GOSAUBACH VISITE – 21/27

Die „Lebensader“ der Gosau hat ihren Ursprung im Gosaugletscher. Mit seinem großteils unterirdischen Oberlauf speist der Gosaubach den Hinteren und den Vorderen Gosausee, gelegentlich auch die dazwischen gelegene Gosaulacke – und den weit entfernten Waldbach-Ursprung, eine Karstquelle bei Hallstatt. Unterhalb der Gosauseen wird der Bach heute zum Kraftwerk beim Gosauschmied abgeleitet, dann plätschert er jedoch munter durch den Talboden zum Klaushof. Dort wird das meiste Wasser wieder gefasst und durch einen Stollen zum Kraftwerk Steeg geleitet.

Visite am 9. September 2025

Wenn sich der Sommer dem Ende neigt und die Bachforellen beginnen, sich auf ihre Laichzeit vorzubereiten, schließt sich am 15. September das Zeitfenster für die Fischerei am Gosaubach. Bevor die Ruhe am Wasser einkehrt, zog es meinen Freund Harald und mich am 9. September noch einmal mit der Fliegenrute hinaus in die Natur. Es war ein großer Vorteil, Harald an meiner Seite zu haben: Als Kenner des Reviers führte er mich zielsicher durch die örtlichen Gegebenheiten und machte diesen Ausflug zu einem besonderen Erlebnis.

Gosaubach-Impressionen

Bilder sagen oft mehr als tausend Worte, besonders wenn es um die beeindruckende Kulisse des Gosautals geht.

Die ersten Vorboten dass der Sommer in den Herbst wechselt am Gletscher-Bach.
Im Bereich unterhalb vom Ort Gosau ist der Gosaubach sehr geradlinig und wenig strukturiert.

Als typischer Gletscherbach trägt der Gosaubach das Erbe des Dachsteingletschers in sich. Das Wasser ist auch im Spätsommer herrlich frisch und klar.

Der Gosaubach-Abschnitt im Vordertal, gleich oberhalb vom Klaushof ist neben dem Gosauschmied-See der attraktivere Bereich.
Selbst im Hochsommer bleibt das Wasser eiskalt. Das ist ideal für Salmoniden (Forellenartige), da kaltes Wasser mehr Sauerstoff speichern kann. Für die Bachforellen ist dieser Bach ein anspruchsvoller, aber perfekter Lebensraum, zumindest dort, wo Strukturen geschaffen wurden.
Mit einer Rausche und dahinterliegenden beruhigteren Zone auch ein mit der Fliegenrute gut befisch barer Abschnitt.

Das ist ein schöner Tagesausflug bei herbstlichen Wetter, nicht mehr allzu heiß und bei passenden Wasserstand einen Besuch am Gosaubach zu machen! Der Gosaubach ist mit seiner Kulisse am Dachstein ein traumhaftes Revier. Im nächsten Jahr plane ich den Gosaubach im Frühsommer eine Visite abzustatten.

Vorbereitung für einen Ausflug

Durch die digitale Hinterlegung im DORIS (Digitales Oberösterreichisches Raum-Informations-System) können wir für die Revierarbeit die Gewässer lt. Fischbuch abrufen. Um die Gewässer im Fischereirevier zu visualisieren und auf den geografischen Daten ein lokales, fischereiliches Gewässerbuch zu entwickeln, soll hier eine Revier Gewässer Datenbank entstehen, mit dem Hintergrund eine wasserrechtliche und naturschutzrechtliche Dokumentation, mit ergänzenden Bildinformationen, Befischungsdaten, Bestandsdaten und auch historisches Material, welche mit dem Gewässer in Verbindung stehen und um dokumentiert zu werden.

