Es freut mich, dass die erste Analyse einer Gewässer Datenbank für das FROSKG steht! Das war ein schönes Stück Arbeit – vom ersten groben Tabellenentwurf bis zur jetzigen Liste mit 82 Gewässern, sauberer Hierarchie über vier Ordnungen, den W-Nummern aus dem Wildbachkataster und den ersten DORIS-IDs. Ein Ziel ist es, die geografischen Informationen aus DORIS und die rechtlichen Daten aus dem Fischbuch mit fischökologischen Daten zu verknüpfen und zu bilanzieren, um ein biotisches und abiotisches Grundgerüst der Fischerei zu zeichnen. Dabei soll jedes Gewässer im FROSKG als Untersuchungsgebiet geographisch und klimatologisch beschrieben werden, sowie auf abiotische Faktoren der Flussgebiete und die biotischen Regionen eingegangen werden.

Gewässer Inventur
Im Rahmen der Bilanzierung werden Analysen mit dem Schwerpunkt auf den Fließgewässern, den vorherrschenden mittleren Luft- und Gewässertemperaturen und den vorkommenden Fischarten, insbesondere ausgewählter Salmoniden Arten, durchgeführt. Mittels der Ergebnisse der Bilanzierung wird versucht sogenannte „Hot Spot-Gewässer“ auszuweisen. Die Bezeichnung Hot Spot-Gewässer ist an den allgemeinen Begriff „Biodiversitäts-Hot Spot“ angelehnt. Ein Biodiversitäts-Hot Spot ist ein Bereich, der von einem hohen endemischen Artenvorkommen und von einer starken Bedrohung charakterisiert ist (Myers, 1988). In dieser Aufstellung werden damit Gewässer gekennzeichnet, in denen die ausgewählten Salmoniden Arten oder deren Lebensraum von den Auswirkungen des Klimawandels, besonders durch Veränderungen der Temperatur und des Wasserführung, möglicherweise gefährdet sein könnten.
Ziel ist, die Bilanzierung der Gewässer mittels aller verfügbaren Daten mit fischökologischen und wasserrechtlichen Daten zu erheben und eine Ausweisung von „Hot Spot-Gewässer“ verfügbar zu machen.

Wenn wir über den Schutz unserer Gewässer und das Überleben von Forelle und Äsche sprechen, dürfen wir den Blick nicht nur auf die großen Flüsse im Tal richten. Das gesamte Flusssystem ist untrennbar miteinander verbunden – und es beginnt ganz oben am steilsten Hang.
Runze – Runse – Runtse (Die Wurzel)
- Status: Kleinstes Glied, steil, fast nie dauerhaft wasserführend (intermittierend).
- Im alpin-geografischen Sprachgebrauch und besonders im Kontext von Berg- und Wildbachregionen wie dem Salzkammergut ist eine Runze (manchmal auch Runtse oder Runse) eine Bezeichnung für eine schmale, steile Erosionsrinne oder Schlucht im Berghang.
Auch wenn diese Runzen die meiste Zeit des Jahres trocken liegen oder nur als unscheinbare Rinnen wirken: Bei Starkregen oder der Schneeschmelze werden sie zu den ersten, pulsierenden Adern unseres Wassernetzes. Sie transportieren das saubere, kalte Schmelzwasser der Hochlagen ins Tal und sind – was für die Fischerei oft entscheidend ist – der natürliche Motor für den Geschiebehaushalt.
Über diese kleinsten Einheiten gelangt bei Unwettern der lebensnotwendige, frische Kies in die Bäche und Flüsse des Salzkammerguts. Werden diese Runzen im Zuge von unüberlegten Bauprojekten, Lawinenverbauungen oder durch massive forstwirtschaftliche Eingriffe komplett abgeriegelt, spüren das die Fische kilometerweit flussabwärts, weil die Laichplätze verockern und verschlammen. Für Natura Aquatica steht fest: Echter Gewässerschutz denkt im gesamten Einzugsgebiet – von der kleinsten Runze am Berg bis zum tiefen Gewässer im Tal.
Sie entsteht durch die Urkraft des Wassers und ist eng mit der Entstehung von Wildbächen verknüpft.
Der Graben, das Gerinne (Die Sammelader)

Wenn im Graben bzw. dem kleinen Gerinne die Wasserführung stabil wird, schlagen wir die Brücke von der reinen Geografie zur lebendigen Biologie. Ab hier redet die Fischerei und der Naturschutz ein gewichtiges Wort mit: Sobald ein Gerinne meist stabil Wasser führt, siedeln sich dort die ersten Wasserinsekten an (Eintagsfliegen-, Steinfliegen- und Köcherfliegenlarven). Diese sind die fundamentale Nahrungsgrundlage für alles, was weiter unten schwimmt. Wenn diese „Sammeladern“ verockern oder austrocknen, stirbt die Nahrungskette des gesamten Flusses von oben herab.
- Status: Hier kommen oft mehrere Runzen zusammen. Ein Graben ist bereits tiefer in die Landschaft eingeschnitten und hat ein definiertes Bett.
- Wasser: Er führt nach Regenfällen oder im Frühling deutlich länger Wasser als die Runze, kann im Hochsommer aber immer noch versiegen. In Österreich tragen unzählige dieser Abschnitte Namen wie „Lahnengraben“, „Ackergraben“ oder „Burggraben“.
- Gerinne ist dabei der allgemeinere, technische Begriff für jede künstliche oder natürliche Rinne, in der Wasser fließt.
Das Bächlein wird zum Bach (Der permanente Lebensraum)
Wenn das Bächlein zum permanenten Bach wird, müsste hier eigentlich die vitale Kinderstube der Forellen und Äschen liegen. Stattdessen stehen wir heute vor ökologischen Sackgassen: Durch Verbauungen, Wehre, falsch dimensionierte Rohrdurchlässe bei Forstwegen und harte Uferbefestigungen sind diese permanenten Lebensräume zumeist vom Hauptfluss abgeschnitten. Die erwachsenen Fische können zum Laichen nicht mehr aufsteigen, und die wenigen geschlüpften Jungfische finden keine geschützten Habitate mit flachen Uferzonen mehr.
- Status: Sobald der Graben die Talsohle erreicht oder von permanenten Quellen (Grundwasser) gespeist wird, wird er zum Bach.
- Wasser: Er führt das ganze Jahr über (perennierend) Wasser.
- Bedeutung für die Fischerei: Hier beginnt der eigentliche Lebensraum für Lebewesen. In diesen kleinen Bächen (den Oberläufen) finden sich die ersten Kleintiere (Makrozoobenthos) und oft die Kinderstuben (Laichgebiete) der Bachforellen, weil das Wasser hier noch geschützt, kühl und sauerstoffreich ist.
Der Fluss – die Traun und die Ischl (Das Hauptgewässer)
Hier schließt sich der Kreis im Salzkammergut. Die Traun und die Ischl sind die Lebensadern der Region – majestätische Flüsse, die weltweit für ihre Schönheit und ihr Fliegenfischen bekannt sind. Aber sie sind eben nur so gesund wie das gesamte Netzwerk, das sie speist. In der Traun und in der Ischl sehen wir das Endergebnis dessen, was wir weiter oben im Einzugsgebiet tun oder versäumen. Jeder Wassertropfen, der hier vorbeifließt, hat seine Reise in einer winzigen Runze am Berghang begonnen, ist durch einen Graben gerauscht und hat die (hoffentlich bald wieder offenen) Kinderstuben der Bäche durchquert.
