Heute waren wir elektrofischen, aber nicht für die Bestands-Statistik und nicht für den Besatz. Diesmal ging es um etwas, das man einem Fisch nicht ansieht: seine Herkunft. Gemeinsam mit dem FROSKG-Obmann Stv. Philipp, habe ich Bachforellen gefangen, jeder eine kleine Probe entnommen und sie wieder schwimmen lassen. Die Proben gehen an die Universität Graz. Hier gibt es ein Labor, die uns auswerten können, welches Erbgut in unseren Forellen steckt. Donaustämmig oder atlantisch. Um diese eine Frage hat sich der heutige Nachmittag gedreht.

Zwei Linien in einem Fisch
In Österreich treffen zwei große Abstammungslinien der Bachforelle aufeinander. Die atlantische und die donaustämmige, oft danubische Linie genannt. Unsere Bäche im Salzkammergut entwässern über Traun und Donau ins Schwarze Meer. Von Natur aus gehört hierher also die donaustämmige Forelle. Viele Fischer nennen sie schlicht die Ur-Forelle.

Das unsichtbare Erbe
Über mehr als ein Jahrhundert lang wurde massenhaft fremdes Erbgut in unsere Gewässer eingebracht. Der Grund dafür war rein pragmatisch: Bachforellen der atlantischen Linie ließen sich in den Fischzuchten viel leichter vermehren und wurden deshalb beim Besatz konsequent bevorzugt. Doch dieser künstliche Druck blieb nicht ohne Folgen. Wo die atlantischen Forellen eingesetzt wurden, vermischten sie sich mit den alteingesessenen Beständen oder verdrängten sie über die Jahrzehnte komplett.
Das Tückische daran: Man sieht es dem Fisch im Kescher schlichtweg nicht an. Eine donaustämmige und eine atlantische Bachforelle können direkt nebeneinander im Bach schwimmen, dieselbe wunderschöne rote Punktierung zeigen – und doch verrät erst der Blick ins Erbgut, wer wirklich von hier stammt.
In vielen Bächen hat dieser Verdrängungsprozess dazu geführt, dass von der ursprünglichen, heimischen Linie nichts mehr übrig ist. Genau deshalb fahren wir hinaus ans Wasser. Es ist eine Suche in den Oberläufen unserer Zubringerbächen: Wir wollen und müssen wissen, in welchen verborgenen Seitenbächen bei uns noch echtes, unberührtes donaustämmiges Erbgut sitzt – bevor diese genetische Schatzkammer für immer verloren geht.

Genau deshalb fahren wir hinaus und suchen. Wir wollen wissen, wo bei uns noch echtes donaustämmiges Erbgut sitzt, bevor es verloren geht.
Die „Schwarze Forelle“ und die Gen-Resistenz
Unsere Suche nach der donaustämmigen Bachforelle ist weit mehr als reine Nostalgie oder genetische Detektivarbeit. Sie ist ein Wettlauf gegen die Zeit – und vielleicht der Schlüssel zum Überleben der Art in unserer Heimat.

Die Wissenschaft hat uns in den letzten Jahren schmerzhaft vor Augen geführt, vor welcher existentiellen Bedrohung unsere Fließgewässer stehen. Das Stichwort lautet: Die „Schwarze Bachforellenkrankheit“ (PKD). Begünstigt durch den Klimawandel und steigende Wassertemperaturen, rafft diese Erkrankung im Sommer vielerorts ganze Forellenbestände dahin. Doch die Zusammenarbeit mit Wissenschaftler hat uns ein entscheidendes Licht am Ende des Tunnels aufgezeigt.
Unsere einzige Chance: Evolutionärer Heimvorteil
Die Daten der Wissenschaftler deuten auf eine kleine Chance hin: Ausgerechnet die ursprüngliche, donaustämmige Linie besitzt durch ihre jahrtausendelange Anpassung an unser Flusssystem das Potenzial, Resistenzen gegen diese tödliche Krankheit zu entwickeln. Die überzüchtete, atlantische Linie hat dieser Bedrohung meist nichts entgegenzusetzen.