Gosaubach

Der Bach diente seit dem Mittelalter als Transportweg für das „Holz“ aus den Gosauer Waldungen. Man triftete die Stämme („Bloche“) bis zum Rechen bei der Gosaumühle und zog sie dann in „Bögen“ über den See nach Hallstatt. Das ungestüme Wasser wurde aber auch schon lange als Energiequelle genutzt: Wasserräder trieben Mühlen und Sägewerke, aber auch die einfachen Maschinen der Stein- und Marmorschleifereien an.

Fischereimöglichkeiten im Gosaubach

Fischereimöglichkeiten gibt es hier im Gosaubach über Hejfish. Man fischt hier an einem seit über 100 Jahre sehr stark verbautes und reguliertes Gewässer, daher ist auch das Fliegenfischen zwar möglich, beschränkt sich jedoch auf einige wenige attraktive stellen.

Fischereibestimmungen

Streckenbeschreibung

Die Strecke liegt zwischen Gosauschmied und Klaushof und umfasst um die 12 Kilometer. Die Einbindung der Zubringerbäche ist in der Tat nicht uninteressant für die Bewirtschaftung, sondern sogar essenziell, da diese kleineren Gewässer oft als entscheidende Laich- und Aufwuchs Gebiete für die Fischpopulation des Hauptbaches dienen können.

Ordnungsnummer 21/27

Fischbuchnummer 21/27 bei der BH-Gmunden, Fischereiberechtigter sind die ÖBF. Das Revier ist an die Energie AG verpachtet und es werden Fischkarten ausgegeben.

Gosauschmied-See

Das Einzugsgebiet der Wässer der Brunnbach-Karstquellen (Waller) reicht aus hydro-geologischer Sicht in die Gletscherregion des Dachsteingebietes – in besondere zum Gosau- und Schneelochgletscher hinauf. Die Brunnbäche speisen in weiterer Folge den Gosaubach. Interessant ist auch, dass ein Teil der Wässer aus dem Einzugsgebiet des Hinteren Gosausees unter Umgehung des Vorderen Gosausees, direkt in die Brunnbäche gelangt.

Der obere Bereich der Gosau-Bach Revierstrecke beginnt beim Gosauschmied-See.

Mündung der Karstquelle „Waller“ in den Gosauschmied-See.

Gletscherbäche haben oft eine milchige oder türkis-grünliche Färbung, das sogenannte „Gletschermilch“. Das entsteht durch fein zerriebenes Gestein (Gletscherschliff), das im Wasser schwebt.

Eine gute Stelle am Einlaufbereich der Wallerquelle.

Karstquelle Waller

Das ist ein faszinierendes Detail zur lokalen Geografie und Hydrologie des Gosau-Tals!

Es handelt sich um eine spezifische, benannte Karstquelle – eine Quelle, die typischerweise aus Kalkgestein entspringt und oft stark schwankende Schüttungen hat, die als „Wallerquelle“ oder einfach nur „Waller“ bezeichnet wird und oberhalb des Gosauschmied-Sees in diesen mündet.

Zubringerbäche

Ein Gletscherbach wie der Gosaubach ist zwar wunderschön, aber durch die starke Strömung und das oft „sterilisierte“ Bachbett nach Hochwässern tatsächlich eine Herausforderung für die natürliche Reproduktion.

Beim Fischen wandert mein Blick aber nicht nur über die Wasseroberfläche auf der Suche nach steigenden Forellen. Ich betrachte ein Gewässer immer auch mit den Augen eines Bewirtschafters. Der Gosaubach ist als Gletscherbach zwar imposant, aber stellenweise recht strukturarm. Für Bachforellen fehlen oft die ruhigen Bereiche zum Ablaichen und die nötigen Habitate für die Jungfische, um sicher aufzuwachsen.