Wenn wir heute an der Traun oder der Ischl stehen und den dramatischen Rückgang der Fischbiomasse beklagen, dann dürfen wir den Fehler nicht nur im großen Fluss suchen. Die Traun und die Ischl können nur so gesund, kühl und fischreich sein, wie es ihre Zubringer zulassen. Jedes verbaute Betonrohr im Oberlauf, jede zerstörte Runze und jeder verschlammte Graben nimmt den großen Hauptflüssen ein Stück ihrer Lebenskraft.
- Aus vielen Bächen wird schließlich der Fluss (wie die Traun oder die Ischl bei uns im Salzkammergut).
Einleitung und Geltungsbereich
Das Fischereirevier Oberes Salzkammergut ist das südlichste Revier Oberösterreichs und liegt zur Gänze im Bezirk Gmunden, mitten in den Nördlichen Kalkalpen. Es ist ein Eldorado auf engstem Raum: die Obere Traun als Lebensader, dazu Seen, Bäche und Klammen, die sich auf wenige Quadratkilometer verteilen. Die See- und Flussfischerei hat hier jahrhundertelange Tradition – erstmals 1494 von Kaiser Maximilian per Dekret geregelt.

Mit der Oö. Fischereireviere-Verordnung (LGBl. Nr. 64/2024, in Kraft seit 1. August 2024) wurde Oberösterreich lückenlos in 38 Fischereireviere gegliedert und im Digitalen Oberösterreichischen Raum-Informations-System (DORIS) hinterlegt. Zum Fischereirevier Oberes Salzkammergut gehört laut Verordnung „die Traun samt ihren Zuflüssen“ innerhalb klarer Reviergrenzen: Die flussabwärtige Grenze liegt in Ebensee bei der Mündung der Traun in den Traunsee, die flussaufwärtigen Grenzen sind die Landesgrenzen zu Salzburg und zur Steiermark bzw. die Quellbäche der Traunzuflüsse auf oberösterreichischem Gebiet. Hinzu kommen der Hallstätter See, die Gosauseen, die Langbathseen, der Offensee, der Nussensee, der oberösterreichische Teil des Wolfgangsees sowie der Fluss Ischl samt ihren Zuflüssen.
Dieser Bericht stellt die Zubringerbäche dieses Reviers zusammen – ausdrücklich auch die Zubringer der durchflossenen Seen (Hallstätter See, Gosauseen) und, wo bekannt, die Zubringer der Zubringer. Aufgenommen ist auf besonderen Wunsch auch der Strobler Weißenbach, obwohl dieser im Land Salzburg liegt und damit außerhalb des Reviers; er ist als Ausnahme gekennzeichnet.
Gewässernummern-System(e)
Es treibt jeden Revierobmann und Bewirtschafter bei Behördenverfahren regelmäßig in den Wahnsinn: Die babylonische Sprachverwirrung der Gewässernummern. Dass ein und derselbe Bach im Salzkammergut – je nachdem, welche Behörde man fragt – drei oder vier verschiedene Nummern und Bezeichnungen hat, zeigt perfekt, wie zersplittert das System ist. Ich versuche mit der „FROSKG-Gewässer-Datenbank“ diese Systeme einmal sauber aufzuschlüsseln. Das entwirrt das Chaos und liefert das perfekte Werkzeug für den angekündigten „Skill-Transfer“ an die Bewirtschafter.
Wer schon einmal bei einer wasserrechtlichen Verhandlung saß, kennt das Problem: Man redet über denselben Bach, aber die Behördenvertreter werfen mit völlig unterschiedlichen Nummern um sich. Unsere Flüsse und Bäche sind in Österreich gleich mehrfach katalogisiert – je nachdem, wer welchen Zweck verfolgt.
Für den praktischen Gewässerschutz und die Arbeit im Revier müssen wir diese unterschiedlichen Nummernsysteme verstehen:
- Das WLV-System (Die Wurzeln): Die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) kümmert sich um die Sicherheit. Deshalb erfasst sie auch die kleinsten Runzen und temporären Bäche am Berghang in einem eigenen Nummernsystem, um Gefahrenpotentiale und Verbauungen zu dokumentieren.
- Das Fischbuch der Behörde (Das Recht): Sobald ein Gewässer groß genug ist, um fischereilich genutzt zu werden, bekommt es eine offizielle Ordnungs-Nummer im Fischbuch der Landesregierung (Bezirksverwaltungsbehörde). Diese Nummer definiert die rechtlichen Grenzen deines Reviers und wer dort fischereiberechtigt ist.
- Das DORIS-System (Die Geografie): Im Digitalen Oberösterreichischen Raum-Informations-System (DORIS) der Landesregierung hat jeder permanent wasserführende Strich in der Landkarte eine eigene, eindeutige Gewässernummer für die digitale Raumplanung.
Die Hierarchie im Flussnetz: Wer fließt in wen?
Um in diesem Dschungel nicht den Faden zu verlieren, nutzen moderne Gewässersysteme die Spalte „Stellung im Gewässernetz“. Sie zeigt die genaue Rangordnung und die Verwandtschaftsverhältnisse unserer Gewässer an – von der Hauptschlagader bis zur kleinsten Ader:
| Stellung im Netz | Erklärung für die Praxis | Beispiel im FROSKG |
| Hauptgewässer | Der zentrale Stamm des Flusssystems. | Die Traun |
| Zubringer 1. Ordnung | Fließt direkt in das Hauptgewässer. | Die Ischl (mündet in die Traun) |
| Zubringer 2. Ordnung | Fließt in einen Zubringer 1. Ordnung (Zubringer von Zubringern). | Die Rettenbach (mündet in die Ischl) |
| Zubringer 3. & 4. Ordnung | Die kleinsten permanenten Bäche und Gräben am Berg. | Der Grabenbach (Mündet in den Rettenbach) und die vielen kleine Quellbäche (Runzen) die in den Grabenbach münden. |
DORIS – Geografische Informationen
Die Digitalisierung der Fischereireviere in Kombination mit den zum größten Teil digitalisierten Fischereirechten bietet den Behörden ein effizientes Werkzeug in der Verfahrensführung und erweitert das Informations- und Serviceangebot im Bereich E-Government des Landes Oberösterreich.
h die digitale Hinterlegung im DORIS (Digitales Oberösterreichisches Raum-Informations-System) können wir für die Revierarbeit die Gewässer lt. Fischbuch abrufen. Um die Gewässer im Fischereirevier zu visualisieren und auf den geografischen Daten ein lokales, fischereiliches Gewässerbuch zu entwickeln, soll hier eine Revier Gewässer Datenbank entstehen, mit dem Hintergrund eine wasserrechtliche und naturschutzrechtliche Dokumentation, mit ergänzenden Bildinformationen, Befischungsdaten, Bestandsdaten und auch historisches Material, welche mit dem Gewässer in Verbindung stehen, dokumentiert werden.
Viele Informationen habe ich derzeit „noch“ nicht darüber, aber es geht darum, die ersten online Verfügbaren Daten zu sammeln und aus vielen Puzzle-Teilen ein Bild über ein Gewässer zu schaffen.