Das bedeutet konkret: Nur mit dem echten, donaustämmigen Erbgut haben wir die einzigartige Chance, einen robusten und resistenten Bachforellen-Stamm in der Oberen Traun aufzubauen.
Es ist ein Hoffnungsschimmer für die Zukunft der Traun. Diesen Weg hat uns die Wissenschaft gewiesen, und wir werden diesen Funken Hoffnung auf keinen Fall unversucht lassen. Jeder genetische Treffer in den Seitenbächen ist der Grundstein für die Rettung unserer Bachforelle.
Der rote Faden: Das „Forellen-Puzzle“
Wir warten nicht darauf, dass andere das Problem für uns lösen. Mit dem Bruthaus (MBM) in Ebensee und dem FischLab-Mühlbach in Altmünster haben wir in den letzten Jahren gezielt die baulichen und fachlichen Voraussetzungen geschaffen, um unsere „WildKultur-Fisch-Entwicklung“ selbst in die Hand zu nehmen.
In diesen modernen Anlagen können wir die Fische von der Eigewinnung bis zur kontrollierten Aufzucht begleiten – unter perfekten Bedingungen und absolut regional.
Die aktuelle Suche nach dem genetischen Ursprung unserer Bachforellen ist daher nur die logische Konsequenz unseres Weges. Um die Brutrinnen in Ebensee und Altmünster gezielt mit Eiern der widerstandsfähigsten, donaustämmigen Elterntieren zu besetzen, brauchten wir die Wissenschaft. Die Gen-Analyse liefert uns jetzt den entscheidenden, fehlenden Baustein für unser Forellen-Puzzle. Damit können wir das Fundament für eine echte, zukunftsfähige WildKultur-Fisch-Entwicklung im Oberen Salzkammergut aufbauen.
Der 1/2 Tag am Wasser ist gut investiert
- Erste Station war der Langbathbach, auf Höhe der Talstation der Feuerkogel-Seilbahn. Hier ging es schnell. In kürzester Zeit hatten wir neun Proben im Kasten. Ein guter Start, der Laune macht.
- Weiter zum unteren Rindbach, auf Höhe des Schranken. Hier blieb der Kescher leer. Kein Fisch, keine Probe. In den oberen Rindbach wären wir gerne aufgefahren, aber ohne Schlüssel für die Schranke war das nicht möglich. Den heben wir uns für das nächste Mal auf.
- Dann ging es ins Aurachtal, oberhalb der Fischzucht. Dort hat uns der Bach positiv überrascht. Der Zustand des Abschnitts ist gut, und das zeigte sich gleich am Fang. In kurzer Zeit hatten wir acht Proben.
- Zum Schluss noch der Weidenbach, ein Zubringer zur Aurach. Wir sind ein Stück ins Tal hineingefahren, bis zur ersten Brücke. Der Bach führte wenig Wasser, trotzdem konnten wir vier Proben entnehmen.

Macht einundzwanzig Proben an einem Nachmittag, aus vier Gewässern. Für eine erste Runde ist das eine ordentliche Ausbeute.
Befischungsstellen
Um diese wertvollen Puzzlesteine zu finden, richten wir unseren Blick ganz bewusst weg von den großen Hauptströmen und gehen direkt in die kleinen, oft unscheinbaren Zubringerbäche. Diese abgelegenen Zubringerbäche sind unsere größten Hoffnungsträger. Abgeschirmt vom intensiven Besatztourismus der vergangenen Jahrzehnte, könnten hier – tief in den Tälern des Salzkammerguts – noch echte, danubische Bachforellen die Zeit überdauert haben.