Auf unserer Tour fielen mir jedoch einige kleine Zubringer auf. Diese Seitenbäche sind oft die Schlüsselstellen: Ich konnte mir gut vorstellen, hier mit gezielten Maßnahmen wie Cocooning (Einbringen von Eiern in speziellen Boxen) oder dem Besatz von Brütlingen zu arbeiten. So könnte man den Bestand des Gosaubachs nachhaltig und naturnah unterstützen, indem man diese geschützten Kinderstuben nutzt.“

Viele der kleineren Gräben in Gosau sind keine natürlichen, permanent fließenden Bäche im klassischen Sinne. Sie sind oft anthropogen überprägt (vom Menschen geschaffen oder beeinflusst) und dienen der Entwässerung der umliegenden Feuchtwiesen und Hänge.

Zubringer und Gräben im Gosautal (von Nord nach Süd):

  • Höhbäche/Gräben im Vordertal: In den Ortsteilen Klaushof, Bärnau und Jagerbauer münden mehrere kleinere, oft nur periodisch wasserführende Gräben von den Hängen in den Gosaubach.
  • Brielgraben: Rechtsufriger längerer Zubringer oberhalb der renaturierten Strecken. Könnte als Aufzuchtbach interessant sein?
  • Der Grafnerbach: Ein bekannterer Zubringer im Bereich des Ortsteils Grafner/Ramsau.
  • Färberbach: Kleiner Graben am Nordende von Gosau.
  • Der Kreuzgraben: linker Zubringer, der durch den Ort entwässert und weit hinauf reicht.
  • Nebengerinne Gosaubach: Linksufrig – hier gibt es scheinbar ein altes Bachbett oder einen Nebenarm, parallel zum Gosaubach verlaufend. Wäre bei stabiler Wasserführung ein interessantes Aufzuchtgewässer.
  • Der Edlbach: Ein Zufluss im mittleren Bereich von Gosau und Zubringer zum Grabenbach.
  • Der Grabenbach: Ein wichtigerer Zubringer, der aus dem Bereich Richtung Pass Gschütt kommt.
  • Der Sattelgraben: linker Zubringer, der durch den Ort
  • Der Schmiedbach (oder Gosauschmiedbach): Oberlauf vom Gosaubach – ökologisch relevanter Zubringer im hinteren Talbereich (Hintertal-Gosauschmied). Er entwässert das Gebiet des Vorderen und Hinteren Gosausees über den Gosauschmiedsee und mündet danach in den Gosaubach.
Diese kleinen Aufzuchtbäche eignen sich besonders gut für als Aufzuchtgewässer für Bachforellen.

Für die Fischereibewirtschaftung sind nur die größeren, permanent wasserführenden Zubringer wie der Schmiedbach und dem Brielgraben entscheidend, da sie Rückzugsgebiete und Laichplätze für die Bachforellen und andere Kleinfischarten bieten.

Wildes Wasser

Nicht immer war der Gosaubach so friedlich wie heute: Immer wieder brachte er mit seinem Hochwasser Verwüstungen und Not ins Tal, in dem er sich immer wieder ein neues Bachbett bahnte. Besonders wild mußte er es an der Hirschfurt bei der Mündung des Brielgrabens getrieben haben – dort sprechen alte Urkunden von einem regelrechten Wirbel. Auch die Seitenbäche, die hier einen nacheiszeitlichen See zum flachen Talboden zugeschüttet haben und deren Schuttkegel deutlich sichtbar sind, brachen immer wieder aus.

Ein effizienter Hochwasserschutz, geradlinig in einem Trapezprofil mit der Aufgabe das Wasser so rasch wie möglich ins Tal zu befördern. Wenn man sich die Geschichte vom Gosaubach ansieht, auch nicht unbegründet, denn er hat viele Jahre gewütet und sicherlich viel Schaden ins Gosau-Tal gebracht.

