UFERSAUM IST LEBENSRAUM

Ufersaum Bäume Vegetation

Der Ufersaum ist weit mehr als nur eine hübsche Kulisse; er fungiert quasi als die natürliche Klimaanlage unserer Ökosysteme. Der Juli hat uns mit seinen Hitzewellen ganz schön ins Schwitzen gebracht. Aber auch im August werden die Temperaturen immer wieder über 30°C klettern. Die meisten flüchten an die Seen, an unsere Gewässer oder ins Schwimmbad, aber auch ein Ausflug in den Wald kann sich lohnen:

Abkühlungsleistung durch Gewässer-Beschattung

Denn durch die Beschattung unserer Gewässer, wird an heißen Tagen die Temperatur rund 5°C kühler als außerhalb. Das bestätigt auch eine Studie der Klimaforschung.

Die Abkühlungsleistung hat unter anderem mit der Belaubung der Bäume zu tun. Denn je dichter die Belaubung, desto weniger Sonnenstrahlung kann durch die Kronen hindurch dringen und die Waldluft erwärmen. Die Erholungsleistung eines Waldes hängt also von seiner Belaubung ab. An Tagen mit voller Belaubung ist es im Wald um rund 4-5°C kühler als außerhalb. Bei einem Freilandmaximum von 30 °C werden im Wald im Schnitt also nur zwischen 25-26°C gemessen. Gerade in Zeiten des Klimawandels, durch den Hitzeperioden länger und Hitzetage häufiger werden, hebt dieses Ergebnis einmal mehr den großen Mehrwert des Waldes als Erholungsort hervor.

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Daher ist Uferzone und Beschattung wichtig für unsere Gewässer  

Oft wird der Ufersaum aus falsch verstandenem Ordnungssinn
oder zur Hochwasserabfuhr „geputzt“. Hier muss ein Umdenken stattfinden:
Ein wilder, beschatteter Ufersaum ist aktiver Fischschutz.

Uferbewuchs hat neben der wichtigen Funktion der Beschattung und Abkühlung der Gewässer noch zahlreiche weitere wertvolle Funktionen. Bäume – von den einen geliebt, von den anderen gehasst! Dabei sind sie integraler Bestandteil unserer Welt.
Welches Mode-Stichwort heute auch fallen mag – Klimawandel, Biodiversität, Stadt- und Landschaftsplanung, Bäume spielen überall eine wichtige Rolle. Leider allzu oft vernachlässigt bis vergessen ist ihre grundlegende Bedeutung an unseren Gewässern. An 80 % unserer Fließstrecken, den Bächen und kleinen Flüssen, sorgen altersgestufte Baumbestände mit Kronenschluss für ein spezielles Klima, das dem „sommerkühlen Bach“ mit Licht und Schatten seine Eigenarten gibt und erhält.

Möglichst keine Ufervegetation lautet die Devise für die Gewässer Erhalter? – Oft wird der Ufersaum aus falsch verstandenem Ordnungssinn oder zur Hochwasserabfuhr „geputzt“. Hier muss ein Umdenken stattfinden: Ein wilder, beschatteter Ufersaum ist aktiver Fischschutz.

Und während sich der kurzsichtige Angler darüber ärgert, dass er sein Geschirr an Ästen und Wurzeln abreißt, freuen sich der weitsichtige Angler und jeder Naturfreund und die Gewässerorganismen allemal, dass der vielfältige Lebensraum durch Baumwurzeln, Stämme, Äste, Zweige, Totholz und vieles mehr ungeheuer bunt und produktiv ist.

Möge diese überragende Entwicklung der Natur auch den Gewässer,- Landschafts- und Stadtplanern stärker ins Bewusstsein kommen.

Einleitung

Naturnahe Gewässerstrukturen mildern den teilweise letalen Effekt von Temperaturerhöhungen auf kälteliebende Wasserlebewesen. Gewässer mit vielfältigen Strukturen bieten bessere Rückzugsmöglichkeiten mit kühleren Bereichen, z.B. wegen der Beschattung, einströmendem Untergrundwasser. Ein wesentlicher Faktor, der diese positiven Effekte verstärkend unterstützt, bzw. die Erwärmung maßgeblich hemmt, ist die Beschattung entlang der Gewässer. Die Vegetation senkt den Hitzefluss auf die Gewässer, indem das Mikroklima über der Wasserfläche positiv verändert wird (z. B. tiefere Lufttemperatur, höhere relative Feuchtigkeit) und die direkte Sonneinstrahlung abgefangen wird.

Sulzbach oberhalb von Reiterdorf
Sulzbach oberhalb von Reiterdorf – wo die Beschattung noch in Ordnung ist.

Studien zeigen, dass bei einer 20 bis 40%-Beschattung Fischsterben verhindert werden kann und dass bei 80% die Wassertemperaturen im optimalen Bereich bleiben. Die Beschattung und damit auch die Uferbepflanzung werden deshalb bei Revitalisierungen und beim Gewässerunterhalt, insbesondere bei kleinen Bächen und Flüssen, künftig an Bedeutung gewinnen. Die Erhaltung und das Anlegen von Ufer Vegetationen stellen eine wirksame Klimaadaptations Maßnahme dar.

Uferbeschattung gehört zum Gewässerlebensraum

Die Kahlschläge entlang unserer Gewässer sind uns Fischer ein Dorn im Auge. Wir fürchten hier um Schäden an den Fischbeständen, insbesondere für die stark gefährdete Äschen und Bachforellen ist ein Bewuchs des Ufers notwendig, damit sich diese gesund entwickeln können. Die Beschattung des Flussbettes spielt eine große Rolle für das Wohlbefinden von Bächen und Flüssen. Zu wenig Ufervegetation führt zur Erwärmung unserer Gewässer und die Wassertemperaturen können sich auf nahezu tödliche Werte für Salmoniden erhöhen. Ein starker Temperaturanstieg in unseren Fließgewässern führt zu Nährstoffanreicherung. Eine übermäßige Sonneneinstrahlung kann daran beteiligt sein, dass die Salmoniden Eier eine schlechtere Überlebensrate haben.

