DER WURMBACH

Bäche und kleine Flüsse sind auch heute trotz der Erfolge der Abwasserreinigung noch weit von einem guten Zustand entfernt. Häufig genug sind die Anforderungen des standorttypischen Lebensraums nicht erfüllt. Dabei kommt gerade den kleinen Gewässerläufen, den „Kinderstuben“ der größeren, eine besondere Bedeutung zu, da sie bis zu 80 % der Fließstrecken im Einzugsgebiet inne haben.

Der Wurmbach Oberlauf ist unverbaut und hat eine sehr geringe Schüttung. Im Waldbereich hat er eine Breit von 0,5 bis 1,0 Meter. Teilweise viel Altholz und Äste im Bachbett im Waldbereich. Die Uferbegleitgehölz im Waldbereich sehr gut entwickelt und viel Esche, Buche und Bergahorn. Im Wiesenbereich jedoch bald verrohrt und erst kurz vor der Mündung in den Goiserer Mühlbach wieder offen.

Auf der Suche nach dem Wurmbach bin ich leider gescheitert. Dieser wurde so versteckt, dass er im Unterlauf nicht mehr zu finden ist.

Fischereirechte

Fischbuch Nummer: 21/31 – Rechtseitige Zuflüsse der Traun
Obwohl der Wurmbach in den Goiserer Weißenbach mündet, dessen Fischereirechte zur Gemeine Bad Goisern gehören, ist dieser fischereirechtlich lt. Tausch- und Teilungsvertrag vom 14.03.1966 und Bescheid der BH Gmunden Agrar-400-1970 vom 07.08.1970 bei den ÖBF.

Fischbuch Nummer: 21/31 – Rechtseitige Zuflüsse der Traun
Foto vom Wurmbach, aus Face Book, Quelle bekannt.

Brutalismus

Durch hohe Ingenieursleistung im Wildwasserbau, wurde der Wurmbach in ein grafisches Trapezprofil gepresst und teils mit gepflasterten Boden gelegt. Man beachte den symmetrischen Baustiel der geometrischen Uferflanken, eine Gewässerbauform die sich seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs stark ausgebreitet hat – als eine Art „Nachkriegsmoderne“ wurde auf unsere Gewässer eingewirkt, mit einem Hauch von Brutalismus – etwa den französischen Begriff béton brut „roher Beton“, mit seinen sichtbar belassenen Beton geprägt. Leider eine gerade im Wildwasserbau noch sehr verbreitete „Kunstrichtung“. Leider oder zum Glück, wie man es nimmt, verschwindet der Wurmbach in Teilen seines Verlaufes, in einer Verrohrung.

Im Wappen von Bad Goisern

Vor langer, langer Zeit lebte im Reichenstein ein Lindwurm. Und wie wir alle wissen, sind Lindwürmer im Allgemeinen sehr ruhige und angenehme Zeitgenossen, es sei denn, sie werden gestört. Viele Jahre hatte der Lindwurm hier seine Ruhe und lebte mit König Goiseram, seiner Gattin, seinen vier Kindern und dem gesamten Hofstaat in Frieden. Doch aufgrund des immer größer werdenden Reichtums des Ortes, fielen die Feste und Feierlichkeiten am Hofe immer üppiger aus. Es wurde gegrölt, gefeiert und gesungen – der arme Lindwurm hatte keine ruhige Sekunde mehr.

Irgendwann riss auch ihm der Geduldsfaden und er biss sich durch den Felsen. Es stürzte plötzlich so viel Wasser über das Schloss, König Goiseram und seine Gefolgschaft, dass alle jämmerlich ertranken. Der Lindwurm war darüber sehr erleichtert, denn endlich war wieder Harmonie eingekehrt, sodass er zum Andenken an SICH das Loch „Wurmstein“ nannte und das Bächlein, dass durch Bad Goisern fließt „Wurmbach“. Und so ist es auch noch bis heute. Dem Wunsch des Lindwurms entsprechend, ziert er bis heute das Bad Goiserer Wappen.
Quelle: https://www.youraustrianhome.com/urlaub-badgoisern-salzkammergut/

Eigentlich schade, dass dem Wurmbach in Bad Goisern nicht mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Weitere Informationen

Unser Tun verändert Flüsse und Bäche. Seit jeher nutzt und verändert der Mensch Fließgewässer und Auen mit den unterschiedlichsten Zielen. Um einen Überblick über unsere kleinen Bäche, die Teilweise in Doris – Digitale Oberösterreichische Raum Informationssystem auch nur als „Zubringerbäche“ bezeichnet werden, zu dokumentieren, habe ich mir vorgenommen. Da es eigentlich für die nachfolgenden Gewässer immens wichtig ist, diese ökologischen Biotope, soweit diese noch nicht stark begradigt, kanalisiert, verrohrt und zubetoniert wurden, zu kennen, zu „Inventarisieren“ und ihre fischereilichen Nutzen festzustellen.
Der Verein Sportfischer Bad Ischl besteht schon seit über 75 Jahren. Der Verein ist Pächter eines Ischl Revier mit über 3 Kilometer Länge und hat einige Zubringerbäche im Einzugsgebiet und diese werden ausschließlich für eine naturnahe Entwicklung von Jungfischen eingesetzt. Dazu wird seit einigen Jahren Cocooning mit Vibert-Boxen verwendet. Damit kümmern sich die Mitglieder vom Verein Sportfischer Bad Ischl um eine sehr Nachhaltige Bewirtschaftung der Ischl und der zugehörenden Zuflüsse.
Unsere Bäche sind wichtige Zubringer zur Oberen Traun und bilden ein weit verzweigtes Gewässernetz, besteht aus vielen Rinnsalen und kleinsten Bächen. Leider wurden diese in der Vergangenheit vielerorts begradigt oder eingedolt und ihr enormes Potential für die Biodiversität liegt somit brach. Damit wurde auch der Lebensraum von Steinfliegen, Libellen, Forellen, Vögeln und vieler anderer Lebewesen vernichtet. Vom Fischereirevier Oberes Salzkammergut nehmen wir jeden „Strohhalm“ gerne an, wenn es um die Revitalisierung „Lebendiger Bach“ geht und unterstützen Projekte um diese kleineren Gewässer wieder natürlicher zu machen. Auch die Fischaufstiegshilfe am unteren Sulzbach die 2008 gebaut wurde, hat nur sehr wenig Wirkung gezeigt, wenn danach ein betoniertes Bachbett und unüberwindbare Barriere kommen.
 

„Wer zur Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen.“

Zitat von Hermann Hesse