ELEKTROFISCHFANGGERÄT GRASSL ELT62II 2,2KW

Die Arbeit in und an unseren Gewässern erfordert nicht nur fachliches Know-how, sondern vor allem Technik, auf die man sich blind verlassen kann. Im FROSKG haben wir aktuell zwei tragbare Geräte für den Elektrofischfang zur Verfügung. Ein neues Grassl ELT60 II mit ca. 13 Kg Gewicht, 1,3 KW und 4-Takt Honda Motor, welches sich für die Elektrobefischung in kleineren Gewässern eignet, sowie ein älteres Grassl ELT61 II mit ca. 25 Kg Gewicht, 2,0 KW und 2-Takt Motor. Nun haben wir uns entschieden, dass über 25 Jahre alte 2-Takter Grassl ELT61 II zu ersetzen und und unsere Ausrüstung zu modernisieren. Dazu wurde in der Fischereireviervollversammlung vom 30. Jänner 2026 einstimmig beschlossen, ein neues Elektrofischfanggerät, das in puncto Sicherheit und technischer Präzision neue Maßstäbe setzt zu investieren. Wir haben uns nach verschiedenen Überlegungen für das:

GRASSL ELT62II-GI-GCV145 mit 2,2KW Honda Motor mit Impulsstrom

entschieden.

vlnr: Philipp Pöllmann und Heimo Huber beim Laichfischfang. Mit dem neuen Grassl ELT62II 135GI kombinieren wir leistungsstarken Impulsstrom mit höchster Sicherheit nach IEC-Norm. Eine Investition in den Arbeitsschutz unserer ehrenamtlichen Helfer und die Qualität unserer Gewässerbewirtschaftung.

Sicherheit am Wasser

Bei der Auswahl des Geräts haben wir keine Kompromisse gemacht. Unser neues Modell ist nach den strengen internationalen Normen IEC- und EN 60335-1 sowie 60335-2-86 gefertigt und offiziell TÜV-geprüft. Das bedeutet für uns: geprüfte Zuverlässigkeit unter realen Einsatzbedingungen.

Maximale Sicherheit durch zertifizierte Standards

Ein entscheidender Vorteil ist der elektrische Aufbau in Schutzklasse II. Doch was bedeutet das konkret für die Praxis?

Mit dem neuen Aggregat: Schutz für Mensch und Fisch durch neueste Technik. Die Impulsstrom-Funktion bringt nicht nur mehr Leistung sondern hilft auch den Fisch zu schonen, da man die Frequenz so einstellen kann, dass die Muskelkrampfung (Tetanus) minimiert wird.
  • Doppelte Isolierung: Alle stromführenden Teile sind zweifach geschützt.
  • Bestmöglicher Personenschutz: Selbst im unwahrscheinlichen Fall eines Defekts ist der Anwender vor gefährlichen Berührungsspannungen geschützt.
  • Der Totmanntaster: Ein unverzichtbarer Sicherheitsanker. Sobald der Bediener den Taster loslässt, werden die Ausgänge sofort spannungslos. Der Stromfluss wird unterbrochen, noch bevor eine Gefahrensituation entstehen kann.

Flexibilität am Gewässer: Benzin oder Akku?

Bestandsaufnahme in der Ischler-Ache.

Benzinbetriebene Geräte sind unsere Kraftpakete für den Dauereinsatz. Sie bieten eine unbegrenzte Ausdauer und hohe Leistungsabgabe, was sie ideal für großflächige Einsätze und tiefe Gewässer macht, bei denen wir über viele Stunden hinweg eine konstante Spannung benötigen.

Batteriebetriebene Geräte hingegen sind Spezialisten für mobiles Arbeiten. Sie sind deutlich leichter, kompakter und ermöglichen uns ein nahezu lautloses Arbeiten ohne Abgase. Das ist besonders in kleinen Bächen oder unwegsamem Gelände ein enormer Vorteil, da es den Stress für die Fische minimiert und die Mobilität des Teams maximiert.

