FISCHE AUS DER VERGANGENHEIT

Vor über einem Jahrhundert sahen unsere Flüsse in Oberösterreich ganz anders aus als heute. Durch Veränderungen wie Staudämme, Stadterweiterung und Besatzmaßnahmen unterscheiden sich die Fische, die heute in den Flüssen schwimmen, genetisch von denen der Vergangenheit. Glücklicherweise sind einige dieser historischen Fische, die einst durch unsere Flüsse schwammen, erhalten geblieben und existieren noch heute in Museumssammlungen und als Trophäe in privaten Sammlungen. Dank solcher Exponate und modernen Fortschritten in der Genomik können Wissenschaftler nun DNA aus jahrhundertealten Exemplaren extrahieren und analysieren. Dies ermöglicht einen direkten Vergleich der Genetik vergangener und heutiger Fischpopulationen.

Was DNA von alten Fischpräparaten über heutige Seeforellen verrät

Die Grafik aus „Petri Heil – Dein Schweizer Fischereimagazin“ zeigt sehr schön die Unterschiede zwischen Bachforelle und Seeforelle und beschreibt diese in einer Ausgabe aus dem Jahr 2020.

Seeforellen und Bachforellen sind zwei Ökotypen derselben Art (Salmo trutta) jedoch mit unterschiedlichen Lebenszyklen. Seeforellen laichen in den Bächen und Flüssen und wandern danach in die Seen zurück, während Bachforellen ihr gesamtes Leben in den Bächen und Flüssen verbringen. Diese unterschiedlichen Lebenszyklen sind auf genetische Unterschiede zurückzuführen ist mit einem genetischen Marker verbunden, den manche Forellen besitzen und andere nicht. In Gebieten oberhalb von Wanderungshindernissen verschwinden Forellen mit genetischen Markern im Laufe der Zeit. Daher bestehen die Populationen oberhalb dieser Hindernisse größtenteils aus ortstreuen, nicht wandernden Bachforellen. Über die Populationen unterhalb dieser Hindernisse und deren mögliche Veränderungen im Laufe der Zeit ist jedoch weniger bekannt.

Ein Seeforellen Aufsteiger – zur Laichzeit als „Silberlachs“ aus dem Traunsee, Ende November aufgestiegen in die obere Ischler Traun zum laichen.

Wanderfische

Wanderfische sind Fische, die zum Laichen ihr Habitat wechseln. Fische, die ihr Leben lang im selben Habitat bleiben, werden als stationär bezeichnet. Die Fischwanderung dient den Tieren vor allem dazu, Nahrung oder geeignete Brutplätze zu finden. Die Wanderungen zu den Laichgewässern können durch die unterschiedlichen Bedürfnisse der Jungfische und der erwachsenen Tiere begründet werden.

Wanderfische werden eingeteilt in:

  • diadrome Arten (griech. διά diá „durch“ und δρομάς dromás „laufend“) als Oberbegriff für Arten, die zwischen Süß- und Salzwasser wechseln. Darunter fallen
    • anadrome Wanderfische (griech. ἀνά aná „hinauf“), zum Beispiel der Lachs, der vom Meer kommend den Fluss hinaufschwimmt, um zu laichen
    • katadrome Wanderfische (griech. κατά katá „hinunter“), zum Beispiel der Aal, der flussabwärts ins Meer schwimmt, um dort zu laichen
    • amphidrome Wanderfische (griech. ἀμφί amphi „auf beiden Seiten“), die regelmäßig zwischen Meer und Süßwasser oder umgekehrt wandern, ohne dass diese Wanderungen der Fortpflanzung dienen
  • potamodrome Arten (griech. ποταμός potamós „Fluss“), die nur in Süßgewässern wandern.