Dass diese Hoffnung keineswegs utopisch ist, zeigt der Blick zu unseren Nachbarn: In Tirol und Kärnten wurden bei ähnlichen wissenschaftlichen Untersuchungen in abgelegenen Gebirgsbächen bzw. in einem Gebirgssee bereits solche genetisch reinen Ur-Bestände nachgewiesen. Das ist unser Treibstoff und unser Ansporn! Wenn es dort gelungen ist, diese genetischen Schatzkammern zu bergen, dann muss uns das im Oberen Salzkammergut erst recht gelingen. Wir gehen fischen – nicht für den Fang des Tages, sondern für die Zukunft unserer Gewässer.
Befischungs-Termin: 9. Juni 2026, 13:00 bis 17:00 Uhr
Dank des professionellen Einsatzes des Teams konnten im Freiland insgesamt 21 genetische Proben von Bachforellen absolut schonend entnommen werden. Zusammen mit weiteren 8 Proben, die wir im Zuge unserer täglichen Routinearbeiten direkt in der Fischzucht sichern konnten, haben wir nun eine stolze erste Tranche von 29 Proben beisammen. Dieses wertvolle Paket wird nun umgehend zu Steven Weiss an die Universität Graz geschickt, wo die erste wissenschaftliche Analyse startet. Wir warten mit Spannung auf die Ergebnisse aus dem Labor
| Gewässer | Stelle | Proben |
|---|---|---|
| Langbathbach | Talstation Feuerkogel-Seilbahn | 9 |
| Rindbach (unten) | Höhe Schranken | 0 |
| Aurach | oberhalb der Fischzucht | 8 |
| Weidenbach | bis zur ersten Brücke | 4 |
| Gesamt | vier Gewässer | 21 |
Geplante Befischungsstellen
Hier ist eine aktualisierte und erweiterte Tabelle für deine anstehenden Exkursionen in den nächsten Tagen und Wochen.
| Gewässer | Status / Ziel der Befischung | Fokus / Besonderheit |
| Grabenbach | Rettenbach Zubringer | Abgeschiedener Charakter, gute Chancen auf unberührte Genetik im Oberlauf. |
| Oberer Rettenbach | Geplant (Zubringer) | Wichtiges Habitat System, potenzieller Rückzugsraum vor historischem Fremdbesatz. |
| Radaubach | Geplant (Zubringer) | Strukturreiches Gewässer, idealer Kandidat für die Suche nach Reliktbeständen. |
| Traunkirchner Mühlbach | Geplant (Zubringer) | Direkter Bezug zu euren regionalen Aufzucht-Aktivitäten; spannend für lokale WildKultur. |
| Wimbach | Geplant (Zubringer) | Typischer Niederungsbach der in die Alm mündet. |
| Sulzbach | Bietet sich im Oberlauf (Perneck) an. Gehört zum Revier FFW. | Beste Voraussetzungen für genetisch isolierte Stämme. Idealer Kandidat für die Suche nach Reliktbeständen. |
| Kaltenbach | Bietet sich im Oberlauf (Ahorn) an. Gehört zum Revier FFW. | Beste Voraussetzungen für einen potenzieller Rückzugsraum vor historischem Fremdbesatz. |
Wie die Probe entnommen wird
Für die DNA-Probe nimmt man dem Fisch ein winziges Stück Flosse, etwa ein bis zwei Quadratmillimeter. Weil der Fisch durch die Elektrobefischung kurz betäubt ist, geht das rasch und schonend. Die Probe kommt sofort in ein Röhrchen mit technisch reinem Ethanol. Darin bleibt das Erbgut erhalten, weil der Alkohol dem Gewebe das Wasser entzieht. Und Wasser ist beim Abbau der DNA der größte Feind. So lässt sich eine Probe einige Tage lagern. Kühl aufbewahrt bleibt die Qualität erhalten. Der Fisch schwimmt nach wenigen Sekunden wieder davon.