Die zunehmende Besiedlung machte im 19. Jahrhundert eine Regulierung des Gosaubaches mit Stein- und Holzsperren, Sohlehebungen und Uferaufforstung erforderlich: 1856 begann man mit der Verbauung der Ufer, die bis 1911 abgeschlossen war – aus dieser Zeit stammt auch der Dammweg, auf dem man das Revier und die unterschiedliche Abschnitte gut erreichen kann. Trotzdem richteten schwere Regenfälle in den Jahren 1883, 1897 und 1899 wieder furchtbare Schäden an. 1923 wurde die Wildbachverbauung als eigener Wirtschaftsapparat des Landwirtschaftsministeriums eingerichtet, der seither immer mehrere Gosauer beschäftigt. Ein letztes Stück zähmte man erst im Jahre 1956.

Renaturierter Teil

Viel Geld wird investiert für eine Aufweitung und Renaturierungen von Abschnitten im Gosaubach.

Die Renaturierung von Bächen trägt erheblich zur ökologischen Verbesserung, zur Erhöhung der Biodiversität und zum Hochwasserschutz bei. Solche Projekte werden oft als Modellbeispiele für eine nachhaltige Entwicklung und den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen gesehen. Es ist schön, dass auch am Gosaubach in einen kleinen Bereich mit gezielten Maßnahmen zur Wiederherstellung natürlicher Strukturen begonnen wurde und einen wertvollen Beitrag zum Naturschutz leisten.

Die Renaturierung von Bächen trägt erheblich zur ökologischen Verbesserung, zur Erhöhung der Biodiversität und mit einer Verbreiterung auch zum Hochwasserschutz bei.

Wobei nicht jedes Projekt Millionen kosten muss, um eine positive Wirkung zu erzielen. Gezielte, kleinteilige Maßnahmen, wie das Einbringen von Struktursteinen oder Totholz, die Schaffung flacher Uferbereiche, die natürliche Anbindung von Zubringerbächen und die Förderung der Selbstdynamik des Gewässers, können oft mit vergleichsweise geringem Aufwand erhebliche ökologische Verbesserungen bewirken.

Hier bei der Mündung des Brielgraben und durch die eingespülten Steine ist eine „Klein-Struktur“ entstanden, die sofort von Bachforellen als Lebensraum angenommen wird.
Der Strömungs-Schatten von ein paar Steinen bietet der Bachforelle einen Einstand.

Projekt Gosaubach Vordertal

Diese Ansätze nutzen die natürlichen Prozesse des Baches und sind oft nachhaltiger, da sie:

  1. Kosteneffizienter sind und weniger massive Baumaßnahmen erfordern.
  2. Schneller umsetzbar sind und rasch positive Effekte für die Artenvielfalt zeigen.
  3. Die Hochwassersicherheit nicht gefährden, wenn sie gut geplant sind. Im Gegenteil, ein strukturreicherer Bach kann Energie besser abbauen als ein begradigter Kanal.

Das große Projekt im Gosaubach Vordertal ist ein Beispiel für eine umfassende Wiederherstellung, die oft bei stark geschädigten, technisch ausgebauten Gewässern notwendig ist. Aber Ihre Beobachtung unterstreicht die Bedeutung von dezentralen, klugen Einzelmaßnahmen, die in der Summe einen großen Unterschied für unsere heimischen Fließgewässer machen würde.

Die Renaturierungsprojekte, wie sie jetzt auch am Gosaubach stattfinden, sind die direkte Antwort auf die ökologischen Defizite dieser früheren Bauweise. Man versucht nun, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren und die Bäche wieder zu lebendigen Ökosystemen zu machen, ohne den notwendigen Hochwasserschutz zu vernachlässigen.

Wasserbau der Nachkriegszeit

Das ist eine exakte Beschreibung der gängigen Praxis im Wasserbau der Nachkriegszeit, insbesondere in den 1950er und 1960er Jahren. Die damaligen Ziele waren klar definiert durch:

  • Hochwasserschutz: Das primäre Ziel war es, Siedlungen und landwirtschaftliche Flächen vor Überschwemmungen zu schützen, indem das Wasser schnellstmöglich abgeleitet wird.
  • Landgewinnung: Durch die Begradigung und Profilierung wurden Uferbereiche für die Landwirtschaft oder Bebauung nutzbar gemacht. 