Salmo trutta

FormLebensweiseHabitatLateinische Bezeichnung
BachforelleStationärBleibt meist lebenslang im selben Bachabschnitt.Salmo trutta fario
SeeforelleWanderndWechselt zwischen See (Fressen) und Bach (Laichen).Salmo trutta lacustris
MeerforelleWandernd (Anadrom)Wechselt zwischen Meer (Fressen) und Bach (Laichen).Salmo trutta trutta

Die Seeforelle (Salmo trutta lacustris)

Salmo trutta lacustris ist eine potamodrome Form der Atlantischen Forelle, die ihr gesamtes Leben im Süßwasser verbringt. Sie wandert zur Nahrungsaufnahme in große Seen, kehrt jedoch zum Laichen in die fließenden Zuflüsse zurück (potamodrom = Wanderung innerhalb des Süßwassers). 

Wichtige Merkmale der Seeforelle: 

  • Lebensweise: Die Jungfische wachsen 1–3 Jahre im Fließgewässer auf, bevor sie in den See abwandern.
  • Wanderverhalten: Als potamodrome Art verlässt sie den See zum Laichen und zieht in die Zuflüsse auf.
  • Form von Salmo trutta: Sie gilt nicht als eigene Art, sondern als seespezifische Form der Art Salmo trutta.
  • Unterschiede: Im Gegensatz zur anadromen Meerforelle (Wanderung ins Meer) oder der Bachforelle (standorttreu) ist sie auf große Seen und durchgängige Zuflüsse angewiesen. 

Die Seeforelle ist somit ein klassisches Beispiel für Fische, die nur innerhalb von Süßgewässern wandern. 

Man kann ihr Verhalten noch ein wenig detaillierter unter die Lupe nehmen, um die Dynamik dieser Wanderungen zu verstehen:

Die Seeforelle als Wanderkünstler

Obwohl sie nicht wie der Lachs in den Ozean zieht, vollbringt die Seeforelle innerhalb von Binnengewässern beachtliche Leistungen:

  • Potamodromie: Da die Seeforelle innerhalb des Süßwassers wandert (vom See in die Zuflüsse), bezeichnet man sie als potamodrom.
  • Der „Homing-Instinkt“: Wie viele Salmoniden kehrt sie oft mit erstaunlicher Präzision in den Bach zurück, in dem sie selbst geschlüpft ist.
  • Anpassungsfähigkeit: Während die Jungtiere in den sauerstoffreichen, flachen Bächen Schutz vor Fressfeinden und reichlich Insektenlarven finden, bietet der tiefe See den erwachsenen Tieren den Platz und die Beutefische (wie Renken), um ihre beeindruckende Größe zu erreichen.

Der Geruchssinn (Olfaktorische Prägung)

Dass die Seeforelle aus der Weite eines riesigen Sees zentimetergenau die Mündung ihres Heimatbachs findet, ist eine biologische Meisterleistung. Die Forschung geht davon aus, dass die Fische dabei verschiedene Sinne wie bei einem Navigationssystem kombinieren.

Hier sind die wichtigsten Mechanismen, mit denen die Seeforelle ihren Weg zurück zum Geburtsort findet:

Dies ist der entscheidende Faktor für die Feinnavigation.

  • Prägung in der Jugend: Während die jungen Forellen im Bach heranwachsen, „speichern“ sie die spezifische chemische Signatur des Wassers ab. Jedes Gewässer hat durch Bodenbeschaffenheit, Pflanzenwelt und gelöste Mineralien ein absolut einzigartiges „Parfüm“.
  • Das „Aroma-Gedächtnis“: Wenn die erwachsene Seeforelle zur Laichzeit an den Ufern des Sees entlangzieht, erkennt sie den spezifischen Geruch ihres Heimatbachs wieder, sobald sie in dessen Einflussbereich (die Fahne des einströmenden Wassers) gerät. Ihr Geruchssinn ist dabei so empfindlich, dass sie einzelne Moleküle in Milliarden Litern Wasser wahrnehmen kann.

Der Magnetsinn (Die Groborientierung)

Bevor der Geruchssinn übernimmt, muss die Forelle im See erst einmal die richtige Richtung einschlagen.