Warum die Herkunft zählt
Manch einer fragt sich, warum wir den Aufwand betreiben. Eine Forelle ist doch eine Forelle. Für uns nicht. Eine Forelle, die seit der letzten Eiszeit in einem Bach lebt, ist an genau dieses Wasser angepasst. An seine Temperatur, an sein Nahrungsangebot, an seine Hochwässer. Dieses Wissen steckt im Erbgut und lässt sich nicht im Schnellverfahren in einer Zuchtanlage nachbauen.
Setzt man fremde Fische dazu, verwässert man dieses über tausende Jahre gewachsene Erbe. Das passt zu dem, was wir im Fischereirevier seit Jahren machen. Wir setzen auf heimische Fische aus dem eigenen Bruthaus, nicht auf zugekaufte Massenware. Wenn wir wissen, welche Bäche noch donaustämmige Forellen tragen, dann wissen wir auch, woher wir unsere Laichfische holen dürfen, ohne das Erbgut zu verfälschen.
Was im Labor in Graz passiert
Steven Weiss ist im Netz kein Unbekannter, wenn es um die genetische Herkunft von Bachforellen oder Äschen geht. In Graz untersucht man zwei Dinge an unseren Proben. Zum einen die mitochondriale DNA, die rein über die Mutter vererbt wird und die Grundlinie verrät. Zum anderen sogenannte Mikrosatelliten, das sind Abschnitte im Zellkern-Erbgut, die feine Unterschiede zwischen den Populationen sichtbar machen.

Aus der Kombination der beiden lässt sich ablesen, ob ein Fisch rein donaustämmig ist, rein atlantisch, oder eine Mischung aus beidem. Und in welchem Verhältnis. Erst diese Zahlen machen aus einem Bauchgefühl am Wasser eine belastbare Aussage.
Rahmenbedingungen der Elektrobefischung
Elektrofischen sieht einfach aus. Strom ins Wasser, Fisch kurz betäubt, Kescher drunter. Tatsächlich ist es eine der am strengsten geregelten Methoden in der ganzen Fischerei. Egal ob Bestandsaufnahme, Laichfischfang oder eine Probebefischung wie unsere DNA-Entnahme: Wer in Oberösterreich mit Strom fischt, braucht eine Bewilligung der Landesregierung. Ohne die geht nichts. Das hat seinen Grund. Nach dem OÖ. Fischereigesetz 2020 (LGBl. Nr. 41/2020) gilt das Gebot der Weidgerechtigkeit. Bestimmte Fangmittel sind verboten, darunter ausdrücklich der elektrische Strom, neben Sprengstoff, Gift und dem Stechen. Elektrofischen ist damit grundsätzlich untersagt. Nur in Ausnahmefällen, etwa für die ordnungsgemäße Bewirtschaftung, für Bestandsaufnahmen oder für wissenschaftliche Zwecke, bewilligt es die Landesregierung auf Antrag. Die Bewilligung ist zeitlich befristet und an Auflagen gebunden.

Wer darf das überhaupt
Mit dem Gerät ins Wasser darf nicht jeder. Erlaubt ist die Elektrofischerei nur Personen, die zwei Dinge nachweisen.
- Erstens eine fachliche Ausbildung: einen behördlich anerkannten Elektrofischereikurs, in dem Gerätekunde, Sicherheit und der schonende Umgang mit dem Fisch geprüft werden.
- Zweitens eine Berechtigung am Gewässer: Man muss fischereiausübungsberechtigt sein oder im direkten Auftrag des Berechtigten handeln.
- Deshalb arbeiten wir eng mit den Österreichischen Bundesforsten zusammen. Sie sind im Salzkammergut der größte Fischereirechtsinhaber und bringen Revier Wissen und Zugang zu den Gewässern mit ein.
- Unsere Bewilligungen zum Elektrofischen und zum Laichfischfang im Fischereirevier Oberes Salzkammergut liegen vor, befristet und behördlich erteilt.
