Das DO9100 ist ein digitales, tragbares Stift-Messgerät zur Bestimmung von gelöstem Sauerstoff (mg/L oder %) und der Temperatur in Wasser. Der Sauerstoffgehalt des Wassers ist einer der wichtigsten Parameter, um einen gesunden Fischbestand mit guten Wachstumsergebnissen über den Sommer zu bringen. Je nach Fischart und Produktionsanlage ergeben sich natürlich andere Optimal Werte, auf die es zu achten gilt. Um Messungen durchführen zu können haben wir uns den Stiftanalysator OXYGEN DO9100 angeschafft um sich mit Messungen von gelösten Sauerstoff vertraut zu machen.

In Brutanlagen ist es von entscheidender Bedeutung die Temperatur korrekt zu überwachen und zu speichern. Während des Brütens werden die Eier in Behältern unter kontrollierten Temperaturbedingungen solange aufbewahrt, bis diese:
a) das Augenpunktstadium erreicht haben und zu diesen Zeitpunkt per Cocooning oder Artificial Nest in die Gewässer ausgebracht werden.
b) die Larven in der Lage sind selbstständig zu Essen und als Brutlinge in einem möglichst frühen Stadium in die Zielgewässer ausgesetzt werden.

Sobald die Larven aus dem Ei geschlüpft sind, werden diese nach der Dottersackphase in die Langstrombecken umgesetzt. Hier ist es wichtig, gelösten Sauerstoff, Temperatur und CO2 zu regeln. Die Auswahl an Messgeräten, der Sensoren und der messtechnischen Lösung hängt dabei auch von der Anlagengröße, dem Messmedium und der Artenzusammensetzung ab.
Sauerstoffgehalt in mg/l
Hierbei wird der absolute Sauerstoffgehalt des Wassers direkt gemessen. Elektronische Messgeräte sorgen hierbei für präzise und zuverlässige Messwerte. Der optimale Gehalt an gelöstem Sauerstoff in einem Fischgewässer beträgt 8 – 15 mg/l, abhängig von der Jahreszeit und den Fischarten.
Fließwasserarten wie Salmoniden benötigen dabei sauerstoffreichere Gewässer als z.B. Karpfenfische (Salmoniden 9,2 – 11,5 mg/L, Karpfenfische 5,0 – 9,0 mg/L). Je wärmer das Wasser ist, desto weniger Sauerstoff wird darin gelöst. Beispielsweise ist eine Sauerstoffsättigung von 100 % bei 10 °C erreicht, wenn der Sauerstoffgehalt 11,3 mg/l beträgt. Bei einer Temperatur von 25 °C sind für eine Sättigung von 100 % nur noch 8,3 g/l Sauerstoff im Wasser gelöst.

Das Instrument besteht aus zwei Teile, denn Sensor und die Elektronikeinheit. Im Sensor wurde die mit einem polarographischen Film beschichtete Sauerstoffelektrode verwendet. Die elektronische Einheit besteht aus hochintegrierten Schaltkreisen. Das Instrument kann den Wert des gelösten Sauerstoffs und die Temperatur mithilfe einer Gitter-Flüssigkristallanzeige anzeigen.
Beschreibung der Instrumententastatur

Die Verwendung des Instruments
Die Elektrode ist im Werk trocken. Vor dem Gebrauch ist es notwendig, die Innenfüllung der Elektrode hinzuzufügen.

Inbetriebnahme & Elektrode vorbereiten
Da es sich um einen polarographischen Sensor handelt, muss vor der ersten Messung die Elektrolytlösung (Befüllung) eingefüllt werden:
- Membrankappe öffnen: Schrauben Sie die Schutzkappe bzw. die vordere Membrankappe der Elektrode ab.
- Elektrolyt einfüllen: Füllen Sie die mitgelieferte Elektrode-Fülllösung (Flüssigkeit) zu etwa 1/2 bis 3/4 in die Membrankappe.
- Zusammenschrauben: Schrauben Sie die Membrankappe vorsichtig und fest wieder auf die Elektrode. Wischen Sie überschüssige Flüssigkeit ab.
- Polarisation: Schalten Sie das Gerät ein und lassen Sie es vor der allerersten Messung etwa 30 Minuten an der Luft ruhen, damit sich die Elektrode polarisieren und stabilisieren kann.
Kalibrierung (100% an der Luft)
Die Kalibrierung ist einfach und sollte regelmäßig durchgeführt werden, um exakte Werte zu garantieren:
- Schalten Sie das Messgerät ein und halten Sie die Sonde in die freie Umgebungsluft (nicht in Flüssigkeit).
- Drücken Sie kurz die MODE/CAL-Taste, um den Messmodus für die Sauerstoffsättigung (Anzeige in %) aufzurufen.
- Halten Sie die CAL-Taste für ca. 6 Sekunden gedrückt.
- Das Display blinkt dreimal auf. Sobald der Wert stabil bei 100.0% stoppt, ist die Luftkalibrierung erfolgreich abgeschlossen.

Durchführung der Messung
Mit der HOLD-Taste können Sie den aktuellen Wert auf dem Bildschirm einfrieren.
Tauchen Sie die Sonde in die zu testende Probe.
Rühren Sie die Sonde im Wasser leicht hin und her, da der Sensor für eine korrekte Messung eine leichte Strömung benötigt (Sauerstoffverbrauch an der Membran).
Warten Sie, bis sich der angezeigte Wert auf dem Display stabilisiert hat (Reaktionszeit liegt bei ≤ 45 Sekunden).

