FISCHLAB WASSERTEMPERATUR AUFZEICHNUNGEN

Die Wassertemperatur ist einer der kritischsten Parameter in einer Fischzuchtanlage (Aquakultur), da sie das Wohlbefinden, das Wachstum, die Futterverwertung und die allgemeine Gesundheit der Fische direkt beeinflusst. Um einen Überblick über die Wassertemperatur zu haben, sind bei uns zwei Temperaturlogger HOBO MX2201 in Verwendung. Er ist wasserdicht und eignet sich somit ideal für Temperaturmessung in der Fischzucht.

Auswirkungen auf die Physiologie der Fische

Hier sind die Hauptgründe, warum die Wassertemperatur so wichtig ist und ständig überwacht werden muss:

Fische sind poikilotherm (wechselwarm), das bedeutet, ihre Körpertemperatur passt sich der Umgebungstemperatur an. Daher beeinflusst die Wassertemperatur fast alle ihre biologischen Funktionen:

  • Stoffwechselrate: Mit steigender Temperatur erhöht sich die Stoffwechselrate der Fische bis zu einem optimalen Punkt. Dies beeinflusst, wie schnell sie Nährstoffe verarbeiten und wachsen.
  • Wachstum: Jede Fischart hat eine optimale Temperaturbandbreite für maximales Wachstum. Temperaturen außerhalb dieses Bereichs führen zu verlangsamtem Wachstum oder sogar zum Absterben.
  • Sauerstoffbedarf: Die Stoffwechselaktivität steigt bei höheren Temperaturen, was einen erhöhten Sauerstoffbedarf zur Folge hat. Gleichzeitig sinkt die Sauerstofflöslichkeit im Wasser, was bei hohen Temperaturen zu akutem Sauerstoffmangel führen kann.
  • Immunsystem: Extreme oder schnelle Temperaturschwankungen können das Immunsystem der Fische schwächen und sie anfälliger für Krankheiten machen.

Management und Überwachung

Wir messen im FischLab an zwei stellen. Einmal bei der Quelle und einmal nach dem Wasserdurchlauf durch die Becken, am Auslauf der Anlage um einen Überblick über die Veränderung zu bekommen.

Um eine gesunde Zuchtumgebung zu gewährleisten, ist eine kontinuierliche Überwachung der Temperatur notwendig.

  • Überwachung: Moderne Anlagen nutzen oft digitale Sensoren und automatisierte Überwachungssysteme, die bei Abweichungen von der optimalen Solltemperatur Alarme auslösen.

Auswertung der Wassertemperatur

Quellwasser – Zulauf

Die Wassertemperatur die direkt aus der „Ellmauer-Quelle“ sprudelt hat ein recht konstante Wassertemperatur zwischen 10,00 und 10,80 Grad Celsius.

Die Durchschnittstemperatur beim Quell-Einlauf ins FischLab liegt bei 10,50 Grad Celsius.

Fischlab – Auslauf

Am Auslauf der Anlage führen wir eine zweite Messung durch um die Veränderung die durch den Wasserdurchlauf durch die 7 Becken, die Temperatur verändert.

Zusammenfassend

Eine stabile und artgerechte Wassertemperatur ist essenziell für die das Tierwohl in der Aquakultur. Was die Messung über die Anlage verrät

Die gemessene Differenz (Temperatur Auslauf – Temperatur Einlauf) ist ein Indikator für die thermische Effizienz und die Umwelteinflüsse der Anlage:

Ein kleines oder Null- deutet darauf hin, dass die Wärmegewinne und -Verluste sich gegenseitig ausgleichen.

Ein großes (negativ oder positiv) deutet auf eine starke thermische Kopplung zwischen dem Wasser und der Umgebung hin. Dies bedeutet, dass wir möglicherweise Maßnahmen wie Beschattung o.ä. oder eine weitere Temperaturkontrolle benötigen, um eine stabile Betriebstemperatur zu gewährleisten, was für unsere Fische lebenswichtig ist.

Weitere Informationen

Bei Fischbeständen in unseren Fischzuchtanlagen ist, im Interesse des Tierwohls, eine regelmäßige Kontrolle von Wassertemperatur und Sauerstoffgehalt unerlässlich. Gegebenenfalls sind Maßnahmen, z.B. Belüftung oder einer zusätzlichen Wasserzuführung (Backup-Leitung), zu ergreifen.
Der Sauerstoffgehalt des Wassers ist einer der wichtigsten Parameter, um einen gesunden Fischbestand mit guten Wachstumsergebnissen über den Sommer zu bringen. Je nach Fischart und Produktionsanlage ergeben sich natürlich andere Optimal Werte, auf die es zu achten gilt. Um Messungen durchführen zu können haben wir uns den Stiftanalysator OXYGEN DO9100 angeschafft um sich mit Messungen von gelösten Sauerstoff vertraut zu machen.
Fließgewässer starten in unseren Breiten in der Regel aus unterschiedlichen Quellformen. Kleinste Gerinnsel formen sich zu Bächen, die zusammenfließen und nach und nach kleine Flüsse entstehen lassen. Quellen und ihr Umfeld zählen zu den am stärksten gefährdeten Lebensräumen – standorttypisch folgen naturnahe Waldbäche. Im alltäglichen Bewusstsein sind sie kaum verankert, obwohl sie in Schrift und Liedertexten immer wieder zu finden sind. Quell Nah leben besondere Organismen, bevor überhaupt die Fischwelt dazu kommt.

Das Trinkwasser ist für uns Menschen in Österreich so selbstverständlich, dass wir darüber nicht viel nachdenken. Praktisch sind heute fast alle Haushalte an ein offizielles Trinkwassernetz angeschlossen oder es existieren private Quellenanschlüsse. Die Qualität und das Einzugsgebiet vom Trinkwasser wird ständig überwacht. Die ehemaligen Dorfbrunnen, früher auch Treffpunkt für sozialen Austausch der Menschen, haben an Bedeutung verloren.
In der Fischzucht ist es wichtig, Wasserqualitätsparameter wie Temperatur, pH-Wert, gelöster Sauerstoff und ev. auch noch Ammoniak/Ammonium zu messen. Diese Parameter sind wichtig, weil sie sich direkt auf den Lebenszyklus der Fische auswirken.
 

„Den Fischereirevieren obliegt es, neben den ihnen nach dem OÖ. Landesgesetz zugewiesenen

Aufgaben, die Fischerei in all ihren Zweigen nachhaltige zu fördern. “

OÖ. Landefischereigesetz §33