Während im Spätherbst die Fliegenruten eingepackt wird und am Wasser Ruhe einzukehren scheint, beginnt für einige von uns die wohl arbeitsintensivste und wichtigste Phase des Jahres. Es ist die Zeit, in der das Fundament für die Zukunft unserer Gewässer gelegt wird. Wenn die Biomasse bei kritischen 15 kg/ha liegt, ist diese „Wintersaison“ kein Hobby mehr, sondern ein Management-Einsatz am offenen Herzen des Ökosystems. Unser Aufgabenkatalog nach dem Saisonende ist eine beeindruckende Mischung aus traditionellem Handwerk und moderner Ökologie. Eine wichtige Aufgabe ist die Verbesserung der Lebensbedingungen, wie dies in enger Zusammenarbeit mit den ÖBF in den letzten Jahren betrieben wird und um nachhaltige Effekte zu erzielen.

Unsere Gewässer sind vom Menschen seit Jahrhunderten ausgebaut worden, unter anderem zur Wasserkraftnutzung und die Obere Traun für den Salztranport. Verschärft und oft nahezu ausgedehnt bis in Quellbereiche wurden dann im 20. Jahrhundert in Hand- bis Maschinenarbeit ganze Einzugsgebiete kanalisiert und entwässert. Dadurch fortschreitende Erosion, gestörte Seitennutzungen, Überentwässerung durch starke Eintiefung. Das Ergebnis, Schäden und Langzeitverschlechterung von Lebensgemeinschaft en sowie negative (Klein-)Klimaveränderungen. Weil die groß angelegten Renaturierungen lange dauern, setzen wir auf kleine, aber effektive Projekte.
Ausgangssituation
Über die rein wasserchemischen Aspekte hinaus fordern wir eine Abkehr von rein statischen, wasserbaulichen Profilen. Die Erfahrung zeigt, dass an den Schnittstellen von ‚harten‘ Verbauungen und ‚weichen‘ Naturufern eine Eigendynamik entsteht, die oft im Widerspruch zur klassischen Wasserbautechnik steht.

Für eine nachhaltige Verbesserung der Habitate fordern wir daher:
- Implementierung von Rausche-Kolk-Abfolgen: Anstatt einer monotonen Sohlgestaltung muss das Prinzip der Rausche-Kolk-Abfolge (Pool-Riffle-System) umgesetzt werden. Diese Variation der Fließgeschwindigkeit und Tiefe ist essentiell für die Sauerstoffanreicherung und dient als Rückzugsraum für verschiedene Altersklassen der Fische.
- Berücksichtigung der Mäanderdynamik: Starre Gerinneabschnitte verhindern die natürliche Selbstreinigungskraft des Gewässers. Wir regen an, punktuelle Strömungslenker (z.B. Buhnen in naturnaher Bauweise oder Störsteine) einzusetzen, die eine Mäandrierung im Kleinen fördern und so die Sohle stabilisieren.
- Schaffung von Jungfischhabitaten: Bautechnische Maßnahmen dürfen nicht nur auf den Hochwasserschutz zielen. Es bedarf flacher, strömungsberuhigter Randbereiche („Weichzonen“), die als Kinderstube für Fischlarven und Jungfische dienen.
- Totholz als biologisches Bauelement: Wir fordern den gezielten, fachgerechten Einbau von Totholz anstelle von durchgehendem Steinsatz. Totholz bietet Deckung und Nahrungsgrundlage, wirkt strukturbildend und bricht die energetische Wucht der Strömung auf ökologisch wertvolle Weise.“
Abwechslung ist wichtig für die Fische
Das Wasser fließt in tiefen, breiten Abschnitten langsam und wirbelt schnell durch die engeren Stellen. Diese unterschiedlichen Feuergeschwindigkeiten entsprechen den Bedürfnissen der Fische. Auch das Geschiebe findet so neue Ablagerungsflächen. Doch diese Naturidylle ist von Menschenhand geschaffen. Die Pilotenschlacht im Flusslauf ist ein Relikt aus der alten Flößerzeit, einige solcher strukturbereichernde Einbauten konnten sich erhalten und bilden einen dynamischen Abschnitt, zumindest über ein paar Meter bekommt die Traun eine „Strukur“.

