Eine eindeutige Unterscheidung zwischen jungen Bachforellen und Seeforellen ist oft nicht möglich (Salmo trutta). Die Bachforelle (Salmo trutta fario), die Seeforelle (Salmo trutta lacustris) und die Meerforelle sind wissenschaftlich betrachtet Standortformen derselben Art (Salmo trutta), die sich an ihren jeweiligen Lebensraum (Bach/Fluss, See oder Meer) angepasst haben.

Unterscheidung in Jugendstadien

- Rote Flecken: Jungfische der Seeforelle haben, ähnlich der Bachforelle, oft noch rote Punkte auf den Flanken. Dies macht eine sichere Unterscheidung in jungen Stadien schwierig oder unmöglich.
- Abwanderung: Jungfische, die in den See abwandern, entwickeln oft eine silbrige Färbung und verlieren die roten Punkte sowie die kräftige Fleckenzeichnung der Bachforelle. Sie weisen dann den sogenannten Smolt-Typ auf. Sie können in dieser Phase als „Seeforelle“ im Sinne einer abwandernden und künftigen Seebewohnerin angesehen werden.
- Allgemeine Jungfische: Alle jungen Forellen weisen dunkle Querbänder (Juvenil Flecken) auf den Seiten auf. Die Bachforelle behält ihre charakteristischen, hell umrandeten roten Flecken meist bei, während diese bei der Seeforelle im Laufe des Wachstums verschwinden.

Wann ist eine Seeforelle eine Seeforelle?
Die Seeforelle wird zur Seeforelle durch ihren Lebensraumwechsel und die damit verbundene Lebensweise:
- Geburt und Aufzucht: Seeforellen laichen in der Regel in den Zuflüssen der Seen ab. Die Jungfische wachsen dort ein bis drei Jahre auf.
- Abwanderung: Nach dieser Zeit wandern die Jungfische (Smolts) in den See ab, um dort ihr räuberisches Leben zu führen und zu der großwüchsigen Form heranzuwachsen. Dieser Abwanderungszeitpunkt ist der entscheidende Übergang, bei dem die Forelle zur Seeforelle wird.
- Erwachsene Tiere: Im See lebend, werden sie größer, ernähren sich hauptsächlich von Fischen und entwickeln die typischen Merkmale der adulten Seeforelle:
- Fehlen der roten Flecken (oder nur schwache, orangefarbene Tupfen).
- Silbrige Flanken und blaugrauer bis grünlicher Rücken.
- Zahlreiche unregelmäßige, oft x-förmige schwarze Flecken.
- Gerade Schwanzflosse (bei adulten Tieren).
Hallstättersee-Traunsee Stamm
Beim obiges Bild von einer Seeforelle, gefangen am 22. November 2025 an der Ische Traun, handelt es sich eindeutig um einen Laich-Aufsteiger vom Traunsee, der zu seinen Laichplätzen (Geburtsort) an der Ischler Traun aufsteigt. Mit einer Länge von 82 cm hoffen wir, dass er ein paar Mädels findet, mit denen er seine optimalen Gene teilt und lokalstämmigen Nachwuchs erzeugt.

Die beiden unteren Aufnahmen sind von Fliegenfischern die an der Goiserer Traun von Hurch Flyfishing gefangen wurden und optisch sehr ähnliche Seeforellen aus dem Hallstättersee sind. Das es ein starkes genetisches Naheverhältnis zwischen Traunsee,- Hallstättersee,- und Grundlsee-Stämmigen Seeforellen gibt, ist durch das verbundene Gewässersystem der „Oberen Traun“ zwischen Traunsee bis zu den steirischen Salzkammergut-Seen sehr wahrscheinlich.

Typische Unterschiede
- Flecken: Seeforelle: Größere, schwarze Flecken, die sich bis zum Bauch erstrecken und teilweise auch auf der Schwanzflosse vorhanden sind.
- Bachforelle: Kleinere, rote Tupfen mit einer hellblauen oder hellen Umrandung.


Optische Verwirrung bei Jungtieren: Junge Seeforellen wachsen anfangs im Bach auf. In dieser Zeit sehen sie fast exakt aus wie junge Bachforellen, inklusive der typischen rötlichen Tupfen mit hellem Hof (die sogenannten Parrmale).

Die Seeforelle wandert nach 1 bis 3 Jahren in den See ab oder steigen von der Goiserer Traun in den Hallstättersee auf, wächst dort zur stattlichen Größe heran und kehrt nur zum Laichen in die Zuflüsse zurück. Deshalb werden, speziell im Frühjahr immer wieder sehr schöne Seeforellen in der Goiserer- oder Koppentraun gefangen.
Färbung des Körpers
- Seeforelle: Oft silbrig gefärbt, mit einem bläulich/türkis gefärbten Rücken.
- Bachforelle: Hat einen gelblichen Bauch und einen bräunlichen Rücken.
Maulspalte
- Seeforelle: Hat eine tiefere Maulspalte, die bis hinter die Augen reicht.
- Bachforelle: Die Maulspalte ist kürzer und weniger ausgeprägt.
Andere Merkmale
- Fettflosse: Bei Seeforellen ist der Rand der Fettflosse oft rötlich gefärbt.
- Körperform: Seeforellen sind oft spindelförmiger und auf ein Leben in tiefen Seen ausgelegt, während Bachforellen typischerweise in Fließgewässern leben.
Wichtig: „Wenn man sich unsicher ist, ob es sich um eine Bach- oder Seeforelle handelt, setze den Fisch am besten schonend zurück, um keine untermaßige Seeforelle zu töten.“
Die Unterscheidung ist also weniger eine genetische Trennung, sondern eine ökologische (an den See angepasste) Form der Forelle, deren äußere Merkmale sich im Laufe des Wachstums und des Lebensraumwechsels ausbilden.
Laichplätze der Seeforelle
Die Seeforelle (Salmo trutta f. lacustris) ist ein Wanderfisch und laicht typischerweise in den Zuflüssen des Sees, kehrt also für die Fortpflanzung aus dem See in die Fließgewässer zurück.

