die Jahrhunderte alte Trennung zwischen dem kaiserlichen Ischl und dem klösterlichen Traunkirchen.
Der obere Abschnitt: Von der Kösslbachbrücke zur Aritzbach-Mündung
Dieser Teil des Reviers ist geprägt von historischer Schwere und ökologischer Dynamik. Die Kösslbachbrücke (Kesselbachbrücke) fungiert hier als „Dreifaches Tor“: Sie markiert die administrative Grenze zwischen den Bundesforste-Betrieben Ebensee und Bad Goisern, ist die obere Reviergrenze und erinnert an die Jahrhunderte alte Trennung zwischen dem kaiserlichen Ischl und dem klösterlichen Traunkirchen.
Auch wenn der Aritzbach fischereilich keine Hauptrolle spielt, ist er als geografischer Fixpunkt für die Revierstruktur dennoch unverzichtbar.

Langwieser-Traun – Unterer Teil – Von der Aritzbach-Mündung zum Schulersteg

Der untere Abschnitt: Von der Aritzbach-Mündung zum Schulersteg
Mit dem Eintreffen des Aritzbachs wandelt sich das Bild. Das Tal geht allmählich auf und gibt der Traun jene Breite, die der Langwies einst ihren Namen gab. In diesem zweiten Fischbuch-Abschnitt darf der Fluss „aufatmen“. Die Weitung begünstigt die fischereiliche Bewirtschaftung: Es entstehen flachere Ries-Strecken und weite Züge, die ideale Standplätze für Äschen bieten.
Der untere Abschnitt: Von der Aritzbach-Mündung zum Schulersteg
Mit dem Eintreffen des Aritzbachs wandelt sich das Bild. Das Tal geht allmählich auf und gibt der Traun jene Breite, die der Langwies einst ihren Namen gab. In diesem zweiten Fischbuch-Abschnitt darf der Fluss „aufatmen“. Die Weitung begünstigt die fischereiliche Bewirtschaftung: Es entstehen flachere Ries-Strecken und weite Züge, die ideale Standplätze für Äschen bieten.

Durch die digitale Hinterlegung im DORIS (Digitales Oberösterreichisches Raum-Informations-System) können wir für die Revierarbeit die Gewässer lt. Fischbuch abrufen. Um die Gewässer im Fischereirevier zu visualisieren und auf den geografischen Daten ein lokales, fischereiliches Gewässerbuch zu entwickeln, soll hier eine Revier Gewässer Datenbank entstehen, mit dem Hintergrund eine wasserrechtliche und naturschutzrechtliche Dokumentation, mit ergänzenden Bildinformationen, Befischungsdaten, Bestandsdaten und auch historisches Material, welche mit dem Gewässer in Verbindung stehen, dokumentiert werden.

Digitalisierung der Fischereireviere

Die Digitalisierung der Fischereireviere in Kombination mit den zum größten Teil digitalisierten Fischereirechten bietet den Behörden ein effizientes Werkzeug in der Verfahrensführung und erweitert das Informations- und Serviceangebot im Bereich E-Government des Landes Oberösterreich.

Ziel: FROSKG Gewässer-Datenbank

Ein Ziel ist es, die geografischen Informationen aus DORIS und die rechtlichen Daten aus dem Fischbuch mit fischökologischen Daten zu verknüpfen und zu bilanzieren, um ein biotisches und abiotisches Grundgerüst der Fischerei zu zeichnen. Dabei soll jedes Gewässer im FROSKG als Untersuchungsgebiet geographisch und klimatologisch beschrieben werden, sowie auf abiotische Faktoren der Flussgebiete und die biotischen Regionen eingegangen werden. Im Rahmen der Bilanzierung werden Analysen
mit dem Schwerpunkt auf den Fließgewässern, den vorherrschenden mittleren Luft- und Gewässertemperaturen und den vorkommenden Fischarten, insbesondere ausgewählter Salmoniden Arten, durchgeführt. Mittels der Ergebnisse der Bilanzierung wird versucht sogenannte „Hot Spot-Gewässer“ auszuweisen. Die Bezeichnung Hot Spot-Gewässer ist an den allgemeinen Begriff „Biodiversitäts-Hot Spot“ angelehnt. Ein Biodiversitäts-Hot Spot ist ein Bereich, der von einem hohen endemischen Artenvorkommen und von einer starken Bedrohung charakterisiert ist (Myers, 1988). Hier werden damit Gewässer gekennzeichnet, in denen die ausgewählten Salmoniden Arten oder deren Lebensraum von den
Auswirkungen des Klimawandels, besonders durch Veränderungen der Temperatur und des Wasserführung, möglicherweise gefährdet sein könnten.