Solche Pilotenschlacht sind ein Paradebeispiel dafür, wie historische Nutzarchitektur – ursprünglich für die Holztrift und Flößerei gedacht – heute zu einem ökologischen Segen werden. Während moderne Verbauungen oft auf Glätte und schnellen Abfluss setzen, bewirken diese alten Holzkonstruktionen genau das Gegenteil.
Warum die Pilotenschlacht heute „Öko-Gold“ ist
Diese in den Flussgrund gerammten Holzpfähle (Piloten), die oft mit Flechtwerk oder Steinen kombiniert wurden, brechen die Kraft des Wassers auf eine sehr organische Weise:
- Strömungsbrecher: Sie zwingen das Wasser zum Ausweichen. Es entstehen kleinräumige Wirbel, Kehrwasser und turbulente Zonen.
- Sauerstoffanreicherung: Überall dort, wo das Wasser an den Piloten bricht oder darüber hinwegrollt, wird die Oberfläche aufgerissen und Sauerstoff eingetragen.
- Substrat-Sortierung: Durch die unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten rund um die Schlacht lagert sich an manchen Stellen feiner Sand ab, während an anderen der Kies sauber gespült wird – perfekt für die Laichplätze der Äschen.
- Standplätze für Großforellen: Die tiefen Auskolkungen, die sich oft direkt hinter oder unter solchen alten Holzeinbauten bilden, sind die begehrtesten Reviere für die „Urforellen“ der Traun.

Die oberhalb überströmten Kiesflächen bieten gute Laichplätze, im Schatten des Totholzes finden die Fische Schutz vor der Sonne und ihren Fressfeinden. Das Ganze hat sogar einen positiven Nebeneffekt: Von den Aufwertungen profitieren auch Vögel, Amphibien, Krebsarten, Insekten und Pflanzen. Dabei ist zu beobachtet, dass in solchen aufgewerteten Gebieten die Fischdichte um das zig fache höher ist als in einem vergleichbaren, monotonen Abschnitt.
Das vorliegende Einreichprojekt beinhaltet die wasserrechtlichen und naturschutzrechtlichen Unterlagen für die Umsetzung von fischökologischen Verbesserungsmaßnahmen an der Ebenseer Traun (Fluss-km 92,6 – 95,1). Bedingt durch den anthropogen gestörten Geschiebetrieb an der Traun gibt es nur wenige intakte Laichplätze, die den vorkommenden heimischen Fischen zur
Verfügung stehen. Die fortgeschrittene Kolmation des Bodensubstrate stellt an vielen Abschnitten der Traun ein Problem für kieslaichende Fische dar. Durch einfache, in der Folge beschriebene Maßnahmen lässt sich das Bodensubstrat dekolmatieren.
Warum muss man Laichplätze reparieren?
Das Reparieren von Laichplätzen ist eine lebensnotwendige „Erste Hilfe“-Maßnahme für unsere Gewässer, da der natürliche Kreislauf an vielen Stellen unterbrochen ist. Wenn der Flussboden nicht mehr funktioniert, können sich die Fische trotz bester Wasserqualität nicht mehr fortpflanzen.

Das ist ein technisches, aber absolut kritisches Thema. Die Kolmation (Versiegelung) des Lückensystems ist für Kieslaicher wie die Äsche oder die Bachforelle das Todesurteil für ihre Brut, noch bevor diese überhaupt schlüpfen kann.