Die Methode war die „harte Verbauung“:

Viele Zubringerbäche, wie der Kreuzgraben sind hart verbaut und daher als Aufzuchtgewässer ungeeignet.
  • Betonierte Sohlen und Ufer: Diese sollten Erosion verhindern und die Fließgeschwindigkeit erhöhen.
  • Trapezförmige Profile: Sie standardisierten den Querschnitt und optimierten den Abfluss.
  • Begradigung: Sie verkürzte den Fließweg und eliminierte natürliche Mäander. 

Aus heutiger Sicht wissen wir, dass diese Ansätze zwar kurzfristig die gewünschten technischen Ziele erreichten, aber erhebliche ökologische Nachteile mit sich brachten:

  • Verlust des Lebensraums: Die Bäche wurden zu monotonen „Betonkanälen“, in denen kaum noch tierisches oder pflanzliches Leben existieren konnte.
  • Keine Strukturvielfalt: Es fehlten Kiesbänke, tiefere Kolke und flachere Rauschen – alles essenzielle Lebensräume für Fische, Insektenlarven und andere Organismen.
  • Erhöhte Fließgeschwindigkeit: Dies führte zu Problemen flussabwärts und verhinderte den natürlichen Rückhalt von Wasser in der Landschaft.

Die Renaturierungsprojekte, wie sie jetzt auch am Gosaubach stattfinden, sind die direkte Antwort auf die ökologischen Defizite dieser früheren Bauweise. Man versucht nun, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren und die Bäche wieder zu lebendigen Ökosystemen zu machen, ohne den notwendigen Hochwasserschutz zu vernachlässigen.

Ein wesentlicher Konflikt im praktischen Naturschutz ist: die Diskrepanz zwischen idealen, umfassenden Lösungen und der Realität von Budgetzyklen und bürokratischen Prozessen.

Der Weg muss ein duale Ansatz in der modernen Gewässerökologie sein:

Die Strategie der „Großen Projekte“

Diese sind notwendig, um massive, historisch bedingte Schäden zu beheben (wie die betonierten 50er-Jahre-Profile). Sie erfordern umfangreiche Planung, Genehmigungsverfahren, Grundablösen und Millionenbudgets und brauchen oft Jahre bis zur Umsetzung.

Die Strategie der „Kleinen Nadelstiche“

Hier liegt der Fokus auf pragmatischen, sofort umsetzbaren Maßnahmen. Diese haben enorme Vorteile:

  • Schnelle Wirkung: Struktursteine können oft innerhalb weniger Tage eingebracht werden und bieten sofort neue Nischen für Fische und Wirbellose.
  • Geringe Kosten: Sie erfordern oft nur Maschineneinsatz für wenige Stunden und Material, das lokal verfügbar ist.
  • Hohe Akzeptanz: Da sie das Landschaftsbild nicht drastisch verändern und keine großen Investitionen erfordern, stoßen sie oft auf weniger Widerstand bei Anrainern oder Gemeindevertretern.

Fazit

Beide Wege sind wichtig. Während die Großprojekte die Basis für ein gesundes Flusssystem schaffen, sorgen die vielen kleinen, punktuellen Maßnahmen für die schnelle Verbesserung der Qualität des Lebensraums auf lokaler Ebene. Es ist entscheidend, beide Ansätze parallel zu verfolgen und die „kleinen“ Erfolge nicht zu unterschätzen.