Die Seeforelle laicht im Spätherbst und Frühwinter.
- Zeitraum: Die Hauptlaichzeit liegt meist von Mitte Oktober bis Mitte Dezember.
- Auslöser: Die Laichwanderung wird hauptsächlich durch sinkende Wassertemperaturen mit idealerweise unter 8 Grad und den Wasserstand in den Zuflüssen ausgelöst. Die großen, laichreifen Fische wandern oft bei Dunkelheit oder trübem Wetter auf.

Die Seeforelle sucht für die Eiablage dieselben Habitate auf wie ihre Verwandte, die Bachforelle, nur oft in den größeren, seenahen Zuflüssen.
- Die Laichwanderung:
- Die erwachsenen Seeforellen verlassen den See und steigen die Zuflüsse und Nebenbäche hinauf, um geeignete Laichplätze zu erreichen. Für den Hallstättersee sind dies historische und aktuelle Laichgewässer wie die Traun (Ab- und Zufluss) und ihre Nebenbäche, wie z. B. der Mühlbach oder der Kaltenbach.
- Der Laichplatz selbst:
- Sie wählen flache, schnell durchströmte Flussabschnitte mit einem groben Kies- und Schotteruntergrund (ideal: Korngrößen 16/32 mm bis 32/64 mm.
- Die Laichgrube:
- Das Weibchen schlägt mit der Schwanzflosse eine Mulde in den Kies, die sogenannte Laichgrube. Durch die Strömung werden Feinsedimente (Schlamm und Sand) weggespült, sodass der Kies gereinigt wird.
- Nach der Eiablage in die Grube bedeckt das Weibchen die Eier wieder mit Kies, wodurch die Eier gut durchströmt und vor Fressfeinden geschützt sind.
- Die Entwicklung:
- Die Jungfische (Brütlinge) schlüpfen im Kies und verbringen dort die ersten Lebenswochen. Die Jungfische der Seeforelle (Smolts) wandern nach 1 bis 3 Jahren, wenn sie eine silberne Färbung annehmen, in den See ab, um dort zur großen Seeforelle heranzuwachsen.
Wichtig: Das Fehlen von Wanderhindernissen (Wehre, Querbauwerke) in den Zuflüssen ist für die Reproduktion der Seeforelle von existenzieller Bedeutung, da sie ohne erfolgreiche Laichwanderung nicht laichen kann.
Fischereibestimmungen Hallstättersee
Tatsächlich besagen die Fischereibestimmungen oft, dass eine eindeutige Unterscheidung zwischen Seeforelle (Salmo trutta f. lacustris) und Bachforelle (Salmo trutta f. fario) gerade bei Jungfischen oder Tieren mittlerer Größe fast unmöglich ist. Daher wurde in der Fischereiordnung für den Hallstättersee beide geschont und unterliegen einem Entnahmeverbot.
Diese Ununterscheidbarkeit hat direkte Konsequenzen für die Fischerei am Hallstättersee, insbesondere beim elektrischen Abfischen oder beim Angeln:
- Ganzjährige Schonung der Seeforelle: Am Hallstättersee ist die Seeforelle ganzjährig geschont (Entnahme verboten), um den stark gefährdeten Bestand zu schützen.
- Bestimmungs-Dilemma: Wenn ein Fischer eine Forelle fängt, die größer als das Bachforellen-Mindestmaß ist, aber noch nicht die typischen Seeforellen-Merkmale zeigt, besteht das Risiko, eine geschonte Seeforelle zu entnehmen. Daher ebenfalls Entnahme verboten für Bachforellen am Hallstättersee!
Weitere Informationen
Auch passt er zur Situation, dass die Forelle (Salmo trutta) im Jahr 2013, als der Fisch des Jahres nominiert wurde. Auf der einen Seite, ist damit das gute Aufkommen der Seeforelle in früheren Jahren dokumentiert. Auf der anderen Seite soll es auf die traurige Situation hinweisen, dass es heute keine Seeforellen mehr in der Oberen Traun gibt.
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- Traun-Journale Nr. l bis Nr. 7 (1993-1999), div. Autoren
- Mündliche Erzählungen von Fischmeister Sepp Höplinger, Alfred Feichtinger, Stefanie Selig, Dr. Hubert Kerschbaum, Antonia Wimmer, Günther Platzer, Hans Pfifferling, Ing. Hubert Aitenbichler, Heinrich Bruckbacher, Romana Loidl, Alfred Fischer, Herbert Grill, Karl Loidl jun., Wolfgang Trawöger und Dkfm. Gerhard Weiss

„Dort wo das Wasser fließt, sollten wir „Wildkultur-Fischen“
den Lebensraum erhalten und ihren Bestand fördern.“
Zitat, von Lucius Seneca, römischer Naturforscher – um 1-65 n.Chr. in adaptierter Form