Fischbuch
In der Zwischenzeit gibt es auch sehr viele Funktionen, die vor allem für „Fischerei Bewirtschafter“ von Interesse sind, weniger für den Fischer. Als Bewirtschafter findet man jedoch in der Zwischenzeit sehr viele Informationen, wie:
- Neu: Fischereirevier
- Fischbuch Nummern
- Gewässer
- Fluss Kilometer
Weitere Information sind im Fischbuch bei der Bezirkshauptmannschaft in Gmunden einzusehen.
Ordnungsnummer
Es muss dieses Projekt ja mit einen Gewässer gestartet werden und da ist mir der „Obertrauner Mühlbach“, denn ich zu meiner Schande gar nicht kennen unter gekommen und mit diesen will ich eine Dokumentation über eine FROSKG-Gewässer Datenbank starten.
Die Gewässer im Einzelnen
Das Ebenseer Gewässersystem
Frauenweißenbach (Ebensee)
Gemeinde: Ebensee am Traunsee
Mündung / Lage: Rechtsufrig in die Obere Traun, nahe der Ortschaft Lahnstein, etwas oberhalb von Ebensee an der Saline.
Der Frauenweißenbach ist die fischökologische Eintrittspforte des Reviers von unten. Wo er nach einem knapp drei Kilometer langen, weitgehend natürlichen Lauf in einem breiten Schotterbett in die Traun mündet, treffen Berg und Fluss aufeinander – und genau hier hätten Seeforelle und Reinanke aus dem Traunsee einst ihre Kinderstube. „Früher wurden Reinanken aus dem Traunsee beim Laichen in der Frauenweißenbachmündung beobachtet“ – heute Lebende können sich daran kaum mehr erinnern. Das sagt alles über das ungenützte Potential dieses Baches. [Q-Defizit][Q-OON][Q-HP]
Der Bach ist kein einfacher Strich auf der Karte, sondern ein verzweigtes System. Er entsteht bei Dielleiten aus dem rechtsufrigen Offenseebach und dem linksufrigen Schwarzenbach samt Gimbach. Der Offenseebach (Einzugsgebiet rund 52 km²) entspringt dem Offensee; auf Höhe Hektometer 55 mündet der Grieseneckbach ein, der sich seinerseits aus Höllgraben, Steinbach und Grubenbach speist. Das gesamte Einzugsgebiet umfasst 86,05 km². [Q-BOKU][Q-HP][Q-Wiki]
Die Defizitanalyse 2013 zeichnet ein klares Bild des Unterlaufs: harte Verbauung, glatt betonierte Ufermauern, eine mittlere Bachbettbreite von nur 13 Metern – und damit massive Defizite bei Breiten- und Tiefenvarianz. Rund 100 Meter oberhalb der Mündung sperrt ein etwa 80 cm hohes Querbauwerk die flussaufwärts gerichtete Migration. Erst ab Bachkilometer 0,7 öffnet sich eine naturnahe Furkationsstrecke, die an der breitesten Stelle bis zu 70 Meter misst. Bei rund 1,2 km macht eine etwa 5 Meter hohe Schottersperre endgültig Schluss. [Q-Defizit]
Fischökologisch ist der Befund eindeutig: Der Frauenweißenbach wäre als Laich- und Jungfischhabitat für Seefischarten wie Seeforelle (Salmo trutta f. lacustris) und Reinanke (Coregonus sp.), aber auch für Äsche, Elritze und Koppe von hoher Bedeutung – doch das Querbauwerk im Mündungsbereich verriegelt dieses Potential. Die Prioritätenliste 2013 reiht die Auflösung des Sohlgurts bei Bachkilometer 0,1 als Maßnahme mit hoher Priorität. [Q-Defizit]
Offenseebach
Gemeinde: Ebensee am Traunsee
Mündung / Lage: Rechter Oberlauf des Frauenweißenbachs; vereinigt sich bei Dielleiten mit dem Gimbach.
Der Offenseebach ist der Abfluss des Offensees und der wasserreichere der beiden Frauenweißenbach-Oberläufe. Auf rund 6,6 Kilometern zieht er weitgehend natürlich durch den Wald, weist nur wenige Sohlstufen auf und schneidet im unteren Abschnitt eine Schlucht. An seiner Mündung steht das Kraftwerk Offensee 1 – ein Hinweis darauf, dass auch dieser stille Waldbach längst wasserwirtschaftlich in Dienst genommen ist. [Q-Wiki][Q-HP]
Mit einem Einzugsgebiet von rund 52 km² ist der Offenseebach das Rückgrat des Frauenweißenbach-Systems. Der Offensee selbst ist eine späteiszeitliche Bildung, dessen früheres Ausmaß an Felsumrandungen und Randmoränenresten oberhalb der Offenseesäge noch ablesbar ist. Für die Bewirtschaftung zählt vor allem eines: Hier oben liegt sauberes, kaltes Quellwasser – ein Pfund, mit dem das ganze System wuchert. [Q-HP][Q-BOKU]
Rindbach, Langbathbach und Mitterweißenbach (Ebensee)
Gemeinde: Ebensee am Traunsee
Mündung / Lage: Rindbach in den Traunsee (Ortsteil Rindbach); Langbathbach bei Ebensee; Mitterweißenbach linksufrig in die Obere Traun zwischen Bad Ischl und Ebensee.
Der Rindbach entspringt im hintersten Rindbachtal, stürzt über die Rindbachfälle und mündet im gleichnamigen Ortsteil in den Traunsee. Seine Ufer sind weitgehend natürlich, nur entlang der Straßen und vor der Seemündung im Trapezprofil verbaut – ein typischer, lebendiger Gebirgsbach. [Q-Wiki]
Der Langbathbach entwässert den Vorderen und Hinteren Langbathsee (Einzugsgebiet der Seen rund 13,8 km²) und mündet bei Ebensee. Offensee, Vorderer und Hinterer Langbathsee sind selbst Reviergewässer mit Seesaibling, Seeforelle, Hecht, Aitel und Barsch – der Langbathbach ist ihre Ader zur Traun. [Q-Wiki][Q-HP]
Der Mitterweißenbach trägt die Wässer aus dem Süden des Höllengebirges zur Traun. Er entsteht im Weißenbachtal aus Höllbach (ca. 5,5 km, Quellschüttung rund 1.500 l/s) und Dürrer Pölitz (ca. 4,5 km), sein größter weiterer Zubringer ist der Wambach. Der mittlere Abfluss am Pegel Mitterweißenbach (1,20 km oberhalb der Mündung) beträgt 2,09 m³/s – eine relativ hohe Abflussspende von 59,5 l/(s·km²). Das Bett ist über weite Strecken naturbelassen, rund 10 Meter breit, mit flachen Ufern und gutem Begleitgehölz aus Silberweide, Bergahorn, Fichte, Esche, Hasel und Schwarzerle. Beeinträchtigt wird er stellenweise durch den Ausbau der parallel führenden Weißenbacher Straße. [Q-Wiki]
Das Bad Ischler Haupt-Gewässersystem
Rettenbach (Bad Ischl)
Gemeinde: Bad Ischl
Mündung / Lage: Rechtsufrig in die Obere Traun bei Bad Ischl.
