ALBERT’s & WOLFGANG’s BACHFORELLEN FOTO SHOOTING

Die Gewässer- und Naturfotografen Albert Pesendorfer und Dr. Wolfgang Latin begleitet mich beim Freilassen der kleinen Bachforellen, am Ende des Dottersack-Stadiums. Das war eine fantastische Begegnung zweier Welten: Die fachkundige Aufzucht durch Harald Eidinger im Bruthaus des Fischereireviers Oberes Salzkammergut trifft auf das geschulte Auge von Albert und Wolfgang. Albert ist nicht nur als Obmann der „Freunde der Gmundner Traun“ ein profunder Kenner unserer Gewässer, sondern hat als Fotograf die seltene Gabe, das Unsichtbare sichtbar zu machen. Die Dokumentation von Forellenlarven im Dottersackstadium gehört zu den schwierigsten Disziplinen der Makrofotografie. Nachfolgend ein paar visuelle Impressionen, die verdeutlichen, was Albert und Wolfgang mit ihren Kamera verfolgt haben – das fragile Dottersackstadium der Forellenbrut.

Foto-Galerie von Albert

Wenn Albert Pesendorfer sich dieser Aufgabe im Bruthaus und am Bach stellt, hantiert er mit physikalischen Gesetzen, die jedem „normalen“ Fotografen den Schweiß auf die Stirn treiben würden. Wasser bricht das Licht anders als Luft. Objekte wirken unter Wasser etwa 33 % größer und näher. Wenn man eine Forellenlarve im Dottersackstadium fotografiert, die ohnehin nur wenige Millimeter groß ist, muss der Fokus auf den Bruchteil eines Millimeters genau sitzen. Ein winziger Wackler, und das Auge der Larve ist unscharf.

Eine fotografische Herausforderung

In dieser Phase sind die kleinen „Bachforellen-Babys“ extrem empfindlich und fragil. Sie bewegen sich schon flitzig, wie die großen und stellen sich der Wasserströmung im kleinen Wiesenbach bei der Miesenbachmühle.

  • Unter Wasser: Hier geht es darum, die Transparenz der Larven einzufangen. Man kann oft das schlagende Herz und die Blutbahnen sehen, die den Dottersack umschließen.
  • Ober Wasser: Die Lichtbrechung an der Wasseroberfläche macht es schwer, die feinen Strukturen der Larven ohne Reflexionen abzubilden.
  • Biologische Verantwortung: Ein Fotograf wie Albert weiß genau, dass das Wohl der Fische vorgeht. Kurze Belichtungszeiten und minimaler Stress für die Brut sind hier oberstes Gebot.
  • Emotionalisierung: Wenn Menschen sehen, wie zerbrechlich und faszinierend der Ursprung einer Bachforelle ist, wächst das Verständnis für „Projekte Leopold“.
  • Transparenz der Arbeit: Um darzustellen welcher Aufwand im Bruthaus betrieben wird, um den Bestand zu stützen. Das ist „Greifbarer Naturschutz“.
  • Dokumentation: Diese Aufnahmen dienen als wissenschaftlicher Beleg für eine gesunde Entwicklung der Brut.

Vom Bruthaus in den Bach – von Wolfgang

Wenn man solche fotografischen Schwergewichte an der Seite hat, dann ist das nicht mehr nur ein Blog, sondern ein Dokumentarstück lebendiger Flusskultur. Wolfgangs Traunsee Kalender ist ja ohnehin eine Institution für sich und für jeden Traunsee Liebhaber ein „Must-have“.

Im Bild das über 125 Jahre alte Bruthaus in der Miesenbachmühle, Harald Eidinger, der Geschäftsführer vom „Fischereirevier Oberes Salzkammergut“, beim Sortieren und der Pflege der Bachforellen Larven. Foto-Collage erstellt von Dr. Wolfgang Ladin.

