Das ist ein echter Meilenstein für die Bewirtschaftung unserer Gewässer im „Fischereirevier Oberes Salzkammergut„. Mit Walter Reisinger haben wir nicht nur einen Tierarzt, sondern einen in Ausbildung befindlichen Fachmann im Team, der die Brücke zwischen wissenschaftlicher Fischmedizin und der praktischen Arbeit am Wasser schlägt.

Fischereirevier-Tierarzt Walter Reisinger
Diese Personalie ist die konsequenteste Form der fischereilichen Prophylaxe, die man sich vorstellen kann. Es zeigt, dass wir vom „Reagieren“ ins „Agieren“ kommen werden.
Fachwissen trifft Tradition
Der Name Reisinger ist in der Fliegenfischer-Welt, besonders an der Traun, ein Begriff.
- Authentizität: Dass Walter Reisinger aus einer passionierten Fliegenfischer-Familie stammt, sorgt für die nötige Akzeptanz bei den Fischern. Er spricht „dieselbe Sprache“, auch wenn er ein gebürtiger Südafrikaner ist.
- Praxisbezug: Ein Tierarzt, der selbst die Rute schwingt, weiß genau, welche Belastungen zum Beispiel durch C&R (Catch & Release) entstehen können und wie man diese minimiert.
- Die fischmedizinische Fachwelt beschäftigt sich intensiv mit der Genetik von Wildfischen. Kontakte in diesem Bereich helfen dabei, den Genpool unserer WildKultur-Fisch-Erhaltungs-Programme reinzuhalten und nur Maßnahmen zu setzen, die die natürliche Reproduktion fördern, statt sie durch falsch verstandenen Besatz zu schwächen.
In der modernen Fischereibewirtschaftung ist man oft mit komplexen Herausforderungen konfrontiert, die über das klassische Wissen eines Bewirtschafters hinausgehen. Walter Reisingers Vernetzung in der fischmedizinischen Fachwelt fungiert hier wie ein Frühwarnsystem und ein Expertenpool.
Die Obere Traun als Profiteur

Die Obere Traun ist weit mehr als nur ein Gewässer – sie ist ein sensibles Ökosystem und ein einzigartiges Naturjuwel. Für uns im Fischereirevier Oberes Salzkammergut steht der Erhalt unserer lokalstämmigen, selbst reproduzierenden Fischbestände an oberster Stelle. Doch unsere Bestände, insbesondere die Bachforelle, stehen vor großen Herausforderungen: Die Klimaerwärmung und die damit einhergehende Verbreitung der PKD (Proliferative Kidney Disease) fordern unser ganzes Handeln.
Warum ein Revier-Tierarzt
Es gibt ein breites Aufgabengebiet:

- Forschung vor Ort: Mit tierärztlicher Expertise kann genau untersuchen, welche Bestände Resistenzen entwickeln oder welche Abschnitte der Traun als „Safe Havens“ fungieren.
- Besatzstrategie: Wir müssen vermeiden, infizierte oder besonders anfällige Fische in belastete Strecken einzubringen.
- Grundlagen Wissen: Umfassendes Verständnis für die Biologie der Salmoniden und die Entstehung von Krankheiten.
- Prävention: Strategien zur gezielten Vorbeugung von Krankheiten durch optimale Haltungsbedingungen.
- Erreger & Risikofaktoren: Details zu verschiedenen Krankheitserregern (Viren, Bakterien etc.) und haltungsbedingten Stressfaktoren (Temperatur, Besatzdichte).
- Erkennung & Behandlung: Praktische Ansätze zur Früherkennung und wirksamen Behandlung von Krankheiten, wenn Prävention versagt.
- Rechtliche Aspekte: Gesetzliche Rahmenbedingungen für Fischgesundheit und Medikamenteneinsatz.
- Zukunftsthemen: Berücksichtigung von Auswirkungen des Klimawandels auf die Fischgesundheit.
Sicherheit im Bruthaus (MBM) & FischLab
In unseren reviereigenen Aufzuchtanlagen wie dem FischLab und im Bruthaus (MBM) sind die Besatzdichten höher als in der Natur. Hier ist Hygiene das A und O.

- Prophylaxe: Walter kann regelmäßige Screenings durchführen, bevor Symptome auftreten.
- Optimierung: Er kann die Wasserparameter und Fütterung so begleiten, dass die Fische mit einem „Top-Immunsystem“ in die Freiheit entlassen werden. Ein Fisch, der gesund aus dem Bruthaus kommt, hat eine um ein Vielfaches höhere Überlebenschance in unseren Gewässern.
Kampfansage an PKD (Proliferative Nierenkrankheit)
Die PKD ist eine der größten Herausforderungen für Salmoniden Gewässer, da sie massiv durch steigende Wassertemperaturen getriggert wird.