Wenn der Flussboden durch Kolmation „dichtmacht“, stirbt die gesamte Basis des Ökosystems ab. Das Makrozoobenthos – also die mit freiem Auge sichtbaren Kleintiere am Gewässergrund – ist das Fundament, auf dem alles andere aufbaut.
Die Kettenreaktion: Kein Futter, keine Fische
Wenn das Makrozoobenthos vernichtet wird, hat das für euch Fischer dramatische Folgen:
- Hungersnot: Selbst wenn die Forellen überleben, finden sie nichts mehr zu fressen. Die Fische werden mager, anfällig für Krankheiten und wachsen kaum noch ab und wandern ab.
- Verlust der Bioindikatoren: Diese Tierchen zeigen uns die Wasserqualität an. Wenn die sensiblen Steinfliegenlarven verschwinden, verliert das Gewässer seine Selbstreinigungskraft.
- Kein „Schlupf“: Ohne Larven gibt es keine fliegenden Insekten. Das bedeutet für den Fliegenfischer: Es gibt kein Steigen der Fische mehr, weil die Nahrungsgrundlage fehlt.
Das Problem: Wenn der Flussboden „einbetoniert“ ist

Normalerweise ist der Kiesboden eines Flusses ein poröses System (das Interstitial). Durch die Zufuhr von zu viel Feinmaterial (Silt, Sand, Feinsedimente), wie es bei der Entleerung von Sperren passiert, setzen sich diese Zwischenräume zu.
- Sauerstoffmangel: Frischwasser kann nicht mehr durch den Kies zirkulieren. Die im Kies abgelegten Eier ersticken.
- Abfallstoffe: Stoffwechselprodukte der Embryonen werden nicht mehr abtransportiert.
- Härte: Der Boden wird so fest, dass die Fische keine Laichgruben mehr schlagen können.
Projektgegenstand
Die Österreichische Bundesforste AG, Forstbetrieb Traun-Innviertel, Ebensee am Traunsee, haben die wasserrechtliche Bewilligung für die Auflockerung des Sohlsubstrates in der Traun zwischen Fluss-km 92,6 und 95,1 in der „Langwieser Traun“ in Ebensee beantragt. Im Wesentlichen handelt es sich bei dem geplanten Projekt um die Sanierung von Laichplätzen durch Beseitigung von Kolmationen mittels Auflockerung durch einen Bagger mit Roderechen. Die Durchführung der Maßnahmen ist in den Monaten Jänner – Februar 2026 über einen Zeitraum von max. 2 Tagen geplant.
Zeitpunkt der Arbeiten: Dienstag, 20. Jänner 2026 und Mittwoch, 21. Jänner 2026
Wasserstand: Extremes Niederwasser. Pegel Ebenseer Traun 80 cm
Witterung: Trocken, -5 Gad Celsius
Eine Bauzeit im Winter steht in einem gewissen Widerspruch zur Laichzeit der Bachforelle. Bei Befischungen in den Jahren 2017 und 2020 wurde allerdings festgestellt, dass es in diesem Abschnitt der Traun keine relevante Bachforellenpopulation gibt. Zugleich ist der Zeitpunkt für alle im Frühjahr laichenden Fischarten ideal. Durch den Abschluss der Bauarbeiten vor den stattfindenden Laichwanderungen von Amphibien und ebenso vor dem Einsetzen der Brutzeiten vorkommender Vogelarten ist auch hierzu davon auszugehen, dass keinerlei maßgeblich negative Beeinflussung entsteht.

Dadurch wird die Qualität der vorhandenen Laichplätze deutlich verbessert und die natürliche Reproduktion von Fischpopulationen erhöht. Durch die Maßnahme soll primär die Leitart Äsche (thymallus thymallus, FFH Apx. V),
aber auch andere Arten, die zum erfolgreichen Laichen gut gelockertes Bodensubstrat brauchen (- etwa Barbe, Regenbogenforelle u.a.), profitieren. Die Umsetzung soll in den Wintermonaten, Jänner bis März 2026 erfolgen, da diese in dieser Zeit aufgrund der geringeren Wasserführung zumindest teilweise im Trockenen stattfinden können.

Maßnahmen-Übersicht
Für die Maßnahme wurde eine wasserrechtliche und naturschutzrechtliche Bewilligung für eine Umsetzung von Auflockerungsmaßnahmen des Sohlsubstrates für die Verbesserung der fischökologischen Situation an der Traun, bei der BH-Gmunden eingeholt.