Wenn Bilder mehr als tausend Worte sagen

Ein guter Fischzug oder ein Handgriff in der Küche lässt sich beschreiben – aber um die wahre Seele des Wassers einzufangen, braucht es das richtige Auge hinter der Linse. Ich schätze mich glücklich, oft mit zwei begnadeten Fotografen und Freunden am Gewässer unterwegs zu sein: Albert Pesendorfer und Dr. Wolfgang Ladin.

Besonders Wolfgang, der mit seinem jährlichen Traunsee Kalender die Magie unserer Region meisterhaft festhält, ist für mich die erste Adresse. Wenn ich für meine Texte das ganz besondere Material brauche – sei es ein spektakulärer Schnappschuss eines Prädators in Aktion oder die stille, fast magische Stimmung am nebligen Ufer –, dann greife ich auf gerne auf seine hochwertigen Aufnahmen zurück.

Wenn es darum geht, die Seele unserer Gewässer und die Urgewalt der Prädatoren einzufangen, macht Wolfgang niemandem etwas vor. Als Schöpfer des weit über die Region hinaus bekannten Traunsee Kalenders hat er den Blick für den perfekten Moment – ob im Morgengrauen am Ufer oder direkt im Geschehen beim Aussetzen der Bachforellen-Larven.
Foto: Albert Pesendorfer.

„Gute Fischerei braucht Geduld, gute Küche braucht Zeit –
und gute Geschichten brauchen Bilder, die den Atem stocken lassen.“

Diese Synergie aus Fischerei, Kulinarik und erstklassiger Fotografie macht „Gewässermanagements“ zu dem, was es ist: Ein ehrlicher Einblick in ein Leben mit und am Wasser. Der Kreis schließt sich hier perfekt:

  • Im Bruthaus: Die behütete Entwicklung unter der Obhut des Reviers Oberes Salzkammergut.
  • In der Natur: Die Auswilderung der gestärkten Jungfische in den „Hotspot“ Miesenbach, wo sie optimale Bedingungen vorfinden, um heranzuwachsen.

Diese Fotos sind der einzige Weg, die „Black Box“ der Fisch-Entwicklung für uns Menschen sichtbar zu machen. In der Natur findet dieser Prozess tief im Kiesbett der Traun statt, verborgen vor jedem Auge.

Foto: Dr. Wolfgang Ladin.

Im Fokus: Die Fotografen

Bildgewaltig unterstützt durch:

  • Dr. Wolfgang Ladin – Bekannt durch den jährlichen Traunsee Kalender. Seine Aufnahmen fangen die Seele unserer Gewässer und die Dynamik der Prädatoren so ein, wie es nur ein wahrer Kenner vermag.
  • Albert Pesendorfer – Ein begnadeter Fotograf und Gefährte am Wasser. Er hat den Blick für die Momente, die man sonst nur mit dem Herzen sieht.

„Gute Fischerei braucht Geduld – gute Bilder einen Meisterschuss.“

Dass es Albert und Wolfgang dennoch gelungen ist, diesen flüchtigen Übergang von der behüteten Brutrinne im Bruthaus in die raue Freiheit fotografisch festzuhalten, grenzt an ein kleines Wunder. Ihre Bilder dokumentieren nicht nur Bachforellen; sie dokumentieren den Moment, in dem aus unserer Hegearbeit echte Natur wird.

Der Miesenbach, ein Quellbach aus dem Höllengebirge, entspringt 100 Meter hinter dem alten Saline-Viadukt direkt aus dem Berg. Das Quell-Wasser hat 5,5 °C bis 6,5 °C und eignet sich perfekt für die Aufzucht von Bachforellen. Dies wurde schon vor 125 Jahren entdeckt und genutzt. In einen kleinen Wiesenbach, einem Zubringer haben die Bachforellen-Larven ihr perfektes Kinderzimmer. Foto-Collage erstellt von Dr. Wolfgang Ladin

Bilder von Albert Pesendorfer und Dr. Wolfgang Ladin sind mehr als nur „schöne Fotos“. Sie sind Botschafter für den Erhalt unserer heimischen Salzkammergut-Bachforelle.
Danke für die schönen Bilder.