FROSKG Gewässer-Datenbank

Ein Ziel ist es, die geografischen Informationen aus DORIS und die rechtlichen Daten aus dem Fischbuch mit fischökologischen Daten zu verknüpfen und zu bilanzieren, um ein biotisches und abiotisches Grundgerüst der Fischerei zu zeichnen. Dabei soll jedes Gewässer im FROSKG als Untersuchungsgebiet geographisch und klimatologisch beschrieben werden, sowie auf abiotische Faktoren der Flussgebiete und die biotischen Regionen eingegangen werden. Im Rahmen der Bilanzierung werden Analysen
mit dem Schwerpunkt auf den Fließgewässern, den vorherrschenden mittleren Luft- und Gewässertemperaturen und den vorkommenden Fischarten, insbesondere ausgewählter Salmoniden Arten, durchgeführt. Mittels der Ergebnisse der Bilanzierung wird versucht sogenannte „Hot Spot-Gewässer“ auszuweisen. Die Bezeichnung Hot Spot-Gewässer ist an den allgemeinen Begriff „Biodiversitäts-Hot Spot“ angelehnt. Ein Biodiversitäts-Hot Spot ist ein Bereich, der von einem hohen endemischen Artenvorkommen und von einer starken Bedrohung charakterisiert ist (Myers, 1988). Hier werden damit Gewässer gekennzeichnet, in denen die ausgewählten Salmoniden Arten oder deren Lebensraum von den Auswirkungen des Klimawandels, besonders durch Veränderungen der Temperatur und des Wasserführung, möglicherweise gefährdet sein könnten.

Ziel ist, die Bilanzierung der Gewässer mittels aller verfügbaren Daten mit fischökologischen und wasserrechtlichen Daten zu erheben und eine Ausweisung von „Hot Spot-Gewässer“ verfügbar zu machen.

Weitere Informationen


In diesem Jahresrückblick ist auch das „Gosautal-System“ beschrieben und mit seinen positiven Auswirkungen und seiner thermischen Stabilisation auf die Obere Traun:
Herkunft: Das Wasser wird in den Gosauseen oft in größeren Tiefen oder aus Gebirgszuflüssen gefasst. Es ist daher wesentlich kälter als die Seeoberfläche des Hallstättersees.
Temperaturdifferenz: Während der Hallstättersee an der Oberfläche im Hochsommer 22 °C haben kann, kommt das Gosaubach-Wasser oft mit nur 8 bis 12 °C aus der Leitung.
Die Mischrechnung: Sobald das Kraftwerk unter Volllast läuft, speist es eine erhebliche Menge dieses kalten Wassers direkt in den Ausrinn ein. Das drückt die Temperatur der Goiserer Traun schlagartig nach unten – oft um mehrere Grad Celsius innerhalb weniger Meter.
Die Mission „TraunView“ umfasst Naturschutz, Lebensraumverbesserung, Bestandserhebungen, die Förderung seltener Arten und die Vereinbarkeit von Angeln
mit Naturschutz durch schonende Hegepraktiken unsere
„Wildkultur-Fisch-Bestände“ zu erhalten. 
Um für Gewässerbeschreibungen eine einheitliche Bezeichnung zu verwenden, möchte ich mich an die hierarchischen Habitat Klassifizierung, wie diese in Österreich maßgeblich von Günther Unfer und Stefan Schmutz (BOKU Wien) für die österreichischen Fließgewässer adaptiert wurde, halten. Mit dieser Skalierung lässt sich der ökologischen Zustand eines Flusses über seine physische Struktur bewerten. Als Ergänzung habe ich die englische Bezeichnungen nach Rosgen oder Frissell (*) ergänzt. Diese differenzieren noch etwas feiner und es gibt im Deutschen oft keine so prägnanten Begriffe wie im englischen.
Mit der neuen Fischereirevierverordnung wird das Bundesland lückenlos in 38 digitale Fischereireviere gegliedert. Smart Fishing ist damit auf ganzer Linie möglichUm auf natürliche Gegebenheiten und rechtliche Erfordernisse einzugehen, hat das Agrarressort unter LRin Langer-Weninger die Oberösterreichische Fischereirevierverordnung auf den Weg gebracht. Sie ist seit 1. August 2024 in Kraft.

„Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt.“

Zitat von: Arthur Schopenhauer