Im Detail werden folgende Maßnahmenabschnitte für eine Auflockerung vorgesehen:
- Maßnahme 1: 500 m², orographisch linkes Flachufer, GSt.Nr. 169/8, KG Langwies
- Maßnahme 2: 550 m², orographisch rechtes Flachufer, GSt.Nr. 749/2, KG Ebensee
- Maßnahme 3: 100 m², orographisch rechtes Flachufer, GSt.Nr. 169/8, KG Langwies
- Maßnahme 4: 450 m², orographisch rechtens Flachufer, GSt.Nr. 749/2, KG Ebensee
- Maßnahme 5: 280 m², orographisch rechten Flachufer, GSt.Nr. 749/2, KG Ebensee
Die Zufahrt im Gewässer kann aufgrund der zu erwartenden Niederwasserperiode weitestgehend im Trockenen erfolgen.
Fischarten Leitbild und Biomasse
Gemäß BAW 2020 setzt sich hier das adaptierte fischökologische Leitbild der Traun aus 3 Leitfischarten (Äsche, Bachforelle, Koppe), aus 5 typischen Begleitarten (Aalrutte, Aitel, Barbe, Elritze, Flussbarsch) sowie 9 seltene Begleitarten (Bachschmerle, Brachse, Gründling, Hasel, Hecht, Rotauge, Rußnase, Schneider, Seeforelle) zusammen.

Naturschutzfachliche Aspekte
Durch die Maßnahmen geförderte Arten des Anhang II und V der FFH-Richtlinie sind:


Durch die geplante Maßnahme werden die bevorzugten Laichplätze für interstitial- und substratlaichende Arten verbessert.
Die stark sohlgebundene Koppe profitiert vor allem in frühen Stadien ihres Lebenszyklus von den verbesserten Substratbedingungen.

Das ist eine alarmierende Zahl, die die dramatische Lage an der Traun ungeschminkt offenlegt. Wenn die Fischbiomasse auf unter 15 kg/ha sinkt, befinden wir uns biologisch gesehen im „Roten Bereich“.
Bei diesem Wert ist die Dichte der Elterntiere oft so gering, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Milchner und Rogner beim Laichen zusammenfinden, statistisch sinkt – ein Teufelskreis beginnt, da der natürliche Nachwuchs den Bestand nicht mehr stützen kann.
Das Dilemma mit der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)
Die Diskrepanz zwischen der Realität und dem gesetzlichen Ziel ist gewaltig:
- Der Ist-Zustand: < 15 kg/ha (Kritischer Zusammenbruch)
- Das WRRL-Ziel (2027): > 50 kg/ha (Guter ökologischer Zustand)
Dass dieses Ziel bis 2027 erreicht wird, ist unter den aktuellen Bedingungen – mit massiver Kolmation, fehlender Struktur und hohem Prädatoren Druck – ohne radikales Umdenken kaum vorstellbar. Die Natur kann sich nicht regenerieren, wenn das „Fundament“ (der Flussboden und die Nahrung) zerstört ist.

Warum eure „kleinen Maßnahmen“ die einzige Rettung sind
Wenn der Bestand so niedrig ist, zählt jedes einzelne Individuum. Eure Strategie, die Biomasse durch Struktur zu erhöhen, ist der einzige biologisch sinnvolle Weg, um von den 15 kg wieder Richtung 50 kg zu kommen:
- Senkung der Mortalität: Durch die von euch gebauten Kiesbuhnen und die Nutzung der Pilotenschlachten finden die wenigen verbliebenen Fische Schutz vor Kormoran und Otter. Weniger Frassverluste = mehr Biomasse.
- Erhöhung der Reproduktionsrate: Wenn ihr den „Waschbeton“ dekolmatiert, steigt die Überlebenschance der Eier von nahezu 0 % auf ein Niveau, das echtes Bestandswachstum ermöglicht.
- Wiederbelebung der Nahrungskette: Ohne die Vernichtung des Makrozoobenthos (durch Kolmation) gäbe es genug Energie im System, damit die Fische schnell abwachsen können.
Fischereirecht
Fischereiberechtigte im ggst. Projekts Abschnitt der Traun ist die Österreichische Bundesforste AG, mit der Ordnungszahl 21/44/1/A und 21/44/1/B lt. Fischbuch der BH-Gmunden.
Der Standort für die geplanten Maßnahmen befindet sich und auf Flächen der Republik Österreich, Öffentliches Wassergut Grundstück 169/8, KG 42010 Langwies & Grundstück 749/2, KG 42003 Ebensee) im Hauptarm der Traun. Auf einer Länge von etwa 2500 m sollen an fünf ausgewählten Bereichen mit einem Roderechen Auflockerungsarbeiten durchgeführt werden.