Ein Beispiel, wie es nicht sein sollte – hier an der Ischler-Ache, wo von der Behörde keine Ufervegetation, wegen Hochwasserschutz gewünscht ist? Ein kritischer Gedanke dazu: Oft wird der Ufersaum aus falsch verstandenem Ordnungssinn oder zur Hochwasserabfuhr „geputzt“. Hier muss ein Umdenken stattfinden: Ein wilder, beschatteter Ufersaum ist aktiver Fisch- und Gewässerschutz!

Daher ist es in der fischereilichen Bewirtschaftung und im Gewässer Management wichtig, auf ein Gleichgewicht zu schauen zwischen Licht und Schatten. Im Allgemeinen sollte etwa 60 % offenes Wasser und bis 40 % schattig Stellen, entlang der Uferzone, einen vernünftigen Kompromiss dar. Darüber hinaus ist die Beschattung durch Auenbäume, von großer Bedeutung bei der Kontrolle des Energiefluss in Flüsse (über Laubfall). Ufergehölze sind auch grundlegend für die Kontrolle von Oberflächen- und Grundwasserströmung. Weiters sind die Auenbäume wichtig für eine Kontrolle eines übermäßigen Abflusses und damit dienen sie einer Dämpfung von Hochwasserspitzen. Auch spielt dieser Mechanismus eine große Rolle bei der Speicherung von Grundwasser und ist eine Pufferung bei Niederwasser Perioden.

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Die Vögel entlang unserer Gewässer sind auf Uferstreifen angewiesen.

Bachforellen und Äschen brauchen Beschattung

Die Äschen und Bachforelle benötigten eine hohe Fließgeschwindigkeit und sommerkaltes Wasser als Lebensraum. Äschen und Bachforellen vermehren sich im Frühjahr bzw. im späten Herbst bzw. in den frühen Winter hinein. Zum Laichen verlassen die Fische ihre Fraß Plätze im Hauptfluss und wandern in Bereiche der Nebenbäche oder in die seichteren Strecken der Oberen Traun hinauf. Für ihre Eiablage brauchen sie gut durchströmte Kiesbänke. Wichtig ist aber auch die Abböschung und Bewaldung des Ufers, die über das Fließgewässer ragt. Ein solches Wald Dach sorgt für Schatten und damit für das notwendige kalte Wasser. Hier stehen die Äschen und Bachforellen an und haben Schutz vor vielen Umwelteinflüssen. Selbiges trifft auch in gleichen, teilweise sogar in noch stärkeres Ausmaß auf unsere „Kleinfisch“ wie den Fisch des Jahres 2016, der Elritze zu, die noch stärker die uferbewachsenen und überhängenden Bäume und Sträucher als Lebensraum braucht. Genau in diesen Laichgebieten wurden am stärksten in die Abholzung der rechtsufrigen Uferzonen eingegriffen.

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Hier eine Köcherfliege, die nach dem Schlupf im Wasser für ihre Lebenszeit an der Luft den Ufersaum unserer Gewässer aufsucht. Die Köcherfliege gehört auch zur Hauptnahrung der Äschen und Forellen. Je schlechter die Bedingungen für diese Insekten, desto schlechtere Lebensbedingungen für unsere Fische!

Ufersaum ist Lebensraum

Die am Ufer und an der Uferböschung wachsenden Pflanzen bilden den Pflanzengürtel. Je nachdem, wie tief das Wasser ist, wachsen unterschiedliche Pflanzengemeinschaften entlang unserer Gewässer. Hier leben besonders viele verschiedene Tierarten. Die Mehrzahl der Tiere dieses Lebensraumes sind Wasserinsekten. Die meisten von ihnen haben zwei unterschiedliche Lebensperioden. Als Ei und Larve leben sie völlig im Wasser, als Vollinsekten dagegen an Land und in der Luft, wie beispielsweise Köcherfliegen, Wasserläufer, Wasserskorpione, Käfer und Libellen. Dh. diese für Fische so wichtigen Nährtiere, werden durch die massiven Schlägerungen, entlang unserer Gewässer stark geschädigt und damit die Nahrungskette unterbrochen. Da diesen Insekten, der Ufergürtel, denn sie als Lebensraum an „Land“ brauchen genommen wurde!

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Hier eine der seltenen Maifliegen, die im Oberlauf der Oberen Traun noch vorkommen und ihr Nymphenstatium im Wasser verbringt und ebenfalls den Ufersaum als Lebensraum brauchen, bis sie wieder ihre Eier ins Wasser ablegt ….

Lebensraum für Insekten und Vögel

Auch verschiedene Kleinkrebse, Schnecken, Würmer und Spinnen leben im und am Wassersaum. Für viele Arten von Molchen, Fröschen und Kröten sind die Uferzonen Lebensraum und für die Ablage ihrer Eier im Wasser – das so genannte Laichen – lebensnotwendig. Nach der Entwicklung im Wasser brauchen diese jedoch einen Lebensrand am Rande der Gewässer für ihre Entwicklung an Land. Von den Reptilien suchen Ringelnatter und Würfelnatter die Uferzonen als Lebensraum auf. Die Verlandungszone und der angrenzende Ufersaum unserer Gewässer dienen vielen Wasservögeln, der Wasseramsel, der Bachstelze, dem Eisvogel und vielen mehr als Rast- und Brutplatz. Auch für deren Entwicklung sind die Uferzonen unbedingt zu erhalten und vor diesen radikalen Schlägerungen zu schützen.