Warum wir uns für das Benzinaggregat entschieden haben

Die Wahl zwischen einem Akku-Gerät und einem Benzinaggregat war eine strategische Entscheidung. Da unser Aufgabenspektrum von schnellen Notabfischungen in tiefen Gumpen bis hin zum rationellen Laichfischfang in unterschiedlichsten Gewässern reicht, bietet das Benzinaggregat für unseren speziellen Bedarf die entscheidenden Vorteile:

Die Fliegenrute getauscht gegen eine Polstange zum Elektrofischen.
  • Höhere Leistungsreserven für tiefe Gumpen: Bei Notabfischungen stehen wir oft vor tiefen Gumpen oder starker Strömung. Hier benötigen wir eine hohe und vor allem konstante Leistungsabgabe, um ein ausreichend großes elektrisches Feld aufzubauen. Benzinaggregate liefern hier oft stabilere Stromstärken über einen längeren Zeitraum als mobile Akkusysteme.
  • Unbegrenzte Ausdauer beim Laichfischfang: Der Laichfischfang erfordert oft ein systematisches Absuchen langer Bach- und Flussabschnitte. Während beim Batteriegerät das Gewicht des Ersatz Akkus und die begrenzte Laufzeit die Effizienz bremsen können, ermöglicht uns das Aggregat ein unterbrechungsfreies Arbeiten – ein kurzer Tank stopp genügt.
  • Rationelles Arbeiten ohne Ladezyklen: Gerade bei mehrtägigen Einsätzen oder unvorhersehbaren Notfällen sind wir unabhängig von Ladestationen. Das Aggregat ist sofort einsatzbereit, solange Kraftstoff vorhanden ist, was uns die nötige Flexibilität für spontane Einsätze gibt.
  • Wirkungsgrad in größeren Gewässern: Im Vergleich zum kompakten Batteriegerät bietet das Aggregat oft eine höhere Spannungslage. Dies ermöglicht einen größeren Wirkungskreis im Wasser, wodurch wir bei der Befischung breiterer Flüsse deutlich schneller und effizienter vorankommen.

ELT62II GI-GCV145 – 2,2KW mit Impulsstrom-Funktion

Impulsstrom bei extremen Leitfähigkeiten: Wenn das Wasser sehr leitfähig ist, stößt reiner Gleichstrom an seine Grenzen. Hier schalten wir auf Impulsstrom um. Das spart Leistung und hält das Gerät trotz enormer Wirkkraft mobil und tragbar.

Links: Einstellmöglichkeiten mit Impulsstrom Rechts: Steckdosen, passend zu unseren bestehenden Zubehör. Quelle: Grassl
  • Überwindung physikalischer Grenzen: Bei sehr geringer Leitfähigkeit (weichem Wasser) stoßen wir mit Gleichstrom oft an das gesetzliche Limit von 600–750 Volt. Unser neues Gerät erlaubt im Impulsbetrieb bis zu 1000 Volt, wodurch wir auch in schwierigen Gewässern erfolgreich und effizient arbeiten können.
  • Feinfühlige Steuerung: Über die Motordrehzahl und stufenlos einstellbare Impulsfrequenzen können wir das Gerät exakt auf die jeweilige Fischart und die Wassergegebenheiten abstimmen.

Optimale Wirkung bei maximaler Fischschonung

Die Wahl der richtigen Frequenz beim Grassl ELT 62-II ist entscheidend für den Fangerfolg und die Gesundheit der Fische. Als Faustregel gilt: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Frequenzbereiche & Fischarten

Frequenz (Hz)Zielgruppe / EffektAnwendung im Salzkammergut
30 – 50 HzGroße Fische (z.B. große Forellen, Hechte, Huchen)Laichfischfang: Große Tiere reagieren empfindlich auf niedrige Frequenzen. Schont das Rückgrat und reduziert Stress.
50 – 80 HzStandardbereich / MischbesatzAllround-Einstellung: Gute Lockwirkung für die meisten Fließgewässerarten bei mittleren Größen.
85 – 100 HzKleinfische & Jungfische (z.B. Koppen, Elritzen, Brut)Notabfischung: Kleine Fische benötigen eine höhere Frequenz, um das elektrische Feld wahrzunehmen.

Schritt-für-Schritt Einstellung am Gewässer

  • Leitfähigkeit prüfen: Bei sehr kalkhaltigem Wasser (hohe Leitfähigkeit) eher mit niedrigerer Spannung starten. Bei weichem Gebirgswasser Spannung erhöhen.
  • Gleichstrom-Check: Startet idealerweise im Gleichstrom-Modus. Zeigt dieser in tiefen Gumpen zu wenig Wirkung, schaltet auf Impulsstrom um.
  • Feinabstimmung:
    • Reagieren die Fische zu schwach? ➔ Frequenz leicht erhöhen.
    • Betäubung tritt zu schnell/hart ein (Fisch „kippt“ sofort)? ➔ Frequenz oder Motordrehzahl (Spannung) senken.
  • Elektrodengröße: Nutzt bei hoher Leitfähigkeit größere Anodenringe, um das Feld zu verteilen und die Stromdichte am Fisch lokal zu senken.