  • In den Köpfen von Salmoniden wurden winzige Magnetit-Kristalle nachgewiesen. Diese fungieren wie ein interner Kompass, mit dem sich die Fische am Magnetfeld der Erde orientieren können. Das hilft ihnen, sich auch in trübem Wasser oder bei Nacht im offenen See zu orientieren.

Visuelle Orientierung und Sonnenstand

  • Landschaftsmerkmale: In flacheren Bereichen können sich Forellen an markanten Unterwasserstrukturen orientieren.
  • Polarisiertes Licht: Es gibt Hinweise darauf, dass Fische das für uns unsichtbare Polarisationsmuster des Sonnenlichts nutzen können, um die Himmelsrichtung zu bestimmen – ähnlich wie Zugvögel.

Das Seitenlinienorgan (Strömungssinn)

Sobald die Seeforelle die Mündung erreicht hat, nutzt sie ihr Seitenlinienorgan, um kleinste Druckunterschiede und die Strömung wahrzunehmen.

  • Dieses Organ erlaubt es ihr, die stärkste Strömung zu finden (die meist direkt zum Hauptarm des Bachs führt) und Hindernissen sowie Turbulenzen geschickt auszuweichen, selbst wenn die Sicht gleich null ist.

Der Prozess im Überblick:

  1. Im See: Magnetsinn und Sonnenstand führen den Fisch grob in die Region der Zuflüsse.
  2. Vor der Mündung: Der Fisch „scannt“ die Wasserchemie. Sobald das gespeicherte „Heimat-Aroma“ auftaucht, folgt er dieser Spur.
  3. Im Bach: Rheotaxis (die Bewegung gegen die Strömung) und der Geruchssinn führen ihn bis genau zu den Kiesbänken, auf denen er selbst einst geschlüpft ist.

Es ist faszinierend zu bedenken, dass eine Seeforelle, die Jahre im tiefen See verbracht hat, dieses chemische Profil niemals vergisst. Haben dich diese Sinne überrascht, oder möchtest du wissen, was passiert, wenn dieser Weg durch menschliche Eingriffe (wie Chemieunfälle oder Wehre) gestört wird? Die Bestandssituation der Seeforelle in den Alpenrandseen ist ein klassisches Beispiel für ein „Sorgenkind“, bei dem sich jedoch erste Erfolge durch strengere Schutzmaßnahmen abzeichnen.

Stand 2025/2026 lässt sich die Lage wie folgt zusammenfassen:

Bodensee: Ein historisches Tief und neue Hoffnung

Der Bodensee war einst berühmt für seine riesigen Seeforellen, doch der Bestand brach im 20. Jahrhundert massiv ein.

  • Aktuelle Maßnahme (ab Januar 2026): Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Anhebung des Mindestmaßes von 50 cm auf 60 cm.
  • Der Grund: Daten zeigen, dass bei 50 cm viele Weibchen noch nicht einmal gelaicht hatten. Mit dem neuen Maß von 60 cm wird erwartet, dass fast 99 % der Fische mindestens einmal die Chance zur Fortpflanzung haben.
  • Status: Der Bestand gilt als stabilisiert, aber weiterhin stark abhängig von künstlichem Besatz und Renaturierungsprojekten an den Zuflüssen (wie dem Alpenrhein).

Attersee, Mondsee, Irrsee, Wolfgangsee und Traunsee (Österreich)

In den oberösterreichischen Seen wird die Seeforelle besonders intensiv gehegt.

  • Hohe Schutzstandards: Am Attersee wurde das Brittelmaß (Mindestmaß) bereits vor Jahren auf 50 cm angehoben, um den Bestand zu stützen. In einigen Gebieten wird sogar überlegt, dies dem Bodensee-Modell anzugleichen.
  • Problematik: Die Erwärmung der Seen (Klimawandel) setzt den Fischen zu. Die Seeforelle benötigt tiefes, kaltes und sauerstoffreiches Wasser. In sehr heißen Sommern ziehen sich die Fische in extreme Tiefen zurück, was das Nahrungsangebot einschränken kann.