Ischler Traun – mit noch intakter Uferböschung.

Aktueller Vorwand: Entfernung kranken Eschen?

Oft werden solche „Uferschlägerungen“ als Aktion zu dem selektiven Entfernen von kranken Eschen dargestellt. Dies kann nur punktuell bestätigt werden. Zumeist geht es hier vielmehr um eine Rodung zur kommerziellen Nutzung des Holzes. Bei Begehungen haben wir über 90 Prozent gesunde Stämme festgestellt und dokumentiert. Auch fadenscheinige Argumente, wie die Zufahrt von Einsatzfahrzeugen erscheinen uns nicht sehr glaubwürde und gerechtfertigten in keiner Weise diese „Rodungen“.

So sollte es, zumindest Abschnittweise sein.

Definition von Rodungen lt. Wikipedia

Das österreichische Bundesgesetz vom 3. Juli 1975, mit dem das Forstwesen geregelt wird (Forstgesetz 1975), definiert Rodung als „die Verwendung von Waldboden zu anderen Zwecken als für solche der Waldkultur“.  Man unterscheidet sprachlich zwischen Wald- oder Baumrodung, bei der die Bäume samt Stock in einem Arbeitsdurchgang gerodet werden, und der Stock- oder Wurzelrodung, bei der zuerst die Bäume gefällt und im Anschluss die Baumstümpfe gerodet werden. Kleinere Rodungsflächen werden häufiger auch als Rodungsinseln (isoliert gelegene waldfreie Flächen) oder Rodungsgassen (Rodungen zum Beispiel entlang von Flüssen oder anderen Leitlinien) bezeichnet. Die Rodungsinseln stehen häufig am Anfang einer flächenhaften Kultivierung.

So sollte eine Uferzone aussehen – je nach Tageszeit und Sonneneinstrahlung wird das Gewässer beschattet.

Abholzung des Ufers fällt radikal aus

In den Bereichen von Eisenbahn-Anlagen besteht ja durchaus Verständnis, dass in diesen Bereichen ein Wildwuchs der Uferböschung reduziert wird. In den meisten Fällen hat es uns jedoch überrascht, dass die Abholzung so radikal ausfallen. In manchen Bereichen mussten entlang der Strasse sogar Leitschienen montiert werden, die zuvor über eine natürliche Uferböschung gesichert waren. In manchen Bereichen haben wir zwar jetzt weiträumige Aussichten zum Gewässer bekommen die uns bei der Aufsicht und Fischereikontrolle helfen, dafür wurde uns der ganze Schallschutz zur stark befahrenen Straße genommen. Damit haben wir in diesen Bereichen eine starke Verschlechterung der Fischereibedingungen! Fliegenfischen ist nicht nur Fische fangen, sondern auch in Einklang mit der Natur zu sein. Fliegenfischen ist eine Fischereimethode mit der mit dem „Auge“ gefischt wird und dazu gehört auch eine möglichst intakte Natur.

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In Zeiten von Hackschnitzelheizung und hoher Holzpreise ist kein Baum mehr sicher. Solche Radikalabholzungen sind eine Katastrophe für ein Gewässer. Es wächst ja eh wieder nach – wird landläufig gesagt! Aber wie lange braucht ein Baum, bis er eine Schatten wirft? 10 Jahre, 20 Jahre – und da wird zwischendurch und weiter fröhlich abgeholzt. Ein kritischer Gedanke dazu: Oft wird der Ufersaum aus falsch verstandenem Ordnungssinn oder zur Hochwasserabfuhr „geputzt“. Hier muss ein Umdenken stattfinden: Ein wilder, beschatteter Ufersaum ist aktiver Fischschutz.

Rechtlicher Rahmen lt. WRRL

Anthropogenen Nutzungsansprüchen an Fließgewässern steht der nachhaltige Schutz der empfindlichen Lebensräume, sowie den zum Hochwasserschutz notwendigen Retentionsräumen gegenüber. Ein Abwägen von oft gegensätzlichen Interessen ist daher erforderlich. Anlässlich der Notwendigkeit eines Regelwerks für die dabei zu treffenden Entscheidungen ist die Wasserrahmenrichtlinie 2000/60/EG (EU-WRRL) des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2000 am 22. Dezember 2002 in Kraft getreten.

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft. Dann sollte das auch gelebt werden. Gerade Organisationen aus Bundes- und Landesbehörden sind die „Abholzer“ der Nation! Oft wird der Ufersaum aus falsch verstandenem Ordnungssinn oder zur Hochwasserabfuhr „geputzt“. Hier muss ein Umdenken stattfinden: Ein wilder, beschatteter Ufersaum ist aktiver Gewässer, Hochwasser- und Fischschutz!

Denn auch gemäß Art. 3 Abs. 3 iVm Art. 10 der FFH-Richtlinie hat Österreich als EU-Mitgliedsstaat (wie jeder andere) zur Verbesserung der ökologischen Kohärenz von Natura 2000, Landschaftselemente zu erhalten und ggf. zu schaffen. Damit wird die Schaffung eines Biotopverbundes mittels Förderung „verbindender Landschaftselemente“ unter Berücksichtigung von funktionalen Aspekten der Kohärenz wie z.B. Wanderung, Ausbreitung und Genaustausch über das Netz der gemeldeten Natura 2000-Gebiete hinaus verstanden.

Auch Oberösterreich bzw. Österreich muss dieser EU-rechtlichen Verpflichtung dringend nachkommen und einen dauerhaft wirkungsvollen Biotopverbund etablieren, um kein Vertragsverletzungsverfahren zu riskieren. Die LUA empfiehlt daher dringend entsprechende Novellierungen im Naturschutzgesetz!