Bei der Messung des gelösten Sauerstoffs sollte eine Relativbewegung zwischen der Elektrode und dem gemessenen Wasser stattfinden. Die Elektroden kann während der Messung leicht hin- und herbewegt werden, die Bewegung darf jedoch nicht zu intensiv sein, da dies den Sauerstoffaustausch zwischen Luft und den getesteten Stoffen nicht bewirken kann. Nachdem darauf gewartet wurde, dass die Daten stabil sind, ist der Messwert der Wert des gelösten Sauerstoffs der Lösung.
Obwohl das Instrument über die Fähigkeit zur automatischen Temperaturkompensation verfügt, ist es ziemlich schwierig, eine automatische Temperaturkompensation durchzuführen und eine hohe Messgenauigkeit in einem weiten Temperaturbereich aufrechtzuerhalten. Daher erfolgt im Rahmen der Temperaturkalibrierung die Kalibrierung der Temperatur.
Die Wartung der Elektrode
Die Wartung der Sauerstoffelektrode umfasst den regelmäßigen Austausch von Elektrolyt und Film sowie die regelmäßige Reinigung und Regeneration der Elektroden.
1. Entfernen Sie die Elektrode vom Instrument.
2. Drehen Sie die alte Elektrodenfolienhülle ab und spülen Sie das Messende der Elektrode und die Elektrodenfolienhülle mit destilliertem Wasser durch.
3. Wenn die Goldkathode dunkel ist, muss sie mit Polierpapier poliert werden. Dazu tropfen Sie einen Tropfen entionisiertes Wasser auf das Polierpapier, lassen die Goldkathode auf dem feuchten Polierpapier kreisen und reiben 5 bis 10 Kreise lang. Spülen Sie die Elektrode nach dem Schleifen mit entionisiertem Wasser ab, um die Rückstände zu entfernen, und trocknen Sie sie mit einem Papiertuch. Die Goldkathode wird nach dem Polieren hell.
4. Die Methode zum Reinigen und Reproduzieren der Silberanode ist wie folgt. Nach sorgfältiger Untersuchung der Silberanodenoberfläche weist die Anodenoberfläche normalerweise einen silbergrauen Glanz auf. Wenn die Silberanodenoberfläche schwarz ist, ist Polierpapier erforderlich, um die Silberanodenoberfläche sanft zu reiben. Waschen Sie die Elektrode nach dem Schleifen mit entionisiertem Wasser, um Rückstände zu entfernen, und trocknen Sie sie mit einem Papiertuch.
Aufbewahrung der Elektroden
Wenn die Elektroden nicht verwendet werden, sollten sie nach dem Kochen und Abkühlen in destilliertem Wasser aufbewahrt werden. Es ist nicht notwendig, die Elektroden längere Zeit in Natriumsulfitlösung einzutauchen, da die oben genannten Lösungen in den Elektrodenhohlraum eindringen und die Leistung der Elektroden beeinträchtigen.
Wenn die Elektrode längere Zeit nicht verwendet wird, kann die Elektrodenfolienhülle herausgenommen werden. Nach dem Waschen der Elektrode mit destilliertem Wasser kann die Elektrode getrocknet und gelagert werden.
Das Instrument sollte in einem Raum gelagert werden, in dem die relative Luftfeuchtigkeit nicht mehr als 85 % beträgt, die Temperatur nicht mehr als 40 Grad beträgt und in dem keine korrosiven Gase vorhanden sind. Wenn das Instrument längere Zeit nicht verwendet wird, sollte die Trockenzelle im Instrument entfernt werden.
Zurücksetzen
Öffnen Sie die Messgeräte und drücken Sie
5 Sekunden lang gedrückt halten und dann die Taste loslassen. Es wird „—–“ angezeigt. Das Zurücksetzen ist erfolgreich.
Zusammenfassung
Zur Überwachung unseres Bruthauses und des „FischLab“ und zum Schutz unsere Fischbeständen, sowie im Interesse des Tierwohls führen wir regelmäßige Kontrolle der Wassertemperatur und des Sauerstoffgehalt durch. Die Wassertemperatur wird über einen Daten Logger in stündlichen Intervallen aufgezeichnet, den Sauerstoffgehalt messen wir wöchentlich, derzeit manuell mit dem beschriebenen Stiftanalysator OXYGEN DO9100. Gegebenenfalls haben wir, soweit wir noch Brütlinge und Fische in der Anlage haben und sollten die Werte oder die Wasserzufuhr nicht passen, einen Notplan mit Maßnahmen, wie dem Einsatz einer Belüftung oder einer Notwasserversorgung per Pumpe, aus dem naheliegenden Bach um kritische Situationen zu überbrücken.
Weitere Informationen
Das Eigentliche passiert unter der Oberfläche. Am Gewässer wie beim Naturschutz. Auf www.huberpower.com geht es genau dorthin: zur Arbeit am Wasser, zur Forschung dahinter und zu den Projekten, an denen wir gerade arbeiten.
„Satzfische sollten so groß wie nötig und so klein wie möglich sein!“
Wichtig ist, dass Satzfische aus dem gleichen Einzugsgebiet stammen. Zitat aus dem Buch Nachhaltiges Management von Angelgewässern von Robert Arlinghaus