Tipp

In unseren kalten, sauerstoffreichen Gewässern ist die Leitfähigkeit oft schwankend. Daher nutzt wir die stufenlose Regelung über die Motordrehzahl des Honda-Motors:

  • Niedrige Drehzahl: Schont den Motor und reduziert die Spannung für flache Uferbereiche.
  • Hohe Drehzahl: Volle Power für tiefe Gumpen im Katastrophenfall.

Technische Eckdaten

  • Grassl EFFG ELT65II GI-GCV145 – 2,2KW 300/550V Honda mit Impulsstrom
  • Motorgetriebenes Elektrofischfanggerät
  • ELT62II-GI-GCV145 mit Gleichstrom- und Impuslausgang
  • Gebaut nach DIN EN60335-1 und 60 335-2-86 mit Totmannschaltung und Tiltschalter.
  • Aufbau auf Rückentragegestell.
  • Honda 4-Takt-Benzin-Motor GCV145 3600U/min
  • Drehstrom-SD-Generator permanent
  • erregt 360Hz Leistung 2200 Watt
  • Schutzklasse II Schutzart IP55
  • Impulsteil: Frequenz 25-100 Impulse pro sek.
  • Ausgangsspannung bei Impuls Betrieb 580/960 Vss max. 32,0 KW Impuls
  • Gleichstromteil: SDC-Ausführung mit geglätteter Ausgangsspannung 300/550V max. 2200 Watt
  • Gewicht ca. 22 Kg
Der Honda 4-Takt-Motor ist der „Goldstandard“ für solche Geräte – er steht für Zuverlässigkeit beim ersten Anzug, was gerade im Katastrophenfall über Erfolg oder Misserfolg entscheiden kann. Zudem ist er deutlich wartungsärmer und laufruhiger als ältere 2-Takt-Modelle. Quelle: Grassl – Schönau am Königssee

Elektrische Leistungsdaten

FunktionWerte / Bereich
BetriebsmodiGleichstrom (DC) & Impulsstrom (IC)
Ausgangsspannung (DC)Bis max. 600 V / 750 V (normgerecht)
Ausgangsspannung (IC)Bis max. 1000 V (Spitzenspannung)
ImpulsfrequenzStufenlos einstellbar (über Motordrehzahl/Schalter)
EinsatzbereichAlle Wasserleitfähigkeiten (weich bis extrem hart)

Zusammengefasst

Während das Batteriegerät seine Stärken in der extremen Leichtigkeit hat, überwiegt für unsere vielseitigen und oft intensiven Einsätze die Kraft und Ausdauer des Benzinaggregats. Es ist für uns das zuverlässigste Werkzeug, um bei jedem Wasserstand und jeder Gewässertiefe beste Ergebnisse zu erzielen. Mit der bis zu 1000V Impulsstrom-Funktion haben wir eine erweitere einstell-Möglichkeit bekommen. In der aktuellen Normung (EN 60335-2-86) ist der Scheitelwert bei Impulsspannung tatsächlich auf diesen Bereich ausgelegt, um auch in extrem elektrolytarmen Gewässern eine optimale Wirkung zu erzielen. Das macht das GRASSL ELT62II-GI-GCV145 mit 2,2KW Honda Motor und mit Impulsstrom zu einem echten Allrounder!

Ausgerüstet für Notabfischungen, Laichfischfang und Fischtransport. Im Krisenmodus gibt es keine zweite Chance. Die robuste Technik vom ELT62II GI-GCV145 – 2,2 KW mit Impulsstrom-Funktion garantiert, dass wir auch unter extremem Zeitdruck und in schwierigem Gelände (wie tiefen Gumpen) handlungsfähig bleiben.
Unser Notabfisch-Anhänger ist mit entsprechenden Zubehör ausgestattet. Schnelligkeit: Wenn Fische schnell umgesiedelt werden müssen (Notabfischung), brauchen wir Technik und Transportzubehör, welches für viele unserer Anforderungen einsatzbereit ist.
Als Fischereirevier Oberes Salzkammergut tragen wir eine große Verantwortung. Eine unserer Kernaufgaben ist es, auf den fischereilichen Katastrophenfall vorbereitet zu sein. Ob akute Gewässerverschmutzungen, Sauerstoffmangel durch Hitzeperioden oder drohendes Austrocknen von Nebenarmen – in solchen Momenten zählt jede Sekunde.

Fazit: Professionelle Technik für nachhaltigen Naturschutz

Mit dieser Investition setzen wir ein klares Zeichen für den Arbeitsschutz und die Professionalität in unserer Gewässerbewirtschaftung. Nur mit sicherem und ausgereiften Equipment können wir uns voll und ganz auf das Wesentliche konzentrieren: den Schutz und der Pflege unserer heimischen Fischbestände.