Man kommt wieder drauf, dass eine intakte Ufervegetation auch bei Hochwasser eine Rückhaltefunktion hat. Um die Arten- und Klimaschutzwirkung von Uferzonen und die Bewahrung des Naturhaushaltes gemäß der Zielsetzung im Naturschutzgesetz zu gewährleisten, scheint eine strengere Gesetzesauslegung als bisher notwendig. Ein kritischer Gedanke dazu: Oft wird der Ufersaum aus falsch verstandenem Ordnungssinn oder zur Hochwasserabfuhr „geputzt“. Hier muss ein Umdenken stattfinden: Ein wilder, beschatteter Ufersaum ist aktiver Gewässer, Hochwasser- und Fischschutz!

Landschaftsschutzgesetz – Oö. NSchG

Hier ein Auszug aus den „Landesgesetz über die Erhaltung und Pflege der Natur (Oö. Natur- und Landschaftsschutzgesetz 2001 – Oö. NSchG 2001)“

§ 10 Natur- und Landschaftsschutz im Bereich übriger Gewässer

(1) Der Natur- und Landschaftsschutz im Sinn dieser Bestimmungen gilt für folgende Bereiche:

1. für Donau, Inn und Salzach (einschließlich ihrer gestauten Bereiche) und einen daran unmittelbar anschließenden 200 m breiten Geländestreifen;

2. für sonstige Flüsse und Bäche (einschließlich ihrer gestauten Bereiche) und einen daran unmittelbar anschließenden 50 m breiten Geländestreifen, wenn sie in einer von der Landesregierung zu erlassenden Verordnung angeführt sind;

3. für stehende Gewässer (ausgenommen solche gemäß § 9 Abs. 1) und deren Ufer bis zu einer Entfernung von 200 m landeinwärts, wenn die Ufer überwiegend unbebaut sind und sich der zu schützende Bereich durch landschaftliche Schönheit oder großen Erholungswert besonders auszeichnet. Die Landesregierung hat durch Verordnung festzustellen, für welche Bereiche diese Voraussetzungen zutreffen.

(2) In geschützten Bereichen gemäß Abs. 1 ist jeder Eingriff
1. in das Landschaftsbild und
2. im Grünland (§ 3 Z 6) in den Naturhaushalt verboten, solang die Behörde nicht bescheidmäßig festgestellt hat, dass solche öffentlichen Interessen an der Erhaltung des Landschaftsbildes oder des Naturhaushaltes, die alle anderen Interessen überwiegen, nicht verletzt werden. Ausgenommen von diesem Verbot sind Eingriffe in geschlossenen Ortschaften oder in Gebieten, für die ein rechtswirksamer Bebauungsplan (§ 31 Oö. Raumordnungsgesetz 1994) vorhanden ist.
(3) Die Landesregierung kann durch Verordnung feststellen, dass für bestimmte Eingriffe in das Landschaftsbild, in den Naturhaushalt oder für bestimmte örtliche Bereiche das Verbot gemäß Abs. 2 nicht gilt, weil solche öffentlichen Interessen an der Erhaltung des Landschaftsbildes oder des Naturhaushaltes, die alle anderen Interessen überwiegen, nicht verletzt werden.

Hier sollte schon eine gesetzliche Basis vorhanden sein um diesen Abholzungen an unseren Gewässern Einhalt zu gebieten, weiters wird über das Verschlechterungsverbot der WRRL auch die Struktur der Uferzone geregelt.

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Feuchtgebiete und vom Gewässer abhängige Land-Ökosysteme sind als direkter Bestandteil ökologisch intakter Gewässer anzusehen. Aufgrund ihrer vielfältigen Wirkungen ist eine standortgerechte Ufervegetation Voraussetzung zur Sicherstellung des guten ökologischen Zustandes gemäß EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL).

Ordnungsrahmen für den europäischen Gewässerschutz

Dadurch wurde ein Ordnungsrahmen für den europäischen Gewässerschutz sichergestellt und die politische Priorität für den nachhaltigen Umgang mit der vielfältig vorhandenen Ressource Wasser verdeutlicht. Die EU-WRRL stellt Fristen und Qualitätsziele auf und gibt Vorgehensweisen an, durch welche diese zu erreichen sind. Neben der Vermeidung weiterer Verschlechterung sowie dem Schutz und der Verbesserung der aquatischen Ökosysteme bezüglich des Wasserhaushalts, hat die Wasserrahmenrichtlinie mitunter die Erreichung des guten ökologischen und chemischen Zustands aller Wasserkörper zum Ziel. Dabei gilt eine schrittweise Umsetzfrist bis 2015. Überwachungsprogramme der festgelegten Ziele und der Beschluss von Kriterien für das Monitoring werden durch die Gewässerzustandsverordnung (GZÜV) konkretisiert (BMLFUW, 2014). Die EU-WRRL sieht zudem eine frühzeitige und umfassende Information und Anhörung der Öffentlichkeit, sowie die aktive Einbeziehung der betroffenen und interessierten Kreise (Landwirtschaft, Naturschutz, Gemeinden bzw. Städte) vor. Dadurch sollen durch eine Verbesserung der Entscheidungsfindung auch innovative und kreative Optionen berücksichtigt, und für die Öffentlichkeit akzeptabel umgesetzt werden können (NACHTNEBEL, 2013).

Es braucht eine Strauch-Baum Struktur und eine Artenvielfalt an Gehölzen an unseren Gewässern und eine Abholzung darf nur unter ganz bestimmten Kriterien gestattet werden und nicht wie heute sehr oft zu beobachten ist „Willkürlich“.