Kein Tierversuch, und warum das stimmt
Ein Punkt, der oft falsch verstanden wird: Die Entnahme einer winzigen Gewebeprobe für die DNA-Analyse ist kein Tierversuch. Das ist keine Auslegungssache, das steht im Gesetz.
Das Tierversuchsgesetz 2012 zieht die Grenze in § 2 sehr genau. Ein Tierversuch liegt erst dann vor, wenn der Eingriff Schmerzen, Leiden oder Schäden verursachen kann, die einem Kanüleneinstich nach guter tierärztlicher Praxis gleichkommen oder darüber hinausgehen. Praktiken, die darunter bleiben, fallen nach § 1 ausdrücklich nicht unter das Gesetz.
Ein Flossenschnitt von ein bis zwei Quadratmillimetern bleibt unter dieser Schwelle. Der Fisch ist durch die Befischung kurz betäubt, der Eingriff dauert Sekunden, das Tier schwimmt unbeschadet weiter. Damit ist es ein minimalinvasiver Routineeingriff, kein Tierversuch.
Wir halten den Stress klein
Jeder Fang bedeutet Stress für den Fisch. Den halten wir so gering wie möglich, indem wir bestehende Arbeiten nutzen, statt eigens auszufahren. Ein Teil der Proben fällt ohnehin in der Fischzucht an. Was bei der täglichen Arbeit durch die Hände geht, lässt sich gleich beproben. Die Beprobung im Freiland hängen wir an die ohnehin genehmigten Elektrofischfang- und Laichfischfang-Maßnahmen an. Kein zusätzlicher Eingriff, kein zusätzlicher Stress für den Bestand.
Fazit
Wer alle Auflagen des OÖ. Fischereigesetzes einhält, muss Schutz und Forschung nicht gegeneinander ausspielen. Der Bestand bleibt geschont, und wir kommen der traun-danubischen Ur-Forelle trotzdem auf die Spur. Beides geht zusammen, wenn man sich an die Regeln hält.
Konsequenter Schutz unserer Reviere
Egal, was die Labor Ergebnisse am Ende im Detail zeigen – eine fundamentale Regel steht für uns felsenfest: Besatzfische unbekannter Herkunft haben in unseren natürlichen Gewässern absolut nichts verloren
Jedoch in den sensiblen Ökosystemen unserer Heimat – in den unberührten Bächen, der wilden Traun und der Ischl im Revier Oberes Salzkammergut – hat diese Praxis Hausverbot. Unser Credo: Wer genetische Wundertüten aus unbekannter Herkunft in lebendige Flusssysteme kippt, zerstört die Evolution von Jahrtausenden und gefährdet die Zukunft unserer Wildfische. In das Obere Salzkammergut gehört nur das, was auch von hier stammt.
Man muss hier ganz klar differenzieren: Wenn Speisefische in geschlossene Teichanlagen, kommerzielle Angelteiche oder in stark anthropogen veränderte Gewässer – wie künstliche Kanäle oder durch Sunk und Schwall massiv geschädigte Abschnitte – eingesetzt werden, dann mag das seine Berechtigung haben. Solche Anlagen unterliegen teilweise gar nicht dem OÖ. Fischereigesetz oder dienen eben rein der Fischproduktion. Das ist Wirtschaft, nicht Naturschutz – und das ist auch völlig legitim.
Auch wir schätzen den Fisch als hervorragendes Lebensmittel und kaufen Speisefische zu, um den Tisch zu decken. Ich selbst brauche privat rund 200 bis 300 Stück pro Jahr für die Küche. So viele Wildfische geben unsere Gewässer schlichtweg nicht mehr her, und es wäre fatal, diesen Bedarf rein aus dem Wildbestand decken zu wollen.
