FISCHLAB 5. TEIL: DAS NEUE BRUTHAUS

Es gibt kaum einen passenderen Zeitpunkt als den 16. März, um den Startschuss für ein Projekt zu geben, das die Zukunft eben jener Forellen sichert, die heute in die Saison starten. Das ist ein Meilenstein für das Fischereimanagement Salzkammergut! Dass im März 2026 alle Genehmigungen vorliegen, ist nach den intensiven Planungsphasen ein riesiger Erfolg. Das neue Bruthaus im „FischLab“ ist genau die richtige Antwort auf die Herausforderungen vor denen wir stehen: Wenn die Gewässer sich erwärmen und die Strukturen sich verändern, brauchen wir Besatzfische, die nicht aus einer „Mastanstalt“ kommen, sondern genetisch und physisch auf die „WildKultur-Fisch-Entwicklung“ vorbereitet sind.

„Vom Ei zum Wildling: Das neue FischLab Salzkammergut entsteht!“

Während am Wasser die ersten Würfe gemacht werden, wird am FischLab das Fundament für die nächste Generation gelegt. Der Fortschritt von der Planung zur Umsetzung – besonders mit dem smarten Fertigteil-Konzept für den Bruthausbau – ist ein starkes Signal für das Salzkammergut.

Es geht uns mit dem neuen Bruthaus um eine hochgradig spezialisierte und ökologisch konsequente Besatzfisch-Aufzucht. Die Zahl von max. 200.000 Eiern sind für ein solches „FischLab“ die perfekte Größe: Groß genug, um einen spürbaren Effekt für die Gewässerstrecken im Salzkammergut zu erzielen, aber klein genug, um die Qualität und die individuellen Bedürfnisse der lokalen Wildstämme (Wildkultur-Fisch-Entwicklung) präzise zu steuern.

Der Baustart

Die Behörden hat grünes Licht gegeben und damit beginnt nun die spannendste Phase. Ein Bruthaus-Bau ist Millimeterarbeit – besonders bei der Wasserhydraulik.

Das ist der klassische Moment des Übergangs: Altes weicht, um Platz für unsere moderne Visionen zu schaffen. Ein Abriss ist im Grunde der erste Spatenstich für das neue Kapitel des Fischereimanagements Salzkammergut. Das ist die Gelegenheit, um die gesamte Anlage zu verschönern. Ein „FischLab“ ist nicht nur eine Produktionsstätte, sondern auch ein Aushängeschild für moderne, ökologische Fischerei. Wenn die Anlage optisch ansprechend ist, vermittelt das sofort die Professionalität und Sorgfalt, mit der wir auch unsere Fische behandeln.

Grundriss

Ein modernes Bruthaus ist das Herzstück, um den „Taktgeber Natur“ auch technisch abzubilden. Mit einen Raum von 3,3 x 4,4 Metern haben wir ein „Maximum an Output auf minimalem Footprint“. Mit ca. 14,5 m² Arbeitsfläche im Erdgeschoss und der zusätzlichen Lagerfläche in der Mansarde folgen wir dem Prinzip eines hocheffizienten Labors statt einer weitläufigen Halle.

Warum das neue Bruthaus?

Das neue Bruthaus im FischLab ist weit mehr als nur ein Ersatz für ein altes Gebäude. Es ist die bauliche Antwort auf die massiven Veränderungen in unseren Gewässern, die wir seit über 30 Jahren beobachten. Gerade für die sensible Äschen- und Salmoniden Aufzucht ist diese Kompaktheit sogar ein technischer Vorteil. Da wir saisonal arbeiten, ist die Trennung zwischen Arbeitsbereich und Lager (Mansarde) goldrichtig:

  • Hygiene-Kontrolle: Ein kleinerer Raum lässt sich wesentlich leichter keimfrei halten und kontrollieren als eine große Halle. Das ist bei der Erbrütung von bis zu 200.000 Eiern entscheidend, um Pilzbefall (Saprolegnia) zu vermeiden.
  • Kurze Wege: Bei der täglichen Arbeit – Eier kontrollieren, Totierlesen, Sauerstoffmessung – haben wir alles im Griff.
  • Thermische Stabilität: Der kompakte Raum hält die Wassertemperatur, die zwischen April und Mai exakt der Traun-Temperatur entspricht, die wir für die Äschen Aufzucht brauchen.
  • Umweltadaptive Aufzucht: Damit haben wir die Möglichkeit, Wassertemperaturen und Lichtzyklen so zu steuern, dass sie den natürlichen Gegebenheiten der Traun entspricht, statt auf maximales Wachstum zu trimmen.
  • Stressresistenz: Durch eine optimierte Wasserführung entwickeln sich die Eier rasch und Brütlinge haben eine höhere Fitness für das Leben in strukturierten Habitaten.
  • Fokus auf „Wildkultur“ statt Mast.
  • Genetische Integrität: Damit haben wir auch Platz für die getrennte Erbrütung verschiedener lokaler Stämme, z.B.:
  • Der beiden Herbstlaicher, Bachforelle und Seeforelle, parallel gerecht zu werden und
  • der frühjahrslaichenden Regenborgenforelle und der unmittelbar darauf folgenden Äsche und damit die Artenvielfalt zu wahren.
  • Signalwirkung und Bewusstseinsbildung: Es macht die wichtige Arbeit der Gewässerbewirtschaftung für die Öffentlichkeit sichtbar und greifbar.