Gewässermanagements ist zu gewährleisten

Um eine konkrete Zielsetzung und deren Realisierung im Sinne eines aktuellen, wirksamen Gewässermanagements zu gewährleisten, sollen signifikante Probleme und Belastungen definiert und stets aktualisiert werden. Dies erfolgt durch den Nationalen Gewässerbewirtschaftungsplan (NGP), der basierend auf den Zielen und Grundsätzen des Wasserrechtsgesetzes in Zusammenarbeit mit den wasserwirtschaftlichen Planungen der Länder alle sechs Jahre durch den Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft erstellt und veröffentlicht werden muss. Der NGP ist eine flussgebietsbezogene Planung basierend auf einem integrierten Ansatz zum Schutz und Verbesserung sowie zur nachhaltigen Nutzung der Gewässer. Die Festlegung der zu erreichenden Erhaltungs- und Sanierungsziele erfolgt auf Grundlage einer Ist- Bestandsanalyse. Dabei sind ökonomische Gegebenheiten nicht zu ignorieren, womit eine ausgewogene kostenwirksame Verbesserung der Gewässer und deren Schutz ermöglicht werden soll (BMLFUW, 2009). Der ökologische Zustand von Oberflächenwasserkörpern ist gemäß der EU-WRRL als die Qualität von Struktur und Funktionsfähigkeit aquatischer, in Verbindung mit Oberflächengewässern stehender Ökosysteme, definiert.

  • Für die Einstufung von Fließgewässern sind Qualitätskomponenten definiert worden:

    A) Biologische Komponenten

    • Zusammensetzung und Abundanz der Gewässer Flora
    • Zusammensetzung und Abundanz der benthischen wirbellosen Fauna
    • Zusammensetzung, Abundanz und Altersstruktur der Fischfauna

    B) Hydromorphologische Komponenten in Unterstützung der biologischen Komponenten

    • Wasserhaushalt – Abfluss und Abflussdynamik – Verbindung zu Grundwasserkörpern
    • Durchgängigkeit des Flusses
    • Morphologische Bedingungen
    —> Tiefen- und Breitenvariation
    —> Struktur und Substrat des Flussbetts—> Struktur der Uferzone

    C) Chemische und physikalisch-chemische Komponenten in Unterstützung der biologischen Komponenten

    • Temperaturverhältnisse
    • Sauerstoffhaushalt
    • Salzgehalt
    • Versauerungszustand
    • Nährstoffverhältnisse

Herber Rückschlag für die Fische

Wie auch immer diese Praxis der Uferabholzungen juristisch zu bewertet ist – der Kahlschlag bedeutet für die Fische und für uns, als Bewirtschafter, in der Umsetzung eines langfristigen Bewirtschaftungsplanung, die auf natürliche Reproduktion von heimischen Fischen aufbaut, auf jeden Fall einen herben Rückschlag. Über die vergangenen Jahre wurden in die fisch-ökologische Verbesserung von uns als kleiner Fischereiverein, viele tausende Euro investiert. Auch von öffentlicher Hand wurde viel Geld in Fischtreppe an der Mündung des Rettenbach, Kaltenbach und Sulzbach ausgegeben. Auch die Fischaufstiegshilfen und Umgehungsgerinne in der Ebenseer Traun wurden zur Erreichung einer Durchgängigkeit angebracht. Das alles geschah unter den Rahmenbedingungen zur Erreichung der Gewässerdurchgängigkeit lt. WRRL (Wasser Rahmenrichtlinien). Dh. es wird hier sehr viel Geld von der öffentlichen Hand ausgegeben. Daher ist es sehr unverständlich, wenn dann durch „Uferschlägerungen“ so großangelegte, kostenintensive Maßnahmen zunichte gemacht werden. Alles nur für ein paar Meter, zumeist schlechten Brennholzes. Wer immer das verwerten mag?

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Elektrobefischungen zeigen auf, dass es den Fischen, Insekten und Vögeln entlang unserer Gewässer, an den Lebensraum geht.

Strukturiert vs. Strukturarm

Der Unterschied ist oft nicht nur messbar, sondern dramatisch. Ein strukturarmes Gewässer ist für Fische wie eine Wüste mit Asphaltboden: Es gibt keinen Schatten, keine Deckung vor Fressfeinden und kaum Nahrung. In der Fischereibiologie gilt die Faustregel: Strukturreichtum ist gleichbedeutend mit Lebensraumkapazität.

Der direkte Vergleich: Warum Struktur die Biomasse steigert

MerkmalStrukturarmes Gewässer (kanalisiert)Strukturiertes Gewässer (naturnah)
FließgeschwindigkeitUniform schnell; hoher Energieaufwand für Fische.Mosaik aus Stillwasserzonen und Strömung.
UnterständeFehlend; Fische sind Stress und Prädatoren ausgesetzt.Wurzeln, Totholz und Steine bieten Schutz.
NahrungsangebotGeringe Oberfläche für Aufwuchs und Insektenlarven.Enorme Oberfläche durch Totholz und Vegetation.
Jungfisch-HabitateFehlen; Brut wird bei Hochwasser weggeschwemmt.Flachwasserzonen als „Kinderstube“.
Ein wesentlicher Faktor für die Biomasse ist die besiedelbare Oberfläche. Ein einzelner ins Wasser gestürzter Baum vergrößert die Oberfläche für Biofilm (Algen, Bakterien) und Wirbellose (Nahrung) um ein Vielfaches gegenüber einer glatten Ufermauer.
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Ergebnis der Elektrobefischung aus der man sehr schön den Unterschied zwischen „strukturarmen“ und „strukturierten“ Abschnitten erkennen kann. Hier hat die Ufervegetationen einen unmittelbaren Einfluss auf die Fischbestände. In einem strukturierten Bach finden wir oft eine deutlich höhere Fischbiomasse pro Hektar als in einem begradigten Abschnitt, selbst wenn die Wasserqualität (Chemie) identisch ist.