Die PKD – Proliferative Nierenerkrankung der Salmoniden (engl. proliferative kidney disease) ist eine Parasitose, die durch Vergrößerung der Nieren, Bauchschwellung, Dunkelverfärbung, Anämie und „Glubschaugen“ (Exophthalmus) gekennzeichnet ist. Die PKD wird von dem Endoparasiten verursacht, der vorwiegend in der Niere parasitiert. Am stärksten betroffen sind Bachforellen, aber auch bei Saiblingen, Äschen, Lachsen und Hechten wurde die Krankheit nachgewiesen.
- Forschung vor Ort: Mit tierärztlicher Expertise kann genau untersuchen, welche Bestände Resistenzen entwickeln oder welche Abschnitte der Traun als „Safe Havens“ fungieren.
- Besatzstrategie: Wir müssen vermeiden, infizierte oder besonders anfällige Fische in belastete Strecken einzubringen.
- Grundlagenwissen: Umfassendes Verständnis für die Biologie der Salmoniden und die Entstehung von Krankheiten.
- Prävention: Strategien zur gezielten Vorbeugung von Krankheiten durch optimale Haltungsbedingungen.
- Erreger & Risikofaktoren: Details zu verschiedenen Krankheitserregern (Viren, Bakterien etc.) und haltungsbedingten Stressfaktoren (Temperatur, Besatzdichte).
- Erkennung & Behandlung: Praktische Ansätze zur Früherkennung und wirksamen Behandlung von Krankheiten, wenn Prävention versagt.
- Rechtliche Aspekte: Gesetzliche Rahmenbedingungen für Fischgesundheit und Medikamenteneinsatz.
- Zukunftsthemen: Berücksichtigung von Auswirkungen des Klimawandels auf die Fischgesundheit.
Forensik bei Fischsterben

Wenn es hart auf hart kommt, zählt die Professionalität der Probenahme.
- Ein Tierarzt im Revier-Vorstand stellt sicher, dass bei einem Fischsterben (ob durch Hitze oder durch Einleitungen) die Beweissicherung gerichtsfest und fachlich unangreifbar erfolgt. Das ist oft der einzige Weg, um Verursacher zur Rechenschaft zu ziehen.
Fachliche Autorität gegenüber Behörden
Wenn wir ökologische, bauliche Veränderungen fordern, hat unsere Stimme nun ein zusätzliches fachmedizinisches Gewicht. Ein tierärztliches Gutachten, das z.B. belegt, dass der Nachwuchs durch trockenfallen „qualvoll verendet“, dies ist ein mächtiges Argument in Verhandlungen mit dem Wasserbau oder dem Naturschutz.
Ein starkes Signal für das Fischwohl
Dass ein Revier einen eigenen Tierarzt einbindet, soll auch Vorbildcharakter haben und das Fischwohl ins unserer Bewirtschaftungsstrategien rücken und macht deutlich:
Fischerei ist heute angewandter Artenschutz und professionelles Ökosystem-Management.
Lieber Walter! Herzlichen Willkommen im Team vom
Fischereirevier Oberes Salzkammergut!
Die beste Versicherung für dieses Revier ist unsere besondere Struktur: Die Kombination aus fachmedizinischer Aufsicht und der tiefen Leidenschaft zum Fliegenfischen.
Weitere Informationen
Hiermit ist es bestätigt, dass PKD bei uns in der Oberen Traun vorkommt. Nebenbäche, wie zB. der im Unterlauf untersuchte Kaltenbach und Sulzbach, sind davon (derzeit) nicht betroffen. Soweit in diese Zubringer Bäche zur Ischler Traun keine „infizierten Fische“ aufsteigen, was unwahrscheinlich ist, sollten damit diese Bäche verschont bleiben. Auch haben wir seit Jahren keine Bachforellen mehr in der Ischler Traun und damit ist diese Gefahr ausgeschlossen, dass es hier zu einen Laichzug in die Zubringer kommen kann. Weiters sind diese Zubringer Bäche von der Wassertemperatur sehr kalt. Dh. da PKD erst bei Temperaturen von über 15 Grad auftritt, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass unsere letzten „UR“-Bachforellenbestände die noch Gene zu den bei uns heimischen Bachforellen haben, erhalten bleiben. Sollte sich an diesen Zustand mit PKD und PDS etwas ändern und sich die Verträglichkeit für Bachforellen bessern, so können wir auf diesen „GENPOOL“ zurück greifen.
„Die einzige Quelle des Wissens ist die Erfahrung.“ Albert Einstein (1879-1955