Projekt Leopold

Binnen Sekunden geschieht das Unmögliche: Hunderte kleine Körper, die eben noch im Transportbehälter silbrig schimmerten, werden eins mit dem Flussgrund. Mit einer Präzision, die keinen Raum für Fehler lässt, suchen sie die dunklen Lücken zwischen den Kieselsteinen und zwischen den Wurzeln der Sumpfdotterblume. Das Licht ist ihr Feind, die Deckung ihr Heil. Wo gerade noch Leben pulsierte, sieht man Augenblicke später nur noch das ruhige Spiel der Strömung über dem Kiesbett.

Dieser „Verschwindetrick“ ist das schönste Zeugnis für den Erfolg unserer Arbeit. Er beweist, dass diese Fische trotz der kontrollierten Erbrütung ihren wilden Instinkt nicht verloren haben. Sie sind keine Zuchtfische, die orientierungslos im Freiwasser verharren – sie sind geborene Überlebenskünstler.

Weitere Informationen

Neugierig auf mehr? Wissen endet nicht mit dem letzten Punkt. Hinter jedem gesunden Fisch im Salzkammergut steht eine Menge Know-how, Arbeit und Forschung. Es gibt ergänzende Artikel und vertiefende Infos zu unserer Revierarbeit und zu unseren modernen Besatzmethoden. Tauchen Sie tiefer ein in die Welt unseres Fischereimanagement Salzkammergut. Wissen endet nicht mit dem letzten Punkt. Um einen noch umfassenderen Überblick zu geben, haben ich hier weiterführende Ressourcen, Studien und ergänzende Artikel zusammengestellt, die das Thema dieses Beitrags vertiefen.

Die Abstimmung im Dezember 2019 zwischen DI Karl Fehrer, Harald Eidinger und Heimo Huber markiert den offiziellen Startschuss für die strategische Sicherung der Fischgenetik im Oberen Salzkammergut. Besonders wertvoll ist die Kooperation mit der Miesenbach Mühle. Dass wir dort die Möglichkeit bekommen haben, ein altes, historisches Bruthaus zu reaktivieren, war ein riesiger Vorteil um in einer kontrollierten Umgebung, für die empfindliche Phase der Eientwicklung von Salmoniden zu haben.
Während die Speisefischzucht auf maximalen Masterfolg selektiert, zielt unsere Besatzfischzucht auf das Gegenteil: Die Bewahrung ursprünglicher Verhaltensweisen und einer robusten Konstitution, die ein Überleben in unseren freien, regionalen Gewässern erst ermöglicht. Im nachfolgenden Artikel ein paar Gedanken und Hintergrundinformationen dazu:
Kulturfolger sind Tiere oder Pflanzen, die aufgrund anthropogener Landschaft verändernder Maßnahmen Vorteile erlangen und deshalb dem Menschen in seine Kulturlandschaft (Forst, Äcker, Wiesen, Behausungen, Zuchtanlagen) folgen. Das Gegenteil der Kulturfolger sind Kulturflüchter. Wir betreiben mit unseren „FischLab-Mühlbach und Bruthaus-Miesenbachmühle (MBM) = FischLab“ (1) eine „Antidomestikations-Zucht“ (2). Während der Speisefischzüchter den Fisch an den Menschen anpasst, versuchen wir die Zuchtbedingungen so weit wie möglich an die Wildnis anzupassen. Wir produzieren keine „Haustiere“, sondern „Wildtiere auf Zeit“, die so schnell wie möglich wieder in ihre angestammte Rolle als Kulturflüchter zurückkehren sollen.

Hashtag

Unsere Hashtags als zentrales Markierungswerkzeug, um in sozialen Netzwerken (Facebook, Instagram, X, TikTok) Inhalte zu kategorisieren, durchsuchbar zu machen und die Reichweite zu erhöhen. Es soll helfen Beiträge thematisch zu sortieren und fungiert dazu, Trends und Interessen zu wecken.

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„Fischbesatz löst das Problem nie, sondern es braucht genügend Fischunterstände,

bestehend aus Furt-Kolk-Sequenzen. Ein Gewässer lebt von diesen Strukturen.

Zitat von: Roland Herrigel