Im vergangenen Sommer wurde auch in Absprache und unter Kontrolle der OÖ Landesregierung Elektrobefischungen (Engleithen Altarm) durchgeführt, um die Fischbestände zu kontrollieren. Die Fische werden dabei kurz betäubt, vermessen und auf Krankheiten begutachtet und dann wieder ins Wasser entlassen. Insgesamt wurden in zwei Abschnitten viele Äschen, Elritzen und auch Bachforellen abgefischt und taxiert. Ein Grund für diese Einzigartigkeit der Bestände und die natürliche Reproduktion der schon sehr seltenen Äschen, Elritzen und Forellen ist auf die Beschattung durch Bäume und Unterstände in den Wurzeln der Ufer Vegetation zurück zu führen. Durch eine intakte Uferböschung wird auch eine minimale Störung durch Jogger, Radfahrer und Wanderer erreicht. Damit wird es in vielen Bereichen, nach dem Kahlschlag vorbei sein. Dh. weniger Lebensraum für die Wassertiere.

Warum der Ufersaum Priorität haben muss

In Zeiten der Erwärmung ist der Ufersaum nicht mehr nur „schönes Grün“, sondern eine überlebenswichtige Klimaanlage für das Gewässer.

  • Beschattung: Ein intakter Bewuchs mit standortgerechten Gehölzen (wie Erlen und Weiden) kann die Wassertemperatur in kleineren und mittleren Gewässern um mehrere Grad senken – oft der entscheidende Unterschied zwischen Leben und Hitzetod für Salmoniden.
  • Pufferfunktion: Ein breiter Ufersaum filtert Nährstoffe und Sedimente aus der Landwirtschaft, bevor sie das Algenwachstum (das bei Wärme ohnehin explodiert) zusätzlich anheizen.
  • Strukturreichtum: Wurzelgeflechte im Wasser bieten Unterstände und Strömungsberuhigung. Wenn der Stoffwechsel der Fische durch die Hitze auf Hochtouren läuft, brauchen sie diese Ruhezonen, um Energie zu sparen.

Was konkret getan werden muss

Damit diese Tatsache mehr Berücksichtigung findet, braucht es einen Schulterschluss zwischen Wasserbau, Landwirtschaft und Fischerei:

HandlungsfeldZielsetzung
UferrandstreifenGesetzlich fixierte, breite Korridore ohne Düngung und Ackernutzung.
RevitalisierungRückbau von harten Uferverbauungen, damit das Wasser wieder „atmen“ und sich mit kühlerem Grundwasser austauschen kann.
DurchgängigkeitVernetzung zu kühleren Zuflüssen (Refugialgewässern) sicherstellen.
Oft wird der Ufersaum aus falsch verstandenem Ordnungssinn oder zur Hochwasserabfuhr „geputzt“. Hier muss ein Umdenken stattfinden: Ein wilder, beschatteter Ufersaum ist aktiver Fischschutz.
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Eine „Schwarze Bachforelle“ die vermutlich durch zu starke UV-Belastung erkrankt ist und demnächst an Organversagen sterben wird!

„An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun,
sondern auch die, die ihn nicht verhindern.“

Zitat: Erich Kästner

Erwärmung des Wassers begünstigt Parasiten

Es geht auch um investiertes Geld. Für den Fischbesatz von 5.000 Äschen Sömmerlinge aus zertifizierten, ausgewählten Zuchtbetrieben werden pro Jahr einige tausend Euro gezahlt. In den letzten Jahren haben wir auch viel Engagement zur Erforschung der Fischkrankheit PKD (Proliferative Kidney Disease) investiert. PKD ist eine Nierenwucherung, die bei der Bachforelle und anderen Fischen auftreten kann. Sie wird verursacht durch einen Parasiten, dessen Lebenszyklus noch nicht ganz geklärt ist. Die Infektion steht aber in Zusammenhang mit der Wassertemperatur und der Sonneneinstrahlung (UV-Belastung). Je wärmer das Wasser, desto wahrscheinlicher eine Infektion. Der Kahlschlag an der Ober Traun, die heißen Sommer die zur Erwärmung des Traun Wassers führen und sich im kommenden Sommer noch stärker einwirken werden, hat für den Bachforellenbestand also mehrfache Auswirkung:

  • Neben der möglichen Zerstörung von Jungfischhabitaten durch fehlenden Beschattung generell
  • wird eine gravierende Verschlechterung der Lebensbedingungen für die Fische eintreten;
  • weniger „ruhiger“ Lebensraum für die Wassertiere
  • zudem wird eine größere Anfälligkeit für die Parasiten bestehen, der die Nierenwucherungen verursacht.

Es ist davon auszugehen, dass es etwa 20 Jahre brauchen wird, bis der optimale Uferbewuchs für die Bachforelle wieder heranwachsen wird.

Warum wir Ufersäume und Hecken brauchen

Ufersäume und Hecken sind ein wesentlicher, aber leider bedrohter Bestandteil unserer Kulturlandschaft. Als lineare Strukturen charakterisieren und gliedern Sie die freie Landschaft oft wie ein Geflecht und schaffen dadurch erlebbare Räume und Perspektiven, prägen das Landschaftsbild und erfüllen wesentliche Funktionen im Naturhaushalt. Ihre Beseitigung bedarf einer vorherigen Anzeige an die Behörde und ist von dieser zu untersagen, wenn dadurch Naturhaushalt oder Landschaft erheblich beeinträchtigt würden.