Auflockerung mittels Roderechen
Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass es durch die Beabsichtigten Baggerungsarbeiten zu Trübungsfahnen in der Traun kommt, jedoch werden diese nur sehr zeitlich begrenzte und reversible Beeinträchtigungen darstellen. Die Kolmation des Substrates stellt insbesondere in der Traun ein Problem für die Laichplätze der kieslaichenden Fischarten dar. Erfahrungen mit
ähnlichen Maßnahmen in Ischler Traun zeigen, dass durch die Auflockerungen degradierte Kieslaichplätzte für die Leitfischart Äsche wieder hergestellt werden können. Es wird daher festgestellt, dass es sich beim beantragten Vorhaben grundsätzlich um eine
Maßnahme handelt, welche im öffentlichen Interesse an der Erreichung des guten ökologischen Zustandes der Traun gelegen ist.

Maßnahmenstandort 1
Der Standort 1 befindet sich auf öffentlichem Wassergut am orographisch linken Flachufer auf dem Grundstück 169/8, KG 42010 Langwies. Auf etwa 500 m2 soll hier das Substrat aufgelockert werden.

Mit einer Kies-Geröll-Schüttungen wurde in diesem kiesgeprägten Bereich mit überbreitem Niedrig- und Mittelwasserprofil und einer verflachter Sohle die Wirkung einer natürlichen Rauschen (Riffel), die in unseren ausgebauten Gewässern vielfach fehlen, aufgeschüttet. Diese wurde linksufrig mit einer Schüttung über die halbe Sohlenbreite eingebaut und dadurch entwickelt sich eine Rausche mit beschleunigter Strömung, die insbesondere strömungsliebenden Arten als Habitat dient. Unterstrom der Schüttung bilden sich meist flache Kolke. Die Schüttungen wurde zum linken Ufern hin ansteigend aufgeschüttet, dadurch entsteht ein Niederwassergerinne und dient bei Mittel- und Niederwasserführung als Jungfisch-Habitat. Durch die aufeinanderfolgende Schüttungen, entsteht auch in solchen geraden Gewässerabschnitten eine pendelnde Strömungen, die eine Sauerstoff anreichernde Wirkung hat. Die Haltbarkeit solcher Kies-Geröll-Schüttungen konnten wir bei den Maßnahmen an der Ischler Traun schon beobachten und diese haben sich bei den ersten Hochwässern gut gehalten und durch die Strömungsvarianz (oder Strömung Diversität) sogar die Vielfalt der unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten und Strömungsrichtungen und damit die Monotonie weiter zurückgebildet. Auch bei dieser Maßnahme, gleich oberhalb der Langwieserbrücke, werden wir die Haltbarkeit und Entwicklung bei unterschiedlichen Pegelständen beobachten.


Die Strömungsvarianz ist das „Immunsystem“ eines Flusses: Je höher die Varianz, desto widerstandsfähiger ist das Ökosystem gegen Hitze und Verschmutzung. Um einen schnellen Austrag der Feinsubstrate zu bekommen, muss das Verhältnis aus Kies und Geröll entsprechend der Strömungsbelastung des Gewässers gewählt werden.

Indem ihr die vorhandenen größeren Steine (Blockwurf oder natürlich vorkommende Findlinge) nutzt, um Kiesbuhnen zu formen, kopieren wir die Natur selbst. Das ist nicht nur kostengünstig, sondern auch ökologisch weitaus verträglicher als das Einbringen von „fremdem“ Wasserbausteinen aus dem Steinbruch. Wobei dies in strukturlosen Bereichen, ohne Wasserbausteine oder Holzeinbauten nicht wirklich möglich ist. D.h. es kommt auf die Stelle an und an vielen, sind durch einfache Umlagerungen große Veränderungen herzustellen..