Das neue Bruthaus ist das Werkzeug, mit dem wir sicherstellen, dass trotz steigender Wassertemperaturen und strukturarmer Abschnitte auch in Zukunft noch gesunde Wildfischpopulationen in der Traun und ihren Nebengewässern schwimmen. Es ist die Brücke zwischen Labor-Präzision und der rauen Wirklichkeit am Fluss.

Die Kombination aus moderner Fertigteilbauweise für die Präzision und traditioneller Zimmermannskunst für den Charakter passt hervorragend zum Motto des FischLabs.

Die nächsten Schritte

Es ist eine Aufbruchstimmung zu spüren! Das alte Bruthaus hat seinen Dienst getan, jetzt wird Platz für die Präzision des 21. Jahrhunderts geschaffen.

MaßnahmeOptischer EffektFunktionaler Nutzen
Abriss vom alten BruthausDas in die Jahre gekommen, alte Bruthaus mit Asbestdach wird abgerissen und entsorgt. Damit wird Platz geschaffen um die weiteren Arbeiten vorzubereiten.
Fundament-VorbereitungAuf den kompakten 3,3 x 4,4 Metern muss ein neues Fundament ausgehoben werden.Die neue Bodenblatte muss absolut setzungsfrei sein, damit die Brutrinnen später perfekt im Waagerechten stehen.
Betonieren der FundamenteDas Fundament auf dem das neue Fertigteil-Bruthaus gestellt wird.Schalungsarbeiten unter Berücksichtigung der Wasser-Abläufe.
Ablauf-Leitungen für das Quellwasser- und das Schmutzwasser Gehören in die vorgesehenen Rohrleitungen angeschlossen.Um den Innenraum trocken zu halten.
Fertigteile aufstellenDas Erdgeschoß kommt als Fertigteile.Wenn die Fundamente hart sind, wird das Erdgeschoß mit vier Seitenteilen aufgestellt.
Mansarde und DachWird Vorort auf gebaut.Wir kommen damit in Richtung „Gleichenfeier“ und können unser Richtfest feiern!
Außen Gestaltung vom BruthausDas Bruthaus wird außen mit einer Lärchen-Schalung verkleidet. Als Wetter- und Klimaschutz vom Bruthaus und zur optischen Verschönerung.
Quellwasser ZuleitungGehört in das Bruthaus zu einen Verteiler geleitet.Von hier aus wird die Aufputz-Rohrleitungs-Installation erfolgen.
Stromverteiler Gehört trocken in die Mansarde gesetzt. Von hier aus wird die Aufputz-Rohrleitungs-Installation erfolgen.
Installation der Brut-Apparate im Bruthaus Brutapparate kaufen und aufstellen. Für 200.000 Eier und für eine flexible, chargenbezogene Teilung, gehören einige Apparate aufgestellt und an die Zu-und Abwasserleitungen angeschlossen.
Planung von GFK Brutrinnen- und Langstrombecken in der Anlage.
(Im Freien)
Zur chargenbezogene Teilung, von Brütlingen, wird noch Platz gebraucht. Um die weitere Aufzucht vom Larvenstadium zu ermöglichen, werden noch ein paar Rinnen montiert.
Installation der TechnikAufbau der Inkubationssysteme (Vertikal-Brutschränke, Langstrombecken. etc.)Um für das Auflegen der empfindlichen Salmoniden-Eier unserer Wildfische gerüstet zu sein.
Naturnahe UfergestaltungEinladendes, gepflegtes Bild der Anlage.Schaffung von Kleinsthabitaten (Struktur!)
Regionale BepflanzungHarmonische Integration in die Anlage.Beschattung der Teiche
Infotafeln / SchaufensterMacht die Arbeit des FischLab sichtbar.Bewusstseinsbildung: Besucher verstehen zu geben, was hier mit „WildKultur-Fische-Entwicklung“ gemacht wird und warum.
Zeitplan-CheckBis zum Herbst/Winter 2026-2027 wollen wir betriebsbereit zu sein.Mit der nächsten wenn die nächste Laichzeit der Salmoniden nehmen wir den Bruthaus-Betrieb auf.
Projekt-Plan – Version: 16. März 2026

„Erfahrung unser Werkzeug“ – Das bedeutet auch, dass wir in das neue Gebäude unser gesammeltes Wissen, der letzten Jahre, in die Bruthaus-Technik einfließen lassen können.

