PRÄVENTIONSMANAGEMENT IM FISCHLAB 1. TEIL: OTTERZAUN

Der Schutz von Fischbeständen in Zuchtanlagen vor Prädatoren wie Graureihern, Kormoranen, Fischottern und Waschbären erfordert in der Tat umfangreiche und oft kostenintensive Maßnahmen, die jedoch den zuverlässigsten Langzeitschutz bieten.

Ein „Rudel“ Otter schleicht zum FischLab. In unseren Bächen haben sie die Fischbestände bereits auf ein bestandsgefährdendes Maß dezimiert. Jetzt wird unsere „Wildkultur-Fisch – Erhaltungsanlage“ attackiert und viele weitere private, ungeschützte Fischteich im Umkreis, werden leergefressen.

Fischotter-Attacken stellen in Fischzuchtanlagen eine der größten Herausforderungen dar, da diese Tiere nicht nur intelligent, sondern auch beharrlich sind. Der Zwang zur Optimierung des Security Managements im „FischLab Mühlbach“ ist eine direkte Folge der Notwendigkeit, die dort gehälterten Aufzuchtfische und Laichfische (zum Abstreifen) effektiv zu schützen.

Test: Erstellung eines KI-Bild mit Adobe Firefly auf die Fragestellung „Attacke eines Fischotters in einer Forellenzuchtanlage“.
Foto von der Wildkamera, wie er unser Langstrombecken mit 1.000 Bachforellen attackiert und zu über 80% dezimiert.

In den letzten Wochen haben wir damit begonnen die entscheidenden Schritt durchzuführen und von temporären, provisorischen Lösungen auf zuverlässigere, otter-sichere Strukturen umzustellen, die für den Langzeitschutz unerlässlich sind.

Absicherung der Becken mit einem 50 cm hohen Doppelstabmattenzaun.
Absicherung der Anlage mit einem 150 cm hohen Doppelstabmattenzaun.

Herausforderungen beim Fischotterschutz

Fischotter (Lutra lutra) sind besonders problematisch, da sie:

  1. Hervorragend klettern und graben können.
  2. Kleine Lücken (oft unter 10 cm) für das Eindringen nutzen.
  3. Hohe Jagdintelligenz zeigen und sich schnell an Vergrämungsmaßnahmen gewöhnen.
  4. Geschützte Arten sind, was die Bejagung stark einschränkt.

Optimierungspunkte für den Otter-Schutz

Die Optimierung unseres Security Managements ist primär auf die physische Barriere konzentrieren, insbesondere für die wertvollen Hälterungs- und Abstreifbereiche:

BereichOptimierungsmaßnahmeBegründung
ZaunhöheMindestens 1,20 m hochVerhindert einfaches Überklettern (Otter können springen und hochklettern).
ZaunbasisTeils mit betonierten Fundamenten, teilweise mit ausgekofferten Erdreich und mit groben Steinen gefüllter Untergrund.Soll das Untergraben verhindern, was die häufigste Angriffsmethode ist.
StromführungStromführende Drähte (Elektrozaun) in niedriger Höhe: 10 cm bis 15 cm über dem Boden.Sorgt für eine zuverlässige Schockwirkung beim Versuch des Unterkriechens oder Durchschlüpfens.
Netze/BeckenHälterungs Becken sollten idealerweise mit stabilen Abdeckungen oder Netzen gesichert werden, wenn sie nicht in geschlossenen Räumen liegen.Verhindert das Eindringen von oben oder das Herausholen von Fischen.
Tore und TürenMüssen absolut bodenbündig schließen und dürfen keine Lücken aufweisen.Schlupflöcher an Toren werden von Ottern schnell gefunden und ausgenutzt.
Permanente Nachbesserung der Sicherheitsmaßnahmen um das Eindringen von Fischotter zu unterbinden.
Einbau von bodenbündigen Granitsteinen mit 2 cm Luft zu den Unterkannten der Tore und Türen.