3. Die größten Herausforderungen (Status 2026)

Obwohl die Wasserqualität in den Alpenseen heute meist exzellent ist (oligotropher Zustand), gibt es zwei Hauptprobleme:

  • Verbaute Wanderwege: Viele Forellen finden ihre Laichplätze in den Bächen immer noch nicht, weil kleine Wehre oder Wasserkraftwerke den Aufstieg blockieren.
  • Konkurrenz: Die Regenbogenforelle (eine eingeführte Art) ist oft robuster gegenüber höheren Temperaturen und konkurriert mit der heimischen Seeforelle um Nahrung und Laichplätze.

Zusammenfassung der Bestandsentwicklung

See / RegionStatusTrend
BodenseeGefährdet, aber stabilisiert↗️ (positiv durch neue Fangregeln 2026)
Salzkammergut (Attersee etc.)Stabil durch intensiven Besatz➡️ (gleichbleibend)
Schweizer AlpenseenStark gefährdet↘️ (Druck durch Klimawandel & Verbauung)

Interessanter Fakt: Dank modernster Gen-Analysen (wie im Schweizer Seeforellenprojekt) weiß man heute, dass fast jeder See seinen eigenen, genetisch einzigartigen „Stamm“ an Seeforellen hat. Ein Besatz mit Fischen aus einem anderen See kann daher manchmal sogar kontraproduktiv sein.

In den letzten Jahren hat ein Paradigmenwechsel in der Fischerei stattgefunden. Man hat erkannt, dass „Forelle nicht gleich Forelle“ ist. Um die jahrtausendealten, an ihre jeweiligen Seen angepassten „Ur-Stämme“ zu retten, wurden hochspezialisierte Programme ins Leben gerufen.

Hier ist ein Überblick, wie diese moderne Rettungsstrategie funktioniert:

Das Problem der „Genetischen Verwässerung“

Früher wurden Forellen oft wahllos besetzt. Man holte Eier aus Dänemark oder anderen fernen Regionen und setzte sie in Alpenseen aus. Bei der Seeforelle ist heute noch der sogenannte „Walchensee-Stamm“ sehr verbreitet. Das Ergebnis:

  • Die fremden Fische waren nicht an die tiefen, kalten Alpenseen angepasst.
  • Sie vermischten sich mit den heimischen Stämmen, wodurch deren spezielle Überlebensstrategien (z. B. der präzise Orientierungssinn zum Heimatbach) verloren gingen.

Der Weg zur Rettung: Autochthone Aufzucht

Traunsee-Hallstättersee Seeforelle, erkennt man schon an der Zeichnung, dass sich diese von Zuchtformen unterscheidet.

In modernen Programmen (wie dem Schweizer Seeforellenprojekt oder dem Bewirtschaftungskonzept Bodensee) geht man heute extrem präzise vor:

Schritt A: Die genetische Inventur

Bevor gezüchtet wird, nehmen Forscher Gewebeproben von Wildfischen in den Zuflüssen. Mittels DNA-Analysen wird bestimmt, welcher Fisch zum ursprünglichen Stamm des jeweiligen Sees gehört. Nur diese „reinen“ Fische werden für die Weiterzucht ausgewählt.

Schritt B: Der kontrollierte Laichfischfang

Anstatt Fische im Labor zu halten, fangen Berufsfischer und Angler während der Laichzeit im Spätherbst wilde Seeforellen direkt in den Aufstiegsbächen ab.

  • Abstreifen: Die Eier (Rogner) und der Samen (Milchner) werden vorsichtig gewonnen.
  • Wiederfreilassung: Die Elterntiere werden sofort wieder in ihren Bach entlassen – sie können im nächsten Jahr erneut laichen.