Mit dem FischLab haben wir die Chance ein Signal zu setzen,
weit über das Salzkammergut hinaus:

„Weg von der Methode „Speisefische“ in unsere natürlichen Gewässer auszusetzen

und hin zur ökologischen Unterstützung der natürlichen Reproduktion“.

Was bedeutet das?

  • Natur als Taktgeber: Dieser Ansatz betont die Orientierung an natürlichen Prozessen und den ökologischen Gegebenheiten der Salzkammergut-Gewässer. Es geht darum, Fische zu züchten, die optimal an ihre natürliche, lokale Umgebung angepasst sind.
  • Erfahrung als Werkzeug: Das „Fischereimanagement Salzkammergut“ bringt hier Expertise und langjährige Praxis in der Fischzucht ein. Dieses Wissen wird genutzt, um die natürlichen Prinzipien effektiv umzusetzen.
  • Wildkultur-Fisch-Entwicklung: Dies ist ein zentraler Punkt. Im Gegensatz zur reinen Massenzucht werden hier Fische herangezogen, die genetisch möglichst nah an wilden Beständen sind und in naturnahen Umgebungen aufwachsen. Ziel ist es, gesunde und robuste Besatzfische zu produzieren, die sich gut in die lokalen Ökosysteme integrieren können und die Artenvielfalt sowie die genetische Vielfalt der Wildfischpopulationen stärken. Dies ist besonders wichtig, um die heimischen Fischarten zu erhalten und zu fördern.

Insgesamt ist dieses Vorhaben ein vielversprechender Schritt für die nachhaltige Fischerei und den Gewässerschutz im Salzkammergut. Es verbindet traditionelles Wissen mit modernen Ansätzen, um die einzigartige Fischwelt der Region zu bewahren und zu entwickeln. Obwohl wir jetzt bauen, läuft die Planung für den Herbstbesatz bereits auf Hochtouren. Der Neubau im März garantiert, dass wir bis zur nächsten Laichperiode ein voll funktionsfähiges, hygienisch einwandfreies System haben.

Danke an die Helfer, die an diesen Projekt mitarbeiten und an den „Hausherrn“, der Familie Ellmauer, ohne deren tatkräftige und finanzielle Unterstützung wird dieses Projekt nicht in dieser Form umsetzen könnten!

Ein kleiner Gruß an die Kollegen am Wasser: „Wir investieren heute die Arbeitsstunden am Bau, damit wir morgen die Freude am Drill und übermorgen ein gesundes Ökosystem haben.“

Weitere Informationen

Neugierig auf mehr? Wissen endet nicht mit dem letzten Punkt. Hinter jedem gesunden Fisch im Salzkammergut steht eine Menge Know-how, Arbeit und Forschung. Es gibt ergänzende Artikel und vertiefende Infos zu unserer Revierarbeit und zu unseren modernen Besatzmethoden. Tauchen Sie tiefer ein in die Welt unseres Fischereimanagement Salzkammergut. Wissen endet nicht mit dem letzten Punkt. Um einen noch umfassenderen Überblick zu geben, haben ich hier weiterführende Ressourcen, Studien und ergänzende Artikel zusammengestellt, die das Thema dieses Beitrags vertiefen.

