Das Jahr 2025 war im Salzkammergut hydrologisch und meteorologisch ein Jahr der Gegensätze – geprägt von einem extrem nassen Hochsommer-Auftakt und einem sehr trockenen, sonnigen Spätsommer. Ein Blick auf den Pegel Maxquell, für diesen war 2025 ein Jahr der thermischen Entspannung. Etwas anders die Wassertemperatur-Situation an der Seeklause in Steeg, diese ist in der Tat hydrologisch einzigartig, da dort zwei völlig unterschiedliche Wasserkörper aufeinandertreffen. Daher ist es interessant sich die Temperatur-Entwicklung an der Goiserer Traun genauer und im Vergleich zu Messungen aus den 90iger Jahren anzusehen.

Wassertemperaturen und See Pegel
Im Vergleich zu den extremen Hitzejahren (wie 2022 oder 2023) zeigten die Seen 2025 ein differenziertes Bild:
- Frühjahr & Frühsommer: Wegen eines milden Winters und warmen Aprils starteten die Temperaturen früh durch.
- Der „Juli-Knick“: Ein massiver Kälteeinbruch und Dauerregen im Juli ließen die Wassertemperaturen untypisch stark absinken. In dieser Phase lagen die Werte deutlich unter dem Durchschnitt der Vorjahre.
- August-Erholung: Durch die Hitzewelle im August erwärmten sich Hallstättersee, Wolfgangsee und Traunsee rasch wieder auf Werte um 21 bis 23 °C, was in etwa dem Niveau der letzten 10 Jahre entspricht.
- Pegelstände: Während das Jahr mit Niedrigwasser und Schneedefizit begann, sorgte der Juli für eine kräftige Auffüllung der Seen. Extreme Tiefstände wie im August 2022 blieben 2025 aus.
Hallstättersee


Jahresübersicht Pegel Maxquell (2025)

Der Pegel Maxquell in Bad Ischl dient als ausgezeichneter Indikator für das gesamte Traun System, da er die Abflüsse zwischen Hallstättersee und Bad Ischl bündelt. Für das Jahr 2025 lässt sich die Situation wie folgt zusammenfassen:

- Frühjahr (März – Mai): Nach einem relativ schneearmen Winter blieb das klassische Frühjahrshochwasser durch die Schneeschmelze moderat. Die Pegelstände lagen im langjährigen Durchschnitt, was eine stabile Phase für die Fischbrütlinge in der Traun bedeutete.
- Der „Juli-Peak“: Die markanteste Phase am Pegel Maxquell war der Juli. Aufgrund der extremen Niederschläge (nassester Juli seit 13 Jahren) stieg der Pegel deutlich an. Es kam zu einer massiven Mobilisierung von Sedimenten in den Zubringern wie dem Goiserer Weissenbach, was sich in Bad Ischl durch starke Wassertrübungen und einen Anstieg des Wasserstandes innerhalb kürzester Zeit bemerkbar machte.
- Sommer-Stabilität: Im Gegensatz zu extremen Trockenjahren (wie 2022) fiel der Pegel im August trotz der Hitzewelle nicht auf kritische Niedrigwasserwerte ab. Die „Pufferwirkung“ des Hallstättersees half dabei, den Abfluss in der Traun bei Bad Ischl stabil zu halten.
- Herbst/Winter: Die Situation beruhigte sich im Spätherbst. Zum Jahresende hin (Dezember 2025) präsentierte sich der Pegel Maxquell bei sehr guten Sichtverhältnissen und einem Extremen-Niederwasser.
Temperaturverlauf an der Traun (Pegel Maxquell)