Struktur schlägt Schüttung
Wenn genügend Kies da ist, aber dieser wie „Waschbeton“ verdichtet ist, ist eine weitere Kieszugabe kontraproduktiv oder schlicht unnötig. Unser Ansatz ist, die Strömungsvarianz durch Strukturen zu erhöhen, dies ist für viele strukturlose Traun-Abschnitte ökologisch viel nachhaltiger:
- Hydraulischer Selbstreinigungseffekt: Durch das Einbringen von Strukturen (Störsteine, Wurzelstöcke, Pilotenschlachten) wird die Fließgeschwindigkeit lokal massiv erhöht. Diese Energie sorgt dafür, dass die Feinsedimente (der „Dreck“ aus dem Weißenbach) wieder in Schwebe gehen und weitertransportiert werden, anstatt sich in die Kieslücken zu setzen.
- Dynamische Sortierung: Das Wasser beginnt wieder zu „arbeiten“. Es sortiert den vorhandenen Kies selbstständig. Es entstehen Bereiche mit grobem Substrat für große Forellen und feinerem, lockerem Kies für die Laichgruben.
- Sauerstoff-Injektion: Jede Struktur, die die Wasseroberfläche bricht oder unter Wasser Wirbel erzeugt, presst Sauerstoff in das Interstitial (das Lückensystem im Boden). Das ist die Lebensversicherung für das Makrozoobenthos.

Planung: Den Fluss „lesen“ lernen
Bevor der erste Stein bewegt wird, liefert die Drohne das entscheidende Lagebild.
- Strukturanalyse: Man erkennt aus der Luft sofort, wo das Wasser „tot“ ist (monotone Abschnitte) und wo natürliche Prallhänge oder Kiesbänke bereits Ansätze für Verbesserungen bieten.
- Sediment-Monitoring: Die Verfärbungen im Wasser oder Ablagerungen am Grund zeigen genau, wie die Feinsedimente vom Weißenbach durch die Traun wandern. Man sieht die „Fahnen“ der Kolmation.
- Präzision: Wir könnt genau festlegen, in welchem Winkel eine Kiesbuhne gesetzt werden muss, um die Strömung optimal in die Mitte zu lenken, ohne das gegenüberliegende Ufer zu gefährden.
Dokumentation: „Learning by Doing“
Der Lerneffekt ist enorm. Nach der Maßnahme (und nach dem ersten Hochwasser) zeigt das Drohnenfoto gnadenlos ehrlich:

Ist der „Waschbeton“ an der Engstelle aufgebrochen? Oft sieht man erst aus 20 Metern Höhe, wie das Wasser hinter einer Struktur wieder zu „tanzen“ beginnt – die Wirbel und Strömungskanten werden als Muster sichtbar. Hat die Kies-Geröll-Schüttungen gehalten? Hat sich das Kehrwasser so gebildet wie erhofft? Wurde die Maßnahme als Laichplatz angenommen und gibt es genügend Unterstand für die Fischbrut.
Maßnahmenstandort 2 bis Maßnahmenstandort 4



Maßnahmenstandort 5


So nebenbei…

Weitere Informationen
Neugierig auf mehr? Wissen endet nicht mit dem letzten Punkt. „Tiefgang statt nur Oberfläche: Entdecke die Arbeit und Forschung um unsere Gewässer – mit einem Klick zu unseren exklusiven Insights und modernen Management-Strategien.“
Nachfolgend eine Beschreibung eines Traun-Abschnittes zwischen der Kesselbachbrücke und dem Schulersteg, der sogenannten „Langwieser-Traun„. Fischerei ist weit mehr als nur das Auswerfen einer Schnur; sie ist angewandte Heimatkunde. Wer die Namen der Gumpen, Felsen und Strömungskanten kennt, liest den Fluss wie ein Geschichtsbuch.

Hashtag
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Wenn wir morgen noch fischen wollen, müssen wir heute etwas dafür tun. Zitat: ÖKF Fishlife