Der Rettenbach ist einer der schönsten Seitenbäche der Ischler Traun – und ein Lehrstück dafür, wie nah Wildnis und Siedlung beieinanderliegen. Er entspringt im Toten Gebirge unterhalb des Greimuths nahe der Gschwandalm, stürzt anfangs über einen rund 100 Meter hohen Wasserfall, bildet die Rettenbachwildnis, durchfließt die Rettenbachklamm und mündet schließlich bei Bad Ischl in die Traun. Sein Lauf wechselt zwischen naturnah-mäandrierend, gestreckt und schluchtartig. [Q-Wiki][Q-HP]
Im Mündungsbereich wurde 2008 im Rahmen des Gewässerbetreuungskonzepts eine Fischwanderhilfe errichtet: zwölf Becken, 0,5 bis 0,7 Meter tief, 0,15 Meter Wasserspiegelhöhenunterschied, Bauzeit Oktober bis Dezember 2008, Kosten 76.000 Euro. Doch wenige hundert Meter weiter oben stehen die nächsten unüberwindbaren Hindernisse – die Tür ist einen Spalt geöffnet, aber noch nicht offen. [Q-HP]
Die Defizitanalyse 2013 hält fest: Auf den ersten rund 700 Metern ist der Rettenbach von harten Verbauungen geprägt, der Uferbewuchs spendet aber Schatten und stellenweise sorgt Totholz für Struktur. Die zentrale Herausforderung liegt im Umbau der Sohlstufe bei Bachkilometer 0,23 – hier stehen alle aus der Traun aufsteigenden Organismen an. Weil der Rettenbach im Oberlauf einen Geschiebeüberschuss, die Traun im Mündungsbereich dagegen Eintiefungstendenzen zeigt, soll gezielte Geschiebemobilisierung die Gesamtsituation verbessern. Fischereilich dominiert die Bachforelle (Salmo trutta fario), gefangen vor allem mit der Fliege. [Q-Defizit][Q-Angeln]
Drei Zubringer machen den Rettenbach zur Kinderstube: der Grabenbach als linker Zufluss, ein tief in den Kalk eingeschnittenes Seitental, bekannt durch seine Canyoning-Touren, sowie Jaglingbach und Karbach als rechtsufrige Zubringer auf Höhe der Rettenbach Alm. Diese kleinen, oft unzugänglichen Gewässer werden fischereilich als Aufzuchtbäche genutzt. Nach den Starkregen 2013, die viele Oberläufe leerfegten, wurden hier wiederholt Traun-stämmige Bachforellen-Brütlinge besetzt – ein Initialbesatz mit dem Ziel, selbstreproduzierende Bestände aufzubauen. Verwechslungsgefahr besteht nur dem Namen nach: Dieser Grabenbach ist nicht der gleichnamige Zubringer des Gosaubachs. [Q-HP]
Kaltenbach (Bad Ischl)
Gemeinde: Bad Ischl
Mündung / Lage: In die Obere Traun bei Bad Ischl.
Der Kaltenbach ist ein Juwel – und das ist hier wörtlich gemeint. Im Auwaldbereich zwischen Tourismusschule und Parkplatz der Kathrin-Seilbahn entspricht er noch dem ehemals weit verbreiteten Typus der Au- und Nebenarmgewässer: geringe Strömung, staunasse Auwaldbereiche, stark verzweigte kleinste Nebenarme. Die Kaltenbachau ist einer der letzten Vernässungsbereiche mit periodischer Überschwemmung entlang der gesamten Oberen Traun – ein naturschutzfachlich höchst wertvoller Lebensraum. [Q-Defizit][Q-HP]
Auf den unteren rund 1,2 Bachkilometern zeigt sich das andere Gesicht: zwischen Mündung und Engleithenstraße läuft der Bach überwiegend in einem von betonierten Steinmauern definierten Gerinne. Eine Besonderheit ist der Kaltenbachteich (Landschaftsschutzgebiet), ein ehemaliger Traunnebenarm, der aus dem Kaltenbach dotiert wird – über ein Ausleitungsbauwerk, das nicht dem Stand der Technik entspricht. Der Unterlauf war im Zuge der Landesgartenschau 2015 Gegenstand eines Renaturierungsprojekts. [Q-Defizit][Q-HP]
Ein wiederkehrendes Problem ist der invasive Japanische Staudenknöterich (Fallopia japonica): Die sachgerechte Entsorgung des verseuchten Aushubmaterials hat in der Prioritätenliste 2013 hohe Priorität, um eine weitere Ausbreitung am Kaltenbach und flussab zu verhindern. Heute ist der Kaltenbach als lebendiges Gesamtsystem ein Vorzeigeprojekt für den Übergang von der rein technischen Verbauung zur naturnahen Wasserwirtschaft. [Q-Defizit][Q-HP]
Sulzbach (Bad Ischl)
Gemeinde: Bad Ischl
Mündung / Lage: In die Obere Traun bei Bad Ischl (Riegelrampe im Mündungsbereich).
Der Sulzbach ist das Gegenstück zum Kaltenbach – das, was passiert, wenn der Bach zum Kanal wird. Sein Unterlauf verläuft in einem hart regulierten, strukturlosen Bachbett. Über weite Teile fehlt durch die betonierte Ufersicherung jeglicher Bewuchs, die Mahd reicht bis an die Böschungskante. Keine Übergangszonen, keine Beschattung, keine Unterstände. [Q-Defizit]
Die vorhandenen Sohlstufen sind für Makrozoobenthos und Koppe (Cottus gobio) unüberwindbare Barrieren. Die für dieses Gewässer typischen Bachforellen (Salmo trutta fario) finden nur in den Kolken unterhalb der Sohlschwellen halbwegs geeigneten Lebensraum. Weil der Unterlauf wegen Hochwassergefährdung und massiver ökologischer Defizite ohnehin einem Schutz- und Renaturierungsprojekt unterzogen wird, verzichtet die Defizitanalyse 2013 hier bewusst auf detaillierte Einzelmaßnahmen. Die Mündung wurde im Zuge der Hochwasserfreilegung Bad Ischl mit einer Fischaufstiegshilfe versehen, bleibt aber ab der Straßenunterführung bei Niederwasser praktisch unpassierbar. [Q-Defizit][Q-HP]
Ischl (Fluss) und Schöffaubach
Gemeinde: Strobl (SBG) / St. Wolfgang / Bad Ischl
Mündung / Lage: Die Ischl entwässert den Wolfgangsee bei Strobl und mündet nach rund 12 km bei Bad Ischl in die Obere Traun.