Wo die Nutzung zur Lebensmittelgewinnung im Vordergrund steht, hat die Zucht ihre absolute Berechtigung. Jedoch in den sensiblen, natürlichen Ökosystemen unserer Heimat – in den wertvollen Aufzuchtbächen, der Traun und der Ischl im Revier Oberes Salzkammergut – haben Besatzfische in Speisefisch Größe oder gar als gemästete „Trophäenfische“ unbekannter Herkunft endgültig nichts mehr verloren.
Wie es weitergeht
Jetzt heißt es warten. Die Proben sind unterwegs nach Graz, die Auswertung braucht ihre Zeit. Sobald die Ergebnisse da sind, berichte ich hier im Blog, welche unserer Bäche noch echte Ur-Forellen tragen und wo das alte Erbgut schon verloren ist.
Ich bin gespannt. Der Langbathbach und die obere Aurach haben mich heute hoffen lassen. Ob die Forellen halten, was der erste Eindruck verspricht, sagt uns am Ende nicht der Kescher, sondern das Labor.
Quellen
Weiss, S.: Forschungsprofil und Curriculum Vitae, Institut für Biologie, Karl-Franzens-Universität Graz. homepage.uni-graz.at/de/steven.weiss
Der Standard: Der heimischen Bachforelle auf der Spur. Zur atlantischen und donaustämmigen Linie und zur Verdrängung der heimischen Forelle. derstandard.at
Der Tagesspiegel: Im Hochgebirge überlebt. Zur Verbreitung der danubischen und atlantischen Bachforelle. tagesspiegel.de
GBOL, Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe: Konservierung von Tier-Gewebe für DNA-Analysen. Zur Konservierung in 96 prozentigem Ethanol und zur Kühlung. smnk.de
Acta ZooBot Austria 153 (2016): DNA-Analysen von Sammlungsmaterial. Zur Gewebeprobe in Alkohol und zum Verhältnis Probe zu Ethanol. zobodat.at
OÖ. Fischereigesetz 2020, LGBl. Nr. 41/2020 in der geltenden Fassung. Weidgerechtigkeit, verbotene Fangmittel und Ausnahmen für die Elektrofischerei. Volltext im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS).
Land Oberösterreich, Fischereirecht sowie Verbotene Fangmittel und Fangmethoden. land-oberoesterreich.gv.at.
Tierversuchsgesetz 2012 (TVG 2012), BGBl. I Nr. 114/2012 in der geltenden Fassung, § 1 und § 2 (Begriff des Tierversuchs, Kanüleneinstich-Schwelle).
Richtlinie 2010/63/EU zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere.
Fischereimanagement Salzkammergut, huberpower.com, Beiträge zum Elektrofischen.
Weitere Informationen
Neugierig auf mehr? Wissen endet nicht mit dem letzten Punkt. „Tiefgang statt nur Oberfläche: Entdecke die Arbeit und Forschung um unsere Gewässer – mit einem Klick zu unseren exklusiven Insights und modernen Management-Strategien.“
Kulturfolger sind Tiere oder Pflanzen, die aufgrund anthropogener Landschaft verändernder Maßnahmen Vorteile erlangen und deshalb dem Menschen in seine Kulturlandschaft (Forst, Äcker, Wiesen, Behausungen, Zuchtanlagen) folgen. Das Gegenteil der Kulturfolger sind Kulturflüchter. Wir betreiben mit unseren „FischLab-Mühlbach und Bruthaus-Miesenbachmühle (MBM) = FischLab“ (1) eine „Antidomestikations-Zucht“ (2). Während der Speisefischzüchter den Fisch an den Menschen anpasst, versuchen wir die Zuchtbedingungen so weit wie möglich an die Wildnis anzupassen. Wir produzieren keine „Haustiere“, sondern „Wildtiere auf Zeit“, die so schnell wie möglich wieder in ihre angestammte Rolle als Kulturflüchter zurückkehren sollen.
„Es ist nicht genug zu wissen, man muss es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muss es auch tun.“ Zitat von Johann Wolfgang von Goethe