- Frühsommer-Peak (Juni 2025): Durch den sehr warmen Juni stiegen die Temperaturen früh an und erreichten zeitweise Werte bis 18 °C. Das ist für die Ischler Traun vergleichsweise warm, da sie durch das kühle Tiefenwasser des Hallstättersees meist moderat temperiert bleibt.
- Der „Juli-Absturz“: Der extrem verregnete Juli 2025 sorgte für eine untypische Abkühlung. Durch die massiven Niederschläge und die fehlende Sonneneinstrahlung sanken die Wassertemperaturen am Pegel Maxquell zeitweise wieder auf 12 bis 14 °C ab.
- Positiver Nebeneffekt: Für kälteliebende Fischarten wie die Äsche und die Bachforelle war dieser „kühle“ Juli ökologisch sehr wertvoll, da der Hitzestress der Vorjahre ausblieb.
- Spätsommer (August 2025): Im sonnigen August kletterten die Werte wieder stabil nach oben. Die Traun pendelte sich bei Maxquell meist zwischen 15 und 17 °C ein. Die 20-Grad-Marke wurde – im Gegensatz zu extremen Hitzejahren – kaum überschritten.
- Durchschnitt: Die mittlere Wassertemperatur im Sommerhalbjahr lag 2025 leicht unter den Werten der extrem heißen Jahre 2022/2023.
Zusammenfassung Pegel Maxquell
Am Pegel Maxquell war 2025 ein Jahr der thermischen Entspannung. Während in den Vorjahren oft über kritische Grenzwerte für Salmoniden (über 20 °C) diskutiert werden musste, bot die Traun 2025 durch den kühlen Juli und den moderaten August fast durchgehend optimale Bedingungen für das Gewässerökosystem.
Hochwasser und Zubringerbäche
Obwohl es 2025 keine „Jahrhunderthochwasser“ wie in Ostösterreich gab, war die Lage im Juli angespannt:
- Keine extremen Flusshochwasser: Die Traun führte zwar phasenweise viel Wasser, erreichte aber keine kritischen Alarmstufen wie beim großen Ereignis im September 2024.
- Dynamik der Zubringer: Besonders die steilen Bäche (wie der Strobler Weißenbach am Wolfgangsee oder die Zubringer der Ischl) zeigten bei Starkregen kurze, aber heftige Pegelspitzen („Sturzflut-Charakter“).
- Entwarnung: Im Vergleich zu den verheerenden Hochwässern der Vorjahre blieb das Salzkammergut 2025 von größeren Katastrophen verschont.
Vergleich mit den Vorjahren
- Hochwasserschutz: Im Vergleich zum schweren Hochwasserereignis im September 2024 blieb der Pegel Maxquell 2025 von extremen Spitzen verschont. Die Steuerung über die Klauswehr-Verordnung (Schließen/Öffnen der Klappen je nach Seepegel) funktionierte 2025 reibungslos, sodass keine großflächigen Überflutungen im Stadtgebiet von Bad Ischl gemeldet wurden.
- Ökologische Bedeutung: Der Wasserstand war 2025 für die Fischfauna deutlich vorteilhafter als im Jahr 2020, als niedrige Wasserstände in kritischen Phasen negative Auswirkungen auf die Brütlinge hatten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Pegel Maxquell 2025 ein „atmendes“ System zeigte: Ein nasser Sommer verhinderte die sonst übliche Austrocknung, ohne jedoch die Zerstörungskraft eines Jahrhunderthochwassers zu erreichen.
Der Sommer: Juli vs. August
Der Sommer 2025 war zweigeteilt und wird als „nassester Juli seit langem“ in Erinnerung bleiben:
- Juli 2025: Er war der nasseste Juli seit 13 Jahren. Es gab rund 42 % mehr Niederschlag als im langjährigen Mittel und etwa 27 % weniger Sonnenstunden. Viele empfanden diesen Monat als „ausgefallen“.
- August 2025: Das komplette Gegenteil. Er war warm, trocken und sehr sonnig (+8 % Sonnenstunden). Die Anzahl der Hitzetage (über 30 °C) lag deutlich über dem Schnitt.
Niederschlag vs. Sonnentage (Bilanz)
| Parameter | Tendenz 2025 im Salzkammergut |
| Niederschlag | Überdurchschnittlich hoch im Juli (Rekordwerte), extrem trocken im Februar und August. |
| Sonnentage | Deutliches Defizit im Juli; der August und der extrem sonnige Dezember retteten die Jahresbilanz. |
| Vergleich | Unbeständiger als 2023, aber weniger extrem in der Trockenheit als 2022. |
Zusammenfassend: Wer 2025 im Juli Urlaub im Salzkammergut machte, erlebte ein „Regenloch“ mit kühlen Wassertemperaturen. Wer den August oder September nutzte, fand perfekte, stabile Bedingungen vor. Die großen Seen profitierten vom Regen im Juli, da die Pegelstände so stabil blieben und die Wasserqualität durch die Durchmischung sehr gut war.
Weitere Pegel und Wassertemperatur Informationen
Ischler-Ache
Einfluss der Ischl: Da der Pegel Maxquell oberhalb der Einmündung der Ischl liegt, wird erst dort die Temperatur maßgeblich durch den Wolfgangsee-Abfluss (Ischl) beeinflusst. Da die Ischl oft wärmer ist als die Obere Traun, wirkt sie sich unterhalb der Mündung „aufwärmend“ auf die Traun aus.




Goiserer Traun

Die Situation an der Seeklause in Steeg ist in der Tat hydrologisch einzigartig, da dort zwei völlig unterschiedliche Wasserkörper aufeinandertreffen. Die Goiserer Traun wird an dieser Stelle zum „Mischgewässer“, was massive Auswirkungen auf die Temperatur und damit auf das Ökosystem hat.