Die Ischl ist der Abfluss des Wolfgangsees und damit ein eigenständiger Gewässercharakter: ein Seeausrinn mit über den Jahresverlauf stark wechselnden Temperaturen. Sie verlässt den Wolfgangsee bei Strobl, fließt relativ geradlinig von West nach Ost, hat ein mittleres Gefälle von 5,4 ‰ und mündet bei Bad Ischl in die Traun. In langen Abschnitten ist sie durch Längsverbauungen reguliert, bewahrt aber mit der Pfandler Au (Landschaftsschutzgebiet) einen großflächigen Kiefern-Auwald – in Oberösterreich sonst nur noch an der Alm zu finden. [Q-Wiki][Q-HP]
Rechtsufrig nimmt sie beim Gasthaus „Wacht“ den Schöffaubach auf, der zur Gänze auf Bad Ischler Gemeindegebiet und in Oberösterreich liegt. Fischereilich steht die Ischl exemplarisch für die Klimaverschiebung: Aus einem ehemaligen Äschengewässer wird zunehmend ein Gewässer mit epipotamalem Charakter – die kälteliebenden Arten weichen, die Fischregion verschiebt sich. [Q-HP]
Die Zahlen umreißen das System: Am Pegel Strobl (Bürglstein), unmittelbar am Seeausrinn bei Flusskilometer 12,35, beträgt das Einzugsgebiet 124,90 km², die Hochwasserscheitel liegen meist zwischen 20 und 35 m³/s. Am Pegel Bad Ischl (Giselabrücke, Flusskilometer 1,25) sind es bereits 250,90 km². Dazwischen sammelt die Ischl ihre Zubringer – und genau die sind der wunde Punkt: In die Durchgängigkeit der Ischl selbst wurde viel öffentliches Geld investiert, doch die wichtigen Zubringer sind großteils hart verbaut und an der Mündung nicht fischpassierbar. Schon Sohlstufen unter einem Meter wirken sich negativ auf den Koppenbestand aus. [Q-HP-Ischl]
Linksufrig, im oberösterreichischen Gemeindegebiet von St. Wolfgang, münden Tiefenbach, Schwarzenbach, Rußbach und Leonsbach. Der Schwarzenbach (im Oberlauf Moosbach) ist mit rund 7,5 km der längste: Er bildet sich im Hochmoor der Moosalm, nimmt Breitenbergbach und Aschergraben auf, durchfließt den Schwarzensee (in den auch der Hofalmbach rinnt) und mündet bei Bürglstein. Der Rußbach bringt mit Kuchleralmbach, Grabnerbach und Kienbach das meiste Geschiebe (2.000 bis 3.000 m³). Dazu kommen der Nussenbach aus dem Nussensee und der Ramsaubach, beide direkt in die Ischl. [Q-Wiki][Q-HP-Ischl]
Rechtsufrig, auf Salzburger Seite, ist nach dem Strobler Weißenbach der Rest des Schönburg-Hartenstein-Werkskanals zu nennen – 2020 leider großteils verrohrt und zugeschüttet; eine kleine Schwelle trennt ihn von der Ischl, dabei wäre er ein wertvolles Jungfischhabitat. Weiter Zimnitzbach, Dürrenbach und Saiherbach. Die Botschaft für die Bewirtschaftung ist klar: Wer die Ischl als Lebensader will, muss ihre Seitenbäche wieder anbinden. Die Mündung ist für die Artenvielfalt der wichtigste Punkt im ganzen Gewässer. [Q-HP-Ischl]
Strobler Weißenbach (Ausnahme – Land Salzburg)
Gemeinde: Strobl (Land Salzburg)
Mündung / Lage: Im Weißenbachtal; entwässert über die Region Strobl in den Wolfgangsee bzw. die Ischler Ache. Liegt außerhalb von Oberösterreich und außerhalb des FR Oberes Salzkammergut.
Der Strobler Weißenbach ist auf ausdrücklichen Wunsch als Sonderfall in diese Aufstellung aufgenommen. Er liegt im Land Salzburg, im Weißenbachtal bei Strobl, das sich in die Osterhorngruppe zieht – also außerhalb des oberösterreichischen Reviergebiets und außerhalb des DORIS-Systems. Wasserwirtschaftlich und fischökologisch ist er dennoch für das Salzkammergut relevant, weil sein Wasser über die Ischler Ache letztlich Ischl und Traun erreicht. [Q-Wiki][Q-HP]
Für die Bewirtschaftung des FROSKG ist er vor allem als Besatz- und Aufzuchtgewässer ein Begriff: Hier laufen mehrjährige Cocooning- und Artificial-Nest-Projekte mit Bachforellen, teils mit dem heiklen Einbringen frisch befruchteter „grüner“ Eier. Behördliche Nummern nach oberösterreichischer Systematik existieren für dieses Gewässer naturgemäß nicht – maßgeblich ist die Salzburger Zuständigkeit. [Q-HP]
Das Goiserer Gewässersystem
Goiserer Weißenbach (Bad Goisern)
Gemeinde: Bad Goisern am Hallstättersee
Mündung / Lage: In die Obere Traun (Goiserer Traun) bei Bad Goisern.
Der Goiserer Weißenbach ist ein Bach mit zwei Naturen. Auf den untersten Flusskilometern ist er stark überprägt: Auf den ersten 40 Metern wurde der Traun-Anschluss als organismenpassierbare Rampe wiederhergestellt, doch unmittelbar darüber prägen zwei Kraftwerksausleitungen und mehrere Sohlstufen das Bild. Dieser Abschnitt ist zugleich eine Restwasserstrecke – ob die neue Fischaufstiegshilfe an der Mündung bei gleichzeitiger Rückleitung des Turbinenwassers überhaupt auffindbar ist, war 2013 offen. Bei Bachkilometer 0,9 unterbindet ein rund 2 Meter hohes Steilwehr die Wanderung. [Q-Defizit]
Oberhalb davon zeigt der Weißenbach hohe Natürlichkeit in Bachbett, Umlandverzahnung und Sohle. Die Defizitanalyse 2013 mahnt vor jeder Auflösung des Steilwehrs eine Klärung der Krebsbesiedelung an – konkret hinsichtlich des invasiven Signalkrebses (Pacifastacus leniusculus) und des heimischen Steinkrebses (Austropotamobium torrentium). Das ist Bewirtschaftung mit Augenmaß: erst wissen, dann bauen. [Q-Defizit]
Eichenwaldgraben (Bad Goisern)
Gemeinde: Bad Goisern am Hallstättersee
Mündung / Lage: In einen durch das Kraftwerk Lauffen eingestauten Altarm der Oberen Traun – sohlgleich und barrierefrei.
Der Eichenwaldgraben ist ein Leichtgewicht – im Durchschnitt nur einen Meter breit, die Sohle durchgehend mit halbdurchlässigen Gittersteinen ausgelegt, was jede dynamische Entwicklung verhindert. Er entwässert die umliegenden Wiesen und Hangwässer in die Traun, die Landwirtschaft reicht bis an die Uferlinie, ein Ufergehölz fehlt vollständig. [Q-Defizit]
Fischökologisch ist seine Bedeutung gering, im Hochwasserfall dient er vermutlich als Fischeinstand. Mehr Gewicht hat er für gewässerbewohnende Insekten – Libellen, Stein- und Eintagsfliegen – und möglicherweise für Amphibien. Bemerkenswert: Trotz der Verbauung haben sich standorttypische Pflanzen vernässter Zonen angesiedelt – Scharbockskraut, Schwertlilie und Brunnenkresse. Als potentielles Flusskrebshabitat sollte er in die Steinkrebs-Untersuchungen der Oberen Traun einbezogen werden. [Q-Defizit]
Poserer Höllbach (Bad Goisern)
Gemeinde: Bad Goisern am Hallstättersee
Mündung / Lage: Sohlgleich in die Obere Traun bei Bad Goisern.