Zur Entstehung von Ufersaum

Ufersaum und Hecken mindern die Auswirkungen extremer Witterungsereignisse auf den Naturhaushalt. Der windabschwächende Effekt schafft Schutz für Organismen, reduziert die Verdunstung und führt zu einer erhöhten Bodenfeuchte und damit einem verbesserten Kleinklima. Die Vegetation verhindert Bodenerosion und begünstigt die Retention und Speicherung von Niederschlags- und Oberflächenwasser sowie das Auffangen angewehter Bodenpartikel. Aufgrund tiefer Wurzelsysteme, der Streuablagerung und eines kühl-feuchteren Mikroklimas kommt es darüber hinaus oft zu Nährstoffanreicherung und weiterer Bodenneubildung [1]. Durch die Anreicherung von Kohlenstoff in der Biomasse der Hecke und als Humus im Boden, haben Hecken außerdem ein bedeutendes Potential in Bezug auf den Klimaschutz und die langfristige CO2-Bindung. Als Langzeitspeicher können Hecken pro Hektar fast genauso viel Kohlenstoff aus der Atmosphäre binden wie Wälder.

Ein Ufersaum entlang unserer Gewässer, von denen hier die Rede ist, unterscheiden sich ökologisch wesentlich von zurechtgestutzten Gartentrends und Schaugärten in den Gemeinden. Historisch pflanzte und pflegte die Landbevölkerung Hecken entlang von Grundstücksgrenzen, als „lebende Zäune“ zur Viehpferch und nachhaltigen Versorgung mit Brennholz, Laubstreu, Beeren, Früchten, Nüssen und Wildkräutern. Unter Mithilfe von Vögeln als wichtige Samenausbreiter (Ornithochorie), entstanden zudem Ufersäume und Hecken auf Steinriegeln, die aufgeschichtet wurden, um steinigen Äckern, Wiesen und Weiden mehr landwirtschaftliche Nutzfläche abzuringen.

Bedeutung von Hecken im Artenschutz

Historisch bedingt sind die Hecken der freien Landschaft oft sehr arten- und strukturreich. Heute macht sie das zu wichtigen Refugien der Biodiversität, vor allem in intensiven genutzten Landschaften, in denen ansonsten Blütenpflanzen für spezialisiertere Wildbienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber fehlen würden. Viele Arten ziehen sich dorthin zurück. Neben diversen Bäumen und Sträuchern trägt ein ausgeprägter Heckensaum mit extensivem Wiesenstreifen zu den wertvollen Lebensraumbedingungen bei. In optimal entwickelten Hecken kommen dann auch Kleinsäuger, Fledermäuse, Vögel, Amphibien und Reptilien vor, die über das Nahrungsnetz miteinander in Verbindung stehen. Diese Arten nutzen Hecken als Versteck oder für die Fortpflanzung.

Nicht zuletzt deswegen kommt Ufersäumen eine wichtige Funktion im Biotopverbund zu. Viele Tiere leben aktiv entlang solcher natürlichen Uferzonen, auch um außerhalb von diesen gelegene Fortpflanzungs- und Nahrungsstätten zu erreichen. Ein Uferzonen Verbund gewährleistet grundlegende ökologische Beziehungen wie Artenaustausch, Artenausbreitung und Wiederbesiedlung von Biotopen

Eine intakte Ufervegetation fungiert bei Hochwasser wie ein natürlicher Stoßdämpfer. Hier sind die drei Hauptmechanismen, wie das funktioniert:

Rauigkeit und Fließgeschwindigkeitsreduktion

Das ist der wichtigste mechanische Effekt. Ein dicht bewachsener Ufersaum (Bäume, Sträucher, Schilf) erhöht die sogenannte „hydraulische Rauigkeit“.

  • Der Effekt: Wenn das Wasser über die Ufer tritt, muss es sich durch das Dickicht aus Stämmen und Zweigen drängen. Das bremst die Fließgeschwindigkeit der Wassermassen massiv ab.
  • Der Nutzen: Je langsamer das Wasser fließt, desto weniger zerstörerische Kraft hat es und desto mehr Zeit hat die Flutwelle, sich in der Fläche zu verteilen („Abflachung der Hochwasserwelle“).

Sedimentation und Nährstoffrückhalt

Wenn das Wasser durch die Vegetation abgebremst wird, sinkt seine Transportkapazität.

  • Der Effekt: Mitziehender Schlamm, Sand und organische Stoffe lagern sich zwischen den Pflanzen ab, anstatt weiter flussabwärts in besiedelte Gebiete getragen zu werden.
  • Der Nutzen: Das Ufer wird auf natürliche Weise „aufgehöht“, und Schadstoffe werden aus dem Wasser gefiltert, bevor sie in den Hauptstrom gelangen.

Erosionsschutz durch Durchwurzelung

Ein intakter Ufersaum schützt das Ufer davor, bei hohen Fließgeschwindigkeiten einfach weggerissen zu werden.

  • Der Effekt: Das dichte Wurzelgeflecht von Weiden, Erlen und Eschen wirkt wie eine Armierung im Boden. Es hält das Erdreich fest zusammen.
  • Der Nutzen: Es verhindert Uferabbrüche, die ansonsten wertvolles Land vernichten und flussabwärts zu Verklausungen (Verstopfungen an Brücken durch Treibgut) führen könnten.

Die Synergie aus Kühlung und Hochwasserschutz

Es ist faszinierend, wie sich die Funktionen ergänzen:

  • Im Sommer: Die Belaubung kühlt (wie Sie zuvor erwähnt haben) und schützt vor Austrocknung.
  • Bei Starkregen: Die gleiche Vegetation bändigt die Wassermassen.