Schritt C: Kaltwasser-Bruthäuser

Die Eier werden in speziellen Fischbrutanlagen aufgezogen, die mit dem Original-Wasser der Zuflüsse gespeist werden. Das ist entscheidend, damit sich die Jungfische bereits im Ei auf den chemischen Fingerabdruck ihres Heimatwassers prägen können.

Unsere Seeforellenbestände schwinden – doch wir handeln. Mit dem neuen Bruthaus an der Miesenbachmühle in Ebensee ergreifen wir eine historische Chance für den Artenschutz: Genährt von glasklarem, eiskaltem Quellwasser aus dem Höllengebirge züchten wir hier die lokalstämmige Seeforelle nach. Das Ziel: Die einzigartigen, perfekt angepassten Gene dieser heimischen Fischart für die Zukunft zu sichern.

Innovative Besatzstrategien

Man setzt die Fische heute nicht mehr einfach „irgendwo“ aus, sondern nutzt verschiedene Stadien:

  • Augenpunkteier: Man vergräbt befruchtete Eier direkt im Kiesbett der Bäche (in Boxen), damit die Fische unter völlig natürlichen Bedingungen schlüpfen.
  • Sömmerlinge: Das sind junge Forellen, die einen Sommer lang aufgezogen wurden. Sie werden gezielt in die Oberläufe der Bäche gebracht, damit sie von dort aus selbstständig ihre Wanderung in den See antreten können.

Aktueller Fokus im Salzkammergut

An Seen wie dem Attersee, Traunsee, Hallstättersee muss der Fokus aktuell massiv auf der Renaturierung der Zubringerbäche liegen um ihren Laichplätze erreichbar zu machen. Denn die beste Zucht bringt nichts, wenn die Fische später keine natürlichen Kiesbänke finden, um sich dort selbstständig zu vermehren. Ziel ist es, die künstliche Aufzucht irgendwann überflüssig zu machen.

Quint Essenz für die „WildKultur-Fisch-Entwicklung“

Diese Erkenntnisse legen nahe, dass zukünftige Managementmaßnahmen der Wiederherstellung von Lebensräumen Vorrang vor Besatzmaßnahmen einräumen sollten. Sie unterstreichen zudem einen gravierenden Mangel bei der ausschließlichen Ausrichtung von Managementplänen auf die heutigen Populationen unter Vernachlässigung von Informationen aus der Vergangenheit. Museumssammlungen sind wichtige Instrumente für den Naturschutz. Sie helfen uns zu verstehen, wie gesunde, wilde Populationen einst aussahen und wie sie sich in Zukunft entwickeln könnten.

Referenz-Projekt Irrsee

Das Seeforellenprojekt des SAB (Sportanglerbund Vöcklabruck) hat die Population der gefährdeten Seeforellen im Irrsee erfolgreich gerettet und aufgebaut. Hier ist ein Referenzprojekt über die Bemühungen vom SAB bezüglich der Seeforelle. Ohne diese Bemühungen, wie Brutbox und Besatz mit laichreifen Fischen, wäre die Seeforelle heute im Irrsee nur noch sehr selten oder wahrscheinlich gar nicht mehr anzutreffen. Durch gezielte Maßnahmen—wie den Einsatz von Brutboxen und den Besatz mit laichreifen Fischen sowie die Optimierung der Zuflüsse—ist der Bestand heute stabil und ein natürlicher Aufstieg der Fische möglich.

Dort wo der SAB mit seinen Seeforellen-Projekt ist, da wollen wir auch hin! Quelle: https://sab.at/seeforellenbesatz-am-irrsee-2021/

Kernpunkte des Projektes:

  • Erfolgreicher Besatz: Ohne die intensiven Bemühungen des SAB wäre die Seeforelle im Irrsee mittlerweile kaum noch oder gar nicht mehr anzutreffen.
  • Lebensraum im Zellerbach: Die Schaffung geeigneter Habitate und spezielle Programme im Zellerbach zeigen große Wirkung.
  • Fangmeldungen: Der SAB bittet Fischer regelmäßig um exakte Meldungen, um den Erfolg der Besatzmaßnahmen exakt evaluieren zu können.