Der Poserer Höllbach ist ein kleiner Bach mit erstaunlichem Innenleben. Vom Mündungsbereich an ist er hart verbaut – im unteren Teil Steinschlichtungen, im oberen betonierte Ufermauern, die Sohle maximal 1,5 Meter breit, der Verlauf gestreckt. Stellenweise zwängt er sich direkt zwischen Gebäuden hindurch; laut Anrainern kommt es immer wieder zu lokalen Ausuferungen. [Q-Defizit]
Und doch: Trotz vieler Sohlstufen und Sohlpflasterungen weist der Poserer Höllbach einen schon bei der Begehung gut wahrnehmbaren Bachforellenbestand (Salmo trutta f. fario) mit scheinbar gut ausgebildetem Populationsaufbau auf – zur Begehungszeit waren laichbereite Bachforellen anzutreffen. Wermutstropfen sind flächige Bestände des Japanischen Staudenknöterichs, deren Entfernung hohe Priorität genießt. [Q-Defizit]
Jochbach (Bad Goisern)
Gemeinde: Bad Goisern am Hallstättersee
Mündung / Lage: In die Obere Traun bei Bad Goisern (steiler, stark verzweigter Schwemmkegel).
Der Jochbach ist ein Wildbach im Wortsinn: starkes Gefälle, kräftiger Geschiebetrieb, geringe Wasserführung und eine spezielle Mündungssituation über einen steilen, stark verzweigten Schwemmkegel mit oft nur tonig-schluffigem Substrat. Viele natürliche und künstliche Abstürze machen eine longitudinale Migration praktisch unmöglich. [Q-Defizit]
Als Fischlebensraum ist der Unterlauf damit nur gering geeignet. Sein Wert liegt anderswo: Auch wenn die Bedingungen für den Steinkrebs nicht optimal sind, soll der Jochbach bei den entsprechenden Untersuchungen berücksichtigt werden. Die dynamischen Prozesse – Uferanrisse, Umlagerungen, Totholzansammlungen – sind hier ausdrücklich zuzulassen. [Q-Defizit]
Pötschenbach / Zlambach (Bad Goisern)
Gemeinde: Bad Goisern am Hallstättersee
Mündung / Lage: In den Hallstätter See (See-Einlauf) – aufgrund des Schwemmkegels für Wasservögel und Seefische bedeutend.
Der Zlambach (Großer Zlambach, im Oberlauf Pötschenbach) ist neben Koppentraun und Waldbach einer der drei Bäche mit wesentlicher Bedeutung für laichwandernde Seefischarten: Seeforelle (Salmo trutta f. lacustris), Reinanke (Coregonus sp.) und Seelaube (Alburnus mento). Genau das macht seine Defizite so schwerwiegend. [Q-Defizit]
Im begangenen Bereich ist er von hart regulierten Ufern geprägt, überwiegend gestreckt, das Bachbett mit rund 8 Metern Breite strukturarm. Ab Flusskilometer 0,7 erschweren erste Sohlsicherungen die Wanderung, bei Flusskilometer 0,9 unterbindet ein etwa 1,5 Meter hohes Steilwehr jede Migration. Bei der Begehung wurden Bachforellen unterschiedlicher Größenklassen, Markierungen des Fischotters (Lutra lutra) und Wasseramseln (Cinclus cinclus) gesichtet – ein Bach voller Leben, dem die Durchgängigkeit fehlt. [Q-Defizit]
Der Pötschenbach und der Kehndlgraben stehen zudem im Fokus eines Wildbach- und Erosionsschutzprojekts der WLV, das die Pötschensiedlung sowie Teile von Sarstein und Untersee schützen soll – mit Filterbauwerk, Geschieberückhaltesperre, Gerinneaufweitung und drei Brückenneubauten. Hier zeigt sich die ständige Gratwanderung zwischen Hochwasserschutz und Fischökologie. [Q-WLV][Q-Defizit]
Gosaubach mit Gosauseen (Gosau)
Gemeinde: Gosau
Mündung / Lage: Linksufrig in den Hallstätter See (See-Einlauf bei Gosauzwang).
Der Gosaubach ist der wasserreiche Bote des Dachsteins. Er entsteht als Abfluss des Hinteren Gosausees, dessen größter Zufluss der Kreidebach ist, fließt über den Vorderen Gosausee und mündet bei Gosauzwang in den Hallstätter See. Sein Einzugsgebiet umfasst 111 km² und ist nahezu deckungsgleich mit dem Gemeindegebiet von Gosau. In Trockenzeiten sinkt der Seespiegel und der Bach kann austrocknen – dann fließt das Wasser unterirdisch durch Höhlen ab und speist sogar Quellen im Echerntal bei Hallstatt. [Q-Wiki]
Fischereilich ist der Gosaubach mit seinen Seen ein eigenes kleines Universum: Äsche, Bachforelle, Regenbogenforelle, Bachsaibling und Seesaibling sind hier zu Hause; im Vorderen Gosausee gelten Elritze und Seesaibling als heimisch. Das Fliegenfischen ist im Gosaubach und im Stausee saisonal erlaubt – wichtig für die Bewirtschaftung: In sämtlichen Nebenbächen des Gosaubaches ist das Fischen verboten. Zwei Wasserkraftwerke (Vorderer Gosausee, Gosauschmied) nutzen das Gefälle. [Q-Wiki][Q-Hallstatt]
Die Revierstrecke zwischen Gosauschmied und Klaushof umfasst rund zwölf Kilometer und trägt die Ordnungsnummer 21/27 im Fischbuch der Bezirkshauptmannschaft Gmunden; Fischereiberechtigte sind die Österreichischen Bundesforste, das Revier ist an die Energie AG verpachtet. Als Gletscherbach ist der Gosaubach imposant, aber stellenweise strukturarm – die ruhigen Laichbereiche und sicheren Jungfischhabitate fehlen oft. Genau deshalb rücken die Zubringer in den Blick. [Q-HP]
Von Nord nach Süd sind das im Gosautal: die periodischen Höhbäche und Gräben im Vordertal (Klaushof, Bärnau, Jagerbauer), der Brielgraben als rechtsufriger längerer Zubringer oberhalb der renaturierten Strecke, der Grafnerbach bei Grafner/Ramsau, der Färberbach am Nordende, der hart verbaute Kreuzgraben, ein linksufriges Nebengerinne (altes Bachbett), der Grabenbach Richtung Pass Gschütt mit dem Edlbach als seinem eigenen Zubringer, der Sattelgraben, der Vordere Glaselbach (DORIS-ID 424829) sowie als Oberlauf-System der Gosauschmied-See mit dem Schmiedbach und der Karstquelle Waller. Für die Bewirtschaftung sind vor allem die permanent wasserführenden Zubringer wie Schmiedbach und Brielgraben entscheidend – sie sind die Kinderstuben für Bachforelle und Koppe und damit Schlüsselstellen für Cocooning und Brütlingsbesatz. Die größte Hürde sind die Einmündungen: Absturzbauwerke über 10 bis 20 cm und Verrohrungen verhindern den Aufstieg der Jungfische. [Q-HP]
Waldbach (Hallstatt)
Gemeinde: Hallstatt
Mündung / Lage: In den Hallstätter See (See-Einlauf, Ortsteil Lahn).