Diese bieten den effektivsten und dauerhaftesten Schutz, sind aber mit den höchsten Anfangsinvestitionen verbunden:

  • Doppelstabmattenzaun: Um das Eindringen von laufenden Prädatoren (wie Fischotter, Waschbären, Marder) zu verhindern, sind stabile Zäune unerlässlich.
    • Fischotter-sichere Zäune erfordern oft eine Mindesthöhe und müssen tief in den Boden eingelassen oder mit einem nach außen gebogenen Gitter ausgestattet sein.
  • +5.000 Volt Elektro-Draht: Im 2. Teil unserer Präventionsmaßnahmen, werde ich das Thema „Elektro-Zaun“ etwas genauer beschreiben. Den hier gilt es im Umkreis von Fischbecken besondere Sicherheitsmaßnahmen für Fische und Menschen zu beachten und für Fischotter gibt es auch einige Spezies bezogene Hinweise zu beachten. hindern.
  • Überspannung der Teiche: Zum Schutz vor fliegenden Prädatoren (Graureiher, Kormorane) werden Netze oder Drähte über die Teichfläche gespannt bzw. über die Sommermonate Beschattungsplanen montiert.
    • Netze (Vogelschutznetze) und Beschattung sind die sicherste Lösung, erfordern aber stabile Tragekonstruktionen. Die Maschenweite muss so gewählt werden, dass sich Vögel nicht darin verfangen.
    • Überspannung mit Spanndrähten (in Abständen von 20–30 cm) kann den Anflug von Großvögeln stören und sie davon abhalten, zu landen.
  • Gesicherte Hälterung Anlagen: Besonders für Jungfische oder in der Überwinterung werden wir unser Langstrom- und Brütlingsbecken in teils geschlossene, gesicherte Becken umbauen, die für Prädatoren unzugänglich sind.
Über die Sommermonate werden Beschattungsplanen über die Becken gespannt um die Aufwärmung zu minimieren und den Fischen einen Unterstand zu bieten.

Präventionsmanagement

Ein langfristig erfolgreiches Präventionsmanagement beinhaltet oft eine Kombination von mehreren Maßnahmen, die an die spezifischen Bedrohungen der jeweiligen Anlage angepasst sind.

Test: Erstellung eines KI-Bild mit Adobe Firefly als Grafik.

Zum Schutze unserer sehr wertvollen „Wildkultur-Fisch-Bestände“ in unseren Gewässern im Salzkammergut, werden wir unser „FischLab“ bestmöglich vor weiteren Prädatoren-Attacken schützen.

Weitere Informationen

„Kaum haben wir einen Otter Zaun, kommt auch schon der Otter schaun!“ Man glaubt es kaum, so hatten wir bis jetzt Ruhe, jedoch mit der sinkenden Temperatur und dem ersten Schneefall werden die Otter aktiv. Es dürften ihnen die Frösche- und Schlangen ausgehen bzw. in den Winterschlaf wechseln und damit spüren wird die Umstellung ihrer Nahrung auf Fische. Otter haben ja einen sehr guten Geruchsinn, eine Art eDNA Nase, mit der sie riechen, ob Fische in einem Bach sind und ob es sich auszahlt ins hintere Mühlbachtal zu wandern. Wegen den paar aus den letzten Jahren über gelassenen Forellen im Traunkirchner Mühlbach würde sich dieser Aufwand ja nicht auszahlen. Jedoch zwei nebeneinanderliegenden Fischzuchtbetriebe dürften ihn motivieren aufzusteigen. Bis jetzt hatten wir im FischLab, im hinteren Traunkirchner Mühlbachtal noch keinen Stress mit „Otti“, jedoch mit seiner aktuellen Attacke auf unsere Anlage ist es aus mit lustig und wir müssen eine „Security – Optimierung“ an unserer Fischzuchtanlage durchführen.
Fischotter schwimmen ungern unter Brücken hindurch, da sie diese als Hindernis empfinden und lieber über Land gehen, was zu gefährlichen Situationen auf Straßen führt. Der Straßenverkehr ist in der Zwischenzeit die Haupttodesursache für Fischotter, denn sie verlassen das Wasser zum Markieren ihres Reviers und nutzen Brücken als Landmarken, auch meiden sie es, wenn sie unter Brücken durchschwimmen müssen, was häufig zu Unfällen führt, wenn kein Uferstreifen vorhanden ist.
Der Fischotter war lange Zeit im Inland gefährdet. Die Population hat sich in den vergangenen Jahren aber wieder stabilisiert. Neueste Forschungsergebnisse bestätigen diese Tatsache. Im Zuge des OÖ
Fischotter-Monitorings der Karl-Franzens-Universität im Auftrag des Landes Oberösterreichs konnte ein günstiger Erhaltungszustand nachgewiesen werden. Das ist eine wichtige objektive Grundlage für
künftige Managementmaßnahmen.
Heimo bei der Arbeit
Artikel ist in Arbeit
 

„Den zur Laichzeit gefangenen Wildfischen werden die Eier abgestreift und befruchtet

und dann in unserem FischLab in Traunkirchen bebrütet und aufgezogen.

Leitsatz: Fischereimanagement Salzkammergut