Weitere Informationen

Während die Speisefischzucht auf maximalen Masterfolg selektiert, zielt unsere Besatzfischzucht auf das Gegenteil: Die Bewahrung ursprünglicher Verhaltensweisen und einer robusten Konstitution, die ein Überleben in unseren freien, regionalen Gewässern erst ermöglicht. Im nachfolgenden Artikel ein paar Gedanken und Hintergrundinformationen dazu:
Kulturfolger sind Tiere oder Pflanzen, die aufgrund anthropogener Landschaft verändernder Maßnahmen Vorteile erlangen und deshalb dem Menschen in seine Kulturlandschaft (Forst, Äcker, Wiesen, Behausungen, Zuchtanlagen) folgen. Das Gegenteil der Kulturfolger sind Kulturflüchter. Wir betreiben mit unseren „FischLab-Mühlbach und Bruthaus-Miesenbachmühle (MBM) = FischLab“ (1) eine „Antidomestikations-Zucht“ (2). Während der Speisefischzüchter den Fisch an den Menschen anpasst, versuchen wir die Zuchtbedingungen so weit wie möglich an die Wildnis anzupassen. Wir produzieren keine „Haustiere“, sondern „Wildtiere auf Zeit“, die so schnell wie möglich wieder in ihre angestammte Rolle als Kulturflüchter zurückkehren sollen.
Eine eindeutige Unterscheidung zwischen jungen Bachforellen und Seeforellen ist oft nicht möglich (Salmo trutta). Die Bachforelle (Salmo trutta fario), die Seeforelle (Salmo trutta lacustris) und die Meerforelle sind wissenschaftlich betrachtet Standortformen derselben Art (Salmo trutta), die sich an ihren jeweiligen Lebensraum (Bach/Fluss, See oder Meer) angepasst haben.
Dieser Artikel passt zu meinem Schwerpunktthema über die Fischerei im Salzkammergut und ganz im speziellen an der Oberen Traun, mit der Koppen Traun, Goiserer Traun, Ischler Traun und Ebenseer Traun, von der steirischen Landesgrenze über den Hallstädtersee bis zum Traunsee und erschien im Traun Journal Nr. 8 und mit freundschaftlicher Genehmigung von Albert Pesendorfer, Freunde der Gmundner Traun, 4664 Oberweis.
Einer der wichtigsten Aufgaben in der Bewirtschaftung unserer Gewässer ist, dass wir lokal angepasste oder noch besser möglichst lokale Fischbestände für die Aufzucht und den Besatz nutzen. Lokale Anpassung bedeutet, dass zwischen einzelnen Populationen, aber auch innerhalb dieser Populationen genetisch bedingte Unterschiede in Körperstruktur, Verhalten oder Stoffwechsel auftreten, die mit spezifischen Umweltbedingungen in einzelnen Gewässerbereichen zusammenhängen. Dabei handelt es sich um über sehr lange Zeiträume gebildete, erblich festgelegte Unterschiede. Neben lokalen Anpassungen, die eine genetische Vielfalt widerspiegeln, zeigen viele Fischarten auch die Fähigkeit, sich bis zu einem gewissen Grad sehr rasch und ohne notwendige genetische Veränderungen auf neue Umweltbedingungen einzustellen. Wobei sich dies durchaus je nach Fischart stark unterscheiden kann, soweit dies unsere Erfahrungen auch bestätigen.
Heimo bei der Arbeit
Artikel ist in Arbeit

„Dort wo das Wasser fließt, sollten wir „Wildkultur-Fischen“

den Lebensraum erhalten und ihren Bestand fördern.“

Zitat, von Lucius Seneca, römischer Naturforscher – um 1-65 n.Chr. in adaptierter Form