Der Waldbach ist klein an Länge, aber gewaltig an Wasser. Auf nur rund 4 Kilometern überwindet er einen Höhenunterschied von 440 Metern, stürzt als Waldbachstrub über eine rund 90 Meter hohe Klammkante ins Echerntal und mündet in Hallstatt-Lahn in den See. Sein oberirdisches Einzugsgebiet misst 36 km². [Q-Wiki][Q-Taste]
Hydrologisch ist er ein Karst-Phänomen: Der mittlere Abfluss am Pegel Waldbachstrub beträgt 3,43 m³/s, die Abflussspende mit 109,6 l/(s·km²) ist extrem hoch, weil das tatsächliche unterirdische Einzugsgebiet weit größer ist. Der abflussreichste Monat Juni (8,93 m³/s) übertrifft den abflussärmsten Februar (0,25 m³/s) um das 35-Fache; bei Starkregen oder Schneeschmelze kann die Quellschüttung auf über 10.000 l/s springen. Das Quellwasser stammt aus dem Hallstätter Gletscher und dem Hinteren Gosausee – vom See bis zur Quelle braucht es rund 165 Stunden. Wichtigste Zubringer sind Lauterbach und Spraterbach (Schleierfall). [Q-Wiki][Q-Taste]
Koppentraun (OÖ-Anteil) und Miesenbach (Obertraun)
Gemeinde: Obertraun
Mündung / Lage: Die Koppentraun bildet sich in Bad Aussee (Stmk.) und wird ab dem Auslauf aus dem Hallstätter See zur Traun. Der Miesenbach mündet bei der Köhlerbrücke sohlgleich in die Koppentraun (Obertraun, OÖ).
Die Koppentraun ist der berühmte Wildfluss des Koppentals – ein über etliche Kilometer natürliches Flussbett, ein berühmtes Fischgewässer. Sie entsteht in Bad Aussee aus dem Zusammenfluss von Grundlseer und Altausseer Traun mit der Kainischtraun und fließt durch das wildromantische Koppental zur oberösterreichischen Grenze. Der Großteil ihres Laufs samt der zahlreichen Wildbach-Zubringer liegt allerdings in der Steiermark; in Oberösterreich ist vor allem das letzte Stück bis zum Hallstätter See relevant. Befischt werden rund 6,3 Kilometer (überwiegend steirisch), mit Bachforelle, Regenbogenforelle und Saibling.
Der oberösterreichische Zubringer im Sinne der Defizitanalyse ist der Miesenbach in Obertraun. Er mündet bei der Köhlerbrücke sohlgleich in die Koppentraun; rund sechs Meter oberhalb schränkt ein Sohlabsturz die Wanderung schwimmschwacher Arten wie der Koppe (Cottus gobio) ein. Die Ufer sind durchwegs hart reguliert, das Bachbett aber gut und abwechslungsreich strukturiert, mit standorttypischem Ufergehölz. Der Miesenbach ist Teil des generellen Hochwasserschutzprojekts Obertraun und gilt als potentielles Steinkrebshabitat.
Kontext: Die steirischen Traunzuflüsse (Defizitanalyse 2013)
Zur fachlichen Einordnung – und weil das Einzugsgebiet der Oberen Traun an der Landesgrenze nicht endet – seien die in der Defizitanalyse 2013 behandelten steirischen Zuflüsse kurz genannt. Sie liegen außerhalb des Fischereireviers Oberes Salzkammergut (Steiermark), bilden aber mit den oberösterreichischen Bächen ein zusammenhängendes System rund um Altausseer, Grundlseer und Kainischtraun.
- Augstbach (Altaussee) – hart reguliert, im Mündungsbereich naturnah; potentielles Steinkrebsgewässer, unterhalb der Mündung eine Kraftwerkswehranlage.
- Gattererwaldbach (Altaussee) – kleines, stark verbautes Gerinne (Halbschalengerinne, Verrohrung), als Fischlebensraum ausgefallen.
- Lupitschbach (Altaussee) – rechtsufriger Zubringer der Altausseer Traun; sehr naturnaher Gebirgsbach, idealer Jungfischlebensraum und potentielles Steinkrebshabitat.
- Gallhofbach (Bad Aussee) – nach Hochwasserschutzprojekt mit ökologischer Bauaufsicht; Steinkrebs (Austropotamobium torrentium) erstmals nachgewiesen, geborgen und in den Oberlauf versetzt.
- Teichgrabenbach (Bad Aussee) – linksufriger Zubringer der Koppentraun; Schluchtstrecke naturnah, Mittellauf hart verbaut; mögliches Steinkrebshabitat.
- Schindergraben (Bad Aussee) – kleiner, hart verbauter Bach, vorrangig Entwässerungsgerinne; geringe gewässerökologische Bedeutung.
- Kirchlatzbach (Bad Aussee) – sehr gute Steinkrebspopulationsdichte, eines der wichtigsten Steinkrebshabitate; Restwasserproblematik durch Ausleitungskraftwerk.
- Ziegelbach (Bad Aussee) – rechtsufriger Zufluss der Kainischtraun; als Lebensraum des Steinkrebses bekannt; Längsdurchgängigkeit durch Geschiebesperren stark eingeschränkt.
- Weißenbach (Grundlsee) – linksufriger Zubringer der Grundlseer Traun; durch zahlreiche Kontinuumsunterbrechungen geprägt, hohes ungenütztes Laichgewässer-Potential.
Fische und Fischbestand – das große Bild
Über alle Bäche hinweg zeichnet sich ein klares Muster ab. Die Seitengewässer der Oberen Traun sind vor allem in den Mündungsbereichen und in den Siedlungsgebieten von teils massiven anthropogenen Eingriffen geprägt: longitudinale Hochwasserschutzverbauungen in Betonbauweise, Begradigungen, und in deren Folge Querbauwerke zur Sohlsicherung, die die Organismenpassierbarkeit stark einschränken.
Für die Fische bedeutet das doppelten Verlust. Erstens die Fragmentierung: Seeforelle, Reinanke und Seelaube können ihre angestammten Laichwanderungen aus dem Traunsee und dem Hallstätter See nicht mehr vollziehen – Bäche wie Frauenweißenbach und Zlambach wären ideale Kinderstuben, sind aber im Mündungsbereich verriegelt. Zweitens der Geschiebemangel: Die Vielzahl der Geschiebesperren unterbindet den natürlichen Geschiebetrieb und führt zu Eintiefung und Rhithralisierung – Laich- und Jungfischhabitate gehen verloren, die Strömung monotonisiert.
Die typischen Fischarten der Bäche sind Bachforelle (Salmo trutta fario) und Koppe (Cottus gobio), in den größeren Zubringern und Seen kommen Äsche (Thymallus thymallus), Regenbogenforelle, Bachsaibling, Seesaibling, Seeforelle (Salmo trutta f. lacustris) und Reinanke (Coregonus sp.) hinzu. Der Gosaubach und seine Seen führen Äsche, Bachforelle, Regenbogenforelle, Bachsaibling und Seesaibling; der angrenzende Traunsee zeigt mit Riedling, Maräne, Seelaube, Perlfisch, Aalrutte, Hecht und Flussbarsch die ganze Bandbreite eines großen Voralpensees.
Ein eigenes Kapitel sind die Flusskrebse. Für das oberösterreichische Einzugsgebiet fehlen weitgehend publizierte Bestandsdaten zu Edelkrebs (Astacus astacus) und Steinkrebs (Austropotamobium torrentium) sowie zum sich ausbreitenden Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus). Mehrere Bäche – Eichenwaldgraben, Jochbach, Miesenbach – gelten als potentielle Steinkrebshabitate. Die Defizitanalyse fordert deshalb dringend eine Datengrundlage: Ein Management zur Absicherung des langfristigen Überlebens des Steinkrebses kann nur in enger Kooperation zwischen Wildbach- und Lawinenverbauung und Naturschutz gelingen.