Ziel ist, die Bilanzierung der Gewässer mittels aller verfügbaren Daten mit fischökologischen und wasserrechtlichen Daten zu erheben und eine Ausweisung von „Hot Spot-Gewässer“ verfügbar zu machen.

Weitere Informationen

Ende Juni 2024 ist unsere Festschrift „100-Jahre Fischereirevier Oberes Salzkammergut“ mit über 200 Seiten zur Historie, zur Geschichte, zum Brauchtum der Fischerei im Salzkammergut vorgestellt worden. Das Buch wurde über 2 Jahre akribisch recherchiert und vorbereitet. Ende Juni 2024 wurde das Buch im Rahmen der 100-Jahr Feier FROSKG präsentiert und verfügbar. Leider sind nur noch geringe Restbestände von der Festschrift verfügbar.

Um unsere Arbeit zum Schutz der Wildkultur-Fisch-Entwicklung zu unterstützen und ihrer Gewässer, ist dies nur der Großzügigkeit unserer Unterstützer möglich. Jeder Teil unseres Erfolgs ist also das Ergebnis Ihrer Leidenschaft und Ihres Engagements. 
Besondere Anlässe verlangen eine besondere Würdigung. Für unser großes Jubiläen war immer schon eine Festschrift eingeplant. Unsere Festschrift zur 100-Jahr-Feier Fischereirevier Oberes Salzkammergut ist eine besondere Publikation, die zu unser Jubiläum am 29. Juni 2024 veröffentlicht wurde. Sie dient dazu, die Geschichte, Errungenschaften und bedeutenden Ereignisse der letzten 100 Jahre zu dokumentieren und zu würdigen. Zum Pfingstwochenende ist die auf 216 Seiten angewachsene Festschrift nun druckfertig aufbereitet und wurde am 20. Juni 2024 zur 100-Jahr Feier präsentiert..
Der Fischfang an der Oberen Traun wurde bei den landesfürstliehen Herrschaften Pflindsberg und Wildenstein sowie der Jesuitenherrschaft Hinterberg lange im Rahmen der dominikalen Wirtschaftsbetriebe von besolde­ten Fischern ausgeführt. Im Falle der Kloster­herrschaft Traunkirchen wurde die Fischerei an einzelne Untertanen übertragen, die hierfür Abgaben zu leisten hatten, welche in Geld oder einem Teil der gefangenen Fische bestanden. Es handelte sich hierbei um Grundholden der Herrschaft nahe der Fischwässer. Im Markt Aussee stand der Fischfang allen Gemeinde Bürgern und Einwohnern nach Bedarf zu, wurde aber später ebenfalls von bezahlten Fischern besorgt. Ab dem 18. Jahrhundert wurde der Pachtfischereibetrieb bei den Herrschaftsfischwässern, wie beim Markt Aussee vergeben; nur die Traunkirchner Klosterfischer bewahrten sich sehr lange eine gewisse Eigenständigkeit.
Heimo bei der Arbeit
Artikel ist in Arbeit
 

„Die Geschichte der Menschheit kann nicht ohne die Fischerei gedacht werden.“

Zitat von Prof. DDr. Peter Löw