Weitere Informationen

Notabfischplan

Laut Genehmigung der OÖ. Landesregierung – Geschäftszeichen: LFW-2019-268010/11-Eb vom 2.2.2024
Gültig für den Zeitraum bis 30. April 2029
 haben wir die Genehmigung Not- und Baustellenabfischungen in den Gewässern Fischereirevier Oberes Salzkammergut durchzuführen.

Berichte über das „Stromfischen“

Im FROSKG haben wir zwei tragbare Geräte für den Elektrofischfang zur Verfügung. Ein neues Grassl ELT60 II mit ca. 13 Kg Gewicht, 1,3 KW und 4-Takt Honda Motor, welches sich für die Elektrobefischung in kleineren Gewässern eignet, sowie ein älteres Grassl ELT61 II mit ca. 25 Kg Gewicht, 2,0 KW und 2-Takt Motor.
Elektrofischen ist permanente Weiterentwicklung von Geräten zur Unterstützung im Fischereimanagement. Neben verschiedenen Benzin betriebenen Elektrofischfanggeräten haben wir auch ein Batterie betriebenes Rucksacksystem im Einsatz, welches eine komplette Elektrofischfanglösung ist, die einen lautlosen Betrieb ermöglicht, was speziell im urbanen Umfeld seinen Vorteil mit sich bringt. Es ist „leicht zu transportieren“ und in einer Box bzw. in einen Rucksack verbaut.
Bedingt durch den anthropogen gestörten Geschiebetrieb an der Oberen Traun gibt es nur wenige intakte Laichplätze, die den vorkommenden heimischen Fischen zur Verfügung stehen. Die fortgeschrittene Kolmation des Bodensubstrate stellt an vielen Abschnitten der Traun ein immer größeres Problem für kieslaichende Fische dar. Um die wenigen selbst reproduzierten Bestände zu erhalten wurde am 22. Dezember 2025 bei fallenden Wasserstand und der Gefahr auf Austrocknung des Lahnstein-Nebenarm eine prophylaktische Elektro-Notabfischung durchgeführt, die das Ziel hat möglichst viele Fische zu retten.
Das ist ein sehr spannendes, wenn auch besorgniserregendes Thema aus dem Bereich der Gewässerökologie. Nachfolgend ein Einsatzbericht vom 22. Dezember 2025 der verdeutlicht die dramatischen Folgen, wenn natürliche Flussdynamiken unterbrochen werden.
Eine Baustellen-Notabfischung ist eine vorbeugende Maßnahme, bei der Wasserlebewesen aus einem Bereich eines Gewässers entfernt werden, in dem Bauarbeiten stattfinden sollen, um sie vor Verletzungen oder dem Tod durch Maschinen zu schützen. Die Abfischung wird von den Gewässerbewirtschaftern durchgeführt, um den Fischbestand im betroffenen Bereich zu reduzieren.
Nachfolgend die Dokumentation über unsere Bachforellen-Projekt „Leopold“. Dieses wird sich bis in den Frühsommer 2025 ziehen, solange bis die letzten Brütlinge unser „FischLab“ verlassen haben. Die Bachforelle (Salmo trutta) ist in Europa „gefährdet“. Die Aussage mag überraschen, denn diese Art ist über Europa und Westasien weit verbreitet. Auch scheint die Bachforelle (noch) nicht auf den klassischen „Roten Listen“ der gefährdeten Arten auf. Mit dem Ende der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren ent­wickelten sich in den großen Flusssystemen Europas genetisch unterschiedliche Bachforellenlinien. Der in den Gewässern des Salzkammergut heimische Donau-­Traun-Typus droht auszusterben und wertvol­le biologische Ressourcen drohen zu verschwinden. Auch durch über 150 Jahre Fischzucht im Salzkammergut und genau so lange Besatzmaßnahmen haben dazu beigetragen, dass es genetisch sowieso nur an unsere Bäche und Gewässersystem angepasste „Mischkulanzen“ gibt, die sich etabliert haben und in den verbleibenden Gewässern behaupten. Wie wir die letzten 40 Jahre feststellen müssen, wird ihr Lebensraum immer weiter zurückgedrängt und auch diese verbleibenden Bäche sind stark verbaut und immer mehr kommt eine Wasserverknappung in den Trockenperioden dazu und reduziert deren Rückzugsgebiete.

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Heimo bei der Arbeit
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„Unsere Herausforderung ist, denn Fischen ihren Lebensraum zu retten!“