Die gute Nachricht zum Schluss: Viel ökologisches Verbesserungspotential lässt sich bei ohnehin anstehenden Instandhaltungs- und Sanierungsarbeiten heben, wenn man früh genug daran denkt. Aus gewässerökologischer Sicht sollten – so die Reihung 2013 – vor allem an Frauenweißenbach, Rettenbach und Zlambach in Oberösterreich rasch erste Maßnahmen gesetzt werden. Genau hier liegt die Aufgabe für die Bewirtschaftung: aus verriegelten Bächen wieder Lebensadern zu machen.
Quellenverzeichnis
Die folgenden Quellen wurden für diesen Bericht ausgewertet. Die Kürzel in eckigen Klammern werden im Fließtext zur Belegführung verwendet.
[Q-Defizit] Feichtinger, L. & Gumpinger, C. (2013): Defizitanalyse ausgewählter Traunzuflüsse. Ein Projekt im Rahmen der Flussraumbetreuung Obere Traun. TB Gewässerökologie blattfisch, Mai 2013. (Vom Auftraggeber als PDF bereitgestellt.)
[Q-Verordnung] Oö. Fischereireviere-Verordnung, LGBl. für Oberösterreich Nr. 64/2024, ausgegeben am 29. Juli 2024 (§ 1 Abs. 2 Z 27: Fischereirevier Oberes Salzkammergut). https://www.lfvooe.at/wp-content/uploads/LGBLA_OB_20240729_64.pdfsig.pdf
[Q-OON] Oberösterreichische Nachrichten: „Umfahrung für Traunseefische, damit sie wieder bis Bad Ischl ziehen können“ (2012). https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/salzkammergut/
[Q-LFV] Oö. Landesfischereiverband: Reviere & Gewässer – Oberes Salzkammergut, Traunsee, Hallstätter See, Gosau. https://www.lfvooe.at/reviere-und-gewaesser/
[Q-Wiki] Wikipedia (deutschsprachig): Einzelartikel zu Rettenbach (Traun), Ischl (Traun), Gosaubach, Vorderer Gosausee, Waldbach (Hallstatt), Frauenweißenbach, Offenseebach, Rindbach (Traunsee), Mitterweißenbach (Traun), Koppentraun/Koppenpass, Traun (Donau), Traunsee, Höllengebirge, Strobl/Weißenbach (Gemeinde Strobl).
[Q-HP] huberpower.com – Fischereimanagement Salzkammergut (H. Huber): u. a. „Ischler Rettenbach“, „Frauenweißenbach und Zubringer“, „Verdammnis“, „Ebenseer Traun & Zubringer“, „In memoriam der Seeforelle“, „Kösslbach Traun – Untere Ischler Traun“, „Oö. Fischereirevier-Verordnung“, „21.000 Bachforellen für die Rettenbach Zubringer“, „Gosaubach Visite 2025“. https://huberpower.com
[Q-HP-Ischl] huberpower.com (H. Huber): „Ischl Zubringer und Restwasserstrecke Weinbach“ (Inventur 2022) und „Ischl Zubringer Salzburg seitig“ – Pegel- und Einzugsgebietsdaten, Geschiebefracht, Zubringerstruktur der Ischl. https://huberpower.com
[Q-BOKU] Universität für Bodenkultur Wien, Department Bautechnik und Naturgefahren: Bericht zum Einzugsgebiet Frauenweißenbach/Offenseebach (DAN/IAN Report 0151). https://boku.ac.at/
[Q-WLV] Bundesministerium / Wildbach- und Lawinenverbauung: Faktenblatt Projekt Großer Zlambach (Pötschenbach, Kehndlgraben). https://info.bml.gv.at/
[Q-Hallstatt] hallstatt.net / dachstein.salzkammergut.at: Angeln & Fischen im Salzkammergut, Gosausee/Gosaubach, Hallstättersee.
[Q-Taste] taste-of-vienna.com / ich-geh-wandern.de: Echerntal, Waldbach, Waldbachstrub (Länge, Höhenunterschied, Zuflüsse).
[Q-Ennstal] EnnstalWiki: Koppentraun, Koppental (Zusammenfluss, Zubringer, Grenzverlauf).
[Q-AOS] aos.cc: Die Koppentraun – Fliegenfischen im Ausseerland (befischbare Länge, Fischarten).
[Q-Angeln] alleangeln.de / fischundwasser.at / derfliegenfischer.at: Gewässer- und Fangangaben (Rettenbach, Ebenseer Traun).
Hinweis zur Methodik: Geografische Eckdaten (Länge, Quelle, Mündung, Einzugsgebiet, Abflusswerte) stammen aus den genannten enzyklopädischen und behördlichen Quellen. Fischökologische Aussagen, Bauwerks- und Maßnahmenbeschreibungen folgen überwiegend der Defizitanalyse 2013 sowie den Dokumentationen auf huberpower.com. Behördliche Nummern und Fischereirechte konnten aus öffentlichen Quellen nur teilweise belegt werden (siehe Hinweis in der Einleitung).
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Schlagwörter
Doris, Bewirtschaftung, Salzkammergut, Dokumentation, Wissensdatenbank, Gewässerbuch, GIS, Digitalisierung, Gewässer-Datenbank, Hot Spot-Gewässer.
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So hilfreich diese behördlichen Listen, DORIS-Nummern und Hierarchien für unsere tägliche Arbeit im Revier auch sind – man darf sie niemals mit einem rechtskräftigen Bescheid verwechseln. Für die Nutzung dieser Übersichten gilt ein strenger rechtlicher Grundsatz:
Wichtiger Rechtshinweis zur Datenlage: Aus den hier zur Verfügung gestellten Daten kann keinerlei Rechtsanspruch entstehen. Die Daten stellen lediglich einen bestimmten Erhebungsstand dar. Trotz laufender Aktualisierung (beispielsweise im DORIS-System der Landesregierung) wird kein Anspruch auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit erhoben.
Für uns als Bewirtschafter und für die Arbeit im Fischereirevier bedeutet das in der Praxis:
- Kein verlässlicher Schutz auf dem Papier: Nur weil ein kleiner Zubringer oder eine Runze im DORIS richtig eingezeichnet oder hierarchisch erfasst ist, heißt das nicht, dass sie im Falle eines Bauverfahrens automatisch geschützt sind. Die Realität am Wasser weicht oft vom Erhebungsstand in den Amtstuben ab.
- Das Fischbuch schlägt die Landkarte: Wenn es hart auf hart kommt – etwa bei Grenzstreitigkeiten oder Wasserrechtsverfahren –, ist niemals die DORIS-Grafik entscheidend, sondern ausschließlich der physische, rechtskräftige Bescheid im originalen Fischbuch der Behörde bzw. der historische Wasserrechtsbescheid.
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Nachfolgend eine Information zur Verordnung der OÖ. Landesregierung über die Einteilung der Fischereireviere in Oberösterreich (OÖ. Fischereireviere-Verordnung)

„Ob Zustand oder Potenzial, dem Wasserlauf ist das egal.
„Zu tun ist das, was möglich ist und das in ziemlich kurzer Frist!“ „
Zitat von Helmut Ramers, 2011