Ein interessantes Detail am Rande: Man hat festgestellt, dass die Weide der absolute „Superstar“ am Ufer ist. Sie kann extremen Wasserdruck aushalten, biegt sich elastisch unter der Flut (was den Widerstand verringert, ohne zu brechen) und schlägt nach dem Hochwasser sofort wieder aus, selbst wenn sie komplett mit Sediment bedeckt war.

Neupflanzungen von Ufersäumen fördern

Als Klimaschutzmaßnahme und Artenschutzmaßnahme zur Schaffung eines effektiven landesweiten Biotopverbundes, sind vor allem auch Neupflanzungen von Ufersäumen an sinnvollen Stellen zu forcieren. Entsprechende finanzielle Förderungen sollten sich an den beschriebenen Funktionserfüllungen bemessen und fair abgegolten werden, sodass für Gemeinden, Anrainer und Bewirtschafter ein ausreichender Anreiz besteht, Hecken und Ufersäume als Teil der Kulturlandschaft zu erhalten und somit die Ziele des Naturschutzes erreicht werden können.

Fazit

Im Sinne einer zeitgemäßen Landnutzung, EU-rechtlicher Vorgaben, als auch sozialer und ökologischer Verantwortlichkeiten sind Ufersäume primär zu erhalten. Sofern keine besonderen Gründe dafür vorliegen, wie z.B. Krankheit, Kontrolle gebietsfremder Baumarten oder Gesundheits- und Sicherheitsbedenken gibt es im Allgemeinen keinen Grund, Bäume entlang ein Gewässer zu fällen oder zu entfernen.

Bei Diskussionen über „Baumpflege“ beachten Sie bitte,
„nur wirklich notwendiges Handeln macht Sinn“.

Insofern ist das bisher gern geübte „Auf-den-Stock-setzen“ der Bäume, d.h. das Absägen, kritisch zu sehen. Es geht künftiges Altholz verloren, das Insekten, Vögeln und Fledermäusen und der Vielzahl von Kleintieren wertvollen Lebensraum geboten hätte. Außerdem fehlt so natürlich das Ausgangsmaterial für das heute intensiv diskutierte,  wichtige Totholz als Strukturmaterial im Gewässer. Nicht nur die Ästchen und Stöckchen, sondern vor allem auch langes, dickes Stammmaterial ist für den guten Zustand der Gewässer wesentlich.

Weitere Informationen

Neugierig auf mehr? Wissen endet nicht mit dem letzten Punkt. „Tiefgang statt nur Oberfläche: Entdecke die Arbeit und Forschung um unsere Gewässer – mit einem Klick zu unseren exklusiven Insights und modernen Management-Strategien.“

WRRL – Wasserrahmenrichtlinien und Umsetzung in Österreich:
Hitzeflucht: An heißen Tagen ist es im Wald um 5 °C kühler,
Quelle: Bundesamt für Wald

Gleich vorweg der Hinweis: „Die Verwendung von Textauszügen und Abbildungen aus dem Handbuch oder den Bautypenblättern sowie der Skizzen ist unter Angabe der Quelle gemäß Standard CC BY-SA 4.0 ausdrücklich erwünscht.“ Ebenfalls erwünscht ist die Verwendung der Skizzen der Bautypenblätter. Diese sind auf der Website auch separat verfügbar. Daher erlaube ich mir, dieses online zur Verfügung gestellte Wissen über Strukturierungsmaßnahmen im Wasserbau von der Wasser-Agenda 21 zu übernehmen.
Mit der „Wasser-Agenda 21“ wurde in der Schweiz, auf Initiative verschiedener Kantone, ein Projekt umgesetzt, um die schweizweiten dezentral vorhandenen Erfahrungen über Strukturierungsmaßnahmen zusammentragen und zu dokumentieren. Die Sammlung von Wissen und von Erfahrungen zu diesen Thema scheint in der Schweiz wichtig zu sein und auch für mich, als Laie im Wasserbau und als Fischer und Gewässerbewirtschafter gibt es eine „Wissensdatenbank„, die einen sehr guten Überblick über verschiedene Methoden und Beispiele für Strukturierungsmaßnahmen dokumentiert und zusammenfasst.
Wasser ist zur Zeit in aller Munde. Das Wasser in unseren Gewässern im Salzkammergut wird seit Jahren immer wärmer. Die heißen Lufttemperaturen allein reichen als Erklärung nicht. Wobei das Jahr 2024 für die Bergflüsse ein gutes war: Es gab in kurzen Abständen immer wieder Regen, und weil es im April in den Bergen noch ausgiebig geschneit hatte, floss auch viel kühles Schmelzwasser in die Gewässer.
Einer der größten Einflüsse auf die Gesundheit eines Baches oder Flusses ist die Vegetation an seinen Ufern. Der Vegetationsstreifen entlang eines Gewässers wird Uferpuffer genannt. Puffer spielen zahlreiche wichtige Rollen für den Fluss, die Tierwelt und die menschlichen Gemeinschaften.
Endlich wurden zum Schutz der Uferrandstreifen auch rechtlichen Bestimmungen mit der Nitrat Aktionsprogramm Verordnung (NAPV)) als auch Förderrichtlinien im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zum Anlegen und zur Erhaltung entlang von Gewässern geschaffen. Mit der Novelle des Nitrataktionsprogramms (NAPV) gelten ab 2023 strengere Auflagen bei der Bewirtschaftung von Flächen neben Gewässern. 

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„Die Natur zu schützen, heißt nicht, die Zeit anzuhalten, sondern dem Leben den Raum zurückzugeben,

den es zur Entfaltung braucht. Jede Renaturierung ist ein Versprechen an die Generationen von morgen.“

Frei nach dem Gedanken des ökologischen Gleichgewichts.