Das Aufeinandertreffen der Wasserkörper

An der Seeklause in Steeg passiert folgendes:
- Der Oberflächenausrinn: Der Hallstättersee entwässert normalerweise über die obersten Wasserschichten (Epilimnion). Dieses Wasser ist im Sommer recht warm (oft über 20 °C), da es direkt von der Sonne aufgeheizt wurde.
- Die Kraftwerksleitung (Gosaubach-System): Unmittelbar vor bzw. bei der Seeklause mündet der Triebwasserkanal des Kraftwerks Steeg der Energie AG ein. Dieses Wasser stammt aus dem Gosaubach-System (Gosauseen).
Der „Kühlschrank-Effekt“ des Gosaubachs

Das Wasser aus dem Gosaubal-System wirkt wie ein thermischer Stabilisator, aber oft mit einem „Kälteschock“-Potenzial:
- Herkunft: Das Wasser wird in den Gosauseen oft in größeren Tiefen oder aus Gebirgszuflüssen gefasst. Es ist daher wesentlich kälter als die Seeoberfläche des Hallstättersees.
- Temperaturdifferenz: Während der Hallstättersee an der Oberfläche im Hochsommer 22 °C haben kann, kommt das Gosaubach-Wasser oft mit nur 8 bis 12 °C aus der Leitung.
- Die Mischrechnung: Sobald das Kraftwerk unter Volllast läuft, speist es eine erhebliche Menge dieses kalten Wassers direkt in den Ausrinn ein. Das drückt die Temperatur der Goiserer Traun schlagartig nach unten – oft um mehrere Grad Celsius innerhalb weniger Meter.

Ökologische Folgen für die Goiserer Traun

Für die Fischerei und die Biologie der Goiserer Traun hat dieser Einfluss zwei Gesichter:
- Positiv (Sommer-Rettung): In extrem heißen Sommern, wenn der Hallstättersee „kocht“, verhindert das kalte Kraftwerkswasser, dass die Goiserer Traun thermisch kippt. Ohne diese Einleitung wäre die Traun unmittelbar nach dem See oft zu warm für Äschen. Das Gosaubach-Wasser hält die Goiserer Traun oft im „Salmoniden-Wohlfühlbereich„.
- Negativ (Thermal Shock): Wenn das Kraftwerk plötzlich abgeschaltet wird oder die Last stark schwankt, ändert sich die Temperatur in der Goiserer Traun sehr schnell. Diese schnellen Temperaturschwankungen (Thermal Stress) können für Kleinstlebewesen und Fischbrut belastend sein.
- Die „Zweiteilung“ des Flusses: Oft kann man beobachten, dass sich das kalte Gosaubach-Wasser nicht sofort mit dem warmen Seewasser vermischt. Es fließt zunächst „geschichtet“ oder auf einer Flussseite (meist linksufrig orientiert) weiter, bis die Turbulenz der Wehrschwellen für eine Durchmischung sorgt.

Vergleich Pegel und Wassertemperatur 1990er vs. 2025
Der Vergleich zwischen den frühen 1990er Jahren und heute (2025) ist extrem aufschlussreich, da er den langfristigen Trend des Klimawandels in einem alpinen Gewässersystem wie der Goiserer Traun sehr deutlich sichtbar macht.