Seit über 30 Jahren sind wir im Einzugsgebiet der Oberen Traun tätig – es wurden Gewässerabschnitte wiederhergestellt, einheimische Fischarten und ihre Lebensräume geschützt und die Wasserqualität gesichert. Wir sind eine rein ehrenamtlichen Organisation mit einem winzigen Budget und sind zu einem Kern-Team von 10 Personen (+/-) an Fachleuten gewachsen, die sich dafür einsetzen, etwas für unsere Gewässer zu bewirken. Wir leben an den Orten, die wir schützen. Wir arbeiten mit anderen zusammen, um Effizienz zu gewährleisten. Und wir sind unabhängig und haben keine größere Organisation, auf die wir uns stützen können.
Das Verein Fischereimanagement Salzkammergut (FMSKG), der von den Bewirtschaftern vom Fischereirevier Oberes Salzkammergut (FROSKG), für den Zweck gegründet wurde, um eine Aufzucht von autochthonen Wildfischen für unsere Gewässer im Salzkammergut zu produzieren. Seit 2020 betreiben wir in der Miesenbachmühle (MBM) in Ebensee ein Bruthaus betreiben, welches wir großzügigerweise zur Verfügung gestellt bekommen haben, um unsere ersten Erfahrungen mit der Fischzucht zu machen. Dieses hat eine Quellwassereinspeisung mit 5,5 bis 6,5 Grad Celsius und eignet sich damit hervorragend für die Bachforellen-Eier und BF-Brütling Entwicklung. Auch diese Anlage wollen wir weiterhin nutzen und und modernisieren.
Mit der Bauphase für die Teiche und das Anlegen- und Gestalten der Anlage sind wir per Ende November 2024 fertig geworden. Für 2025 seht uns als weitere Projekte die Renovierung des Bruthauses an und auch eine ottersichere Zaunanlage muss noch realisiert werden. Neben so kleineren Gestaltungsmaßnahmen, wie die Wege und Geländer, die Gestaltung- und Bepflanzung der Böschung, eine Beleuchtung und eine Stromversorgung für Pumpen, weiters die Schaffung von flachen Uferzonen und Aufwuchs Zonen für Jungfische. Einbau und Verwendung von natürlichen Materialien wie Steinen und Holz als natürliche Elemente in die Zuchtfischbecken. Schaffung von unterschiedlichen Strömungszonen, um den natürlichen Lebensraum der Fische besser nachzubilden. Verwendung von verschiedenen Substraten, um unterschiedliche Lebensräume für Bodenorganismen zu schaffen. Die provisorischen Beckenumrandungen gehören nochmals durchdacht. Auch einen Sonnenschutz der Becken werden wir in den Sommermonaten brauchen. Also es ist noch einige zu tun, bis wir unser „FischLab“ so in Betrieb haben, wie wir uns das vorstellen.
Der Schutz von Fischbeständen in Zuchtanlagen vor Prädatoren wie Graureihern, Kormoranen, Fischottern und Waschbären erfordert in der Tat umfangreiche und oft kostenintensive Maßnahmen, die jedoch den zuverlässigsten Langzeitschutz bieten. Das ist die harte Realität hinter der idyllischen Fassade einer Fischzucht. Während die Öffentlichkeit oft nur die schönen Seiten – das klare Wasser und die springenden Fische – sieht, stehen Sie als Betreiber vor einer gewaltigen wirtschaftlichen und logistischen Herausforderung. Der Schutz von 200.000 potenziellen Wildlingen im FischLab ist eine Investition, die weit über das reine Bruthaus hinausgeht. Prädatoren wie Fischotter oder Kormoran sind heute keine „seltenen Gäste“ mehr, sondern ein permanenter Kostenfaktor.
Einer der wichtigsten Aufgaben in der Bewirtschaftung unserer Gewässer ist, dass wir lokal angepasste oder noch besser möglichst lokale Fischbestände für die Aufzucht und den Besatz nutzen. Lokale Anpassung bedeutet, dass zwischen einzelnen Populationen, aber auch innerhalb dieser Populationen genetisch bedingte Unterschiede in Körperstruktur, Verhalten oder Stoffwechsel auftreten, die mit spezifischen Umweltbedingungen in einzelnen Gewässerbereichen zusammenhängen. Dabei handelt es sich um über sehr lange Zeiträume gebildete, erblich festgelegte Unterschiede. Neben lokalen Anpassungen, die eine genetische Vielfalt widerspiegeln, zeigen viele Fischarten auch die Fähigkeit, sich bis zu einem gewissen Grad sehr rasch und ohne notwendige genetische Veränderungen auf neue Umweltbedingungen einzustellen. Wobei sich dies durchaus je nach Fischart stark unterscheiden kann, soweit dies unsere Erfahrungen auch bestätigen.

Hashtag

Unsere Hashtags als zentrales Markierungswerkzeug, um in sozialen Netzwerken (Facebook, Instagram, X, TikTok) Inhalte zu kategorisieren, durchsuchbar zu machen und die Reichweite zu erhöhen. Es soll helfen Beiträge thematisch zu sortieren und fungiert dazu, Trends und Interessen zu wecken.

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Heimo bei der Arbeit
Artikel ist in Arbeit
 

„Wer Fisch will fangen ohne Mangel, hantier nicht bloß mit Netz und Angel.

Auch für das Wasser gilt der Reim: Erst säh, dann führ‘ die Ernte heim!“

Zitat von: Alois Weeder