Wenn man die Daten von 1990 bis 1993 (historisch gesehen eher „normale“ Jahre) den Werten von heute gegenüberstellt, lassen sich klare Veränderungen feststellen:
Der Temperaturtrend (Der „Basis-Anstieg“)
In den frühen 90ern waren die Wassertemperaturen der Goiserer Traun im Jahresmittel und in den sommerlichen Spitzen deutlich niedriger:
- Frühe 90er: Ein Hallstättersee, der die Goiserer Traun speist, erreichte an der Oberfläche im Hochsommer nur selten und nur kurzzeitig Werte über 20 °C. Die Goiserer Traun blieb meist stabil im Bereich von 14 bis 16 °C.
- Heute (2025/Vorjahre): Die Seeoberfläche des Hallstättersees erwärmt sich heute regelmäßig auf 22 bis 24 °C. Ohne den kühlenden Einfluss des Gosaubach-Wassers (Energie AG) würde die Goiserer Traun heute im August Temperaturen erreichen, die für Salmoniden bereits lebensbedrohlich wären.
Veränderung der Saisonalität
Ein deutlicher Trend ist die frühere Erwärmung:
- Damals (1990-93): Das Wasser brauchte oft bis weit in den Juli, um „sommerliche“ Temperaturen zu erreichen. Der Juni war noch stark von kühlerem Schmelzwasser geprägt.
- Heute: Die Erwärmung setzt im Frühjahr oft 2 bis 3 Wochen früher ein. Ein warmer April oder Mai (wie wir ihn 2025 sahen) hebt die Basistemperatur des Sees und damit des Ausrinns deutlich früher an.
- Eine Schneeschmelze mit einen Maxquell-Pegel von > 300 cm gibt es heute nicht mehr.
Extremereignisse vs. Durchschnitt
Der Klimawandel zeigt sich weniger in einem gleichmäßigen Anstieg, sondern in der Zunahme der Varianz:
- In den 90ern waren die Temperaturkurven „flacher“. Es gab weniger extreme Ausreißer nach oben.
- Heute sehen wir häufiger Hitze-Peaks. Selbst ein Jahr wie 2025, das durch einen kühlen Juli „gerettet“ wurde, zeigt im August sofort wieder einen steilen Anstieg auf Werte, die 1990 noch als absolute Ausnahme galten.
Die Rolle der Energie AG (Gosaubach-Wasser)
Interessanterweise ist der Einfluss des Gosaubach-Wassers heute systemrelevanter als 1990:
- Vor 35 Jahren war die Einleitung des kalten Wassers ein technischer Nebeneffekt.
- Heute fungiert sie bei Hitzeperioden fast wie eine „lebenserhaltende Maßnahme“ für die Salmoniden in der Goiserer Traun, um den dramatischen Anstieg der See-Oberflächentemperaturen abzufedern.
Fazit: Ist ein Klimawandel erkennbar?

Ja, eindeutig. Der Trend ist an der Goiserer Traun (und am Pegel Maxquell) klar ablesbar:
- Die Durchschnittstemperatur der Traun ist seit den 90ern um schätzungsweise 1,5 bis 2,0 °C gestiegen.
- Die Dauer der Hitzeperioden (Wassertemperatur > 18 °C) hat sich massiv verlängert.
- Die Seen (Hallstättersee) wirken heute als riesige Wärmespeicher, die die Traun im Spätsommer viel länger warm halten als noch vor drei Jahrzehnten.
Für einen Jahresrückblick bedeutet das: Ein Jahr wie 2025 mit seinem kühlen Juli ist in der modernen Zeitrechnung ein ökologischer Glücksfall, der den langfristigen Erwärmungstrend kurzzeitig unterbrochen hat, ihn aber nicht umkehrt.
Fazit Goiserer Traun

Im Jahresbericht 2025 ist festhalten, dass die Goiserer Traun durch die Kraftwerkseinleitung der Energie AG eine Sonderstellung einnimmt. Während andere Flüsse rein wetterabhängig reagieren, ist die Goiserer Traun ein „technisch-thermisches“ Gewässer. 2025 sorgte der kühle Juli ohnehin für niedrige Temperaturen, aber im heißen August war es primär das Gosaubach-Wasser, das die Goiserer Traun vor den hohen Oberflächentemperaturen des Hallstättersees, der über 23 °C erreichte schützte.
Weitere Informationen
Unsere Reviervollversammlung hatten wir am 23. Jänner 2020 und den jährlichen Fischerkurs mit Prüfung hatten wir noch mit 50 Teilnehmer im Februar 2020 in Hallstatt abgehalten und unser SAEEP Projekt konnten wir noch um 5 vor 12, in einen Termin am 7. März 2020, anlässlich des ÖKF Forum in Linz mit Andreas Haas und Harald Ficker von den ÖBF besprechen und abstimmen. Unsere Aktivitäten im Brut Haus in der Miesen Bach Mühle (MBM), bis hin zu einer Äschen Befischung, sowie die Besatzmaßnahmen mit beinahe 200.000 Bachforellen (Eier und Brütlinge) und über 20.000 Äschen Brütlinge wurden in freier Natur, mit minimaler personeller Besetzung unter Einhaltung der Corona Bestimmungen durchgeführt. Weiters konnten wir unsere Tests mit m+s Brutboxen und „artificial nest“, sowie unsere Untersuchung von Fischen und unserer Gewässer fortzusetzen. Unser Team, mit vielen Helfern hat sich als erfolgreich erwiesen, um unsere langfristige Überwachung und Bewirtschaftung sicher fortzusetzen und gleichzeitig sicher durch COVID-19 zu navigieren.

„Für das Fischbesatzmanagement empfiehlt sich das Grundprinzip der lernfähigen Hege.
Die Kenntnis über die Wassertemperatur ist dabei ein wichtiger Faktor.“
Zitat: von Robert Arlinghaus

